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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

Wed Oct 03 20:14:30 CEST 2018    |    jennss    |    Kommentare (81)

smarteq-route-koeln
Smarteq route koeln

Ich hatte gestern wieder eine Fahrt zu meiner Tochter, beim Umzug helfen. Sie wohnt jetzt in Köln und ich bin mit dem BMW 225xe (PlugIn-Hybrid) problemlos hin- und zurückgefahren. In Köln habe ich vor dem Tanken extra noch den Akku mit Benzin bei den Stadtfahrten dort aufgeladen, um maximale Reichweite zu haben. Klappte dann auch ohne Zwischentanken zurück bis nach ca. Hamburg Harburg. Da mich derzeit als Zweitwagen auch das Smart EQ Cabrio interessiert (WLTP 145 km Reichweite), habe ich mich mal gefragt, wie es wohl wäre, damit nach Köln zu fahren. Das sind etwas über 400 km. Ist natürlich eine verrückte Idee, denn der Smart ist ein Citystromer, aber warum nicht mal probieren, wenn es geht :D. Vielleicht behalten wir den Smart später ja mal alleine, wenn der Leasingvertrag des 225xe ausgelaufen ist. Und so oft kommt die Strecke für uns eh nicht vor. Auf Leihwagen habe ich nicht soo viel Lust und es ist reizvoll, diese "Herausforderung" aus Spaß anzunehmen :).

 

Außerdem ist das elektrische Fahren ja auch deutlich günstiger. Mit dem Hybrid hatte ich wohl ca. 11 €/100 km. Mit dem Smart EQ dürfte das weniger als die Hälfte sein. Überhaupt wäre ein Stromer für Langstrecken wegen der Kosten doch auch gar nicht so übel. Beim VW Neo sollen es nach WLTP 330 bis 550 km werden. Der größere Akku (80 kWh?) wird die Strecke also auch ohne Nachladen schaffen, bei sicherlich deutlich weniger Fahrkosten als ein Diesel.

 

Aber zurück zum Smart... Bei Goingelectric wirft das Reichweitentool mit Smart EQ und Schnelllader 7:23 h aus: https://www.goingelectric.de/stromtankstellen/routenplaner/2708714 . Unter Optionen habe ich da max. 5 km Ladestationsentfernung von der Route angegeben. Gestern hatte ich mit dem Hybrid 4:30 h Fahrzeit, bei einer 25 Minuten-Pause ohne Tanken, aber ich hatte auf der Strecke auch schon mal 7 h gebraucht, dank Stau. Die 7:23 h des Smarts gehen ja davon aus, dass man keinen Stau hat. Mehr Pause braucht man nicht einzurechnen, da man die ja beim Laden schon hat. Immerhin erscheint es nicht völlig unmöglich, die Strecke mit Smart zu fahren - dank des neuen Schnellladers. Aus Neugierde habe ich dann auch mal nach dem eGolf (231 km nach WLTP geguckt (ist auch in der Auswahl des Tools). Da kam ich auf 6:08 h, bei 1:30 h Ladezeit: www.goingelectric.de/stromtankstellen/routenplaner/2708819 . Beim Tesla S100 waren es nur noch 6 Minuten Ladezeit und 4:28 h insgesamt. Ich weiß nicht, wie schnell da virtuell gefahren wird, aber ich bin mit dem Hybrid wohl schneller gefahren, da ich diese Zeit schon mit 25 Minuten Futterpause erreicht habe. Beim Smart EQ ohne Schnelllader ergeben sich übrigens 14 h Ladezeit :D. Mit Ampera-e kommt das Tool auf 17 Minuten Ladezeit und 4:34 h insgesamt: www.goingelectric.de/stromtankstellen/routenplaner/2708876 . Interessanterweise schafft der Hyundai Ioniq trotz kleinerem Akku die Strecke schneller als der eGolf, da er schneller laden kann (1:15 h Ladezeit): https://www.goingelectric.de/stromtankstellen/routenplaner/2708819 . Die leicht unterschiedlichen Streckenlängen kommen wohl durch die Entfernung der Ladesäule von der Route zustande, nehme ich an.

 

Die zweite wichtige Strecke ist für uns die Fahrt zu meiner Mutter. Das sind nur 130 km und die kann man im Sommer vielleicht :D sogar ohne Nachladen schaffen, also kein Problem. Nett dabei ist, dass am Zielort (Heide) sämtliche Ladestationen kostenlos sind. Sowas gibt es ja gebietsweite nachwievor.

 

Fazit: Mit Smart EQ erscheint die Strecke dank Schnelllader durchaus machbar. Ob man die 2:40 h Ladezeit zu nutzen weiß, muss jeder für sich entscheiden, aber auf jeden Fall geht es, anders als ohne Schnelllader (oder mit einem e.Go Life, der ja auch keinen Schnelllader hat), denn bei 14 h Ladezeit ohne Schnelllader ist jede andere Option besser :). Geht man davon aus, dass ein VW Neo oder andere, die ab 2020 kommen, die Strecke ohne Nachladen schaffen (der Neo mit großem Akku hat sehr wahrscheinlich mehr Reichweite als ein Tesla S 100D), kann man sich auf niedrige Fahrkosten freuen. Vielleicht wird das E-Auto sogar gerade für Langstreckenfahrer damit interessant. Niedrige Fahrkosten waren ja schon für Dieselfahrer ein wichtiger Punkt. Das E-Auto reduziert die Fahrkosten dabei in ähnlichem Maße wie der Diesel ggü. dem Benziner, gleiche Fahrzeugklasse vorausgesetzt. Was allerdings noch fehlt, ist eine bessere Transparenz der Kosten an den Ladesäulen.

j.

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Wed Oct 03 20:31:56 CEST 2018    |    notting

Lt. Auto-Bild sind's in derem Mix mit längerer AB-Strecke 84km Reichweite -> https://pushevs.com/2017/12/09/auto-bild-tested-range-8-electric-cars/

Wurde diese Reichweite angenommen? Mir erscheint der Weg zwischen den Ladestationen auf der Karte länger.

Und auf Goingelectric steht IMHO rel. eindeutig, dass die Funktion die du genutzt hast Beta ist?

 

Die Mehrkosten bei der Anschaffung etc. muss man erstmal reinfahren. Beim PHEV vs. normaler Verbrennner kam bei mir mal ein Break-even in einem Bereich heraus wo viele Autos schon Schrott sind...

 

notting


Wed Oct 03 20:42:30 CEST 2018    |    FWebe

Eine Frage zum Verständnis: Wie setzen sich die 11 €/100 km zusammen?


Wed Oct 03 20:43:31 CEST 2018    |    0cool1

Ja natürlich kann man das machen. Die Ladeinfrastruktur ist vorhanden, gerade bei Typ2 gibt es auch abseits entlang der Autobahn genug Möglichkeiten.

Mir wäre 22 kW aber zu wenig, dann würde ich mindestens auf den e-up! oder e-Golf mit CCS ausweichen.

So habe ich inkl. 45 min Stau 360 km in 6h zurückgelegt.

So würd ich ohne Stau von 5:50 h für die 409 km ausgehen, wenn man mit leerem Akku am Ziel ankommt


Wed Oct 03 20:47:41 CEST 2018    |    0cool1

@notting beim GE Routenplaner wurden 106 km Reichweite angenommen.

Auf der Seite steht Beta, da die Ladezeiten eben nicht die Ladekurve des Akkus widerspiegeln und die 106 km Reichweite ja nicht konstant sind, da diese ja auch abhängig vom höhenprofil sind das hier zwar angezeigt aber nicht berücksichtigt wird.


Wed Oct 03 20:47:49 CEST 2018    |    jennss

Ja, mit den Mehrkosten-reinfahren klappt nur über längere Fahrzeit. Der Diesel kostet oft ca. 2000 € mehr als der Benziner, aber durch die hohe Versicherung klappt das Reinfahren erst ab gewisser Jahreskilometerzahl sicher. Nach dem Neo-Bericht soll der kleine Neo mit 330 km Reichweite (WLTP) wie der Diesel bei ca. 27450 € liegen. Dabei hat der Diesel die höhere Endgeschwindigkeit, das E-Auto aber mehr PS.

 

Ja, das Tool ist Beta. Wäre schön, wenn man später die nicht-empfohlenen Stationen abschalten kann. Den Screenshot habe ich schnell gemacht, bevor alle Stationen auf der Strecke erschienen sind.

 

Die 84 km sind beim eSmart Höchstgeschwindigkeit (130 km/h durchgehend? Das steht "up to 130 km/h"). Ich weiß nicht, von welchem Tempo man bei Goingelectric ausgeht.

j.


Wed Oct 03 20:50:59 CEST 2018    |    notting

@0cool1: Lt. des von mir verlinkten Tests hat der e-up! >10% höheren Verbrauch als der Smart und ca. 6% weniger Reichweite. Wenn dann noch die Ladesäulen weiter auseinander sind als bei Typ2 und bei >70-80% Ladezustand die Ladeleistung ähnl. ist, relativiert sich das mit den 40 vs. 22kW stark. Der E-Golf hat wohl viel mehr Reichweite bzw. größeren Akku (was auch bzgl. Schnellladen gut ist) _und_ deutl. geringeren Verbrauch als die beiden o.g.

 

notting


Wed Oct 03 20:51:57 CEST 2018    |    jennss

Zitat:

Eine Frage zum Verständnis: Wie setzen sich die 11 €/100 km zusammen?

Voller Akku am Start (ca. 25 km Autobahnfahrt), Rest mit Benzin, bin also praktisch nur mit Benzin gefahren (rund 7,5 l.). In der Stadt ist das was anderes. Ich fahre insgesamt rund 50% elektrisch, da viele Kurzstrecken.

j.


Wed Oct 03 20:52:20 CEST 2018    |    0cool1

Die Reichweite im Routenplaner ist NEFZ mal 0.6


Wed Oct 03 20:54:27 CEST 2018    |    jennss

Zitat:

Die Reichweite im Routenplaner ist NEFZ mal 0.6

Ah, interessant, ok.. Komischerweise liegen bei den kleinen Autos wie Smart und eUp die WLTP-Werte deutlich näher an den NEFZ-Werten als bei der Kompaktklasse. Manche im Smart-Forum erreichen sogar die 160 km NEFZ mal real, aber eben nicht auf der Autobahn :).

 

Zum Autobild-Test: Es wäre wichtig zu wissen, was die unter "up to 130 km/h" verstehen. Wenn das die Durchschnittsgeschwindigkeit ist, dann ist das eigentlich ziemlich unrealistisch. Ich habe oft nur ca. 100 km/h Durchschnitt, inkl. der Baustellenstrecken mit 80 km/h, die eben auch den Verbrauch senken.

 

Edit: Der deutsche Link: http://www.autobild.de/.../...autos-im-reichweiten-check-13047587.html

Es ist also schon realistisch getestet worden. Hm... da erscheinen mir die 84 km des Smarts schon erstaunlich mager.

j.


Wed Oct 03 20:58:51 CEST 2018    |    0cool1

Notting du hast recht, allerdings würde ich beim e-up auch nur bis 80% laden. Danach wird es wirklich langsam.

Hier komme ich auf eine Gesamtzeit von 6:20h, macht also schon was aus schneller laden zu können

Gut, ich bin nun auch von der selben Reichweite ausgegangen wie beim Smart. So wie es dort hinterlegt ist

 

Link zur Routenplanung

www.goingelectric.de/stromtankstellen/routenplaner/2709379


Wed Oct 03 20:59:36 CEST 2018    |    jennss

Beim Smart wird bis 80% mit 22 kW geladen, danach mit 11 kW bis 100%.

j.


Wed Oct 03 20:59:55 CEST 2018    |    0cool1

Ja natürlich liegen die Werte näher dran, wenn 40% von 160 km ist nicht so viel wie von 300 oder mehr


Wed Oct 03 21:01:58 CEST 2018    |    FWebe

Zitat:

Voller Akku am Start (ca. 25 km Autobahnfahrt), Rest mit Benzin, bin also praktisch nur mit Benzin gefahren (rund 7,5 l.). In der Stadt ist das was anderes. Ich fahre insgesamt rund 50% elektrisch, da viele Kurzstrecken.

 

j.

Bei gleichem Fahrverhalten wie mit den potentiellen Elektrofahrzeugen, gerade in Bezug auf das gefahrene Tempo (z.B. maximal 130 km/h)?

 

Die 7,5 l/100 km sind für so ein Fahrprofil dann nämlich ganz schön happig, gerade in Betracht des Punktes, dass sich Staus weniger stark negativ auswirken, wie bei reinen Verbrennern.


Wed Oct 03 21:05:05 CEST 2018    |    jennss

Der 225xe ist auf der Autobahn sehr schön zu fahren, sicher kein Vergleich zum Smart, obwohl ich den bei der Probefahrt mit 110 km/h erstaunlich gut zu fahren fand.

 

Die ca. 7,5 l. sind ohne Stau entstanden, war zeitweilig mit 150 unterwegs. Für mein Empfinden ist das für einen Benziner ok.. Die niedrigeren Fahrkosten hole durch den Alltag wieder rein.

 

Der eUp hat bei Spritmonitor im Schnitt 12,85 kWh Verbrauch, vermutlich jedoch ohne Ladeverluste: https://www.spritmonitor.de/.../1234-Up%21.html?fueltype=5&powerunit=2 . Die 23,7 kWh von Autobild sind erschreckend hoch. Seltsam, auch wenn das da ein Wintertest war.

j.


Wed Oct 03 21:37:34 CEST 2018    |    FWebe

Zitat:

Seltsam, auch wenn das da ein Wintertest war.

Vermutlich dürfte genau das das "Problem" gewesen sein.

Bis zu ~30 kW allein für den Vortrieb und dazu dann noch die Heizung und Klimaanlage, welche mit Pech auch noch mit Umgebungsluft arbeitet, statt mit Umluft. Gerade in Bezug auf die Heizung ist eine vernünftige Isolierung Gold wert.

 

Allein wenn man schon 30 kW bei 130 km/h annimmt, kommt man bei konstantem Tempo (alles in der Ebene ohne zusätzliche Einflüsse wie Wind oder Steigungen) bei 23 kWh/100 km raus.

Stellt sich noch die Frage, wie sich die Wirkungsgrade bei dem Motor verteilen. Bezüglich des E-UP! Bin ich jetzt nicht so bewandert, wobei ich grundsätzlich aber sowieso glaube, dass es auch dazu keine Diagramme gibt, wie bei den meisten Verbrennern leider auch.


Wed Oct 03 21:49:52 CEST 2018    |    jennss

Ja, aber der Hyundai hat nur 14,6 kWh/100 km im gleichen Test verbraucht, während der eUp 23,7 kWh verbrauchte, obwohl er viel kleiner ist. Was stimmt da nicht? Die Aerodynamik des Hyundais kann doch nicht so viel ausmachen.

j.


Wed Oct 03 21:56:39 CEST 2018    |    0cool1

Der e-up besitzt keine Wärmepumpe. Da heizt das PTC Element mit bis zu 6kW den Wagen auf.

Selbst wenn er warm ist, geht da noch eine Menge Energie für drauf. Gehen wir von 1.5-2 kW aus, so macht das bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 50 km/h schon 3-4 kWh/100 km aus. Eine Wärmepumpe ist da viel effizienter, die nimmt maximal 2.5 kW und pendelt sich dann zwischen 0.5 und 0.8 kW ein. Macht also ein Mehrbefarf von 1-1.6 kW/100 km.

 

Und doch, bei hohen Geschwindigkeiten ist die Aerodynamik sehr entscheidend

 

Das fällt nur bei Verbrennern wegen dem eh schon schlechten Wirkungsgrad nicht so sehr ins Gewicht


Wed Oct 03 22:04:50 CEST 2018    |    FWebe

Zitat:

Das fällt nur bei Verbrennern wegen dem eh schon schlechten Wirkungsgrad nicht so sehr ins Gewicht

Andersrum betrachtet kommen viele Verbrenner erst deshalb überhaupt in die Nähe eines relativ guten Wirkungsgrades. Das Blöde dabei ist dann i.d.R. nur, dass der höhere Leistungsbedarf den Verbrauchsvorteil wieder aufbraucht.

Wenn man diese ~30 kW Antriebsleistung bei 130 km/h sinnig umsetzt, merkt man recht zügig, dass bei einem Verbrenner-PKW mehr als ~90 kW Verschwendung ist, speziell wenn besagte 30 kW auch bei entsprechend niedriger Drehzahl (~2000 U/min) erreicht werden.

Die Heizung gibt dafür dann natürlich für lau.

 

Eins der Hauptprobleme des E-UP! dürfte seine kurze Länge sein, da der Luftstrom sich dann nicht vernünftig glätten kann.


Wed Oct 03 22:48:24 CEST 2018    |    jennss

Der Up hat einen CW-Wert von 0,33. Der Ioniq hat 0,24. Hm... kann das zusammen mit der Wärmepumpe des Ioniq dafür sorgen, dass der Up über 60% mehr Strom verbraucht?

j.


Wed Oct 03 22:49:29 CEST 2018    |    0cool1

Davon gehe ich aus. Welchen anderen Grund sollte es sonst geben?

 

In dem Test wurde zuerst Autobahn gefahren, dann erst Landstraße


Wed Oct 03 22:51:04 CEST 2018    |    jennss

Das ist die Frage :).

Bestätigen andere Werte die Messungen von AutoBild?

j.


Wed Oct 03 22:55:21 CEST 2018    |    0cool1

Das ist eben der Autobahnverbrauch. Ich hab die meiste Erfahrung mit dem e-Golf und die angegebenen 17.2 kWh erreiche ich mit Autobahn/Landstraßen-Mix und zwar auch in der Reihenfolge

 

Der Verbrauch des e-up! ist deshalb so hoch, weil er nur wenige Kilometer auf der Landstraße fahren konnte um den Verbrauch zu senken.

Genauso bei Smart oder env 200


Thu Oct 04 07:56:47 CEST 2018    |    Goify

In der Tat eine verrückte Überlegung. Wenn es dir noch zu wenig extrem ist, bietet sich ein Golfkart oder eine Ameise an. Die kommt keine 20 km weit und benötigt eine noch bessere Planung.

Ich persönlich würde mit dem Zug... Aber das ist hier im Autoforum ein rotes Tuch.


Thu Oct 04 08:05:31 CEST 2018    |    stbufraba

Zitat:

Die 7,5 l/100 km sind für so ein Fahrprofil dann nämlich ganz schön happig, ....

Was ich nicht verstehe: warum geizt man elektrisch mit jedem Kilometer, haut aber andererseits die fossile Energie ohne jede Hemmung raus?

 

Wir hatten im Urlaub als Werkstattersatzwagen einen Renault Twingo II Diesel. Den bin ich über mehrere Tage immerhin 500 km mit 3,4 im Schnitt gefahren (in Frankreich war überland gerade Tempo 80 eingeführt worden worden).


Thu Oct 04 09:40:04 CEST 2018    |    Bayernlover

@Goify haha, den gleichen Gedanken hatte ich auch - schneller und auch wirklich umweltfreundlich


Thu Oct 04 09:42:43 CEST 2018    |    Goify

Bei den Überlegungen hier geht es ja auch nicht um Umweltfreundlichkeit, sondern um ein Ausloten von Grenzen und dem Anders-Sein.

Allein wenn ich das lese: "In Köln habe ich vor dem Tanken extra noch den Akku mit Benzin bei den Stadtfahrten dort aufgeladen, um maximale Reichweite zu haben." Das ist eben genau nicht der Sinn von Hybriden.


Thu Oct 04 11:01:43 CEST 2018    |    jennss

Zitat:

Allein wenn ich das lese: "In Köln habe ich vor dem Tanken extra noch den Akku mit Benzin bei den Stadtfahrten dort aufgeladen, um maximale Reichweite zu haben." Das ist eben genau nicht der Sinn von Hybriden.

Warum? Damit hatte ich 30 km mehr und brauchte keinen Tankstopp :). Wo ist das Problem? Man verbraucht etwa das gleiche, egal ob ich nun mit Benzin den Akku auflade und dann den Strom verfahre oder ob ich direkt Benzin verfahre.

 

Ich musste das Auto vor Ort haben, da ich damit beim Umzug geholfen habe. Ja, mit Smart wäre das allerdings anders beim Umzug... :). Es ist viel mehr eine theoretische Überlegung. Wenn ich real vor der Fahrt stehe, würde ich bei Smartbesitz ohne anderes Auto auch den Zug in die Überlegung einbeziehen. Andererseits, 2:40 h Pausen ist auch nicht die Welt, wenn man das nicht so oft macht. Immerhin fährt man damit super ausgeruht :).

 

Zitat:

Was ich nicht verstehe: warum geizt man elektrisch mit jedem Kilometer, haut aber andererseits die fossile Energie ohne jede Hemmung raus?

Die 7,5 l. sind ein völlig normaler Wert für ein Auto dieser Größe mit Benzinmotor. Warum soll ich mir dafür extra einen kleinen Diesel leihen, der womöglich noch Euro 5 hat? Elektrisch fahre ich insgesamt, also einschl. solcher Langstreckenfahrten, zu ca. 50%. Das ist für den kleinen Akku doch mehr als viele Hybridgegner vermuten.

j.


Thu Oct 04 11:31:53 CEST 2018    |    Goify

Mit dem Auto fährt man also 4:43 Minuten, was schon echt lang ist. Wenn man dann noch Nachladen muss, vergeht einem der Spaß an einer so langen Strecke, denn die vielen Nachladezeiten mag man zwar als entspannt ansehen, aber irgendwie sind sie auch tote Zeit, denn man kann damit nichts richtig anfangen.

 

Nur mal so am Rande: Der Zug macht die gleiche Strecke ohne Umsteigen in einer Stunde weniger. In der Zeit kann man essen, einen Film schauen oder Lesen. Bucht man frühzeitig, kostet es pro Nase 60 € für die Hin- und Rückfahrt zusammen.


Thu Oct 04 12:42:52 CEST 2018    |    jennss

Mit Flixtrain geht es noch billiger. Klar ist der Smart EQ dafür keine Ideallösung. Allerdings finde ich es wichtig, das Auto prinzipiell über solche Strecken fahren zu können. Wer das öfter macht, wird da nicht den Smart nehmen. Ein Auto ohne Schnellladung ist dagegen wie angewachsen an einen Ort. Da müsste man das Auto auf den Zug verladen, wenn man es vor Ort braucht.

 

Ob man die Wartezeit zu nutzen weiß, ist eine persönliche Frage. Man kann essen, joggen, Federball spielen, spazieren, ein Buch lesen oder einfach seine Kontakte im Handy pflegen. :)

j.


Thu Oct 04 14:21:48 CEST 2018    |    meehster

Zitat:

Original geschreibt von jenss

Zum Autobild-Test: Es wäre wichtig zu wissen, was die unter "up to 130 km/h" verstehen. Wenn das die Durchschnittsgeschwindigkeit ist, dann ist das eigentlich ziemlich unrealistisch. Ich habe oft nur ca. 100 km/h Durchschnitt, inkl. der Baustellenstrecken mit 80 km/h, die eben auch den Verbrauch senken.

Selbst ein 100er Schnitt ist schon schnell. Das letzte Mal von unserem Neurologen (Ganderkesee) bis zu meinem Bruder nach Hause (Zetel) haben wir tatsächlich mal nen Schnitt von 120 km/h (reine Fahrt) hingelegt und dabei sind wir so schnell gefahren, wie es StVO und sein Renault Laguna maximal zuließen. Also Tacho über 200 immer wenn ausreichend frei.

 

Man bedenke: Die zum Vortrieb notwendige Leistung wächst im Kubik zur Geschwindigkeit, der Verbrauch pro Strecke immerhin im Quadrat (weil bei doppeltem Tempo auch halbe Zeit).

 

Auf längerer Strecke elektrisch würde ich (auch wegen des kleinen Akkus des Smart) immer im Windschatten hinter nem LKW fahren (etwa 85 bis 90 km/h).

So verbringen wir mit dem Verbrenner Langstrecken allerdings auch - weil wir dann nen Wohnanhänger ohne 100er Zulassung dabeihaben ;)


Thu Oct 04 15:52:11 CEST 2018    |    Lewellyn

Die Frage ist doch nicht, ob es geht. Das tut es. Die Frage ist, ob Du dazu bereit bist, so entschleunigt zu reisen.

 

Vor 50 Jahren fuhr man mit dem 34PS-Käfer mit knappen 100 und einer Reichweite von max. 300km nach Italien.

Das war mit Sicherheit unbequemer, als im Smart ED alle 100km ne 3/4 Stunde Pause zu machen.

 

Der Smart ist nun ein extremes Beispiel, weil, keine Gleichstromladung.

 

Ein Auto mit 40er Akku reist in 200km-Etappen, verbraucht dabei ~30kWh, die es am 50er Lader in 35 Minuten wieder nachfüllt. Am 100er Lader auch in 25 Minuten.

 

Das ist akzeptabel, wenn man reist.


Thu Oct 04 16:25:06 CEST 2018    |    PIPD black

Zitat:

Mit dem Auto fährt man also 4:43 Minuten, was schon echt lang ist. Wenn man dann noch Nachladen muss, vergeht einem der Spaß an einer so langen Strecke, denn die vielen Nachladezeiten mag man zwar als entspannt ansehen, aber irgendwie sind sie auch tote Zeit, denn man kann damit nichts richtig anfangen.

Dazu kommt dann noch, ob man wirklich so lange Zeit in nem Smart sitzen möchte oder kann.

Bin den aktuellen zwar noch nicht gefahren, aber langstreckentauglich würde ich so ein Auto (auch den e-up!) nicht unbedingt nennen. Kann man machen, muss man aber nicht. Wenn der Smart für die City gedacht ist, sollte man ihn auch da lassen.;)


Thu Oct 04 19:54:07 CEST 2018    |    notting

@Goify: Die Bahn ist halt selten brauchbar, vor allem wenn man logischerweise Haustür zu Haustür betrachtet! Hab da regelm. lange Umsteigezeiten (sind öfters mal 20-50min lt. Fahrplan!). Bzw. ich war schon schon vielfach >=3h später am Ziel-Bhf. als lt. Fahrplan vorgesehen! Dazu noch die div. Fälle von >=2h und sehr oft >=1h zu spät am Ziel.

Als ich das letzte Mal mit der Bahn zu einem Termin bin, musste der Zug 2x(!) wg. techn. Probleme auf freier Strecke minutenlang anhalten!

Und ich fahre nicht mal mit dem Bus von daheim zum entspr. Bhf., sonst wär der Zeitverlust noch viel schlimmer!

Selbst innerhalb von Großstädten hätte der ÖPNV schon selbst zur Rushhour 3x solange gebraucht wie ich dann mit dem Auto dann gebraucht habe!

 

Auch @Bayernlover: Die Bahn ist nicht wirkl. umweltfreundl.! Auf vielen auch komplett(!) elektrifizierten Strecken wird mit riesigen Fahrzeugen mit Diesel gefahren! Zudem warten an vielen großen Bhf. viele Taxen mit laufenden Dieselmotoren um immer wieder ein paar m vorzufahren! Bzw. selbst wenn's kein Diesel ist, wollen die Fahrer im Winter warm haben -> Alles zusammen sehr ineffizent!

Außerdem: https://www.bo.de/.../...bacher-mineralwasser-verschwindet-vom-markt-0

 

notting


Thu Oct 04 20:01:16 CEST 2018    |    notting

@meehster:

Zitat:

Man bedenke: Die zum Vortrieb notwendige Leistung wächst im Kubik zur Geschwindigkeit, der Verbrauch pro Strecke immerhin im Quadrat (weil bei doppeltem Tempo auch halbe Zeit).

 

Auf längerer Strecke elektrisch würde ich (auch wegen des kleinen Akkus des Smart) immer im Windschatten hinter nem LKW fahren (etwa 85 bis 90 km/h).

Lass dich doch von deinem Anhänger anschieben: https://www.electrive.net/.../

 

@Lewellyn:

Zitat:

Der Smart ist nun ein extremes Beispiel, weil, keine Gleichstromladung.

Das ist Unsinn. Eine bestimmte Variante des Zoe kann mit 43kW über Typ2 laden. CEE125-Stecker (>80kW) gibt's auch. Div. VWs können aber nur 40kW über CCS. Manche CCS-Lader geben sogar noch weniger her weil sonst extrem teuer. Gibt z. B. einen mobilen 22kW-CCS-Lader von einer Schweizer Firma, kosten IIRC 18kEUR inkl. MwSt.

Kurz: AC oder DC ist an sich egal. Das ist wie wenn du fragst was schwerer ist: 1kg Stein oder 1kg Federn.

 

notting


Thu Oct 04 20:35:45 CEST 2018    |    meehster

Zitat:

Original geschreibt von notting

@meehster: Lass dich doch von deinem Anhänger anschieben: https://www.electrive.net/.../

Ich glaube nicht, daß das nötig wäre. Ich glaube von der Leistung her würde ich den Wohnwagen auch mit Tempo 200 ziehen können (320 PS), ich darf nur nicht schneller als die LKW ;)


Thu Oct 04 20:49:37 CEST 2018    |    notting

@meehster: Hab in meinem Posting den Teil deines Postings als Zitat ergänzt, auf den ich anspiele :-)

 

notitng


Thu Oct 04 20:55:04 CEST 2018    |    jennss

Zitat:

Die Frage ist doch nicht, ob es geht. Das tut es. Die Frage ist, ob Du dazu bereit bist, so entschleunigt zu reisen.

Da kommt es auch darauf an, wie oft das vorkommt. Ich war eigentlich etwas überrascht, dass der Smart nach Berechnung nur 2:40 h Ladepausen braucht. Allerdings kann sich das mit Stau noch weiter in die Länge ziehen :). Es geht auch nur deswegen, weil der Smart jetzt mit Schnellladung zu bekommen ist, wobei ich 22 kW für den kleinen Akku für ok. halte.

 

 

Zitat:

Ein Auto mit 40er Akku reist in 200km-Etappen, verbraucht dabei ~30kWh, die es am 50er Lader in 35 Minuten wieder nachfüllt. Am 100er Lader auch in 25 Minuten.

 

Das ist akzeptabel, wenn man reist.

30 kWh? Welches Tempo, welches Auto? Ja, 200 km-Etappen finde ich auch ganz ok. und sinnvoll. Eigentlich müssen es gar nicht so große Akkus sein, wenn das Ladenetz wirklich gut ist, außer für häufige Langstreckenfahrer.

j.


Thu Oct 04 21:15:27 CEST 2018    |    BravoI

Ich habe schon verschiedene Strecken mit meinem Benziner mit 5,4L Verbrauch gefahren.

Bei huetigen Benzinpreisen von 1€55 kostet es 8€37 pro 100km.

Wenn ich bereit wäre die 400km lange Strecke genauso lang Unterwegs sein, wie E-Auto, dann muß ich meine Tempo stark reduzieren, mit dem folge - Verbrauch sink, ich schätze es kann 4,6L sein (?) was wird 7€13 pro 100km kosten.

Bei solchem Verbrauch kann ich 1 100km lang fahren ohne nachtanken, mit 50L Tank. (Pinkein muß ich trotz dem)

Muß ich dazu sagen ob E-Smart teuer ist?

 

Gruß. I.


Thu Oct 04 21:21:23 CEST 2018    |    FWebe

Bei 60-80 km/h sind sogar je nach Fahrzeug unter 4 l/100 km drin, insofern haben selbst nicht so gute Benziner durchaus noch Luft.


Deine Antwort auf "Verrückte Überlegung: Langstrecke mit Smart EQ"

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