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22.06.2024 13:37    |    Dynamix    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: Motorrad

Nachdem ich die V7 und die kleine Tuono ausprobiert hatte, hab ich mir noch die RSV4 Factory für eine Probefahrt geschnappt. Einen V4 wollte ich auch unbedingt mal erlebt haben. Um ehrlich zu sein hab ich da nicht wirklich geschaut was ich da eigentlich vor mir hatte! Ich hab nur V4 auf dem Zettel gelesen und damit war die Probefahrt geritzt. Erst kurz vor der Probefahrt hab ich mal kurz geschaut was ich da eigentlich vor mir hatte. RSV4 Factory, Modelljahr 2024, im Grunde Aprilias absolutes Topmodell was Performance angeht. Ups! :D Da ist also Vorsicht angesagt, aber probieren wir es doch einfach mal aus! Wird sicherlich eine interessante Erfahrung und danach weiß ich definitiv ob es eine gute Entscheidung war diesen Typ Motorrad bei meiner Suche bewusst auszuklammern.

 

Front linksFront links

Die Aprilia RSV4 ist, wie bereits erwähnt, Aprilias bestes Pferd im Stall. Seit den 00er Jahren ist RSV4 bei Aprilia das Synonym für Supersportler der Spitzenklasse! Dazu auch noch die Basis für den Rennsport :cool: Die RSV4 war zu meiner Jugendzeit, neben der Suzuki GSX-R 1000 eins der Traumbikes. Nicht umsonst haben sowohl Suzuki, als auch Aprilia die auffälligsten Designelemente und auch die Lackierungen auf Ihre 50er Scooter übertragen. Die RSV4 hat im Laufe der Zeit eine gewisse Evolution durchgemacht. Waren die ersten RSV4 noch mit einem V2 ausgerüstet, so sorgt mittlerweile ein V4 für ausreichend Druck. Zwischen 2009 und 2020 (bis zum Ausstieg von Aprilia) diente die RSV4 als Homologationsmodell für die Superbike WM und das merkt man auch beim fahren, aber dazu später mehr. Das hier getestete Modell kam 2021 als Upgrade des Vormodells auf den Markt. Auffälligste Änderungen waren das neue Gesicht (an dem sich die Geister scheiden), die auffälligen Winglets an der Front und die neue Schwinge mit Unterzügen welche neben erhöhter Stabilität auch noch leichter war als im Vormodell. Als i-Tüpfelchen gab es noch eine verbesserte Elektronik obendrauf. Also im Grunde etwas Schminke und Detailarbeit welche sich aber bezahlt macht.

 

Technisch und preislich spielt man damit bei den Supersportlern auf jeden Fall in den Top 5 mit. Glaube außer BMW, Ducati und Honda hat momentan niemand was im Angebot was der Aprilia nahe käme. Die Aprilia hat alles an Bord was teuer ist und schnell macht. Und teuer ist auch ein guter Stichpunkt: Los geht es bei 21.699€ für die Basisvariante. Wer die getestete Factory möchte, darf satte 25.999€ auf den Tresen des Hauses legen.

 

Technische Daten:

 

Marke: Aprilia

Modell: RSV4 1100 Factory

Modelljahr: 2024

Motor: 65° V4 DOHC

Hubraum: 1099 cm³

Leistung: 217 PS @ 13.000 u/min

Drehmoment: 125 NM @ 10.500 u/min

Gewicht: 200 kg (fahrfertig)

Farbe: Ultra Gold

 

Motor & Antrieb

 

Angetrieben wird die RSV4 von einem 65° V4 Motor mit knapp 1100 cm³. Aus dem Hubraum holt der Motor mächtige 217 PS bei 13.000 u/min. Ladies and Gentleman, hier haben wir es mit einem reinrassigen Sportaggregat zutun. Entsprechend rabiat geht es hier zur Sache. Niedertourig anfahren? Vergiss es. Wer meint hier unter moderatem Gaseinsatz geschmeidig von der Ampel losfahren zu können würgt den Motor erstmal gnadenlos ab. Fragt mich woher ich das weiß.........

 

Wie es sich für ein ordentliches Hochdrehzahlaggregat gehört braucht es zum losfahren also ein bisschen Drehzahl! Und Drehzahl ist hier auch ein gutes Stichwort. Der Motor mag Drehzahlen und davon viel. Die ersten Meter führten wie gewohnt durch Stadtgebiet. Man merkt dem Motor hier schon an das er sich dabei nicht sonderlich wohl fühlt bzw. langweilt. Im 1.Gang durch die 30 Zone? Quittiert der Motor mit einer gewissen Unwilligkeit und Vibrationen. Dreht man dann am Ortsausgang im lang übersetzten 1. Gang nur ein Mü auf um 70 km/h zu kommen, wird das Vorderrad schon sehr leicht. Holla die Waldfee!

 

Entsprechend hat man nicht nur immer und überall Leistung im Überfluss, ich gehe fast soweit zu sagen das man hier mehr Leistung hat als manchem Zeitgenossen gut tut. Im 3. Gang mal unaufgeregt das Gas zum überholen aufgedreht und du erntest selbst jetzt schon eine Beschleunigung die nur mit atemberaubend beschrieben werden kann. Wie gesagt, Leistung ist immer im absoluten Überfluss vorhanden. Der Motor hängt auch entsprechend sehr direkt am Gas! Da ist gar nix träge, da gibt es auch keine Gedenksekunde. Der kleinste Gasstoß reicht und der Motor ist zur Stelle. Dieser Motor ist für geschwindigkeitsbeschränkte Landstraßen völlig drüber. In die Verlegenheit den Motor mal in den 5-stelligen Bereich zu drehen bin ich während der Probefahrt nicht gekommen. Einfach nicht möglich ohne sich selbst oder den Führerschein in ernste Gefahr zu bringen. Wer sich so ein Motorrad kauft, sollte schon eine disziplinierte Gashand haben.

 

Die 6-Gänge lassen sich gut sortieren und der Fuß hat hier sogar etwas mehr Platz unter dem Schalthebel wie bei der Tuono. Logo lässt sich die Factory, Quickshifter sei Dank, ohne Kupplung durchschalten. Glaube beim Getriebe gibt sich heute kein Hersteller mehr die Blöße da irgendeine hakelige Schaltbox in seine Motorräder zu hängen. Da macht die RSV4 Factory keine Ausnahme. Die Übersetzung im 1.Gang empfand ich, zumindest für den Alltag, als etwas lang. Ja ich weiß, ist typisch für SSP! Zumindest zum langsam fahren ist der 1. Gang im Alltag etwas zu lang, auch weil der Motor es prinzipbedingt nicht mag kurz über Standgas gequält zu werden. Da ruckelt er wie gesagt ein bisschen und man merkt einfach das der Motor zumindest ein bisschen Drehzahl braucht um geschmeidig zu laufen!

 

Das was ich von der Leistung her spüren durfte hat mir für den Anfang auch mehr als gereicht. Stellt euch einfach vor Ihr seid nackt an die Untertassensektion der Enterprise angekettet und Picard gibt den Befehl für maximal Warp. Ich glaube so in etwa fühlt sich das an (ich entschuldige mich an dieser Stelle für die vulgäre Wortwahl!) wenn dein Arsch auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Ich hab mich einmal auf knapp über 9000 u/min getraut und das bei (sehr) gemäßigtem Gaseinsatz. Hat mir völlig gereicht um das Potenzial des Motors auch nur zu erahnen. Wer hier blind das Gas voll aufreißt wird hier sein blaues Wunder erleben. Nicht umsonst hat die Aprilia eine Wheelie Control und eine Traktionskontrolle und nicht umsonst sind auch beide Systeme prominent im Tacho vertreten um immer zu sehen auf welcher Stufe beide Systeme gerade arbeiten.

 

Jetzt hab ich so viel über die Leistung geschwafelt das ich den Hauptgrund für die Probefahrt völlig vergessen habe. Wie fühlt sich denn jetzt so ein V4-Motor an? Der Motor läuft, natürlich nicht so rund wie ein Reihenvierzylinder mit Ausgleichswelle. Wer aber auf einen raueren Motorlauf und gewisse Vibrationen steht wird das schon ganz geil finden. Auch klanglich hat der Motor eine eigene Charakteristik. Ich kann das gerade gar nicht wirklich beschreiben oder in irgendeine Kategorie zuordnen wie bei anderen Motoren. Man muss es einfach mal gehört haben! Irgendwo wie eine Kreuzung aus einem V2 und einem 4-Zylinder. Untenrum knurrt der Motor wie ein gereizter 80 kg Hund vor sich hin, obenrum brüllt er dann ohne aber dieses hochfrequente Kreischen japanischer 4-Zylinder zu erreichen. Ich hänge mal das kurze Video vom Soundcheck dran, dann könnt Ihr euch ein eigenes Bild machen ;)

 

Der Antrieb ist eine Wucht und er hat mit dem Gewicht der RSV4, im wahrsten Sinne des Wortes, leichtes Spiel. Denke so ein V4 ist genau das richtige für Menschen denen japanische Reihenvierzylinder zu klinisch, zu langweilig sind. Auf einer Skala von 1-10 wäre dieser Motor locker eine 13. Denke wenn man das Potenial voll ausreizt, wird man eine Beschleunigung erleben die dir nur eine handvoll Fahrzeuge auf diesem Planeten bieten können. Hier muss jedes PS weniger als ein kg Gewicht bewegen, nur um mal die Leistung in ein Verhältnis zu setzen. Das wäre in etwas so als ob mein Fiesta 1.300 PS hätte.

 

Und an dieser Stelle der versprochene Soundcheck. Vorab: Das Video ist sehr kurz weil ich das Handy nicht schnell genug am Mann hatte :( Leider lässt MT einen die Shorts nicht direkt in den Artikel einbinden.

 

https://www.youtube.com/shorts/m-EASslgoYI

 

Ergonomie

 

CockpitCockpit

Typisch Supersportler erwarten einen hier keine großen Überraschungen. Ich wusste ja das ich mich mit der Supersportlerergonomie generell schwer tue, deshalb habe ich sowas bei meiner Bikesuche auch gar nicht erst ins Auge gefasst! Beim aufsitzen wusste ich auch wieder wieso. Auf der einen Seite fühlt sich die Sitzposition sehr hoch an (Sitzhöhe 845 mm!), auf der anderen Seite hat man einen sehr gequetschten Kniewinkel weil die Fußrasten relativ hoch und weit hinten angebracht sind. Dazu kommt die gebeugte Sitzposition durch die Stummellenker. Langstreckenkomfort hatte man bei dieser Sitzposition bestimmt nicht im Sinn. Man sitzt klassentypisch sehr vorderradorientiert und entsprechend gebeugt und mit Druck auf den Handgelenken. Idealerweise gehört man zu den schlankeren, nicht übertrieben großen Menschen, dann hat man wohl die ideale Statur für so ein Bike ;)

 

Wie gesagt, für die Langstrecke und Menschen mit meiner Statur ist das nix ;) Mir kann keiner erzählen das er in der Position 3 Stunden fährt und das als ernsthaft bequem empfindet. Aber gut, wer sich sowas holt weiß worauf er sich einlässt. Für mich ist das eher was für kurze Turns auf der Rennstrecke. Da fährt ja auch keiner stundenlang durch. Klingt jetzt alles eher negativ, soll es aber gar nicht. Es ist einfach dem Prinzip geschuldet! Einen Supersportwagen holt man sich auch nicht wegen des tollen Kofferraumvolumens, dem riesigen Platzangebot, weil man darin so schön hoch sitzt oder dem überragenden Komfort auch auf schlechten Straßen. Wie gesagt, wer sich sowas in die Garage stellt weiß das er leidensfähig sein muss. Ergonomisch einfach nicht meine Kategorie Motorrad. Und nein, meine ZZR ist nicht mal im Ansatz so extrem was die Ergonomie angeht. Nicht in der Sitzhöhe, nicht was die Anordnung der Rasten angeht und auch nicht was die Beugung angeht.

 

Handling

 

Mein Testobjekt kam in der edlen Factory Variante daher. Heißt hier steckt all das tolle Zeug drin was auf der Rennstrecke Spaß macht. Standardmäßig käme hier ein Sachs-Fahrwerk zum Einsatz, die Factory hat hier ein elektronisches, semiaktives Öhlins-Fahrwerk. Die Upside-Down Gabel hat einen Durchmesser von 43mm mit manuell einstellbarer Federvorspannung. Zug- und Druckstufe werden elektronisch geregelt. An der Hinterachse kommt auch ein semiaktives Monofederbein von Öhlins zum Einsatz. Auch hier wird die Federvorspannung manuell eingestellt während der Rest von der Elektronik überwacht und verstellt wird.

 

Dazu ein ganzes (für die Straße durchaus sinnvolles!) Elektronikpaket welches nur darauf abzielt die nackte Gewalt im Zaum zu halten. Ähnlich wie meine ZRX, so kommt auch bei der RSV4 eine Schwinge mit Unterzügen zum Einsatz. Entsprechend gibt sich die RSV4 in diesem Kapitel auch keine Blöße. Im Vergleich zur kleinen Tuono gibt Sie sich etwas weniger handlich, was auch schlicht an den 20 kg Mehr gewicht liegt, dafür liegt die RSV4 aber auch stabiler auf der Straße. Man kann Sie aber noch immer getrost als agil bezeichnen, nicht das wir uns hier falsch verstehen! Auch die RSV4 lässt sich spielend in Schräglage legen :)

 

HeckHeck

An dieser Stelle bin ich auch ehrlich, auf der kurzen Tour durch die Stadt und die Landstraße besteht überhaupt keine Möglichkeit das Potenzial dieses Fahrwerks auch nur im Ansatz auszuloten. Das ist als ob man mit einem Formel 1 Auto mit 30 km/h über eine topfebene Rennstrecke fahren würde. Wie gesagt, meiner Meinung nach gehört die RSV4 auf die Rennstrecke! Da dürfte Sie sich pudelwohl fühlen. Damit auf einer auf 70 km/h beschränkten Landstraße ist so als ob man mit Wasserstoffbomben auf Wachteln schießen würde. Völliger Overkill in jeder Hinsicht!

 

Dafür kann man auch auf der Landstraße zumindest die Bremsen mal ein bisschen testen und die haben mir, wie bei der Tuono, schon richtig gut gefallen. Vorne kommen Brembo Stylema Monoblock-Bremsen zum Einsatz. Bewaffnet ist jeder Sattel mit vier Kolben. Die Scheiben bringen es auf stattliche 330 mm Durchmesser. Ehrensache das es hier Stahlflexleitungen ab Werk gibt! Hinten kommt eine 220 mm Scheibe zum Einsatz. Entsprechend brachial verzögert die Factory auch. Das Bremsgefühl ist super und legt im direkten Vergleich mit der Tuono noch einmal eine spürbare Schippe drauf. Wenn man es drauf anlegt ankert Sie einfach nur brutal. Hat mir richtig gut gefallen!

 

Reifenseitig kommt vorne der klassische 120er Reifen auf 17 Zoll zum Zug. An der Hinterachse gibt es eine satte 200er Pelle! Besohlt ist die Factory ab Werk mit Pirelli Diablo Supercorsa SP Reifen. Diese sind auf edle Alu-Schmiederäder aufgezogen. Ist also nicht so als ob man für seine 26.000€ nicht auch etwas geboten bekommt. Für die dicke Pelle fährt sich die Factory noch relativ handlich und agil. Während der Fahrt wäre ich nicht auf den Trichter gekommen hier eine Pelle spazieren zu fahren die von der Breite auch einem Kleinwagen gut zu Gesicht stehen würde!

 

Ausstattung

 

WingletsWinglets

In Sachen Ausstattung glänzt die Factory mit allen möglichen Fahrassistenzsystemen. Es gibt zum einen LED-Beleuchtung mit integriertem Tagfahr- und Kurvenlicht. Ein 6-Achsen IMU ist in der Klasse Ehrensache! Es gibt diverse Motormappings, einen Motorbremsassistent, Kurven ABS mit verschiedenen Mappings welche auch eine Stoppie-Control enthält. Weiter geht es mit einer mehrfach einstellbaren Traktionskontrolle incl. Wheelie Control. Launch Control gibt's natürlich auch. Ein Speed Limiter (praktisch für die Boxengasse) ist auch an Bord. Dazu gibt es mehrere Fahrmodi, worunter man sich auch einen selbst zusammenstellen kann, einen Tempomat und natürlich auch einen Quickshifter.

 

Hier gibt es das volle Elektronikpaket. Komfortextras wird man, abgesehen vom Tempomat, vergeblich suchen. Keine beheizte Sitzbank, keine Griffheizung, kein Soundsystem oder ähnliches. Hier ist Sport angesagt und hier bleibt jedes überflüssige Gramm draußen.

 

 

Fazit

 

Front rechtsFront rechts

Ist die RSV4 ein gutes Alltagsmotorrad? Für meine Begriffe eher nicht. Kann man damit auf der Rennstrecke so richtig die Sau rauslassen? Mit Sicherheit! Und damit wäre der Einsatzzweck auch schon gut umrissen. Für den Alltag müsste ich schon sehr masochistisch veranlagt sein. Der Motor ist einfach nur pure Gewalt in 4 Zylinder gepfercht! Anders kann ich es nicht beschreiben. Ich will gar nicht wissen wie das Ding abgeht wenn man das Gas mal wirklich voll offen stehen lässt und den Motor auch mal bis 13.000 u/min marschieren lässt........

 

Die Probefahrt war definitiv eine Erfahrung und wer sowas einmal gefahren ist wird es so schnell nicht vergessen. Die Probefahrt empfand ich als Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite ist es zwar cool mal Technik auf so hohem Niveau fahren zu dürfen, auf der anderen Seite muss man dafür auch ordentlich was tun. Die Sitzposition ist auf Dauer anstrengend und man muss charakterlich sehr gefestigt sein um es nicht zu übertreiben. Glaube das letzte Mal das ich mit so einem Gefühl aus einem Fahrzeug gestiegen bin war nach der Probefahrt des Nissan GTR vor ein paar Jahren.

 

Das ist nix zum gemütlichen rumcruisen, diese Maschine will gefordert werden. Das Prädikat Supersport hat sich die RSV4 Factory redlich verdient. Sport gilt hier durchaus auch für den Fahrer und sollte entsprechend ernst genommen werden. Nach dem Ritt habe ich tiefesten Respekt für jeden der sowas auf der Rennstrecke am Limit bewegt! Nach dem Ritt weiß ich umso mehr meine eigenen Bikes zu schätzen. Beide sind im Alltag mal eher nutzbar, bringen aber natürlich nicht mal im Ansatz die Performance. Nicht in der Leistung, nicht im Handling und nicht auf der Bremse. Dafür sind beide im Alltag zugänglicher und darauf kommt es ja an, zumindest für jemanden wie mich der keine Ambitionen hat auf die Rennstrecke zu gehen.

 

Um es abschließend noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen:

 

Die RSV4 Factory ist kein Spielzeug, Sie ist definitiv was für Könner und gehört auf die Rennstrecke! Dort macht Sie für mich einfach am meisten Sinn.

 

Und an dieser Stelle mache ich mich ehrlich: Traue ich mir zu sowas am Limit zu bewegen? Ganz sicher nicht! Da bin ich Realist. Da bräuchte es schon diverse Fahrsicherheits- und vor allem Rennstreckentrainings bevor ich sowas mit genügend Selbstbewusstsein und Können anständig bewegen könnte. Für den öffentlichen Straßenverkehr ist sowas, meiner bescheidenen Meinung nach, völlig drüber und für hohles Tempobolzen auf der Autobahn wäre mir so ein Gerät zu schade. Es wäre auch schon fast ein Sakrileg die RSV4 nur auf reines Autobahn hacken zu reduzieren, Handling und Bremsen sind ja schließlich auch auf höchstem Niveau! Das ist so als ob ich mir einen Ariel Atom kaufe und das Ding dann nur geradeaus über die Autobahn prügle. Nein, sowas ist nicht artgerecht.

 

Dieses Motorrad ist für eine andere Welt gebaut. Eine Welt abseits von StVo, Tempolimits oder anderen Verkehrsteilnehmern.........


22.06.2024 19:19    |    LT 4x4

der Soundcheck war aber etwas sehr kurz...

 

ansonsten, die RSV4 ist wohl ein interessantes Gerät. :D

 

den 1sten Gang könnte man auch kürzer gestallten...

22.06.2024 19:33    |    Dynamix

Ja leider. So schnell hatte ich leider das Handy nicht gezückt. Als ich dann am aufnehmen war, wars auch wieder vorbei :(

 

Interessant ist auch ne Art das Teil zu beschreiben :D Ich für meinen Teil war nach der Probefahrt erst einmal bedient. So eine Beschleunigung hab ich mein Leben noch nicht erlebt und ich bin schon 911er, GTR und diverse E-Autos gefahren die alle gut durchgezogen haben. Aber gegen die RSV4 fühlen die sich an wie Spielzeug.

 

Deshalb denke ich das man damit auf der Renne am besten aufgehoben ist. Ich persönlich würde wohl eher die Tuono nehmen wenn man hauptsächlich auf der Straße unterwegs ist. Die macht auch Spaß, ist agiler und deutlich zugänglicher.

23.06.2024 03:35    |    Swissbob

Dankeschön für den Bericht, aber nun müsstest Du konsequenterweise auch eine Kawasaki H2 oder gar eine Bimota Tesi H2 und eine Panigale V4 R testen, zumal Du bekennender Kawasaki Fan bist.

 

Nachdem Bimota von Kawasaki übernommen wurde, und auch demnächst in der Superbike WM an den Start gehen wird, wird die Marke zukünftig die Speerspitze des Kawasaki Konzerns sein.

23.06.2024 08:28    |    Dynamix

Setz mir keine Flausen in den Kopf ;) H2 könnte man sicherlich mal bei einem Event irgendwo auftreiben, wobei mich da am ehesten noch die H2 SX SE ansprechen würde. Sporttourer sind ja relativ selten geworden und die H2 SX könnte ich mir mal als eierlegende Wollmilchsau vorstellen. Nicht das ich die Leistung auch nur im Ansatz bräuchte, aber so von den anderen Eckdaten wie Ergonomie und vor allem Ausstattung stell ich mir das schon cool für lange Tagestouren vor, auch weil die für Ihr Gewicht doch "relativ" agil sein soll. Auf dem Papier trennen die und meine ZZR lediglich 2 Kilogramm. Da würde es mich schon brennend interessieren ob und wenn ja wie Kawasaki das Kunststück hingekriegt hat einer Kuh das tanzen beizubringen. Auf der ZZR muss man für Schräglage, verglichen mit den beiden Aprilias, richtig arbeiten. Mir macht sowas Spaß, aber den Unterschied würde ich trotzdem gerne mal spüren.

 

Bei Bimota müsste es nicht mal die Tesi sein, die KB4 würde ich auch schon liebend gerne fahren. Wobei ich mir dann auch mal die 1000 SX anschauen müsste. Sowas würde für meine Zwecke wohl völlig ausreichen. Mal davon ab müsstest du erstmal einen Händler finden der dir sowas einfach mal in die Hand drückt ohne das du vorher deine Seele an den Teufel verpfändest. Selbst auf den Kawasaki Days haben die sowas nur als Ausstellungsstück. Nur gucken, nicht anfassen! Fahren entsprechend überhaupt nicht ;)

 

Und Ducati? Puh, da hätte ich wohl das gleiche Thema. Erstmal einen Händler finden der dir sowas mal eben in die Hand drückt. Vor allem weil die V4 preislich da losgeht wo die Aprilia aufhört. Die R kostet dann gleich mal fast das Doppelte :eek:

 

Mal davon ab:

 

Da hätte ich noch ganz andere Bikes die ich gerne mal probieren würde. Da wäre immer noch die W800 die ich gerne mal testen würde. Hab erst gestern Abend gesehen das irgendeine tschechische Firma hingengangen ist und auf Basis des Königswellenmotors ein eigenes Bike gebaut hat, also Kleinserie, nicht Custom Bike! Das da vorher noch keiner drauf gekommen ist?!

 

Die Diavel klingt auch spannend! Das geht ja von der Idee auch in Richtung Night Rod Special, nur sieht bei der Diavel die Ergonomie zumindest ein bisschen besser aus. Ducati Scrambler würde ich auch mal probieren, die find ich schick.

 

Die Rocket III würde ich auch gerne mal fahren, einfach um mal diesen Motor erlebt zu haben. Viele Tester schwärmen ja von dem Klotz. Vielleicht ist so eine mal bei den nächsten Open Days drin. Bei Yamaha würde mich momentan die XSR 900 GP mal reizen, diese Retrosport Optik finde ich ziemlich cool und dank dem Plattformspender dürfte man da noch zivil drauf sitzen. Ansonsten hat Yamaha glaube ich schon alles gebaut was ich interessant finde. Die MT01 stünde noch auf meiner Bucket-List, die Idee finde ich immer noch herrlich bescheuert. Die letzte V-Max ist sicherlich auch ein ganz eigenes Erlebnis! Da würde ich mir alleine die polierten Ansaugschnorchel als Deko in die Wohnung stellen. Respekt dafür das Yamaha da nicht einfach irgendein hässliches Plastikformteil genommen hat was es genau so getan hätte und billiger gewesen wäre.

 

Bei Suzuki würde ich mir vielleicht mal gerne die Katana oder die Hayabusa antun. Wobei ich auf bei der letzten IMOT nicht wirklich gepasst habe, aber seitdem sind auch wieder einige Kilos runter. Vielleicht reichts damit die Wampe nicht mehr im Weg steht ;) Dann hätte man die auch mal von der "been there, done that" Liste runter.

 

Bei Honda reizt mich das aktuelle Programm irgendwie nicht. So als Joke würde ich mal gerne DAX, Monkey oder GROM fahren, die gäbe es ja momentan noch im Honda Programm. Ansonsten hat Honda eigentlich alles was mich reizen würde schon gebaut bzw. aus dem Programm genommen. Die CB 1100 EX wäre noch so ein heimlicher Traum und das sage ich als Kawa-Fan! Nachdem ich ja jetzt schon ein paar Retro-Bikes gefahren bin, könnte ich mir vorstellen das die CB 1100 EX da so ziemlich meinen Nerv trifft. Ein kultivierter 4-Zylinder dessen Leistung mit 90 PS perfekt passen sollte. Die Guzzi V7 hätte für meinen Geschmack ein bisschen mehr Leistung haben können und für die Bonneville muss man die Vibrationen mögen!

 

Ich persönlich mag ja den relativ vibrationsfreien, kultivierten Lauf meiner beiden Maschinen. Stelle ich mir bei der Honda dann schön geschmeidig vor damit an einem schönen Tag über kurvige Landstraßen zu gleiten :)

 

Ne Vespa oberhalb der 125er Klasse stünde momentan auch noch auf meiner Wunschliste, wobei ich da schon mehr oder weniger ernste Kaufabsichten hege. Dann würde ich auch die Frau wieder auf den Bock bekommen, aber dafür muss erstmal die Kleine weg und wenn ich mein Versprechen halten soll wird das vor 2025 auch keinen geben.

23.06.2024 12:18    |    JRR

Der Richtigkeit halber:

Die RSV4 hatte nie einen V2.

Die Motorräder mit V2 hiessen

RSV Mille,bzw RSV Tuono

In der 2ten Generation dann RSV R bzw Tuono 1000 R

Ausserdem gab es noch die Falco, Futura und ich glaube auch die ETV mit dem 2-Zylinder Rotax-Motor.

Erst mit den V4-Modellen wurden die Bikes in RSV4 bzw Tuono V4 umbenannt.

23.06.2024 15:52    |    Swissbob

Honda hat mit der Rune auch mal was verrücktes gebaut, sind aber in Europa sehr selten.

 

Wenn Du das Thema seltene Motoren ansprichst , die Horex VR6 hat auch einen sehr speziellen Klang.

23.06.2024 15:59    |    Dynamix

Horex würde ich auch mal fahren wenn es sich anbietet. Kumpel hat sich ja in die Regina Evo schockverliebt.

23.06.2024 16:01    |    Swissbob

23.06.2024 17:27    |    LT 4x4

Zitat:

@Swissbob schrieb am 23. Juni 2024 um 16:01:26 Uhr:

https://de.wikipedia.org/wiki/Honda_Valkyrie_Rune

Da sagt man doch schon eher Audo dazu ?

28.06.2024 10:39    |    pico24229

Tolle Beschreibung deiner Fahreindrücke und ein interessantes Bike!

Deine Antwort auf "Dynamix goes for a ride: Aprilia RSV4 1100 Factory"

Blogempfehlung

Mein Blog hat am 16.03.2021 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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Als Autonarr geboren und bei US-Cars hängengeblieben, so könnte man meinen automobilen Werdegang wohl am besten beschreiben ;) Meine Leidenschaft gehört allen US-Cars, aber meine Technikliebe erstreckt sich eigentlich auf alles was Räder hat, also auch Zweiräder, egal ob mit oder ohne Motor :D

Welcome!

Willkommen in Dynamix Garage,

 

hier dreht sich alles um den American Way of Drive und andere spannende Themen die für mich zum Thema Auto einfach dazugehören. Wer auf amerikanisches Blech steht ist hier genau richtig ;)

 

Mittlerweile haben sich in meinem Blog diverse Blogreihen etabliert:

 

Memory Lane: Vorstellungen besonderer/bemerkenswerter Fahrzeuge

 

Whale Diaries: Erzählungen/Erlebnisse aus dem Leben unseres 1992 Caprice Classic

 

Sheriff Tales: Erzählungen/Erlebnisse aus dem Leben unseres 1993 Caprice 9C1

 

La macchina nera: Geschichten um die Wiederauferstehung meiner Vespa ET4 50

 

Ihr könnt aber auch einfach im Diner vorbeischauen um hemmungslos zu spammen oder Off-Topic zu werden :D

 

Zum Diner gehts übrigens hier entlang! ;)

 

Von Zeit zu Zeit gibts aber auch Artikel die ein wenig aus der Reihe fallen. Dies können aktuelle Themen sein, Spezialthemen die nicht in die etablierten Blogreihen passen, eigene Gedanken oder einfach nur anderes Zeug an dem ich irgendwie geschraubt habe :D

 

Enjoy your stay!

 

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