Wow! Der Audi TT mit dem etwas größeren Triebwerk von 200 PS ist wirklich eine enorme Fahrmaschine! Audi beweist mit dem aktuellen TT das Fahrspaß, Leistung und sportliches Vorankommen nicht unbedingt an einen sehr hohen Verbrauch gekoppelt sein müssen.

Dieses Mal war ich von Donnerstag Abend bis Dienstag früh in Deutschland, deswegen konnte ich den Wagen ein wenig genauer unter die Lupe nehmen und ich muss sagen das der Firma Audi ein gut geschnürtes leichtfüßiges Päckchen gelungen ist, von dem man sich nur sehr schwer am Rückgabetag wieder trennen kann. Nur fliegen ist schöner!

Vorstellung / Fahrbericht [++++O]
Von außen ist der TT in der aktuellen Version im Vergleich zu seinem Vorgänger deutlich "entknufft" worden, die Front wirkt um längen agressiver und markante, ja fast maskulin und kraftvoll wirkende Seitenlinien betonen stilvoll die Flanken. Mein TT wartete fast nagelneu (1.100km) und frisch gewaschen im Parkhaus auf mich.

Ein Druck auf den Schlüssel und die Blicke konzentrieren sich fast unweigerlich und automatisch auf einen der Schönsten Ansichten des TT: Der Blick von schräg hinten durch die große Heckscheibe nach vorn ins Cockpit. Das auf der Unterseite stylish abgeflachte Sport-Lederlenkrad tut dabei sein übriges.

Diese leckere Ansicht wurde ferner zusätzlich in Szene gesetzt vom sogenannten optionalen LED-Innenlichtpaket, welches 135 EUR Extra kostet und den gesamten Innenraum sowie die Aluapplikationen auf den Pedalen im Fußraum mit seinem bläulich-weißen Licht erst so richtig zur Geltung bringt.


Das macht richtig Lust den Wagen endlich zu erfahren - Motor an! Huch, der klingt ja weder aufdringlich noch rauh - geradezu angenehm sonor. Ein kleiner Druck auf das Gaspedal und ein stumpfes Grollen ist zu hören. Los geht's! Die erste Kurve erfährt sich wegen des unten abgeflachten Lenkrades (Aufpreis: 225 EUR) beim einschlagen der Lenkung erstmal ein wenig ungewöhnlich. Ich rate das Lenkrad auf jeden Fall vorher mal zu testen, da gerade dies eventuell nicht jedermanns Sache sein könnte. Später, wenn man sich an dessen Form jedoch gewöhnt hat, will man nichts anderes mehr. Ich denke das dieses Sportlenkrad so ziemlich das ergonomischste Lederlenkrad ist, an das ich bis jetzt Hand anlegen durfte.

Was mich ein wenig störte während der Fahrt im TT ist das doch recht "proaktive" und für meine Empfindung viel zu "gutmütige" ESP: Da schlägt man nur leicht das Lenkrad ein und hat den Eindruck das beim gleichzeitigen Druck auf das Gaspedal der Motor keine Leistung entwickelt, weil hier elektronische Helferlein die Power begrenzen. In abgeschwächter Form kämpfe ich mit demselben Problem auch in meinem CC, aber da fällt es natürlich nicht so stark auf wie beim Audi TT. Zur Abhilfe kann man nur das ESP komplett abstellen, dann wird der TT in seiner puren Form allerdings auch schnell zum ungebändigten Tiger mit Bärenkräften.
Bedienbarkeit / Intuitivität [++OOO]
Das Cockpit ist beinahe vorbildlich ausgelegt und alle Instrumente klar ablesbar. Mein Testwagen war mit dem Radio-Navigationssystem mit MMI-Logik (1.075 EUR) ausgerüstet. Per Sprachkontroll-Tase am Lenkrad kann man so z.B. alle Telefonfunktionen bequem und sicher bedienen, während das Mobiltelefon dank Bluetooth in der Hosentasche bleiben kann.

Die Synchronisation meiner ganzen Kontakte verlief reibungslos, jedoch war die Lautstärke bei einigen Telefongesprächen zum Festnetz für den Geräuschpegel während der Fahrt bei 120 km/h manchmal viel zu niedrig. Auch die Klangqualität des Radios ist leider sehr durchwachsen: Bei Zimmerlautstärke klingt das Radio sehr ausgewogen in den Höhen sehr transparent und gut, dreht man allerdings ein wenig weiter auf - um z.B. Fahrgeräusche bei sehr schneller Fahrt zu übertönen - ist man erstens sehr schnell am Maximal-Limit angelangt und zweitens beginnen die Lautsprecher dann ein wenig zu Krächzen.
Schön gemacht hingegen sind die vielen Chrom-Applikationen und deren gelungenes Design, angefangen von den drei großen Drehringen um die zentralen Lüftungsdüsen bis hin nach außen in der Art und Aufmachung des Tankdeckels mit dem TT Logo. Sowas verleiht eine ganz andere Wertigkeit. Ein wenig schade fand ich das Sixt den Wagen mit den uni schwarzen Nappa-Ledersitzen geordert hatte, diese überaus schön geformten Hingucker gehen in dem vielen dunklen Kunststoff rundherum und nicht zuletzt durch den dunklen Textil-Dachhimmel ein wenig unter. Zum gleichen Preis kann man sich die Nähte in Silber bestellen, was denke ich sehr stimmig zur Außenlackierung wäre und ein paar zusätzliche Akzente setzen würde.

Die weiteren Extras wie Magnetic Ride, also die adaptiven Stoßdämpfer haben lediglich zwei Einstellungsstufen: Normal und Sport. Wobei man ehrlicherweise sagen sollte das das Fahrwerk ohnehin in der Standard-Einstellung "Normal" recht sportlich und straff ausgelegt ist und das ein Druck auf den Wahlschalter auf dem Mitteltunnel lediglich ein wenig mehr den Federungskomfort mindert als das irgendetwas noch viel straffer zu stellen. Einen wirklich immensen Unterschied wie z.B. im CC zwischen dem Normal- und Sport-Modus hat man beileibe nicht und es stellt sich die Frage, ob die 835 EUR Aufpreis sinnvoll investiert sind.

Ansonsten gibt es im Innenraum fast nichts weiter zu meckern, bis auf die Tatsache das für mein Gefühl die 3-stufig regelbare Sitzheizung selbst auf Maximalstufe nicht besonders gut heizt. Ich hoffe das die "chauffe cul" im TT Roadster ein wenig stärker ausgelegt ist.

Die Lichtausbeute der direktionalen Xenon-Brenner ist vorbildlich, wie man auf den beiden Bildern sowohl im Fernlicht als auch Abblendlicht-Modus erkennen kann.


Verarbeitung / Qualität [+++++]
Von einem "Premiumsportler" mit einem "Premium-Preis" von 33.400 EUR, bzw. 46.620 EUR mit allen Extras kann man auch "Premium-Qualität" erwarten, und das ist dann auch so. Hier stimmt alles, angefangen von den Spaltmaßen bis hin zu den kleinsten Bedienelementen. Nichts klappert, wackelt oder sorgt sonst irgendwie für Abzüge in der B-Note.
Verbrauch / Nutzen [++++O]
Trotz mehrerer schneller Autobahnpartien und einer ansonsten eher sportlich angehauchten Fahrweise meinerseits kam ich im Mittel auf nur knapp 9.2l/100km, was angesichts der Fahrleistungen wirklich enorm niedrig ist. Klar das der TT nur mit einem eingeschränkten Nutzwert aufwartet, ist er doch auf sportliches fahren geradezu zugeschnitten und optimiert.

Die hinteren Notsitze sind nur bei klein gewachsenen Leuten in der ersten Reihe nutzbar, denn wenn ich versuchte meine Beine irgendwo unter den Vordersitzen unterzubringen, klappte dieser Versuch nicht einmal im Ansatz. Aber muß ein TT eigentlich Notsitze haben? Klar, sie erhöhen den ideellen Nutzwert um ein paar Punkte, aber wer möchte schon dermaßen zusammengekauert die Fahrt in diesem Vehikel genießen?

Richtig: Niemand! Und deswegen stellt sich auch wegen des Kofferraums keine große Diskussion ein. Die großzügige Heckklappe - die sich leider nur von außen mit dem Funkschlüssel öffen läßt - gibt den relativ flachen aber dennoch für zwei Personen mit leichtem Gepäck ausreichend großzügig geschnittenen Gepäckraum frei.

Das Gepäcknetz (Option) ist dabei ungehauer praktisch, weil es das lästige hin- und herrutschen von kleineren Taschen bei sportlich gefahrenen Kurven zuverlässig verhindert.
Kosten / Anmietung [+++++]
Die Anmietung von Freitagabend bis Dienstag früh kostete bei der Firma Sixt gerade einmal knapp 140 EUR, also rund 45 EUR pro Tag. Ein Schnäpchen, unter anderem dank Upgrade und Stammkundenrabatt. Es lohnt sich wirklich einem bestimmten Vermieter treu zu bleiben - nicht nur wegen der Vielfliegermeilen. Die Anmietung wie immer freundlich und zuvorkommend bei Sixt am Bremer Flughafen.