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15.09.2020 12:29    |    jennss    |    Kommentare (107)

UntergangsstimmungUntergangsstimmung

Der Treibhauseffekt zeigt sich immer deutlicher: Größer als Paris: Riesiger Eisbrocken vom größten Gletscher Grönlands abgebrochen

 

oder auch:

 

Kaliforniens Klimakatastrophe

 

In Deutschland merken wir noch nicht viel vom Klimawandel. Ist das also übertrieben? Greenpeace hat erst 2017 seine Meinung zu Elektroautos geändert, u.a. weil der Anteil sauberen Stroms schnell wächst. Greenpeace fordert jetzt, dass in Deutschland ab 2028 keine neuen Verbrenner mehr zugelassen werden können. Ist das nicht zu radikal? Siehe:

 

Greenpeace fordert „radikale Verkehrswende“ zu Beginn des Autogipfels in Berlin

 

und

 

Greenpeace fordert: Ab 2028 keine neuen Verbrenner-, nur noch Batterie-Autos

 

 

Das sind bloß noch 8 Jahre, etwa 1 bis 2 Autogenerationen. Hier schreibt AMS von den Klima-Fahrplänen der Länder:

VERBOT VON VERBRENNER-FAHRZEUGEN, Das sind die Fahrpläne der Länder

 

Ist das überhaupt machbar? Geht die Zulieferer-Industrie der Verbrenner-Technik nicht kaputt? Welchen zeitlichen Ausstieg aus der Verbrennertechnik würdet ihr vorschlagen? Oder gar nicht? Haben die Umweltexperten von Greenpeace in Wirklichkeit keine Ahnung von CO2?

j.

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15.09.2020 12:47    |    Lewellyn

Zitat aus Spiegel Online von heute:

Bei einem öffentlichen Gespräch mit Einsatzkräften und Behördenvertretern im kalifornischen Sacramento sagte Trump zum Leiter der kalifornischen Behörde für natürliche Ressourcen, Wade Crowfoot: "Es wird wieder kühler werden. Sie werden schon sehen." Als Crowfoot erwiderte, er wünschte, die Wissenschaft würde Trump zustimmen, sagte der US-Präsident: "Ich glaube nicht, dass die Wissenschaft darüber Bescheid weiß."

 

 

Es wird keine politischen Weichenstellungen geben, die nennenswerte Effekte auf den Klimawandel hätten.

Der aktuellen Seniorengeneration, die weltweit an der Macht ist, kann das doch egal sein. Warum die aktuelle Komfortzone verlassen für eine bessere Zukunft, an der sie ja eh nicht teilhaben werden.


15.09.2020 13:13    |    Marschjus

Mal unabhängig von den evtl. wirtschaftlichen Folgen. Ich frage mich die ganze Zeit ob man da nicht vom Regen in die Traufe kommt.

Dann gibt es keine Abgase mehr, aber die Rohstoffe für die Akkus, und die Motoren müssen auch erst gewonnen werden. Das Stromnetz muss anders aufgebaut werden. Das Nutzungsverhalten muss sich ändern.

Ich habe im Prinzip nichts gegen Umweltschutz oder technischen Fortschritt. Aber mir ist auch bei diesem Thema zu viel "aus Prinzip" dabei.

Wo soll denn de Strom herkommen, AKW und Kohle fallen in D raus. Wind und Solar? Kaufen wir dann bei Bedarf teuer Strom ein, und wenn Überfluss da ist verkaufen wir billig unseren Überschuss.

 

Es gibt viele gute Ideen und Ansätze die im kleinen oder für individuelle Anwendungen gut funktionieren mögen (E-Auto für Post,Paketdienst z.B.) Kleinwagen für die Stadt usw. aber es wird leider immer aus einem Einzelfall abgeleitet das es für alle funktionieren muss.

Nur hat eben der in der Stadt wohnende mit ÖPNV vor der Tür andere Anforderungen als der auf dem Land lebende Mitbürger.


15.09.2020 13:14    |    kappa9

Meine Meinung:

Deutschland als Vorreiter? ja

Deutschland als Weltretter und einzige, die es "richtig machen"? nein

 

Wir müssen zudem sehr aufpassen, dass wir uns nicht kaputt-ökologisieren und diese dann durch Konkurse entstehenden Lücken in der Wirtschaft gerne und rücksichtslos durch andere gefüllt werden, denen das und die Umwelt und viele andere Dinge bis zur Kinderarbeit schei...egal ist - wie Trump und viele andere beweisen.


15.09.2020 13:16    |    ploecki

Kleiner Video-Tip von einem, der mehr als 10 Jahre bloßer "Schulbildung" in dem Thema hat:

https://www.youtube.com/watch?v=kN5qiqZWjd4


15.09.2020 13:31    |    Gasmob

Ich denke nach der gerade stattgefundenen Wahl in NRW denken einige Politiker anders. Auch wenn sehr viele von ihnen schon gesetzten Alters sind, vor den Aussagen dieser Wahl kann keiner die Augen verschließen. Genau da kommt Greenpeace ins Spiel, denn viele der grünen Wähler sind jung und wollen in die gleichen Richtung. So gesehen mag der Ansatz von Greenpeace zwar radikal und für einige Zulieferer tödlich sein aber mehr oder weniger wird genau das kommen. Unsere Hersteller haben alles getan um die E- Mobilität zu bremsen und gleichzeitig ihre Autos nicht sauber gemacht, weil so mehr Geld verdient werden konnte, das ist nun mit ausschlaggebend für den radikalen Bruch. Auch wenn wir alle wissen, das mit Elektromobilität noch nicht alles abgedeckt werden kann, ist das Ziel von Greenpeace nicht völlig utopisch. Es wird spannend zu sehen was kommt!


15.09.2020 13:39    |    jennss

Zitat:

@Marschjus schrieb am 15. September 2020 um 13:13:40 Uhr:

Wo soll denn de Strom herkommen, AKW und Kohle fallen in D raus. Wind und Solar?

Es ist gar nicht klar, ob der Strombedarf überhaupt steigen wird. Es sieht eher so aus, dass durch Wegfall von Verbrennern bzw. der Spritproduktion der Strom statt in Öltransport und Raffinerien eben direkt in die Autos geht. Das dürfte etwa 1 zu 1 sein:

https://www.pv-magazine.de/.../

Alleine in der Raffinerie sollen es für 7 l. Sprit (= ca. 100 km mit Verbrenner) ca. 11 kWh sein. Dazu kommt noch der Strombedarf für Öltransport und das ganze Drumherum, was dann auch wegfällt.

j.


15.09.2020 13:43    |    Goify

Nach Harald Welzer lese ich gerade Niko Paech und sehe, dass es ohne radikale Veränderungen keine Lösung geben kann. Mit etwas mehr Effizienz und etwas mehr Ablasshandel (CO2-Kompensation) und den Glauben, die Technik wird schon alles richten, kommen wir nur so minimal vorwärts, dass es überhaupt keinen Sinn ergibt, die Kosten auf sich zu nehmen. Da ist ein weiter so, sogar noch sinnvoller.

 

Das wir uns wirklich richtig krass einschränken müssen, bezweifelt eigentlich keiner mehr und das E-Auto ist - wenn überhaupt - ein kleines Mosaiksteinchen, denn einfach die Verbrenner durch E-Autos zu ersetzen, ist ja eben keine Lösung. Wir müssen unseren Konsum von allem drastisch herunter fahren: Fast nur noch Fahrrad und ÖPNV, keine Flugreisen mehr (auf den Flächen der Flughäfen kann man prima Gemüse anbauen), kein Fleisch mehr und keine Neubauten mehr auf der Grünen Wiese, nur noch Sanierungen oder maximal Ersatzbauten.

Das hört sich radikal und weltfremd an, ist aber die einzige noch machbare Lösung.


15.09.2020 13:57    |    PIPD black

Dass die Flieger vor der Landung noch Kerosin ablassen, ist bekannt?

Das Gemüse kannst du in 100 Jahren noch nicht verspeisen.

 

Wer bezahlt denn eigentlich das HartzIV, wenn die Zulieferer und andere abhängige Wirtschaftszweige (Bäcker, Gastronomen, Kantinen, Reinigungsunternehmen.....) Pleite gehen?

Die Leute von Greenpeace, die von Spendengeldern leben? Spenden von gutverdienenden Leuten aus der Wirtschaft, die von GP terrorisiert werden?:confused:

 

Na denn mal zu, wenn das alle geklärt ist.

 

Da die Leute ja nicht mehr zur Arbeit müssen, brauchen wir gar keine Autos mehr. Wall E läßt grüßen: sitzen wir halt nur noch fett und rund im Hocker und shippern durchs Weltall.....

https://de.wikipedia.org/.../...%93_Der_Letzte_r%C3%A4umt_die_Erde_auf


15.09.2020 14:18    |    Goify

Fett und rund, wenn wir nur noch die Hälfte essen und das zum Teil selbst anbauen? Eher unwahrscheinlich. Dass die Flieger das Benzin zwingend in hohen Höhen und meist fernab des Flughafens ablassen, ist dir bekannt? Nein? Dann spätestens jetzt. Das Land von Flugplätzen ist bester Ackerboden (links und rechts der Betonbahnen).

 

Niemand geht Pleite, nur weil wir unser Witschaftswachstum anhalten und unser Wirtschaftssystem Stück für Stück umbauen. Da sollte man schon realistisch bleiben.


15.09.2020 14:37    |    paelzerbu

@PIPD black

Flugzeuge lassen nur in Notlagen Kerosin ab und sind dabei auf Mindesthöhen angewiesen. Untersuchungen auf die Auswirkungen auf Pflanzen sind nicht abgeschlossen.

 

Bei dem Begriff "radikal" bekomme ich immer Kopfschmerzen, egal woher er kommt.

Mit festen Datumsangaben ist das auch so eine Sache. Mir kommt hier immer wieder der Berliner Flughafen in den Sinn.

Es ist allgemein klar, in welche Richtung es geht, im Sinne von Klimagasen auch gehen muß. Das ist letztlich auch der Industrie klar, die die entsprechenden Weichen auch stellt.

Wer aber mit derartigen Maximalforderungen kommt, der vergisst, daß viele Zulieferer nicht so einfach von heute auf morgen den Betrieb komplett umstellen können. Das würde letztlich zu vielen neuen Arbeitslosen führen, die niemand haben will.

Es wird sicherlich noch ein paar Jahre länger dauern, wobei noch nicht klar ist, wohin genau die Reise geht.

Greenpeace muß ja keine Politik machen, es reicht, entsprechende Forderungen aufzustellen.....


15.09.2020 14:38    |    PIPD black

Von Stück für Stück ist da keine Rede mehr oder wie soll das in 8 Jahren umsetzbar sein?

 

Zudem rollte gerade die große Pleitewelle an. Nebenbei werden schon wieder große Fertigungskapazitäten ins billigere EU-Ausland verlagert und hier Tausende von Arbeitsplätzen vernichtet. Das paßt alles hinten und vorne nicht.

 

Dass sich unsere Schlüsselindustrie/Automobilbranche selbst ausgebremst und ins Abseits katapultiert hat, ist unbestritten.

 

Wo sollen die Leute denn alle unter kommen, die man nicht mehr braucht?

 

Zitat:

Greenpeace muß ja keine Politik machen, es reicht, entsprechende Forderungen aufzustellen.....

So ist es!

Keinen Schimmer oder Plan von alldem drumherum.


15.09.2020 14:39    |    Goify

Zitat:

@paelzerbu schrieb am 15. September 2020 um 14:37:03 Uhr:

Wer aber mit derartigen Maximalforderungen kommt, der vergisst, daß viele Zulieferer nicht so einfach von heute auf morgen den Betrieb komplett umstellen können. Das würde letztlich zu vielen neuen Arbeitslosen führen, die niemand haben will.

Wenn man alle Leute nur noch 20 h pro Woche arbeiten lässt, ist für jeden weiterhin ein Arbeitsplatz vorhanden, wenn man die Arbeitskapazität halbieren muss.


15.09.2020 14:41    |    PIPD black

Zitat:

@Goify schrieb am 15. September 2020 um 14:39:46 Uhr:

Wenn man alle Leute nur noch 20 h pro Woche arbeiten lässt, ist für jeden weiterhin ein Arbeitsplatz vorhanden, wenn man die Arbeitskapazität halbieren muss.

Und du zahlst die Aufstockungsbeträge, damit es zum leben reicht?:confused:

Oder meinst du der AG zahlt die gleichen Löhne weiter?

 

 

Auf in die Planwirtschaft.....eine Erfolgsgeschichte kehrt zurück....


15.09.2020 14:45    |    Goify

Weder noch. Es gibt ca. 30 % weniger Nettolohn (Steuerprogression) und der fehlende Betrag wird durch Selbstversorgung ausgeglichen. Wer in der Stadt wohnt, kann natürlich kein Gemüse anbauen, das wäre utopisch, aber man kann sich Wissen aneignen, sich Dinge selbst herzustellen oder zu reparieren, selbst kochen, für andere backen und die Waren verkaufen,... Oft fehlt es ja einfach an der Zeit, um günstiger leben zu können und genau das ist dann möglich. Man kann auch Dinge gemeinschaftlich nutzen, denn wenn mehr Zeit ist, benötigt nicht jeder Gerät XY exakt zur gleichen Zeit (ein Auto z. B. oder eine Waschmaschine).

 

Ich denke, mit dem bisherigen Verhalten und Denkstrukturen kommt man da nicht weiter. Man muss über alles neu nachdenken und JEDES Totschlagargument beleuchten und entkräften.


15.09.2020 14:47    |    Goify

Zitat:

@PIPD black schrieb am 15. September 2020 um 14:41:01 Uhr:

Auf in die Planwirtschaft.....eine Erfolgsgeschichte kehrt zurück....

Genau, gleich mal mein Pionierhemd wieder bügeln. Ich bin nämlich ein guter Jungpionier. Und der kalte Krieg war einfach so richtig toll, nicht wahr? :eek:


15.09.2020 14:47    |    PIPD black

Es braucht kein Verbot von Verbrennern. Es braucht einfach nur einen konkurrenzlosen Preis von E-Fahrzeugen, damit die Leute dort zuschlagen. Dafür müssen die Unternehmen bereit sein, entsprechend zu investieren. Gibt es genug Absatz, rechnet sich das auch wieder. Aber da will keiner ran. Man ist den Aktionären verpflichtet. Nicht den Kunden, nicht der Politik.

 

Endverbraucher können eigentlich nur das konsumieren, was sie sich leisten können. Müssen also die Angebote annehmen, die sich bieten. Dennoch werden sie mit den ganzen Schrunz belastet. Bestes Beispiel ist die EEG-Umlage. Die Unternehmen, die den ganzen Mist in die Luft blasen, sind davon befreit. Stattdessen zahlt es der normale Kunde.


15.09.2020 14:50    |    PIPD black

Zitat:

@Goify schrieb am 15. September 2020 um 14:47:02 Uhr:

Zitat:

@PIPD black schrieb am 15. September 2020 um 14:41:01 Uhr:

Auf in die Planwirtschaft.....eine Erfolgsgeschichte kehrt zurück....

Genau, gleich mal mein Pionierhemd wieder bügeln. Ich bin nämlich ein guter Jungpionier. Und der kalte Krieg war einfach so richtig toll, nicht wahr? :eek:

Da ist es doch schon wieder. Selbstversorgung. Gemüse anbauen, einwecken.....auf in den Arbeiter- und Bauernstaat.:rolleyes:

 

Wenn dir die Pionierbluse noch paßt, ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für dich, sie anzuziehen, die Pionierfahne zu hissen und das Thälmannlied zu spielen. "Seid bereit, immer bereit."


15.09.2020 14:59    |    Dynamix

Von konkurrenzfähigen Preisen sind die E-Autos leider gerade meilenweit entfernt und solang da in Sachen Reichweite und Ladetempo der Verbrenner nicht vernichtend geschlagen wird dürfte sich das Ganze auch nicht flächendeckend durchsetzen.

 

Man muss sich nur mal andere technologische Meilensteine ansehen. Computer? Wurden erst nach Jahrzehnten so richtig in Privathaushalten beliebt als Sie zum einen bezahlbar wurden und die Vorteile im Vergleich zu einer Schreibmaschine mehr als deutlich wurden.

 

Smartphone? Gab es auch schon jahrelang, war aber auch zu teuer und/oder zu unpraktisch als das die Leute ihre Handys dafür aufgegeben hätten. Dann kam Apple und hat eins auf den Markt geworfen das jedes Telefon daneben wie ein Steinzeitgerät hat aussehen lassen.

 

Das Zeug muss in jeder Hinsicht besser sein, anders funktioniert es nicht. Es reicht nicht das E-Autos umweltfreundlicher sind und oder wie Hulle gehen. Die Reichweite muss passen und das Laden darf eben nicht länger als nen normaler Tankstopp dauern. Und die Preise müssen auch konkurrenzfähig sein, ansonsten bleibt das Ganze was für Nerds oder Ökös mit der nötigen Brieftaschendicke.

 

Erst gestern den Test der AMS zum neuen VW id3 gelesen. Im Prinzip macht VW es genauso wie die meisten anderen Hersteller die versuchen ein E-Auto für die Masse bezahlbar zu machen. Sie sparen wo es nur geht am Gewicht und damit auch zwangsläufig an der Qualität. Das Problem hat nicht nur der id3, sondern auch andere Autos. Da wähnt man sich schnell auf dem Level eines frühen Dacia Logan und dafür zahlt kein Kunde 40.000€ aufwärts und da sind wir dann wieder beim Punkt "es muss besser sein". Die Leute sind einfach zu verwöhnt von den Verbrennern. Lässt sich schnell tanken, hat als Diesel ne hohe Reichweite und bei den meisten Herstellern bekommst du heute ne ordentliche Verarbeitung und gegen Aufpreis sogar ne nette Innenausstattung. All das fehlt bei den E-Autos momentan und die wenigen die es können sind brutal teuer und selbst da hapert es in so mancher Kategorie noch.

 

Das ein radikaler Umbruch von Nöten ist weil Politik und Wirtschaft viel zu lange auf ein "weiter so" gesetzt haben ist unstrittig. Aber da müssen wir nicht nur in die USA schauen, sondern auch mal vor der eigenen Türe kehren. Ist nicht immer nur alles die Schuld von Trump oder Xi, wir sind da auch ziemlich lahmarschig und der Wirtschaft hörig. All die ganzen Erleichterungen und Blockaden von schärferen Regeln gehen auf die Initiative von Regierungen mit eigener Autoproduktion zurück, in diesem Falle vor allem von unserer Regierung ;)


15.09.2020 15:16    |    Goify

Dynamix, so ist es und du hast das als einer der wenigen erkannt. Wir müssen was ändern, nicht die da oben (wo auch immer das sein mag) und auch nicht die anderen, sondern wir. Wenn wir etwas nicht mehr kaufen oder etwas anderes nutzen, werden die Hersteller gezwungen, ihr Angebot zu verändern. Wir sind weit mächtiger als alle Konzernchefs zusammen, denn wir können so gut wie jeden Konzern zum Einlenken bringen oder notfalls in den Ruin treiben, sollte uns der Sinn danach stehen (was aber selten eine Lösung ist, außer bei Nestlé, da ist das ok ;))


15.09.2020 15:18    |    Goify

Zitat:

@PIPD black schrieb am 15. September 2020 um 14:50:55 Uhr:

Wenn dir die Pionierbluse noch paßt, ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für dich, sie anzuziehen, die Pionierfahne zu hissen und das Thälmannlied zu spielen. "Seid bereit, immer bereit."

Das ist mir zu wenig Polemik. Ich hebe Panzergräben aus und entsorge meinen Müll wieder auf der Schutti.


15.09.2020 15:33    |    PIPD black

Zitat:

@Goify schrieb am 15. September 2020 um 15:16:42 Uhr:

Dynamix, so ist es und du hast das als einer der wenigen erkannt. Wir müssen was ändern, nicht die da oben (wo auch immer das sein mag) und auch nicht die anderen, sondern wir. Wenn wir etwas nicht mehr kaufen oder etwas anderes nutzen, werden die Hersteller gezwungen, ihr Angebot zu verändern. Wir sind weit mächtiger als alle Konzernchefs zusammen, denn wir können so gut wie jeden Konzern zum Einlenken bringen oder notfalls in den Ruin treiben, sollte uns der Sinn danach stehen (was aber selten eine Lösung ist, außer bei Nestlé, da ist das ok ;))

Schöne Theorie.....doof, wenn man wie der Großteil der Bevölkerung im Hamsterrad sitzt und überschuldet ist. Solange man die Raten bedienen kann, klappt alles. Wer in dieser Situation fängt an, den Ast abzusägen auf dem er sitzt? Gerade die Mitarbeiter der VW-Werke gehören mit zu den bestverdienendsten der Branche. Die nehmen sicherlich auch Teil am Wandel, indem sie vom AG vergünstigt Autos bekommen. Aber die Jungs und Mädels in der Zulieferindustrie haben diese Chancen nicht. Da gibt's harte Fließbandarbeit, aktuell Kurzarbeit mit ungewisser Zukunft. Da ist die Kohle für nen ID.3 einfach nicht da. Da bleibt nur der 20 Jahre alte Astra oder ein neuer Dacia, Kia i10 o. ä.......

 

Zum Thema Selbstversorgung: Das ist quasi ein zweiter Job neben dem Hauptjob. Früher der Mangelwirtschaft geschuldet, heute Hobby oder was für Hippster. Wenn man damit die Familie durchbringen muss, dann gute Nacht. Man hat sich mit seinem Job einen gewissen Wohlstand aufgebaut, damit man mit dem verdienten Geld eben das kaufen kann, was man nicht selbst herstellen kann, man hat sich Erleichterungen geschaffen. Damit man Zeit für die Familie oder anderes hat. Das was du da forderst, ist die Rückkehr in die Steinzeit.


15.09.2020 15:43    |    _RGTech

Zitat:

Bestes Beispiel ist die EEG-Umlage.

Mein Gedankengang geht in eine ähnliche Richtung...

 

Selbst wenn sich ein Verbraucher ein E-Auto knapp leisten kann (Honda e: gefällt mir), er muss das Ding irgendwo laden. Jeden Tag mal kurz zu Aldi, rechnet sich auf Dauer auch nicht. Also entweder zu Hause (blöd: Solarsubventionen sind niedrig, Miethäuser bieten oft ja nicht mal einen Stellplatz und selbst wenn, wie lange dauert es, bis die Eigentümergemeinschaft zum Verlegen neuer Stromleitungen in die Tiefgarage bereit ist... und dann ist immer noch die Frage, wo der Strom herkommt... ach, da gibt's auf einen mit Eigenheim, existierender Solaranlage und Carport mindestens 9, die sagen "geht nicht"). Oder in der Firma. Was sicherlich ginge, wenn Firmen dazu motiviert würden, sich eine Solaranlage aufs Dach zu packen, die den Großteil des Stroms dann erzeugt, wenn er gebraucht wird: tagsüber. Das spart auch große Speicher, die man zu Hause bräuchte, weil dort nicht Maschinen und Klimatisierung am Tag, sondern Heizung und Licht abends den Energieverbrauch erhöhen.

Das Konzept wäre gar nicht mal schlecht: fahr mit deinem Stromer in die Firma, tanke dort gratis (sozusagen ein Bonus des Arbeitgebers), und entlaste die Umwelt.

 

Aber solange sich solche Investitionen für Firmen aufgrund der lächerlich billigen Strompreise nicht lohnen, und man lieber Diesel als Firmenwagen hinstellt wo der Sprit den Benutzer nix kostet, bleibt es wie's ist.

 

 

Es steht also die Frage im Raum:

Welche derzeitige Partei will das denn ernsthaft angehen?

 

(Edit: Ja, auch die Kerosinsubventionen gehören zu dem abzuschaffenden Blödsinn, genau wie Kohle, und alles was sonst noch irgendwie aus der Dinosaurierzeit übrig ist und mal erfolglos einen kranken Industriezweig hat retten sollen.)


15.09.2020 15:46    |    Dynamix

Wobei man sagen muss das sich zumindest Hybride mehr und mehr in Firmenpools durchsetzen jetzt wo die 0,5 % Besteuerung für diese Autos gilt. Sehe ich schon in der eigenen Firma wo die Leute sich dann auch nen Tesla von der Firma vor die Tür stellen lassen eben weil es durch die Versteuerung auch attraktiver wird als der Diesel.


15.09.2020 15:47    |    Goify

PIPD, nein, das ist kein Rückschritt: Man arbeitet weniger, hat mehr Freizeit und kümmert sich in dieser Zeit um die Selbstversorgung. Da gibt es auch keine Mangelwirtschaft, sondern den freien Willen, das zu tun.

 

Und wer im Hamsterrad sitzt, muss zusehen, dieses schnellstmöglich zu verlassen. Ok, das klingt jetzt wirklich sehr banal, aber jeder hat die Chance sich aus diesem zu befreien und ich habe wirklich kein Verständnis für Leute, die sich dieses Hamsterrad erst so richtig schön ausgebaut haben, darin quasi ihr Leben verbringen wollen und jetzt merken, dass sich dieses zukünftig immer schwerer drehen lässt und man mit Schweiß nicht mehr weit kommt. Ein Hamsterrad ist so lange bequem, wie es sich quasi wie von selbst dreht (Einnahmen hoch genug, die Arbeit dafür nicht zu schwer und die Kredite damit leicht bedient werden können).

 

Ich stehe auch mit einer unfassbar hohen Summe bei der Bank in der Kreide, aber das ist weder für mein eigenes Wohnhaus, noch für Konsumschulden und die Beträge sind komplett durch Gegenwerte gedeckt.

Wer allerdings der Bank auf den Leim ging und sein Häuschen gerade so abzahlen kann und bei Kurzarbeit "die Kacke zu dampfen beginnt" hat offensichtlich was falsch gemacht. Das Hamsterrad ist nicht Gott-gegeben.


15.09.2020 15:53    |    motor_talking

Der private Pkw-Verkehr in Deutschland ist für ca. 13% der nationalen CO2-Emission verantwortlich. D.h. 87% kommen aus anderen Quellen.

Die öffentliche Diskussion scheint sich aber eher zu 87% ums Auto zu drehen...

 

Es wird nicht reichen, nur von Verbrenner- Autos auf E-Autos mit Strom aus regenerativen Quellen umzustellen. Es muss noch mehr verändert werden.

 

Und natürlich müssen leider alle Länder der Welt mitziehen, das wird das noch größere Problem.


15.09.2020 15:53    |    _RGTech

Zitat:

@PIPD black schrieb am 15. September 2020 um 15:33:26 Uhr:

Zum Thema Selbstversorgung: Das ist quasi ein zweiter Job neben dem Hauptjob. Früher der Mangelwirtschaft geschuldet, heute Hobby oder was für Hippster. Wenn man damit die Familie durchbringen muss, dann gute Nacht. Man hat sich mit seinem Job einen gewissen Wohlstand aufgebaut, damit man mit dem verdienten Geld eben das kaufen kann, was man nicht selbst herstellen kann, man hat sich Erleichterungen geschaffen. Damit man Zeit für die Familie oder anderes hat. Das was du da forderst, ist die Rückkehr in die Steinzeit.

Zeit ist Geld... der Spruch hat schon was für sich. Leiste ich mir einen Handwerker, hab ich hinterher weniger Geld, dafür Zeit. Mache ich einen Handwerkerjob selber, hab ich dafür Zeit verbraten, bin aber billig rausgekommen. In der Zeit hätte ich aber was anderes tun können, was mir Geld gebracht oder gespart hätte. Mhh... klar kann ich einen Halbtagsjob machen, dann spare ich mir dafür die Kita. Oder wenn ich keine Kinder oder sonstige Verpflichtungen hab, dann kann ich alles selber tun, was sonst Geld kosten würde, das ich aufgrund des Halbtagsjobs aber nicht habe. Bin ich dazu aber nicht in der Lage (talentlos oder mangels Ressoucen)... ja dann was? Nehme ich einen Nebenjob an, oder zwei. Und arbeite wieder voll. Muss dazwischen aber wieder pendeln.

 

Also das kann's irgendwie auch nicht sein.

 

Das System "weniger Arbeit für weniger Lohn, dafür mehr Zeit" kann man heute nämlich schon freiwillig eingehen. Funktioniert aber nicht für jeden. Auch nicht für Firmen. Du schaffst es nirgends, aus einer Vollzeitstelle zwei Halbzeitstellen zu machen, ohne dass es Doppelungen gibt. Die tauschen sich nicht genug aus, Person A kann nie ohne massiven und zeitraubenden Dokumentationsaufwand den selben Stand im Kopf haben wie Person B (sonst hätte mindestens einer von beiden nix gearbeitet!). Schulungen würden auch beider Zeit kosten, und 2x das Geld.

 

 

Dann war da noch irgendwo die Forderung nach weniger Flächenversiegelung - finde ich an sich korrekt, aber schau ich mir die Bevölkerungsentwicklung an, sehe ich auch, dass das nicht gutgehen kann. Der Schrei nach Nachverdichtung führt teils schon zu Überverdichtung; da wird eine Kita mit Spielplatz geschlossen und neben einem Einkaufsmarkt eine neue gebaut, diesmal mehrstöckig und ohne Spielplatz. Spart Grund. Auf dem alten Grund kann man ja mehrere Wohnblocks bauen, zwischen die schon existierende. Wo die parken sollen? Spielen? Aussicht? Egal.

Nein. Sowas kann man nicht lange durchziehen. Sonst haben wir ein Leben ohne Lebensqualität. Und dann auch noch 20 Stunden in der Woche länger daheim in dem trostlosen Bunker? Ich glaube nicht.


15.09.2020 16:05    |    _RGTech

Ach so, die Kernfrage war ja "Übertreibt Greenpeace mit den Forderungen?".

 

In kurz: ja.

 

Aber das machen ja Gewerkschaften genauso. Basar- und Flohmarkthändler übrigens auch. Lautes (und polemisches?) Geschrei gehört da zum Handwerk, sichert Aufmerksamkeit, und bietet eine relative Ausgangsbasis für den später zu verhandelnden Kompromiss. Wo dann alle Seiten sich mit Erfolgen brüsten können und sagen "hey, wir mussten hier nachgeben, dafür konnten wir das durchsetzen/verhindern".

 

 

 

Dass übrigens mache Zulieferer eingehen werden - ist der Lauf der Dinge. Corona hat uns schon gezeigt, dass manche zu den Verlierern gehören, manche nicht so sehr. Man kann nämlich Wissen und Maschinen auch mal für andere Zwecke und Produkte nutzen, wenn die gerade gefragt sind. Muss aber die Idee und die Möglichkeit haben, und auch wollen. Oder man sucht sich seine Spezialnische.

Wenn das klappt, super; wenn nicht, schade. Dafür entstehen eben andere Zulieferer, für Branchen und Nischen, die vorher gar nicht existierten. Hat mindestens die letzten 200 Jahre so funktioniert.

Übertragt das mal auf leidlich junge Beispiele wie analoge Fotografie, Vinylplatten, Magnetbandaufzeichnung, Mobiltelefone (ohne Touch und Internet), ... manche Firmen haben auch dort den Sprung geschafft, manche eben nicht, und manche haben die Lücke dann mehr als aufgefüllt.


15.09.2020 16:13    |    Goify

Sollte unser Wirtschaftssystem und das Politiksystem in der derzeitigen Form nicht weiter existieren können, weine ich dem keine Träne hinterher. Sicherlich wird es Einzelschicksale geben und für den ein oder anderen wird es hart, aber in Summe werden sich Verlust und Gewinn ausgleichen. _RGTech hat das gut mit Beispielen versehen. Das bessere Produkt hat das schlechtere verdrängt. Und manchmal war dafür ein Verbot nötig (FCKW). Und so wurden ja jetzt Ölkessel für den Neueinbau ab 2026 verboten. Da haben Öltankhersteller das Nachsehen, aber Pelletbunkerschnecken-Hersteller triumphieren - wenn man das jetzt mal so weit simplifiziert. Im Nachbarort bin ich gerade dabei, ein Nahwärmenetz mit Hackschnitzeln zu ermöglichen. Die Förderungen sind sehr hoch und nun muss man "nur" die Anwohner dafür begeistern. Dass man so die Energieerzeugung in der eigenen Hand hat, die Wertschöpfung nicht in Russland erfolgt und es zudem CO2-neutral ist, ist nur das Zuckerl oben drauf. An erster Stelle stehen finanzielle Einsparungen.


15.09.2020 16:35    |    _RGTech

Zitat:

@Goify schrieb am 15. September 2020 um 16:13:03 Uhr:

An erster Stelle stehen finanzielle Einsparungen.

Richtig. Damit kriegst du die Leute.

Wir leben ja nach wie vor im Kapitalismus.

 

Und man kann (!) solche Einsparungen durchaus politisch steuern. Aber da hakt's aktuell, da sind wir zu eingefahren. (Was jetzt aber nicht heißt, dass ich einen radikalen Umbruch will - auf gar keinen Fall, "radikal" war noch nie so gut, dass die dadurch entstandenen Brüche nicht sinnlos massiv Ressourcen gekostet hätten! Also liebe AfD-ler, bleibt weg. Euch hab ich nicht gerufen.)


15.09.2020 21:09    |    cookie_dent

Zitat:

@Goify schrieb am 15. September 2020 um 14:45:56 Uhr:

Weder noch. Es gibt ca. 30 % weniger Nettolohn (Steuerprogression) und der fehlende Betrag wird durch Selbstversorgung ausgeglichen. Wer in der Stadt wohnt, kann natürlich kein Gemüse anbauen, das wäre utopisch, aber man kann sich Wissen aneignen, sich Dinge selbst herzustellen oder zu reparieren, selbst kochen, für andere backen und die Waren verkaufen,... Oft fehlt es ja einfach an der Zeit, um günstiger leben zu können und genau das ist dann möglich.

Stimmt, die Zeiten gab es ja schon und das glänzend funktioniert, nannte sich Agrargesellschaft, war so im 18 oder 19 Jahrhundert.

Und die fehlenden Steuereinnahmen kompensiert man wie? Schulen schließen und keine Straßen mehr bauen? Straßen braucht man dann ja kaum noch und um Gemüse anzubauen bracht man keinen Master in Maschinenbau.

 

Zitat:

@jennss schrieb am 15. September 2020 um 13:39:34 Uhr:

Alleine in der Raffinerie sollen es für 7 l. Sprit (= ca. 100 km mit Verbrenner) ca. 11 kWh sein. Dazu kommt noch der Strombedarf für Öltransport und das ganze Drumherum, was dann auch wegfällt.

Das ist eine vollkommen falsche Rechnung und so nur auf Elektrofanboy Seiten zu finden.

Es wird z.B. in der Gunvor-Raffinerie Ingolstadt 0,01 kwh pro Liter Kraftstoff an Strom verbraucht.

Deine Seite rechnet den Gesamtenergieverbrauch in kwh=Strom um, was aber falsch ist. Raffinerien brauchen die meiste Energie zum Aufheizen des Rohöls, meistens wird diese aus den Abfallprodukten der Kraftstoffherstellung gewonnen. Einiges der Restwärme wird zudem in die Fernwärmenetze eingespeist.

Kann man selbst nachrechnen, die Firma veröffentlicht hierzu jährlich eine Umwelterklärung.

 

Zur nicht aufgehenden Kostenrechnung:

1 Liter Sprit á 1,6 kwh * 18 ct. pro kwh (Gewerbekunde) = 28,8 ct. Stromkosten pro Liter Sprit.

Der derzeitige Produktpreis ist 33,4 ct. pro Liter Sprit. verbleiben 4,6 ct.

Von diesen verbleibenden 4,6 ct. müssen noch Transport, Lagerung, Löhne, usw. bezahlt werden.

Da würde jede Raffinerie netto draufzahlen.

 

 

"Übertreibt Greenpeace mit den Forderungen?"

 

Auch von mir: Ja

 

Bei so populistischen Forderungen bekomme ich Angst das 2028 auch gleich meine Gasheizung mit abgestellt wird, denn diese emittiert mehr CO2 als mein Auto.

 

Das es so nicht weitergeht sollte jedem klar sein, das man eine über 200 Jahre gewachsene Industriegesellschaft und Wirtschaft nicht in acht Jahren umstellen kann aber auch.

Ich sehe 2040 - 2050 als realistischer an.


15.09.2020 21:15    |    BenutznameSchonVergeben

Es gibt den Klimawandel. Eine Klimakatastrophe gibt es nicht. Gegen Katastrophen zieht die ganze Welt an einem Strang und verhängt teils drastische Maßnahmen um dagegen zu wirken (siehe Corona-Pandemie). Der Klimawandel ist für die Menschheit so gefährlich wie Peak-Oil.


15.09.2020 22:24    |    dodo32

Zitat:

 

Das hört sich radikal und weltfremd an, ist aber die einzige noch machbare Lösung.

Um was zu erreichen?


16.09.2020 00:48    |    jennss

Zitat:

@cookie_dent schrieb am 15. September 2020 um 21:09:12 Uhr:

Zitat:

@jennss schrieb am 15. September 2020 um 13:39:34 Uhr:

Alleine in der Raffinerie sollen es für 7 l. Sprit (= ca. 100 km mit Verbrenner) ca. 11 kWh sein. Dazu kommt noch der Strombedarf für Öltransport und das ganze Drumherum, was dann auch wegfällt.

Das ist eine vollkommen falsche Rechnung und so nur auf Elektrofanboy Seiten zu finden.

Es wird z.B. in der Gunvor-Raffinerie Ingolstadt 0,01 kwh pro Liter Kraftstoff an Strom verbraucht.

Deine Seite rechnet den Gesamtenergieverbrauch in kwh=Strom um, was aber falsch ist. Raffinerien brauchen die meiste Energie zum Aufheizen des Rohöls, meistens wird diese aus den Abfallprodukten der Kraftstoffherstellung gewonnen.

Ja, das ist sicher nicht so einfach zu kalkulieren. Statt externem Strom wird intern wohl noch was verbrannt, um die Energie zu bekommen, was aber auch wieder CO2 erzeugt. Wikipedia schreibt dazu:

 

Zitat:

Erdölraffinerien gelten als energieintensive Betriebe. Der hohe (bis zu 50 % der Kosten) notwendige Energieeinsatz für die Produktion wird dabei zum Teil aus den primären Energieträgern selbst gewonnen, als auch als elektrische und thermische Energie zugeführt.

Umweltfreundlicher wäre wahrscheinlich Ökostrom zu verwenden, aber das käme dann wohl wieder zu teuer. Aber du hast Recht, dass der Strombedarf dann trotz Wegfall der Raffinerien steigen wird, da man dann in der Raffinerie auch keine Energie mehr erzeugt.

 

Hier ist steht:

Zitat:

Laut einer Anfrage des Department of Energy in den USA von 2009 werden in einer Raffinerie rund 1,585 Kilowattstunden für die Erzeugung eines Liters an Kraftstoff benötigt (wenn auch nicht nur Strom). Sehr genau bestätigt wird diese Angabe durch die GEMIS-Datenbank.

Die 11 kWh pro 7 l. stimmen schon, aber es wird eben nicht nur Strom verwendet.

j.


16.09.2020 06:37    |    Goify

Zitat:

@dodo32 schrieb am 15. September 2020 um 22:24:38 Uhr:

Zitat:

 

Das hört sich radikal und weltfremd an, ist aber die einzige noch machbare Lösung.

Um was zu erreichen?

Den Status quo zu halten bzgl. Umweltverschmutzung.


16.09.2020 07:41    |    pico24229

Ja, ich finde die Forerungen übertrieben.


16.09.2020 09:04    |    Alubremslicht

Zitat:

@_RGTech schrieb am 15. September 2020 um 16:05:23 Uhr:

Ach so, die Kernfrage war ja "Übertreibt Greenpeace mit den Forderungen?".

 

In kurz: ja.

 

Aber das machen ja Gewerkschaften genauso. Basar- und Flohmarkthändler übrigens auch. Lautes (und polemisches?) Geschrei gehört da zum Handwerk, sichert Aufmerksamkeit, und bietet eine relative Ausgangsbasis für den später zu verhandelnden Kompromiss. Wo dann alle Seiten sich mit Erfolgen brüsten können und sagen "hey, wir mussten hier nachgeben, dafür konnten wir das durchsetzen/verhindern".

 

 

 

Dass übrigens mache Zulieferer eingehen werden - ist der Lauf der Dinge. Corona hat uns schon gezeigt, dass manche zu den Verlierern gehören, manche nicht so sehr. Man kann nämlich Wissen und Maschinen auch mal für andere Zwecke und Produkte nutzen, wenn die gerade gefragt sind. Muss aber die Idee und die Möglichkeit haben, und auch wollen. Oder man sucht sich seine Spezialnische.

Wenn das klappt, super; wenn nicht, schade. Dafür entstehen eben andere Zulieferer, für Branchen und Nischen, die vorher gar nicht existierten. Hat mindestens die letzten 200 Jahre so funktioniert.

Übertragt das mal auf leidlich junge Beispiele wie analoge Fotografie, Vinylplatten, Magnetbandaufzeichnung, Mobiltelefone (ohne Touch und Internet), ... manche Firmen haben auch dort den Sprung geschafft, manche eben nicht, und manche haben die Lücke dann mehr als aufgefüllt.

Genau das wollte ich sinngemäß auch schreiben. Danke @ _RGTech, dass du das schon erledigt hast. :-)

 

Zudem denke ich, dass es gar kein Verbot für Verbrenner geben muss - weil ich bereits E-Auto fahre und weiß, wie viel besser sich das einfach anfühlt. Der Preis für den Akku muss - und wird - nur noch etwas sinken, dann setzt es sich von alleine durch, weil die Kunden es dann wollen. Und was dann noch an Verbrennerfans und neu produzierten Verbrennern übrig bleibt macht den Umweltkohl auch nicht mehr fett.


16.09.2020 09:10    |    Goify

Aber bei den unzähligen Menschen in den Städten ohne Stellplatz mit Stromanschluss hilft auch kein superbilliges E-Auto, wenn sie es nirgends laden können, wo sie wenigstens täglich 1 h am Stück stehen. Von allein setzt es sich durch, wenn so gut wie alle jetzigen Nachteile gelöst worden sind und es nicht mehr teurer ist als ein Verbrenner.


16.09.2020 09:23    |    Alubremslicht

Klar gibt es noch einiges, was verbessert und gelöst werden muss. In den Städten sehr viele Parkplätze mit Stromanschluß auszurüsten sollte jetzt nicht das größte Problem sein. Und auch hier helfen sinkende Akkupreise: Wenn ein Stadtfahrzeug z. B. 400 Km Reichweite hat, reicht es doch wenn ich alle paar Tage mal einen Parkplatz mit Strom finde. Dass kann z. B. auch beim Supermarkt sein.


16.09.2020 09:27    |    kappa9

Zitat:

@Alubremslicht schrieb am 16. September 2020 um 09:23:18 Uhr:

Klar gibt es noch einiges, was verbessert und gelöst werden muss. In den Städten sehr viele Parkplätze mit Stromanschluß auszurüsten sollte jetzt nicht das größte Problem sein. Und auch hier helfen sinkende Akkupreise: Wenn ein Stadtfahrzeug z. B. 400 Km Reichweite hat, reicht es doch wenn ich alle paar Tage mal einen Parkplatz mit Strom finde. Dass kann z. B. auch beim Supermarkt sein.

Im Grunde ja, nur stehst Du dann länger sofern Du auch Reichweite für ein paar Tage laden willst.

Alternativ müsste die Ladeleistung höher sein. Auch hier gibt es viel zu verbessern - insbesondere bei den Herstellern, die sich gern teurere Lademimik im Auto sparen...

Optional AC 22KW fände ich prima. Muss man ja nicht immer und überall voll ausnutzen.


Deine Antwort auf "Übertreibt Greenpeace mit den Forderungen?"

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