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06.12.2010 11:10    |    taue2512    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: Mietwagentest, Sixt, SLK, Unfall

So, ich wollte nur mal kurz meinen Schreib-Streik beenden und mal wieder ein paar aktuelle Ereignisse in meinen Blog hier einpflegen. Es hat sich viel getan, sowohl im positiven als leider auch im negativen Sinne.

 

Fangen wir also der Reihe nach mal mit Ereignissen aus der letzteren Kategorie an.

 

Mitte September war ich wieder einmal in Deutschland unterwegs und brauchte – wie immer – einen fahrbaren Untersatz. Leider wurde es als ich bei Sixt eintraf wieder einmal ein Mercedes SLK, den ich schon mal hier im Blog getestet hatte. Somit sollte eigentlich nichts Neues in Verbindung mit diesem Wagen zu berichten sein, aber erstens kommt es immer – und zweitens meistens anders als man denkt…Murphy’s Gesetz halt.

 

Auch sollte man ja auch meinen, das nach meinen Hunde-Unfall so langsam Schluss sein sollte mit unvorhergesehenen Ereignissen dieser haarigen Art, aber sollte es nicht! Das Lexikon gibt uns zur Definition Begriff „Unfall“ ja bekanntlich die folgende Auskunft:

 

Ein Unfall ist ein unerwünschtes, von außen auf einen und/oder mehrere Menschen oder Dinge rasch einwirkendes Ereignis, das ohne eine Absicht bewirkt wurde. Aus einem Unfall folgt die Schädigung der Gesundheit und/oder eines Sachwertes.

 

Ausgerechnet an diesem Wochenende sollte ich einen Tag länger in Deutschland bleiben, da ich am frühen Montagmorgen noch einen wichtigen Termin in Bremen wahrzunehmen hatte. Und dann geschah es: Ich fuhr kurz vor 6h auf die Autobahn und kurz nach der Autobahnauffahrt lief mir ein Fuchs vor das Fahrzeug, gerade als ich den Blick vom Rückspiegel wieder auf die Straße vor mir richtete. Schrecksekunde, die Autobahn ist um diese Zeit im hohen Norden ja menschenleer und links war dementsprechend frei – also Gas weg, bremsen und gleichzeitig dabei ausweichen (ABS- und ESP sei Dank). Aber dieser spezielle Meister Reineke war weiß Gott nicht einer des schlauesten seiner Art, er lief unbeirrt weiter nach links…und traf genau die rechte Fahrzeugfront. Ich hielt mit Warnblinkanlage auf dem Seitenstreifen an, suchte nach dem verletzten Tier wurde allerdings nicht fündig und rief die Polizei.

 

Die fragten nur ob das Tier noch am Unfallort sei, was ich sodann verneinte. Mir wurde daraufhin gesagt, dass dann in diesem Falle niemand käme und lediglich der zuständige Jagdpächter informiert wird, um an den Folgetagen nach einem Fuchs mit Kopfverband Ausschau zu halten und ihn ggfs. von seinem Leiden zu erlösen.

 

Der nächste Anruf ging an die Sixt Hotline, die allerdings wie der Zufall wollte aus technischen Gründen gerade nicht erreichbar war.

 

 

So setzte ich also meine Fahrt langsam weiter fort nach Bremen, der Wagen sollte am Nachmittag zurück zu Sixt und gegen Mittag erreichte ich auch endlich jemanden in der dortigen Hotline, damit schon mal entsprechende Vorbereitungen und die Disposition anlaufen konnten.

 

 

Als ich am späten Nachmittag bei Sixt am Bremer Flughafen eintraf sagte ich dem dortigen Car-Checker eines Subunternehmens, das irgendwo an diesem Fahrzeug ein „Mangel“ sei den es zu entdecken gilt und das Sixt bereits von mir davon in Kenntnis gesetzt wurde. Daraufhin lief der Typ wie von einer wilden Hummel gestochen um den Wagen und versuchte mir alles Mögliche im Übergabeprotokoll aufzudrücken…Kratzer am Fahrertür-Falz, mikroskopische Sprenkel an den Alufelgen – aber den eigentlichen Schaden sah er nicht! Vollpfosten...

 

Nach gut 3 Minuten rief ich den Herren zur Fahrzeugfront und deutete stumm auf den fehlenden Chromring um den Nebelscheinwerfer der Beifahrerseite und er gab unverwunden zu, dass er ohne meinen Hinweis dies nicht gesehen hätte! Spätestens hier bereute ich, ein so aufrichtiger Kunde zu sein.

 

 

Er gab mir alsdann das Protokoll auf dem lediglich die Delle mit einem kleinen Kreuz im unteren Bereich des Front-Stossfängers auf der Beifahrerseite und das Wort „Unfallschaden“ eingetragen waren. Innerlich verabschiedete ich mich bereits von gefühlten 1.800 EUR in diesem Moment, wohlwissend das ein viel schwererer Hund an meinem Passat CC einen Schaden von nicht einmal 1.200 EUR verursacht hatte und ich maximal 600 EUR „Aufschlag“ bereit wäre für den Namen Mercedes zu zahlen.

 

Die Tage gingen ins Land, als wir auf einmal ein Fax mit der Rechnung in die Firma bekamen: 3.270,69 EUR. Wow – mehr als doppelt so teuer wie eingangs gedacht!

 

Im angehängten 10-seitigen Gutachten der Firma GKK aus Hamburg wurde u.a. auch auf einmal der rechte Kotflügel wegen eines Schadens bildlich festgehalten.

 

 

Die Bildqualität des Fotos ist allerdings alles andere als überzeugend und als ich jedenfalls das Auto abgab, war an dieser Stelle absolut nichts (ansonsten hätte es der Car-Checker ja gleich auf Anhieb bei der Rückgabe gesehen). Entweder denen ist der Reifen bei der Überführung zum Gutachter geplatzt, es wurde ein wenig „nachgeholfen“ oder der Car-Checker hat sich bei mir rächen wollen weil ich selbstverständlich über dessen oberflächliche Arbeitsweise im Sixt-Büro nebenan gemeckert hatte.

 

Das die Verkleidung des Unterbodens gerissen war und ein vorstehendes Plastikteil schabenderweise das Reifenprofil etwas in Mitleidenschaft gezogen hatte, wusste ich bereits vorher. Anscheinend sind SLK‘s eben nur aus Spucke und Pappe zusammengedengelt, ein ähnlicher Unfall wie der mit dem Hund an meinem CC wäre wohl im Mercedes fast ein wirtschaftlicher Totalschaden geworden.

 

Aber was nützt das Ganze: Am Ende würde ein ewiges hin und her vielleicht sogar noch mit Juristen viel mehr Zeit und Nerven kosten, als der Aufschlag auf die Rechnung für den neuen Kotflügel. Und noch was: Das Logo „Kompressor“ kostet bei Mercedes satte 19,74 EUR neu, wobei das alte definitiv noch nutzbar war! Soviel zum Thema „Gutachten“. Die Firma GKK behalte ich in Zukunft auf jeden Fall mal im Auge wenn ich selbst demnächst mal Unfallgeschädigter sein sollte, die scheinen gut und sehr generös zu rechnen!

 

Also am Ende zähneknirschend den Rechnungsbetrag überwiesen und gut ist. Gibt halt dieses Jahr weniger Weihnachtsgeschenke unterm Tannenbaum und meinen persönlichen Standpunkt in Sachen Sixt werde ich mir für 2011 nochmal genauestens überlegen! Und eins habe ich aus dieser Geschichte gelernt: Was der Car-Checker nicht sieht…

Sixt-Schaden.xps (893 mal heruntergeladen)

06.12.2010 11:25    |    Standspurpirat14500

Wie? Du bzw. Deine Firma zahlt einen Blechschaden, der im Ü*bergabeprotokoll nicht vermerkt (und somit bei Übergabe nicht vorhanden war) ohne Widerspruch?

 

Klar, Rechtsstreit ist blöd. Aber was hat denn Sixt in der Hand, wenn kein Blechschaden im Abgabeprotokoll enthalten ist?

 

PS: Danke für Deine schönen Beiträge, lese ich immer wieder gerne. Wir könnten uns mal am Flufhafen treffen. Bin dort ganz in der Nähe...


06.12.2010 11:28    |    Stewaan

Dumm gelaufen, aber ich hätte den Schaden wohl auch gebeichtet. Buchst du grundsätzlich ohne Haftungsreduzierung?


06.12.2010 11:33    |    taue2512

Zitat:

Buchst du grundsätzlich ohne Haftungsreduzierung?

Teilweise ja, da einige Schäden automatisch über meine private frz. Kreditkarte versichert sind.


06.12.2010 13:27    |    pinkisworld

wow, hätte ich sicher nicht bezhalt, hast doch selber Beweisfotos. Oder?


06.12.2010 14:13    |    Amen

In so einem Fall einfach die Rechnung um das Kotflügelgeraffel mit Belegen (Übergabeprotokoll, eigene Fotos) mindern und den Betrag überweisen. Dann ist die Gegenseite am Zug wegen ca. 600 Euro eine Prozedur zu starten.

 

Und - das habe ich mir konsequent angewöhnt in solchen Fällen - dem "Verar**" konsequent keine 2. Chance geben. Egal ob die anderen teurer sind. In Deinem Fall die Filiale deines Vertrauens informieren, dass Du in Zukunft Deine regelmässige Miete bei AVIS (Europcar,....) vornimmst.

 

Dennoch bleiben 2500 Euro für einen simplen Kleintierunfall. Erschreckend wie teuer die Reparatur von Kleinkram heutzutage so ist, Deinen CC kannst Du wohl nicht als Massstab nehmen, den hast Du ja wohl in FRA repariert... .

 

Amen


06.12.2010 14:32    |    flo0o

Kannst mir ruhig glaube.. Frankreich ist in keinster Weise "günstiger" als Deutschland. Die Rechnung geht nicht auf! ;)

 

LG


06.12.2010 14:38    |    Skorrje

Auch wenn der Anlass traurig/ärgerlich ist: Schön wieder von Dir zu lesen! :)

 

Mit den Gutachtern ist das immer so eine Sache; mir ist auch mal ein "Wildtier" in's Auto gekracht (besoffener Taxifahrer); Schaden laut Gutachten EUR 4.500 (von außen war nix zu sehen!) :eek: Naja, hab' die Scheese dann verhökert, fährt vermutlich heute noch in diversen Balkanstaaten Streife... :D

 

Habe jedenfalls gelernt, nie ohne Haftungsreduzierung zu mieten.


06.12.2010 15:07    |    schipplock

bei sowas haette ich wohl gekotzt...sehr sogar.


06.12.2010 15:31    |    Roger66

Hi,

 

hier wird ein offensichtlicher Betrug durch gezogen, und ohne jeden Kommentar wird einfach bezahlt :confused::confused:?

Du hast doch sicher Handyfotos gemacht, oder ? Daraus müsste doch ersichtlich sein, dass der Kotflügel unbeschädigt war ?

 

Gruß

Roger


06.12.2010 17:43    |    64787

Hast Du noch einen Job für mich? Offensichtlich hat Deine Firma Geld zu verschenken...

 

Spaß beiseite, aber trotz Vollkasko über die CC würde ich da wahrscheinlich umgehend Strafanzeige erstellen.

Du hast doch den Schaden und das komplette Auto samt Protokoll dokumentiert??


06.12.2010 17:56    |    NoNameHR

GKK fertigt auch für andere Autovermieter Gutachten an.

 

Kleiner Tip, lass Dir mal die Reparaturrechnung zeigen.. könnte evtl intressant werden.

 

Weitere fragen dazu gern per PN.


06.12.2010 17:58    |    100avantquattro

Ja, jeder hier hätte und würde und sowieso.

Dumm gelaufen. Ich hätte gedacht, daß man mit dem Übergabeprotokoll auf der sicheren Seite sei. Schätze, wenn Du ein regelmäßiger Kunde bei denen wärst, wären eventuelle Boykottdrohungen bei denen auf fruchtbaren Boden gefallen.

Sixt , europcar... die nehmen sich alle nicht viel. Die bei der Caritas sind da wesentlich netter ;-).

Kleiner Tipp für ADAC plus-Mitglieder.... wer seine Einspritzdüse auf 'nen Autobahnparkplatz ausbauen und gegen eine defekte Düse tauschen kann... der kriegt im Regelfall einen Leihwagen für einige Tage für ganz umsonst ;-). Rein theoretisch natürlich.

Solange ich beim Autoverleiher nicht DASS Auto bekomme, welches ich haben will, miete ich da auch nix. Wollte mir neulich einen starken Audi Avant (S6/RS6/3.0 TDI o.ä.) leihen... und man sagte mir... es könne auch ein Mondeo in der Top-Motorisierung werden. Man mietet ja nur einen Wagen aus der "Audi A6-Klasse". So ein Rotz!


06.12.2010 18:08    |    Bloodfire

Wenigstens ist dir nicht so etwas mit dem Fuchs passiert Fuchs


06.12.2010 22:14    |    Mephisto735

Zitat:

Wenigstens ist dir nicht so etwas mit dem Fuchs passiert Fuchs

Das war mal wieder das perverseste, was ich den letzten Wochen so gesehen habe. Welcher Mechaniker soll das bitte reparieren.

 

Thema:

Scheinbar bist du zu gut für diese Welt, besonders für die Vermietfirmen.;) Den Schaden, wenn nicht direkt sichtbar, hätte ich so nie gemeldet. ich miete(te) auch regelmäßig und sollte sich doch mal eine kleiner Schaden ergeben, der nicht direkt auffällt, dann wird das Fahrzeug abgestellt und gut ist. Kontrolliert, oder im Nachhinein reklamiert, hat das bei mir noch niemand.

Für deine weitere Mieten wünsche ich dir mehr Spaß.

 

mep


06.12.2010 23:18    |    Trackback

Kommentiert auf: Mietwagen & Carsharing:

 

Schadensabwicklung bei Mietwagen. Richtige Vorgehensweise?

 

[...] immer dazu, doch teilweise werden Schäden bei der Rückgabe gar nicht bemerkt.

 

Hier der Blog-Artikel: http://www.motor-talk.de/.../...chadens-be-rechnung-sixt-t3012283.html

 

Vielleicht noch eine Frage an die Vielmieter, oder welche die sich besonders damit auskennen. Angenommener [...]

 

Artikel lesen ...


17.12.2010 10:57    |    Dynamix

Vielleicht sollten die mal die BMW Niere stabiler machen. Scheint ja ein gutes Schlupfloch bei Wildunfällen zu sein. ;)

 

Hatte mal ein ähnliches Foto mit einem Huhn oder Vogel gesehen.


Deine Antwort auf "Ausgefuxxt: Wildschaden, Schadens(be)rechnung & Sixt"

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