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Mon Sep 29 14:25:43 CEST 2008    |    taue2512    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: Costa Rica, Reisetipp

So, nachdem ich mir nun hier während der Urlaubszeit meiner ganzen französischen Kollegen die sich hier traditionell den ganzen August über erstreckt die stressige Urlaubsvertretung gemacht habe, ist es nun auch für mich an der Zeit die Koffer - respektive den Rucksack - zu packen. Da ich kein Freund von Katalog- und Pauschalreisen bin, sondern eher den Kontakt zu Land und Leuten suche, hatte ich zusammen mit meiner Freundin verschiedene Pläne geschmiedet. Eine Rucksacktour, so richtig ohne festes Ziel. Sich treiben lassen, das wär’s doch.

Eins stand vorher fest, die Reisezeit: 8.9. bis 28.9. sollte es sein, einfach mal 3 komplette Wochen Tapetenwechsel. Zuallererst wollten wir eigentlich nach Kuba. Rum trinken und Zigarren rauchen. Aber wegen der sehr kurzfristigen Vorplanung, stellte die dafür benötigte Einreisekarte für Touristen ein kleines Problem dar, da diese für Franzosen bei der kubanischen Botschaft in Paris 3 bis 6 Wochen vorher extra beantragt werden muss. Also, haben wir uns nach passenden Alternativen in dieser Region umgesehen. In diversen Reiseberichten im Web sind wir schließlich über Costa Rica gestolpert denn das Land ist auch nicht wirklich groß, ungefähr die gleiche Fläche wie Niedersachsen. Nein, ich spreche kein einziges Wort spanisch, außer dem obligatorischen und lebenswichtigen 'una cerveza por favor' und 'casa de la puta'.

Trotz der beschaulichen Größe gibt es in Costa Rica neben Kaffee auch Dschungel, Affen, Leguane, aktive Vulkane, viele Nationalparks und schöne einsame Strände sowohl am Atlantik als auch am Pazifik. Zwar ist Ende September genau das Ende der offiziellen Regenzeit, aber ein Blick auf den Wetterbericht überzeugte mich: Nachts angenehme 20 Grad und tagsüber Temperaturen bis 37 Grad und zurzeit sehr viel Sonne. Mal schnell die Flugpreise verglichen und weiter gefreut: Von Paris CDG via Miami nach San Jose, der Hauptstadt Costa Ricas kommt man schon für 700 EUR hin und zurück mit American Airlines. Hier gibt es satte Spannen, das teuerste war NWA, die wollten für die gleiche Strecke 6.000 EUR in der Touristenklasse! Zurück soll es am 26.9. mit etwas Aufenthalt von San Jose via Miami nach JFK und wieder nach Paris gehen. Also genug Zeit um ausgiebiges Airport-Shopping zu betreiben. Wie viele iPhones hätten's denn gern?

Also, schnellstens gestern Abend gleich für Montag zwei Plätze nach Costa Rica gebucht. Für den Flug von Toulouse nach CDG habe ich mich entschieden, meine gesammelten Meilen bei AF auf den Kopf zu hauen, bleiben aber immer noch gut 150 EUR an Taxes zu zahlen und sage und schreibe 60.000 Meilen sind nun futsch, dafür hätte ich bei den Meilen-Aktionen von KLM und AirFrance gut 3 Mal Economy nach Dubai reisen können oder alternativ die gleiche Strecke 2 Mal Business, hin und zurück versteht sich.

Und? Gleich bei der Buchung für die Flüge TLS nach CDG für meine Freundin habe ich Schei...e gebaut: Ihren Rückflug von CDG nach TLS am 27.9. hatte ich im Eifer des Gefechtes doch leider in die verkehrte Richtung gebucht. Mist! Mal sehen - Platinumstatus sei Dank - durfte ich trotz normalerweise fixer Konditionen meine Fehlbuchung für 15 EUR bei KLM korrigieren lassen. Uiiih, nochmal Glück gehabt.

Heute noch Noteinkäufe in der Apotheke (Wasseraufbereitungstabletten und Anti-Durchfallmittel) und beim Kaufmann um die Ecke zur Reisevorbereitung, packen und Montag früh dann los. Katze und Hund müssen auch noch am Sonntag ins Asyl bei der Familie gebracht werden - Stress pur.

Die weitere Planung sieht nun folgendermaßen aus:

8.9. Flug TLS > CDG > MIAMI > SAN JOSE
9.9. - 11.9. Backpacker Hotel in der Hauptstadt San Jose und etwas Sightseeing
12.9. - 18.9. Rauf Richtung Norden an die Grenze nach Nicaragua und die Nationalparks (Vulkane)
19.9. - 23.9. Runter in den Süden, eventuell mit einem Inlandsflieger an die Grenze nach Panama (Dschungel)
24.9. - 25.9. Rückreise nach San Jose
26.9. - 27.9. Flug SAN JOSE > MIAMI > NEW YORK > CDG > TLS

Wenn ich in Costa Rica in den Backpacker Hotels einen Internetzugriff habe, werde ich diesen Artikel weiterführen - quasi in 'Echtzeit'. Parallel bloggt meine Freundin hier (auf Französisch).

Erstes Update: Mo, 9.9.2008 - 15.07h (lokal)/23.07h deutscher Zeit, San Jose (CR)

Es gibt vieles zu berichten, allein schon von unserer Anreise. American Airlines war auf der langen Strecke von gut 9h zwischen CDG und Miami sehr angenehm - auch wenn es in der Economy-Klasse in deren Boeing 767 keine individuellen Videosysteme gibt, war das Bordkinoprogramm okay: Es gab Kung-Fu Panda zu sehen. Die Flugbegleiter waren alle echt supernett und man hatte wirklich den Eindruck eines persönlichen Service.
Echt nix zu meckern, pünktlich erfolgte die Landung in Miami gegen 15.30h (lokal). Der Flughafen Paris CDG kann sich freuen, denn er ist nicht mehr der schlimmste Flughafen den ich kenne in meiner persönlichen Favoritenliste, er wurde souverän verdrängt von Miami. Warum? Weil einfach alles in den ach so tollen USA anscheinend drunter und drüber geht. Die Leute von der TSA (Transport and Safety Agency) sind vollkommen mit ihrem Terrorwahn überfordert, die Grenzkontrollen - selbst wenn man Miami nur im Transit mitnimmt - sind eine Farce: Digitales Passbild und Fingerabrücke der beiden Zeigefinder inklusive. Alles echt nervig, naja die Amis waren halt noch nie meine Freunde.

Das Chaos mit den Amis ging dann aber auch prompt in Miami weiter, das Boarding für den Weiterflug nach San Jose um 20.15h sollte um 19.15h beginnen, es tat sich aber nichts. Dann Hektik und alles so schnell wie möglich in den Flieger weil im TV und Radio ein Tropensturm für die Nacht angekündigt wurde. Der Flieger - ein uralter Airbus A300 - hatte auch schon bessere Tage gesehen. Die Mannschaft war alles andere als zuvorkommend, die waren einfach nur genervt und hatten keinen Bock und man merkte dies überdeutlich.

Danach kam es dicker: Das Mehlauge von Pilot hatte anscheinend vergessen die Handbremse beim "Pull-Back" zu lösen, jedenfalls brach mit einem lauten Knall die Schleppstange und ein starker Ruck ging durch den Flieger. Die Amis brauchten sage und schreibe ganze 45 Minuten, bis ein Techniker kam der seine Unterschrift für den Weiterflug nach weiteren 20 Minuten der Inspektion gab. Jaja, die Amis - überall in der Welt Kriege führen aber noch nicht mal in der Lage ein Flugzeug am Boden anständig zu rangieren. Mit gut 80 Minuten Verspätung hoben wir dann zum letzten gut dreistündigen Flug nach San Jose ab.

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In San Jose angekommen kann man nur eins bemerken, die "Ticos" so wie sich die einheimischen hier nennen, sind alle echt total "Zen" und nichts bringt sie anscheinend aus der Ruhe. Südamerikanische Mentalität eben. Wir wurden mit einem hoteleigenen Bus für 20 US$ vom Airport zum Backpacker-Hotel Kabata gefahren, da man des Nächtens wohl sogar die öffentlichen Taxen hier meiden sollte.

Entweder man wird ausgeraubt (getarntes Taxi), oder im besten Falle haben die Fahrer ein "abkommen" mit einem anderen Hotel, geben vor beim Wunschhotel des Fahrgastes anzurufen und bringen dann die Leute - weil das gewünschte Ziel angeblich ausgebucht sei - woanders hin. Egal, auf so eine Masche hatte ich einfach nach der Anreise keinen Bock mehr und wollte kein Risiko eingehen.

Nach etwas mehr als 24h Transfer inklusive aller Flüge waren wir denn auch froh als wir uns gestern gegen 23.30h zur Ruhe legen konnten. Das Kabata Backpacker Hotel liegt relativ zentral und bietet Doppelzimmer mit Dusche und Toilette so um die 7 US$ pro Nacht und Person mit einem leichten Frühstück. Das Hotel ist für den Preis absolut okay, das geilste hier sind die "Todesduschen" (wo das Wasser nach dem Durchlauferhitzerprinzip direkt im Duschkopf per Strom erhitzt wird). Auch im Lonely Planet Reiseführer wird dringend davon abgeraten den Duschkopf während des Duschens per Hand neu einzustellen.

Heute haben wir die Innenstadt besucht und ein wenig geshoppt. Nach einer Tour über die sehenswerten überdachten Märkte dann Mittagessen in einer typischen lokalen Bar mit fetziger Musik für rund 4.500 Colones (ca. 8,30 US$) inklusive zweier Hauptgerichte, zwei Bieren und Saft. Dann setzte der tropische Regen ein, der uns aber nicht weiter von unserer Planung abschreckt.

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Gut, morgen früh dann weiter Richtung "Schildkrötenbucht im Nord-Osten an der Karibikküste, dort kann man im Urwald wandern, allerlei Tiere beobachten und Kanus für eine Selbstfahrer-Tour durch die Mangrovensümpfe buchen, man sollte nur eine gute Landkarte mit dabei haben wird gesagt. Das klingt doch gut, die haben wir. Vermutlich werden wir um dahin zu kommen den öffentlichen Bus ab San Jose nach Cariari nehmen.

Am Abend saßen wir noch gemütlich mit zwei lustigen Schwedinnen chinesischer Abstammung und zwei deutschen Mädels in der Küche vom Kabata Hostel und haben Reisegeschichten ausgetauscht.

Reiseroute
Reiseroute

Mon Sep 29 16:06:37 CEST 2008    |    Federspanner134471

Coole Sache,muss mich nachher mal weiter reinlesen-ich war insgesammt 3mal in Costa Rica-jedesmal ein Erlebnis😉

Deine Antwort auf "Reisebericht: Costa Rica - Teil 1"

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