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02.05.2017 18:00    |    jennss    |    Kommentare (24)

Welche Akkugröße würdet ihr wählen?

225xe-plugin-800
225xe plugin 800

Ich las jetzt schon öfter, dass Hybrid-Interessenten sich größere Akkus wünschen als angeboten werden. Das kann ich schon verstehen, aber ich denke auch, dass nicht-so-große Akkus auch ihren Sinn haben, da die Kosten großer Akkus auch erstmal wieder hereingefahren werden müssen.

 

Ich habe hier nur die NEFZ-Reichweiten notiert, auch wenn wir alle wissen, dass die nicht real sind. Real sind im Schnitt eher 3/4 Reichweite davon. Ich sehe folgende Punkte:

 

Pro größerer Akku (z.B. NEFZ 60-80 km):

- Mehr elektrische Reichweite sorgt für höheren Stromanteil und spart somit Fahrkosten bei Einsatz von Strom (übliche Nutzung)

- Verbrenner muss seltener einsetzen und wird ggf. damit geschont (Wartungsintervalle länger)

- Mehr Elektro-Feeling durch längere elektrische Strecke

 

Pro kleinerer Akku (z.B. NEFZ 20-40 km):

- Weniger Gewicht, bessere Beschleunigung

- Mehr Kofferraum

- Bei Nutzung ohne externen Strom (wie Vollhybrid gefahren) niedrigerer Verbrauch, da leichter

- Günstigerer Kaufpreis (Grob: 10 NEFZ-Kilometer kosten ca. 1000 € Akku und bringen +75 kg)

 

Jede Variante hat hier 224 PS (auch dauerhaft, da der Akku wie beim Vollhybriden auf einem Stand mit Speicherreserve gehalten wird, die immer einen Boost erlaubt, sofern man nicht gerade dauerhaft mit Höchstgeschwindigkeit fährt). Die hohe Systemleistung (inkl. Allrad) ist neben dem Sparpotential ja auch eine Aufgabe des Hybridsystems. Einen Punkt habe ich jedoch nicht berücksichtigt, weil ich mir da nicht sicher bin: Bringt der größere Akku auch mehr elektrische PS? Beim BMW 330e (40 km Reichweite) und 530e (50 km Reichweite) haben beide 252 System-PS, also die gleiche Leistung. Daher habe ich hier auch keine Unterschiede notiert. Aber bei einem Faktor 1:4 (20 km vs. 80 km) könnte es vielleicht doch einen Unterschied bei der Elektro-Leistung geben (?).

 

Wie würdet ihr entscheiden, wenn z.B. der BMW 225xe in 4 Akkuvarianten angeboten werden würde (außer bei 2. sind es alles Schätzwerte):

 

1) Akku für 20 km elektrische NEFZ-Reichweite:

- Auto wiegt 1585 kg

- Beschleunigt max. in 6,4 s. auf 100 km/h

- 450 l. Kofferraum

- Realer Verbrauch bei Fahren wie ein Vollhybrid (ohne externen Strom): 6,3 l.

- NEFZ-Verbrauch: 3 l.

- Preis 36800 €

 

2) Akku für 41 km elektrische NEFZ-Reichweite: (so wird er verkauft)

- Auto wiegt 1735 kg

- Beschleunigt max. in 6,7 s. auf 100 km/h

- 400 l. Kofferraum

- Realer Verbrauch bei Fahren wie ein Vollhybrid (ohne externen Strom): 6,5 l.

- NEFZ-Verbrauch: 2 l.

- Preis 38800 €

 

3) Akku für 60 km elektrische NEFZ-Reichweite:

- Auto wiegt 1885 kg

- Beschleunigt max. in 7,0 s. auf 100 km/h

- 350 l. Kofferraum

- Realer Verbrauch bei Fahren wie ein Vollhybrid (ohne externen Strom): 6,7 l.

- NEFZ-Verbrauch: 1,5 l.

- Preis 40800 €

 

4) Akku für 80 km elektrische NEFZ-Reichweite:

- Auto wiegt 2035 kg

- Beschleunigt max. in 7,3 s. auf 100 km/h

- 300 l. Kofferraum

- Realer Verbrauch bei Fahren wie ein Vollhybrid (ohne externen Strom): 6,9 l.

- NEFZ-Verbrauch: 1 l.

- Preis 42800 €

 

Leider kann ich bei 1, 3 und 4 keine sicheren Angaben machen und nur schätzen, aber die Tendenz der Werte ist ja zumindest klar.

j.

 

EDIT: Ich habe die Verbrauchsunterschiede ohne Strom etwas verkleinert, denn bei den "Elektrikern" schlägt sich das Gewicht ja nicht so nieder wie bei den Verbrennern, denn hohe Gewicht bringt ja auch wieder viel Rekupationsenergie.

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02.05.2017 21:36    |    Trackback

Kommentiert auf: BMW 2er F45 & F46:

 

225xe - hat ihn schon jemand?

 

[...] Kleine Umfrage zum 225xe:

http://www.motor-talk.de/.../...he-akkugroesse-ist-ideal-t6021769.html

j.

[...]

 

Artikel lesen ...


02.05.2017 22:12    |    Schwarzwald4motion

Hallo,

Da ich in meinem Fall auch bei 60-Nenn km und echten 45 km (Bergig) spätestens in der kalten Jahreszeit keine reine E-Fahrt hinbekäme, und aufgrund meiner Probefahrtmessung sich das Gewicht beim zurückfahren enorm bemerkbar macht entscheide ich mich für die 20 Km Nenngröße.

Leider gibt es hierfür keine staatliche Förderung, aber eine Hybrid Pendlerversion mit größerem Tank und ein wenig Spielraum der E-Kapazität (z.B. für Ortsdurfahrten oder Stop+Go) würde oft ausreichen da die Stromkosten inkl. Ladeverluste bei dieser Gewichtsklasse nicht wirklich günstig sind.

 

Als selbst-Stromerzeuger würde ich selbstredend die 80Km-Version Favorisieren.


02.05.2017 23:14    |    magiceye04

Da mein Fahrprofil überwiegend Autobahn ist, aber ich 20km für einen Witz halte, würde ich Variante2 nehmen.

Das reicht, um durch die Stadt zur Autobahn zu gelangen oder auch mal die ganzen Erledigungen in der Stadt zu machen. Allerdings unter der Vorraussetzung, dass der Akku im Benzinbetrieb auch wieder mit aufgeladen wird, also nach einer längeren Autobahnfahrt auch wieder randvoll ist.

60 oder gar 80km würde ich nur brauchen, wenn meine Pendlerstrecke so lang wäre, ist sie aber nicht.

 

Noch besser fände ich es aber, wenn man einfach 4 Module a 20km im Kofferraum einstecken könnte und wenn man mal viel Platz braucht, z.B. für die Urlaubsfahrt über die Alpen, dann bleiben die Dinger einfach komplett zu Hause.

Damit könnte man auch auf geänderte Streckenanforderungen flexibel reagieren.

 

NEFZ-Angaben sind bei Hybriden irgendwie witzlos, die würde ich gar nicht erst anschauen im Prospekt. Da gehört meiner Meinung nach eine reine Benzin und eine reine Elekto-Verbrauchsangabe hin und jeder stellt es sich ja nach Bedarf selbst zusammen. Mit einer Akku-Reichweite, die gleich der NEFZ-Strecke ist, wäre man ja bei Null...


03.05.2017 10:07    |    jennss

Dass es für die 20 km-Version keine Hybridprämie gäbe, daran hatte ich jetzt gar nicht gedacht. Dann kostet die 41 km-Variante ja gar nicht mehr. Naja, immerhin hat man so mehr Kofferraum und Beschleunigung, was ja auch nett ist. Es kann sein, dass die Beschleunigungsdifferenzen noch etwas größer sind. Ist halt schwer abzuschätzen.

 

Selbst wenn man die 80 km täglich nutzen könnte, wäre es unklar, ob sich das refinanziert, denn Akkukapazität ist doch ziemlich teuer. Zudem muss man sich mit Kofferraum-Einschränkungen arrangieren und etwas Beschleunigungsdefizit hinnehmen. Ich glaube, BMW hat genau solche Überlegungen wie in dieser Umfrage auch gemacht und sich dann für die Variante mit 41 km entschieden, nicht zuletzt auch, weil der Preis abschrecken könnte. Man möchte doch gerne (ohne die Prämie schon) Null-Aufpreis für den Hybriden haben.

 

Allgemein kann man den E-Motor als Alternative zum größeren Turbo sehen. Der 225xi hat einen 2,0 l.-Motor mit großem Turbo. Der 225xe bietet (naja, bis 125 km/h) etwa die gleiche Leistung und der E-Motor stopft da das Turboloch. In den unteren Geschwindigkeiten ist er nach Zeperfs schneller als der 225i. Das ist allerdings auch klar, denn der 225i hat ja keinen Allrad. Der 225xi fehlt bei Zeperfs noch. Aber man kann 330e und 330i vergleichen (beide mit Hinterradantrieb). Da liegt der 330e bis 80 km/h auch noch leicht vorne. Was man in den Messungen nicht sieht, ist das Ansprechen im Alltag. Der E-Motor hat ja kein Turboloch. Der BMW-Verkäufer sagte mir, der 330e geht subjektiv besser ab als der 330i. Und der 330e hat ja auch 420 Nm vs. 350 Nm beim 330i.

 

Wie der Ladestand unterwegs ist, kann man beeinflussen. Da gibt es viele Modi, z.B. den Standard-Modus Auto eDrive mit Comfort. Dann wird der Akku bis auf restliche 4-7% leergefahren. Den Rest braucht man für den Boost, damit der 225xe ein 224 PS-Auto bleibt. Mit dem Navi kann man so fahren, dass der Ladestand zuhause angekommen "leer" (4-7%) ist. Mit Save kann man den Stand auf 50% bringen oder den aktuellen Stand halten, wenn der mind. 50% hat. Mit dem Sportmodus kann man den Akku unterwegs auch ganz aufladen, glaube ich. Es gibt 3x3 Modi und mit der manuellen Gasse bei der Automatik wohl noch mehr.

j.


03.05.2017 11:58    |    plugandrive

Eine 20km Version hätte wohl auch auf der Kurzstrecke große Einschränkungen, da der Akku im Verhältnis Stromentnahme (bzw. Ladung bei Rekuperation) zur Kapazität viel eher an die Belastungsgrenze gebracht wird. Das hätte wohl zur Folge, dass der Verbrenner auch bei noch ausreichender Ladung viel öfter laufen müsste.

In Anbetracht der technologischen Weiterentwicklung bei den Akkus sehe ich im 225xe eher die 60km Reichweite als den nächsten Schritt unter Beibehaltung der bisherigen Proportionen. Bei 80km wäre dann schon ein "Downsizing" des Benzinantriebes zum Range Extender denkbar und damit sollte auch mehr Platz für den Akku bleiben bei ev. gleichbleibendem Gewicht.


03.05.2017 12:10    |    jennss

Durch Downsizing" des Benziners (vom 218i zum 216i-Motor, d.h. statt 136 PS noch 102 PS) spart man etwa 1500 €. Das ist nicht sehr viel, aber immerhin etwas.

 

Die 20 km-Variante wäre fast wie ein Vollhybrid mit 10x so großem Akku. Ich denke, die Einschränkungen bei Rekupation und Leistung sind ggü. der 41er-Version noch minimal. Real wird man nur so 12-15 km elektrisch fahren können, aber man hat auf jeden Fall einen schönen Boost. Es wäre eine recht günstige Möglichkeit, die Leistung des Autos zu erhöhen, also günstiger als einen größeren Benziner einzubauen. Das rein elektrische Fahren ist dann eher ein Abfallprodukt :D.

 

Die 80 km-Variante liegt in der Umfrage weit vorne. Ggü. der 41er-Variante sind das ca. 4000 € mehr Neupreis (nach derzeitiger Akkutechnik). Das wird man wohl kostenmäßig kaum wieder rausholen, oder? Elektrisch fahren ist ca. halb so teuer wie Fahren mit Verbrenner, aber das wird man nur nutzen, wenn man mehr als ca. 30 km ohne Nachladen fährt, also im Bereich zwischen 30 und 60 km Realreichweite. Das ist nicht soo viel, aber es ist dennoch denkbar, dass man den Aufpreis über die Jahre hin wieder rausfahren kann, je nach täglicher Strecke.

j.


03.05.2017 13:55    |    karl.napp

Bit du dir bei den Kosten und dem Gewicht des Akus sicher?

 

Wenn ich den I3 nehme, der eine NEFZ-Reichweite von 300 Km hat, dann würde dessen Akku 30.000 € kosten und über 2 Tonnen wiegen?


03.05.2017 14:45    |    jennss

Zum Gewicht: Der 225xe wiegt ca. 300 kg mehr als der 218i. Insofern dürfte das gut hinkommen mit 75 kg/10 km NEFZ. Aaaber... ich habe tatsächlich vergessen, das Gewicht vom Motor abzuziehen :(. Hat jemand eine Ahnung, was der wiegt?

 

Zum Preis: Siehe https://www.active-tourer-forum.de/.../?postID=7898#post7898

Der 225xe hat 5 Module, je 750 €, macht zusammen 3750 €. Ich habe das halt gerundet auf 4000 €.

Mit den Jahren werden die Akkupreise sicher sinken.

 

Der i3 hat als 94 Ah-Version sicherlich neuere Akkus, die günstiger und leichter pro KWh sind. Passender wäre wohl der 60 Ah-i3 mit 190 km NEFZ zum Vergleichen.

j.


03.05.2017 20:01    |    Schwarzwald4motion

ich kann die These von @plugandrive nicht nachvollzeihen Hybride gibt es schließlich schon lange, nur die Plugins pumpen das Gewicht und Volumen merklich auf.

 

Wenn man das Augenmerk darauf richtet im Normalfall rein Elektrisch seine täglichen Fahrten zu absolvieren wäre ein Rex erste Wahl, wenn der Puffer klein ist. ...aber dann doch besser gleich ein verschleißarmes Elektromobil.

 

Bei der Förderung geht in erster Linie um die typische Tageskurzstrecke in der City, die im Verhältnis zu den Investitionskosten und Platzbedarf Elektrisch abgefahren werden sollte.

 

Die Beschleunigung 0 auf Hundert, ist für mich kein Kriterium alles unter 8s reicht locker zum Überholen, aber ich Nehms gern mit :)

Sorgen mache ich mir auf der BAB wo ich schön mit 150 mit schwimme, einen Schnellen mal vorbeilasse um dann nicht mehr flott die 1,735t nach links zu bringen. glaube nicht daran das der Hochvoltgenerator für solch einen Beschleunigungsvorgang über 120Km/h die vollen 15kW liefert, Stellenweise war sogar von 150Nm die Rede.

Wenn dem wirklich so wäre würde dies doch Vermarktungspolitisch ausgeschlachtet werden, würde praktisch heißen das währen des Beschleunigungsvorgangs über 120km/h Quasi ein 156PS Fahrzeug aktiv wäre. Leider nicht mit dem vollen Drehmoment eines Diesels könnte aber das Quentchen zum Entspannten Platzmachen sein :rolleyes:


03.05.2017 21:51    |    jennss

Der 225xe ist ab 125 km/h auf jeden Fall nur noch ein 136 PS-Auto. Das ist ein Nachteil des Systems, aber man muss es insgesamt betrachten. Der 225xe hat den hinteren Antrieb mit E-Motor genau wie ein reines E-Auto direkt an der Achse, ohne Schaltgetriebe dazwischen. Damit spricht er und fährt gut an und der Allradantrieb kostet kein Mehrbenzin, ist quasi ein Abfallprodukt der einfachen Systemtrennung. Wir haben derzeit 140 PS und die sind nicht so schlecht. Insofern denke ich, dass ich mit 136 PS über 125 km/h auch klarkommen werde. Bis 125 km/h ist aber natürlich mehr Spaß angesagt, sofern ich es möchte (Verbrenner muss dazu mit anspringen).

 

Dass der Verbrenner in der 20 km-Version auch bei noch ausreichender Ladung viel öfter laufen müsste, denke ich auch nicht. Entscheidend ist die PS-Leistung des E-Antriebs.

j.


04.05.2017 08:49    |    Schwarzwald4motion

Es ist mir schon klar das hinten wegen fehlender Übersetzung ab 120 km/h Schluss ist.

Verweise mal auf @gt2er und der von Dir direkt darunter gepostete Link aus dem ich Zitiere (ende des 3-ten Absatzes):
.....Und auch die eBoost-Funktion, die beim Beschleunigen die Drehmomente beider Antriebssysteme kombiniert, garantiert unter allen Bedingungen die BMW typische Freude am Fahren.

 

Habe bisher zu der ominösen eBoost-Funktion nichts exakteres gefunden.


04.05.2017 18:20    |    jennss

Ich denke, die meinen damit, dass der Akku nie so leer ist, dass der Boost fehlt (das denken manche), weil das System stets genug Ladung für den Boost reserviert und ggf. aus der Verbrennerleistung abspeichert.

 

Aber über 125 km/h hat der 225xe nie Boost, weil der E-Motor dann komplett aussteigt. Das ist da systembedingt, weil der E-Motor nicht über das Automatikgetriebe läuft. Das ist insofern ein Nachteil, weil das Auto über 125 km/h dann nur noch 136 PS hat (im Gegensatz zum 330e, der anders funktioniert und bis zur Höchstgeschwindigkeit seine 252 PS behält), aber dafür gibt es eben einen Allrad ohne Mehrverbrauch und der E-Motor packt genauso spontan zu wie bei einem reinen E-Auto, das ja auch kein Schaltgetriebe dazwischen hat. Jedes System hat seine Vorteile. Ich denke, der 225xe ist mechanisch recht simpel, da die Motoren komplett getrennt sind. Der Akku wird wohl vom Verbrenner über die Straße aufgeladen (sofern nötig oder gewünscht).

j.


04.05.2017 20:36    |    Schwarzwald4motion

Ja eine Bestätigung habe ich bisher nicht gefunden kann also schon sein, jedoch treibt der Startergenerator die Kurbelwelle an dies könnte dieser E-Motor sicherlich auch nach den 125Km/h

Zitat aus Link: Auch im höheren Geschwindigkeitsbereich sorgt eDrive für einen effizienteren Betrieb des Verbrennungsmotors dieser sogenannte "elektrische Assistent" würde u.U. ein übermäßiges hochdrehen durch Unterstützung vermeiden helfen und somit den Spritverbrauch im Rahmen zu halten :rolleyes:


07.05.2017 13:06    |    Celsi

Das ganze Konzept ist nicht ideal. Die lächerliche E-Reichweite (Realität) rechtfertig weder den Aufwand noch den Preis, und wenn man bedenkt, wie Akkus und Strom erzeugt werden, gibt es auch keinen signifikanten Vorteil für die Umwelt.

Hybriden sind eine Beruhigungspille von der Industrie: Hier, schaut, wir treiben die Elektifizierung voran. Reichweite und Ladezeit haben wir zwar nach wie vor nicht im Griff, aber wir haben hier was auf dem Markt und es wird gelegentlich sogar gekauft. Ihr könnt uns keinen Vorwurf machen, dass wir es nicht versuchen, die doofen Kunden, (Anm. des Erstellers: "... die den Krampf dahinter erkennen...") sind schuld, weil sie die Teile einfach nicht kaufen wollen.

Ja, ich weiß, auf dem Papier (vom Hersteller) ist die Umweltbilanz toll ... muss ich da wirklich noch was zu schreiben ... ?

 

Meine Garage (BJ 2016) hat extra einen Starkstromanschluss. Mein Arbeitsweg ist 9km und im Winter eine (Kurzstrecken)-Folter für jeden Verbrenner. Ich würde mit Freuden ein wie auch immer konzeptioniertes E-Mobil (als Zweitwagen, um meinen Corsa zu ersetzen) kaufen, wenn es denn nur irgendwie Sinn ergeben würde. Aber im Winter wird der Zweitwagen zum Erstwagen, und dann ist ein E-Gefährt völlig untauglich. In einer -5°C Nacht mit Schnee würde die E-Reichweite bis auf wenige (schweineteuere) Ausnahmen nicht mal bis zur nächsten Stadt reichen. Also "E" nur für den Arbeitsweg ?! Nö, es sei denn, die Karre ließe sich zu 100% als Werbungskosten ansetzen. Und damit ("Steuertrick") hätte sich der Kreis des Tricksens, der schon bei der Herstellung und Marketing des Fzg. anfängt, dann geschlossen.


07.05.2017 13:43    |    jennss

Zitat:

Die lächerliche E-Reichweite (Realität) rechtfertig weder den Aufwand noch den Preis,

Die "lächerliche Reichweite" eines 225xe (41 km) schafft aber mit nur ca. 1/8 Kapazität eines reinen E-Autos in vielen Fällen 50% der gesamten Kilometer, die mit dem Auto gefahren werden. Das ist doch eine super Ausbeute. Nebenbei wird der Verbrenner geschont (nur halbe Laufleistung) und erreicht größere Ölwechselintervalle. Genial finde ich auch, dass sich die Leistungen der Antriebe addieren lassen und man so bei Bedarf ein Auto einer viel höheren Leistungsklasse hat (> Fahrspaß). Der Allrad kostet auch keinen Extrassprit wie bei reinen Verbrennern mit zusätzlicher Kardanwelle zu den Rädern hinten und grundsätzlich ist es in der City wertvoll, effektiv rekupieren zu können. Zudem wird das zusätzliche Verbrennerauto (Leihwagen oder Zweitwagen) zum reinen E-Auto eingespart, weil der Hybrid auch sehr gut lange Strecken fahren kann. Ich halte das Konzept von PlugIn-Hybriden für viel besser als sein Ruf.

 

Der E-Motor mit relativ kleinem Akku bringt zusammengefasst:

- Einen hohen elektrischen Anteil von teilweise mehr als 50% (je nach Einsatzbereichen)

- Power & Fahrspaß (immer, d.h. der Akku behält auch "leer" stets genug Restladung für den Boost)

- Allrad ohne Mehrverbrauch

- Elektrisches Fahren wird möglich für eine neue Form von Fahrspaß (ggü. reinen Verbrennern)

- Effektives Rekupieren spart Sprit vor allem in der City

- Unterhaltskosten sind niedriger als reine Verbrenner mit gleicher Leistung (Steuer, Verbrauch)

- Schonung des Verbrenners

- Ggü. reinem E-Auto kein Leihwagen oder Zweitwagen für Langstrecken nötig

- Bei kleinem Akku mit nur 41 km NEFZ-Reichweite liefert das Hybrid-Konzept die alternative Leistungssteigerung ohne Mehrpreis ggü. vergleichbaren Benzinern

- Anrecht auf Hybridprämie (Besonders bei Leasing vorteilhaft)

 

Für deinen Einsatzbereich wäre ein PlugIn-Hybrid ideal.

j.


07.05.2017 14:03    |    Celsi

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht genau, ob der NEFZ Zyklus bei E-Reichweite genauso ein Beschiß ist wie bei Benziner. Wenn ja, ist die reale Reichweite bei 41km NEFZ-Kilometern ja dann was mit einer "2" vorne.

Deine Auflistung hat mir außerdem zu denken gegeben, dass man als City-Bewohner (wg. kurzer Strecken) vielleicht mehr nutzen aus einem Hybriden ziehen kann als ich als "Landbewohner". Ich habe 15km (eine Strecke) bis zur nächsten größeren Stadt mit Baummarkt, REWE, McD, Kino, Chinafrassbude ... ich könnte so ein Auto nicht sinnvoll einsetzen. Zumal, wenn man mehrmals am Tag losfahren muss: So ein Akku ist ja nicht mal eben in 10 Minuten geladen, also nach der Arbeit mal eben die Stadt ist auch nichts rein elektrisch. Und der Sinn eines solchen Autos hört für mich halt sofort auf, wenn man regelmäßig den Verbrenner anwerfen muss. Bis auf den Arbeitsweg (9km eine Strecke) könnte ich einen Hybriden nicht sinnvoll einsetzen.

 

Fahrspaß:

Das soll jetzt echt nicht arrogant klingen, aber: Mit 6,7 Sek. (die bei Ausnutzung dafür sorgen, dass die E-Reichweite sofort derbe geschädigt wird) lockst Du niemanden hinterm Ofen hervor, der >200 Verbrenner-PS gewohnt ist. Wie gesagt, nicht falsch verstehen, das ist ein Argument in einer (hoffentlich auch meinerseits sachlichen) Diskussion, kein "schau-mal-was-für-ein-schnelles-Auto-ich-fahre".


07.05.2017 14:31    |    jennss

Nefz-Reichweite und Verbrauch sind eigentlich nur zum Vergleichen mit anderen Modellen da. Wer sich ein wenig mit Hybriden beschäftigt hat, kann das einschätzen, wie viel Realreichweite und -verbrauch sich daraus ergeben. Beim 225xe sind das so zwischen 20 und 35 km Realreichweite und im Alltag neben dem elektrischen Strom oft ca. 4,7 l. Verbrauch.

 

Wenn der Verbrenner mal anspringen muss... so what? Ist doch ein Hybrid mit genug Gesamtreichweite. Du hast da kein Problem. Ich finde es übertrieben, wenn man unbedingt die gesamte Strecke rein elektrisch fahren muss. Die Verbrenner sind übrigens speziell verstärkt und vertragen kurzzeitiges Anspringen gut. Man muss sich von dem Zwang lösen, dass die Alltagsreichweite genau der elektrischen Reichweite entsprechen muss. Es ist ok., wenn man nach 1000 oder 1500 km mal tanken muss, weil man ein paar Kilometer im Alltag mit Verbrennereinsatz fährt. Also man muss sich da keinen Stress machen und kann das locker sehen. Der Sinn des E-Antriebs ist, dass immer die ersten ca. 30 km elektrisch gefahren werden können. Das macht viel aus. Mit Wallbox erreicht man beim 225xe pro Stunde Ladezeit ungefährt 13-15 km Reichweite. An manchen Orten kann man z.B. beim Einkaufen kostenlos laden.

 

Zu den Fahrleistungen: Der 225xe geht bis 50 km/h so gut ab wie ein Porsche 911 von 2015 (350 PS), also in 2,2 s., nicht zuletzt auch wegen des Allrads. Also ab Start geht der 225xe echt gut ab, ich fand ihn bei der Probefahrt im Sportmodus bombig. Meiner Tochter ist fast schlecht geworden :D. Ein Golf GTI Clubsport braucht da 2,6 s. und liegt auch bis 80 km/h noch deutlich hinten. Bis 125 km/h ist der 225xe noch seinen 224 PS entsprechend schnell. Darüber ist er dann vergleichsweise langsam, da der E-Motor bei seinem Parallelhybrid-Konzept dann aussteigt. (die 0-160 km/h in 25 s. müssen bei Zeperfs jedoch ein Fehler sein, was sich daraus erkennen lässt, dass 0-80 plus 80-180 schon nur 23,7 s. ergeben und auch Tachovideos zeigen für 0-160 km/h ca. 19 s.) Für mich war der 225xe nicht zuletzt auch wegen der hohen Rabatte inkl. Hybridprämie das schnellste Auto für diese Monatsrate :). Allerdings wird man im Alltag wahrscheinlich das elektrische Gleiten dem vollen Antrieb mit beiden Motoren häufig vorziehen, doch die Möglichkeiten zackig zu fahren, besteht immer. Der 225xe hat nur ein Auspuffrohr hinten, weswegen er noch leichter unterschätzt wird ;). Ich finde das gut :D. Beim GTI weiß jeder, was der kann.

j.


07.05.2017 15:36    |    magiceye04

"Meine Garage (BJ 2016) hat extra einen Starkstromanschluss. Mein Arbeitsweg ist 9km "

 

Das ist doch geradezu ideal für einen PI-H.

 

Was die Umwelt angeht: Man darf es nicht ZU global betrachten. Oft ist das nötig, aber beim E-Antrieb braucht man auch die lokale Sicht. Siehe Stuttgart - das wäre der ideale Platz um z.B. bei Smogwertüberschreitung nur noch E-Fahrzeuge und für eine Übergangszeit ggf. auch PI-H zuzulassen.

Entweder wird die Luft besser oder man merkt, dass es gar nicht die Autoabgase allein sind - beides wäre ein Vorteil.


07.05.2017 15:45    |    jennss

BTW: Gerade einen ADAC-Test vom 225xe auf YouTube gefunden: https://www.youtube.com/watch?v=-5Z892jcTSo

Leider gibt es keine zuschaltbaren Untertitel, so dass ich ihn nicht einschätzen kann (bin gehörlos).

j.


07.05.2017 16:33    |    Schwarzwald4motion

@Celsi

Das Konzept ist durchaus ideal jedoch nur in einem Schmalen Bereich.

Falls Du immer die 9Km zur Arbeit hast also gesamt 18km und rein Elektrisch fahren möchtest könnte es im eisigen Winter eng werden, User berichteten bei neuwertigen Fahrzeugen stellenweise knapp über 20 km, BMW gibt Garantien für 80% Kapazität...

ABER am Hausanschluss kannst Du vorwärmen, im Übrigen ist dieser Hybrid im meinen Augen ein Mildhybrid mit fettem Accu, also der Motor darf schon mal laufen dann hast Du Drehmoment wie ein Diesel ohne die Nachteile.

 

Falls Du wirklich nur in die nächste Stadt und zurück willst, Natürlich ist dann ein PEV vollkommen ausreichend auch im tiefsten Winter und somit viel besser.

Jedoch werden die teuren Accus jährlich um die 15% billiger und dabei auch noch besser so gesehen lohnt dann Übergangsweise besser ein bereits gefertigter Gebrauchter.


07.05.2017 17:15    |    jennss

Für einen Mildhybrid ist der E-Motor mit 88 PS zu stark.

j.


07.05.2017 17:43    |    Schwarzwald4motion

Ja schon klar, mir ging's eher um die Emotionale oder auch realistische Einstellung zu diesem Fahrzeug. die Erwartungshaltung ist viel zu oft vom Vergleich mit einem E-Fahrzeug geprägt.

Das diese Fahrzeuggattung "nur" eine Übergangslösung ist mir schon klar, wenn in ein paar Jahren die Accus hoffentlich klein günstig und Leistungsstark genug sind gibt natürlich auch ein selbiges Modell. Aber jetzt ist er IMHO Besser als ein Diesel-SUV Leiser, Stinkt nicht, Komme in die City, verbraucht trotzdem nicht mehr, bekomm einen Parkplatz, und komm noch runter nach München auch im Winter, und ich kann das Teil in vielleicht ~5Jahren besser verkaufen als einen fetten Diesel.


09.05.2017 15:07    |    jennss

Allgemein vielleicht interessant:

Bericht von einem, der keinen Strom tankt, d.h. er fährt den 330e wie einen Vollhybrid:

http://www.goingelectric.de/.../bmw-330e-t15235-80.html#p525972

j.


02.09.2017 19:59    |    jennss

Einen Punkt habe ich im Blogartikel vergessen: Mit größerem Akku kann man mehr PS rausholen (höhere Ströme) und auch mit mehr KW laden. Allerdings sind die Unterschiede wohl eher gering.

Die schlechteren Fahrleistungen infolge des höheren Gewichts werden vielleicht durch mehr PS überkompensiert. Ein Long-Range-Model 3 wiegt auch mehr als ein Standard-Model 3, hat aber trotzdem bessere Fahrleistungen, da mehr Power.

j.


Deine Antwort auf "PlugIn-Hybriden: Welche Akkugröße ist ideal?"

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