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23.07.2022 13:18    |    jennss    |    Kommentare (53)

Welcher gefällt euch besser?

Ich finde dieses Duell recht interessant. Der Porsche ist zwar schon 2,5 Jahre auf dem Markt und der EQE 53 ganz neu, aber sie lassen sich recht gut gegenüberstellen. Beide sind knapp 5 m lang, kosten ähnlich viel, haben ähnliche Reichweiten und Fahrleistungen. Bei beiden bekommt man auch gegen Aufpreis Beifahrer-Bildschirme.

 

Porsche Taycan 4S:

  • Reichweite 453 km bzw. 511 km (mit Plus-Batterie) nach WLTP
  • 4,0 s. auf 100
  • 250 km/h Spitze
  • Wendekreis 11,7 m bzw. 11,2 m mit Hinterachslenkung
  • Keine Zuglast, Dachlast 75 kg
  • Netto-Kapazität 71 kWh bzw. 83,7 kWh (mit Plus-Batterie)
  • Auch als Kombi lieferbar (Turismo)
  • Ladezeit 21 Minuten bis 80% (800 V-System)
  • Mehr Individualisierungen möglich
  • Preis ab 108.867,00 € bzw. 114.388,60 € (mit Plus-Batterie)
  • Link

 

Mercedes-AMG EQE 53 4MATIC+:

  • Reichweite 525 km nach WLTP
  • 3,5 s. auf 100 (mit AMG DYNAMIC PLUS Paket im Overboost 3,3 s.)
  • 220 km/h Spitze (mit AMG DYNAMIC PLUS Paket im Overboost 240 km/h)
  • Netto-Kapazität 90,56 kWh
  • Wendekreis 12,4 m mit 3,6° Hinterachslenkung lt. Konfigurator. Allgemein gibt es beim EQE (nicht AMG) jedoch auch 10,7 m mit 10°-Hinterachslenkung, aber man muss beim 53er wohl von ausschließlich 12,4 m ausgehen.
  • Zuglast 750 kg, Dachlast 100 kg
  • Schiebedach lieferbar
  • Ladezeit 32 Minuten bis 80% (400 V-System)
  • Mehr Platz
  • Preis ab 109.777,50 € bzw. 114.537,50 € mit AMG DYNAMIC PLUS Paket
  • Link

 

Es gibt dann auch noch den Audi E-Tron GT (technischer Bruder vom Taycan) und weitere Konkurrenz, z.B. den BMW SUV iX xDrive50 für 116150 € bei 607 km Reichweite und 4,6 s. auf 100, aber ich beschränke mich in der Umfrage mal auf Porsche und Mercedes.

j.

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09.07.2022 11:00    |    jennss    |    Kommentare (83)

Ioniq 5Ioniq 5

Als der ID.3 2020 kam, war das in meinen Augen ein Gamechanger. Das sehe ich eigentlich immer noch so, denn er hat viel Zukunft in ein Auto gesteckt, wie z.B. Elektroplattform mit Hinterradantrieb, kleinem Wendekreis trotz großem Radstand für viel Akku bei vergleichsweise niedrigem Preis. Aber der nächste Gamechanger kam schon kurz danach und der hat einen noch größeren Schritt in die Zukunft getan: Der Hyundai Ioniq 5 mit bezahlbarem 800 V-Akku. Klar, Porsche hat den 800 V-Akku zuerst in Serie gebracht, ihn aber so günstig anzubieten wie Hyundai, ist für den Markt ein noch größeres Wachrütteln. Was das 3-Phasen-Laden bei AC ist, ist 800 V bei DC.

 

In meinen Augen ist klar, dass dem 800 V-Akku (oder auch 900 V) die Zukunft gehört. Dabei ist es nicht nur das Laden, das schneller bzw. schonender bei gleicher Ladeleistung geht, sondern auch die abzugebende Dauerleistung. Ladeleistung und Fahrleistung werden vor allem durch die Größe und Klimatisierung des Akkus bestimmt. Wenn der Akku jetzt 800 V hat, braucht er weniger Klimatisierung, weil er dank niedrigerer Ströme nicht so warm wird, oder aber er kann bei vergleichbarer Klimatisierung noch schneller laden. Die Leistung wird auf mehr Spannung "verschoben" (Spannung x Strom = Leistung). Hohe Ströme heizen auf, nicht hohe Spannungen. Und die Temperatur setzt die Grenzen der Leistung, denn ein Akku soll ja nicht kaputt gehen. Die 800 V-Technik schon also bei gleicher Ladeleistung den Akku oder ermöglicht noch höhere Ladeleistungen, ohne dass der Akku durch das Schnellladen allzu viel Schaden nimmt. Allerdings hebt die 800 V-Technik die Grenzen nur im Wärmebereich nach oben, nicht bei Kälte. Dadurch erscheint die Diskrepanz zwischen Laden bei Wärme und Kälte mit Ioniq 5 besonders groß. Hier hilft nur eine kluge Vorheiztechnik. Ich würde den manuellen Knopf zum Akkuvorheizen vor einer Ladepause übrigens einfach und gut finden.

 

Zwar haben einzelne Zellen chemisch bedingt nach wie vor die gleiche Spannung, aber durch die andere Verschaltung der Zellen wird das ganze Drumherum im Akku weniger warm und das zeigt sich bei der Ladeleistung und auch bei der Höchstgeschwindigkeit. Die Verluste durch Wärme sind geringer. Die rund 20 Minuten bis 80% scheinen mit der üblichen 400 V-Technik nicht zu erreichen zu sein. Selbst ein wohl sehr gut klimatisierter AMG-Mercedes EQE 53 kommt nur auf 32 Minuten und 220 km/h (mit Dynamikpaket auch 240, aber das ist wahrscheinlich nur ein Overboost, wie auch bei Tesla, deren Fahrzeuge die angegebene Höchstgeschwindigkeit nicht dauerhaft halten können). Die Höchstgeschwindigkeit ist ansonsten auch durch die jeweiligen Motoren begrenzt. Porsche bietet sehr gut klimatisierte (flüssiggekühlte) Motoren und ist komplett auf Leistung ausgerichtet.

 

Bei Ladesäulen setzt die 800 V-Technik die maximale Ladeleistung deutlich höher. Aktuell sind 350 kW das Maximum, an 400 V nur ca. 205 kW, die z.B. ein BMW i4 ausnutzt. Nur die Tesla-Ladesäulen können bei 400 V mehr liefern (bis 250 kW), aber wohl auch nur kurzzeitig. Ich finde es wichtig, dass neue Ladesäulen schon jetzt 800 V können, denn das ist die Zukunft und bis 2030 kommen bestimmt viele neue Autos mit 800 V-Akku auf den Markt.

 

Bei Smartphones haben sich die erhöhten Spannungen schon weitgehend durchgesetzt. Da wird mit 9 V statt 5 V geladen, wenn das passende Netzteil erkannt wird (so ist es auch bei Ladesäulen mit der Erkennung der Technik bis max. 900 V). Mein Huawei-Handy lädt sehr schnell und der Akku ist nach über 3 Jahren noch immer sehr gut in Schuss. Die Entwicklung wird bei den Autoakkus sicher genauso laufen. Mit ~20 Minuten bis 80% kommt man der Tankzeit von Verbrennern (inkl. Zahlen an der Kasse und Parken auf einen Parkplatz an der Raststätte) schon deutlich näher.

 

Etwas schade finde ich, dass BMW und Mercedes noch auf 400 V gesetzt haben, aber 800 V ist bei BMW schon in der Planung und auch Tesla wird wohl irgendwann auf 800 V umsteigen. Der Audi A3-Nachfolger soll auch einen 800 V-Akku bekommen.

 

Jetzt bin ich mal gespannt, welche Hersteller als nächstes auf 800 V-Technik setzen. Vielleicht kommen manche ganz überraschend ohne große Ankündigung? Ich denke, früher oder später werden das alle haben (bis auf ein paar Lowcost-Modelle). Selbst mit anderer Zellchemie wird die höhere Spannung ihre Vorteile ausspielen können. Die 800 V-Technik wird sicherlich bald in untere Fahrzeugklassen durchgereicht.

j.

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02.07.2022 16:39    |    jennss    |    Kommentare (146)

Wenn man irgendwann ohne Ladesäulenplanung Langstrecken fahren möchte, dann müssen die Ladesäulen an der Strecke schon früh erkennbar sein. Es gibt jedoch noch viele Ladesäulen an Raststätten, die auf der Beschilderung zur Raststätten-Ausfahrt gar kein Symbol haben. Ich habe das schon öfter gesehen: Keine Beschilderung, bin trotzdem rausgefahren und habe überraschend Ladesäulen entdeckt. Das ist kein Einzelfall. Sehr viele Ladesäulen sind noch nicht auf der Ausfahrtsbeschilderung drauf. Es scheint nur eine Kleinigkeit zu sein, ist aber doch sehr ärgerlich, weil man dann nicht spontan rausfahren würde.

 

So muss man immer auf dem Navi oder auf Karten vorher nach Ladesäulen suchen und planen. Auf vielen Strecken wäre heutzutage schon keine Planung mehr nötig, denn meiner Schätzung nach hat schon jede 2. Raststätte Ladesäulen. Man könnte einfach auf das bestehende Schild vor der Ausfahrt einen Aufkleber machen. Manchmal steht ein Ladesäulen-Schild erst auf dem Rastplatz, aber auch das nicht immer, wobei das eigentlich eh zu spät ist, weil man mit dem E-Auto schon vorbeigefahren ist. Warum bekommt "Tank & Rast" das nicht hin? Sollten sie vielleicht besser "Lade & Rast" heißen? ;)

Hier gab es schon mal einen Bericht über "Tank & Rast": https://www.elektroauto-news.net/.../...g-tank-rast-ladesaeulen-ausbau

 

Und auch in der Stadt und Überland fände ich es gut, wenn zumindest Highspeedcharger schon von weiter weg erkennbar oder ausgeschildert wären, ähnlich wie Tankstellen, die man schon von weitem sehen kann.

j.

 

PS: Die Bilder hat meine Frau vom Beifahrersitz geschossen :).

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