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31.08.2011 00:35    |    taue2512    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: 16V, Megane, Mietwagentest, Renault, Sixt, TomTom

So, wieder einmal ein Mietwagentest. Diesmal ein (zumindest bei Sixt) recht selten zu sehender Gast in der Kompaktkategorie mit 5 Türen: Der aktuelle Renault Mégane III als 5-Türer 1.6 16V in der TomTom Edition.

 

• Vorstellung / Fahrbericht (++OOO)

 

Wie immer, wenn man die Qual der Wahl hat entscheidet man sich meistens aus dem Bauchgefühl heraus. Als ich letztes Wochenende in Bremen ankam hatte ich die Wahl zwischen einem Peugeot 508 und einem Renault Mégane. Da ich sowieso keine längeren Touren an dem bevorstehenden Wochenende geplant hatte und direkt im Anschluss nach der Abholung noch in die Bremer Innenstadt fahren musste, nahm ich lieber den etwas kompakteren Renault. Mit der Schlüsselkarte bewaffnet betrat ich das Parkhaus. Okay, der Mégane entpuppte sich nicht als Coupé, sondern als 5-Türer, noch dazu war ein Carminat-Navi mit TomTom in den Wagen integriert. Zusammen recht positive Details der Ausstattungsliste für ein vollwertiges Auto was vom Preis her stark unterhalb der 20.000 EUR-Grenze liegt.

 

 

Nach dem anlassen des Motors kommt jedoch die erste Ernüchterung: Das klingt nicht gerade sehr verlockend. Überhaupt merkt man eigentlich sofort, dass der Franzose die Sache mit der Geräuschdämmung im Innenraum eher recht lax anzugehen scheint – kann man aber noch so verschmerzen. Okay, denn wollen wir mal. Die ersten Meter in Richtung Innenstadt meistert der Renault mit dem doch noch als „recht spritzig“ zu bezeichnenden 1.6l-Motor obwohl seiner mageren 100 Pferdestärken durchweg anständig. Klar, man sollte wahrlich keine Beschleunigungsorgien oder Ampelsprints jenseits von gut und böse erwarten. Der Motor läuft, tut dies den Fahrgästen permanent durch seine ordentliche Geräuschkulisse kund und ist bis Tempo 90 recht gut auf das manuelle – sehr knackige aber nicht hakelige - Schaltgetriebe abgestimmt. Es bleiben keine Wünsche an ein 5-Türiges Stadtauto offen. Die Lenkung ist sehr leichtgängig und perfekt auf das Stadtleben abgestimmt. Nur der Federungskomfort bleibt bei Kopfsteinpflaster doch sehr auf der Strecke.

 

Dieser Wagen leidet – wie viele andere Kleinwagen - unter der typischen französischen Federungskennlinie: Weich – nicht zu weich – gut zu ein paar vereinzelten Bodenwellen aber mit vielen Defiziten behaftet auf holperigeren Streckenabschnitten. Wenigstens ist die Verarbeitung im Innenraum einen Tick besser als bei so manch anderen Gefährten in dieser Preisklasse und es klappert nichts.

 

 

Bewegt man den Mégane allerdings auf die Autobahn, merkt man das dies nicht gerade dessen bevorzugtes Terrain zu sein scheint. Ab spätestens Tempo 140 muss man die Lautstärke des Radios aufgrund der Motor- und Windgeräusche doch recht deutlich anheben, um von den Nachrichten überhaupt noch etwas mitzubekommen. Bei realen 180 km/h ist denn aber auch schon das Ende der Fahnenstange und die Vmax erreicht.

• Bedienbarkeit / Intuitivität (+++OO)

 

Wer sich mit dem Fahrwerk anfreunden kann oder plant das Auto nicht für längere schnelle Autobahnabschnitte einzusetzen wird sicherlich seine Freude an den vielen netten Gimmicks haben. Allem voran das integrierte TomTom Navigationssystem mit Live-Daten-Anbindung und genial einfacher Bedienung mittels Stick auf der Mittelkonsole.

 

Bei diesem System lässt sich einfach alles Mögliche parametrisieren: Kuh-Muhen beim Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit oder zur Warnung an Schulen und Altenheimen gefällig? Kein Problem! Einzig und allein die Tatsache, dass der doch recht große und dominant zentral auf dem Armaturenbrett starr installierte Bildschirm sich nachts nicht automatisch in den Nacht-Anzeigemodus umstellt ist ein wenig nervig. Man kann über einen längeren Tastendruck neben dem Joystick die Anzeige zwar komplett abschalten, aber eben nicht schnell und einfach dimmen (da diese auch nicht am Regler für die Instrumentenbeleuchtung gekoppelt ist). Und so hangelt man sich mühsam durch viele Menüs per Joystick, bis man unter der erschlagenden Fülle der Optionen das Nachtdesign gefunden hat.

 

 

Das Kartenmaterial kommt übrigens von einer SD-Karte, die rechts neben den Bildschrim eingesteckt wird. Darstellung und Planungsoptionen bei Verkehrshindernissen lassen in der weiteren Bedienung eigentlich keine Wünsche mehr offen.

Das große digitale Tachoinstrument ist stets gut ablesbar und die im Armaturenbrett eingebettete MFA gibt im Klartext Auskunft falls es irgendwas wichtiges zu vermelden gibt. Komfortplus auch hier, zu einem unschlagbaren Preis.

 

• Verarbeitung / Qualität (+++OO)

 

Der neue Mégane ist wieder einen Hauch wertiger und erwachsener geworden. Oberflächenoptik und –haptik haben enorm zugelegt und doch merkt man das der Wagen eben doch nichts weiter als ein mit viel Kunststoff ausgegossenes Cockpit zu bieten hat. Die Karosseriespaltmaße wurden kleiner im Vergleich zu den Vorgängermodellen und die jüngere dynamischere Form im Kontrast zum dicken Heckbürzel mit der stark abfallenden Scheibe der Vorläufers steht dem aktuellen Mégane weitaus besser zu Gesicht.

• Verbrauch / Nutzen (++OOO)

 

Vorne wie hinten bietet der Mégane genug Platz – auch für Familien mit Kindern, sofern man keine weiten Strecken damit reisen möchte da der relativ kleine Kofferraum dem 5-Sitzer schnell Grenzen setzen würde. Der kleine 1.6’er Motor mit seinen 100 PS ist gewiss kein Kraftprotz, aber die 7,9l/100km im Praxisverbrauch nagen bei mir zumindest für ein Auto dieser Kompakt-Kategorie schon an der Schmerzgrenze.

• Kosten / Anmietung (+++OO)

 

Das komplette Wochenende war für ca. 80 EUR zu haben, exklusive Versicherungen – für dieses Auto ansonsten okay – gerade auch wegen des Navis.

Der getestete Wagen kostet laut aktueller Preisliste etwas mehr als 18.300 EUR, für einen 5-Türer mit dieser Ausstattung ein guter Kurs.

 


31.08.2011 07:44    |    ChrisCZT

Mein Beileid.... hast den Megane mit dem beschissensten Motor bekommen.... Mach den Test mal noch mal mit einem tce-Triebwerk, da kommt mehr, wenn man mal aufs Gaspedal drückt.

Ich glaube, den K4M hat man auch bloß für die Leasingfirmen als günstige und (relativ) zuverlässige Einstiegsmotorisierung im Programm behalten. Der ist schon bei bei meinem Megane II zu schwach auf der Brust.


31.08.2011 08:55    |    Käfer1500

guter, sachlicher Test!


04.09.2011 11:28    |    notting

Da ist wohl mind. ein Fehler in deinem Testbericht.

Dort ist offensichtlich auch das billige Standard-Radio verbaut. Ich vermute, dass die geschwindigkeitsabhängige Lautstärke-Anpassung bei dir noch auf 0 war (also aus). Ich muss nur beim Einschalten (wenn gerade kein Verkehrsfunk kommt, sonst wirkt es sich nur dort aus) nur 1x die Lautstärke erhöhen (blöde EU-Vorschrift), dann ist gut.

Vmax wird zumindest beim 6-Gang-Getriebe nicht im höchsten Gang erreicht, sondern nur im zweithöchsten.

Für schnelle AB-Abschnitte ist der Megane III IMHO schon geeignet, nur halt nicht mit den Basismotoren.

Ich habe den 81kW 1.6 16V. Auf dem Weg zur Arbeit mit viel Autobahn (wenn ich nur kurzzeitig mal über 130km/h fahre) habe ich selbst im Winter nur einen Verbrauch von max. 7,5l, im Moment etwas weniger, am Anfang war's etwas mehr (der von dir gefahrene dürfte ja recht neu gewesen sein).

 

Der Rest deckt sich mit meinen Erfahrungen, nur dass ich kein TomTom hab.

 

notting


05.09.2011 22:45    |    Standspurpirat36305

Ich fand den Mégane zu jedem Zeitpunkt angenehmer als den merkwürdigen 6er Golf mit seiner komischen Lenkung und der dubiosen Lichtbedienung. Das der K-Motor (1,6 16V) brummig ist, wissen wir Renault-Fahrer, seit er 1995 als 1,6 8V mit 66 kW im Mégane I geboren wurde. Ich bin bisher rund 160.000 Kilometer mit dem K4M-Motor in Laguna I, Mégane I, Clio II und Mégane II gefahren und habe mich nie an ihm gestört, schon weil ich nie mehr als 6,8 Liter mit ihm verbraucht habe.:D


06.09.2011 11:21    |    der_Derk

Hmja - ein 1.6er Kompaktwagen mit 100 PS, der "nur" 180 km/h fährt und dabei knappe 8 Liter braucht... Könnte man bemängeln, wenn das unter Seinesgleichen eine schlechte Leistung wäre, aber welcher Konkurrent (mit vergleichbarer Motorisierung) kann es denn besser? Ich hab' bisher weder mit Golf, Focus noch Altea signifikant bessere Werte einfahren können, insofern lässt sich da höchstens generell über die Einstiegs-Benziner nörgeln ;).


08.09.2011 20:18    |    Meggi Grandtour

Alles schön und gut beschrieben, aber mit der Federung mußt Du an ein anderes Fahrzeug gedacht haben. Der Megane III hat eigentlich den Nachteil, dass er viel zu straff gefedert ist und daher auch zum Teil poltert. Genau das wurde auch in den bisherigen Tests bestätigt. Mit anderen Worten: Dagegen ist der Golf VI ne' glatte Schiffsschaukel!

 

Gruß

Meggi


05.10.2012 20:36    |    fudder83

Ich frag mich was man sound technisch den von einen 100ps motor in einem Auto der golfklasse erwarten will .Mit sicherheit kein achtzylinder gebrabbele.Das 100ps benziner in den heutigen schweren autos in der regel keine Beschleunigs wunder bringen , damit sollte man sich abfinden.Zu mal wie schon geschrieben nicht die beste motor version erwischt hast.Der kleine Turbobenziner geht wesentlich besser.

 

 

ansonsten gerade das megane Coupe finde ich sehr schön. Würde ich jedem golf, scirocco oder sonstigen sogenannten Premium auto vorziehen. Übriges gibt es auch ein hochwertiges audio system von Bose ab werk für den Megane.Wenn die autovermietung nur das kassen modell ordert. kann der Megane nichs für .

 

Finde es lustig das die zustraffe federung angemerkt werd. Bis vor paar jahren wurde die weiche federung und sitze in franz. Autos von deutschen Auto ,,fachzeitschriften´´ ständig runtergemacht. Jetzt bauen sie straffere federung jetzt ist es auch nicht richtig.Machmal versteh einer die leute.


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