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17.02.2009 10:15    |    taue2512    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: PEGI, USK, XBOX

Ja, hier geht's diese Woche um die PEGI. Nein, nicht um Peggy! Die ist 23 jahre alt und lebt mit Ihren zwei Kindern alleinerziehend in Bitterfeld...

 

Eine Meldung in dieser von wirtschaftlicher Depression gebeutelten Woche bringt das Gamer-Herz in Verzückung! Es geht wieder einmal um die heißgehasste USK, die den deutschen Hobby-Zockern ja bereits seit längerem ein Dorn im Auge ist.

 

Nun kommt gerade und komischerweise aus England ein erneuter Vorstoß auf EU-Ebene, der alle Zocker hoffen lässt: Die nationale USK soll durch die europäische PEGI abgelöst werden. Vorbei also die Zeiten, in denen ein Hobby-Kinderpsychologe des "Fordervereins für Jugend und Sozialarbeit e. V." drüber sinniert, ob das fachgerechte Zerlegen von "menschenähnlichen" Robotern nun moralisch verwerflich ist oder nicht. Das System der PEGI (Pan European Game Information) bietet eher eine Altersempfehlung für Erziehungsberechtigte und ist insofern liberaler, was die Altersgrenzen angeht als das System der USK.

 

Zwar werden Games, die bislang bei der USK in Deutschland mit "ab 18" eingestuft wurden oder die auf Antrag der USK von der BPjS indiziert sind nun nicht automatisch als "ab 12" oder "ab 17" bei der PEGI gewertet, aber immerhin bietet das PEGI-Rating feinere Nuancen und bietet m.E. den Eltern eine bessere Kontrolle über das was die Kinder so spielen. Es gibt bei der PEGI auf den ersten Blick erkennbare Symbole für "Diskriminierung", "Sex", "Drogen" und "Gewalt" auf den Verpackungen der Spiele.

 

 

Ich denke nur an die gute alte Zeit zurück, wo das Treiben der USK manchmal schon seltsame Stilblüten trug - die älteren unter Euch werden das vielleicht noch kennen: Capcom's Spielhallen-Klassiker "1942" war z.B. dank der USK & BPjS  nur in der raubkopierten "1942 + Trainer" Version vom Hersteller "Doctor Bit" in Deutschland indiziert, weil die USK im Jahre 1993 alle Hebel in Bewegung gesetzt hatte und das Thema des Spieles "jugendgefährdend" und "rassistisch" fand - das dies u.a. auf anti-japanische Kommentare in den Release-Notes des damaligen Crackers zurückzuführen war und eigentlich nichts mit dem Spiel zu tun hatte, erfuhr damals leider niemand und Capcom hatte das wirtschaftliche Nachsehen (weil Vermarktungsverbot).

 

Bleibt zu hoffen das die Politiker in Straßburg sich nun zusammenraufen und der Eingabe Ihrer englischen Kollegin - Arlene McCarthy - grünes Licht geben. McCarthy prangert unter anderem an, das Hersteller - wie in dem zvor beschriebenen Beispiel mit Capcom - in manchen Mitgliedsstaaten auf nationaler Ebene durch eigene Ratingsysteme blockiert und wirtschaftlich benachteiligt werden. 

Zum anderen soll nun der Handel und die Eltern mehr in die Verantwortung und Kontrolle gezogen werden. Aber über manche Ansichten läßt sich leider auch trefflich streiten: Die Besitzer von Internetcafés zum Beispiel sollen besser kontrolliert werden, denn laut einer von uns allen finanzierten Sudie nutzen ganze 3.2% aller Kinder zwischen 6 und 17 Jahren das Internet in solchen Cafés ohne Kontrolle oder Aufsicht.

 

Naja, wenn mir als 17-jähriger der Internetshop-Betreiber meine URL-History querliest, würde ich das jedenfalls nicht so toll finden. Aber eines hat sich nicht geändert: Unsere Europa-Parlamentarier sind nach wie vor weit ab der Realität und schweben anscheinend in anderen Sphären: Frau McCarthy meint, das in Zukunft zwangsweise in allen Spielen ein "roter Knopf" eingebaut werden sollte, der Erziehungsberechtigten eine bessere Kontrolle über Spieldauer und sogar den kompletten Zugriff für gewisse Altersgruppen unterbinden soll.

 

Na, denn muss ich wohl bald nur noch meine Kinder beim Tierarzt zusammen mit der Katze für den fälschungssicheren Wireless-Zugang zu ihren XBOX360-Profilen "chippen" lassen, damit das dann auch in der Realität so funktioniert wie sie sich das vorstellt.

 

Viele Hersteller haben aber bereits auf den Entwurf reagiert: Hier schonmal ein exklusiver Screenshot von Dead Rising 2 für die XBOX, mit eingebautem Knopf und neuem PEGI-Rating.

 

 

Weitere Informationen im Web:

www.usk.de/

www.pegi.info/de/index/ 


17.02.2009 13:30    |    Multimeter47054

Die Gute guckt, als hätte sie mehrere Tage am Stück WoW gespielt. :p


17.02.2009 14:57    |    troja_falls

nee, für eine WoW-spielerin ist die zu gebräunt ;)


17.02.2009 15:03    |    Multimeter47054

Das ist das Make-Up, welches der Fotograf noch schnell ins Gesicht geschmiert hat. :D


17.02.2009 15:23    |    topas1

Vorsicht, du darfst nicht USK und BPJM (nicht mehr BPJS, da das Wort Schriften durch das Wort Medien ausgetauscht wurde) gleichsetzen

Die wenigsten indizierten Spiele werden auf Antrag der USK indiziert, sondern auf Antrag allen möglichen Stellen, v.a. von Privatpersonen.

Das Pegi-System ist auch nicht liberaler als die USK.

Zum Beispiel.

"Company of Heros" -USK =a b 16, -Pegi = ab 18 oder

"Oblivion" -USK = ab 12, -Pegi = ab16

Bei etwa 90% der Spiele haben Pegi und USK die gleiche Einschätzung was die Alterseinstufung betrifft. Gleichzeitig gebe ich dir aber recht, dass die Pegi Piktogramme den Eltern schneller zeigen warum ein Spiel eine gewisse Alterseinstufung hat.

Meiner Meinung nach krankt das System an einer ganz anderen Problematik. Die USK Einstufung ist nur für den Verkäufer bindend und hat darüber hinaus keine rechtliche Wirkung. D.h. wenn die Bitterfeld Peggy meint, dass ihr 6 jähriger Kevin GTA IV spielen darf, dann darf der liebe Kevin das auch!

 

In Deutschland steht nämlich die pädagogische Meinung der Eltern über der Einschätzung der USK. Da der Gesetzgeber aber der Ansicht ist, dass der kleine Kevin vor gewissen Spielen geschütz gehört, gibt es in Deutschland die Indizierung. Ein richtiges Verbot von Spielen (wie etwa von Manhunt) gibt es dagegen in Deutschland nur sehr selten.

Ich will damit sagen, dass es in unserem Land darum so viele Indizierungen gibt, weil das Elternrecht zu liberal ist und nicht weil die BPjM so gemein ist.

Um wieder auf Peggy zurück zu kommen; die kann nämlich richtige Probleme bekommen, wenn sie ihren Kevin ein indiziertes Spiel spielen lässt (evt "Gefährdung des Kindeswohls" => Ärger mit Jugendamt [theoretisch]).

 

Sorry für den langen Kommentar

 

Gruß Topas


17.02.2009 15:40    |    Trennschleifer4123

Geiler Artikel,

 

freue mich drauf ihn in Ruhe zu lesen (wenn ich dann @home bin)

 

Danke schonmal vorab und viele Grüße

 

g-j:)


17.02.2009 16:15    |    taue2512

@topas1: Geh mir weg mir Jugendämtern, die habe ich - allerdings wegen einem anderen Thema - ganz weit oben auf meiner Liste. Das z.B. Oblivion von der USK eine niedrigere Freigabe bekommen hat als bei der PEGI ist doch klar: Da hat irgend so ein pseudo Psycho-Wollpulli-Träger die DVD in die XBOX geschmissen und drauf losgespielt und nach einer Stunde folgendes erkannt: Man bekommt keine Punkte fürs töten und lernt was über Hoppe-Reiter-Pferde, liest in alten Büchern und kommuniziert auf seinen Reisen mit anderen NPC's. Lobenswert, hat er sich gesagt - er hat ja auch nicht die Arenakämpfe erreicht...

 

Und da sind wir wieder bei der Verantwortung der Erziehung: Sollte sich der Staat nicht lieber komplett daraus halten und das die Eltern machen lassen?


17.02.2009 17:00    |    topas1

Bei der USK werden ALLE Spiele durchgespielt (auch verbuggte Betaversionen:mad:).

Ich habe dort übrigens noch keinen einzigen Wollpulliträger gesehen.;)

Das "System USK" funktioniert etwas anders als ihr denkt.

Dort sitzen einige Hardcore-Gamer die das Spiel durchspielen und anschließend vorstellen. Danach machen sich ein paar Pädagogen o.ä. über das Spiel Gedanken und zocken gegebenenfalls einzelne Passagen (oder in schwierigen Fällen auch das ganze Spiel erneut) durch. Das ist ein recht langwieriger und aufwendiger Prozess und hat nix mit "DVD in die XBOX geschmissen" zu tun.

Das die USK bei der Bewertung manchmal Fehler macht und ungünstige Entscheidungen trifft ist klar, dort arbeiten auch nur Menschen.

 

Um aber den Bericht zu zitieren:

 

Zitat:

Zum anderen soll nun der Handel und die Eltern mehr in die Verantwortung und Kontrolle gezogen werden.

Dieser Satz besagt genau das Gegenteil von:

 

Zitat:

Sollte sich der Staat nicht lieber komplett daraus halten und das die Eltern machen lassen?


Deine Antwort auf "Kontrollverlust: Aus USK wird vermutlich PEGI"

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