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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

23.05.2018 01:31    |    jennss    |    Kommentare (77)

Seht ihr beim Autonomen Fahren eine große Zukunft?

autonomesfahrenautonomesfahren

Viele Hersteller, allen voran Tesla, setzen stark auf die Entwicklung des Autonomen Fahrens. Es sieht alles so aus, als wäre es das große Ziel, den Fahrer von der Mühe, ein Auto zu fahren, befreien zu müssen. Häufig wird genannt, dass Autonomes Fahren sicherer ist oder sein wird. Zu meistern gelten einige Herausforderungen wie die sichere Erkennung aller Hindernisse, samt passender Reaktion auf diese, wenn es wirklich autonom, also ohne Fahrer, funktionieren soll. Das System muss Straßen und Wege zuverlässig erkennen, selbst, wenn es keine Linien gibt. Straßenschilder müssen natürlich beachtet werden. Eine weitere Herausforderung ist vor allem auch das automatisierte Fahren im Verkehr unter Autos mit Menschen am Steuer, die möglicherweise anders reagieren.

 

Wie entscheidet ein Computer, wenn ein Hase vor das Auto läuft? Immer Vollbremsung? Ein Mensch erkennt die Situation und wägt schnell ab, ob der Hase es wert ist, jetzt voll zu bremsen, oder ob eine Vollbremsung auf der Straße ein Risiko wäre. Die Frage ist somit auch, ob Programmierer jede denkbare Situation ausreichend bewerten können, z.B., wenn Kinder auf dem Gehweg spielen oder ein Vorausfahrender eine schlecht gesicherte Ladung hat.

 

Wie schätzt ihr das Autonome Fahren für die Zukunft ein? Investieren die Hersteller da zu viel Manpower, um das Thema voranzubringen, und es ist vielleicht nur ein Mittel der Industrie, um ein Thema für die Zukunft zu zeigen, oder wird das Autonome Fahren wirklich einen großen Anteil am Straßenverkehr der Zukunft haben? Wie schätzt ihr die Themen Sicherheit und Fahrspaß vs. Entspannung ein?

 

Wie wird die Schuld bei Unfällen derzeit gehandhabt? Werden Hersteller zur Verantwortung gezogen, wenn sie zu viel Sicherheit suggerieren oder sind sie in jedem Fall aus der Schuld heraus, wenn sie im Handbuch erwähnen, dass der eigentliche Fahrer letztlich immer die Verantwortung übernimmt und der Einsatz der Systeme je nach Situation von ihm entschieden werden muss? Könnte ein Fahrer damit überfordert sein? Oder ist das bald alles kein Problem mehr, weil die Systeme eine so hohe Zuverlässigkeit garantieren können, dass ein Hin- und Herschieben der Schuld kein Thema mehr sein wird. Können Sensoren dauerhaft zuverlässig agieren oder kann ihre Empfindlichkeit irgendwann durch Schmutz oder Materialversagen kritisch werden? Kurz: Wie schätzt ihr die gesetzliche Entwicklung zum Autonomen Fahren ein?

 

Das Thema Autonomes Fahren ist ein weiter Bereich. Verfolgen die Hersteller derzeit tatsächlich das Ziel, Fahrer komplett zu ersetzen oder geht es eh nur darum, ein Mittel zur Entlastung in bestimmten Situationen zu bieten? Wie weit wird es sich real auf der Straße der Zukunft ausbreiten? Entwickeln die Hersteller derzeit einfach nur mit offenem Ausgang weiter oder gibt es ein klares funktionales Ziel? Die beigefügte Umfrage deckt längst nicht alle offenen Fragen ab - schreibt gerne eure Einschätzung in den Kommentaren, und auch, welcher Grad der Automatisierung euer persönlicher Wunsch im eigenen Auto wäre.

j.

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23.05.2018 07:07    |    mark29

Aus meiner Sicht ist autonomes Fahren nicht erstrebenswert- weder wird es Personen die nicht selbst fahren können/dürfen irgendwann mal erlauben, dass sie unabhängig mobil sein können (z.b. Kinder oder Senioren oder Alkoholiker - als extreme Beispiele von potentiellen Zielgruppen), noch wird es für die große Zahl der "Selbstfahrer" attraktiv werden.

 

Aus technischer Sicht wäre sehr viel Potential vorhanden, die Systeme extrem zuverlässig und genau und schnell zu machen- mit der Vernetzung der Fahrzeuge in Echtzeit und klugen Lernmechanismen in den Steuerungen könnten die Fahrzeuge eine Art Schwarmintelligenz aufbauen und neu Erlerntes untereinander austauschen. Ein solcher Abgleich kann auch in "Ruhephasen" erfolgen und auf Plausibilität/Sinnhaftigkeit geprüft werden.

 

Die Frage ist nur, wie man die Hersteller motivierten könnte, alle Standards zu vereinheitlichen und untereinander kompatibel zu machen. Das klappt ja noch nicht mal bei den Lademöglichkeiten bei Elektrofahrzeugen... Hier müßte man einen wirtschaftlichen Wettbewerb in der Industrie durch einen technologischen Wettbewerb ersetzen können.


23.05.2018 09:15    |    GLC350diesel

Die Frage ist doch eher, wie kriege ich den Faktor "Mensch" aus dem kompletten Straßenverkehr raus?

Beispiel: Eine vierspurige Straße in der Stadt. Menschen überqueren diese nun einmal nicht immer an der Ampel. Wenn ich jetzt bis zum Mittelstreifen laufe und dann warte, wie reagiert ein autonomes Fahrzeug? Ich stehe 50 cm neben dem Fahrstreifen. Eigentlich muss es stehenbleiben. Ein Mensch sieht und versteht, was derjenige vorhat. Ein Computer MUSS bremsen, möchte er das Risiko minimieren.

-> In Zukunft kann ich blind über die Straße laufen, denn die Autos müssen ja alle bremsen. Tolle Sache.

 

Und nun werde ich noch etwas Geld investieren in einen Oldtimer, damit ich später zwischen den autonomen Slalom fahren kann. Und alle müssen bremsen :-) *freu*


23.05.2018 10:01    |    mark29

Die Frage ist doch, ob die Technik nach dem Verhalten der Umwelt gestaltet sein soll oder die Umwelt nach den Bedürfnissen der Technik?

 

Außer den Menschen gibt's ja auch Tiere, Pflanzen und andere Dinge die den Verkehr beeinflussen können- dürfen dann an den Straßen auch keine Bäume mehr stehen, weil Äste auf die Fahrbahn fallen könnten? Dann sollte man den kompletten Verkehr unter die Erde und in hermetisch geschlossene Röhren Verlegen.

 

Ähnliche Ansätze (Perversionen) hat ja die Industrie auch bei der Lebensmittelproduktion, wo eine Menge Chemie zum Einsatz kommt, damit die Rohstoffe und Zwischenprodukte und letztendlich das Endprodukt in allen Eigenschaften ideal auf die Fertigungsabläufe und Maschinen abgestimmt ist- die Bedürfnisse des Konsumenten sind da zweitrangig.


23.05.2018 12:13    |    Ascender

Zitat:

Ist das Autonome Fahren eine Sackgasse oder die Zukunft?

Ich denke "irgendwann" wird das autonome Fahren sicher Massenware, und wahrscheinlich wird das auch sehr gut klappen. Ob das nun in den nächsten 20 oder eher in den nächsten 50 Jahren Realität wird (oder gar noch weiter in die Zukunft rückt), kann keiner sagen.

 

Der Grad der Autonomie wird immer größer. Man hat ja bereits Stufen herausgearbeitet (aus Wikipedia kopiert):

Zitat:

Level 0: „Driver only“, der Fahrer fährt selbst (lenkt, gibt Gas, bremst, etc.)

 

Level 1: Fahrerassistenz. Bestimmte Assistenzsysteme helfen bei der Fahrzeugbedienung, beispielsweise der Abstandsregeltempomat (ACC).

 

Level 2: Teilautomatisierung. Funktionen wie automatisches Einparken, Spurhalten, allgemeine Längsführung, Beschleunigen, Abbremsen werden von den Assistenzsystemen übernommen, z. B. vom Stauassistent.

 

Level 3: Bedingungsautomatisierung. Der Fahrer muss das System nicht dauernd überwachen. Das Fahrzeug führt selbstständig Funktionen wie das Auslösen des Blinkers, Spurwechsel und Spurhalten durch. Der Fahrer kann sich anderen Dingen zuwenden, wird aber bei Bedarf innerhalb einer Vorwarnzeit vom System aufgefordert die Führung zu übernehmen.

 

Level 4: Hochautomatisierung. Die Führung des Fahrzeugs wird dauerhaft vom System übernommen. Werden die Fahraufgaben vom System nicht mehr bewältigt, kann der Fahrer aufgefordert werden, die Führung zu übernehmen.

 

Level 5: Vollautomatisierung. Kein Fahrer erforderlich. Außer dem Festlegen des Ziels und dem Starten des Systems ist kein menschliches Eingreifen erforderlich.

Insofern ist es logisch von diversen Unternehmen daran zu forschen. Gerade Taxiunternehmen haben ein gewaltiges Interesse an dieser Technologie. Selbstverständlich um Lohnkosten zu sparen. Die Digitalisierung wird diese Fahrerberufe zwangsläufig ausradieren.

 

Es wird aus meiner Sicht sehr spannend wie die Politik damit in Zukunft umgehen wird. Utopie, oder Dystopie?

Auf der einen Seite ist es eine große Chance für die Menschheit immer mehr Aufgaben von Robotern und Computern übernehmen zu lassen. So hätten die Menschen theoretisch mehr Zeit für Forschung, Entwicklung, Kunst und Kultur. Andererseits könnte es sein, dass man am bisherigen Kurs festhält und die Reichen immer reicher werden, während die Armen in die Perspektivlosigkeit abrutschen.

 

Ich glaube nicht, dass sich alles zum Guten verändern wird. Wenn das Level 5-Auto da ist, dann werden Politik und Unternehmen darauf drängen diese Technologie möglichst flächendeckend einzuführen. Entweder man wird selbstfahrende Autos gleich ganz verbieten - mit dem Argument der "Sicherheit", oder man macht uns das Selbstfahren madig, bspw. mit horrenden Versicherungstarifen und/oder hohen Steuerbelastungen.

 

So oder so: Es bleibt spannend.


23.05.2018 12:56    |    DSG-Oje

Level 6: Skynet übernimmt vollständig die Kontrolle und lässt sich nicht mehr deaktivieren.

 

 

Wir alle wissen es, Wissenschaftler warnen längst vor Gefahren durch virtuelle Entitäten. Eine KI ist nicht zwangsläufig einfach abschaltbar. ;)


23.05.2018 13:19    |    Bamberger_1

Meiner Meinung genauso überbewertet und unsinnig wie heutige Elektroautos, von Hybrid ganz schweigen.


23.05.2018 14:35    |    camper0711

Zitat:

Wie schätzt ihr das Autonome Fahren für die Zukunft ein? ... Wie schätzt ihr die Themen ... Fahrspaß vs. Entspannung ein?

Welche Rolle spielt "Fahrspaß" beim Lenken (bzw. auf der rechten Spur der Autobahn halten) eines Sattelschleppers?!

 

Oder wäre da relevanter, wenn (sobald der Lkw wirklich autonom fahren kann ohne dass ein "Fahrzeugführer" aufpassen muss) der Fahrer auf der Autobahn seine Ruhepause machen/sich schlafen legen kann - um dann ausgeschlafen 1 km vor der Abfahrt zu übernehmen und die letzten paar km zur Abladestelle manuell zu fahren?

 

Zitat:

GLC350diesel

Die Frage ist doch eher, wie kriege ich den Faktor "Mensch" aus dem kompletten Straßenverkehr raus?

auf der Autobahn sollte der Faktor (freilaufender) Mensch keine Rolle spielen ...

 

bzw. wer meint, zu Fuß über die Autobahn spazieren zu wollen, der hat heute auch schon gute Chancen auf den Darwin-Award!

 

 

Zitat:

Wie wird die Schuld bei Unfällen derzeit gehandhabt?

Wo?

in Kalifornien - in Texas - in China - in Saudi-Arabien - in Russland - ...

 

... oder welches wird in 5 oder 10 Jahren der erste (relevante) Markt sein, wo ein Premium-Hersteller, dessen Autos nicht autonom fahren können, in die Dacia- und Tata-Liga absteigt?!?!


23.05.2018 15:02    |    mark29

Die Schuldfrage wird darüber geklärt, dass eine Übernahmezeit Teil des Genehmigungsverfahrens ist. Aber dem Moment der Aufforderung der Übernahme der Kontrolle durch den Fahrer läuft dann die Stoppuhr. Schafft es der Fahrer nicht in der Zeit die Kontrolle vollständig zu übernehmen und gerät unmittelbar danach in einen Unfall ist er eindeutig schuldig und das Fahrzeug/ der Hersteller aus dem Schneider.

 

Studien zu praxisnahen Zeiten gibt es bereits.


23.05.2018 15:31    |    Ascender

Solange es gesetzlich so geregelt ist, dass der Fahrer jederzeit wachsam sein und jederzeit eingreifen können muss, wird sich das autonome Fahren hier in Deutschland nicht durchsetzen.

 

Wenn ich nichts zu tun habe, bin ich nicht mehr aufmerksam und konzentriert. Es verleitet mich dazu andere Dinge eher wahrzunehmen (bspw. Infotainment), als die Straße im Blick zu haben. Das funktioniert so nicht.

 

Meines Erachtens ist es aber nur eine Frage der Zeit bis die Technik und die Justiz so weit sind (siehe oben).


23.05.2018 15:51    |    nickoh

Ich habe mal für die erste Variante ist, wobei das eher eine Hoffnung ist.

Ich finde auch, dass man den Faktor Mensch da raus kriegen muss, aber vor Allem den Faktor Mensch hinter dem Steuer! Was man da zumindest in Städten jeden Tag mitbekommt... Das wäre toll, wenn diesbezüglich die Regeln durchgesetzt werden könnten, indem dieser Faktor ausgeschaltet werden könnte. Und der Verkehrsfluss...

Und in Kombination mit Carsharing, gäbe es keine Parkplatzprobleme mehr. Das Auto kommt dahin, wo ich es brauche und ich steige einfach da aus, wo ich hin will.

Die Frage ist nur, was mit denen ist, die gerne selber fahren. Aber wenn es nur um den Spaß geht, dann kann man dafür vielleicht auf spezielle Strecken fahren. Vielleicht gibt es ja auch Leute, die gerne mit ihrer eigenen Lok auf dem bestehenden Schienennetz umher fahren würden. Dürfen sie aber nicht, weil sie dann alles behindern würden.


23.05.2018 15:59    |    Ascender

Zitat:

Die Frage ist nur, was mit denen ist, die gerne selber fahren. Aber wenn es nur um den Spaß geht, dann kann man dafür vielleicht auf spezielle Strecken fahren.

Diese Leute, zu denen ich mich auch zähle, würden dann ihres "Hobbies" beraubt. Wie ich schon aufführte wegen des Arguments der "Sicherheit". Ob und wann das autonome Fahren sicherer ist als menschliches Fahren, steht in den Sternen. Verkehrsunfälle wird es auch weiterhin geben, gerade in der Stadt. Auch da wird der menschliche Faktor noch eine große Rolle spielen, selbst wenn es flächendeckend Level 5-Autos gibt.

 

Wir haben ca. 3.500 Verkehrstote pro Jahr. Und das bei steigendem Verkehrsaufkommen und zehntausenden von Kilometern, die jede Person im Jahr zurücklegt. Die Wahrscheinlichkeit bei einem Verkehrsunfall zu sterben beläuft sich bei ca. 0,00001%!!! Leider wird die Diskussion darum nicht sehr sachlich geführt. Häufig werden Ängste geschürt. Auch wenn jedes Einzelschicksal sehr tragisch ist, so würde ich mir doch eine objektivere Diskussion wünschen.


23.05.2018 16:06    |    mark29

Für die Stadt kann man hinterfragen , ob es überhaupt so exzessiven Individualverkehr geben muss.

 

Eine Konsequenz der autonomen Autos kann da nämlich auch sein, dass man erst keinen Parkplatz sucht/bezahlt und dann das Ding einfach ne Runde auf dem Stadtring drehen läßt... dann steht da ganz schnell alles.

 

Wenn sich Menschen und Autos nicht vertragen, dann sollen doch bitte schön da, wo sich die Menschen konzentrieren, die Autos aus dem Staub machen...


23.05.2018 16:26    |    Ascender

Die Autos werden so oder so aus den Innenstädten verschwinden. Denn was haben die da zu suchen? In der Regel sind das die Autos von Pendlern. Die Digitalisierung greift aber auch da in Zukunft vermehrt um sich: Bürojobs lassen sich bequem von zu Hause aus erledigen.

 

Gerade in Dortmund haben wir durch den Einzelhandel eine sehr lebendige City. Jedoch wird immer mehr im Internet bestellt. Ich habe mir von mehreren Einzelhändlern (ich bin Bankkaufmann) sagen lassen, dass die Umsätze zurückgehen, und dass man sogar Verluste macht. Die Stadt platzt zwar aus allen Nähten, aber die Leute bestellen trotzdem im Internet. Die probieren im Laden nur Klamotten an...

 

Der restliche Verkehr beschränkt sich auf Anwohner und notwendige Fahrten durch Rettungskräfte, Stadtreinigung, Müllabfuhr, Handwerksbetriebe, und Logistik (LKW zum Supermarkt bspw.).

 

Ich glaube man sollte nicht zu sehr gegen das Auto planen. Es ist schließlich Bestandteil unseres Lebens. Natürlich kann man es aus den Innenstädten vertreiben wo es Sinn macht (wir haben bspw. eine sehr ausgedehnte Fußgängerzone). Trotzdem ist es für mich zu kurzsichtig gedacht Parkplätze immer weiter zu streichen und stattdessen Grünflächen zu errichten.


23.05.2018 16:41    |    mark29

Naja, es wird ja schon einiges gemacht in dem Parkfläche unter die Erde verlegt wird, wenn neu gebaut wird... Das kann man noch voran treiben- und die ganz großen Durchgangsstraßen auch gleiche... ein Basis- Straßennetz kann/sollte man schon so lassen, aber dann eben nicht mehr für den Durchgangsverkehr und nicht mehr mit einer Dominanz wie z.b. in Würzburg...


23.05.2018 16:48    |    BravoI

Es waren Zeiten, wann alle glauben ob eine Kutsche/Wagen kann nicht ohne Pferd bewegen... heute sehe ich kein Pferd vor dem Wagen.

Es waren Zeiten, wann alle glauben - eine Frau kann nicht eine Auto fahren... heute sehe ich - Frau am Steuer kutschiert seine Freund.

 

Ich glaube - das Autonome Fahren kommt, wann genau - weis ich nicht, vieleicht lebe ich nicht mehr...

 

Gruß. I.


23.05.2018 16:53    |    mark29

Nun, bei deinen Beispielen war nur das Ziel und die Motivation, letztendlich auch die technische und gesellschaftliche, ja auch die moralische Hürde eine ganz andere.

 

Als Gegenbeispiel könnte man auch sagen, dass es mal die Zeit gab, wo man von Autos mit kleinem Atomreaktor und Lebenszeit-Tankfüllung träumt... Oder wo das Fliegen mit mehr als 1Mach für Passagierflugzeuge erstrebenswert war.


23.05.2018 16:56    |    Ascender

@mark29

 

Dortmund ist in dieser Hinsicht sehr fortschrittlich. Wir haben eine weitläufig abgesperrte Fußgängerzone, die Straßenbahnen wurden unter die Erde verlegt (nimmt Oberirdisch extrem viel Platz weg), Parkhäuser gibt es hier ohne Ende (generell ist Dortmund stark untertunnelt). Wir haben große Verkehrszufahrtswege in Richtung Innenstadt, und der ehemalige Wallring ist sechsspurig ausgebaut.

 

Auch wenn ständig von den Grünen im Stadtrat bemängelt wird, dass das Auto zu viel Platz wegnehmen würde. Aber hier ist es meiner Meinung nach genau richtig dosiert (Stadtparkanlagen haben wir auch sehr viele).


23.05.2018 17:07    |    mark29

Das klingt doch gut.


23.05.2018 21:58    |    random_user

In den nächsten 10 Jahren wird viel Standardkram automatisiert, also z.b. Taxen/Busse auf festen Routen, aber für richtiges autonomes Fahren brauch es eine gute KI und diese eine entsprechene CPU Leistung/Systembandbreite.

 

Aber eine KI zu entwickeln, die auch Baustellen welche von besoffenen Bauarbeitern errichtet wurde erkennt, setzt ein gewisses Level voraus und das halte selbst ich als Programmierer für äußerst gefährlich.

Ich denke eine "dumme" KI welche 90% der Fahraufgaben abdeckt sollte reichen.


24.05.2018 00:10    |    jennss

Zitat:

Ich finde auch, dass man den Faktor Mensch da raus kriegen muss, aber vor Allem den Faktor Mensch hinter dem Steuer!

Wie viel Prozent der Autofahrer empfinden das Fahren als Hobby/Spaß? Ich denke mal, das sind gar nicht so wenig, denn sonst würden kaum Leute PS-starke Autos kaufen. Kann es nicht sein, dass sich die Auto-Industrie da ein eigenes Grab schaufelt? Wenn man den Fahrspaß herauszieht und es nur noch darum geht, von A nach B zu kommen, verliert ein tolles Auto da nicht an Reiz? Dann kann man doch gleich das Deutsche Standardauto verkaufen.

 

Zitat:

Meiner Meinung genauso überbewertet und unsinnig wie heutige Elektroautos, von Hybrid ganz schweigen.

Es ist jetzt gerade die Zeit, in der E-Autos und Autonomes Fahren kommen, aber ich finde, das muss man getrennt betrachten. Ich bin kein Freund der Entwicklung zu autonomem Fahren, aber den E-Antrieb finde ich gut. Das ist für mich was ganz anderes. Der E-Antrieb beraubt den Fahrer keineswegs um den Fahrspaß :).

 

j.


24.05.2018 08:26    |    Achsmanschette250

Ich halte die Automatisierung des Fahrens weitgehend für möglich, jedoch nicht für uneingeschränkt sinnvoll.

 

Vielleicht mag das daran liegen, dass ich mich zu den Leuten zähle, die gerne Auto fahren, aber es gibt auch rein objektiv Kritikpunkte. Krampfhaft darauf zu warten, dass eine Situation entsteht, die mein Eingreifen erfordert, halte ich für wesentlich unentspannter als einfach selber zu fahren. Gerne nutze ich dazu auch Fahrassistenten bei besonders monotonen Fahrten. Aber das war es dann auch schon.

 

Den größten Nutzen sehe ich bei Fahrzeugen, die am Tag mehrere hundert Kilometer zurücklegen, wie z.B. LKW.


24.05.2018 09:47    |    passatsucher

Für mich ist das autonome "Fahren" Mumpitz! Der Mensch hat sich das Auto erfunden um mobil zu sein, mobil bedeutet in meinen Augen zu jeder Zeit an jeden beliebigen Ort zu gelangen. Das funktioniert nur mit einem Auto das vom Fahrer gelenkt wird. Wer autonom "fahren" will muss sich in einen Zug setzen, dort funktioniert das halbwegs.

 

Der wichtigste Punkt, der dagegen spricht, ist aber der Mensch. Solange der Mensch so funktioniert wie er es derzeit (und wahrscheinlich auch die nächsten 100 Jahre) tut, wird das autonome Fahren unmöglich sein. Oben wurden ja schon ein paar Beispiele genannt. Könnte natürlich sein, dass das Individuum irgendwann mal erfolgreich abgeschaltet wird, dann sind wir alle gagga und erst dann wird es wahrscheinlich auch ein autonomes Fahren geben.


24.05.2018 10:06    |    R 129 Fan

In Flugzeugen gibt es den Autopiloten- trotzdem gibt es noch Pilot und Co. Gleiches gilt für Schiffe. Nur ausgerechnet beim straßengebundenen Auto soll das ohne menschlichen Eingriff funktionieren? Hier werden wieder gigantische Summen für Wunschträume berufsloser "Politiker" verpulvert.


24.05.2018 10:24    |    jennss

Zitat:

Für mich ist das autonome "Fahren" Mumpitz! Der Mensch hat sich das Auto erfunden um mobil zu sein, mobil bedeutet in meinen Augen zu jeder Zeit an jeden beliebigen Ort zu gelangen. Das funktioniert nur mit einem Auto das vom Fahrer gelenkt wird.

Ich wollte jetzt gerade schreiben, dass man über das Navi das Ziel eingeben kann, aber so einfach ist das vielleicht auch nicht. Zum einen erkennt das Navi auch mit Internet-Kontakt nicht immer die aktuelle Situation und zum anderen stelle ich es mir schwer vor, einen Parkplatz in der Nähe des Ziels zu finden, wenn es sehr voll ist. Oder geht das ohne Fahrer doch zuverlässig? Entscheidet das System, welcher Fußweg zum Ziel für mich akzeptabel ist oder fährt das Auto ewig herum, um eine Parklücke zu finden?

j.


24.05.2018 11:39    |    schleich-kaefer

Autonomes Fahren ist eine Schnapsidee. Zumindest so lange, wie wir (=Menschheit) es nicht schaffen, wirklich robuste und sichere Software zu produzieren. Oder will sich einer von einem Auto kutschieren lassen, desen Software hängt oder abstürzt oder vielleicht am Autoradio (moderner: Entertainment-System mit Internetzugang) hängt und von Draußen von einem Hacker angreifbar ist? Und trotz aller Sensorik und KI - in freier Wildbahn und vor allem im gemischten Betrieb (mit von Menschen geführten Autos) werden diese Auto immer wieder scheitern. Natürlich scheitern auch Menschen am Steuer, aber der Maschine wird das nicht verziehen.

Ich bin überzeugt, dass diese Schnapsidee irgendwann auf der Straße landet, aber es reichen ein paar schlimme Präzedenzfälle, bei der unschuldige Menschen sterben und das Blatt wird sich wenden. Die Politik wird das schon richten, schließlich wollen sie wiedergewehlt werden.

Ich kriege auf jeden Fall einen kalten Rücken, wenn ich daran denke, dass ich in einem Auto sitze, das mit 100 km/h oder mehr von einem Computer gesteuert wird und ich nur ein Passagier bin der letztendlich dem Pfusch, sorry, ich meine: der Arbeit der Entwickler ausgeliefert bin. Bin vielleicht zu lange in der Software-Entwicklung drin, um an die Utopie robuster Software zu glauben.


24.05.2018 11:44    |    Ascender

Flugdrohnen sind so programmiert, dass sie bei einer Fehlfunktion oder fehlender Verbindung sicher landen. Ich bin überzeugt, dass autonome Fahrzeuge sich permanent selbst diagnostizieren, und bei einer auftretenden Störung anhalten. Das kann man auch fortführen und die Autos - je nach Lage und Schwere des Defekts - nach einer geeigneten Haltemöglichkeit suchen lassen.

 

Nicht falsch verstehen: Ich stehe dieser Technik auch nicht gerade begeistert gegenüber. Ich fahre gerne selbst Auto, gerne auch ohne Assistenzsysteme. Aber die Technik wird kommen, und man sollte es objektiv betrachten.


24.05.2018 12:44    |    schleich-kaefer

Das ist schön, dass das Auto stehen bleibt, wenn es erkennt, das was nicht stimmt. Darum ging es mir nicht. Ich meinte Fälle, bei denen das Auto eine gefährliche Situation nicht erkennt, oder falsch erkennt. Denke an starke Gegensonne, Reflexionen, schlechte Sicht im Allgemeinen, falsche Einschätzung des Verkehrs u.v.m. Ich weiß, dass die Sensorik weit über optische Kameras hinaus geht, aber das alles reicht einfach nicht.


24.05.2018 12:45    |    mark29

Das Beispiel ist gut - Drohnen dürfen auch nur da fliegen, wo für andere Verkehrsteilnehmer, gleich welcher Art keine Gefahr besteht- so sollte man das auch bei autonomen Fahrzeugen machen!


24.05.2018 12:51    |    Ascender

@schleich-kaefer

 

Das habe ich ja in einem meiner Kommentare auch bereits erwähnt:

 

Ich schrieb sinngemäß, dass es 100%ige Sicherheit nie geben wird, selbst wenn die Level-5-Autos irgendwann da sind (aktuell sind wir ja an der Schwelle zum Level-3-Auto).


24.05.2018 12:58    |    schleich-kaefer

@Ascender

Sorry, habe nicht alles gelesen.


24.05.2018 13:20    |    passatsucher

Zitat:

Flugdrohnen sind so programmiert, dass sie bei einer Fehlfunktion oder fehlender Verbindung sicher landen. Ich bin überzeugt, dass autonome Fahrzeuge sich permanent selbst diagnostizieren, und bei einer auftretenden Störung anhalten.

Dann bekommen wir auf den Autobahnen ja bald noch eine Extra-Spur - für all die liegenbleibenden Autonomen :cool:

 

Stell ich mir lustig vor, wie sie da alle in Reih und Glied stehen :D


24.05.2018 13:21    |    Ascender

Naja, Standstreifen gibt es ja schon. Auch für die nicht autonomen. ;)


24.05.2018 14:00    |    jennss

Zitat:

Das Beispiel ist gut - Drohnen dürfen auch nur da fliegen, wo für andere Verkehrsteilnehmer, gleich welcher Art keine Gefahr besteht- so sollte man das auch bei autonomen Fahrzeugen machen!

Demnach müsste es für autonome Fahrzeuge ein eigenes Straßennetz geben :).

j.


24.05.2018 14:14    |    mark29

Das wäre doch mal ein Ansatz...

 

vielleicht die Nordschleife? Immer Montags von 08:00 bis 14:00?


24.05.2018 16:19    |    Ascender

Oh ne... da will ich schließlich nicht autonom fahren. ;)

 

Aber ich denke ein Straßennetz, welches komplett getrennt wäre von Fussgängern, macht in Innenstadtbereichen durchaus Sinn. Mit Parkbuchten für die autonomen Autos. Ein wenig wie beim Film "Minority Report"? Okay, die Autos konnten auch vertikal an Hauswänden runterfahren...


24.05.2018 16:30    |    schleich-kaefer

OK, und jetzt zurück zu Realität. Eigenes Straßennetz für Autonome ist ein frommer Wunsch. Wer soll das bezahlen? Und wo soll das gebaut werden? Schon mal die Enge der Großstädte gesehen?


24.05.2018 16:56    |    Ascender

Naja, ich habe ja oben auch von einem Zeitraum von ca. 50 Jahren gesprochen. Änderungen in der Verkehrsinfrastruktur gab es in den letzten Jahrzehnten zu Hauf. Teilweise auch komplizierte Komplettumbauten von Innenstädten. Wenn ich mir überlege was das hier für ein Akt war mit der Verlegung der Straßenbahn unter die Erde,...

Wenn ich an Großprojekte wie Stuttgart 21 denke...

 

Warum soll das nicht gehen? Städte verändern sich, durchaus auch radikal.

 

Wir werden sowieso in den nächsten Jahrzehnten einen Wandel in den Innenstädten haben. Vom ausbleibenden Einzelhandel (Internethandel), über immer weniger Bürofläche ("Digitalisierung") bis hin zu Paketdrohnen.


24.05.2018 17:20    |    passatsucher

Zitat:

Wir werden sowieso in den nächsten Jahrzehnten einen Wandel in den Innenstädten haben. Vom ausbleibenden Einzelhandel (Internethandel), über immer weniger Bürofläche ("Digitalisierung") bis hin zu Paketdrohnen.

Die Flugtaxis nicht zu vergessen, die Frau Bär in ihren Visionen schon gesehen hat :D


24.05.2018 17:22    |    Ascender

Ich sag nur "Multipass". :D


Deine Antwort auf "Ist das Autonome Fahren eine Sackgasse oder die Zukunft?"

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