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25.09.2021 14:30    |    jennss    |    Kommentare (103)

efuelsefuels

Porsche beginnt mit dem Bau einer Fabrik von E-Fuels in Chile, denn der 911 soll weiterhin mit Verbrenner gebaut werden. Alle anderen Porsche bekommen E-Antriebe. Der 911 ließe sich nicht umrüsten, ohne auf die Rücksitze zu verzichten und das würde den Charakter des Autos verändern. Der 718 Cayman wird elektrisch wohl ähnlich aussehen wie die Studie Mission R. Dass Porsche das Projekt wirklich in Angriff nimmt, zeigt, dass in E-Fuels Potential stecken muss.

 

Als größten Nachteil muss man die Effizienz betrachten. Mit dem Strom, der bei E-Fuels zu etwa 100 km reicht, könnte man mit Batterie-Auto ca. 600 oder 700 km weit kommen. Doch so einfach ist die Sache nicht. Während Wasserstoff schlecht zu transportieren ist (extreme Kälte oder sehr hoher Druck nötig) und damit die Idee vom billigen Strom in Äquatornähe dank Solartechnik hinfällig ist, erlauben E-Fuels einfaches Transportieren, nämlich mit Tankern aus Südamerika etc.. Außerdem brauchen E-Fuels keine neue Infrastruktur vor Ort. Tankstellen können genutzt werden. Der große Vorteil ist, dass Autos ohne Umbau E-Fuels genau wie fossile Kraftstoffe nutzen können. Sogar mischen von fossilen und E-Kraftstoffen ist möglich. Nachteil bei E-Fuels ist, dass die Schadstoffe -Ruß ausgenommen- nicht weniger sind als bei fossilen Kraftstoffen. Vor Fahrverboten ist man also nicht unbedingt sicher. Doch das CO2-Problem lässt sich damit lösen, vorausgesetzt, es wird ausschließlich grüner Strom für die Verarbeitung verwendet.

 

Bei E-Fuels wird zunächst Wasser mit grünem Strom aufgespalten in Sauerstoff und Wasserstoff. Der Wasserstoff wird dann im Labor mit CO2 verbunden zu E-Fuels, z.B. E-Diesel, E-Benzin oder E-Kerosin. Das ist noch ein Schritt mehr Arbeit als bei Wasserstoff, doch die leichte Transportierbarkeit ermöglicht es, Solarstrom aus sonnigen Gebieten zu importieren. Während die Infrastrukur der Tankstellen genutzt werden kann, muss der Aufbau solcher E-Fuels-Produktionen in fernen Ländern angefangen werden, denn mit grünem Strom aus Deutschland würde das Ganze für PKWs sinnlos sein, einfach zu teuer und niemand würde E-Fuels fossilen Kraftstoffen an der Tankstelle vorziehen. Bei Flugzeugen oder so ist die Situation jedoch ganz anders.

 

Was wird ein Liter E-Diesel kosten? Aus Deutschland läge der Preis wohl bei ca. 4,50 € plus Steuern. Wenn nun aber eine Massenproduktion läuft und Solarpanels in sonnigen Ländern wesentlich mehr Strom erzeugen können als in Deutschland, sollte der Preis deutlich niedriger werden. Der Verband der Automobilindustrie hat eine Studie in Auftrag gegeben, wonach 1 €/Liter möglich erscheinen. Wikipedia schreibt dazu:

 

Zitat:

Andere Quellen nennen reine Herstellungskosten von 2 bis 2,50 Euro/Liter Kraftstoff für die Produktion im industriellen Maßstab, verglichen mit ca. 30–40 Cent für fossile Treibstoffe.[13] Die Bundesregierung führt dazu aus, dass die erwartete Preisminderung bis zum Jahr 2030 mit Unsicherheiten verbunden sei.[14] Auch die Arbeitsgruppe 1 der Nationalen Plattform „Zukunft der Mobilität“ geht davon aus, dass die Herstellungskosten der stromgenerierten Kraftstoffe auch bei einer positiven Kostenentwicklung deutlich über denen des fossilen Pendants liegen.[15]

Das ist also die große Frage: Welcher Preis ist erreichbar? Und wann ist er erreichbar? Aber so oder so werden E-Fuels sicherlich eine Rolle spielen und einen gewissen Grad an Massenproduktion erreichen, denn Akkus sind für große Flugzeuge mit aktueller Batterietechnik zu schwer. Auch in Schiffen oder z.B. Straßenbaumaschinen können sie sinnvoll sein.

 

E-Autos werden sie dennoch nicht obsolet machen, denn mit E-Autos sind auch noch die Schadstoffe im Betrieb reduziert und lösen damit ein Problem in Großstädten (ausgenommen aufgewirbelter Straßenstaub). Doch immerhin Ruß tritt mit E-Fuels nicht auf und somit wird ein wesentliches Problem beim Diesel vermieden.

 

Was das Fahren betrifft: Das Geräusch bleibt erhalten. Fans von 3- und 4-Zylindermotoren, aber auch 6- und 8-Zylindermotoren, sofern sie nicht dem Downsizing zum Opfer fallen, liefern das vertraute und geliebte Motorgeräusch. Dafür muss man jedoch auf die sonstigen Vorzüge von E-Antrieben verzichten (reaktionsfrei ohne Turboloch und Schaltvorgänge).

 

Ein Problem könnte es sein, dass Nutzer kritisch sind bzgl. der Verträglichkeit in ihren Autos. So fahren ja auch viele Leute lieber noch E5-Sprit als E10-Sprit, obwohl E10 billiger und umweltfreundlicher ist. Hierzu braucht es klare Aussagen aus der Industrie.

 

Oben verlinkte Studie schreibt zum Handlungsbedarf:

 

Zitat:

Handlungsbedarf

- Die Verkehrsmittel sollten dort, wo technisch möglich und ökologisch sinnvoll, elektrifiziert und

teilelektrifiziert werden. E-Fuels werden aber insbesondere für Anwendungen im Verkehr, für die aus

heutiger Sicht keine elektrischen Antriebssysteme zur Verfügung stehen, unverzichtbar sein.

Wie weit damit PKWs gemeint sind, ist eine Interpretationsfrage, denn es wird ja noch lange bestehende Autos mit Verbrennungsmotoren geben und die kann man nicht mal eben auf E-Motoren umrüsten. Für neue Autos werden jedoch E-Antriebe empfohlen.

j.

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30.09.2021 19:05    |    pcAndre

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 30. September 2021 um 18:35:40 Uhr:

Zitat:

@Lewellyn schrieb am 30. September 2021 um 16:59:26 Uhr:

Das ist ein Missverständnis. Alles andere läuft elektrisch mit Akkus. Frachtschiffe vielleicht noch ausgenommen.

 

e-Fuels sind eine große Energieverschwendung, die nur dadurch gerechtfertigt wird, dass es keine technische Möglichkeit gibt, sie durch elektrischen Antrieb zu ersetzen.

Die wenigsten werden ihren Oldtimer auf E umbauen wollen.

Und nochmals. Speicher und Transport der Energie.

Morgen...!

Quasi das Problem aktuell in England. Der Transport des Kraftstoffs durch die fehlenden LKW Fahrer ist unterbrochen. Dadurch sind die Speicher der Tankstellen leer und niemand kann sein Auto betanken...[1];)

 

MfG André

 

[1] https://www.focus.de/.../...eln-sich-jetzt-ums-benzin_id_24290892.html


30.09.2021 19:38    |    Brot-Herr

Zitat:

@Lewellyn schrieb am 30. September 2021 um 16:59:26 Uhr:

Zitat:

@Brot-Herr schrieb am 28. September 2021 um 16:24:12 Uhr:

 

Warum genau sind fossile Kraftstoffe für die anderen Anwendungen Deiner Meinung nach besser?

Das ist ein Missverständnis. Alles andere läuft elektrisch mit Akkus. Frachtschiffe vielleicht noch ausgenommen.

Nein, mein Auto läuft nicht elektrisch, bzw. nur für kurze Zeit und Strom wird nur aus dem Benzin direkt (Lastpunktverschiebung) und indirekt (Rekuperieren) gewonnen.

 

Daher: Nix Mißverständnis. Erkläre mir mal bitte genau, warum Du es für sinnvoller hältst, Benzin zu verbrennen als E-Fuel.


01.10.2021 10:05    |    Alexander67

Zitat:

@Brot-Herr schrieb am 30. September 2021 um 19:38:42 Uhr:

Zitat:

@Lewellyn schrieb am 30. September 2021 um 16:59:26 Uhr:

 

Das ist ein Missverständnis. Alles andere läuft elektrisch mit Akkus. Frachtschiffe vielleicht noch ausgenommen.

Nein, mein Auto läuft nicht elektrisch, bzw. nur für kurze Zeit und Strom wird nur aus dem Benzin direkt (Lastpunktverschiebung) und indirekt (Rekuperieren) gewonnen.

 

Daher: Nix Mißverständnis. Erkläre mir mal bitte genau, warum Du es für sinnvoller hältst, Benzin zu verbrennen als E-Fuel.

Ich denke er denkt so weit in die Zukunft, bis es keine Verbrenner mehr im Straßenverkehr gibt.

Was dann 100Jahre wären. Weil die Autos von heute noch in 50 Jahren als coole Oldtimer über die Straßen fahren.


01.10.2021 10:48    |    Alexander67

Zitat:

@Schwarzwald4motion schrieb am 28. September 2021 um 06:26:07 Uhr:

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 28. September 2021 um 06:16:27 Uhr:

...die Thorium Reaktoren (…)

Da gab es bei einem deutschen Testreaktor einen radioaktiven Austritt..

Weil wir es nicht im Griff haben, auch bei den Chinesen schätze ich dürfte das generelle Fraß-Problem sicher noch nicht endgültig geklärt sein.

 

Wir wissen es aber einfach nichts im Gegensatz zu uns halten sie ihre Entwicklungen geheim!

Die Chinesen haben da etwas anderes vor als damals bei dem Reaktor damals hier.

Mit Flüssigsalz(en).

Wenn es da einen Störfall gibt der diese Salze abkühlen lässt....

Hier steht ein bisschen darüber.

https://www.spektrum.de/.../1922764

Bleibt natürlich vieles offen.

 

Es wird hier auch spekuliert Kohlekraftwerke zu Atomkraftwerke umzurüsten.


01.10.2021 13:56    |    SUV-Fahrer

Zitat:

@Diabolomk schrieb am 28. September 2021 um 17:44:12 Uhr:

Im Flugzeugbereich wird der permanent schwere Akku ein Problem sein.

Biofuels sind bereits jetzt eine Alternative zu aus Rohöl gewonnenem Jet A-1, um den Neuausstoß von CO2 in der kommerziellen Luftfahrt signifikant herabzusetzen.

 

Denn auch die neueste Generation von Strahltriebwerken (Trent XWB, PW1000G, GEnx, GP7200), die derzeit in Betrieb ist und es voraussichtlich die nächsten 40 bis 50 Jahre noch sein wird, erfordert flüssige Kohlenwasserstoffe zum Betrieb und da sind Biofuels die einzige verfügbare Alternative.

 

Im Commuter-Bereich sieht es etwas anders aus, die kanadische Harbour-Air wird ab 2024 die weltweit erste Fluggesellschaft sein, die elektrische Linienflüge auf Kurzstrecken anbietet.

 

Die bis zu 48 Minuten langen Flüge sollen mit umgebauten Havilland Canada DHC-2 Beavers und Cessna Caravans durchgeführt werden*.

 

Gruß,

SUV-Fahrer

 

*Quelle: Hughes, David: Electrifying Caravans and Beavers. Avionics News, (2021) 6, S. 40-44


01.10.2021 14:36    |    Alexander67

Zitat:

@SUV-Fahrer schrieb am 1. Oktober 2021 um 13:56:17 Uhr:

Zitat:

@Diabolomk schrieb am 28. September 2021 um 17:44:12 Uhr:

Im Flugzeugbereich wird der permanent schwere Akku ein Problem sein.

Biofuels sind bereits jetzt eine Alternative zu aus Rohöl gewonnenem Jet A-1, um den Neuausstoß von CO2 in der kommerziellen Luftfahrt signifikant herabzusetzen.

.....

Gruß,

SUV-Fahrer

 

*Quelle: Hughes, David: Electrifying Caravans and Beavers. Avionics News, (2021) 6, S. 40-44

Auch dann wird CO2 in hoher Höhe ausgestoßen.

Ich mag mich irren aber ich denke CO2 in großer Höhe ist besonders schädlich.


01.10.2021 14:55    |    Swissbob

01.10.2021 15:49    |    pcAndre

Zitat:

@Swissbob schrieb am 1. Oktober 2021 um 14:55:49 Uhr:

Mazda setzt auf E-Fuel

 

https://www.blick.ch/.../...f-sorgt-fuer-neuen-schwung-id16750724.html

Morgen...!

Und Mercedes voll auf elektro!;)

 

https://www.n-tv.de/22838529

 

MfG André


01.10.2021 17:03    |    SUV-Fahrer

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 1. Oktober 2021 um 14:36:10 Uhr:

Auch dann wird CO2 in hoher Höhe ausgestoßen.

Ich mag mich irren aber ich denke CO2 in großer Höhe ist besonders schädlich.

Das ist natürlich zutreffend, denn auch jede Art von erneuerbarer Energie zieht negative Auswirkungen auf die Natur nach sich.

 

„Der Einsatz von Bioenergie ist als Klimaschutzinstrument nur dann sinnvoll, wenn die Treibhausgasbilanz im Vergleich zu konventioneller, fossiler Energie positiv ist. Auf den ersten Blick erscheint dies offensichtlich – bei der Verbrennung von Biokraftstoff im Tank oder von Biogas zur Elektrizitätsgewinnung wird der Atmosphäre schließlich nur dasjenige Kohlendioxid zurückgegeben, das ihr die Pflanzen vorher entnommen haben; so schließt sich der Kreis.

 

Doch so einfach liegen die Dinge nicht. Der Anbau benötigt Dünger und Pflanzenschutzmittel, die Biomasse muss transportiert werden, die Produktion von Bioethanol erfordert Destillationsenergie. Bei jedem dieser Produktionsschritte können Treibhausgase anfallen und emittiert werden.“*

 

Roden wir tropischen Regenwald auf Torfboden, um Bioenergie zu produzieren, so dauert es mehrere Jahrhunderte, bis das CO2, dass durch die Rodung innerhalb kurzer Zeit emittiert wurde, wieder ggü. fossilen Energieträgern eingespart wurde.

 

Ein möglicher Weg zu einer marginal besseren Treibhausgasbilanz von Biokraftstoffen liegt darin, nur auf bislang ungenutzten Flächen, also Brachen, Stilllegungsflächen, degradiertem Land und dergleichen, anzubauen. Hier assimilieren die Produktionspflanzen durch ihr Wachstum tatsächlich zusätzliches CO2, dass ansonsten nicht aufgenommen worden wäre, zudem wird das Land nicht zur Nahrungsmittelproduktion benutzt.

 

Denkbar wäre auch, auf bereits bestehenden Ackerflächen die Nutzungsintensität signifikant zu erhöhen, so dass auf gleicher Fläche Nahrung und Bioenergie produziert werden kann.

 

Gruß,

SUV-Fahrer

 

*Quelle: Essl F, Rabitsch W, Hrsg. Biodiversität und Klimawandel: Auswirkungen und Handlungsoptionen für den Naturschutz in Mitteleuropa, 1. Aufl. Berlin Heidelberg: Springer Spektrum; 2013, S. 376


01.10.2021 17:09    |    Alexander67

Zitat:

@SUV-Fahrer schrieb am 1. Oktober 2021 um 17:03:01 Uhr:

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 1. Oktober 2021 um 14:36:10 Uhr:

Auch dann wird CO2 in hoher Höhe ausgestoßen.

Ich mag mich irren aber ich denke CO2 in großer Höhe ist besonders schädlich.

Das ist natürlich zutreffend, denn auch jede Art von erneuerbarer Energie zieht negative Auswirkungen auf die Natur nach sich.

....

Neee oder ja aber...

Es ist grundsätzlich besonders schädlich wenn CO2 in großer Höhe ist.

Das ist erst einmal davon unabhängig ob E-Fuel oder Biosprit oder doch Fossil. Natürlich macht fossiles das noch schlimmer.

 

Genau betrachtet ist das ein Argument für BEV nee ähm Airplane. BEA. Oder doch BEP? ODER?


01.10.2021 17:25    |    SUV-Fahrer

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 1. Oktober 2021 um 17:09:18 Uhr:

Es ist grundsätzlich besonders schädlich wenn CO2 in großer Höhe ist.

Das ist erst einmal davon unabhängig ob E-Fuel oder Biosprit oder doch Fossil. Natürlich macht fossiles das noch schlimmer.

Dem stimme ich vollumfänglich zu.

 

Zitat:

@Alexander67 schrieb am 1. Oktober 2021 um 17:09:18 Uhr:

Genau betrachtet ist das ein Argument für BEV nee ähm Airplane. BEA. Oder doch BEP? ODER?

Ich denke, mit der Bezeichnung BEA hätten die französischen Fluggesellschaften keine große Freude ;)

 

Könnte zu unangenehmen Verwechslungen führen…

 

Gruß,

SUV-Fahrer


11.10.2021 10:39    |    Maxi245

Ich hoffe eher auf eine Welt wo "alles" möglich ist und je nach Sinnhaftigkeit genutzt wird.

 

BEV´s für die meisten "privaten" Nutzer

Wasserstoff für die jenigen die mehr Reichweite/Flexibilität brauchen oder wo einfach noch mehr/andere Power benötigt wird zb. LKW/Bus ectr!

Und dann ein Bereich für E Fuels ( wer auch immer das dringend braucht ). Da auch ich mir einige Informationen über E-Fuel angesehen habe, denke ich kann es wirklich eine weitere Alternative aber nicht der Heilsbringer sein. Übrigens werden in Chile die E-Fuels vermutlich nicht bzw. nicht nur über Sonnenenergie, sondern auch über Windenergie gewonnen werden. Desweiteren gibt es auch sehr potente Anlagen die Sonnenenergie nicht als PV umwandeln sondern die Wärmeenergie nutzen und damit Turbinen betreiben *zwinker*!


11.10.2021 11:00    |    Old Faithful

Wasserstoff und Brennstoffzelle bringen keineswegs mehr Power, z.B. für Busse und Lkw.

Die Power bringt allein der Elektromotor, viel mehr als ein Diesel. Die Brennstoffzelle kann ihn aber nicht mit einer hohen Spitzenleistung versorgen und schon gar nicht schnell, z.B. beim Anfahren eines 40-Tonners am Berg. Das kann nur der Akku.

Der Toyota Mirai wie auch der Hyundai Nexo bringen über die Brennstoffzelle max. 120 kW. Bereits der kleine VW id3 bringt aber 150 kW, allein aus dem Akku. Tesla bringt ab 239 kW bis über 400 kW. Nur der Akku kann das, nicht die Brennstoffzelle.


11.10.2021 11:07    |    Maxi245

Zitat:

@Old Faithful schrieb am 11. Oktober 2021 um 11:00:24 Uhr:

Wasserstoff und Brennstoffzelle bringen keineswegs mehr Power, z.B. für Busse und Lkw.

Die Power bringt allein der Elektromotor, viel mehr als ein Diesel. Die Brennstoffzelle kann ihn aber nicht mit einer hohen Spitzenleistung versorgen und schon gar nicht schnell, z.B. beim Anfahren eines 40-Tonners am Berg. Das kann nur der Akku.

Der Toyota Mirai wie auch der Hyundai Nexo bringen über die Brennstoffzelle max. 120 kW. Bereits der kleine VW id3 bringt aber 150 kW, allein aus dem Akku. Tesla bringt ab 239 kW bis über 400 kW. Nur der Akku kann das, nicht die Brennstoffzelle.

Du hast recht, ist aber nicht das worauf ich hinaus wollte, sollte es besser ausschreiben und definieren was ich meine.

Ein "richtiges" Brennstoffzellenauto hat meiner Meinung nach einen ausreichend großen "Pufferakku" wohin die Brennstoffzelle "überschüssige" Energie die derzeit nicht genutzt wird abgibt. Dieser Akku muss nicht riesig sein um sehr hohe Reichweiten (wie für Fernlast LKW sinnvoll ) ermöglichen zu können, sondern "nur" potent genug um zb. beim Anfahren ectr. ausreichend Energie bereitstellen zu können.

Mit dieser Konfig ließe sich sicherlich ein passender LKW der Kraft und Reichweite bietet herstellen, jedoch denke ich ist hier die Infrastruktur was das Wasserstoff tanken angeht noch ein riesiger Hemmschuh.


11.10.2021 11:44    |    Old Faithful

Ja, das ist eine Möglichkeit. Ein kleiner Akku mit, sagen wir 10 kWh, der beim Anfahren 100-300 kW abgeben soll, ist damit weit überfordert, was der Lebensdauer nicht zuträglich ist. Das müsste schon ein Akku mit 100 kWh sein. Je größer, desto besser übersteht er die Anforderungen bei den Spitzenlasten. Und der Konstrukteur des Lkw denkt sich dann: Dann kann ich gleich 500 kWh nehmen und kann mir den ganzen Aufwand mit Brennstoffzelle und Wasserstoff-Gasflasche sparen. Umweltmäßig ist das auch besser, denn die Herstellung der Brennstoffzelle und der großen Drucktanks verschlingen mehr Energie (und verursachen mehr CO2) als die Herstellung eines großen Akkus (Quelle: ICCT).


11.10.2021 12:06    |    Alexander67

Zitat:

@Old Faithful schrieb am 11. Oktober 2021 um 11:00:24 Uhr:

Wasserstoff und Brennstoffzelle bringen keineswegs mehr Power, z.B. für Busse und Lkw.

Die Power bringt allein der Elektromotor, viel mehr als ein Diesel. Die Brennstoffzelle kann ihn aber nicht mit einer hohen Spitzenleistung versorgen und schon gar nicht schnell, z.B. beim Anfahren eines 40-Tonners am Berg. Das kann nur der Akku.

Der Toyota Mirai wie auch der Hyundai Nexo bringen über die Brennstoffzelle max. 120 kW. Bereits der kleine VW id3 bringt aber 150 kW, allein aus dem Akku. Tesla bringt ab 239 kW bis über 400 kW. Nur der Akku kann das, nicht die Brennstoffzelle.

Bei der Energiebereitstellung ist das Hmmm naja.

Wenn es um verzögern oder Bergabfahrten geht ist das aber noch wesentlich wichtiger.

Denn da muss die Energie gespeichert werden.

Und das geht nur im ausreichend dimensionierten Akku.

Und den haben aktuelle Brennstoffzellenfahrzeuge nicht.


11.10.2021 18:02    |    Gasmob

Bei Brennstoffzellen - PKW ist meistens eine kleine Batterie verbaut um als Puffer zu dienen, das die Zelle erst etwas verzögert auf Leistung kommt. Die Batterie selber hat eine andere Zellchemie als bei BEV, da kurzfristig sehr hohe Ströme fließen. Bei großen Batterien relativiert sich der Strom und daher kann ich gerade in der oberen Liga mit günstigen Zellen arbeiten ohne diese zu überfordern, das senkt den Preis.

Der Nachteil ist dann bei Brennstoffzellen - Fahrzeugen die geringere Quote bei der Rekuperation und damit ein noch schlechterer Wirkungsgrad. Das spielt aber bei Fahrzeugen, die vorrangig auf der Strecke sind eine eher untergeordnete Rolle, das erklärt die Priorisierung für LKW und Sonderfahrzeuge.

Aus meiner Sicht ist der Ansatz für eine leistungsstarke Brennstoffzelle in Kombination mit kleiner Batterie eher nicht zielführend, schon weil hier die starken Lastspitzen den Wirkungsgrad versauen ( Beispiel Mirai ).

Besser ist hier eine im optimalen Leistungsband laufende Brennstoffzelle im Verbund mit einer mittleren Batterie, hier können beide Quellen ihre Vorteile einbringen und ich habe als Option das Laden über Strom. Die Zelle sollte maximal die erforderliche Höchstleistung für den Betrieb des Fahrzeuges leisten, damit die Batterie bei z.B. Autobahnfahrt nicht leer läuft, alle Lastspitzen kommen aus der Batterie.

Das verlängert die Lebensdauer beider Energiequellen!

Ich sehe E - Fuels im übrigen in der jetzigen Situation nur als Streufeuer, um die Diskussion wieder zu Verbrennen zu schwenken und Zeit für die Umstellung zu gewinnen, am Ende sind weder der synthetische Kraftstoff noch Hybride mit Verbrenner als Hauptantrieb die Lösung.

Das ist eher das Brüllen der sterbenden Dinosaurier!!

Noch etwas zu Mazda, einen im Wirkungsgrad schlechten Wankelmotor aus Platzgründen für eine Hybrid - Lösung zu verwenden, das ist wohl noch schlechter als einen Atkinson - Verbrenner zu nutzen, verschwendete Zeit.


20.10.2021 01:22    |    jennss

Hier ist auch noch ein guter Vergleich E-Fuels vs. Brennstoffzelle vs. Batterie:

https://www.auto-motor-und-sport.de/.../

j.


20.10.2021 06:27    |    Gasmob

Ein sehr schöner und sachlicher Beitrag, wenn auch von einem Batterie - Spezialisten und daher parteiisch. An der Sachlage ändert das indes nichts, das BEV hat einen besseren Wirkungsgrad und daher ist diese Technik zur Reduktion der CO2 - Emissionen erforderlich. Alle anderen Ansätze, zum Beispiel Brennstoffzelle oder Hybride (Verbrenner in jeglicher Form) sind nicht Zielführend. Bleibt am Ende nur die Frage wie sich unsere Mobilität sonst noch ändern muss, um noch mehr Emissionen zu sparen?


25.10.2021 21:59    |    Acidrain2001

Das wird noch eine spannende Frage werden. Durch Corona, aber auch durch Bequemlichkeit (Schreiber mit eingeschlossen), fahren ja viele Leute wieder mehr Auto statt ÖPNV (teuer, unflexibel, ...). Wenn dann irgendwann alle CO2-neutral BEV fahren, wie kommt man dann zur viel beschrieenen Mobilitätswende? Vermutlich nur durch die Kombination mit autonomem Fahren. Entweder habe ich den Luxus eines eigenen Autos, das mich in der Stadt absetzt und dann wieder in die heimische Garage oder einen Parkplatz außerhalb fährt, oder ich habe irgendeine Art Miet-Abo-Robotaxi-Modell, das mich schnell und bequem von A nach B bringt.

 

Zum Thema E-Fuels sehe ich das ebenso wie viele Vorredner: Zunächst ein Thema für die Luftfahrt, aufgrund der benötigten Mengen wird da vermutlich auch nicht viel für sonstige Anwendungen übrig bleiben. Ob dann die Nischen wie Oldtimer oder Renn- und Performance-Autos dann mit E-Fuel fahren oder sauteurem CO2-kompensiertem herkömmlichem Sprit ist dann vermutlich auch egal.

 

Interessant übrigens auch zum Thema (grüner) Wasserstoff in der Luftfahrt: Neben der allgemeinen Problematik von Wirkungsgrad bei der Herstellung über Lagerung und Sicherheit - Wasserstoff verbrennt in Turbinen ziemlich heiß und produziert wohl deutlich mehr Stickoxide, d.h. es entsteht zwar kein CO2 mehr, dafür anderer umweltschädlicher Dreck...


25.10.2021 23:26    |    Alexander67

Zitat:

@Acidrain2001 schrieb am 25. Oktober 2021 um 21:59:04 Uhr:

....

Zum Thema E-Fuels sehe ich das ebenso wie viele Vorredner: Zunächst ein Thema für die Luftfahrt, aufgrund der benötigten Mengen wird da vermutlich auch nicht viel für sonstige Anwendungen übrig bleiben. Ob dann die Nischen wie Oldtimer oder Renn- und Performance-Autos dann mit E-Fuel fahren oder sauteurem CO2-kompensiertem herkömmlichem Sprit ist dann vermutlich auch egal.

 

Interessant übrigens auch zum Thema (grüner) Wasserstoff in der Luftfahrt: Neben der allgemeinen Problematik von Wirkungsgrad bei der Herstellung über Lagerung und Sicherheit - Wasserstoff verbrennt in Turbinen ziemlich heiß und produziert wohl deutlich mehr Stickoxide, d.h. es entsteht zwar kein CO2 mehr, dafür anderer umweltschädlicher Dreck...

Wasserstoff im Flugzeug sollte man auch eher in einer Brennstoffzelle nutzen und nicht per Turbine verbrennen.

Und den Akku nicht vergessen.

Bei der Landung kann man jede Menge Energie zurück in Strom verwandeln.

Ja, das ist schwer. Also rein vom Gewicht her.

 

Und ist macht sehr wohl einen Unterschied ob man E-Fuel im PKW nutzt und Wasserstoff im Flugzeug oder umgekehrt.

 

Den E-Fuel bringt jede Menge CO2 weit nach oben in der Atmosphäre wo es wesentlich klimaschädlicher ist als weit unten am Boden. Hingegen das Wasser wird irgendwann kondensieren und abregnen.


25.10.2021 23:46    |    Acidrain2001

Also bei kleineren Flugzeugen mag das ja noch Sinn machen, aber ein Langstreckenflugzeug wie einen A350 oder B787 kann ich mir mit einer Brennstoffzelle nicht vorstellen, also im Hinblick auf die zu bereitstellende Leistung sowohl für den Start als auch die weite Flugstrecke. Das Volumen von Wasserstoff scheint ja auch noch ein riesen Problem zu sein, man bräuchte deutlich größere Tanks als die heutigen Flugzeuge.

Nicht falsch verstehen, ich fände es total toll, wenn es mit H2 eine solche Möglichkeit gäbe. Aber bisher habe ich nicht das Gefühl, dass in den nächsten Jahrzehnten für die großen Flieger da was kommt, da sind die E-Fuels deutlich näher, oder alternativ noch "Schummeln" über konventionelle Kraftstoffe und dafür Kompensation mit CO2-Abscheidung und -Lagerung am Boden.


25.10.2021 23:51    |    Alexander67

Natürlich ist eine Wasserstoffbrennstoffzelle im Flugzeug in Kombinationen mit einem Akku etwas völlig neues in einem schwierigen Umfeld.

 

Dennoch müssen wir auch hier etwas unternehmen.

Und e-Fuel reicht vermutlich nicht.

Und ja, das geht nicht von heute auf morgen.


26.10.2021 00:05    |    Acidrain2001

Ja, bin dabei.

Unser beider Zeiteinschätzung hat wohl auch Airbus mittlerweile - leider - einsehen müssen:

https://www.airliners.de/airbus-rudert-wasserstoff-zeitplan-ueck/60843


Deine Antwort auf "E-Fuels in PKWs sinnvoll?"

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