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27.10.2020 23:51    |    jennss    |    Kommentare (168)

Jetzt ist der neue Toyota Mirai mit Brennstoffzellen-Antrieb vorgestellt worden und der Kaufpreis ist erstaunlich niedrig: 63900 €. Die Produktion startet schon im November. Hier sind mehr Infos:

https://ecomento.de/.../

 

Noch nicht bekannt sind z.B. die Fahrzeuglänge und die Motorleistung. Ich rechne etwa mit 5 m und ca. 180 PS. Aber das sind nur Vermutungen.

 

Durch den niedrigeren Preis erwacht wieder die Konkurrenzsituation zu Akku-Autos. Der Mirai ist sogar günstiger als das Model S von Tesla und (wahrscheinlich) der Lucid Air. Die Reichweite des Mirai dürfte nach WLTP bei ca. 570 km liegen. Zur Motorleistung gibt es noch keine Infos. Der neue Mirai sieht m.E. wesentlich attraktiver aus als der alte.

 

Zum Tankstellennetz habe ich festgestellt, dass es zumindest hier in der Hamburger Gegend deutlich besser geworden ist. Hatten wir vor ca. 2-3 Jahren (?) nur eine H2-Tankstelle, so sind es jetzt schon 4 und weitere 3 sind in Realisierung. Deutschland hat mit aktuell 86 H2-Tankstellen in Europa ein besonders gutes Netz.

 

Kritisiert werden kann beim H2-Antrieb weiterhin das Übliche: (Wahrscheinlich weiterhin) Relativ wenig Leistung (aber völlig ausreichend), vergleichsweise hohe Fahrkosten, kein Tanken/Laden zuhause, teure Infrastruktur (ca. 1 Mio. €/Tankstelle) und dass H2 zumindest in Deutschland zumeist nicht "grün" ist, sondern aus Erdgas gewonnen wird (grauer Wasserstoff), weil grüner Wasserstoff deutlich teurer ist. Aber das könnte noch besser werden. Wenn dann grüner Strom für die Elektrolyse genutzt wird, liegt der Verbrauch etwa doppelt so hoch wie bei direktem Verbrauch über Akku-Auto. Dazu braucht es dann halt ein paar mehr Windräder. Dafür kann man dann schneller tanken (ca. 6 Autos pro Stunde an einer Tanksäule, soweit ich weiß) als laden. Mit dem Tanken braucht man sich kaum umzustellen (nur Kanister kann man nicht mitnehmen), wenn man bisher Verbrenner fuhr. Zum H2-Speichern und -Transportieren braucht es keine Akkus, sondern nur druckfeste Behälter (700 bar) oder flüssigen Wasserstoff mit extrem niedriger Temperatur (-240 Grad).

 

Wie gefällt euch der Mirai? Würdet ihr ihn in dieser Preisklasse in die engere Wahl ziehen? In jedem Fall wäre er etwas Besonderes vor der Haustür :).

j.

 

PS: Diese Autos wären (im weiteren Umfeld) Konkurrenz für den Mirai:

 

[Toyota Mirai, ? PS (Vormodell hatte 155 PS), WLTP ca. 570 km, 63900 €]

 

Tesla Model 3 Performance, WLTP 567 km, ca. 500 PS, 61480 €

 

Tesla Model S, WLTP 652 km, 422 PS, 76990 €

 

Lucid Air, WLTP 653 km, ca. 490 PS, ab 2022, ca. 70000 €

 

Mercedes EQC, WLTP 360 km, 408 PS, 69.484,00 €

 

Mercedes EQV, WLTP 417 km, 204 PS, 90 kWh brutto, 69.588,40 €

 

Audi E-tron 50 Quattro Sportback, 308 PS, 71 kWh brutto, WLTP 287–349 km, 69.551,26 EUR

 

Polestar 2, 78 kWh, 408 PS, WLTP 470 km, 53540 €

 

Ford Mustang Mach-E AWD, 99 kWh, 351 PS, WLTP 540 km, 62900 €

 

Nissan Ariya AWD, 389 PS, 87 kWh, WLTP 500 km, Preis?, ab 2021

 

Volvo XC40 Recharge P8 AWD Pure Electric, 78 kWh, 408 PS, WLTP 418 km, 60.436,97 €

 

VW ID.4 1st, 204 PS, 82 kWh brutto, WLTP 499 km, 48690 €

 

Hyundai Nexo, 163 PS, WLTP ca. 650 km? (Nefz 756 km), 77008 €

 

BMW iX3, 286 PS, WLTP 450 - 458 km, 64.628,58 €

 

Alle Daten ohne Gewähr (bin mir nicht überall sicher wg. MwSt-Anteil). Möglicherweise kommt noch ein günstigerer Porsche Taycan, der aber sicher kaum unter 80000 € kommen wird.

Das Foto ist von Toyotas Homepage.

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21.10.2020 15:55    |    jennss    |    Kommentare (98)

model3model3

Tesla ist zweifellos ein Ausnahme-Auto-Hersteller. Tesla macht vieles anders und so polarisiert die Firma stärker als so ziemlich alle anderen. Tesla ist eine Mischung aus Apple und Chevrolet: Es wird amerikanische Verarbeitungsqualität kombiniert mit einem eigenen Ökosystem. Keine anderen E-Autos* können bei Superchargern laden und diese sind noch immer ein schlagender Vorteil von Tesla. Aber es sind nicht nur die Supercharger. Tesla hat die E-Mobilität sexy gemacht und man sollte die Firma noch wegen viel mehr Dingen würdigen. Es sind mittlerweile so viele Punkte zusammengekommen, dass man sich fragen kann, wo die E-Mobilität heute eigentlich ohne Tesla stehen würde. In folgenden Punkten sehe ich Tesla als wegweisend an:

 

  • Das Laden ist einfach, ohne Karte und mit hoher Leistung, zudem günstig und zuverlässig
  • Lade-Infrastruktur bestens mit Auto vernetzt
  • Ein starker Rechner im Auto, per OTA updatebar ohne Werkstattbesuch
  • Kobaltanteil stark reduziert und ist bald ganz raus aus Akkus
  • So große Akku-Kapazitäten für universelle Reichweiten gab es vor Tesla nicht
  • Hohe Leistungen, auch bei der Endgeschwindigkeit, großartiger Fahrspaß
  • Beste Effizienz und Aerodynamik
  • Sehr langlebiger Antrieb (mittlerweile)
  • Lieferbarkeit bestens durch gut organisierte Akkuproduktion
  • Reine E-Auto-Plattform ermöglicht mehr Gewinn bei E-Autos
  • Nach früher Entscheidung konsequent auf Akkus als „Tank“ gesetzt
  • Schneller Bau der neuen Fabriken (China, Deutschland)
  • Weg von der Rabattschlacht zu transparenten Preisen
  • Bestes Kunstleder als Standard (Ultrafabrics)
  • Lange Zeit führend in der Assistenz, auch wenn die Bezeichnung "Autopilot" kritisiert werden kann
  • Dogmodus, Campermodus, Spiele gegen Ladeweile

 

Sicher kann man noch mehr Dinge finden, die Tesla auszeichnen. Einige Sachen habe ich nicht aufgeführt, weil sie nicht eindeutig als Vorteil gesehen werden können, wie z.B. das Vertriebssystem – obwohl das nun teilweise auch Nachahmer wie VW findet. Zweifellos ist Tesla DAS Startup des letzten Jahrzehnts. Niemand anders hat die Sache so konsequent durchgezogen. Andere sind zumeist „vorsichtig gescheitert“. Obwohl ich kein Tesla-Fan bin, wollte ich diesen kleinen Artikel als Würdigung an Tesla und auch an den nicht unumstrittenen Elon Musk tippen, weil es auch gerade in der Summe der Punkte sensationell ist, was Tesla erreicht hat. Hut ab! Man kann auch allerlei kritisieren, aber das ändert im Prinzip nichts an den Errungenschaften, die eine große Auswirkung auf die automobile Zukunft haben. Die kreative Unternehmensphilosophie Teslas dürfte uns auch in Zukunft sicher noch einige bieten.

j.

 

 

*Ja, ich weiß, da gab es mal einen Bug, ist hier aber irrelevant :).

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19.10.2020 17:03    |    jennss    |    Kommentare (303)

Was gefällt dir besser, SUV oder Kombi?

passat-id4-golfpassat-id4-golf

Amerika hat den Trend vorgemacht, Europa scheint nachzuziehen: Immer mehr verdrängt der SUV den klassischen Kombi. Mit dem E-Antrieb werden die Karten neu gemischt und so scheint VW bei den ID-Modellen gar keinen Kombi mehr einzuplanen. Der ID.4 als gemäßigter SUV übernimmt da offenbar den Part, den bei VWs Verbrennern Golf Kombi, Passat Kombi und Tiguan einnehmen. Was meint ihr dazu? Schade oder konsequent?

 

Der Kombi ist niedriger, hat die bessere Aerodynamik. Dafür ist der SUV kürzer bei vergleichbarem Platz. Der Kombi hat den Schwerpunkt auf Kofferraum, der SUV ist da eher ausgeglichen zwischen Knieraum hinten und Kofferraum. Im Prinzip kann man auch E-Autos flacher bauen. Ein Model 3 Kombi wäre sicher möglich. Stattdessen hat Tesla aber das Model Y ergänzt, obwohl ein Model 3 Kombi mit vielleicht 20 cm mehr Länge ähnlich viel Stauraum bieten könnte und wahrscheinlich etwas mehr Reichweite hätte. Das Model 3 mit nur 1,44 m Höhe und 4,70 m Länge hat 580 km Reichweite (Longrange), das Model Y hat 505 km mit 1,62 m Höhe und 4,75 m Länge. Allerdings kann man SUVs nicht alle gleichsetzen, denn die Höhenunterschiede sind doch deutlich.

 

Beispiel VW:

 

ID.4

Länge 4,58 m

Höhe 1,63 m

Breite 1,85 m

Wendekreis 10,20 m

Radstand 2,77 m

 

Passat Variant

Länge 4,77 m

Höhe 1,51 m

Breite 1,83 m

Wendekreis 11,70 m

Radstand 2,78 m

 

Golf Variant

Länge 4,63 m

Höhe 1,50 m

Breite 1,79 m

Wendekreis 11,10 m

Radstand 2,67 m

 

Wofür würdet ihr euch im Prinzip eher entscheiden, Kombi oder SUV?

j.

 

PS: Im Bild sind die Größenverhältnisse korrekt.

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