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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

06.09.2011 13:05    |    taue2512    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: 207, 207CC, CC, Mietwagentest, Peugeot, Sixt

Und schon wieder war ich zusammen mit meiner Freundin in Deutschland unterwegs, weil wir zu einer Hochzeit eingeladen waren. Als wir Freitag in Bremen ankamen, hatte uns Sixt schon mal zuvorkommender weise vorsorglich ein kleines Cabrio für uns reserviert – passend zum (fast) letzten brauchbaren warmen Sommer-Sonnen-Wochenende.

Diesmal sollte es ein Peugeot 207CC sein.

 

• Vorstellung / Fahrbericht (++++O)

 

Der kleine und fahrfertig etwas über 1.550kg schwere französische oben-ohne Flitzer macht mit seinem energischen 115kW-Triebwerk schon sehr viel Spaß. Manchmal jedoch scheint das 6-stufige Getriebe – besonders in den ersten beiden Gängen nicht so ganz 100%ig auf so viel Power des 1,6l-Motors abgestimmt zu sein, denn manchmal geht der Gangwechsel in diesem Bereich ein wenig ruppig und zuckelnd über die Bühne. Diese Tatsache fällt aber auch gerade wegen des recht straffen Fahrwerkes nicht so sehr ins Auge denn entgegen aller französischen Gepflogenheiten ist dieses Chassis schon deutlich härter als bei vergleichbaren Konkurrenten. Die äußeren Abmessungen können täuschen: Der Radstand des 207’ers ist mit 2,54m sogar ganze 2cm länger als der meines Mégane Coupé Cabriolets.

 

 

Schade das Peugeot diesem Flitzer nicht von Haus aus ein paar breitere haftfreudigere Reifen spendiert hat, denn Aufgrund der als mehr als ausreichend zu bezeichnenden Motorisierung tendiert der Wagen manchmal in schnell gefahrenen Kurven besonders im Heckbereich dazu ein wenig boshaft zu werden, insbesondere dann wenn das metallene Klappdach im Kofferraum verstaut ist und so den Schwerpunkt weiter nach hinten gelegt hat. Hier greift das ESP denn aber sanft und bestimmt ein, um schlimmeres zu verhindern.

 

Beachtliche 220km/h liegen am Ende an, wenn man dem Franzosen die Sporen gibt wobei der Sprint von 0 auf 100km/h laut Werksangabe 8,6 Sekunden dauern soll – diese fast 9 Sekunden kommen einem als Fahrer aber ganz und gar nicht so lang vor denn alles in allem verfügt der spritzige Motor eigentlich immer und in fast jedem Geschwindigkeitsbereich noch über ausreichend Reserven.

 

• Bedienbarkeit / Intuitivität (++OOO)

 

Ein wenig spartanisch jedoch gibt sich die Ausstattung – und immerhin handelte es sich beim getesteten Wagen schon um eine gehobene Variante. Neben den üblichen Merkmalen wie elektrischen Außenspiegeln und automatisch abblendendem Innenspiegel verfügt das Auto lediglich noch über einen Bordcomputer und über ein vom Klang her ein wenig durchwachsenes und blechern klingendes CD-Radio mit Bediensatellit am Lenkrad.

 

Das wichtigste Merkmal eines Cabrios ist ja schließlich das Dach und hier muss man leider anmerken, dass dessen Öffnungs- und Schließprozess verglichen mit anderen Stahldach-Cabrios doch einen kleinen Tick länger dauert und man das beim 207CC mit zwei getrennten Knöpfen erledigen muss, wo z.B. der Mégane und ein Mercedes SLK nur einen einzelnen Knopf für das Runterfahren der Seitenscheiben und die Dachöffnung bieten. Besonders viel Zeit geht beim getrennten Hoch- und Runterfahren der vorderen und hinteren Seitenscheiben drauf, was sich leider aufgrund deren Konstruktion – insbesondere der Dichtung dazwischen - nicht parallel bewerkstelligen lässt.

 

 

Alle weiteren Bedienelemente befinden sich an ihrem erwarteten Platz und lassen kaum Wünsche offen.

 

• Verarbeitung / Qualität (++++O)

 

Für ein Cabrio fühlt sich die Karosserie erfreulicherweise sehr steif an, im Innenraum quietscht und knarzt nichts und auch das Dach bleibt im geschlossenen Zustand erstaunlich still im Bereich der vorderen Dichtungen, sogar wenn man mal ein paar Schlaglöcher überfährt. Hier kann der Peugeot punkten.

 

• Verbrauch / Nutzen (++OOO)

 

Die hinteren beiden Plätze sind wirkliche Notsitze und weder Kindern noch Erwachsenen über eine längere Distanz zumutbar. Die Rückenlehnen sind sehr steil und die Beinfreiheit stark eingeschränkt, selbst wenn die Passagiere vorne auf ein Maximum Platz machen. Auch der Einstieg nach hinten gelingt bei geschlossenem Dach nur mit ein paar Verrenkungen. Dieses Auto sollte wirklich nur von zwei Personen bewegt werden.

 

 

Der spritzige und hochgezüchtete 1,6l-Motor gibt sich besonders bei zügiger Fahrweise recht durstig: Knapp 10,8l verbrauchte ich bei zwei Personen mit ein wenig Zuladung bei einem Autobahn-/Landstraßen-/Stadtmix von ungefähr 65/25/10%, eine Menge Holz für einen kleinen Hüpfer – dazu fuhren wir ca. 40% der Gesamtstrecke „offen“ und wegen des fehlenden Windschotts in gemäßigten Geschwindigkeitsbereichen.

 

• Kosten / Anmietung (++++O)

 

Das komplette Wochenende war für ca. 80 EUR zu haben, exklusive Versicherungen – guter Kurs für ein kleines Cabriolet (wenn das Wetter dazu passt).

 

Der getestete Wagen kostet laut aktueller Preisliste etwas mehr als 23.700 EUR, für eine Cabriolet das zu diesem Preis sowohl offen als auch geschlossen wegen des Stahldaches und des Motors eine gute Figur macht – insbesondere wenn man bedenkt das der schärfste Cabrio-Konkurrent aus dem Hause Renault und vergleichbaren Optionen zwischen 3.000 und 5.000 EUR mehr kostet.

Peugeot207CC_115kW.pdf (824 mal heruntergeladen)

06.09.2011 14:18    |    John-John

Holla, der Verbrauch ist aber nicht von schlechten Eltern!:eek:

Ansonsten ein ganz nettes Fahrzeug, wobei ich den CC optisch auch in dieser Generation nicht wirklich umwerfend schön finde. 

 

Vielen Dank auf jeden Fall für den sehr informativen und angenehm lesbaren Bericht!


06.09.2011 14:23    |    FocusAG

Schöner Bericht. Aber fast 1,6t Gewicht sind dann doch ganz schön happig für einen Kleinwagen, auch wenn es ein Cabrio ist.


06.09.2011 18:00    |    Multimeter37665

Man muss beim Gewicht aber auch mal die Größe bedenken. Der 207CC ist immerhin so Groß wie ein Golf 3 Cabrio, welches auch über 1,3 Tonnen auf die Waage bringt.

Wenn man nun den zusätzlichen Schnickschnak, die höheren Sicherheitsreserven (mehr Versteifungen, mehr Airbags) und auch noch das Stahldach dazurechnen...


06.09.2011 19:44    |    Total2

der Grundpreis beträgt 22.700€, und die Ausstattungstufe Premium ist die Zweite von Sechs, da ist also noch Luft nach oben.

Die Reifen waren vermutl. wie bei 80% aller Mietwagen Ganzjahresreifen? Da ist es nicht verwunderlich, dass sie schnell an das Gripende stoßen.

Ansonsten nettes Auto welches konkurenzlos ist in dieser Klasse und guter Bericht.


06.09.2011 20:12    |    Rockport1911

Also Ich denke das das Gewicht in Ordnung geht. Was aber nicht geht sind die von dir beschriebenen Getriebeprobleme. Was nützt einem ein starker, spritziger Motor wenn man für die Schaltvorgänge länger als meine Oma braucht weil man den Gang nicht reinbekommt ?


01.04.2012 00:55    |    Rostlöser21368

Hallo !

 

Wenn das kein Zufall ist. Habe mir am 24.03.2012 einen Peugeot 207 CC THP 155 in einem Autohaus in Simmern (Hunsrück) gekauft.

Beim Anschauen der Bilder fiel mir das Kennzeichen auf. Irgendwo hatte ich es schon mal gesehen. Schnell mal in den Fahrzeugbrief reingeschaut und siehe da das Kennzeichen stimmt mit dem auf dem Bild überein. Lustig ;-)

 

Also ich bin nach einer Woche total begeistert von dem Wagen. Spritziger Motor der bei sparsamer Fahrweise mit 7,4 - 8,0 Liter auskommt. Er lässt sich auch noch im 4ten Gang mit 50 kmH sehr angenehm fahren. Die Ausstattung geht voll in Ordnung. Ich mag diesen ganzen Elektronik Mist mit Mäusekino etc. überhaut nicht. Hier hat Renault (die ich bisher immer fuhr) in den letzten Jahren etwas zu viel des Guten in ihre Autos eingebaut. Ich brauche schöne Rundinstrumente und die wesentlichen Informationen die ein Mensch braucht. Das bietet mir der Wagen in jeder Hinsicht.

 

Grüße aus dem Rheinland

 

Thomas


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