07.03.2011 09:31    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (5.056)    |   Stichworte: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Tankst Du E10?

Seitdem am vergangenen Donnerstag bekannt wurde, dass die Mineralölkonzerne die weitere Auslieferung vom Biokraftstoff E10 an die Tankstellen vorerst stoppen, ist das Chaos perfekt. Die Medien überschlagen sich, Schuldzuweisungen für den E10-Flopp gibt es nach allen Richtungen und keiner weiß so recht, welchen Meldungen man noch Glauben schenken darf und welchen nicht. Am Dienstag, 8. März 2011, soll nun in einem „Benzin-Gipfel“ eine Lösung gefunden werden, wie man aus dem E10 Debakel wieder rauskommt. Dabei soll es um Maßnahmen gehen, wie E10 von den Autofahrern angenommen werden kann. Der Aufschrei nach der kompletten Abschaffung von E10 wird dort allerdings laut aktueller Meldungen kein Thema sein. Wir gehen deswegen das Thema „E10“ hier mal etwas grundsätzlicher an, denn natürlich ist vor allem auf MOTOR-TALK das Interesse daran riesig.

 

E10 tanken oder nicht?E10 tanken oder nicht?Die Verunsicherung ist groß: Eine uneinheitliche und unwillige Informationspolitik seitens der Automobilhersteller und Mineralölkonzerne sorgt dafür, dass die deutschen Autofahrer den neuen Sprit lieber meiden – jedenfalls dort, wo er bislang verfügbar ist. Für Super oder Super Plus zahlen sie im Schnitt acht Cent mehr pro Liter – und der Nachschub der Tankstellen an Super E5 wird mittlerweile knapp. Dies hat dazu geführt, dass die Mineralölkonzerne am vergangenen Donnerstag den vorläufigen Produktionsstopp von E10 ausgerufen haben, um das E10 Versorgungssystem nicht platzen zu lassen, weil keiner den Biokraftstoff tanken will.

 

Auch auf MOTOR-TALK ist die Verunsicherung und das Interesse groß. Erste Nutzer haben schon dazu aufgerufen, E10 komplett zu boykottieren, um „die da oben“ zum Umdenken zu bringen. Was steckt aber wirklich hinter E10, und was ist Eure Meinung dazu? Das wollten wir mal wissen und sind das Thema deshalb etwas grundsätzlicher angegangen. Außerdem haben wir uns angeschaut, wie gut die Hersteller über E10 informiert haben.

 

Rechtlicher Hintergrund

 

Die Richtlinie 2009/30/EG des Europäischen Parlaments verpflichtet alle Mitgliedstaaten, ein System zur Überwachung und Verringerung der Treibhausgasemissionen einzuführen. Dies kann u.a. durch die Einführung eines Ottokraftstoffs mit maximal zehn Volumenprozent Kraftstoffethanol (Bioethanol) unter dem Branchenkürzel E10 (von Ethanol 10 %) erfolgen. Was immer man davon hält, die deutsche Regierung setzt damit letztendlich europäisches Recht um, und das sogar eher spät: In Frankreich z.B. wird E10 schon seit 2009 verkauft. Dadurch soll die Abhängigkeit vom Erdöl vermindert und der CO2-Ausstoß im Verkehr reduziert werden. Die entsprechenden Gutachten gehen von einem CO2-Vorteil von 35 Prozent aus, den Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen gegenüber Erdöl hat.

 

Für Fahrzeuge, die E10 nicht vertragen, muss laut EU-Richtlinie mindestens bis 2013 das bisherige Benzin als sogenannte Bestandsschutzsorte weiterhin angeboten werden. In Deutschland verkauftes Ethanol muss zusätzlich eine positive Umweltbilanz gegenüber Erdöl haben.

 

Kritik

 

Kritiker monieren vor allem, dass eine bessere Umweltbilanz von Super E10 gegenüber herkömmlichem Super sich nicht wirklich belegen lässt. Es wird den Regierungen vorgeworfen, Nebeneffekte wie Abholzung, Bodenverödung, -vergiftung etc. einfach auszublenden. Ein positiver Effekt von Ethanol im Sprit auf die Umwelt sei zudem, falls vorhanden, angesichts der Menge der Beimischung allenfalls marginal.

 

Klar ist, durch den niedrigeren Brennwert von Ethanol gegenüber Benzin aus Erdöl (65,5%) sinkt auch der Brennwert des gemischten Sprits. Dadurch sinkt die Leistung und steigt der Verbrauch. Der errechnete Mehrverbrauch ist allerdings marginal, er beträgt 1,7 % (bei bisher 6 l/100 km wären das 0,1 l/100 km mehr).

 

Weiter wird kritisiert, dass E10 manche Pkw schädigen kann. Deshalb sind alle Autohersteller verpflichtet, Auskunft über die E10-Verträglichkeit ihrer Modelle zu geben. Das DAT-Institut hat daher im Auftrag der bundesregierung eine Liste der Herstellerangaben zur Verträglichkeit von E10 erstellt.

 

Was steckt wirklich dahinter? E10 und die Risiken

 

Eine sehr vollständige Erklärung zu den Hintergründen und möglichen Risiken von E10 gibt es im Blog von Rotherbach. Wir haben die wesentlichen Infos daraus hier mal zusammengezogen.

 

Oft hört man, dass Ethanol sowohl Dichtungen als auch den Motor selbst schädigen kann. Das ist zwar nicht falsch, relativiert sich aber in den meisten Aspekten durch die verhältnismäßig geringe Beimischung. Seit 1980 befindet sich bereits ein 5%iger Anteil Ethanol im Benzin, der die Klopffestigkeit steigern und Bleiadditive ersetzen sollte. Die jetzige Verdopplung dieser Menge stellt nur in wenigen Ausnahmefällen ein Risiko dar.

 

 

Benzindirekteinspritzer mit Hochdruckpumpen

 

Infos zu E10Infos zu E10Die Hydrophilie von Ethanol bewirkt, dass geringe Mengen Wasser mit korrosionsgefährdeten Teilen im Motor in Berührung kommen können, jedoch zu wenig, um Schäden zu hinterlassen. Auch eine Verdünnung des Motoröls und damit zusammenhängend eine Verkürzung des Ölwechselintervalls ist auszuschließen, da sich das Wasser absetzen und bei entsprechenden Motortemperaturen verdampfen würde. Riskanter ist die Säure-Base-Reaktivität. Es kann bei Leichtmetallen wie Aluminium zu einem „scheinbaren Auflösen des Bauteils“ kommen – ein schleichender Prozess, der durch Beschädigungen beschleunigt werden kann. Aus diesem Grund gibt es keine Freigabe für Benzindirekteinspritzer mit Hochdruckpumpen. Durch die Steigerung des Druckes erhöht sich die Reaktivität von Ethanol, bei entsprechenden Tests wurden Korrosionsspuren an Aluminiumverschraubungen festgestellt. Alle anderen Benziner bleiben hiervon weitgehend verschont, nur eine drastische Erhöhung des Ethanolanteils wäre gefährlich.

 

Da betroffene Leitungen und Dichtungen für den Kontakt mit Benzin ausgelegt sind, ist die Eigenschaft von Ethanol als Lösungsmittel zu vernachlässigen. Hier besteht das einzige Risiko darin, dass Weichmacher abgetragen werden können, was zu sprödem Material oder Rissen führen kann. Aber dieser Prozess verläuft so langsam, dass in der Regel eher der normale Verschleiß eintritt.

 

Relevant für alle Modelle ist die höhere Betriebstemperatur bei der Verwendung von E10 im Vergleich zu herkömmlichem Super. Ethanol benötigt weniger Sauerstoff bei der Verbrennung, wodurch ohne Anpassung ein mageres Gemisch entsteht. Im normalen Betrieb wird dies aber durch die Lambdaregelung per Änderung der Einspritzmenge korrigiert. Bei älteren Fahrzeugen ohne geregelten Katalysator empfiehlt sich eine Anpassung mit Hilfe eines Abgastesters. Durch den geringen Ethanolanteil sind generell Schäden an Auslassventilen oder Katalysator aber unwahrscheinlich.

 

Die Hersteller: Desinformation aus Angst vor Garantieansprüchen?

 

Wie gut informieren die Pkw-Hersteller?Wie gut informieren die Pkw-Hersteller?Alle Hersteller waren verpflichtet, zum Marktstart von E10 verbindliche Angaben zu machen, welche Modelle sie für den neuen Kraftstoff zulassen. Die Qualität der Angaben ist aber sehr unterschiedlich. Die meisten deutschen Hersteller, wie z.B. VW und Opel, haben fast ihre gesamte Modellpalette für E10 freigegeben. Ausnahmen wurden meist klar benannt. Ebenfalls vorbildlich: Volvo testete alle Pkw bis 1976 rückwärts, Ford macht sogar Ausführungen zu Pkw vor Baujahr 1940. Andere Hersteller machen es sich dagegen eher einfach. So gibt z.B. Nissan pauschal alle Modelle ab Bj. 2000 frei. Ob sich da wirklich alle 2000er Modelle technisch so entscheidend vom 1999er Modell unterscheiden? Ist E10 in einem Modell Baujahr 1999 doch sicher – oder in einem Modell 2001 unsicher? Man weiß es nicht, und ohne entsprechendes technisches Hintergrundwissen ist man zwangsläufig verunsichert.

 

Auch Mazda gibt Freigaben nur für aktuelle Modellreihen (Mazda2-6) ab 2003. Die direkten Vorgänger Premacy oder Demio werden pauschal ausgeschlossen. Am einfachsten macht es sich Lada. Erst ab Modelljahr 2011 (Euro5) werden hier die Autos für den Betrieb mit E10 freigegeben.

 

E10 und die Motorrad-HerstellerE10 und die Motorrad-HerstellerNun ist es natürlich für Autohersteller eher unwirtschaftlich, 10 Jahre alte Autos gründlich auf E10-Verträglichkeit zu untersuchen bzw. zu testen. Der Verdacht steht im Raum, dass etliche Fahrzeugmodelle eigentlich kein Problem mit Ethanol haben – die Hersteller aber ein Problem damit, das für diese älteren Modelle zu bescheinigen. Aus Angst vor möglichen Garantieansprüchen? Die Frage darf erlaubt sein, ob es überhaupt möglich ist, die Restlebensdauer eines 15 Jahre alten Alltagsautos durch Betankung mit E10 noch zu verkürzen.

 

Auch auf Nachfrage bei den Herstellern erhält der Kunde übrigens keine andere oder genauere Aussage als die, die auch in den allgemein zugänglichen Listen steht. Andere Hersteller schicken OPR-Codes ins Rennen; ebenfalls nicht sehr kundenfreundlich.

 

Die Tankstellen: An der Grenze zum Betrug?

 

Die Verunsicherung der Autofahrer durch E10 wurde durch die Tankstellen und Mineralölkonzerne kräftig befördert. Obwohl der Stichtag lange bekannt war dauerte es zunächst mal Wochen, bis es überhaupt irgendwo ein Schild gab, auf dem E10 steht. Bis heute ist das nicht flächendeckend so. Seit nun die meisten Tankstellen E10 führen, zeichnen sich allerdings zwei unschöne Trends ab.

 

1. Trend: Super E5 ist keine Alternative mehr.

 

Zwar müssen Tankstellen zum Bestandsschutz weiterhin Super mit 5% Ethanol führen. Zu welchem Preis und mit wie viel Oktan max., da gibt es keine Vorschrift. Also kann das bisherige Super zum gleichen Preis wie Super Plus angeboten werden, oder es gibt gleich nur noch Super Plus. So soll natürlich der Absatz von E10 gestützt werden, die Einführung einer neuen Sorte ging schon immer nur über den Preis. Hintergrund: 2011 müssen die Tankstellen zu 6,25% Agrokraftstoffe verkaufen – das geht nur, wenn E10 billiger verkauft wird, als es ist. Und das geht nur, wenn herkömmliches Benzin teurer verkauft wird, als es ist.

 

Soweit ist das nachvollziehbar. Immer öfter wird aber der Vorwurf der Abzocke erhoben. Der VCD rechnet es vor: In der Herstellung ist E10 um rund 0,5 ct. je Liter teurer als E5. Nimmt man den Mehrverbrauch hinzu, der theoretisch durch E10 entsteht, dürfte es allenfalls 20 Cent je gefahrene 100 km zu kompensieren geben. Das wäre nicht mal die Hälfte der derzeitigen Preisdifferenz von 8 Cent im Bundesdurchschnitt.

 

2. Trend: Was man wirklich tankt, weiß man nicht.

 

Mit der Einführung von E10 kann man derzeit eigentlich nur bei Super Plus wirklich sicher sein, was man wirklich tankt. Der Grund: In den entsprechenden DIN-Normen zur Kraftstoffqualität gibt es zwar eine Höchstgrenze für Ethanol, aber keine Mindestgrenze. So kann dann 95 Oktan Benzin E5 zwischen einem und fünf Prozent Ethanol enthalten, Super E10 sogar zwischen einem und zehn Prozent. Zusätzlich kann sogar Super Plus als Super E5 verkauft werden – die Mindestoktanzahl ist gegeben.

 

Das alles wäre im Grunde nicht schlimm – würden nicht viele Autofahrer bewusst einen höheren Preis in Kauf nehmen, um E5 zu tanken. Dadurch wird es dann eigentlich zu einem legalen "Betrug". Schließlich hätte man in vielen Fällen den gleichen Sprit auch billiger haben können. Nach Untersuchungen des ADAC hingen in den letzten Wochen auch an mehreren Tankstellen unterschiedlich ausgepreiste Sorten am mutmaßlich gleichen Tank.

 

Und nun?

 

Wer also weder Zeit noch die Fachkenntnis für eine technische Analyse seines Kraftstoffes hat, dem bleibt nur, sich nach den Empfehlungen des Herstellers und den Ausschilderungen an der Tankstelle zu richten. Wer das tut, zahlt derzeit u.U. kräftig drauf.

 

Was können die Autofahrer daher erwarten? Sie können von den Autoherstellern erwarten, dass diese ihre Empfehlungen zum Thema E10 nach technischen Gesichtspunkten und nicht zuerst nach Gesichtspunkten der juristischen Risikoabwehr aussprechen, und dass sie sich damit die Mühe machen, die erforderlich ist. Sie können erwarten, dass offensichtliche Panikmache unterbleibt, und dass sie nicht die Versäumnisse der Konzerne nachträglich an der Zapfsäule finanzieren und dabei noch falsch informiert werden.

 

Was sagt Dein Hersteller zu E10?

 

Abarth, Alfa Romeo, Audi, BMW, Chevrolet, Chrysler, Citroen, Dacia, Daewoo, Daihatsu, Fiat, Ford, Honda, Hyundai, Lancia, Land Rover, Lexus, Mazda, Mercedes-Benz, Mini, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot, Porsche, Renault, Seat, Skoda, Smart, Subaru, Suzuki, Toyota, Volkswagen, Volvo, DAT-Liste der Herstellerangaben zur Verträglichkeit von E10


  • von 127
  • 127

07.03.2011 09:46    |    SWISSGIN_HH

ich fahre zwar seit drei tagen diesel.

 

aber fahre zwischendurch immer mal benziner. E10 wird aber schön boykottiert.

 

meine begründung washalb ich E10 boykottiere sind nicht unbedingt die schäden, die es verursachen kann sondern eher der herstellungsprozess.


07.03.2011 09:58    |    hoc777

Und schon wieder eine Fehlentscheidung der Regierung. Die wievielte weiss ich mittlerweile nicht mehr.

Jedenfalls haben wir neben einem Diesel noch einen Mazda MX-5 NA und der ist lt. Mazda nicht freigegeben. Der MX-5 NB übrigens auch nicht, nur so zur Info.

 

Fatal finde ich zudem die Fragwürdigkeit des Herstellungsprozesses und des Umweltschutzes und auch die Ungewissheit bezgl. Langzeitwirkung. Selbst wenn eine Freigabe erfolgt so kann keiner etwas über "Folgeschäden" ausschliessen.

 

Ich kann nur hoffen, dass weiterhin dieses E10 boykotiert wird und im besten Falle wieder vom Markt genommen wird.


07.03.2011 10:07    |    remanuel

Die Meldung, dass der Leiter Mechanik von BMW, Herr Brüner, angeblich vor Schäden gewarnt haben soll, ist ein weiterer Baustein der Vewirrung.

 

http://de.autoblog.com/.../

 

 

 

Brüner hat entweder keine Ahnung, oder ist - wie so oft - von den Medien falsch zitiert worden. Wenn Benzin verbrennt, ensteht neben CO2 auch Wasser, darin unterscheidet sich Benzin in keiner Weise von Ethanol. Wasser kann Öl obendrein nicht verdünnen, da nicht miteinander mischbar. Aufgrund seiner Dichte lagert Wasser dann am tiefsten Punkt des Ölsystems und bei Öltemperaturen jenseits der 100-Grad-Marke wird es verdampfen. E10 mag ja vielleicht Einiges anrichten, aber zu einer Ölverdünnung kommt es mit Sicherheit nicht.

 

Wenn dann noch zu lesen ist, dass die Brühe nur 3 Wochen (!) im Tanksystem lagerfähig sein soll, dann kommt einem schon das Grausen, wenn man an Rasenmäher, Saisonfahrzeuge, Reservekanister usw. denkt. Den Multis wird wohl auch mulmig, bleibt der Saft doch in den Tanks der Stationen liegen - und bestimmt länger als 3 Wochen, wenn der Kunde weiterhin so blockiert.


07.03.2011 10:20    |    rpalmer

Ich tanke es, in den wärmeren Jahreszeiten auch in höheren Mischungen.


07.03.2011 10:25    |    marcu90

Ich habs gestern erstmals getankt, anderes Benzin ist mir zu teuer - wir wollen doch den Ölkonzernen nicht zeigen, dass wir noch wesentlich mehr fürs Benzin zahlen würden, gell ;)

rpalmer betankst du damit deine Ventos?


07.03.2011 10:34    |    rossikan

@remanuel:

BMW hat bereist gestern die Pressemeldungen dementiert:

 

Zitat:

Die Aussagen von Herrn Brüner zum Thema E10 Verwendung für BMW Fahrzeuge bezogen sich ausdrücklich nicht auf Länder mit Kraftstoffqualitäten wie die in der EU verwendeten, sondern auf Länder mit deutlich minderwertigen Kraftstoffqualitäten. Dies bekräftigte heute Abend aus aktuellem Anlass Dr. Klaus Draeger, Entwicklungsvorstand der BMW Group, in München: „Entgegen aktueller, anderslautender Medienberichte bekräftigen wir unsere Aussage, dass grundsätzlich in allen BMW Pkw Modellen sämtlicher Baujahre der unbedenkliche Einsatz von E10 Kraftstoffen möglich ist. Einige wenige ältere BMW Fahrzeuge benötigen aus Gründen der Klopffestigkeit Super Plus ROZ 98. Diese Fahrzeuge eignen sich daher unabhängig vom Ethanolgehalt nicht für Superkraftstoff.“

http://www.auto-reporter.net/1981/2_1981_104_43439_1.php


07.03.2011 10:52    |    Andi B

Wie schon in all den anderen Freds geschrieben:

 

Ich boykottiere E10.

 

Und zwar nicht unbedingt, weil es mein Auto nicht verträgt (mit Baujahr 1990 ist es nach Audis Aussagen allerdings nicht direkt freigegeben, die geben erst ab 1992 ne Freigabe, obwohl es da der selbe Motor war),

sondern weil ich mich nicht vom Staat verarschen lassen will, und hoffe, dass die es auf diese Weise merken:

 

Es hieß im November 2010, dass E10 günstiger eingeführt wird, als E5.

Vergleicht man nun die monatlichen Durchschnittspreise der verschiedenen Tankstellen (auf der Shell Homepage kann man das schön nachgucken) ist der Preis im Dezember schlagartig um 8 Cent angestiegen, und Anfang 2011 wurde das neue E10 dann 5 Cent günstiger eingeführt (--> also immernoch 3 Cent teurer, als das E5 vor dem künstlichen Preissprung war).

Das ist für mich das erste no-go.

 

Zweitens sehe ich es nicht ein, dass wir keine gescheiten Freigaben über die Hersteller bekommen, ich glaube zwar nicht an ein Risiko, aber ich habe kein Geld zu verschenken, kann es mir also nicht leisten, wenn mein Auto dann doch irgendeinen Schaden durch das Zeug davon tragen sollte. Also lasse ich es bleiben.

 

Weiters bleibt mir der Sinn der E10 Sache verborgen...

Besser für die Umwelt? Mal Thema Regenwald roden und Nahrungsmittelknappheit außen vor:

 

Auf der Seite des Bundesumweltministeriums steht:

"Um die Umweltverträglichkeit von Biokraftstoffen zu gewährleisten, hat die Bundesregierung eine Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung erlassen. Danach gelten Biokraftstoffe nur dann als nachhaltig hergestellt, wenn sie - unter Einbeziehung der gesamten Herstellungs- und Lieferkette - im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen mindestens 35 % an Treibhausgasen einsparen. "

 

(Quelle: http://www.bmu.de/verkehr/strassenverkehr/e10/doc/46718.php)

 

Das heißt also, dass Ethanol bei der Verbrennung 35% weniger Co2 freisetzt, als herkömmliches Benzin.

Okay, Milchmädchenrechnung:

35% von 5% erhöhtem Anteil im Sprit macht auf einen Liter gesehen: 1,75%!

 

So, ist ja ganz toll für die Umwelt. Da der Energiegehalt von Ethanol deutlich unter dem von normalem Benzin liegt, haben wir allerdings einen gewissen Mehrverbrauch. Dieser lag bei meinen 2 Test-Tankfüllungen bei ca 5%, andere Quellen schreiben von 2-3% Mehrverbrauch.

 

Lassen wir es mal nur 2% Mehrverbrauch sein:

2% Mehr Verbrauch

1,75% weniger Co2 Ausstoß pro Liter

 

Na, hats "Klick" gemacht? KEIN Nutzen für die Umwelt.

Unsere Politiker wollen das wohl nicht verstehen, hauptsache man kann die Melkkuh Autofahrer noch etwas weiter auspressen.

 

Und unabhängier vom Öl werden wir durch die 5% auch nicht, dafür werrden wir zusätzlich noch von den Ethanolproduzenten, also von 2 Quellen abhängig. Na ganz Klasse, ob uns das was bringt? 2 Quellen, die nun wie wild an der Preisschraue drehen dürfen....

 

So, jetzt habe ich keine Lust mehr, noch mehr zu schreiben, ich tippe mir für das Thema eh schon tagelang die Finger wund. Habe mich bereits persönlich per Mail an die EU-Kommission, den Bundesumweltminister und an den Bundeswirtschaftsminister gewendet... Bringen wirds zwar nix, aber ich kann wenigstens sagen, ich hab was versucht, dagegen zu tun.

 

 

Ich hätte gerne, dass der Staat die Verbreitung von E85 fördert.... Wenn es mehr Tankstellen gäbe, würde sich eine Umrüstung auch lohnen. Und da E85 wirklich günstiger ist, könnte der Verrbaucher dabei auch noch sparen. Aber nein, dann entgeht dem Staat ja zu viel Geld, E85 würde innerhalb kürzester zeit genauso teuer werden, wie all der andere Sprit auch....

 

 

 

Jetzt allerdings noch die Kehrseite davon:

 

Wenn die E10 wirklich GÜNSTIGER eingeführt hätten, oder es jetzt noch günstiger machen (Nein, nicht im Verhältnis gesehen günstiger, die können E5 auf 2€ den Liter hochschrauben, dann werde ich immernoch kein E10 tanken, sondern mehr Fahrrad fahren), d.h. wenn der Preis von E10 SINKT, auf unter 1,30€, dann würde ich meinen Boykott warscheinlich abbrechen, aber nur dann, und ich würde es auch nicht tanken, weil ich dann an einen ach so tollen Nutzen für die Umwelt glaube, sondern ausschließlich um Geld zu sparen.

 

Das wird allerdings eh nicht passieren, also kann damit gerechnet werden, dass das Zeug bei mir nie in den Tank kommen wird.

 

 

mfg Andi


07.03.2011 10:59    |    Südschwede

Ja klar, da mußte der Herr Brüner von BMW zurückrudern und seine Aussage wurde von oben relativiert. Schön eingeknickt. :D Aber egal, die Verwirrung ist sowieso groß und der Wille zum Boykott ungebrochen. Wenn die Ablehnung weitere Wochen anhält und das E10-Zeug in den Tanks ranzig wird, verschwindet der Mist vielleicht wieder vom Markt. Lieber Super 95 Oktan zurück + 2 Ct. Strafzahlung für nicht erfüllte E10-Quote! Immer noch besser als E10 oder teures Super Plus. Ich jedenfalls kippe in meine 2 Benziner vorerst SP rein.


07.03.2011 11:04    |    anschiii

Milchmädchen rechnung stimmt.

 

du hast geflissentlich übersehen, das bei der Verbrennung von E nur das CO² freigesetzt wird, was die Pflanzen bei der Erzeugung vorher aus der Luft gezogen haben.

Sogesehen fast ein Nullsummenspiel.

 

Benzindestillate addieren das CO² zu dem im Umlauf befindlichen.

Begriffen?


07.03.2011 11:21    |    linkehand3

Viele gute Gedanken sind in den vorher stehenden Beiträgen aufgezeigt. Etwas, das mir fehlt, hat mit MOTOR und Verhalten unserer Politiker und Lieferanten, aber nicht unbedingt mit Auto zu tun:

Ich betreibe 3 Kettensägen, 2 Motorsensen, einen Vierzylinder-Aufsitzmäher, 3 Benzin-Rasenmäher, 1 Luftkissenmäher.

Keiner der Hersteller hat seine Händlerschaft darüber schlau gemacht, was mit dem E 10 und dem Betrieb dieser Maschinen nun ist. Für die Politik und die Hersteller scheint dieses ein wilkommenes Konjunkturprogramm zu sein, das zu Lasten der vielen Milionen Betreiber stillschweigend gefahren wird: " Wie schön! Lasst sie doch neue Geräte kaufen. Besseres kann der Konjunktur doch nicht geschehen." 


07.03.2011 11:31    |    Brunolp12

Ich finde die obige Zusammenfassung aus der Motor-Talk Redaktion ganz gelungen (gehe mal davon aus, daß weitere technische Hintergründe, wie vermehrte Fremd-Einträge ins Motoröl, Folgen für Ölwechsel- Intervalle usw. ... im verlinkten Artikel näher beleuchtet werden).

Meine Bedenken bzgl. dem Ethanol gehen inzwischen klar in die Richtung "ökologischer Unsinn", "Greenwashing" (= also ein Fall von Pseudo Umweltschutz, der wenig oder garnichts bringt). Obwohl die Ethanol- Erzeuger ja behaupten auf "Nachhaltigkeit" zu achten und ein entsprechendes Zertifizierungssystem ins Leben gerufen haben.

 

Die Angst vor Folgeschäden scheint mir bei neueren Fahrzeugen weit hergeholt und übertrieben und stellt für sich allein keinen Grund dar, E10 zu meiden.

Ob mein Fahrzeughersteller in 10 oder 15 Jahren bei Schäden durch E10 allerdings dann einräumt: "ja, das kommt durch E10 - wir übernehmen die Reparaturkosten per Kulanz", das weiss ich natürlich nicht (Edit: besser formuliert - damit rechne ich eher nicht).

 

Ich habe bei der letzten Tankfüllung (vor einigen Wochen) E10 genommen (nachdem ich mich beim ersten Tanken nach der Umstellung geärgert hatte, daß die Tanke mir Super Plus untergejubelt und abkassiert hatte).

Im Alltagsbetrieb merkt man logischerweise keine Nachteile (auch der Mehrverbrauch scheint mir zunächst im "statistischen Rauschen" unterzugehen, was allerdings nicht heissen muss, daß er nicht da ist).

 

PS & Edit:

Sehe "uns" schon die 2 Cent pro Liter Strafe für die Ölfirmen zahlen.


07.03.2011 11:38    |    Andi B

"Benzindestillate addieren das CO² zu dem im Umlauf befindlichen."

 

Ach und das Öl waren nicht auch mal Bäume und Pflanzen, welche mal Co2 aufgenommen haben?

 

Ist doch alles nur Augenwischerei, einen wirklich positiven Effekt auf die Umwelt gibt es durch E10 nicht.

 

Und solange dieser Scheiß nicht wesentlich billiger wird, kommt es nicht in den Tank, PUNKT.

Ich hoffe, es gibt noch mehr Leute, die so denken.

 

 

 

mfg Andi


07.03.2011 11:50    |    i need nos

"Nein, ich boykottiere E10, obwohl mein Auto es vertragen würde."

 

Warum? Weil ich die miserable Informationspolitik, die hier betrieben wurde, nicht unterstütze! Die können gerne den Sprit nochmal vom Markt nehmen, zunächst verständliche und vor allem nicht widersprüchliche Information raus geben, und dann 1 zu 1 umstellen und nicht so ein Gehampel mit stückweiser Umstellung, Bestandssicherung, ständigen Preisänderungen usw.


07.03.2011 12:00    |    Brunolp12

was mir auch stinkt, ist der eklatante Verstoß der Ölfirmen gegen die "Bestandsschutz- Regelung", die der ADAC ja schon im Februar als Abzocke bezeichnet hat.


07.03.2011 12:07    |    Nothinkinq

Ich finde das das E10 eine reine Geldmache ist. Wieso sollen wir auf die unabhängigkeit mehr zahlen, wenn der Ami und anderswo das ÖL zum Wäschewaschen benutz werden kann?

 

Und die Umwelt wird durch rodung und ausbeutung auch nicht besser

um das E10 Herzustellen. Ich denke das vielleicht vielmehr leute im Parlament sitzen die Ihre Weisheit durch Copy und Paste beziehen!


07.03.2011 12:07    |    gsxr-750r

tagchen

 

ich tanke metyhl:D .

 

nein scherz ich tanke es nicht weil ich mir nicht sicher bin was es mit dem daimler ez 92 mit den spritleitungen macht , und beim opel astra g ez 98 ebenfalls nicht da der schon kunstoffleitungen hat.

 

ich weiß das beide autos in der schlauen liste stehen, jedoch traue ich nicht.

 

mfg mario


07.03.2011 12:09    |    rpalmer

@ marcu90: Bisher nur den älteren, der hats problemlos angenommen. Allerdings habe ich die Mono-Motronic etwas modifiziert.


07.03.2011 12:16    |    Thomas c180be

Gestern E10 erstmals getankt. 8 Cent Unterschied zum Super. Den Verbrauch halt ich im Auge.


07.03.2011 12:41    |    Hausgrund

Ich würde E10 tanken, auch wenn es keinen ökologischen Vorteil bringt und wenn ich wüßte, daß die Motoren das unbeschadet verarbeiten. E10 verringert doch etwas die Abhängigkeit vom Rohöl. Ich tanke aber keinen E10, da das konventionelle Benzin an der tschechischen Tanke noch sooo viel preiswerter ist als "unser" E10. Derzeit bis 35 Ct. Preisvorteil halten mich vom E10-Kauf ab.

Trotzdem halte ich die Informationspolitik für ein Disaster, da sich wohl kaum jemand ein fundiertes Urteil über die technischen und ökologischen Vor- und Nachteile machen kann, ohne ganz viel Zeit zu investieren. Wer hat die schon übrig.


07.03.2011 12:54    |    r-o-b-e-r-t

Ich würde gerne Nein, mein Hersteller hat zwar eine Freigabe gegeben, aber ich traue den Angaben nicht.

und Nein, ich boykottiere E10, obwohl mein Auto es vertragen würde.anklicken:):D


07.03.2011 13:00    |    Brunolp12

wie kommt ihr eigentlich immer darauf, daß "die Information" desaströs wäre?

mit 5 Sekunden googlen findet man doch sogar mehrere Listen mit den Herstellerfreigaben (DAT, ADAC, ...) - oder ist das Problem eher, daß euch diese Listen nicht "verbindlich genug" sind?


07.03.2011 13:12    |    cmspark

Der Beitrag oben ist fehlerhaft. Die EU schreibt NICHT vor, E10 auf den Markt zu bringen. Bis 2020 (!) soll im Verkehrsbereich ein erhöhter Anteil an regenerativen Energien eingesetzt werden. Das könnte aber auch durch Elektrofahrzeuge (und Solarstrom) erfolgen.

 

In Deutschland hat man die E10-Sache genommen, was sicher auch der Bauernlobby zu verdanken ist, die dadurch höhere Preise für ihr Produkt erreichen können als im reglementierten Bereich für getreide etc.

 

Die Milchmädchenrechnung, E10 würde ja nur das CO2 freisetzen was in den Pflanzen vorher gebunden wurde, ignoriert, dass die Landwirtschaft ebenso wie Transport und Raffinerierung des "Bio"-Sprits erheblich C02 verrusacht. Das zwangsläufige Ausweichen der Nahrungsmittelproduktion auf andere Flächen, fürht vor allem im Ausland dazu dass eben noch mehr Regenwald gerodet wird oder bis unwirtschaftliche Flächen dafür eingesetzt werden, welche wiederum zu einer Erhöhung der CO2 Produktion führen.

 

Wir in Deutschland hängen uns also wegen eine ökologisch und moralisch gesehenen schwachsinnigen Lösung eine "Gutmenschen"-Medaille um, während durch unsere Aktion die Nahrungsmittelpreise gerade auch für die Ärmeren auf der Welt steigen! Dass kein deutscher Politker hier sein Gesicht wahren will und zurückrudern ist mir verständlich aber die einzige _vernünftige_ Lösung.

Ich kann nur jedem empfehlen, bei den kommenden Wahlen seine Stimme zu nutzen. Sonst kapieren die das nie und es geht so weiter mit Politik am Volk vorbei.


07.03.2011 13:13    |    snooopy365

@Andi B

jeder Deutsche trinkt 30l puren Alkohol im Jahr... jetzt trink das gleiche mal an einem Tag und sag mir wie es dir geht.

 

Darum geht es bei CO2 das was in fossilem Öl gebunden ist, wurde über Jahrtausende gebunden und wir in Jahren freigesetzt.

Das was im Ethanol gebunden ist wurde gestern gebunden.

Das ist der dramatische unterschied.

 

Was ich an den Listen oben hier nicht verstehe: Warum hat mitsu nen "naja" daumen?

Es dürfen alle Mitsus außer GDIs fahren... eindeutiger und vorbildlicher geht es doch nicht??

 

Nicht das es mich intressieren würde... ich tank eh E85...


07.03.2011 13:18    |    Brunolp12

Zitat:

cmspark

Der Beitrag oben ist fehlerhaft. Die EU schreibt NICHT vor, E10 auf den Markt zu bringen. Bis 2020 (!) soll im Verkehrsbereich ein erhöhter Anteil an regenerativen Energien eingesetzt werden. Das könnte aber auch durch Elektrofahrzeuge (und Solarstrom) erfolgen.

wobei man wohl davon ausgeht / ausgehen muss (?), daß das in den nächsten 9 Jahren erst recht nicht zu machen wäre.


07.03.2011 13:27    |    rpalmer

@ cmspark:

 

Gut 75% des Ethanols, was hier ins Super kommt, stammt aus Brasilien und wird dort aus Rohrzucker gewonnen. Die restlichen 25% werden hier in Deutschland gewonnen. Aber keineswegs aus Ackerflächen, wie beim RME-Biodiesel, sondern aus ganz normalen Haushaltsabfall. Allein in Sachsen sind dazu in den letzten Jahren 3 Fabriken entstanden, die jeglichen Bioabfall zu Ethanol vergären.

Sprich : Müll wird sauber umgesetzt und das ganze schafft Arbeitsplätze und Wirtschaft in heimischen Gefilden. Die Technik, zur Bioethanolgewinnung aus organischem Abfall stammt aus Sachsen und ist dort patentiert.


07.03.2011 13:33    |    Brunolp12

Zitat:

rpalmer

Gut 75% des Ethanols, was hier ins Super kommt, stammt aus Brasilien und wird dort aus Rohrzucker gewonnen.

Ist das so? Ich dachte, das Ethanol müsste "zertifiziert" sein und könnte demzufolge nicht mehr aus Brasilien stammen, da Ethanol aus Brasilien nicht die Voraussetzungen für eine Zertifizierung erfüllen würde.

 

Bundesregierung.de schreibt dazu:

"Biokraftstoffe müssen in Deutschland nachhaltig angebaut werden. Sie dürfen nicht von Flächen mit einem hohen Wert für die biologische Vielfalt stammen. Das sind beispielsweise bewaldete Flächen oder Grünflächen mit großer Artenvielfalt. Damit ist gewährleistet, dass der Anbau nicht zu einem zusätzlichen Flächenverbrauch auf Kosten der Natur beiträgt.

Das gilt auch für Importe. Solange für importierten Biosprit kein Nachhaltigkeitszertifikat vorliegt, können diese Kraftstoffe nicht beigemischt werden..."

 

Zitat:

rpalmer

Die restlichen 25% werden hier in Deutschland gewonnen. Aber keineswegs aus Ackerflächen, wie beim RME-Biodiesel, sondern aus ganz normalen Haushaltsabfall. Allein in Sachsen sind dazu in den letzten Jahren 3 Fabriken entstanden, die jeglichen Bioabfall zu Ethanol vergären.

(...)

Sprich : Müll wird sauber umgesetzt

das sind die kleinen Teilaspekte, die mich an der ganzen Sache einen letzten Rest Sinn erkennen lassen (wenn auch mehr oder weniger in der Zukunft).


07.03.2011 13:38    |    HAJO45

Woher die höheren Herstellungskosten ? Mir wurde von einem Tankwagenfahrer gesagt,das der Alkohol erst bei der Abfüllung zugesetzt wird.Für mich ist das nur um mehr Mineralölsteuer zu kassieren.E 10 - Mehrverbrauch, E 5 höherer Preis.Ergo mehr Steuer.Und alle EU Länder ? England z.B. hat noch nicht mal E 5 die haben E 4.Ganz abgesehen von Polen usw. Nach Umweltzonen und Abwrackprämie ist das jetzt der dritte Versuch die Autofahrer abzuzocken.Die Grünen wollten sogar eine Innenstadtmaut einführen.Die Schlaglöcher werden auch aus dem Grund nicht saniert,weil evt.Politiker in den Vorständen der Stossdämferhersteller sitzen :D

Grüße


07.03.2011 13:43    |    Trackback

Kommentiert auf: Alternative Kraftstoffe:

 

Fakten zu Ethanol im Benzin.

 

[...] - eine, wie ich finde gelungene Zusammenstellung zum Thema :

http://www.motor-talk.de/.../...-grosse-e10-verwirrspiel-t3156164.html

Grüße

[...]

 

Artikel lesen ...


07.03.2011 13:45    |    TERWI

Bei mir kommt auch kein Exx in den Tank

Ich brauche Sprit ja auch nur zum minimalen Teil, da ich LPG fahre.

Versteh auch überhaupt nicht, warum Autogas nicht mehr progagiert und gefördert wird ?

Tankstellen gibts zur mittlerweile Genüge.

 

Aber auch uns Gas-Fahren wird reichlich in die Tasche gegriffen:

Bei uns in OS und Umgebung klettert der Gas-Preis (auch CNG) von ANfang Dezember bis heute um ca. 23 Cent !!

Das Geschrei bei den Spritfahrern möchte ich nicht hören ...

... aber auch da hat man ja schon die Gunst der Stunde erkannt, die Preise anziehen zu lassen.

 

Alles nur Abzocke und in Sachen Öko für mich der reinste Schwachsinn.


07.03.2011 13:47    |    Benjamin2111

Mir ist es auch relativ egal. Der 745 verträgt es offiziell (läuft aber wahrscheinlich sogar auf Pflanzenöl und Rum :D), die beiden anderen (C30 und XC60) sind Diesel.

 

Trotzdem bin auch ich kein Freund vom E10. Nicht, weil ich bei richtigem Anbau (z.B. Abfälle in der Land und Forstwirtschaft) gegen den Alkohol bin, sondern weil ich gegen die Bervormundung bin. Man hat ja fast keine andere Möglichkeit mehr, als E10 zu tanken. Bei uns in der Ecke gibt es 2x Star, 1x Aral, 1x Esso, 2x Shell und eine kleine, freie Tanke. Bei allen großen bekommt man kein Super 95 E5 mehr, nur noch Super 95 E10 und Super Plus 98 E5 + die ganzen "Wundermittelchen" mit 100 ROZ und mehr. Nur die kleine, freie Tanke bietet noch normales Super 95 E5 an, weil die Pumpe selber den Alkohol nicht verträgt. :D Eigentlich bieten sie das aber auch nicht mehr an, weil die Tanks mitlerweile leer sind. Also kann man auch da nur noch Super Plus 98 E5 tanken. Tolle Wurst.

Ich habe da aber noch ein ganz anderes Problem: Normalbenzin gibt es hier gar nicht mehr, Super mitlerweile auch nicht mehr, Super Plus darf mein Motorrad nicht bekommen und E10 ebenfalls nicht. Was mach ich denn jetzt damit? Schieben? :confused:


07.03.2011 13:48    |    K4540

Bei mir kommt das Zeug nicht in den Tank rein. Selbst, wenn es nur die Hälfte wie Benzin oder Super kosten würde. Und so Umweltfreundlich wie die tun ist das ja eh nicht.

An meiner Tankstelle herrschte gestern regelrechte verwirrung, was man denn jetzt hier tanken kann.

Ausgeschildert waren an der Preistafel: Super, Super E10, Diesel

An den Zapfsäulen gab es das hier zu lesen:

Säule 1: Super bleifrei

Säule 2: Super

Säule 3: Diesel

Säule 4: Super

 

Von E10 war da keine rede. An der Säule, wo bisher Benzin zu tanken war, stand jetzt Super Bleifrei. Neben am Aufkleber stand aber noch Benzin 91.

 

Wir sind dann erstmal zum Tankwart um zu fragen, was man denn jetzt guten gewissens Tanken kann. "Überall das gleiche drin" hieß es dann. Die haben nur schon mal die Preistafel umgeändert.

Man muß schon ganz schön aufpassen.

Seit der E10-Einführung ist Normalbenzin jedenfalls an fast allen Tankstellen verschwunden. Schade eigentlich. Letztens war es einmal wieder billiger als Super.


07.03.2011 14:03    |    schnubi-o

Meine Frau hat es aus verstehen getankt. Ihr ist sofort aufgefallen das Ihr Auto nicht mehr richtig zieht und es "raucht!"

 

Wir haben dann bei Audi angerufen und gefragt Ob das 80 Cabrio den Schaden nehmen würde?

Antwort Audi: Nein mit diesem Motor dürfen Sie E10 tanke, kein Stress!

Seit dem Wochenende nun (tank ist noch halb voll) geht die Automatik nicht mehr und meine Frau sagt er würde von tag zu Tag schlechter ziehen und immer mehr rauchen.... heute muss er in die Werkstatt.

 

Auch wenn ich nicht sagen kann, 100%tig ist dieser E10 Misst daran schuld. Bin ich mir doch zu 98,4% sicher das es so ist!!!! in meine Autos kommt kein E10, das ist mal sicher.

 

Scheiss EU Verordnungen, scheiss E10

 

MfG

Schnubi


07.03.2011 14:35    |    snooopy365

@schnubi-o

Ich tippe auf "Schuld" beim E10... durch den etwas höheren Ethanolanteil hat die reinigungswirkung die "Benzinpampe" im Tank angelöst... Effekt: Spritfilter dicht.

Tritt eigentlich erst bei höheren Ethanolkonzentrationen auf, also muss 1. dein Filter uralt gewesen sein und 2. dein getanktes Benzin richtig Dreckig.

 

Ach ... moment... ist E10 schuld wenn es den Dreck der vom Benzin verursacht wurde entfernt? ... Würde mal sagen ist definitionssache ;) ... ich behaupte mal die Aussage: "Benzin ist Schuld" trifft damit ehr zu.


07.03.2011 14:40    |    anschiii

viel geiler finde ich

Zitat:

Seit dem Wochenende nun (tank ist noch halb voll) geht die Automatik nicht mehr .......

Vielleicht sollte seine Frau das nächste mal den Tankrüssel weit weg von der ATF_Öffnung der Automatik halten.:D:D:D

 

Bei dem Technikverständnis mancher hier frage ich mich, wie die ohne Betreuer ihre Haustür aufbekommen:rolleyes:


07.03.2011 14:48    |    Tom_444

Ich hab' großes Glück.

Meine Autos vertragen kein E10 - daher darf ich mit gutem Gewissen auch keines tanken wollen.

 

Andererseits wäre ich natürlich hocherfreut, wenn ein gewisser Vollgasanteil gesetzlich vorgeschrieben würde. Der öl-Reinigungseffekt bei Alkoholikern und DPF-Dieseln ist unbestritten. Das ist Nachhaltigkeit und Umweltschutz (der Effekt und der prozentuale Anteil ist dabei genauso egal wie bei den anderen populistischen Öko-Aktionen).

 

mfg, Tom


07.03.2011 14:59    |    grinze

Ich tanke kein E10, weil es umwelttechnisch absoluter Unsinn ist. Desweiteren boykottiere ich ALLE Markentankstellen, die meinen, den Abstand von E10 zu E5 bzw. Super+ auf mindestens 8Ct/l zu halten (auch 10Ct Unterschied habe ich bei TOTAL schon gesehen). DAS wäre der nächste Schritt, wenn so viele Autofahrer wie nur möglich mal für ein paar Monate zu den freien Tankstellen fahren. Zeigt den Konzernriesen und Monopolisten die gelbe Karte.


07.03.2011 15:00    |    cmspark

Das ein Sachse eine Biospritgewinnung aus Müll Klasse findet ist ja ganz nett, geht aber am Thema vorbei. Die gleichen Vorschriften gelten doch für die Biomasseheizkraftwerke.

 

Und bei denen wurde nachgewiesen, dass die eben ihr Material meist, weil günstiger, aus dem unzertifizierten Ausland herholen.

 

"...und das was im Ethanol gebunden ist wurde erst gestern gebunden":

Das ist doch völlig klar. Was aber bei dieser Gutmenschenrechnung ausgeblendet wird, dass der Biosprit nicht aus der Pflanze "läuft".

Die Pflanze muss nicht nur kultiviert, geerntet und transportiert werden,

sondern auch raffineriert werden. Das kostet Energie und verursacht CO2-Ausstoss.

 

Auch der Link auf die verbesserten Verbrennungseigenschaften von Ethanolversetztem Sprit gehen an der Realität vorbei. Ein Sprit, bei dem der Ethanol beginnt sich nach 2 Wochen im Tank zu zersetzen, ist nicht unbedingt das richtige für die meisten Autofahrer. Ich tanke normalerweise einmal im Monat. Dann wechsle ich noch zwischen Sommer und Winterfahrzeug. Und die haben auch noch einen Blechtank.


07.03.2011 15:08    |    clk200kmarcus

Meine Meinung:

 

Brot für Welt und nicht in den Tank !!!!


07.03.2011 15:24    |    chris230379

SAAB: Ihr Fahrzeug ist freigegeben, für Schäden mit E10 übernehmen wir keine Haftung,

 

BMW Alle Benziner aller Baujahre sind freigegeben gut, das mit der Haftung hat BMW aber weggelassen...

 

auch deswegen tanke ich E10 nicht,

 

wurde pressetechnisch

 

total versaut.

 

:mad:


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