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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

19.10.2018 22:16    |    jennss    |    Kommentare (71)

Fehlt dem E-Antrieb Charakter?

drehzahlmesserdrehzahlmesser

Als ich neulich mal wieder einen Handschalter (VW Up GTI) (probe-)gefahren bin, kam er mir im ersten Moment etwas schwach vor. Er braucht Drehzahlen, man muss ihn kennenlernen. Irgendwie macht der Verbrenner mit seiner vermeintlichen Schwäche des ungleichmäßigen Fahrens aber auch Spaß. Es entsteht durch den Motor eine gewisse Beziehung zum Auto. Ein Automatikgetriebe ist schon eine Stufe "langweiliger" und einfacher zu fahren, zeigt aber auch Eigenarten, die es nur beim Verbrenner gibt: Beim Zurückschalten durch Kickdown gibt es eine Zugkraftpause bevor er voll reinhaut und beim Anfahren aus Start-Stop muss der Motor erstmal starten. Vor allem jedoch aber beim Handschalter zeigen die Eigenarten des Verbrenners mit Getriebe viel Charakter, der durch das Motorgeräusch noch verstärkt wird.

 

Wer umsteigt auf E-Antrieb ist zunächst oft begeistert, denn im Grunde zeigt der Elektromotor genau jene Eigenschaften, nach denen man im Motorenbau bisher immer gestrebt hat: Sehr gleichmäßige Kraftentfaltung, kein Turboloch, sofortiges Ansprechen, keine Schaltrucke, kein Kickdown und keine LaunchControl nötig, maximal leise. Doch es kann dann irgendwann auch vorkommen, dass man etwas vermisst: Diesen speziellen Charakter eines Verbrenners, das Kennenlernen des Fahrzeugs, denn E-Motoren fahren sich abgesehen von der Leistung alle so ziemlich gleich und sind so einfach zu fahren, wie kein anderer Antrieb. Für Petrolheads wird mit dem E-Antrieb ein guter Teil der "Faszination Auto" verloren gehen. Soll man am Stammtisch über permanenterregte Synchronmaschinen statt V8 und Turbos diskutieren? Auch der Tuningmarkt dürfte völlig anders aussehen, wenn ein E-Antrieb überhaupt sicher zu tunen ist. Ein neuer "Klappenauspuff" aus der Soundanlage ist wie vegetarisches Essen, das unbedingt die Form einer Wurst haben muss...

 

Wie seht ihr das, fehlt dem E-Antrieb Charakter oder ist das wurscht?

j.

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23.10.2018 11:48    |    meehster

Der Hifi-Verstärker meines Bruders ist jetzt kaputt. Nach nur knapp über 100.000 Betriebsstunden ist ein Transistor geplatzt.


23.10.2018 12:03    |    schleich-kaefer

Ich denke, du verwechselst Betriebsstunden mit Gerätealter. Kann das sein?


23.10.2018 12:06    |    Goify

Bei 4 h am Tag wären das schon 68,5 Jahre. Selbst wenn er 24/7 läuft, noch 11,4 Jahre.


23.10.2018 12:34    |    Zephyroth

Zitat:

Du glaubst nicht ernst, dass in einem E-Auto "nix kaputt" geht? Ich meine, in Realität - nicht auf dem Reißbrett bei Bosch.

Nein, glaube ich nicht. Ich aber überzeugt davon, das es deutlich weniger anfällig ist als ein Verbrenner. Nichts anderes wollte ich mit "da ist nix dran was kaputt gehen könnte" ausdrücken. Außerdem bezieht sich diese Aussage auf den Antriebsstrang, also Akku-Wechselrichter-Motor-Getriebe. Der ganze Rest unterscheidet sich nicht wesentlich vom Verbrenner.

 

Ein Verbrenner ist wie eine Kaffeebohne. Man muß das Fruchtfleisch wegschmeißen, den Kern zur Hälfte verbrennen (=rösten), fein mahlen, mit Wasser überbrühen. Raus kommt eine braune, stinkende Flüssigkeit, die mit Milch und Zucker dann irgendwie genießbar wird. Nur um diese Flüssigkeit hat sich ein gewisser Kult gebildet...

 

Ein E-Antrieb ist wie ein Apfel. Wächst am Baum, man pflückt ihn, er riecht gut und man kann ihn sofort genießen. Straight forward, keine Umwege. Gut, aber wenig Fans. Wahrscheinlich zu wenig "Charakter".

 

Grüße,

Zeph


23.10.2018 12:49    |    meehster

Das Modell wurde bis 1996 gebaut, ist also mindestens 22 Jahre alt. Oft wird er gar nicht ausgeschaltet, wenn mein Bruder das Haus verläßt oder schlafen geht. Über den Verstärker läuft sämtlicher Ton, auch der des Fernsehers, und oft schläft mein Bruder mit laufendem Fernseher ein. Als Erwerbsunfähigkeitsrentner ist er sehr viel zu Hause.

Das mit den über 100.000 Betriebsstunden kommt also schon hin ;)


23.10.2018 14:14    |    HL66

Ich könnte sehr gut auf die ganzen Nachteile eines Verbrenners verzichten... sehr viele verschleißanfällige Teile, Wartung, Ölwechsel, Undichtigkeiten, Flüssigkeiten bla bla...

 

Was natürlich nicht heißt, daß an einem Elektroauto nichts kaputt geht.. aber viele Dinge gibt es dort einfach nicht und somit können sie auch kein Problem werden. Ich erwarte mir von einem Elektroauto ein problemloseres, angenehmeres fahren.

 

Was den Amis die Waffen, ist den Deutsch die Karre.. man sollte etwa mehr hin dazu daß Autos Gebrauchsgegenstände sind und nicht immer Ersatz für andere persönliche Defizite

 

Der Verkehr ist so ein Chaos geworden daß es keine emotionalen, stinkenden und furzenden Auto mehr braucht... wer das haben muss, kann sich ja ein Video anschauen oder einen Oldtimer fahren


23.10.2018 14:18    |    Goify

Wenn schon mal der dämliche Auspuff wegfallen würde, wäre das schon recht viel Arbeit weniger, denn früher oder später geht da was kaputt.


23.10.2018 15:24    |    GoLf 3 Bastler

Zum Glück sind nicht alle so langweilige SPpeßer wie du HL66... Wünscht dir den Trabbi zurück ? Ein schönes Deutsches Standard KFZ ? Denn mehr brauchts ja nicht richtig ?


23.10.2018 15:35    |    CaptainFuture01

Ich werd meinen aktuellen Verbrenner in ein paar Jahren mit stetig steigender Wahrscheinlichkeit gegen ein reines Elektroauto ersetzen.....

 

Ich bin bei meinem aktuellen Auto ja schon froh darüber,das die Servolenkung rein elektrisch und nicht mehr hydraulisch arbeitet......ein flüssigkeitsgefülltes System weniger,das Zicken machen kann und ne fette Sauerei verursacht,wenn undicht.....

 

Evtl. gibts dann einen mit Batteriemiete,da brauch ich keinen sackteuren Akku bezahlen,sondern lediglich den Tausch,der sicher auch schon teuer genug wird,aber bezahlbarer ist,als ein Kaufakku......also so schlecht sind Mietakkus dann auch wieder ned.

 

Die Autolandschaft hier in D wird sich in den nächsten 10 Jahren jedenfalls verändern.

 

Das dem E-Antrieb Charakter fehlt,denke ich nicht.Gibt nachwievor Front-,Heck- und Allradantrieb,der sich physikalisch immer noch grundlegend voneinander unterscheidet.

 

Ein elektrisch frontangetriebenes Auto hat immer noch mit untersteuern und einem wesentlich größeren Wendekreis zu kämpfen,als ein rein heckgetriebenes.

 

Und das allein macht schon einen GANZ anderen Charakter aus.

 

Dazu fährt sich auch jeder Elektroantrieb ein bischen anders,da hier jeder andere Motoren und Regelsysteme verbaut.Da gehts von rund und weich bis ruckeligzuckelig.Also auch ned anders als bei den Verbrennern.

 

Bei der Optik sind wir aktuell an einem Punkt,wo man sogar als Automensch echte Schwierigkeiten hat,verschiedene Marken zu unterscheiden.....aber so langsam gehen den Entwicklern zumindest bei der Lichttechnik sprichwörtlich die Lichter an,das man hier auf kreativem Wege die Außenbeleuchtung entwerfen kann.

 

So wird das auch mal bei reinen Elektroautos,die keine Luftzufuhr oder andere Eigenheiten eines Verbrenner im Designprozeß benötigen,werden.Die Designer müssen sich eben nur an die Möglichkeiten gewöhnen.

 

Wer 30 Jahre lang Verbrenner entworfen hat,wird das nicht von heut auf morgen vergessen.Dementsprechend konventionell sehen diese Fahrzeuge ohne Verbrenner dann aus.

Ich bin jedenfalls gespannt,was die Zukunft bringt.

 

 

Greetz

 

Cap


23.10.2018 16:28    |    Zephyroth

Vorallem bei der Regelung der Radmomente her, ist der E-Motor dem Verbrenner deutlichst überlegen. Während der Verbrenner selbst maximal im 1/10sec Bereich regeln kann, ist der Elektromotor im Millisekundenbereich um den Faktor 100 schneller. Mehr noch, der E-Motor kann vorwärts und rückwärts das volle Drehmoment aufbringen, der Verbrenner maximal -20% - +100%.

 

Das führt dazu, das schon bei nur einem E-Motor an einer Achse, das ASR so feinfühlig reagiert, das man außen keinen Schlupf mehr feststellen kann. Beim Allradantrieb mit 2 Motoren, kann man ohne Einschränkungen die Antriebsleistung sehr schnell zwischen vorne und hinten variieren. Ohne Verteilergetriebe versteht sich.

 

Richtig cool wird's dann, wenn's ums Torque Vectoring geht. Das ist der nächste Plan von Audi beim E-Tron Sportback. Ein Motor an der Vorderachse, zwei an der Hinterachse (je ein Reifen). Hier kann man dann Giermomente aufbringen, die allein schon reichen würden das Auto um die Kurve zu würgen, ohne Lenkeinschlag. Da kommt kein noch so intelligentes Allradsystem herkömmlicher Bauart ran. Sperrdifferential an der HA gewünscht? Kein Problem, von offen bis 100% Sperre ist alles möglich, nur durch ein Software-Setting.

 

DAS ist die Stärke des E-Motors. Spätestens dann fährt dem Verbrenner so eine Kiste sogar querdynamisch um die Ohren, längsdynamsch schaffen sie's heute schon. Und dann hat sich auch die Charakterfrage geklärt.

 

Grüße,

Zeph


23.10.2018 16:40    |    Goify

Das gibt es ja schon und war im SLS AMG Electric Drive mit vier Motoren in Serie vorhanden.


23.10.2018 16:45    |    Zephyroth

Ja, wobei man den SLS Electric Drive mit einem Stückpreis von >400.000€ und einem kleinen 60kWh-Akku kaum als praxis- und massentauglich bezeichnen kann.

 

Grüße,

Zeph


23.10.2018 18:58    |    notting

@Goify: Mein Auto ist fast 9 Jahre alt und ist nie was am Auspuff gewesen bzw. sieht aktuell auch nicht danach aus.

 

notting


23.10.2018 20:02    |    Goify

Wenn da schon was am Auspuff gewesen wäre, wäre das schlimm. Ich rede von alten Fahrzeugen, wo dann nach 15 Jahren mal ein Topf durch ist oder ein Halter anrostet. Und das ist schon nervig genug. Allein schon ein voller DPF ist ne finanzielle Katastrophe, wenn man sich nicht zu helfen weiß.


23.10.2018 20:10    |    notting

@Goify: Benziner und ältere Diesel haben keinen DPF ;-)

Und es gibt Leute, die recht viel fahren, sodass das Auto eher nicht 15 wird...

 

notting


23.10.2018 20:40    |    Goify

Ab 2005 setzte sich der DPF recht flächendeckend durch und das ist auch schon 13 Jahre her.


24.10.2018 13:07    |    Jake1865

Wer redet hier von Hochvolt?

Ich dachte bei E-Autos gibts maximal 800V?

Das ist Niederspannung. Da tuts im Prinzip jede Ölflexleitung aus dem Baumarkt.

Hochspannung ist ab 1000V aufwärts. Erst da ändert sich die Isolierung.

 

Zeph: Die paar Betriebstunden machen Elektronik nun wirklich nichts. Aber wir wissen ja das bei Spannungsfestigkeiten gerne mal aus wirtschaftlichen Gründen ganz knapp gerechnet wird. Das habe ich oft schon bei Halbleitern und Kondensatoren erlebt.

Dennoch hast du Recht: E-Autos sollten erheblich weniger anfällig sein.

 

Gruß Jake


24.10.2018 13:45    |    meehster

Zurück zum "Charakter": Ein Alltagsauto soll einen von A nach B bringen. Das Ganze gern komfortabel, sicher, zuverlässig, zu vertretbaren Kosten und möglichst wenig umweltschädlich. Auch wenn ich auf gewisse Ausstattungen wie Schiebedach, Nachrüstradio usw. bestehe, sind das doch im Grunde nur Dinge, die den Gebrauch des Gebrauchsgegenstands angenehmer machen.


24.10.2018 19:25    |    FWebe

Genau das ist auch der Punkt, wieso ich auf irgendwelches "in den Sitz Gedrücke" und Turbolags und -thresholds verzichten kann, mal abseits des nervigen Gepfeifes.


25.10.2018 08:27    |    Goify

Und ich empfand schon meinen zweiten Golf 2 als recht charakterlos, weil er eine Einspritzanlage statt des Vergasers hatte. Vorher musste man wissen, wie man ihn startet und wie man mit leicht vereistem Vergaser die steile Ausfahrt aus dem Grundstück nahm. Ein mal zu viel Gas und aus war er. Danach mit der Zentraleinspritzung war es nahezu unmöglich, den Wagen abzuwürgen.


25.10.2018 10:50    |    VolvoAndy

Interessantes Thema hier... ich seh's so:

Seit nun etwas über 2 Monaten fahre ich einen BMW i3. Volvo hat ja leider nichts voll-elektrisches im Angebot...

Was den Charakter des E-Antriebs angeht: ich finde der hat durchaus einen Charakter, er ist nur völlig anders als bei Verbrennern. Ich denke es zählen einfach andere Kriterien. Was die Leistungsentfaltung und den Komfort angeht ist der i3 allem anderen was ich bisher gefahren bin weit überlegen. Er hat sogar einen Sound und da gibt es auch Unterschiede. Als Sci-Fi Fan ist das genau mein Ding...

 

Aber: mein Volvo C70-II Cabrio aus 2006 noch mit 2.5lt 5 Zylinder Turbo-Motor (Benzin, Handschalter), das behalte ich weiter! Dessen Motor hat wirklich noch einen Charakter. Insbesondere bei offenem Dach. Das durch die Gänge schalten fühlt sich jetzt zwar etwas archaisch an, genauso der Motoren Sound, doch ich liebe es! Aber das ist für mich jetzt wie eine Dampflock... ein Oldtimer, oder Leute die sich Pferde als Hobby halten. Drum fahr ich ihn nur noch bei schönem Wetter, evtl. 2000 km im Jahr. Er verbraucht inzwischen auch locker 2lt Öl auf diese 2000km...

Das ist für mich etwas Nostalgie... und: die aller meisten Verbrennungsmotoren, insbesondere Diesel mit 4 Zylindern hatten doch nie wirklich einen Charakter den man mochte, oder? Also zumindest für mich nicht.


25.10.2018 11:57    |    jennss

Zitat:

Danach mit der Zentraleinspritzung war es nahezu unmöglich, den Wagen abzuwürgen.

Wie langweilig :D. Autofahren muss Kunst bleiben ;).

j.


28.10.2018 16:50    |    schipplock

Zitat:

Das einzige was wirklich mal kaputt ging, war der Kühler. Hatte ein Loch. Das würde in einem E-Auto natürlich nicht kaputt gehen können, weil nicht da.

davon abgesehen ist das Kühlsystem eines Tesla Model 3 jedoch nicht weniger komplex als bei einem "normalen" Auto ( https://www.youtube.com/watch?v=vgfXyLLaO7I ).

 

Gruß,

Andreas.


29.10.2018 08:05    |    Goify

Wenn man mal ganz ehrlich ist, ist so ein E-Auto nicht weniger komplex und benötigt fast genau so viel Wartung. Das einzige, was wirklich wegfällt, ist der Auspuff. Der Rest ist entweder beim E-Auto identisch oder es gibt es in Äquivalent:

Bis auf den Antrieb sind beide Autotypen gleich. Beim Antrieb gibt es ein Getriebe mit nötigem Ölwechsel, statt einer Turboaufladung samt Kühlung dann eben die Wechselrichter und Fahrregler und wie oben schon geschrieben, ist eine Motor- und Akkukühlung nicht weniger komplex als die eines Verbrenners. Der Tank samt Pumpe wird ersetzt durch einen Akku samt Laderegler, allerdings kann dort was kaputt gehen. Ein Loch im Tank oder eine defekte Kraftstoffpumpe ist mittlerweile schon arg selten geworden.


29.10.2018 19:09    |    CaptainFuture01

Wann ist zuletzt ein Steuergerät,egal für was,in deinen rollenden Computern ausgefallen?

 

Denk mal drüber nach und dann überdenk deine gerade gemachte Aussage nochmal.

 

Wenn die Elektrik im ersten Jahr keine Probleme macht,wird sie funktionieren bis zum Sankt Nimmerleins-Tag.

 

Soviel zu deiner Wartungsintensitätsthese bei einem Elektroauto.

 

 

Greetz

 

Cap


30.10.2018 07:50    |    Goify

Zitat:

Wenn die Elektrik im ersten Jahr keine Probleme macht,wird sie funktionieren bis zum Sankt Nimmerleins-Tag.

Wunschdenken, mehr nicht. Ich habe schon an all meinen Autos zusammengezählt unzählige Sensoren und Geber tauschen müssen, sowie drei Steuergeräte: Tempomat, Lüftersteuerung und Gebläsesteuerung. Auch Motorsteuergeräte halten nicht ewig und müssen mal getauscht werden.

Und im Heimbereich gibt es keine Temperaturschwankungen oder Vibrationen, trotzdem hält typische Konsumer-Elektronik selten länger als 5 Jahre, Fernseher oft nur knapp über die Garantiezeit hinaus.


30.10.2018 10:16    |    schleich-kaefer

Ja, natürlich fehlt dem E-Antrieb Charakter. Aber das Problem haben die Autos (nicht nur deren Antrieb) schon seit Jahren - fast nichts heutzutage hat irgendetwas besonders. Alles Einheitsbrei, optisch und technisch. Ein E-Auto-Antrieb ist wie Straßenbahn oder moderner Zug im Kleinformat. Charakter? Nö. Aber für die breite Masse ist das eh egal. Da gilt nicht Charakter, sondern Preis/Kosten, Sicherheit, Robustheit und natürlich Reichweite, die bis vor kurzem kein Thema war, aber seit es Autos gibt, die so weit wie Mopeds fahren, ist das schon ein Punkt.


01.11.2018 16:14    |    CaptainFuture01

@Goify

Natürlich waren all diese defekten Sensoren und Steuergeräte gerade mal ein Jahr alt,richtig?

 

Und MEINE "Consumer" Elektronik ist deutlich älter als Garantiezeit oder 5 Jahre.....weiß ned,was du falsch machst,wobei das wohl eher Stammtischweisheiten sind.....

 

 

Greetz

 

Cap


16.11.2018 10:30    |    ShadMomentum

Also ich glaube, man kann schon festhalten, dass der E-Antrieb sinnvoller ist. Das kann man nicht abstreiten. Charakter ist jetzt nicht unbedingt die Stärke, aber das wird für die meisten Menschen wohl kein Problem sein.

Denn Persönlichkeiten wie meine Wenigkeit scheinen eher selten zu sein, sieht man auch im Forum.

 

Ich liebe gewisse Benziner (sogar ganz wenige Diesel) für Ihren Klang. Kann da nicht genug davon bekommen, weshalb ich auch regelmäßig Rennsport und Oldieveranstaltungen besuche. Die sind überraschend gut gefüllt, so meine Feststellung.

 

Dazu der Geruch vom Benzin, der nach dem Motorstart selbst bei meinem aktuellen 3Ender (bewusst wegen Motorgeräusch gewählt) schön riechbar ist. Obwohl es nur der Alltagswagen ist, macht mir so ein Verbrenner Spaß. Mag es irgendwie, wenn man merkt, wie das Teil arbeitet und man durchs kuppeln und schalten selbst mitwirkt. Bei größeren Motoren kommt da noch eine Souveränität dazu, die angenehm ist. Klar die E-Motoren sind da wieder eine andere Welt :D

 

Was mich bloß immer wundert, sind so Vergleiche, wo ein Tesla P100D mit diesem Speizalmodus meist schwächere heckangetriebene Fahrzeuge abzieht. Dass der Wagen dafür erstmal geheizt werden muss, vergessen auch gerne welche zu erwähnen. Selbst ohne diese Prozedur wird er gewinnen, genauso beim beschleunigen aus Tempo x. Aber dann ist der Unterschied bei vergleichbarer Leistung und Allrad eben nicht so enorm.

 

Das ist auch so eine Situation: den meisten wäre der Tesla lieber, weil er schlicht schneller bis zu einem gewissen Tempo ist. Mich reizt das eben eher wenig, weil die Beschleunigung irgendwann weniger kickt und die "Musik" des Verbrenners beim ausdrehen länger Spaß bereitet. Schließlich hört man sich seine Musik auch gerne mal Jahrzehnte lang an. (das werden sicherlich einige Menschen niemals nachvollziehen können)

 

Persönlich werde ich E-Autos beobachten, bis sich ein Standard bei den Kabeln und Akkus entwickelt hat. Alles was nun angeboten wird, kann man irgendwann in die Tonne treten, da sicherlich noch einiges an Fortschritt ansteht. Daher wechsele ich nach 7-10J mit dem jetzigen Benziner auf Hybrid. Perfekt für meine Strecken, die mal kurz oder sehr lang sind.


16.11.2018 21:08    |    captmcneil

@ShadMomentum

Ich glaube, wir sind da voll auf einer Wellenlänge, sehe ich alles sehr ähnlich.

 

Da wir im Büro immer die Diskussion haben (viele meiner Kollegen sind jünger und noch sehr technikaffin), habe ich für Spaß mal die Kosten pro km meiner Fahrzeuge (CLK 200, E350 CGI) ausgerechnet. Ergebnis: Neuwägen sind teuer, und E-Fahrzeuge sind heute typischerweise neu. Überraschung.

 

Wenn man nun vor der Wahl "Geleaster E-Golf für 3 Jahre" (Firmenflotte) oder "gebrauchte 300PS E-Klasse, volle Hütte, ~5-6 Jahre" (mein komplett übertriebenes Privatfahrzeug) steht, wird die E-Klasse immer noch günstiger sein. Wer am Elektroantrieb keinen Spaß hat, bzw. wer sich überhaupt die Frage stellen muss, ob hier Charakter fehlt, für den macht es noch keinen Sinn.

 

Es ist halt immer eine Frage, was man möchte. Ich wollte mal einen V6 fahren (wenn nicht jetzt, wann dann?), und ich stehe auf hochwertige Innenausstattung (Holz + Leder minimum). Bei Neufahrzeugen landet man da heute jenseits der 80.000€, was selbst bei 6 Jahren Haltedauer schnell 60c/km Kosten alleine durch den Wertverlust bedeutet. Also ist die Entscheidung, auf einen Gebrauchtwagen zu gehen, selbstverständlich. In dieser Ecke ein E-Fahrzeug zu finden, ist aussichtslos.

 

Andere stehen einfach auf die Ruhe und den Durchzug vom Elektroantrieb, oder freuen sich, nicht mehr tanken zu müssen.

 

Wer sein Auto "nur" als Fortbewegungsmittel nutzt, wird sich aktuell ohnehin nicht in den Preisregionen eines Elektromobils umsehen; maximal ein Yaris Hybrid oder so. Also ist es aus meiner Sicht aktuell so oder so eine Luxus-Debatte.


18.11.2018 09:19    |    meehster

Zitat:

Wer sein Auto "nur" als Fortbewegungsmittel nutzt, wird sich aktuell ohnehin nicht in den Preisregionen eines Elektromobils umsehen; maximal ein Yaris Hybrid oder so. Also ist es aus meiner Sicht aktuell so oder so eine Luxus-Debatte.

Sehr richtig. Und es sind nicht nur die, die das Auto nur als Gebrauchsgegenstand sehen, sondern viele können sich das auch schlicht nicht leisten oder sind einfach nicht bereit, so viel für ein Auto auszugeben.

 

Siehe auch wir: Wir haben für unsere drei Alltagsautos (ohne die Umbauten) kumiuliert 31.400 € ausgegeben. Wir haben zwar aktuell ein paar Rücklagen, aber die sind vierstellig. Elektroautos für uns drei, darunter eines, das wirklich als Familienkutsche taugt, ist für uns einfach nicht finanzierbar.

 

Mein Bruder hat es bei seiner Kiste übrigens ausgerechnet: Er hat für seinen Renault Laguna seit Mai 2013 inklusive Anschaffung, Werkstatt, Sprit und Fixkosten in 5 1/2 Jahren und über 90.000 km immer noch weniger ausgegeben als der Vorbesitzer des Laguna allein für den Wertverlust.


26.10.2019 03:53    |    Trackback

Kommentiert auf: jennss:

 

Autos mit bestem Fahrspaß-Kosten-Verhältnis?

 

[...] Ja, so kann man es sehen. Ich hatte dazu mal einen Artikel getippt:

https://www.motor-talk.de/.../...dem-e-antrieb-charakter-t6470224.html

Es ist vielleicht auch ein bisschen wie die CD, der das Knistern der Schallplatte fehlt oder wie das [...]

 

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