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03.04.2018 00:17    |    Hakuna Matata    |    Kommentare (21)    |   Stichworte: Balkan, Bosnien, C, Kroatien, Opel, Roadtrip, Vectra

... um in schlechtem Englisch zu erzählen, dass wir eine grüne Karte bekommen könnten. Alles andere hätte mich auch verwundert, so wird doch auf jedem einzelnen dieser weißen Container mit “green card here!” geworben.

 

Sie notierte noch ‘20€’ auf dem Blankozettel und erzählte weiter. “So you just pay twenty euros, and then seventeen days. You can get it here.” - “Seven days?”, hinterfragte ich in der Hoffnung auf eine sprachliche Unsicherheit. “No” entgegnete sie, bevor sie in der Tat eine 17 auf dem Zettel notierte. “Seventeen days, not seven days.” Mit dem plötzlichen Gefühl, aus diesem Gespräch fliehen zu möchten und die Zeit auf letzte Woche zurückzudrehen schaute ich meinen Kumpel entgeistert an. Das waren nicht die Informationen die wir uns nun erhofft hatten..

 

Der Urlaub eines Durchschnittsdeutschen ist nach 17 Tagen nur eines: Vorbei. Wir hatten zwar drei Wochen eingeplant, jedoch änderte dies nichts an der Tatsache, dass die Einreise in einen Drittstaat mit diesem Hintergrund eigentlich unnütz wäre. Bei zwei bis drei Tagen Aufenthalt kann man es auch gleich bleiben lassen.

 

Schnell kehrten wir gedanklich wieder zum Ursprungsproblem zurück: Wieso liegt keine gültige grüne Karte im Auto? Ein Anruf bei den Eltern sollte Klarheit schaffen und war unsere nächste Hoffnung. Doch der Rückruf nach einer hemischen Suchaktion brachte keine positiven Informationen mit sich: Es war nichts auffindbar, womit für mich langsam klar wurde, dass die Versicherung schlicht keine neue grüne Karte abschickt, wenn die alte abgelaufen ist. Und bei der Hotline der Versicherung war um 20 Uhr an einem Sonntagabend selbstverständlich auch niemand mehr erreichbar. Somit blieb uns nichts anderes übrig, als kehrt zu machen, wieder in die EU einzureisen und am nächsten Morgen nochmal bei der Versicherung anzurufen.

 

Funfact: Der bosnische Grenzbeamte schlug uns noch vor es einfach mal an der Grenze zum Neum-Korridor zu probieren, vielleicht würde unser ‘Transit’ dort funktionieren. Mit der Vorstellung irgendwann im Niemandsland zwischen zwei Drittstaaten zu stranden fuhren wir nach Wiedereinreise in die EU auf die Landstraße und navigierten dort gefühlte Stunden im Dunkeln über teilweise einspurige Straßen bis in die nächste Stadt, die wir nach tatsächlichen 40 Minuten erreichten.

 

Metkovic ist eine Grenzstadt, die rechts und links des Flusses Neretva liegt. Im Ort gibt es nur eine große Brücke und so fuhren wir lange am nördlichen Ufer entlang und hielten Ausschau auf das andere Ufer, dass infrastrukturell besser erschlossen schien. Auch eine nun langsam dringend nötig werdende Tankstelle erblickten wir dort. Da wir diese jedoch nicht auf Anhieb fanden, als wir das südliche Ufer erreichten, wendeten wir in einem Hafengebiet um wieder zurück zur Brücke zu gelangen und wieder auf die Nordseite zu wechseln. Dort erblickten wir vorher Beschilderung, die uns zu einer Tankstelle führen müsste und dies erschien uns in diesem Fall nun doch das Einfachste zu sein. Doch hätten wir lieber die erste Tankstelle weiter gesucht und auf das Wendemanöver verzichtet..

 

Auf der Brücke ließ ein hinter uns fahrender Opel Astra penetrant aufblenden. Auf dieses Lichthupen-Konzert reagierte ich neben Verwunderung mit der Kontrolle des Cockpits: Abblendlicht ist eingeschaltet. Warnleuchten sind keine zu sehen. Es ist auch kein Rauch oder sonstiges zu sehen. Was stimmt mit dem Typen nicht?

 

Die gesamte Brücke über leuchtete es hinter uns auf, bis schließlich am Ende dieser der Beifahrer seine Hand aus dem Fenster hielt. Und in seiner Hand eine Kelle. Polizei. Na super.

 

Ich verfiel in einen ungläubigen Modus von ‘Was kann jetzt wohl noch passieren?’ und hielt in der nächsten Parkbucht. Die nächsten Minuten verliefen daher wie im falschen Film: Drei Personen in Uniform stiegen aus, ich ließ mir den sprachführenden Polizisten ausweisen, dies brachte jedoch keine Linderung meiner Skepsis ( wer weiß schon, wie das auszusehen hat ), händigte nun selbst alle Dokumente aus und ließ mir ungefähr acht mal erklären, was ich überhaupt falsch gemacht habe. Noch surrealer wurde es nur anhand der Tatsache, dass es nicht zwei, sondern drei Polizisten waren, die Frau ziemlich aufgetakelt war, der sprachführende Polizist sich irgendwo im nirgendwo auf deutsch mit mir unterhielt und mich andauernd duzte und mit dem Vornamen ansprach.

 

Das Herumgerede bezüglich irgendwelcher Linien brachte mich schließlich darauf, dass ich beim Linksabbiegen aus dem Hafengebiet auf die Hauptstraße eine durchgezogene Linie überfahren hatte. Wer etwas sucht, der findet..

 

“Du musst 250 zahlen”, wies der Polizist an, nachdem ich aussteigen sollte und ihn zu seinem Kofferraum begleiten musste. Erst im zweiten Moment fiel mir ein, dass wir nicht mehr im Euro-Gebiet waren. 250 Kuna, also etwas mehr als 33 Euro. Das war noch in Ordnung, wenn auch trotzdem unnötig. 33 Euro wegen einer durchgezogenen Linie in einer Stadt, in der nichts los war.

 

“Ist Kreditkarte möglich? Wir haben keine Kuna.”, Wir wollten durch Kroatien schließlich nur durchreisen. - “Nein, nur Cash. Hier ist ein Bankomat. Du fährst hinter uns.” Gesagt, getan: Er behielt unsere Dokumente ein, wir setzten uns in unsere Fahrzeuge und folgten dem Zivilfahrzeug bis zum Bankomaten. Und mein einziger Gedanke während dieser kurzen Fahrt: ‘Was ist, wenn wir gleich links abbiegen müssten und die Polizisten eine durchgezogene Linie überfahren. Dann muss ich ja weiterfahren..’ Was ist los mit dir Gehirn? :D

 

Noch einmal stutzig und skeptisch wurde ich, als wir dort ankamen. Die Ecke war deutlich dunkler, keine direkte Beleuchtung mehr, wir sprangen zwischen geparkten Autos umher und der Polizist sagte zu mir “Hebe 300 ab” worauf ich nur entgegnete, ob ich eine Quittung von ihm bekomme. So schnell werden aus 250 plötzlich 300.. Am Bank-Automaten merkte ich jedoch, dass das nur ein gutgemeinter Rat war. Man konnte schlichtweg keine 250 abheben, sondern nur runde Beträge.

 

Die Abwicklung lief fortan recht zügig und am Ende bekamen wir noch einen guten Rat mit: “Hakuna, fahr langsam wenn du in Richtung Opuzen fährst. Kollegen dort..” worauf die Geste einer Laserpistole folgte. :D

 

Nicht in Bosnien-Herzegowina, 250 Kuna leichter und immer noch nicht getankt. Wir entschlossen uns nun doch nochmals über die Brücke zu fahren und die Tankstelle zu suchen, die wir vor einer Stunde vom nördlichen Ufer aus gesehen hatten. Und diesmal fanden wir sie auch. Wir hätten uns den ganzen Ärger mit der Polizei sparen können, in dem wir die Straße vorher einfach nochmal einen Kilometer weiter gefahren wären..

 

Nach einem kurzen Splash-and-Dash ging es für uns schließlich weiter durch die Nacht. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob wir auf gut Glück den nächsten Campingplatz suchten oder auf der Karte ein Campingsymbol eingezeichnet war, jedoch tauchte irgendwann Beschilderung auf die uns auch zu einem Campingplatz führte. An der Rezeption war dort niemand aufzufinden und die Bar war ebenfalls nicht besetzt. Lediglich ein Gast konnte vor einem Fernseher vorgefunden werden. Keine große Hilfe. Wir setzten uns daher ins Auto, rollten ans Ende des Campingplatzes und schlugen dort das Zelt auf. "Einchecken können wir auch morgen. Ich will jetzt nur noch Schlafen und morgen früh sofort die Versicherung anrufen, vielleicht können die uns die Grüne Karte zuschicken oder über eines der Büros ausstellen. Auch wenn das in Zagreb ist. Das sind gute fünfhundert Kilometer."

 

to be continued.. Edit: Keine Fortsetzung mehr geplant.

Hakuna Matata

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11.11.2017 19:31    |    Hakuna Matata    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: Albanien, Kroatien, Opel, Roadtrip, Roadtrips, Vectra

Vor zwei Jahren das hochpreisige Norwegen aufgesucht, verschlug es uns letztes Jahr bekanntermaßen in den günstigeren Balkan. Auf etwa 4500 Kilometern befuhren wir Straßen aus acht verschiedenen Ländern und waren sowohl vom Preisniveau überrascht als auch von den freundlichen Menschen begeistert. Und so stand der Entschluss relativ schnell fest: Albanien, das südlichste Land unserer letztjährigen Reise, sollte Ziel eines dreiwöchigen Roadtrips werden. Genug Zeit um Land und Leute näher kennen zu lernen.

 

Als erster Ort stand schnell wieder der Theth Nationalpark fest, den wir letztes Jahr bereits besuchten. Doch vorher sollte noch ein wenig Zeit vergehen, in der einige Dinge erledigt werden konnten.

 

Einerseits fassten wir wieder interessante Orte für den Überblick auf einer Karte zusammen ( kann man hier einsehen: Klick ), auf der anderen Seite besorgte ich mir noch einen internationalen Führerschein ( sicher ist sicher ), und der Vectra bekam endlich seinen Stahl-Unterfahrschutz, mit dem ich seit einem Jahr liebäugelte. Mit der leichten Tieferlegung und eventuellen nächsten Urlauben im Hinterkopf sollte dies eine gute Investition in die Zukunft sein.

 

Ende August starteten wir schließlich an einem Samstagabend, um eine erste kleine Etappe aus der alten Heimat in meine aktuelle Heimat Nürnberg zurückzulegen. Von dort aus wollten wir sonntags nach einer letzten Nacht in einem vollwertigen Bett bis kurz vor die albanische Grenze kommen, um schließlich montags in Albanien einzureisen und nach einem Basarbesuch in Shkodra sofort die etwas beschwerliche Fahrt in den Theth Nationalpark hinter uns zu bringen. Weiter planten wir wie immer erstmal nicht. Die Orte aus der googlemaps Karte klebten schließlich auch in unserer Straßenkarte. Spontanität, das höchste Gut unserer Reisen.

 

Soweit der Plan, doch kommen wir zur Ausführung:

 

Nach einem entspannten Frühstück ging es sonntags gegen acht Uhr in der Früh genauso entspannt auf die Autobahn gen Süden. Staufrei und zügig spulten wir die ersten dreihundert Kilometer auf der A3 ab, bis wir schließlich am letzten Rastplatz vor der Bundesgrenze die obligatorische Vignettenpause machten. Erstes Mal nachtanken, 2-Monatsvignette für Österreich bzw. 1-Monatsvignette für Slowenien gekauft und die Spritpreise in den Urlaubsländern bei einem Kaffee gegooglet. Warum zwei Monate Österreich? Zwei Wochen nach Rückkehr sollte es für ein Wochenende nach Ljubljana gehen. Somit sparten wir ganze neunzig Cent… und das lästige Abkratzen von zwei weiteren 10-Tages-Vignetten. :D

 

Plan war nun kurz vor der österreichisch-slowenischen Grenze vollzutanken, da in AT die Preise am niedrigsten wären. Nicht bedacht haben wir dabei, dass die Autobahn ihre eigenen Regeln hat. Kaum nach AT eingereist, kostet der Liter Diesel acht Cent mehr als an den deutschen Autobahntankstellen. Na toll. :rolleyes:

 

Wir hatten schließlich das Glück, dass man von der Autobahn aus die Preistafel einer Tankstelle sehen konnte, die nicht an der Autobahn, jedoch sofort an einer Anschlusstelle lag. Der Liter Diesel kostete dort 32 Cent weniger als an den Autobahn-Tankstellen. Also flugs die nächste Ausfahrt genommen, dort getankt und gute zehn Euro gespart.

 

Was fiel mir zudem wiederholt in Österreich auf? Die meisten halten sich an Tempolimits. Österreich hat seinen Ruf weg und verteidigt ihn mit zahlreichen Blitzern und Section Controls. Teilweise wird am Ende eines Tunnels auf das Ende der Section Control hingewiesen und dreißig Meter dahinter steht ein Blitzer. Ein hoch auf den Tempomaten im Vectra.

 

So streng der Ruf der Österreicher ist, so lasch ist er dann wiederum in Slowenien und Kroatien. Kaum über die Grenze heißt es wieder mindestens Tempolimit +20km/h für alle. Und dann fährt man 150 bei erlaubten 130 und wird trotzdem regelmäßig von Oberklasse-Limousinen kassiert, die nach einer halben Minute bereits wieder am Horizont verschwinden. Ist ja fast wie in Deutschland. :D Mit dem Unterschied, dass es theoretisch ein Tempolimit gibt & gleichzeitig die eh schon leere Autobahn immer leerer wird, je weiter man in den Süden kommt.

 

Geschätzte zweihundert Kilometer vor der bosnisch-herzegowinischen Grenze begann ich dann vermehrt auf die Rest-Reichweite zu schielen. In Bosnien-Herzegowina kostete der Liter Diesel letztes Jahr lediglich 85 Cent. Da ist es wohl selbstverständlich, warum wir in Kroatien nicht zwischentanken wollten. Gewisse Zweifel am Gelingen dieser Idee brachte schließlich der Bordcomputer. Zehn Kilometer Strecke zurückgelegt, die Restreichweite sinkt um zwanzig Kilometer. Auf den nächsten zehn Kilometern das Gleiche Spiel. Wer jetzt denkt: “Passt doch. Hauptsache konstante Werte” hat sich getäuscht. Auf den dritten zehn Kilometern sank die Restreichweite um exakt null Kilometer. :D Und genau so unerklärlich ging es weiter. Wie hielten schließlich an einer Tankstelle, um ein menschliches Grundbedürfnis zu stillen und uns kurz auf der Straßenkarte zu vergewissern. Ein Tanktstopp wäre kein Beinbruch gewesen, vor allem da wir ja nun an einer standen, jedoch wollte unser Ehrgeiz es bis nach Bosnien schaffen. :D

Und es sah auch eigentlich gut aus..

 

 

Wir flogen die letzten kroatischen Autobahnkilometer entlang, in der Gewissheit, dass der Sprit reichen wird; passierten zwei bis drei noch nicht fertiggestellte Autobahntankstellen und erreichten schließlich die kroatische Staatsgrenze. Auch wenn man sich Sonntagabend, am Ende der Hauptsaison kurz vor der Dämmerung nicht darüber wundern sollte, so war es für uns doch überraschend, dass dort kaum etwas los war. Lediglich ein Auto war vor uns dran, bevor auch wir zügig durchgewunken wurden.

 

Am bosnischen Einreise-Posten waren gar zwei Spuren geöffnet, sodass wir uns für die Freie entschieden. Nach einer grimmigen Begrüßung des Grenzbeamten überreichte ich ihm die Reisepässe und wie auch schon letztes Jahr forderte er Fahrzeugschein und Grüne Karte nach. Ich überreichte ihm auch diese und nach einem kurzen Blick darauf streckte er mir die grüne Karte murmelnd wieder halb entgegen. Etwas verwirrt blickte ich zu meinem Kumpel, der jedoch auch nichts verstanden hatte.

 

Ich hakte nach: ‘Is there a problem?’ Er murmelte wieder etwas Unverständliches vor sich hin, zeigte diesmal jedoch auf die obere linke Ecke der Grünen Karte“, und in diesem Augenblick fiel ich vom Glauben ab. “Die ist abgelaufen. Die Karte ist im Februar abgelaufen. Seit wann laufen Grüne Karten ab?”

 

Nachdem ich nun wiederum vor mich hin murmelte und einen Moment brauchte um diesen Faux-Pas zu realisieren, erklärte der Grenzbeamte, dass wir mal bei den Containern auf dem Vorplatz nachschauen sollen. Vielleicht könne dort jemand helfen. Das Auto sollten wir so lange vor einer der geschlossenen Schranken parken.

 

Gesagt getan! Wir parkten unter dem Dach und gingen in Richtung der weißen Container. Währenddessen geisterten tausende Gedanken durch meinen Kopf: ‘Wieso ist mir das im Vorfeld nicht aufgefallen? Schickt die Versicherung keine Neue zu, sobald die Alte ausläuft? Oder liegt diese bei meinen Eltern? Das Auto ist schließlich auf meine Mutter zugelassen.’

 

“Hauptsache man kann uns nun weiterhelfen. Denkst du, wir bekommen hier ‘ne neue Grüne Karte? “ ..Die Frage ging im Wust von Gedanken und der Frage, wie das dann überhaupt ablaufen würde unter. Vielleicht könne ja auch ein Anruf bei der Versicherung etwas helfen? Doch erstmal nachfragen, danach spekulieren.

 

Die meisten der Container waren bereits geschlossen. Erst mit der Hilfe von ein paar Beamten, die zufällig in die gleiche Richtung wie wir gingen fiel uns der einzige Container auf, aus dem noch Licht brannte. Die Dame schien auch schon auf den Feierabend zuzusteuern, hörte sich unser Dilemma jedoch an und kramte schließlich einen Zettel und Stift hervor, um in schlechtem Englisch zu erzählen, dass wir eine grüne Karte bekommen könnten. Alles andere hätte mich auch verwundert, so wird doch auf jedem einzelnen dieser weißen Container mit “green card here!” geworben :rolleyes:

 

Sie notierte noch ‘20€’ auf dem Blankozettel und erzählte weiter. “So you just pay twenty euros, and then seventeen days. You can get it here.” - “Seven days?”, hinterfragte ich in der Hoffnung auf eine sprachliche Unsicherheit. “No” entgegnete sie, bevor sie in der Tat eine 17 auf dem Zettel notierte. “Seventeen days, not seven days.” Mit dem plötzlichen Gefühl, aus diesem Gespräch fliehen zu möchten und die Zeit auf letzte Woche zurückzudrehen schaute ich meinen Kumpel entgeistert an. Das waren nicht die Informationen die wir uns nun erhofft hatten..

 

to be continued

Hakuna Matata

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11.07.2017 17:17    |    Hakuna Matata    |    Kommentare (40)    |   Stichworte: 2006, C, Caravan, Erfahrung, Langzeit, Opel, Test, Vectra

Hallo zusammen,

 

beim Vectra wurde seit dem Kauf einiges verändert. Was sich getan hat seht ihr nun in dieser Zusammenfassung:

 

Einen eigenen Artikel bekam bereits das Tagfahrlicht gewidmet. Wer näheres dazu wissen möchte, kann dies gerne im TFL-Artikel nachlesen. Bilder gibt es an dieser Stelle jedoch trotzdem:

 

 

Gekauft wurde der Vectra mit Sommerreifen auf Original Opel 17-Zoll-Alus und einem Satz Winterreifen auf 16-Zoll-Stahlfelgen. Die Stahlfelgen-Optik hatte zwar etwas interessantes, doch der erste Winter war zugleich auch der letzte Winter für sie.

Im Frühjahr mussten neue Sommerreifen her und die Chance nutzte ich: Für den Sommer gab es neue Reifen samt neuer 18-Zoll-Alus ( 5 Speichen ) und für die originalen 17-Zöller ( 7 Doppelspeichen ) gab es neue Winterreifen. Die alten Winterreifen wurden verkauft. Fazit: Très chic! Und ab dem nächsten Winter ist der Vectra auch in der kalten Jahreszeit mit 18 Zoll unterwegs. Opel Speedline Felgen liegen bereits im Keller. ( 11 Speichen ) :)

 

 

 

 

Und auch beim Nachrüstsatz darf der Opel-Nabendeckel nicht fehlen:

 

Im letzten Artikel ließ ich es bereits etwas durchblicken: Der Vectra wurde beledert.

Mir bot sich die Gelegenheit günstig an eine komplette Lederausstattung zu kommen und so etwas lässt man sich natürlich nicht entgehen. Das Ergebnis kann sich dabei sehen lassen. Der Innenraum sieht deutlich wertiger aus und ich fühle mich auch deutlich wohler.

Der Beifahrersitz hatte zwar ein paar Macken, diesen ging es nach langer Zeit nun jedoch endlich an den Kragen. Auf den ersten Blick ist es schon deutlich besser. Trotzdem muss ich mich da nochmal ransetzen um es besser hinzubekommen.

 

 

Da die Ablagemöglichkeiten in meinem Modell sehr mager aussehen und selbst für kleine Wasserflaschen kein Platz ist, bastelte ich mir eine günstige Flaschenhalterung aus einem Stück Metall und einem 1€-Flaschenhalter fürs Fahrrad. Es sah zwar nicht so hochwertig aus, erfüllte jedoch voll und ganz seinen Zweck.. Bis die neue Lederausstattung Einzug fand. Durch eine dickere Strebe, an der sich die Halterung nur schwer befestigen ließ in Kombination mit einer weiteren Strebe unter dem Sitz, die nun zusätzlich im Weg war scheiterte die Idee der Do-it-yourself-Flaschenhalterung vorerst. Aktuell hängt sie nur noch lieblos in der Gegend herum und wartet auf die ultimative Problemlösung.

Zwischenzeitlich hielt auch der Original-Opel-Becherhalter in meinem Cockpit Einzug, jedoch ist dieser wie vermutet für jegliche Getränke, die größer als ein kleiner Kaffee sind ungeeignet. Immerhin die Optik stimmt und ist deutlich besser als bei der zuvor nicht verwendeten Telefon-Vorbereitung. Und einen funktionalen Nutzen habe ich auch schon gefunden:

 

 

Ein Dorn im Auge war lange auch der Heckscheibenwischer. Dieser erzeugt bedingt durch seine Bauart nicht genug Druck, wodurch die Wischqualität miserabel ist. Das Wasser wird eher verteilt als weggewischt. Abhilfe kann hier der Heckscheibenwischer vom Skoda Octavia II schaffen. Leider überzeugte mich das auf ebay bestellte Teil qualitativ nicht, weshalb ich es zurückgab und nun demnächst mal einen Original-Wischer bei Skoda bestellen werde.

 

Vectra-WischerVectra-WischerOctavia-WischerOctavia-Wischer

 

Als nächstes wagte ich mich an die Kennzeichenbeleuchtung. An LED-Kennzeichenbeleuchtungen spalten sich bekanntlich die Gemüter, doch ich wollte es wagen.. und wurde erst einmal enttäuscht.

Die Lichtfarbe an sich finde ich deutlich schöner, jedoch ist die Ausleuchtung zu punktuell bzw absolut nicht gleichmäßig. Dadurch sieht die Beleuchtung insgesamt ziemlich billig aus. Wenn das Abkleben der Hälfte der LEDs keine Besserung bringt, dann wird demnächst noch eine andere Lösung probiert, die sich im Vectraforum offenbar bewährt hat. Sollte diese mich ebenfalls nicht zufriedenstellen, dann kommen wieder die Originalbirnen rein. Entweder richtig machen oder gar nicht.

 

 

 

Wo wir auch schon beim nächsten Thema wären: Da mir das ewige CD-Auswerfen des Radios mittlerweile dermaßen auf den Geist ging, wurde kurzer Prozess gemacht und ein Zubehör-Radio eingebaut. In Vectrakreisen sind Radios von Zenec und Pumpkin weit verbreitet, jedoch sind wir da meiner Meinung wieder beim Thema von vorhin: Entweder richtig oder gar nicht. Bevor ich mir ein günstiges Chinaradio einbaue, dass nicht problemlos funktioniert oder das einen Knick hat, weil es eigentlich für den Astra zugeschnitten ist bleibe ich lieber beim CD70. Oder gebe etwas mehr aus und hole mir direkt ein gescheites Radio. Fündig geworden bin ich dabei bei Kenwood.

Neben der guten optischen Einbindung hat es viele Funktionen zu bieten, die ich beim aktuellen CD70 vermisse. CDs lassen sich endlich ohne Probleme nutzen, die USB-Funktion ist zusätzlich ein ungeheurer Mehrwert und auch das Smartphone ließe sich am USB-Port anschließen. Dadurch bestände Freisprechfunktion und Nutzung von Android Auto. Und das wichtigste: Der Sound ist gut geblieben!

 

 

 

 

 

Im Januar nutzte ich einen Defekt für eine weitere Individualisierung: Da vorne links die unterste Windung der Fahrwerksfeder brach wurden die Federn ringsherum durch neue Eibach-Federn ersetzt. Der Vectra steht damit 30 Millimeter tiefer. Fazit nach knapp 5 Monaten: Sieht schick aus, hat sich nun nochmal ein wenig gesetzt und fährt sich besser als mit den Standard-Federn. Busfahren ist vorbei. Alles richtig gemacht. Bilder folgen am Ende des Artikels.

 

Kurz nach den Federn kamen dann noch Spurplatten dazu. Vorderachse 30mm, Hinterachse 40mm. Was mit den 17-Zöllern noch gut aussah und ohne Probleme passte, kippte beim Wechsel auf die Sommer-18-Zöller hin zu ‘too much’. Bei der anschließenden Probefahrt Probeschleifung schliff es dann zudem an allen möglichen Stellen, weshalb das Experiment Spurplatten beendet wurde.

 

ohne ( 17 Zoll )ohne ( 17 Zoll )mit ( 17 Zoll )mit ( 17 Zoll )

 

mit ( 18 Zoll )mit ( 18 Zoll )mit ( 18 Zoll )mit ( 18 Zoll )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Last but not least kommt beim nächsten Ölwechsel ein originaler Stahl-Unterfahrschutz an den Vectra. Der letztjährige Aufenthalt im albanischen Theth war schon stellenweise kritisch, doch dieses Jahr soll es erneut dorthin gehen und wie es dann mit 30 Millimetern weniger Bodenfreiheit ausschaut kann sich jeder selbst ausmalen. :D

 

So wie er dasteht gefällt mir der Vectra aktuell sehr gut und mit den Federn & dem Unterfahrschutz ist die Liste der Must-Haves sozusagen abgehakt. Eigentlich. :D

 

 

Bis dahin

Hakuna Matata

 

PS: Aktueller Kilometerstand beträgt 227.000

 

PPS: Einige aktuelle Impressionen:

 

 

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12.02.2017 20:26    |    Hakuna Matata    |    Kommentare (73)    |   Stichworte: C, Fazit, Mängel, Opel, Vectra

Flott unterwegsFlott unterwegs Nachdem die letzten Artikel von Reisen mit dem Vectra handelten, wird es nun wieder Zeit sich mit dem Fahrzeug an sich zu beschäftigen. Seit dem letzten Artikel ist viel Zeit vergangen und einiges passiert.

 

Morgen, am 13. Februar ist es soweit: Der Vectra befindet sich 3 Jahre in meinem Besitz. Seit dem Kauf abgespulte 85.000 Kilometer in zwölf verschiedenen Ländern ließen den Gesamtkilometerstand auf aktuelle 216.000 Kilometer steigen - und hoffentlich noch weiter steigen.

 

Doch 10 Jahre und über 200.000 Kilometer sind wahrlich keine Daten eines neuen Fahrzeugs, was ab und an leider spürbar ist und worauf ich in diesem Artikel näher eingehen möchte. Ausnahmsweise gibt es diesmal auch eine Galerie am Ende des Artikels.

 

In den letzten beiden Artikeln ging ich bereits darauf ein, dass ein Frontscheinwerfer aufgrund von Steinschlag getauscht werden musste, die Gläser der Außenspiegel abfielen, der Zuheizer raucht, mich ein Injektorstecker ärgern wollte und ich Roststellen an den Radläufen günstig lackieren ließ. Kommen Fragen wie zum Beispiel “Außenspiegel abgefallen? What the f...?” auf, dann verweise ich gerne auf die Vorstellung und das Zwischenfazit. :D

 

Doch was ist seitdem passiert?

 

Kapitel 1: Aus einer Mücke wird ein Elefant

Bei einer Inspektion im Sommer 2015 ist aufgefallen, dass die Spannfeder an der Bremse hinten links gebrochen ist. Da die Inspektions-Werkstatt diese Kleinigkeit nicht vorrätig hatte, fuhr ich am Samstag danach in die Werkstatt, die einige Wochen vorher die hinteren Bremsen gewechselt hatte. Was eigentlich eine kurze Angelegenheit werden sollte, wurde letztendlich zu einem mehr als zweistündigem Aufenthalt im Autohaus. Die Feder war ziemlich fest und wollte sich partout nicht vom Bremssattel lösen. Es dauerte und dauerte, doch der freundliche Geschäftsführer hielt mich regelmäßig auf dem laufendem. Als auch das Ausbohren nicht funktionierte und die Gefahr bestand, dass der gesamte Bremssattel erneut getauscht werden musste ( der nicht auf Lager war ) bot er mir einen Leihwagen für das restliche Wochenende an, damit man das Problem am Montag in Ruhe lösen konnte.

 

“Haben sie auch etwas großes verfügbar?”, entgegnete ich ihm, mit dem Gedanken,

dass ich hier bisher nur Corsas als Werkstattersatzfahrzeug gefahren bin. “Äh, leider nicht. Eventuell haben wir einen Astra da.” - “Als Kombi? Ich brauche den Vectra dieses Wochenende eigentlich, da ich morgen eine komplette Lederausstattung in Brandenburg abholen muss und das die einzige Möglichkeit wäre sie vor dem Urlaub zu holen.” Man merkte, dass ihn das kurzzeitig überrumpelte, doch nach einem kurzen “Dann sollten wir das heute auf jeden Fall hinbekommen” verschwand er wieder in der Werkstatt. Erst zwanzig Minuten später tauchte er wieder auf; diesmal mit erfreulichen Nachrichten: “Unser Mitarbeiter hat es geschafft. Nur noch wieder alles zusammenbauen, dann ist das Auto fertig.” Ich bedankte mich für die Problemlösung & das freundliche Umgehen und konnte tatsächlich wenige Minuten später den Vectra wieder in Empfang nehmen.

 

Es wird größer und größerEs wird größer und größerKapitel 2: Wer günstig repariert, der repariert zweimal

Nachdem für den TÜV die inneren Spurstangen gewechselt wurden, ging es wieder an außerplanmäßige Dinge. Beim TÜV wurde darauf hingewiesen, dass es einen leichten ‘Kraftstoffverlust in Versorgung der Standheizung’ gibt. Damals nässte es nur, seit einer Woche tropft es jedoch bereits sporadisch. :rolleyes:

 

Doch darum geht es nun nicht. Der aufmerksame Blogleser weiß, dass die Radläufe günstig lackiert wurden. Überraschenderweise hielt dies nicht mal ein komplettes Jahr. Es rostete nun nicht nur die Kante, sondern zusätzlich platzte seitlich der Lack an einer Stelle ab. Und diese Stelle wurde mit jedem Waschgang größer und größer. Zudem ließ sich bereits Rost unter dem Kunststoffschwellerschutz erkennen, der im Jahr vorher noch nicht zu sehen war.

 

Es musste eine Entscheidung her, ob nun ein wenig Geld in die Hand genommen wird um es gescheit lackieren zu lassen und dem Rost keine Chance zu geben sich großartig auszubreiten oder es zu lassen und Gefahr zu laufen, dass der Rost sich ziemlich schnell ausbreitet. Die Schweller waren dabei die große Unbekannte; wir wussten ja noch nicht, was sich unter dem Kunststoff verbarg..

Die ‘Grundsanierung’ lohnt sich jedoch nur, wenn man das Fahrzeug auch langfristig halten will und nicht bei der nächsten großen Reparatur abstößt. Somit wurde die Entscheidung pro oder contra Lackierung irgendwie auch zu einer langfristigen Entscheidung pro oder contra Vectra. “Keep it or leave it”.

 

Im Januar letzten Jahres war es dann soweit: Für eine Woche ging er in die Klinik und das Ergebnis war entzückend: Der Lackierer hat wirklich saubere Arbeit geleistet und das größte Problem waren glücklicherweise nicht die Schweller, sondern die Schweißnaht in der Nähe der Falz. Nun bleibt lediglich zu hoffen, dass der Rost nicht doch einen kleinen Nistplatz gefunden hat. Sicher ist laut Lackierer lediglich eines: Nie mehr nimmt er den Auftrag für die Radläufe eines Vectras an, haben diese ihm doch den letzten Nerv gekostet. :D

 

 

Kapitel 3: Das Ungeheuer von Loch Ness

Durch das markerschütternde Kreischen seiner Frau soll ein britischer Geschäftsmann damals auf Nessie aufmerksam geworden sein. In der heutigen Zeit hätte es auch durchaus ein Opel Vectra sein können, denn einen abgerissenen Stehbolzen des Krümmers kann man mittlerweile zu den typischen Auffälligkeiten zählen. Auch ich blieb davon und dem damit verbundenen Kreischen beim Gasgeben nicht verschont. Ein klassisches Konzert klingt da besser. Und ist deutlich günstiger.

 

Kapitel 4: Fix gelöst, viel bezahlt

Zu allem Überfluss stand der Vectra kurze Zeit nach der Krümmer-Reparatur erneut in der Werkstatt. Aus einem Verdacht auf defekte Wasserpumpe wurde letztendlich ein sich festsetzender Klimakompressor. Ende der Geschichte. :D

 

Kapitel 5: Kleinvieh macht auch Mist

An großen Reparaturen war es das glücklicherweise, doch es gibt dann doch die ein oder andere Kleinigkeit, die der Otto-Normal-Bürger sicherlich nicht registriert oder diese nach der Behebung wieder schnell verdrängen würde, doch als automobilinteressierter Mensch bleiben auch die kleinen Dinge hängen.

 

Seit dem letzten Winter ist die rechte Wischwasserdüse verstellt und sprüht nur noch semiproduktiv auf die Frontscheibe. Diagnose nach einigen Einstellversuchen: Die Düse ist fest ergo defekt. Besserung gibt es nur durch einen Austausch.

 

Ebenfalls im letzten Winter ist ein Heizdraht der Heckscheibe ausgefallen und während des Sommers eine zweite. Nun darf man hinten immer zwei Striche freikratzen. :D

 

Vor ein paar Wochen leuchtete dann im Cockpit die ‘Beleuchtung’-Lampe auf. Einmal ums Fahrzeug gegangen doch es war nichts festzustellen. Das wiederholte sich genau so noch zwei mal. Erst bei der vierten Kontrolle leuchtete dann tatsächlich die sich in der Kofferraumklappe befindende Lampe des linken Hecklichtes nicht. Die Lampe im Cockpit ging interessanterweise trotzdem manchmal aus. Ein gezielter Hieb auf das Rücklicht zeigte mir, dass die Lampe an sich noch funktionierte. Sie ging an, um sofort wieder zu verdunkeln. Dem vermeintlichen Wackelkontakt ging ich daraufhin auf die Spur. Nachdem die halbe Kofferraumverkleidung abgebaut werden musste fand ich auch endlich den Verursacher: Die Kontakte der Lampenfassung waren nicht mehr in Ordnung. Eine neue Fassung löste das Problem. Und wie soll es anders sein: Keine zwei Wochen später tauchen die selben Symptome beim Standlicht vorne rechts auf. :rolleyes:

 

Wenn wir schon bei der Beleuchtung sind: Einer der seitlichen Blinker macht den Eindruck, sich vom restlichen Auto trennen zu wollen. Mal schauen wie lange er es noch mitmacht. Und um auf die Heckleuchten zurückzukommen: In diesen befinden sich tote Larven / Insekten. :D Als ich vor kurzem ein zweites Paar Heckleuchten in die Finger bekam wurde mir bewusst, dass das durchaus kein Einzelfall ist..

 

Wie unterschiedlich andere Menschen auf kleine Defekte reagieren können erfuhr ich durch zwei Vorfälle mit blablacar:

 

Im Frühjahr war ich auf dem Weg zum 6. Youngsters @ Green Hell, als ich bei Frankfurt kurz vor dem Abholen einer Mitfahrerin ein lautes Geräusch bei jeder Bremsung wahrnehmen musste. An meiner ersten Befürchtung, dass etwas an den Bremsen nicht stimmt, zweifelte ich bereits bei der Fahrt auf den nächsten Parkplatz. Ohne Bremseinwirkung passierte ich eine Bodenwelle und das Geräusch tauchte wieder auf. Die Passanten drehten sich sogar in meine Richtung um. War es doch etwas an den Federn? Eine Sichtkontrolle sollte Klarheit bringen, doch es war nichts zu entdecken. Bremsscheiben okay, Bremsklötze außen okay und auch an den Federn war nichts festzustellen. Was bitte sollte das sein? Ich setzte meine Fahrt weiter fort und es änderte sich nichts. Bei jeder Bremsung und bei jeder größeren Unebenheit kam das besagte Geräusch auf.

 

Erst bei den massiven Bremsschwellen am Frankfurter Flughafen wurde mir die Lösung vor die Füße gelegt. Die Passanten, die sich mal wieder nach mir umdrehten konnten das Problem von außen mit ihren Blicken ausmachen. Die Blicke sagten mir, dass irgendetwas unten an der Front nicht stimmte. Vielleicht hat sich die Verkleidung gelöst und schleift nun auf dem Boden?

 

Und in der Tat: Es war nicht die gesamte Verkleidung, sondern nur eine der Serviceklappen, die sich gelöst hatte und durch den Fahrtwind nach unten gedrückt wurde. Mangels Befestigungsmöglichkeiten drückte ich sie wieder nach oben und wir fuhren mit der nun dazugekommen Mitfahrerin weiter. Doch diese war anscheinend not amused und glaubte wohl nicht, dass es nur die Serviceklappe ist, die immer wieder auf dem Boden schleift, wenn die Front des Vectras sich senkt. Zumindest sagte mir das ihre Körpersprache. Aber was soll ich mehr als reden.. :P

 

Ein komplett anderes Bild gab es bei der Fahrt zum 7. Youngsters @ Green Hell ( Warum geht immer auf den Fahrten dorthin etwas kaputt? :D ). Auf dem Weg von meiner Wohnung zum Bahnhof, wo ich zwei Mitfahrerinnen abholen wollte, hatte ich beim Wechsel in Gang 2 an der Ampel plötzlich den Griff meines Schalthebels in der Hand. Ich steckte ihn wieder auf, doch ohne Kleber hielt dieser nicht sehr lange. Beim Schalten passte ich daraufhin immer auf, doch manchmal löste sich der Schaltknauf ohne Fremdeinwirkung und sprang uns durch die verbaute Feder förmlich entgegen. Hier wurde es jedoch komplett mit Humor genommen und der flüchtende Knauf war bis zum Absetzen der letzten Mitfahrerin der Running Gag. Beim Treffen wurde dieser wieder angeklebt und hält bis heute einwandfrei. Das Problem mit dem Knauf kommt beim Vectra übrigens ebenfalls überdurchschnittlich oft vor.

 

 

 

 

 

Was gibt es sonst noch zu bemängeln?

- Feder vorne links gebrochen

- Achsmanschetten haben die beste Zeit hinter sich

- Parksensoren hinten spinnen seit einem Auffahrunfall sporadisch

- Tempomat springt sporadisch und phasenweise heraus

- Auf den letzten 30.000 Kilometern musste etwa 1 Liter Öl nachgekippt werden

- Türfangband auf der Fahrerseite knackt beim Schließen der Tür

- Die Anzahl der Steinschläge ist nicht mehr feierlich :D

- Punktuelle Lackschäden

- Chromoberfläche am Opelzeichen löst sich

 

Viele kleine Dinge, einige große und teure Sachen, doch ich bin weiterhin zufrieden mit dem Vectra. Ob man täglich elf Kilometer zur Arbeit fährt, 350 Kilometer über deutsche Autobahnen abreißt oder 4000 Kilometer durch den Balkan fährt: Der Komfort und das Platzangebot gepaart mit dem günstigen Dieselmotor lassen über die kleinen und großen Macken hinwegblicken. Das geht soweit, dass ich sogar in das ein oder andere ‘unnötige’ investiert habe. Der ein oder andere Hinweis war bereits in diesem Text versteckt. Doch dazu mehr im nächsten Artikel. ;)

 

Bis dann

Hakuna Matata

 

Edit: Die Galerie will aktuell wohl noch nicht so richtig..

 

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20.05.2015 21:53    |    Hakuna Matata    |    Kommentare (43)    |   Stichworte: C, Opel, Vectra

 

Fünfzehn Monate bin ich nun bereits Besitzer meines Vectras. Ganze 36.000km hat er seitdem abgespult und damit nun 167.000km auf der Uhr. Der richtige Zeitpunkt für ein erstes Zwischenfazit. Die Vorstellung des Fahrzeugs findet ihr hier. Dort sind auch bereits die bisherigen Problemchen erwähnt. Darauf werde ich nicht weiter eingehen; nur soviel sei gesagt: Der Zuheizer raucht im Winter weiter fröhlich vor sich hin. Nächste Wintersaison werde ich mich dem Thema aber wohl mal annehmen, auch wenn dann die unbezahlbaren Blicke der Passanten fehlen werden.

Die Injektorenstecker machen derweil keine Probleme mehr. Dahingehend ist also alles wieder gut. :)

 

Meine emotionale Bindung zum Vectra ist seit dem Kauf stetig gestiegen. Damals suchte ich lediglich ein ausreichend motorisiertes Diesel-Fahrzeug, dass mich günstig, zuverlässig und komfortabel von A nach B bringt und einen großen Kofferraum bietet. Und der Vectra zeigte noch weitere Qualitäten auf.

 

 

Motor & Getriebe

Die 150 Turbo-PS des 1.9CDTIs fühlen sich auch wirklich wie 150PS an. Der Wagen zieht zügig an und das über das gesamte verfügbare Geschwindigkeitsband. Ob man nun aus dem Stand hochbeschleunigt, einen LKW auf der Landstraße überholt oder auf der Autobahn gerade freie Bahn bekommen hat. Bei 220km/h laut Tacho läuft er in den Begrenzer. Und das recht geschmeidig, ohne große Anstrengung. Für den Alltag ist das aber ein total unerheblicher Wert. Für das zügige vorankommen im Alltag ist es ein super Auto. Einziges Manko ist das für meine Verhältnisse etwas zu groß geratene Turboloch bis etwa 1800 Umdrehungen/Minute. Durch den kurz übersetzten ersten Gang kommt man zum Beispiel beim Anfahren nach roten Ampeln des Öfteren in den Genuss dessen. Dann passiert im zweiten Gang erstmal...nichts. Gar nichts. Bis die Schwelle erreicht ist und dann ob der vorangegangenen Entschleunigung gefühlt fast schon ein Feuerwerk abbrennt. Ab dem zweiten Gang ist die Übersetzung wieder gut gelöst, sodass man nach dem frühen Hochschalten normalerweise nicht mehr ins Turboloch fällt, aber auch der Übergang nicht so arg spürbar ist.

 

Den Z19DTH empfinde ich als relativ kultiviert. Der A20DTH des Insignia klingt da im direkten Vergleich subjektiv rauer. Diesel bleibt Diesel. Entweder man mag es oder nicht. Ich für meinen Teil habe mittlerweile Wohlwollen daran gefunden. Ich finde es sympathisch, wenn man früh morgens mit kaltem Motor an der verlassenen Ampel steht und außer der eingelegten CD nur dem gleichmäßigen Vor-Sich-Hin-Nageln lauschen kann. Dies strahlt meiner Meinung nach eine gewisse Ruhe / Gelassenheit aus; die jedoch schwindet, wenn man das Pfeifen des Turbos für sich entdeckt hat. Da muss ich selbst hier am Tisch sitzend und diesen Satz schreibend grinsen. Ich liebe es!

 

 

Fahrdynamik:

Das Fahrwerk ist sehr ausgewogen. Selbst mit 18-Zöllern im Sommer noch sehr komfortabel, trotzdem straff genug um sportlich um die Kurven zu sausen. Ja, auch mit einem Kombi. Das Einzige, das den Fahrspaß in der Hinsicht ein kleinwenig trübt ist die Lenkung. Die ist tausendmal direkter als die Lenkung meines Vorgänger-Meganes, mir persönlich fehlt jedoch der letzte Ticken Direktheit. Trotzdem völlig ausreichend um sich sicher zu fühlen und alles zu jeder Zeit vollkommen im Griff zu haben.

In der Stadt schlägt er sich auch gut. Die Kupplung ist nicht zu hart, sodass man auch im Stau nicht so schnell ermüdet oder schnell genervt ist. Auch auf der Autobahn vorbildliches Verhalten. Querfugen schluckt er ohne zu Murren und er vermittelt zu jeder Zeit ein sicheres angenehmes Fahrgefühl. Vollkommen langstreckentauglich!

 

 

Übersichtlichkeit

Die Übersichtlichkeit ist vorbildlich. Der Vectra gehört noch zu dem Typ Auto, dessen Scheiben man auch wirklich noch als Scheiben bezeichnen kann. Viel Glas, gute Rundumsicht. Wenn man bei einem Spurwechsel ein anderes Fahrzeug übersehen sollte, dann hat man definitiv Tomaten auf den Augen oder schlichtweg gepennt. Auch dem Parken kommt die Rundumsicht zu Gute. Mein Vectra hat zwar sowohl vorne als auch hinten PDC, jedoch bin ich vollstens davon überzeugt, dass man das Schiff auch ohne diese Hilfe problemlos parken kann.

 

 

Platzangebot

Die im Prinzip doch recht kastenartige Form hat neben den großen Flachen Scheiben auch ein super Platzangebot zur Folge. Der Kofferraum ist riesig und hat sich bei mir schon an Tischen versucht, deren Tischplatte 160x90cm misst. Diese passt locker herein.

Da ich vor dem Transport die 72cm-Füße des Tisches jedoch nicht abschrauben konnte stieß ich an die Kapazitätsgrenze. Ärgerlich, denn wären die Himmel-Ecken nicht so arg gewölbt, dann hätte es gepasst. Es fehlten vielleicht 2-3cm. So konnte ich den Tisch in Verbindung mit dem ganz leicht ansteigenden Laderaum durch die umgeklappten Rücksitze nicht weiter hereinschieben und er musste dann eben eine sbessere Ladungssicherung herhalten. Dies wiederum lässt sich im Vectra sehr gut umsetzen, sind doch verschiedene Ösen und sonstige Befestigungsmöglichkeiten im Kofferraum verbaut. Ich habe leider keine Bilder gemacht von der Verladung, sondern erst, als ich die Tischbeine nach Ankunft daheim schon abgeschraubt habe. Und ja, es hat 2 Minuten nach meiner Ankunft angefangen zu schneien, sodass ich mit geöffneter Heckklappe im Auto auf der Tischplatte sitzend die Tischbeine abschrauben durfte. :D So wie es der Zufall will.. Weitere Fotos zu unter anderem dem Kofferraum findet ihr in der Bildergalerie.

 

Das Platzangebot im Fond hat schon den ein oder anderen Mitfahrer überrascht. Gerade auf der Rückbank soll man wohl sehr viel Beinfreiheit genießen. Da ich normalerweise vorne links sitze kann ich dazu wenig sagen, an den doch recht häufigen Huldigungen der Freunde an den Vectra in dieser Hinsicht muss aber etwas dran sein. Vorne hat man auf jeden Fall ausreichend Platz.

 

 

Was gibt es sonst noch Erwähnenswertes?

 

Ablagemöglichkeiten:

Wie bereits im Vorstellungsartikel erwähnt hat der Neuwagenerwerber dieses Vectras wohl ein Kreuzchen in der Ausstattungsliste vergessen. Mein selbstgebastelter Getränkehalter hält sich bisher wacker und ist auch im Dauerbetrieb. Für die Mitfahrer sieht es aber weiterhin schlecht aus. Mit Verstauen ist da nichts.

 

 

Außenspiegel:

Man klappt seinen Außenspiegel manuell per Hand an und hört ein unbekanntes Geräusch. Wieder aufgeklappt und schwupps fällt einem der Spiegel in die Hand. Hat sich einfach von der Trägerplatte gelöst. Eine neue Scheibe + Trägerplatte würde etwa 46€ kosten. Da das Glas noch intakt und die Trägerplatte auch noch in gutem Zustand war habe ich die Teile einfach wieder zusammengeklebt. Spiegelheizung funktioniert auch noch. Alles top. Bis 2 Wochen später der Spiegel auf der anderen Seite beim Autowaschen herausgefallen ist.. :D

 

 

Soundsystem:

Taugt mir total. Guter Klang und besonders erwähnenswert ist der Bass, den diese Originalanlage hervorbringt. Auch diese bekam bereits Huldigungen von Mitfahrern einhergehend mit der Frage, ob das alles noch Original wäre. So einen ordentlichen Bass kenne ich von keinem anderen Fahrzeug.

 

 

CD70:

Das Radio hat eine interessante Eigenheit: Es ist wählerisch. :D Selbstgebrannte CDs hat es mir immer entweder sofort oder nachdem es einige Songs abgespielt hat ausgeworfen. Ich habe relativ lange versucht eine Lösung zu finden die da heißt: Langsamste mögliche Brenngeschwindigkeit und nur Rohlinge des Herstellers Verbatim verwenden. Es funktioniert tatsächlich lediglich mit diesen Rohlingen. Wenn jemand dafür eine Erklärung hat, dann nur her damit. ;)

 

Menüführung:

Diese finde ich etwas umständlich. Für meinen Geschmack zu viele Untermenüs. Da ich aber selten Songs / Alben von CDs wechsele, das Navi benutze oder die Lüftereinstellungen ändere, ergo es für mich kaum relevant ist, kann ich darüber hinwegsehen.

 

 

Rost:

Die einzige bekannte Roststelle des Vectra sind die hinteren Radläufe. Auch bei meinem waren dort schon bei Kauf Rostansätze zu sehen. Diese habe ich machen lassen und dann nun hoffentlich eine Zeit lang Ruhe.

 

 

Tagfahrlicht:

In meinem letzten Artikel habe ich über die Umrüstung auf LED-Tagfahrlicht. Dieses macht bisher keine Probleme und ich finde es weiterhin schick. Würde ich auf jeden Fall wieder machen.

 

 

Felgen:

Die bisherigen 17''-Sommerfelgen dürfen ab nun im Winter ran. Für den Sommer habe ich neue 18''-Zöller von Diewe Wheels spendiert. Der Vectra fährt nun also ganzjährig auf Alus. :)

Auch dazu findet ihr Bilder in der Galerie.

 

Zusammenfassend sei gesagt: Jeder Autofahrer hat ganz eigene Vorlieben. Dem Einen gefällt sein Golf VII 1.4TSI, dem Anderen ist ein 550i zu wenig. Entscheidend ist die Erwartungshaltung die jeder für sich persönlich steckt. Ich für meinen Teil bin super zufrieden mit dem Vectra und habe ihn mittlerweile ins Herz geschlossen. Nun ist er mehr als nur noch das „ausreichend motorisierte Diesel-Fahrzeug, dass mich günstig, zuverlässig und komfortabel von A nach B bringt und einen großen Kofferraum bietet.“ Es ist MEIN Auto.

 

Liebe Grüße

Hakuna Matata

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18.03.2015 17:41    |    Hakuna Matata    |    Kommentare (8)    |   Stichworte: C, Opel, Vectra

 

 

 

Nicht zuletzt durch die im Februar 2011 in Kraft getretene EU-Rechtsvorschrift, nach der neu typisierte Fahrzeuge mit Tagfahrlicht ausgestattet sein müssen, ist das Tagfahrlicht nicht mehr aus dem deutschen Straßenbild zu denken. Vermehrt sieht man verschiedenste Versionen auf unseren Straßen. Klassische BMW-Corona-Ringe, 'LED-Bänder' von Porsche (beziehungsweise neuerdings deren 4-Punkt-LEDs) oder gedimmtes Fernlicht von zum Beispiel VW. Jeder Hersteller setzt auf sein eigenes Konzept.

Doch auch der TFL-Nachrüst-Markt boomt scheinbar: Man bekommt sehr viele Fahrzeuge zu Gesicht, bei denen werksseitig eigentlich gar kein Tagfahrlicht angeboten wurde. Ende des Jahres entschied ich mich ebenfalls dafür, meinen Vectra C nachzurüsten. Eine angenehme Optik und Legalität waren dabei oberstes Gebot.

 

 

 

 

 

 

 

Die Möglichkeiten

 

Lichterkette

Wenn es eine Sache gibt, die einem Autoliebhaber die Tränen in die Augen treibt, dann sind es die im Volksmund 'Lichterketten' genannten Nachrüst-TFL aus dem Baumarkt. Tränen, die keine Freudetränen sind. Es sind wohl eher Tränen mehrerer Komponente: Entsetzen, Mitleid oder vielleicht auch Wut. Denn so wird damit das noch so schönste Auto quasi zur beleuchteten Weihnachtsbude des jährlichen Weihnachtsmarktes. Diese meist lieblos und am Rande der Legalität (dazu später mehr) platzierten bläulichen Gewollt-aber-nicht-gekonnt-Tagfahrlichter kommen mir nicht ans Auto.

Jedoch stieß ich bei meiner Recherche auf Interessantes. So gibt es solche LED-Balken auch von namhaften Herstellern zu entsprechenden Preisen. Es muss also nicht immer Baumarkt sein. Gefallen hat mir davon allerdings auch nur eine einzige Variante, die schon gar nicht mehr nach Lichterkette aussah. Sie leuchtete auch nicht mehr bläulich sondern weiß und wirkte äußerst dezent. Der allererste LED-Balken, den selbst ich an meinem Fahrzeug anbringen würde. Entschieden habe ich mich trotzdem dagegen.

 

Nebelscheinwerfer gedimmt nutzen

Ganz kurz gesagt: NSW sind nicht als TFL zugelassen. Damit keine Option für mich.

 

Abblendlicht als TFL nutzen

Grundsätzlich möglich. Zeigte mir meine Werkstatt auch, jedoch für mich ebenfalls keine Option, da mein Fahrzeug mit Xenon ausgerüstet ist und dies massiv auf die Lebensdauer der Xenon-Brenner gehen würde.

 

Nebelscheinwerfer durch NSW-TFL-Mix ersetzen

Es gibt Kompromissvarianten, in denen die Nebelscheinwerfer ersetzt werden durch ein Bauteil, dass im Zentrum einen etwas kleineren NSW enthält und einmal ringsherum TFL-LEDs. Diesen Kompromiss bin ich nicht eingegangen. Durch das Xenon bringen die Vectra-NSW selbst beim dichtesten Nebel keinerlei Mehrwert. Deshalb wäre der komplette Wegfall auch kein Problem. Und damit kommen wir zur letzten Alternative.

 

 

NSW durch LED-TFL ersetzen

Da mir alle anderen Möglichkeiten nicht zusagten entschied ich mich letztendlich dafür meine Nebelscheinwerfer zu ersetzen. Durch die recht überschaubare Anzahl von in Frage kommenden Modellen fiel die Entscheidung auch relativ schnell.

Eine kleine Hürde galt es jedoch noch zu nehmen: Das Modell gibt es mit und ohne Dimmfunktion.

 

 

 

Kurz zur Erklärung:

Ohne Dimmfunktion

Zündung an: TFL auf 100%

Standlicht an: TFL geht aus

Abblendlicht an: TFL bleibt aus

 

Mit Dimmfunktion

Zündung an: TFL auf 100%

Standlicht an: TFL dimmt auf 50%

Abblendlicht an: TFL dimmt weiterhin auf 50%

 

Grundsätzlich sind beide Varianten erlaubt. Bei letzterer Version dient das gedimmte TFL als Standlicht. Meine TFL sind des Weiteren sowohl als TFL als auch als Standlicht zugelassen. Es gibt trotzdem einen Haken, der sich in der StVZO wiederfindet:

Tagfahrlichter müssen mindestens 250mm über dem Boden angebracht sein. (Deshalb ist es auch nicht rechtens die oben erwähnten Baumarkt-Lichterketten an die Unterkante der Fahrzeugfront zu montieren, wenn man nicht gerade einen Geländewagen fährt. Man sieht es trotzdem tagtäglich.) Standlichter jedoch benötigen mindestens 350mm Abstand zum Boden.

Da mir das zu Heikel wäre und ich der Meinung bin, dass das gedimmte TFL zu sehr nach 'Ich-bin-cool-da-ich-meine-Nebelscheinwerfer-auch-ohne-Nebel-einschalte' erwarb ich die Version ohne Dimmfunktion.

 

Der Einbau mit vergesslichen Werkstätten, kundengesättigten Werkstätten aber auch familiären kundenfreundlichen Werkstätten ist dabei eine andere Geschichte..

 

 

Fazit

Meine Tagfahrlichter sind nun knapp 3 Monate verbaut und ich bin mit Ihnen zufrieden. Meiner Meinung nach wirken sie nicht aufdringlich und verändern auch das Vectra-Erscheinungsbild nicht großartig. Die Ausleuchtung reicht nebenbei aus um bei Dunkelheit das Auto von VOR der Garage IN die Garage zu fahren ohne das Abblendlicht einzuschalten. Man muss sich auch an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen. ;)

 

 

Wie steht ihr zum Thema Tagfahrlicht?

Kennt ihr besonders gelungene Exemplare oder fahrt gar ihr selbst das perfekte Tagfahrlicht an eurem Fahrzeug? Dann nur her mit Bildern!

 

 

Hakuna Matata

 

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22.12.2014 20:05    |    Hakuna Matata    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: C, Opel, Vectra

'Drei. Drei soll die Zahl sein, die ihn beschäftigt.' Dieses Schlusswort des letzten Artikels wird dem kleinen Kreis meiner Blogleser vielleicht noch in den Ohren liegen. Nachdem es die zwei Vorgänger gemeinsam gerade einmal 3 Jahre bei mir aushielten, soll der Vectra dies alleine schaffen. Mindestens.

Exakt 3 Jahre und 3 Tage nach dem Führerscheinerwerb steht also Auto Nummer 3 in der Einfahrt. Gekommen um zu bleiben.

 

 

 

Wie kam es dazu?

Nachdem #1, ein '07er Chevrolet Matiz 1.0, nach den ersten Fahrerfahrungen zu klein und mir persönlich einfach zu schwach für den Westerwald war, musste nach knapp einem dreiviertel Jahr etwas neues her. Aus dem amerikanisch-koreanischen Kleinstwagen wurde so ein französicher Kompakter, ein '07er Renault Megane 1.6 16V. Mehr Platz, mehr Leistung, mehr Komfort. Perfekt ausgewogen für meine damaligen Bedürfnisse.

Blöd nur, wenn man ein halbes Jahr später wegzieht und auf Grund der gelegentlichen Fahrten in die Heimat sein Fahrprofil auf rund 30.000km/Jahr verdoppelt. Nun wieder umzusteigen, auf einen Diesel, das hätte sich nicht rentiert. Zu hoch wäre der Verlust in Bezug auf Ankaufswert, Verkaufswert und bereits getätigte Investitionen. So nervig Autobahnfahrten ohne vorhandenen sechsten Gang auch werden können. Doch der Franzose machte es mir leicht. Das Facelift soll zwar deutlich robuster als seine Vorfacelift-Brüder sein, jedoch konnte man dies bei meinem Fahrzeug trotzdem nicht als robust bezeichnen. Und somit wurde es Zeit, doch nach einem neuen Fahrzeug Ausschau zu halten.

 

Must-Haves für den Neuen:

- Kombi mit angemessenem Kofferraumfassungsvermögen

- > 130 Diesel-PS

- Tempomat

 

Nice-to-haves für den Neuen:

- Sitzheizung

- ansonsten nach dem Motto: "Je mehr, desto besser!"

 

Die Suche:

Meine erste Idee ging in Richtung Ford Mondeo Mk3. Es kristallisierte sich jedoch relativ schnell heraus, dass einerseits kein Mensch auf der Welt einen Renault Megane ankaufen will und dass scheinbar alle Diesel-Mondeo Mk3 das Land gen Osten verlassen haben. Deshalb den Markt sondiert und dann relativ schnell auf ein anderes Fahrzeug festgelegt: Ein Vectra C sollte es werden.

Online konnte mich erstmal kein Fahrzeug wirklich überzeugen, weshalb ich mich für die Vor-Ort-Suche entschied. Also rein ins Auto und ein paar Händler abgeklappert. Händler 1: Kein Vectra zu finden. Händler 2: Kein Vectra zu finden. Beim dritten Händler standen dafür direkt 3 Vectras vor der Tür. Ein Caravan, eine Limousine und ein GTS. Der GTS ist wirklich ein sehr schönes Auto. Da fragt man sich wirklich, ob man vielleicht nicht doch vom Kombi-Kriterium abrückt. Da dieser GTS allerdings ein Vor-Facelift war wurde ich diesen Gedanken relativ schnell wieder los. Das Vectra-Facelift gefällt mir einfach viel besser. Die Limousine konnte trotz Facelift Ausstattungstechnisch einfach nichts vorweisen. Und so blieb es dabei. Kombi gewünscht, Kombi gekauft.

 

Das Auto

- Opel Vectra C Caravan

- Baujahr 2006

- 1.9CDTI mit 150 PS

- knapp 131.000km

- Xenon mit adaptivem Fahrlicht

- Tempomat

- Sitzheizung vorne

- Parksensoren vorne/hinten

- Navi

- TwinAudio

- abnehmbare Anhängerkupplung

- Multifunktionslenkrad

- Nebelscheinwerfer

- Zusatzheizer

- diverse Laderaumnetze

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pannen seit dem Kauf

Mittlerweile ist der Vectra 10,5 Monate bei mir und hat 158.000km auf dem Tacho. Also knapp 27.000km unter meinen Fittischen.

 

2 Wochen nach dem Kauf der erste Schock: Der Q5-Fahrer neben mir winkt wie verrückt und zeigt in Richtung Motor. Tatsächlich, es raucht plötzlich unglaublich von vorne. Auto an der nächstmöglichen Stelle abgestellt und den Abschlepper gerufen. Abschlepper sagt: "Loch ganz vorne im Auspuff. Nichts schlimmes." Also am nächsten Tag zur Werkstatt. Der hat tatsächlich ein sich angeblich anbahnendes Loch gefunden. -> Flexrohr getauscht auf Kulanz des Autohauses, wo das Auto her kam (Obwohl das Auto im Kundenauftrag verkauft wurde). Eine Woche später raucht es wieder. Also mal bei ebendiesem Autohaus vorbeigeschaut, denn mir fiel zudem auf, dass das Auto nicht warm wurde. Und da lag der Hund begraben: Das Thermostat war defekt, dadurch war der Zusatzheizer ununterbrochen in Betrieb und verkohlte den übriggebliebenen Diesel nach jedem Fahrzeugstart in einer riesen Rauchwolke. Passiert bis heute weiterhin, wenn ich das Auto mal kalt abstellen muss und dann das nächste Mal starte, da dann noch Rest-Diesel im Zusatzheizer ist. Große Augen der Passanten inklusive.

 

Ein Scheinwerfer wurde durch Steinschlag beschädigt und zog Wasser. Meine Werkstatt gab mir den goldenen Tipp, dass dies ein Glasschaden ist und somit genauso wie ein Steinschlag in der Windschutzscheibe über die Versicherung laufen kann. Das hat mir eine Menge Geld gespart. Merke: Xenon mit adaptivem Fahrlicht = Super / kaputtes Xenon mit adaptivem Fahrlicht = nicht gut = schweineteuer

 

Im September verlor ich plötzlich Leistung und das Auto vibrierte und stotterte vor sich hin. Da an diesem Tage ein wichtiges Azubi-Projekt auf dem Plan stand und ich zudem noch 2 Kollegen mit zur Arbeit nehmen musste, die beide kein Auto haben, habe ich das Auto nicht abgestellt, sondern habe es bis zu meiner Arbeitsstätte gequält und gehofft, dass es mir dies verzeihen wird. Nach der Arbeit dann den Abschlepper gerufen und das Auto vom Parkplatz gefahren. Sofort-Hilfe vor Ort vom Pannenhelfer: Diagnosegerät angeschlossen, Kontaktspray an den Stecker eines Injektors und fertig war es. Er lief wieder. Und das leichte Vibrieren im Leerlauf, das ich bisher immer als Zusatzausstattung abstempelte war auch verschwunden. Perfekt. :)

 

Verbesserungen

Der Vectra hat quasi keine Ablagemöglichkeiten. Handschuhfach und eine Ablage in der Mittelarmlehne sehe ich in einem Mittelklassefahrzeug als Standard an. Das hat er auch. Und darüber hinaus noch in den vorderen Türen eine kleine Ablagemöglichkeit, in die jedoch keine 0,5-Liter-Flasche reinpasst. Von der Rückbank mal ganz zu schweigen. Dort gibt es weder Ablagemöglichkeiten in der Tür, noch Taschen an den Rückseiten der vorderen Sitze. Und auch in der Mittelarmlehne der Rückbank ist keinerlei Stauraum verfügbar. Ein Traum für jeden Familienvater, der dem Müll seiner Kinder in sämtlichen Ecken des Autos hinterherräumen muss. Hier würde ihnen ein Herz aufgehen. Für mich ist das ein Graus. Parkscheibe, Eiskratzer und einen Lappen bekomme ich in Reichweite des Fahrersitzes verstaut, aber die Halb-Liter-Flasche, die ich immer dabei habe suchte lange ihren Platz. Bis ich mir eine Halterung selbst bastelte. Der Perfektion ein Stück näher gekommen. :D

 

 

 

 

 

Darüber hinaus habe ich diesen Monat meine Nebelscheinwerfer durch LED-Tagfahrlicht ersetzt. Die Story dahinter verdient allerdings einen ganz eigenen Blogartikel. Bilder der TFL folgen dort.

 

 

 

 

 

Fazit

Trotz der Zwischenfälle bin ich bisher sehr zufrieden mit meinem Auto. *drei mal auf Holz klopf* Ob auf dem Weg zur Arbeit oder beim Flug über die Autobahn. Er macht sich in jeder Lage gut. Und das bleibt hoffentlich so.

 

Bis dahin,

Hakuna Matata

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