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27.03.2021 18:28    |    jennss    |    Kommentare (41)

Wir haben unseren ID.3 Business jetzt seit 10 Tagen und ich wollte schon mal die ersten Eindrücke notieren.

 

- Das Matrixlicht ist unglaublich, sehr hell und bisher hat sich niemand mit Lichthupe beschwert, außer ein LKW auf der Autobahn-Gegenseite, aber ich weiß nicht, ob das wegen mir war. Es scheint eigentlich zuverlässig zu funktionieren, auch wenn es in Amerika verboten ist, soweit ich weiß. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass auch Fußgänger ausgeblendet werden. Und die Schilder sind teils dermaßen hell, dass sie kaum zu erkennen sind. Ich habe das Matrixlicht im Cockpit nicht sofort gefunden. Man muss den linken Hebel wie beim Aufblendlicht nach hinten drücken. Dann ist die Automatik eingeschaltet, sofern im Setup aktiviert. In den Bildern ist ein Lichtvergleich mit Golf Plus, Abblendlicht im Stand. Matrixlicht ist erst außerorts ab ca. 65 km/h (?) aktiv. Das Kurvenlicht ist lustig, sieht man auch bei langsamer Fahrt bei jeder Lenkbewegung. Ich sehe die Matrix-Scheinwerfer als cool, aber nicht als Must-have an.

 

- Mit dem Menüsystem komme ich jetzt gut klar. Am ersten Tag musste ich noch etwas suchen, jetzt finde ich alles schnell. Es ist logisch aufgebaut, aber eben anders als gewohnt. Man muss ein neues Betriebssystem lernen, ähnlich wie Android.

 

- Das Ambientelicht ist nett, aber halt Spielerei, wie auch das Begrüßungslicht hinten und vorne.

 

- Der Innenraum gefällt mir mittlerweile richtig gut. Ich würde ihn gar nicht mehr anders gestaltet haben wollen. Es gibt sehr viele Ablagen, alles sehr praktisch, auch ein kleines Netz ganz vorne unten. Mit dem weißen Lenkrad wirkt es m.E. auch recht edel. Anders als manch andere habe ich Chrom-Ränder um die Belüftungsdüsen.

 

- Die dunkle Heckscheibe verdunkelt auch die Sicht durch den Rückspiegel. Nachts ist das echt nicht ideal, man sieht nicht viel. Zum Glück hat der Business die Rückfahrkamera. Die ist außen etwas verzerrt, aber sonst gut.

 

- Die Bedienung von manchen Schaltern ist nicht auf Anhieb zu erkennen. So kann man z.B. das LED-Licht im Innenraum auch dimmen mit Rüberstreichen (Edit: Nicht Streichen, sondern Gedrückthalten dimmt). Dafür gibt es kein gedrucktes Symbol. Die Sitzheizung kann man mit 2 Fingern auf den Temperaturtasten aktivieren. Dafür gibt es auch kein Symbol.

 

- Ein Schiebedach fehlt mir, ganz klar. Ich hoffe auf eine Nachrüstmöglichkeit. Luft von oben ist eben angenehmer als von den Seitenscheiben. Ein festes Glasdach wäre keine Alternative. Ich arrangiere mich jetzt mit den Seitenscheiben.

 

- Leider geht innen nach einiger Zeit das Licht aus, wenn man vom Bremspedal runtergeht. Das kann man nur wieder einschalten, indem man wieder die Zündung einschaltet (Start-Stop-Knopf oder Bremspedal).

 

- Die Spiegelabsenkung recht muss man erst im Menü aktivieren. Dann funktioniert sie mit Drehregler auf R.

 

- Keyless habe ich deaktiviert, aus Angst, dass mir das Auto in Wohnzimmernähe aufgeht. Ist aber vielleicht unbegründet. Auch das Komfortöffnen der Scheiben habe ich deaktiviert. Beim Golf gingen mir damals die Scheiben abends runter (bis ich es deaktiviert habe), beim BMW die Heckklappe auf und beim Smart das Cabriodach, weil ich die Schlüssel in der Hosentasche zusammen habe und der mittlere Knopf dort einige Sekunden gedrückt werden könnte. Gut, dass man den mittleren Knopf bei VW deaktivieren kann.

 

- Es gibt keinen großen USB-Anschluss mehr, nur noch USB-C. Finde ich nicht so optimal, aber ich habe mir extra ein Ladekabel dafür gekauft. Das Handy meiner Tochter kann nicht induktiv laden, meins schon. Das klappt gut, aber man kann dann nicht draufgucken, weil es unten drin liegt.

 

- Das mit der Ladekarte WeCharge muss ich noch herausbekommen, habe ich noch nicht gemacht.

 

- Für einen Fehler halte ich, dass der Antrieb in jedem Modus zurücksetzt auf Comfort, obwohl man das nicht sehen kann. Frisch eingestellt hat der Sportmodus sonst mehr Rekuperation als der Comfortmodus.

 

- Seit SW 2.1 scheint mir der Sportmodus beim Antrieb besser zu sein, nicht mehr so ruckig beim Anfahren. Auch kam mit 2.1 EasyOpen bei der Heckklappe dazu (zufällig bemerkt). Edit: Diesen Punkt sah ich nur 1x, danach nicht wieder.

 

- Was ist Innenraumüberwachung? Das findet man im Menü. Muss ich noch herausbekommen. Edit: Das ist die Alarmanlage, wenn sich bei abgeschlossenem Auto innen etwas bewegt.

 

- Lenkung in Sport nur minimal fester als in Comfort, deutlich leichtgängiger als im BMW 225xe (war mir zu fest). Insgesamt sehr gute Lenkung.

 

- Fahrkomfort ist ähnlich wie beim Golf, gibt keinen Anlass sich zu beschweren. Auch mit 20" alles ok.. Das ganze Fahrverhalten ist sehr gut und angenehm.

 

- Das Auto hat kein Reifendichtmittel und keine Minipumpe dabei, stattdessen Seal-Reifen. Ob das eine gute Lösung ist?

 

- Habe nach nur einer Woche mit Winterrädern die Räder wechseln lassen. Zwischen 18" WR und 20" SR merke ich weder bei der Beschleunigung noch beim Komfort einen klaren Unterschied. In der Optik sind die 20er meilenweit voraus. Der ID.3 erscheint als ganz anderes Auto, finde ich, viel sportiver. Das liegt m.E. am futuristischen Design, weniger an der Größe.

 

- Schön ist die Konfigurierbarkeit des Menüs (Kacheln) in der Mittelkonsole. Ich hätte gerne auch noch mehr Einstellmöglichkeiten beim Display hinterm Lenkrad. Man kann den View am Lenkrad wechseln, aber viel geht da nicht. Fahrdaten und SoC in Prozent sind leider nicht im frontalen Display.

 

- Auto-Hold finde ich zu ruckig beim Anfahren, habe ich mit SW 2.1 aber noch nicht wieder probiert. Habe es sofort deaktiviert.

 

- Komisch: Auto rollt im ersten Moment kurz zurück beim Anfahren am Berg, anders als Wandlerautomatik.

 

- Was bedeutet das Blinken auf dem Schlüssel? Habe ich bisher nicht verstanden.

 

- 0-100 habe ich mit Video gemessen (ca. 6,5 s.), kann aber nicht stimmen. Zahlen ändern sich zu spät, schwierig zu messen. Geht auch nicht mit App Race Timer, da kommen >10 Sekunden raus. Die Beschleunigung ist echt gut, aber es kommt natürlich darauf an, was man gewohnt ist. Der Smart reagierte noch einen Tick direkter als der ID.3.

 

- Der Bafa Antrag war einfach, ging an einem Abend.

 

- Die Sitze sind gut, aber etwas niedriger über dem Innenboden als im Golf Plus. Der Beifahrersitz ist im Business nicht höhenverstellbar.

 

- Der Lane Assist ist nicht so schlimm wie erwartet, brummt nicht im Lenkrad, wie ich das mal im BMW 225xe Probefahrzeug hatte. Im ID.3 gibt es eine kleine Lenkkorrektur und man wundert sich, was das war. Es irritiert. Müsste man wohl vor jeder Fahrt extra deaktivieren. Ich lasse es jetzt immer aktiviert. Finde den überflüssig.

 

- Die Verkehrszeichenerkennung ist gut, aber nur fast immer korrekt.

 

- Bei warmen Temperaturen ist der Verbrauch auf Kurzstrecken stark gesunken. Ob es da irgendwann noch eine Möglichkeit geben wird, im Winter auf Kurzstrecke die Akkuheizung zu deaktivieren?

 

- Ich finde es nicht so ideal, dass man nicht sehen kann, wie viel kW geladen werden, sondern nur km/Min. Ich habe jetzt bei CCS auch schon zwei defekte Ladesäule gehabt, bei Typ 2 mit Smart nie. Bei ca. 10 Grad und etwa 35% SoC hatte ich 5 km/Min.. Habe mehr erwartet, entspricht wohl etwa 50 bis 60 kW.

 

- Edit: Die Rückfahrkamera reagiert schnell, war beim Smart nach Einlegen des Rückwärtsgangs viel später da. Auch kann sie 180° hinterm Auto anzeigen (Winkel umschalten), sehr gut.

 

Insgesamt ist der ID.3 ein ganz tolles Auto. Der Antrieb macht eine Menge Fahrspaß (wenn auch nicht ganz so direkt im Ansprechen wie beim Smart, aber fast), die Lenkung und das Fahrverhalten sind super. Den für ein 4,26 m-Auto kleinen Wendekreis finde ich auch echt nützlich. Bei der Verarbeitung sehe ich keinen Anlass zur Kritik.

j.

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13.03.2021 14:47    |    jennss    |    Kommentare (140)

Bei E-Autos wird des Öfteren über den möglichen Wertverlust diskutiert und so manch einer möchte mit dem E-Auto-Kauf lieber warten bis sich die Entwicklungsgeschwindigkeit der Akkutechnik verlangsamt, um einen hohen Wertverlust zu vermeiden. Da ist sicherlich etwas dran, denn zweifellos wird die Akkutechnik immer besser. Von der ebenfalls sich verbessernden Lade-Infrastruktur profitieren jedoch auch alte E-Autos. Den geringsten Wertverlust haben bei E-Autos wohl jene mit großer Reichweite und schnellem Laden. So erfreuen sich ältere Teslas trotz teilweise mäßiger Verarbeitungsqualität auch gebraucht noch eines hohen Wertes.

 

Wer jetzt denkt, mit dem Verbrenner auf der sicheren Seite zu sein, täuscht sich wahrscheinlich, denn mit dem weiteren Ausbau der E-Mobilität und den Steinen, die der alten Technik in den Weg gelegt werden, dürften Verbrenner nicht gerade attraktiver werden. Euro 7 sorgt voraussichtlich dafür, dass die großen Motoren mit dem tollen Klang bald aussterben werden. Bleibt mit den restlichen 3-Zylindern und 4-Zylindern ein Argument weniger für Verbrennerfans. Schon jetzt gibt es bis 300 PS kaum noch 6-Zylinder. Ggü. einem 3-Zylinder macht der Sound einer Musikanlage bei leisem E-Motor schon mehr Sinn. Die Unterhaltskosten werden auch eher steigen (Steuer, Benzin). Die Menschen entdecken zunehmend die Attraktivität der E-Autos (Ansprechverhalten, keine Schaltung, Fahrkosten, Umweltaspekte, verbesserndes Ladenetz) und die Kaufpreise kommen zunehmend in günstigere Regionen. Auch wenn noch häufig versucht wird, die Umweltfreundlichkeit von E-Autos in Zweifel zu ziehen, wird doch langsam immer klarer, dass sie eben doch das Konzept mit der umweltfreundlicheren Perspektive und die Förderung nicht ohne Sinn ist.

 

Mehrere Auto-Hersteller wollen Verbrenner in absehbarer Zeit einstellen. Smart hat es vorgemacht und Verbrenner ab 2020 nicht mehr gebaut (dumm nur, dass die E-Smarts jetzt kaum lieferbar sind). Mini will ab 2030 keine Verbrenner mehr bauen, Porsche ab 2027 (ausgenommen evtl. 911er mit E-Fuels) etc.. Der Abschied vom Diesel kommt noch etwas früher als vom Benziner. Porsche hat gar keine mehr im Programm und andere Hersteller wie Volvo folgen bald. In vielen Ländern will die Regierung die Zulassung neuer Verbrenner ab ca. 2030 komplett untersagen, in Norwegen sogar schon 2025.

 

Wie ich schon mal in einem älteren Artikel getippt habe, sehe ich zwischen Elektromobilität und Digitalkameratechnik gewisse Parallelen. Heute sieht es so aus, dass man analoge Spiegelreflexkameras auf dem Grabbeltisch super billig findet. Selbst analoge Leicas, die früher besonders wertstabil waren, werden sehr günstig angeboten. Ganz so schlimm wird es bei Verbrennern in absehbarer Zeit wohl nicht werden, aber die Attraktivität sinkt sicherlich mit zunehmender E-Verbreitung. Wer also aufgrund der Wertstabilität noch nicht auf ein E-Auto setzen möchte, sondern lieber noch einen Verbrenner kauft, könnte falsch liegen. Sicher ist zwar noch gar nichts, aber die Aussicht ist schlechter als bisher. Auch der Gebrauchtmarkt wandelt sich.

 

Am einfachsten ist es, wenn man sich ein Auto kauft, ohne dabei den Wertverlust berücksichtigen zu müssen, d.h. entweder leasen oder kaufen und bis ans Ende fahren. Der Markt der Oldtimer wird sich wie schon bei Digitalkameras ändern. Es wird in Zukunft sicher weniger Oldies geben, was ich durchaus schade finde. Es sei denn, es wird eine günstige Möglichkeit geben, E-Oldies mit neuen Akkus zu modernisieren.

j.

 

Btw: Ich sehe PlugIn-Hybride etwas ähnlich wie das APS-Format in der Fotografie. Es ist eine Übergangstechnologie, die womöglich noch früher wieder aussterben wird als der Verbrenner ohne E-Motor.

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12.03.2021 14:01    |    jennss    |    Kommentare (348)

Welcher Ausstattungstyp bist du? (unabhängig vom Motor)

golfplus2007golfplus2007

Wir hatten unseren neuen ID.3 im Dezember 2020 erwartet und so habe ich da schon den Smart verkauft. Der ID.3 lässt jedoch noch auf sich warten (nächste Woche abholen) und so bin ich sehr froh, dass ich seit Dezember einen 14 Jahre alten Golf Plus aus der Familie leihen kann, der nur echte ca. 38000 km runter hatte (inzwischen +4000). Der hat 1,6 l. Hubraum, 102 PS und eine Wandlerautomatik. Im Winter liegt der Verbrauch bei 8,9 l.. Er ist echt nicht schnell und maaager ausgestattet, aber: Er fährt und das gar nicht so schlecht. Da kamen mir jetzt Gedanken, dass ein einfaches Auto eigentlich gar nicht so schlecht ist und man diese ganzen Extras, die mehr oder weniger schon üblich sind, nicht unbedingt braucht. Wir kommen erstaunlich gut mit dem Golf Plus klar. Er hat ein Plastiklenkrad, Halogenscheinwerfer, kein Navi, keine Rückfahrkamera, keine Sitzheizung und nicht mal Parksensoren. Was ich gerade so denke: Die ganzen tollen Extras, die man heutzutage bekommen kann, sind eigentlich alle nur nice-to-have. Sind wir zu verwöhnt und merken das gar nicht? Ich navigiere mit dem Handy, habe nur eine Saugnapfhalterung gekauft, klappt. Google Maps ist eh kaum zu schlagen ;).

 

Nun hatte ich bei der Bestellung des ID.3 schon lange überlegt, was ich nehme und mich für den Business entschieden, weil ich die Rückfahrkamera wollte, und dazu schöne 20"-Felgen. Man schaukelt sich beim Bestellen ja immer mehr nach oben. Daher wollte ich hier einfach mal ein kleines Plädoyer für Basismodelle halten :). Ich glaube, die sind die wahren Schnäppchen. Extras sind natürlich auch in der Entwicklung teuer, vor allem sowas wie ein Autopilot, aber braucht man das alles wirklich? Was sind die Dinge, die einen wirklich zufrieden machen mit einem Auto? Klar, die Zuverlässigkeit ist wichtig, aber ich meine so Sachen, die "aktiv zufrieden machen". Ich würde sagen, ein guter Antrieb ist wichtig, beim Verbrenner damit auch das Getriebe (die Wandlerautomatik ist gar nicht so schlecht, wenn auch natürlich nicht so reaktionsschnell wie ein E-Auto und leider macht sie das Auto zum Säufer). Beim E-Auto sind das je nach Einsatzbereich dagegen eher Reichweite und Ladeleistung. Ich freue mich auf unseren ID.3 Business schon sehr, aber mir geht gerade auch durch den Kopf, dass es ein einfacher ID.3, evtl. der Pro mit 204 PS, vielleicht auch getan hätte. Da hätte ich mal eben 8000 € oder so sparen können. Das wäre z.B. eine Leica Q2 plus andere nette Sachen :).

 

Geben wir zu viel Geld für Autos aus? Verleiten uns die tollen Konfiguratoren zu unnötig vielen Extras? Manche Leute stehen ja auf "Vollausstattung", andere auf Magermodelle. Welcher Typ seid ihr? Was ist euch wichtig bzw. wo setzt ihr Schwerpunkte?

j.

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Mein Blog hat am 06.02.2020 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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