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Sat Jul 11 02:08:27 CEST 2009    |    124er-Power    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: BF17

Soll begleitendes Fahren für alle Fahranfänger eingeführt werden?

Hallo liebe Blogleser,

aufgrund der Reaktionen auf meinen Artikel "Erneuter Beweis dafür, dass alte Leute eine Verkehrsgefährdung darstellen!" habe ich mich entschlossen auch mal in die gegenrichtung zu gehen.
Laut Statistik sind ja die 18-25 Jährigen und die 60+ die Hauptverantwortlichen für die meisten Unfälle in der BRD. Daher passt diese Umfrage ganz gut zu dem anderen Thema.

Aus eigener Erfahrung kann ich mich nur positiv zum BF äußern. Damals als ich den Schein gemacht habe gab es sowas wie BF noch garnicht, aber ich bin trotzdem anfangs nicht alleine gefahren.
Im Nachhinein bin ich sehr froh darüber, denn anfangs war ich schon etwas unsicher aufgrund der fehlenden Erfahrung.

Wichtig hierzu ist nur, dass der Beifahrer vernünftig ist und kein Raser, denn das wäre das falsche Vorbild für einen Fahranfänger. Da bringt BF dann auch nicht mehr viel!

Also was meint ihr? Wäre es sinnvoll?
Ist es eine Bevormundung?

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Sat Jul 11 08:38:08 CEST 2009    |    Fensterheber50683

Hi..

Allgemein würde ich es mit Nein beantworten.

Ich habe nach der Fahrschule mich gleich allein ins Auto setzen dürfen. Und sicher war ich aufgeregt und nevös. Allerdings habe ich es bis heute (2 1/2 Jahre) ohne Kratzer geschafft.

Ich finde das begleitete Fahren generell nicht schlecht. Allerdings kommt das auf den Fahranfänger an. Für mich wäre es in dem Sinne nur eine unnötige Belastung gewesen.
Der nächste wiederum hätte dringend noch Beratung nötig.

Generell wäre ich dafür, das die Eltern und eben auch die Fahrschule sorgfältig(er) entscheiden sollten

=>Was man manchmal rumfahren sieht, oder diese Storys das einer nach dem 3-5. mal die Prüfung besteht(ohne viel Stunden dazwischen).. da frag ich mich wie die aus einer Fahrschule gekommen sind.

=> Die Eltern sollten sich anfangs verstärkt von den Kindern umherfahren lassen und darauf achten ob es angemessen ist sie allein fahren zu lassen oder eben einfach zu vertrauen

Fazit: Ich denke generell ist es etwas übertrieben, und die meisten haben es ja bis heute geschafft. Dafür sollte bei knappen Bestehen z.b ein halbes Jahr angeordnet werden können. Und die Eltern sollten anfangs kritisch beobachten wie sich der Anfänger verhält...

Sat Jul 11 10:36:29 CEST 2009    |    obstla7

Bin ganz der Meinung meines Vorredners. Ich hätte es selbst wohl eher als Belastung gesehen, bin aber auch sicher ein verantwortungsbewuster Fahrer.
Hab den Führerschein zwar auch erst 2 Jahre, hatte in dieser Zeit aber auch noch keine Unfälle.
Wenn ich dabei allerdings schon nur an unseren Nachbarn denke, der hätte BF sicherlich nötig. Alleine schon, was dem mit seinem Moped schon alles passiert ist.(selbstverschuldet!!!)
Allgemein sollte man dass, wie dertester123 schon geschrieben hatte, die Fahrschule oder weiters die Eltern entscheiden lassen.
Gibt ja schließlich genügend, die auch nach 2 Jahren Führerschein noch viel zu unsicher und unwissend sind und allein schon mit der Bedienung des Fahrzeugs allgemein Überfordert sind.
Besonders herauszuheben sind da die auch die "reiferen" Menschen, welche z.B. mit 30 oder 40 den Führerschein machen. Sollte auch bei solchen Leuten so etwas wie BF geben. weiss von zwei Bekannten, dass diese genau so leicht überfordert sind am Anfang, und dass ist, so denke ich, wohl ein ernstes Sicherheitsrisiko. Ein erfahrener, ruhiger Beifahrer könnte dabei schon helfen denke ich.
Somit denk ich, sollte es dem Fahrschüler, bei dem es infrage kommt, oder besser des2en Eltern nahegelegt werden, doch zu beginn eher unter Begleitung zu fahren...

Sat Jul 11 11:00:43 CEST 2009    |    Kurvenräuber14161

Ab einem gewissen Alter verliert sich das Imponiergehabe von ganz allein, sodass es ältere Fahranfänger gar nicht mehr nötig haben die Strasse als Balzplatz zu betrachten, Apelsprints und anderes fällt bei denen aus...
Wer mal mit offenen Augen im Auto unterwegs ist, erkennt schon, wer als Frischling am Steuer sitzt, auch die älteren Neulinge sind erkennbar, sie fahren aber ganz anders, bei denen muss man wachsam sein, wenn man hinter ihnen fährt, nicht wie bei den Knallern, die aus allen Richtungen kommend eine Gefahr sind, und das nicht nur Freitag und Samstag Nacht ab 22:00 ...

Sat Jul 11 11:20:42 CEST 2009    |    gwiazda

Die Fahrschule darf das (leider) nicht entscheiden.Wir können noch nicht mal Meldung machen wenn ein FS unserer Meinung nach nicht Reif ist.Den Führerschein gibts vom Prüfer,nicht von der Fahrschule.Also die Kritik da ansetzen wo das Problem herkommt.Warum denken eigentlich so viele Leute das die Fahrschule u.a. die Aufgabe hat in 3 Mon. das auszumertzen was die Eltern 17 Jahre versäumt haben?
Die Aufgabe des FL bei der Ausbildung zum FS KL.B besteht darin die notwendigen Fahrfähigkeiten zu vermitteln.Von Fahrfertigkeiten wie u.a. bei C/CE gefordert steht da nichts.Wer soll(will)so etwas denn Bezahlen?Das ist der springende Punkt.Solange die Fahrausbildung unter Marktwirtschaftlichen Bedingungen durchgeführt wird,wird sich an der Qualität nichts ändern.

Sat Jul 11 11:43:51 CEST 2009    |    GOLFTFATF

Ich habe für - JA - gestimmt 😉 weil ich finde, dass es der richtiger Weg ist!

Es hat auch einen Grund warum ich das so sage und ich ganz klar hinter der Idee des begleitenden Fahrens stehe. Ich lese immer wieder von teils auch tödlichen Unfällen bei Jugendlichen und fast jedes Mal war immer wieder Selbstüberschätzung die Ursache für den grausamen Unfall, wo Jugendliche sinnlos Ihr Leben verloren haben.

Es war zwar nicht bei Allen so, aber trotzdem bei einer Summe von Fällen, wo das nicht sein muss oda ? Denn in sehr vielen Fällen war oft von überhöhte Geschwindigkeit zu lesen und auch von Unerfahrenheit mit dem Auto selbst oder riskanten Überholmanövern, doch muss das sein ????

Daher finde ich, dass die BF - Idee genau da anpacken sollte, dass so etwas nie wieder passiert bzw. passieren darf ! Durch das begleitende Fahren soll dem Fahranfänger / der Fahranfängerin die Möglichkeit auch noch gelassen werden um Erfahrungen noch zu sammeln.

Zum Anderen können sie dann noch den Erwachsenen / Begleiter fragen, wenn was unklar ist, was man ohne BF nicht machen kann. Zu meinen Zeiten, als ich im Jahr 2000 den Führerschein machte, war das mit BF noch weit weit entfernt gewesen, also Zukunftsmusik !

Aber im Zuge der steigenden Unfälle, wo immer mehr Jugendliche involviert sind, muss man total umdenken, weil es bleibt wohl nix anderes übrig als die BF - Idee zu fördern ! Jeder weitere tödliche Unfall ohne BF, in dem Jugendliche involviert sind, ist schon einer zu viel !

Der Lerneffekt in BF soll die Hemschwelle zu riskanten Fahrmanövern so verändern, dass man nicht mehr so in die Versuchung kommt irgendwas Gefährliches zu machen. Und ist diese Zeit des begleitenden Fahrens vorbei, dann haben die Fahrneulinge dann auch noch was gelernt !

Sie können besser mit dem Auto dann um gehen und sie sind auch dann erfahrener als ohne BF. Und was ich auch noch als weiteren Grund für BF sehe, dass wenn die Familie einen sehr starken Wagen hat als einziges Fortbewegungsmittel mit viel PS, dann ist BF auch notwendig !!!

Der Fahranfänger / die Fahranfängerin sind mit so viel PS unter Umständen anfangs überfordert und sollten dieses noch nicht alleine fahren, dazu das Elternteil, weil die vielen PS sind sehr verlockend irgendwelchen Mist zu machen, sprich es ist gefährlich !

Ich selbst fuhr als erstes Auto einen 136PS 16V starken Passat Variant Bj 1993 und das als Fahranfänger damals war das ein ziemliches Geschoss und es war auch das einzige verfügbare Auto damals gewesen was meine Eltern hatten !

Meine Eltern sind abwechselnd mit Mir trotzdem mitgefahren, obwohls BF damals noch nicht mal gab und schlecht fand ich es nicht 😉 Und geschadet hat es auch nicht, denn dann kam die erste Alleinfahrt und man hat gesehen, was fürn Erfolg das brachte, dass vorher Jemand bei einem gesessen is ... darum bin ich für BF 😉

Gruss Thomas

Sun Jul 12 02:53:43 CEST 2009    |    Fensterheber50683

Zitat:

Die Fahrschule darf das (leider) nicht entscheiden.Wir können noch nicht mal Meldung machen wenn ein FS unserer Meinung nach nicht Reif ist.Den Führerschein gibts vom Prüfer,nicht von der Fahrschule.Also die Kritik da ansetzen wo das Problem herkommt.Warum denken eigentlich so viele Leute das die Fahrschule u.a. die Aufgabe hat in 3 Mon. das auszumertzen was die Eltern 17 Jahre versäumt haben?

Die Aufgabe des FL bei der Ausbildung zum FS KL.B besteht darin die notwendigen Fahrfähigkeiten zu vermitteln.Von Fahrfertigkeiten wie u.a. bei C/CE gefordert steht da nichts.Wer soll(will)so etwas denn Bezahlen?Das ist der springende Punkt.Solange die Fahrausbildung unter Marktwirtschaftlichen Bedingungen durchgeführt wird,wird sich an der Qualität nichts ändern.

Ich will nix gegen dich als Fahrlehrer sagen und mir ist durchaus die Verantwortung die ihr mittragt bewusst.

Bloß ich kann deine Einstellung nicht gutheißen...

Ich habe in einer kleinen Fahrschule gelernt und mein Lehrer hätte mich nicht zur Prüfung gelassen wenn er sich nicht ziemlich sicher gewesen wäre.Zumindest was meine fahrerischen Fähigkeiten angeht. Damit spiele ich auf die an, die nach der Fahrschule trotzdem nicht wissen was Zeichen bedeuten, wie man einparkt, oder wie man richtig im Verkehr mitfließt(grade Schleicher,Nichtblinker,Nichtlinienhalter) Ich weiß nicht ob ihr da Vorgaben habt, das ihr nach gewisser Zahl zum Prüfer schicken müsst, aber bei meinem kams mir so vor als könnte er das frei entscheiden. Eine Schülerin hat er doppelt solange dabehalten wie mich...

Außerdem hat mein FL mit den Eltern gesprochen wenns Probleme gab...
.............

Das Problem beim BF ist eigentlich die Überschätzung und das Ausprobieren. Das kommt bei vielen nachdem die ersten Versuche unternommen sind. Und das ist der Grund warum ich gegen !Generelles! Begleitetes Fahren bin.
=> Jemand der nach nem halben Jahr seinen Gasfuß entdeckt wird das auch nicht helfen.

Außerdem bringt Begl.Fahren nix wenn in der Zeit nicht genug Kilometer geschrubbt werden, oder im Gegenzug wenn die Beifahrer jeden Tag 100.erte Kilometer mitfahren müssten. Und bei Vorgaben wie.. so und so viel Kilometer in der Zeit würden eh zuviele bescheissen.

Andererseits würde ich es begrüßen wenn die Fahrschule/Prüfer(aber der kennd FS i.d.R. net so gut) bei mäßigem bestehen eben 1-3Monate oder sogar länger BF mitgeben könnte als "Bedingung".

Sun Jul 12 11:36:36 CEST 2009    |    Faltenbalg9980

Ich hab mir mal das deutsche Modell ergoogelt, mir gefällt da unser österreichisches besser.
In die Fahrschule mit 16, dann ein Jahr mindestens 3000km mit Begleiter und zwei zwischenschulungen, dann Prüfung und dann Fahrsicherheitstraining.

Das verpflichtend für alle einzuführen mag zwar eine grundsätzlich gute Idee sein, aber was machen die Leute, die keine Begleitperson haben bzw in Familien leben, wo das Mitfahren ein Problem darstellt.

Ich habe diese Ausbildung ezit gleich mit ein paar Freunden gemacht, einige hatten doch Probleme diese 3000km zusammenzubekommen und mussten teilweise Extra am Wochenende Runden drehen um das Ziel zu erreichen. Unterdessen hab ich nie eine extra Runde gesreht und bei knapp über 10.000km dann aufgehört Aufzeichnungen zu führen, weil es sowieso schon egal war.
Mal abgesehen, dass die Fahrschule ziemlich blöd geschaut hat ist das doch ein erheblicher Unterschied, den es zu berücksichtigen gilt.
Wenn die Eltern "blöd" sind kannst dann keinen Schein machen ?!

Sun Jul 12 20:04:48 CEST 2009    |    gwiazda

Betr.Antwort von dertester123
Glaube mir,wenn es nach uns Fahrlehrern ginge würde die Hälfte der Fahranfänger so nicht auf die Strasse kommen.Richtig ist das der Prüfling erst dann zur Prüfung darf wenn der FL überzeugt davon ist das der FS den Anforderungen genügt.Aber da die Prüfungsrichtlinien nun mal so niedrig sind ist es eben so wie es ist.Rede sehr oft mit den Eltern,was glaubst du was man da so zu hören bekommt.Da bleibt dir manchmal die Luft weg.Sprüche wie:Fahren lernt man eh erst später,ihr wollt nur unser Geld,oder ...
wer hält denn an diesem Stopschild,macht doch Niemand sonst oder 100Km/h sind hier zu wenig usw.sind da die Regel.Ich biete den Eltern immer an mal selbst mit mir zu fahren,unter Prüfungsbedingungen und siehe da,keiner besteht.Dann werden sie immer kleinlaut.Fakt ist aber😁ie Prüfungsrichtlinien sind zu niedrig angesetzt und den Lappen gibts vom Prüfer der diese Umsetzt und entscheidet wer auf die Strasse darf.Nicht der Fahrlehrer.
Das Problem ist der Wettbewerb unter den Fahrschulen.Das fördert doch die ganze Sache noch.
Eine vernünftige Regelungung wäre ein gesetzlich festgelegter Preis für die Fahrstunde/Grundgebühr
und zwar Bundeseinheitlich dann würde nur die Qualität der Fahrschule und nicht der Preis der Ausbildung ausschlaggebend für die Wahl der Fahrschule sein.
Gruß

Mon Jul 13 01:06:19 CEST 2009    |    124er-Power

Danke für die Teilnahme @ all.
Sehr interessant mal eine Stellungnahme von einem Fahrleher zu erhalten.
Vielen Dank hierfür 🙂.

Fri Jul 17 10:16:38 CEST 2009    |    Fensterheber50683

@gwiazda

Recht hast du, es hat sich nur in der ersten Aussage so angehört als ob du es von dir weist^^

Ist mir sowieso unverständlich, warum der Prüfer nach ner guten Stunde den Fahrschüler für etwas so wichtiges bewerten können soll.
Viele Situationen werden ja gar nicht abgerufen, viele aus meinem Freundeskreis mussten nicht mal Parken oder in beruhigten Bereichen fahren.

Allerdings verstehe ich auch die Maßnahme, dass der Lehrer den Schein nicht ausstellen darf, da man sich doch zu gut kennt.
Fraglich wie man es besser machen könnte und im Gegenzug auch auf die Kosten achtet...

Bei knappen Bestehen würde ich es wirklich vorziehen, wenn begleitendes Fahren oder ein Sicherheiz^^-Training vorgeschrieben werden könnten.

Fri Jul 17 18:30:52 CEST 2009    |    gwiazda

Das Thema Pflicht Sicherheitstraining ist im Gespräch.Man denkt zur Zeit darüber nach,jeden FS-Neuling nach einem halben Jahr einen Aufbaukurs mit Sicherheitstraining absolvieren zu lassen.So etwas gibt es sogar schon,allerdings auf freiwilliger Basis und man bekommt sogar ein Jahr Probezeit erlassen wenn man daran teilnimmt.So ein Kurs kostet knapp300 Euro,was vielen Fahranfängern aber zu teuer ist.Die meisten geben lieber 500 Euro für ein Handy oder irgend so eine Bumbumm sch... aus als in die Sicherheit zu investieren.Ihr kennt das doch:Auto=1000Euro,Musikanlage darin=2000Euro ,dazu ital.Rennreifen der Marke Arschiglatti und dann an der Tanke vorfahren und für 5,50Euro tanken damit der Zehner auch noch für Kippen reicht.Hauptsache cool sein.

Deine Antwort auf "Begleitendes Fahren für alle Fahranfänger, egal welchen Alters?"