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15.06.2010 13:53    |    taue2512    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: C-Max, Focus, Ford, Mietwagentest

Meine Leser wissen ja bereits das ich am 3. Juni extra von Athen nach Frankfurt für einen Tag geflogen bin, um die Fachmesse Abenteuer & Allrad in Bad Kissingen besuchen zu können. Im Internet buchte ich deshalb bei Sixt eine Kategorie, welche folgende Kriterien erfüllen sollte: Ausreichend Platz (zur Not soviel als das man sich darin schlafen legen kann) und eine Klimaanlage (denn in Deutschland war ausnahmsweise auch mal gutes Wetter). Ein Navigationssystem war keine Pflicht, da ich mein Nokia N97 dabei hatte.

 

Als ich nach gut dreistündigem Flug am Fronleichnams-Tag in Frankfurt ankam, mußte ich erstmal das Sixt-Büro finden. Lufthansa kommt in Terminal 1 an, also mußte ich rüber zu Terminal 2 mit dem Skytrain. Dort ging dann das gesuche los, denn die Beschilderungen am Frankfurter Flughafen sind sowas von bescheiden. Rund 25 Minuten nach dem Verlassen des Flugzeuges stand ich also vor der orangefarbenen Theke. Dort durfte ich mich entscheiden: Golf, Kuga oder den C-Max. Und weil ich was geräumiges suchte und die beiden anderen Kandidaten schonmal im Test hatte, entschied ich mich für Ford's MPV.

 

 

Der Weg runter ins Parkhaus musste dann auch erstmal gefunden werden und war relativ lang. Aber okay, Frankfurt maßt sich ja schließlich den Status einer Groß-/Weltstadt an.

 

* Vorstellung / Fahrbericht [++++O]

 

Da stand er nun, der C-Max der mir während der nächsten 20 Stunden meines Aufenthaltes in Deutschland als Transportmittel und Hotelzimmer zugleich dienen sollte. Von aussen wirkt er nicht unbedingt so riesig, wie das kürzel MPV zuallererst vermuten läßt. Angenehm fällt beim Einsteigen die recht hohe Sitzposition auf. Sofort fühlt man sich heimisch, wenn man schonmal in einem Ford gesessen hat. Ein aufgrund der Neigung der Frontscheibe recht breites Armaturenbrett lud geradezu dazu ein, das ich darauf mein N97 als Behelfs-Navi platzieren konnte und trotz der beheizbaren Frontscheibe fand mein Handy recht schnell zu einer Ortsbestimmung und der Routenplanung in das rund 135km entfernte Bad Kissingen.

 

 

In den ersten Kurven fällt einem sehr die für ein Fahrzeug dieser größe recht leichtgängige Servolenkung auf, man muß sich regelrecht darauf konzentrieren nicht unversehens die Lenkung zu verreissen. Daran gewöhnt man sich aber recht schnell. Woran ich mich aber überhaupt nicht gewöhnen konnte ist das ein wenig unergonimisch angebrachte Gaspedal, besonders auf dem schnell gefahrenen Autobahn-Teilstück. Mir schmerzte ein wenig der Knöchel bei Vollgasfahrt, da man den Fuß auf dem Pedal sehr überstrecken muß.

 

 

Auffällig ist das es kaum nervige Windgeräusche bei der Fahrt im C-Max gibt, selbst bei der Vmax von 215 km/h in dieser Motorisierung von 92kW ist das Motorengeräusch aufdringlicher als der Fahrtwind. Erfreulicherweise zeigt sich die recht klobige Karosse auch wenig Seitenwindanfällig, sogar auf windigen Autobahntalbrücken bleibt das Auto stur in der Spur. 

 

* Bedienbarkeit / Intuitivität [++++O]

Qualitativ ist an diesem Auto nichts auszusetzen, vermissen tat ich lediglich nur den fehlenden Tempomaten. Spaltmaße an der Karosserie stimmen und alles ist einfach am rechten Fleck platziert. Der Wiedererkennungswert zu anderen Modellen aus dem Hause Ford ist sehr hoch und insider finden sich sofort im C-Max heimisch.  

 

 

* Verarbeitung / Qualität [+++OO]

Die Klangqualität des CD-Radios ist für den Aufpreis hervorragend, trotz des akkustisch aufgrund seiner größe recht problematischen Innenraumes klingt es bei allen gefahrenen Geschwindigkeiten rund und voluminös. Eine Bluetooth-Kopplung mit meinem N97 war ohne Probleme möglich. Die Lichtausbeute der einfachen Halogenscheinwerfer ist recht gut, Nachtfahrten auf kurvigen Strassen machen durch das recht gleichmäßige Lichtprofil sehr viel Spaß.

 

Ein wenig hakelig ist manchmal die Gangschaltung beim zurückschalten vom 5. in die beiden unteren Gänge, in Verbindung mit der recht sensitiven Lenkung kann dies unter Umständen manchmal zu kleineren Schlenkern führen.

 

 

Die Sicht nach hinten ist ausreichend, nach vorne hin bieten die kleinen Dreiecksfenster vor der A-Säule ein zusätzliches Sichtfeld und ein plus an Sicherheit.

 

* Verbrauch / Nutzen [+++OO]

 

Ich verbrauchte bei überwiegend zügiger Autobahnfahrt im Vollastbereich gepaart mit ein paar schnellen Serpentinenreichen Nebenstrecken rund 8,2l/100km - für so viel Auto mit derart gehobenem Reisekomfort selbst auf den Rücksitzen ein angemessener Wert.

 

Und da sind wir beim Kernthema: Für knapp 25.000 EUR bekommt hier eine Familie mit Kindern ein schickes mobiles Eigenheim. Denn hinten verfügen die mitreisenden Passagiere über nette Gimmicks wie Klapptische und Steckdosen für Gameboy & Co.

 

 

Und nächtigen kann man in einem C-Max auch relativ entspannt, vorausgesetzt es ist warm draußen oder man hat die optionale Standheizung mitbestellt.

 

 

* Kosten / Anmietung [++++O]

 

Meine Anmietung von Donnerstag auf Freitag kostete rund 65 EUR inklusive aller Zuschläge und Gebühren, also mit ungefähr 32 EUR kostete der C-Max genauso viel wie der Nissan Note. Im Hinblick auf die vielen versteckten innernen Werte und den besseren Motor, kann ich aber jedem den Ford C-Max ans Herz legen, egal ob als alleinreisender oder mit Kindern.

Ford_Cmax.pdf (810 mal heruntergeladen)

15.06.2010 17:01    |    Fiesta 1.6TDCI

Zitat:

In den ersten Kurven fällt einem sehr die für ein Fahrzeug dieser größe recht leichtgängige Servolenkung auf, man muß sich regelrecht darauf konzentrieren nicht unversehens die Lenkung zu verreissen.

Einspruch. Hast du mal in den Bordcomputer geschaut? Dort kannst du die Lenkung zwischen Normal, Comfort und Sport umstellen. Gut möglich, dass einer deiner Vorgänger die Lenkung auf der leichtgängigen Comfort Stellung stehen gelassen hat. Spätestens im Sportmodus dürfte sich keiner mehr über eine zu leichtgängige Lenkung beschweren. ;)

Für den Alltag bietet die normale Einstellung imho einen guten Kompromiss zwischen Feedback und Leichtgängigkeit.


15.06.2010 18:32    |    Faltenbalg11665

Kann deinem Bericht voll und ganz zustimmen, hatte letzte Woche einen C-Max mit dem 1,6l Motor als Leihwagen.. Ich finde der 1,6l-Motor geht in dem Auto garnicht, für lange Strecken ist das grausam. Habe auf ~600km 1,5 Tankfüllungen durchgeblasen..


15.06.2010 19:49    |    Achsmanschette32558

Sehr interessant geschriebener Bericht.

 

Danke für die Objektivität. :)

 

Gute Fahrt wünscht Leto Atreides


18.06.2010 13:50    |    Acura1977

Also angesichts dessen, daß man in meinem Focus den Diesel auf der Autobahn quasi gar nicht mehr hört, frage ich mich doch sehr ob beim getesteten C-Max die Windgeräusche so viel niedriger ausfallen, oder der Motor so extrem viel lauter ist als bei mir ;)

 

Vor ein paar Jahren hatte ich mehrmals für einen Tag einen ebensolchen C-Max 1,8l mit 125PS als Ersatz für meinen Escort 1,8l mit 115PS. Trotz der Mehrleistung von 10PS empfand ich den C-Max stets etwas schwachbrüstiger, was sicherlich am deutlichen Mehrgewicht liegt.

 

Begeistert war ich jedoch von der Sitzposition und der Position des Schaltknüppels ! Wenn die kleinen Armlehnen an den Vordersitzen vorhanden sind kann man sich so richtig bequem einlümmeln und quasi aus dem Handgelenk heraus schalten :)


19.06.2010 22:51    |    wolftaps

Der Diesel ist von Haus aus besser zum Innenraum hin gedämmt. Deshalb macht die Aussage schon Sinn.

 

Fahre selbst den 1.6 TDCI und bin mit den Fahrleistungen soweit zufrieden. Man kann ohne Anstrengung bis auf 180 km/h beschleunigen, danach wirds allerdings etwas zäh. Aber das finde ich als Familienvater mehr als ausreichend.

 

Finde den Bericht gut und sehr objektiv. Das mit der Servolenkung führe ich auch auf eine "falsche" Einstellung zurück.

 

Der C-Max ist einfach ein super Auto für kleine Familien und man kann ohne große Probleme lange Strecken zurücklegen.


26.06.2010 01:54    |    ignis123

Ein ausführlicher objektiver Testbericht, nicht aus dem Hause ADAC, Auto-Bild & Co. Der C-Max ist ein sehr gutes Auto, ich habe es selber ausprobiert. Gruß ignis


05.07.2010 13:18    |    Chuck Chillout

Schöner Bericht, mein eigener hätte vielleicht sogar nicht so positiv ausgesehen ;)

 

Die Stärken des C-max kommen hier aber sehr gut raus, man bekommt wirklich sehr viel Auto für einen (im Vergleich zu den Mitbewerbern) moderaten Preis. Empfehlen kann man durchaus das aufpreispflichtige Sonyradio (auch wenn der Aufpreis unverschämt hoch ist!) und ganz klar Bi-Xenon. Wir haben uns noch zusätzlich für das Panoramdach entschieden, da es das Raumgefühl noch erheblich verbessert und v.a. den kleinen Passagieren auf de Rückbank immer wieder aufs neue gefällt.

 

Allerdings ist der 1.8 gerade auf der Autobahn meiner Meinung nach zu schwach und v.a. ist der 5. Gang viel zu kurz übersetzt, wordurch auch das laute Motorengeräusch entsteht. Würde ich nochmal einen C-Max kaufen, wäre daher meine Wahl und auch meine klare Empfehlung der 136PS Diesel - mehr Durchzugsvermögen, 6-Gang Getriebe und natürlich auch ein besserer Verbrauchswert. Unser C-Max ist leider nicht unter 9l zu bewegen, was ich schon recht viel finde. Hier bessert Ford aber mit den neuen EcoBoost Motoren im neuen C-max ja nach.


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