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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

05.11.2014 22:01    |    Dynamix    |    Kommentare (21)    |   Stichworte: 1NL69, Alero, Chevrolet

Hello Petrolheads,

 

in letzer Zeit war es hier sehr ruhig, viel zu ruhig. Einen Grund dafür lest ihr hier! Es begann alles vor ein paar Wochen. Ich wollte mit dem Olds von der Arbeit nach Hause fahren. Beim drehen des Zündschlüssels wurde ich stutzig weil die Warnleuchte für den Kühlmittelstand anfing zu leuchten obwohl ich erst Tage zuvor Wasser nachgefüllt hatte. Hilft ja nix, also mal sehen was überhaupt los ist. Ergo Haube auf und mal in den Ausgleichsbehälter geschaut. Zu meinem erschrecken musste ich feststellen das dieser ziemlich leer war. Mmmhhhhh, dann fülle ich eben wieder nach. Glücklicherweise hatte ich noch eine leere Wasserflasche im Kofferraum. Also erstmal Wasser geholt und eingefüllt. Nachdem mal eben 1,5 Liter ohne sichtbaren Effekt im Ausgleichsbehälter verschwanden wurde ich schon stutzig. Dann eben nochmal Wasser holen. Wieder das gleiche Spiel. 1,5 Liter Wasser verschwanden scheinbar im Nirvana. Also nochmal Wasser holen gehen. Auch hier wieder das gleiche Spiel. So langsam keimte ein böser Verdacht in mir auf. Nach dem 4. mal Wasser holen blieb das Wasser endlich im Behälter stehen. Daraufhin kramte ich die Taschenlampe aus dem Kofferraum und fing an nach einer undichten Stelle zu suchen. Im Motorraum war alles trocken, das konnte fast nur eins bedeuten:

 

Undichte Ansaugkrümmerdichtung und/oder Zylinderkopfdichtung. Blöderweise stand ich gerade mit dem Wagen auf der Arbeit. Also auf Risiko gegangen und gehofft noch nach Hause zu kommen ohne den Motor dabei hinzurichten! :(

 

Auf der Fahrt merkte ich schon das der Leerlauf unruhig war und der Motor auch entsprechend im Stand vibrierte. Klang nicht gut! Zuhause angekommen den Wagen sofort abgestellt und mal nach dem Öl gesehen. Mit Wasser verseuchtes Öl ist ja immer ein ziemlich eindeutiges Anzeichen! Nachdem ich den Öldeckel abmontiert hatte entglitten mir sämtliche Gesichtszüge! Der Deckel, incl. des gesamten Ventieltriebs darunter waren total mit Ölschlamm (hat ein bisschen Ähnlichkeit mit einem Milkshake) überzogen. Daraufhin mal den Ölstab gezogen und auch der war mit dem wiederlichen Glibber überzogen. Jetzt war guter Rat teuer!

 

Das war genau die Art Schaden am Alero von der ich hoffte auf ewig (oder zumindest für längere Zeit!) davon verschont zu bleiben. Schließlich ist diese Art Reparatur nicht ganz ohne und dazu auch noch schweineteuer wenn man es in einer Werkstatt machen lässt! Erst einmal machte ich mich schlau was man hier noch tun kann. In die Werkstatt geben? Wenn mein Name Krösus wäre, immer gerne! Allerdings bin ich nicht Krösus also viel die Option erst einmal weg. Nächste Option: Selber machen! Aber ganz alleine? Ich als blutiger Laie? Keine gute Idee. Die Jungs im Alero Sammelthread ermunterten mich es selbst zu machen, da die Werkstätten von alten Stößelstangenmotoren eh meist keine Ahnung mehr hätten und am Ende eh mehr kaputt machen könnten als heile machen.

 

Wenn ich doch nur jemanden hätte der mir helfen könnte............

 

Gott sei Dank tat sich schneller als gedacht die Rettung auf! Shibi_ ein wohlbekannter User aus der U-25 Community war eines Abends zufällig mal in unserem virtuellen Stammtisch (die Jungs wissen jetzt was ich meine! :D) online. So kam es das ich Ihm von dem Problem mit dem Olds erzählte und scherzhaft in die Runde fragte ob mir nicht jemand dabei helfen wollte. Zu meinem erstaunen meldete sich Shibi_ sofort freiwillig! Donnerwetter, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet :eek:

 

Umso besser dachte ich mir, also gehen wir das Projekt "Rettet Eli" zusammen an :cool: In den kommenden Tagen hielten wir engen Kontakt um Schlachtpläne zu schmieden. War brauchen wir noch an Werkzeug? Welche Ersatzteile brauchen wir? Wann sollen wir das ganze angehen. All dies und noch viel mehr klärten wir in dieser Zeit ab.

 

 

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Schnell stand fest das folgende Reparaturen gemacht werden sollten/müssen:

 

- Tausch der unteren (sowie oberen) Ansaugkrümmerdichtung (die war mit Sicherheit hin!)

- Zylinderkopfdichtungen (selbst wenn diese noch heile wären, macht es Sinn diese gleich mit zu tauschen)

- Thermostat wechseln (bietet sich bei der Gelegenheit eh an)

- Kühlkreislauf spülen und Motor von seinem Ölschlamm befreien

 

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Also gingen wir das ganze an einem Wochenende an. Shibi begann damit sämtliche Kabel, Rohre und Schläuche zu demontieren und zur Seite zu legen. Währenddessen fing ich an alle Teile sowie die dazugehörigen Schrauben in Tüten zu packen und zu beschriften. Alleine diese Arbeit nimmt beim ersten Mal schon mal ein paar Stunden in Anspruch. Danach ging es der Lichtmaschine sowie deren Halter an den Kragen, schließlich muss man gut an den oberen Ansaugkrümmer rankommen. Hierzu muss man den Keilriemen entspannen. Danach kann man mit der Lichtmaschine weitermachen. Der Riemen machte noch einen ziemlich guten Eindruck, den konnte man getrost wiederverwenden. Weiter ging es mit der oberen Hälfte des Luftfilterkastens, sowie der Drosselklappe. Auch hier mussten vorher wieder sämtliche Stecker entfernt werden. Danach ging es mit der Demontage des oberen Ansaugkrümmers weiter. Deren Dichtungen machten zuerst noch einen guten Eindruck. Diese zerfielen allerdings nach der Demontage mehr oder weniger zu Einzelteilen. Gut das in meinem Dichtungsset diese mit dabei waren.

 

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Weiter ging es dann mit dem unteren Ansaugkrümmer. Vor dessen Demontage mussten aber erstmal die Ventildeckel ab. Hier sah man jetzt zum ersten mal das ganze Außmaß der Sauerei. Die Köpfe sowie die Ventildeckel waren voll mit dieser wiederlichen Ölschlammpampe. An der Unterseite des unteren Ansaugkrümmers hatte sich der wiederliche Schlamm ebenso in Massen abgesetzt. Die Bilder sprechen Bände, ich glaube mehr Worte muss ich dazu nicht verlieren!

 

Wir legten den unteren Ansaugkrümmer erst einmal zur Seite. Schließlich kommen noch mehr Teile die gesäubert werden müssen. Als nächstes ging es an die Begutachtung der unteren Ansaugkrümmerdichtungen. Diese waren an den Außenseiten ziemlich im Eimer. Die waren sogar ziemlich definitiv im Eimer! Die waren nicht nur ziemlich definitiv im Eimer, die waren total im Arsch!

 

Auch hier zeigen die Bilder das ganze Ausmaß der Zerstörung ganz gut!

 

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Das erklärt auch wie so viel Wasser in den Ölkreislauf eindringen konnte. Wir machten also mit der Demontage der Köpfe weiter. Dafür mussten wir erst einmal die Stößelstangen abmontieren. Shibi_ demontierte die Kipphebel, während ich diese wieder fein säuberlich in Tüten drapierte und diese beschriftete.

 

 

 

 

Für die Stößelstangen missbrauchten wir einen alten Karton auf den ich auf die Schnelle die 2 Zylinderbänke draufkritzelte und diese entsprechend markierte. Danach noch die entsprechenden Löcher durch und die jeweiligen Stößelstangen dort einsetzen. Wichtig: Nie, nie, nie die Stößelstangen vertauschen. Diese sind im Gegensatz zu so manchem alten V8 alle unterschiedlich lang. Ein Irrtum an dieser Stelle wäre tödlich für den Motor. Hier sollte man ganz genau sein. Dazu sind die Teile allesamt aufeinander eingespielt. Man sollte also dafür Sorge tragen das die Teile des Ventiltriebs am Ende wieder exakt an der gleichen Stelle landen wir vorher. Die Folge bei Nichtbeachtung wäre ein Motorschaden. Relativ am Anfang hatten wir schon angefangen die Kühlwasserbrühe aus dem Motor abzulassen. Jetzt wo wir gut an die Köpfe rankamen haben wir auch hier das Restwasser abgelassen um keine nassen Füße zu bekommen ;) Als dies erledigt war, konnten wir endlich die Köpfe demontieren.

 

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Hier hatten wir die Gelegenheit mal einen tieferen Blick in den Motor und seine Technik zu werfen. Die Ventile sahen noch in Ordnung aus und auch in den Kolben fand sich keinerlei Riefe. Das war schon mal eine gute Nachricht :) Danach ging es den Kopfdichtungen an den Kragen. Diese waren allem Anschein nach noch in Ordnung aber wenn man schon mal dran ist, kann man das auch gleich mit erledigen, der Motor wird es einem danken!

 

Hier rätselten wir allerdings wie wir die Dichtungen montieren sollten. Für gewöhnlich haben amerikanische Kopfdichtungen eine Beschriftung die die Oberseite anzeigt. Bei den Fel-Pro Kopfdichtungen war allerdings nichts zu sehen. Es gab lediglich eine mit Logos bedruckte und eine unbedruckte Seite. Wir probierten also erstmal ein paar Minuten herum. Irgendwie musste man doch sehen wie Sie reingehören. Nach einiger Probiererei baute Shibi die Dichtungen mit den Logos nach oben ein. An dieser Stelle noch ein kleiner Hinweis: Merkt auch bloß was Ihr vorher getan habt, eine spontane Amnesie im Bezug auf den Zusammenbau kann euch sehr schnell arge Kopfschmerzen bereiten. Glaubt mir, wir hatten welche ;) Warum das so war? Das erfahrt Ihr später!

 

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Erst einmal war eine kleine Reinigungsaktion angesagt. Jeder von uns schnappte sich einen Kopf und reinigte diesen. Die 4 Dosen Bremsenreiniger die ich bestellt hatte machten sich an dieser Stelle bezahlt :cool: Wir reinigten die Köpfe so gut wir konnten vom Ölschlamm, danach ging es den Dichtungsresten an den Kragen. Aus dem Forum bekam ich den Tipp mit dem Dreikantschaber. Dieser Tipp war Gold wert. Mit jeweils einem Dreieckschaber bewaffnet machten wir uns also an die Arbeit. Weiter ging es mit den restlichen mit Ölschlamm verseuchten Teilen. Nachdem dies erledigt war, baute Shibi_ die Köpfe wieder auf den Motor. Währenddessen diktierte ich Ihm mit einem Haynes Manual bewaffnet die Anzugsdrehmomente sowie die richtige Anzugsreihenfolge. Hier bloß kein Fehler machen, es kann sonst passieren das die neue Dichtung am Ende nicht richtig abdichtet. Nach der Aktion musste die Dichtfläche an den Stirnwänden der beiden Köpfe wieder mit Silikon verschlossen werden. Auch dieser lag dem Kit in einer kleinen Tube bei, gar nicht mal so unpraktisch. Diese ruhig eher großzügig auftragen, da diese als Abschluss zwischen dem Block und dem unteren Ansaugkrümer dient. Danach relativ zügig den Ansaugkrümmer wieder drauf und das ganze festziehen. Den Motor sollte man nach Zusammenbau erst nach gut 24h starten, da dann die Dichtmasse komplett ausgehärtet ist.

 

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Man kann den Rest in der Zwischenzeit aber locker wieder zusammenbauen. Wir haben bei meinem gleich noch ein paar andere Baustellen erledigt. Das Thermostatgehäuse hängt ja mit an der unteren Ansaugkrümmerdichtung dran, da kann man das Thermostat bei der Gelegenheit gleich mittauschen. Man sollte auch bei der Gelegenheit mal alle Kabel und Schläuche auf den Zustand prüfen. Der Schlauch der vom Kühler zum Thermostatgehäuse geht war in Richtung Thermostat schon sehr bröselig, den haben wir dann gleich mitgetauscht. Ebenso haben wir dem Motor einen neuen Luftfilter spendiert, der alte war leicht feucht und somit nicht mehr wirklich brauchbar. Ölwechsel incl. Filter sowie das austauschen der Kühlflüssigkeit sollte man natürlich dann gleich mitmachen. Eine Ölschlammspülung schadet dem Motor auch nicht. Haben wir ebenso bei der Gelegenheit besorgt um auch ganz sicher zu sein das wir den Großteil des Schnodders aus dem Motor raus haben. Nach gut 200km soll man das Öl wieder wechseln. Erst einmal wollten wir den Motor wieder zu laufen bekommen. Ergo, alles wieder zusammengebaut und gehofft das alles wieder lief. Nach dem ersten Schlüsseldreh kam der Schock! Der Motor drehte völlig frei ohne auch nur ansatzweise zu komprimieren :eek:

 

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Jetzt war guter Rat teuer. Da wir bereits soviel Zeit mit der Reparatur verloren hatten, konnten wir die Gründe für den Kompressionsverlust nicht mehr auf den Grund gehen. Shibi_ musste nach Hause und alleine nehme ich den Motor nicht auseinander. So ging eine Woche ins Land und Shibi kam letztes Wochenende noch einmal bei uns vorbei. In der Zwischenzeit hatten wir uns beide den Schädel zerbrochen und recherchiert was die Gründe für die fehlende Kompression sein könnte. Angefangen von "Ihr habt die Dichtungen falsch herum eingebaut" über "die Köpfe sind krumm" bis hin zu "Ihr habt die Stößelstangen" vertauscht war alles dabei. Der rettende Tipp kaum ausgerechnet vom lieben Sönke, meinem Caprice Spezialisten. Wie wir war er der Meinung das der Druck eigentlich nur über die Ventile rausgehen kann. Die Rocker Arms waren aber alle nach Vorschrift angezogen und die Steuerzeiten kann man bei der Geschichte überhaupt nicht verstellen. Sein Tipp: Rödelt doch ein paar mal für eine gute halbe Minute den Motor durch. Was für die meisten "Experten" total bescheuert klingt hat wunderbar funktioniert! Nach und nach kam die Kompression auf den Zylindern wieder! Diese Prozedur wiederholten wir bis wir wirklich auf allen Zylindern wieder die benötigten 10 Bar hatten :) Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie erleichtert und glücklich wir 3 in dem Moment waren :) :cool:

 

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Was an dieser Stelle noch erwähnt werden sollte: Wir hatten den Motor am Freitag noch mal zur Hälfte auseinandergenommen weil wir am Ende wirklich geglaubt hatten die Dichtungen wären falsch drin :D Dies stellte sich am Ende als Irrtum heraus, die Dichtungen waren tatsächlich richtig herum eingebaut! :mad: Alles umsonst, aber wenigstens was dabei gelernt! Nachdem wir die Kompression wiedererlangt hatten, bauten wir (allen voran Shibi_) den ganzen Kram wieder zusammen. Am späten Nachmittag waren wir dann soweit den Motor das erste mal laufen zu lassen. Mein Herz pochte ganz schön vorm ersten anlassen. Würde der Motor anspringen? Würde er gut laufen? Würde alles dicht halten?

 

Ich drehte den Schlüssel und der V6 erwachte relativ flott wieder zum leben. Doch was war das?! Der Motor lief schwer unrund und mit erhöhtem Standgas? Das klang nicht gesund und fühlte sich noch ungesunder an. Wir rollten auf die Straße und öffneten die Motorhaube. Aus dem Motorraum trat Qualm aus! Hatten wir etwas falsch gemacht? Sofort stoppten wir den Motor. Wir suchten den Motorraum nach Fehlerquellen ab bis mir die vordere Zylinderbank ins Auge fiel. Die Zündkabel waren ja wieder erwarten beschriftet und mir fiel auf das das Kabel für Zylinder 6 irgendwie nicht an seinem Platz war, ebensowenig das Kabel für Zylinder 2! Wir haben beim zusammenbau schlicht und ergreifend 2 Zündkabel vertauscht. Zur Sicherheit kontrollierten wir beide noch einmal die Zündkabel. Der Rest sah soweit richtig aus, also die beiden Kabel wieder an Ihren angestammten Platz und ab dafür. Siehe da, der Motor lief wieder wunderbar seidig wie vorher! :cool: Allerdings qualmte es immer noch deftig, allerdings ging Shibi_ relativ schnell ein Licht auf. Er hatte auf anraten der Anleitung aus dem Alero Sammelthread die Schrauben und die Gewinde der Auslasskrümmer sowie dem Zwischenkrümmer ordentlich mit WD40 geflutet. Der Qualm war also nichts anderes wie verkokelndes WD 40. Relativ harmlos. Einfach eine ausgedehnte Fahrt machen bis der Qualm weg ist. Da wir sowieso noch eine kleine Runde für die Ölschlammspülung drehen mussten, entschieden wir etwas Essen zu fahren. Da wir Kilometer machen mussten, entschieden wir uns für das Lousiana in Oberhausen. Das waren gut 80km pro Strecke, sollte also reichen ;)

 

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Dort angekommen gönnten wir uns ein sehr ausgedehntes Abendessen, da wir alle 3 an dem Tag bis auf eine Hand voll Toffifees noch nichts gegessen hatten :) Noch nie hat uns ein Abendessen so glücklich gemacht :D Shibi war ganz angetan von seinen Steakhouse Fries und mein Chili Burger machte mich mit jedem Bissen einfach nur glücklich :D Auch meine bessere Hälfte schien von Ihren Hähnchendingern sehr angetan zu sein :)

 

Vollgefressen und um einiges glücklicher, machten wir uns also wieder auf den Weg. An dieser Stelle durfte Shibi_ als kleines Dankeschön den Alero nach Hause fahren. Bei aller Sachlichkeit konnte er sich bei seinem Kommentar zum Auto ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen ;) Sein Fazit: Fährt sich so wie ich es von einem Ami erwarte :)

 

Leider durften wir den Alero wegen der Schlammspülung nicht hochdrehen. Mehr als 2500 u/min haben wir uns einfach nicht getraut. Diese Gelegenheit sollte aber noch schneller kommen als gedacht ;)

 

Als wir ankamen, beschlossen wir noch schnell den Ölwechsel zu machen. Das billige 15W40 das wir für den Zweck besorgt hatten wurde umgehend abgelassen und entsorgt. Das gute GM Dexros II 5W30 hielt stattdessen Einzug. Nach nicht mal 200km sah das "neue" Öl schon ziemlich schwarz und eklig aus. Die Spülung war also nicht umsonst!

 

Umso sauberer ist jetzt auch das neue Öl :)

 

Nach der Aktion gingen wir direkt ins Bett, es war schon wieder sehr spät und wir waren alle todmüde. Am nächsten morgen sollte es zudem sehr früh wieder weitergehen.

 

Gesagt, getan. Am nächsten morgen standen wir früh auf um die Kühlwassergeschichte auch noch hinter uns zu bringen. Wir spülten das System gut 2 mal durch und immer noch kam etwas von dem alten Schnodder hinterher. Natürlich mussten wir den Wagen auch mal warmfahren um ein wenig Bewegung in das System zu bekommen. Hier konnte der Motor dank Ölwechsel endlich mal wieder zeigen was er kann ;) Da ich die Autobahn direkt vor der Haustür habe, machten wir uns direkt dorthin auf dem Weg. Auf der Strecke zum Wendepunkt wurde der Motor erst einmal behutsam warmgefahren. Auf dem Rückweg durfte er dann aber doch mal zeigen was er kann ;) Also einmal draufgelatscht und die Beschleunigung genossen :cool: Sogar Shibi_ musste zugeben das er von der Kraft und dem Sound des Motors unter Last angetan war :)

 

Leider haben wir die ganze Kühlergeschichte nicht zu Ende bringen können. Zum einen weil uns die Zeit ausgegangen ist und zum anderen weil die Ablassschraube (welche aus Plastik ist) mittlerweile doch sehr stark gelitten hatte. Wir wollten nicht riskieren die einzige Ablassschraube bei der Aktion zu Grunde zu richten ohne Ersatz in der Hinterhand zu haben, vor allem weil wir nach kurzer Begutachtung beide der Meinung waren das diese Schraube eine weitere Demontage wohl nicht überleben wird.

 

Notfalls lasse ich die finale Spülung halt in einer Werkstatt machen. Auf die paar Euro kommts am Ende auch nicht mehr an. Zumindest im Hinblick auf die Spülung selbst könnte das gar keine schlechte Idee sein! Die Jungs dürften das Equipment haben um den ganzen Schnodder endgültig rauszubekommen.

 

An dieser Stelle nochmal eine kleine Bilanz was bisher alles an Reparaturen gemacht wurde:

 

- Radlager

- Neue Reifen

- Spiegelverstellung wieder angeschlossen (mit Abstand die billigste und schnellste Reparatur von allen :D)

- Relais der Zentralverriegelung ausgetauscht

- Motor zur Hälfte neu abgedichtet

- Ölwechsel

- Kühlwasserwechsel (ok, eigentlich noch nicht, ist aber so gut wie erledigt, versprochen ;))

- Neuer Kühlwasserbehälter

 

Was man noch machen müsste:

 

- Spiegel Beifahrerseite (den hab ich leider fahrlässig kaputtgemacht als ich Ihn schützen wollte :D)

- Passlock stillegen (das geht mit der Zeit auf die Nerven, muss mal sehen was man da machen kann)

- Bessere Bremsen montieren, die alten taugen auf Dauer einfach nichts (bin mir noch unschlüssig ob ich einfach nur bessere oder gleich größere Bremsen besorgen soll, kommt drauf an ob ich dem Alero wirklich 17" Felgen spendiere)

 

Was man noch machen könnte:

 

- Schicke 17" Felgen montieren

- "Neuen" Kotflügel für die Beifahrerseite (der alte hat bei der Reparatur etwas gelitten ;))

 

Wie man sieht sind die meisten Sachen eher Kleinigkeiten. Werde bezüglich der meisten Dinge aber noch einmal in mich gehen ;)

 

Schlussendlich bleibt noch zu sagen das wir überglücklich sind das der Alero wieder läuft. Die Ansaugkrümmergeschichte ist mit Abstand das schlimmste was einem Alero passieren kann. Wenigstens habe ich jetzt die Gewissheit das diese Geschichte gemacht ist. Diese Reparatur ist nicht für absolute Laien zu empfehlen. Ich habe mir nicht umsonst kompetente Verstärkung besorgt!

 

An dieser Stelle gilt unser Dank vor allem unserem guten Shibi_! Ohne dein Wissen, dein reichhaltiges Werkzeugarsenal und vor allem deiner Hilfsbereitschaft würde der Alero wohl bis heute nicht fahren! Unser Dank wird dir auf ewig sicher sein! :)

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05.11.2014 22:30    |    nick_rs

Erster!


05.11.2014 22:53    |    PIPD black

Schöne Story und noch schöner, dass es allen Beteiligten wieder gut geht.:)


05.11.2014 23:08    |    Turboschlumpf6

Das sind doch die coolsten Auto-Actions ever! :) Danke für den Bericht.

 

Selbst ist der Automensch! Habt ihr gut hingekriegt!

 

Sowas erinnert mich immer an meine Aktionen. ZKD durfte ich sich schon oft erneuern. Das ist immer wieder ein Spaß.


06.11.2014 00:17    |    Magnus-Vehiculum

Glückwunsch das er wieder läuft! Kann mir das Gefühl gut vorstellen beim ersten Motorstart :)

 

Beim Spülen vom Heizungskreislauf nicht vergessen, die Heizung für den Innenraum volle Pulle aufzudrehen und wenn ihr den Wärmetauscher einzeln spülen wollt, nichtnur mit sondern auch gegen die Flussrichtung freispülen.


06.11.2014 07:15    |    Bayernlover

Ich kannte die Bilder schon, sah schon echt krass aus. Glückwunsch, dass es doch noch geklappt hat. So hat der Compact ja noch ein paar Kilometer bekommen, auch nicht schlecht :D

 

Auf Shibi seine Schrauberkünste kann man sich verlassen, deshalb werden meine Querlenker heute Nachmittag hoffentlich ein Klacks :)


06.11.2014 13:03    |    andis hp

Hallo,

ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen! Ein toll geschriebener Bericht. Mit ein wenig Fantasie ist man direkt dabei gestanden und hat zugeschaut...:D

 

Mfg

Andi


06.11.2014 13:25    |    Dynamix

Danke für den Zuspruch! :) Ich hatte gestern noch irgendwie mit mir gehadert ob ich den Artikel veröffentlichen soll. Umso schöner wenn er hier so positiv aufgenommen wird :)


06.11.2014 13:44    |    Ascender

Woah, echt krass. :eek:


06.11.2014 17:47    |    SerialChilla

Kopfdichtung(en) wechseln ist immer ne undankbare Arbeit, vor allem bei großen Motoren. Cool, dass ihr es trotzdem hinbekommen habt. Mein erster Versuch lief damals auch nicht sooo glatt... :D


06.11.2014 20:10    |    scion

Zitat:

Mein erster Versuch lief damals auch nicht sooo glatt... :D

...meiner auch nicht, das war an einem 2.0l Dohc von Ford, ich alles auseinander gebaut und dann alles wieder zusammen und doch irgendwo einen Schlauch vertauscht und hätte ihm fast einen Wasserschlag verpasst.

In der Not dann hin, zur Ford-Werkstatt, mir einen Vortrag über meine Doofheit anhören und am Ende dann doch glücklich und zufrieden nachhause gefahren. :D

 

Aber ihr habts ja geschafft... da kannste dir nun den V8 vornehmen :D


06.11.2014 20:20    |    Dynamix

Der V8 wird diese Art Zuwendung wohl nie brauchen ;)


06.11.2014 21:01    |    Dynamix

@SerialChilla Ja, es ist ne undankbare Geschichte und ich hoffe ich muß das nie nie wieder machen ;) Schön das ich nicht der einzige bin bei dem das ganze nicht ganz so glatt lief wie in der Anleitung :D


07.11.2014 00:21    |    Shibi_

Schön geschrieben. :)

 

Das frustrierendste an der ganzen Geschichte kommt gar nicht so gut raus: Wir haben am zweiten WE noch mal einen Zylinderkopf runter gemacht um zu kontrollieren ob die ZKD wirklich richtig herum sitzt weil wir uns nicht mehr so ganz sicher waren. Und hinterher merken wir dann der Motor hätte schon eine Woche zuvor problemlos laufen können wenn wir einfach ein oder zwei Minuten länger den Anlasser orgeln lassen hätten. Also den Kompletten Motor völlig umsonst ein zweites mal zerlegt. Das war im Nachhinein echt ärgerlich. Wobei die Freude, dass er jetzt läuft doch deutlich überwogen hat. Besonders weil beim zweiten mal alles viel schneller lief. Um 20 Uhr angefangen alles auseinander zu nehmen, um 23 Uhr den Zylinderkopf in der Hand gehabt. Beim ersten mal war das noch ein kompletter Tag Arbeit. Genau so beim zusammen bauen. Statt einem weiteren Tag hat es nur ca. 4-5h gedauert. Alles in allem also in 8h machbar wenn man zügig arbeitet und weiß was man tun muss. Warum haben wir beim ersten mal nur 3 Tage dafür gebraucht? :D

 

Zitat:

Auf Shibi seine Schrauberkünste kann man sich verlassen, deshalb werden meine Querlenker heute Nachmittag hoffentlich ein Klacks :)

Ein 5h langer Klacks aber es hat am Ende funktioniert. ;)

Aber wenn ich ein weiteres mal beim E46 festsitzende Muttern am Mittellager habe renne ich einfach nur noch schreiend weg. Diese ewig langen Gewinde mit 1/12 Umdrehungen des Schraubschlüssels unter Zuhilfenahme einer Verlängerung zu öffnen obwohl man dort fast nicht ran kommt tu ich mir nie wieder an. Niiiiieeeee wieder. Niemals.


07.11.2014 00:43    |    Bayernlover

Sag niemals nie - es gibt zu viele E46 in unserem Umfeld, und irgendeinen wird es wohl mal wieder treffen mit den Querlenkern :D


07.11.2014 06:56    |    Turboschlumpf6

"Meine erste Kopfdichtung"! Klingt wie ein Geständnis an die Bravo. ;)

 

Meine erste war an einem 93er Renault Twingo. Dabei war nicht die ZKD hin, sondern ein Ventilsitz war schief eingesetzt.


07.11.2014 14:36    |    Rockport1911

Schöner Bericht, toll das sich hier untereinander geholfen und nebenbei viel Geld gespart wird. Aber einen solchen Motoreingriff macht man einmal und danach will mans nicht wieder :)

 

Ich kann mir eure Gesichter nach dem ersten kompressionslosen Durchdrehen bildlich vorstellen....


07.11.2014 14:39    |    Dynamix

Hehe, ja das war nicht witzig! Ich hoffe das ich diesen Eingriff nicht noch einmal machen muss. Wenigstens haben wir jetzt die Gewissheit das man das mit etwas Erfahrung locker an einem Wochenende durchziehen kann :D


07.11.2014 16:54    |    MrMinuteMan

Was für ein fucking Akt, mein tiefster und aufrichtigster Respekt das ihr das durchgezogen habt. Das war ne komplett Herzverpflanzung wenn man so will. Fetten Respekt! Und bei jedem anderen wäre der Wagen wohl des Todes gewesen, den die Mühe macht sich garantiert kaum eine Werkstatt um einen Alero wieder ans Spucken zu bekommen.


07.11.2014 17:09    |    V8-Junkie

Bei der Konstruktion von dem Motor hat sich GM auch nicht mit Ruhm bekleckert. Da bleib ich lieber bei den guten alten V8! Sieht ja eklig aus diese Pampe, da schaut mein SBC nach fast 700k km noch besser aus! Wie viel Kilometer hat der Alero jetzt runter??

 

Das mit dem Orgeln lassen ist gar nicht so bescheuert wie es klingt! Wenn die Stößel ausgebaut sind, werden die Hydros durch die Feder im Inneren komplett auf Anschlag auseinandergedrückt und füllem sich mit Öl. Da die Hydros nun über die normale Länge hinaus aufgedrückt sind, und durch die Funktionsweise des Hydros, bleiben die Ventile immer ein Stück offen. Durch das Orgeln kann die Ventilfeder bei ablaufendem Nocken über den Stößel de n Hydro unter Druck setzten und so mit jedem Mal ein bisschen was von dem Überschüssigem Öl rausdrücken. Das kann aber etwas dauern!

 

Blöderweise ist mir das erst gestern als ich den Artikel gelesen habe eingefallen das ein Kumpel bei seinem 3er Golf das gleiche Problem hatte. Er hatte sich sogar den Ventiltrieb damit geschrottet, weil beim 3er die Hydros beim Ausbau so weit aufgehen das der Kolben an die Ventile anschlägt!!:eek

 

Beim nächsten mal einfach die Hydros rausnehmen und mit einem Schraubstock vorher das komplette Öl rausdrücken!


02.12.2014 12:46    |    Dynamix

@V8-Junkie Ups, den Kommentar nehme ich erst jetzt so richtig wahr :eek: Der Alero hat mittlerweile gut 158.000km runter. Die Ansaugkrümemrdichtungen machen für gewöhnlich schon viel früher (so ab 65000) einen Abgang, von daher hat die schon erstaunlich lange durchgehalten! Mein Verdacht war das die vielleicht schon einmal getauscht worden sind und man dann einfach wieder welche eingebaut hat die nicht halten.

 

Jetzt mit den Fel-Pro Teilen dürfte das Problem der Vergangenheit angehören. Hätte GM das gleich von Anfang an richtig gemacht, hätte der 3.4er einen viel besseren Ruf. Grundsätzlich sind die Gen II V6 von GM dankbare und haltbare Motoren die trotz Ihrer altertümlichen Funktionsweise relativ effizient laufen.

 

In den USA wird diese Motorengeneration nicht umsonst als die besten V6 Motoren beschrieben die je einer der Big Three gebaut hat ;) Der Motor ansich macht eigentlich auch keine Probleme. Laufleistungen von 320.000 Meilen und mehr sind keine Seltenheit. Die meisten Aleros in der Owners Group auf FB haben schon gut 250.000 Meilen auf der Uhr. Da sollte ich noch sehr viel Guthaben haben bevor der Motor ne Grätsche macht.


02.02.2015 13:30    |    Trackback

Kommentiert auf: Die MT-Youngsters:

 

Youngsters @ Harz - Ein Wintertreffen, welches es in sich hatte!

 

[...] Bei der großen Reperatur-Aktion wurde das Kühlwasser abgelassen und weil die Geschichte an einem Sonntag beendet wurde (meines Wissens) [...]

 

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Als Autonarr geboren und bei US-Cars hängengeblieben, so könnte man meinen automobilen Werdegang wohl am besten beschreiben ;) Meine Leidenschaft gehört allen US-Cars, meine wahre Liebe aber gehört neben meiner Liebsten der letzten Generation B-Bodys von General Motors. Anders lässt es sich auch nicht erklären das man gleich zwei Caprice besitzt :D

Welcome!

Willkommen in Dynamix Garage,

 

hier dreht sich alles um den American Way of Drive und andere spannende Themen die für mich zum Thema Auto einfach dazugehören. Wer auf amerikanisches Blech steht ist hier genau richtig ;)

 

Mittlerweile haben sich in meinem Blog diverse Blogreihen etabliert:

 

Memory Lane: Vorstellungen besonderer/bemerkenswerter Fahrzeuge

 

Whale Diaries: Erzählungen/Erlebnisse aus dem Leben unseres 1992 Caprice Classic

 

Sheriff Tales: Erzählungen/Erlebnisse aus dem Leben unseres 1993 Caprice 9C1

 

La macchina nera: Geschichten um die Wiederauferstehung meiner Vespa ET4 50

 

Ihr könnt aber auch einfach im Diner vorbeischauen um hemmungslos zu spammen oder Off-Topic zu werden :D

 

Zum Diner gehts übrigens hier entlang! ;)

 

Von Zeit zu Zeit gibts aber auch Artikel die ein wenig aus der Reihe fallen. Dies können aktuelle Themen sein, Spezialthemen die nicht in die etablierten Blogreihen passen, eigene Gedanken oder einfach nur anderes Zeug an dem ich irgendwie geschraubt habe :D

 

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