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20.11.2016 02:13    |    Hakuna Matata    |    Kommentare (41)    |   Stichworte: Albanien, Balkan, Bosnien, Kroatien, Montenegro, Roadtrip, Roadtrips, Slowenien

Nachdem wir anno 2015 in Sachen Roadtrip Blut leckten, musste 2016 sofort der nächste Trip her. Diesmal sollte es in wärmere Gefilde als Norwegen gehen und so entschlossen wir uns für eine Reise in den Balkan. Wieder zwei Wochen Zeit, diesmal ohne Nahrungsmittelkauf im Vorfeld und ohne Suche nach Übernacht-Möglichkeiten in der Natur. Es sollte dort schließlich günstig genug sein. Einzig die Spontanität und das Navigieren mit Straßenkarte blieb weiterhin. Meiner Meinung nach ein Muss auf Roadtrips. Zudem markierten wir diesmal einige Orte vorher in der Karte, damit uns auch zum Ende hin die Orte nicht ausgingen. Wir hatten aus Norwegen gelernt!

 

Manch einem mag aufgefallen sein, dass der Begriff ‘Roadtrip’ nicht im Artikel-Titel enthalten ist. Da es mir aktuell zeitlich leider nicht möglich ist wieder eine Blogreihe wie den Norwegen-Roadtrip aufzuziehen, werde ich in diesem Artikel nur schwerpunktmäßig auf die Orte eingehen, die wir besucht haben und für den Rest Bilder sprechen lassen.

 

Nationalpark Triglav / Slowenien:

Der einzige slowenische Nationalpark liegt im Norden des Landes an der Grenze zu Österreich. Man passiert die Grenze über den Karawankentunnel und ist sofort da. Wir stoppten erst kurz in einer Touristinformation im Städtchen Bled östlich des Nationalparks und fuhren dann über sehr schöne Straßen bis nach Tolmin im Süden des Parks. Die Straßen in der Region sind schön kurvig und machen ordentlich Spaß. :D

 

Von Tolmin aus bestand die Möglichkeit mit dem Auto in den Nationalpark zu stechen. Vorbei an einem Parkplatz am Rande des Parks schraubten wir uns auf sehr engen Straßen ( KLICK ) die Berge hoch, bis wir in der Streusiedlung Cadrg auf das Ende der Straße stießen. Nach einem Gespräch mit Jani, einem Bewohner, der in seiner Käserei gerade Käse nach 700-jähriger Tradition herstellte, besuchten wir einen Aussichtspunkt, der etwa fünfzehn Geh-Minuten von seinem Haus entfernt war. Von der dort aufzufindenden Wiese konnte man in ein Tal, sowie auf einige Hohe Berge des Nationalparks schauen. Interessant anzusehen waren auch die Zaunpfähle am Ende der Wiese. Jeder Einzelne war zu einer Figur / einem Gesicht geschnitzt worden. Sehr coole Idee. Genauso wie ein großes Xylophon, dass dort aufgestellt war. Da haben sich die Slowenen wirklich etwas tolles einfallen lassen!

 

Leider ist das Campen im Nationalpark verboten, weshalb man sich um Berghütten kümmern sollte, wenn man nicht jeden Abend zu seinem Auto zurückkehren möchte. Dies war letztendlich der Grund, weshalb wir den Triglav-Nationalpark nach einem Nachmittag bereits früher als geplant wieder verließen und nach Kroatien aufbrachen.

 

Bilder dieses Reiseabschnitts:

 

Auf dem Weg nach CadrgAuf dem Weg nach CadrgAm AussichtspunktAm AussichtspunktAm AussichtspunktAm AussichtspunktTriglav NPTriglav NPAn der kroatischen AdriaAn der kroatischen AdriaAn der kroatischen AdriaAn der kroatischen Adria

 

Nationalpark Paklenica / Kroatien:

Berühmt geworden unter anderem durch die Winnetou-Filme, besticht der Nationalpark auch aufgrund seiner Lage direkt an der Adria. Hier lassen sich Aktiv- und Strandurlaub sehr gut kombinieren! Von unserem Campingplatz in Starigrad-Paklenica fuhren wir bis auf den dem Eingang nähesten Parkplatz und wanderten von dort erstmal zu einer großen Hütte, von der aus dann die vielen verschiedenen Wanderwege abgingen. Angegeben mit zwei Stunden, erreichten wir diese nach knapp einer Stunde, da der Weg komplett touristisch aufgearbeitet wurde und dadurch ohne Hürden zu gehen ist. Erst ab der Hütte beginnt der eigentliche Spaß und man befindet sich in 100% Natur. Der Park ist exakt so belassen, wie die Natur in ‘gerichtet’ hat. Ein kompletter Hang mit toten (vermutlich durch Sturm) abgebrochenen Bäumen? ‘Wird nicht angefasst.’ Ein Baum ist über den Wanderweg gefallen? ‘Wird nicht angefasst. Lauft halt außenrum.’ Hier steht die Natur noch an erster Stelle. So sollte ein Nationalpark aussehen. Zudem begegneten wir erst am Ziel unserer Wanderung den einzigen Menschen seit der Berghütte; einem Kroaten samt Sohnemann und kleinem Kläffer. Auf dem Rückweg überholten wir diese, ehe wir uns an einer Wasserstelle zufällig wieder trafen und in ein nettes Pläuschen gerieten. Die beiden konnten zwar nur gebrochen Englisch, jedoch konnten wir uns trotzdem ziemlich gut verstehen und durften wieder die südländische Freundlichkeit spüren. Ohne diese wäre es auch gar nicht zu dieser Begegnung gekommen, so lieh uns die Dame vom Campingplatz ihre Wanderkarte, ohne die wir niemals den äußerst nötigen Umweg zur Wasserstelle gefunden hätten. Eine Wanderkarte ist zudem nützlich, da die Wege stellenweise nicht ausreichend gekennzeichnet sind und es im ganz hinteren Teil des Parkes noch Abschnitte gibt, auf denen es heißt: Wanderweg + / - drei Meter: Alles gut. Außerhalb dieses Korridors: Landminengefahr! Doch dies ist wie gesagt nur noch auf wenigen Routen im hintersten Teil des Parks der Fall.

 

Camping:

Unser Camp schlugen wir im Autocamp Marko auf. Wir blieben dort zwei angenehme Nächte. Die Besitzerin spricht deutsch und ist sehr hilfsbereit. Zudem schaute sie jeden Abend kurz vorbei, erkundigte sich nach dem Wohlbefinden und ob alles in Ordnung sei. Sehr freundlich! Die Sanitäranlagen sind zudem vollkommen in Ordnung, es gibt die Möglichkeit zu Kochen und kostenloses Wifi ist auch vorhanden. Dieses nutzten wir dann auch, als wir die Nummer meines Pannendienstes benötigten, da der im Kofferraum liegende Schlüssel beim Schließen des Kofferaumdeckels das Auto abschloss! :D So musste mitten in der Woche um 23 Uhr noch ein Land Cruiser-Fahrer mitsamt seinem kleinen Sohn aus dem knapp 50 Kilometer entfernten Zadar anrücken um unser Auto zu öffnen. Shit happens.

 

Bilder dieses Reiseabschnitts:

 

Paklenica-NationalparkPaklenica-NationalparkPaklenica-Nationalpark an der AdriaPaklenica-Nationalpark an der AdriaPaklenica-Nationalpark an der AdriaPaklenica-Nationalpark an der AdriaDer Weg zur BerghütteDer Weg zur BerghütteBlick ins TalBlick ins TalFelsen in der Sonne? Hier wurde es warmFelsen in der Sonne? Hier wurde es warmUnd hier erstUnd hier erstOben angekommenOben angekommenPaklenica NPPaklenica NPAutocamp MarkoAutocamp MarkoTraumautoTraumautoKroatienKroatienKroatienKroatienKroatienKroatienDubrovnic von obenDubrovnic von obenBucht von Kotor - MontenegroBucht von Kotor - MontenegroIn Montenegro ist kyrillisch angesagtIn Montenegro ist kyrillisch angesagt

 

Grenze Montenegro - Albanien:

Nachdem wir Zadar ( Kroatien ) und Podgorica ( Montenegro ) jeweils einen relativ kurzen Besuch abstatteten, ging die Reise weiter gen Albanien. Nach einer Kurve tauchte dann aus dem nichts der Grenzübergang auf. Deutsch und anständig wie wir sind stellten wir uns am Ende der Fahrzeugschlange an, mussten jedoch keine zehn Sekunden warten bis plötzlich der erste albanische Mercedes links an uns vorbeizug. An der gesamten LKW-Schlange des Grenzübergangs. Auf der Gegenspur. Über die durchgezogene Linie. :D Als ihm Sekunden danach die nächsten zwei Mercedes folgten taten wir es ihnen gleich, zogen an den LKWs vorbei und stellten uns hinter den Dreien in die neu eröffnete Schlange an der zweiten Schranke an. Es tauchte auch sofort ein Zöllner auf und ließ einen nach den anderen passieren.

 

Auf den knapp 100 Metern zwischen den Grenzposten der beiden Ländern dann wieder ein neues Bild. War die Straße vor dem Grenzübertritt noch perfekt in Schuss, ist dieses kleine Stück gesäumt von unzähligen Schlaglöchern. In beide Richtungen stauen sich die Fahrzeuge und auch wir finden uns erneut hinter LKWs wieder. Doch die albanischen Mercedes’ bleiben sich treu: Sie finden einen Weg sich zwischen den in Reihe stehenden LKWs hindurchzuschlängeln und wir folgen ihnen blind. Wenn die das dürfen, wieso nicht auch wir? Erst geht es links vorbei, doch als es dort zu eng wird findet sich eine Lücke um auf die rechte Seite der LKWs zu gelangen. Dort ist zwar nach deutschem Ermessen auch kein Platz, doch man kann ja auch einfach über den Bürgersteig fahren. :D Dass genau dort auch ein Zöllner steht, fällt uns jedoch erst auf, als wir ungefähr 2 Meter von ihm entfernt sind. Doch es passiert: Nichts. Business as usual.

Schon stehen wir an der nächsten Schranke und passieren diese nach einer kurzen Passkontrolle und der Frage, wo genau wir hinmöchten. Hallo Albanien!Und auch die Straße sieht wieder wie geleckt aus.

 

Theth Nationalpark:

Nachdem wir eine Nacht auf einem Campingplatz am Shkodrasee verbrachten und zwei Mal nach Shkodra fuhren, brachen wir endlich auf das selbst erkorene Highlight unserer Reise auf. Der Theth-Nationalpark ist relativ abgelegen und aufgrund der Beschaffenheit der Straße werden Taxifahrten mit Geländewagen dorthin angeboten. Wir jedoch blieben bei der Idee, den Weg mit dem Vectra zu bestreiten. Die ersten Kilometer haben einen durchschnittlichen Straßenzustand. Lediglich an zwei Stellen gab es große Schlaglöcher. Die erste Stelle natürlich hinter einer Kurve, die Zweite an einer Brücke, deren Stahlstreben bereits aus dem Beton kamen. Nach einem Drittel der Strecke passiert man schließlich ein Schild, auf dem unter anderem die EU-Flagge abgebildet ist und befährt von da an eine Straße in perfektem Zustand. Die Straße schraubt sich mehrere hundert Meter hoch und sieht aus wie erst gestern eröffnet. Absoluter Topzustand. Bis zu ihrem höchsten Punkt. :D Oben angekommen hat man noch die Gelegenheit auf einem geschottertem Platz anzuhalten und das Tal auf der anderen Seite dieser Bergkette zu bewundern, ehe man auf dem ab nun nur noch unbefestigtem Weg wieder Meter um Meter an Höhe abbaut. Laut Beschilderung sollten es nun noch knapp acht Kilometer bis ins Dorf Theth sein, doch reell waren es knapp zwölf Kilometer, für die wir geschlagene einundhalb Stunden benötigten. Die Straße war in miserablem Zustand, die Frontlippe setzte immer wieder auf und auch der Lack an den Seiten bekam beim Umfahren mancher Schlaglöcher durch Büsche am Straßenrand sein Fett weg. Ab und zu kam mal ein Geländewagen von hinten angeschossen, den wir vorbeiließen und nach dreißig Sekunden nicht mehr sahen und lustigerweise kam uns irgendwann auch ein Österreicher entgegen, hinter dem wir drei Tage vorher die kroatisch-bosnische Grenze überquert hatten. Er kommentierte beim Vorbeifahren nur kurz und trocken durch das offene Seitenfenster: “Mit dem Auto? Jo, wir schaffen das.” :D

 

Irgendwann liefen wir auch auf einen slowakischen T4 auf. Die Beifahrerin stieg aus, lief zu uns herüber und erkundigte sich, ob es noch einen anderen Weg nach Theth gäbe. Als wir erwiderten, dass der einzige Alternativweg nur mit allradgetriebenen Geländewägen zu befahren sei und nochmal deutlich länger ist, ließen sie uns vorbei und drehten um. :D Schade um den T4, der unter seinen Möglichkeiten blieb.

 

Auf etwa 900 Höhenmetern sahen wir endlich das erste Haus, doch wir fuhren weiter nach unten und passierten auch 500 Meter weiter das nächste Haus. Um zwei (!) Kurven später zurückzukehren. Ab hier war die Straße definitiv nicht mehr mit dem Vectra befahrbar und wir mussten das Schiff auf einem maximal 5 Meter breiten Stück ‘Straße’ wenden. Ansonsten hätte der Vectra angesichts der riesigen Schlaglöcher in der nächsten Kurve nicht nur mit der Frontlippe aufgesetzt.. Der Hauptteil der Siedlung lag noch knappe 200 Höhenmeter unter uns und so fuhren wir leicht enttäuscht zum zuletzt passierten Haus. Sofort kam ein Bewohner hinaus und stellte sich vor. Er war gebürtiger Thether, lebte zwischenzeitlich über 20 Jahre in den USA, kehrte dann jedoch zurück in die Heimat. Das Haus war eine Art Pension, die seine Schwägerin betrieb und auch die Möglichkeit dort zu Speisen wurde uns angeboten. Da er erkannte, dass wir Camper sind, bot er uns einen kostenlosen Stellplatz auf der Wiese unterhalb des Hauses an und erzählte uns sehr viel wissenswertes über Theth, den Nationalpark und die Region an sich. Es lässt sich so gut wie jeder Gipfel ringsherum besteigen und auch weitere naturbezogene Sehenswürdigkeiten wie das Blue Eye & die Wassermühlen von Nderlysa oder kulturelle wie zum Beispiel der Blutracheturm sind dort zu finden. Wir entschlossen uns für den nächsten Tag für eine leichte Wanderung zum Blue Eye, deren Eindrücke sich am besten in Bildern beschreiben lassen, die ihr am Ende des nächsten Absatzes findet.

 

Am dritten Tag brachen wir leider schon wieder auf, da es am nächsten Tag regnen sollte. Einerseits wandert es sich dabei nicht so schön, andererseits wollten wir mit dem Auto noch heile den Berg wieder hoch kommen. Die letzten zwanzig Minuten der Schotterstrecke haben wir dabei gefilmt und in diesem vierminütigem Video einige Eindrücke über das Treiben auf der Straße mit Schafen, der phänomenalen Aussicht und abgeschleppten Autos zusammengefasst. Schaut den Stoßdämpfern beim Arbeiten zu. :D

 

Und so ging die Reise wieder zurück nach Montenegro..

 

Bilder dieses Reiseabschnitts:

Shkodrasee - Blick vom Steg des CampingplatzesShkodrasee - Blick vom Steg des CampingplatzesStraße nach ThethStraße nach ThethStraße nach ThethStraße nach ThethEndlich am ersten Haus angekommenEndlich am ersten Haus angekommenPerfekter StraßenzustandPerfekter StraßenzustandDer Vectra musste leidenDer Vectra musste leidenDer Vectra musste leidenDer Vectra musste leidenDer Vectra musste leidenDer Vectra musste leidenUnser kostenloses CampUnser kostenloses CampUnser kostenloses CampUnser kostenloses Camprechts der Mt. Arapirechts der Mt. ArapiThethThethThethThethBei NderlysaBei NderlysaBei NderlysaBei NderlysaAbfluss des Blue EyeAbfluss des Blue EyeDer Wasserfall des Blue EyeDer Wasserfall des Blue EyeThethThethThethThethThethThethThethThethPerfekter StraßenzustandPerfekter StraßenzustandPerfekter StraßenzustandPerfekter StraßenzustandThethTheth

 

Durmitor Nationalpark:

Im Durmitor wollten wir nur eine kurze Wanderung machen und daher auch nur einen Tag bleiben. Dies stellte sich jedoch als sehr schade dar, denn der Durmitor Nationalpark packte uns. Von Osten kommend fährt man erst durch bewaldetes Gebiet, in dem man sich fühlt wie bei Jurassic Park. Nur die Dinosaurier haben gefehlt. Man folgt danach einem ziemlich wilden Fluss, teilweise durch einen Canyon und schließlich kommt man auf der Hochebene oberhalb der Baumgrenze an. Dort war es wunderschön. Wir brachen dort auf eine Wanderung zum Bobotov Kuk auf, doch nach etwa der Hälfte erschien uns der Weg zu weit und wir bestiegen einfach den nächstgelegenen Hügel. Nach einer dortigen Verschnaufpause kehrten wir schließlich querfeldein zum Auto zurück, was stellenweise gar nicht mal so einfach war.

 

Bilder dieses Reiseabschnitts:

Camping beim Durmitor NPCamping beim Durmitor NPWay to DurmitorWay to DurmitorDurmitor NPDurmitor NPDurmitor NPDurmitor NPDurmitor NPDurmitor NPDurmitor NPDurmitor NPDurmitor NPDurmitor NPDurmitor NPDurmitor NPInteressante Fels-FormationenInteressante Fels-FormationenPivsko JezeroPivsko JezeroPivsko JezeroPivsko JezeroPäuschenPäuschenPäuschenPäuschenWasch mich!Wasch mich!PäuschenPäuschenEine bosnische Campingplatz-HündinEine bosnische Campingplatz-Hündin

 

Mostar:

Ein weiterer Stopp war Mostar, dessen Alstadt sehr touristisch und von Souvenierläden überschüttet ist. Die Turmspringer, die erst gefühlte Ewigkeiten Geld einsammeln, um dann vollkommen unspektakulär eine Kerze in den Fluss zu springen runden das Bild ab. Interessant hingegen sind die unzähligen zerstörten Gebäude, die teilweise vollkommen alleine in ansonsten komplett wieder aufgebauten Straßenzügen stehen und teilweise sogar bewohnt scheinen. Nachts entwickelt sich zudem eine ganz eigene Dynamik in der Stadt, wenn plötzlich die Jugend herausgeputzt auf die Straße geht und es in der gesamten Stadt nur noch von ihnen wimmelt.

 

Bilder dieses Reiseabschnitts:

Wohnt da noch jemand?Wohnt da noch jemand?Stari Most - MostarStari Most - MostarWohnt da noch jemand?Wohnt da noch jemand?Auf dem Schild steht: GuesthouseAuf dem Schild steht: GuesthouseDas bosnische StraßenbildDas bosnische StraßenbildDas bosnische StraßenbildDas bosnische StraßenbildDas bosnische StraßenbildDas bosnische StraßenbildKravica WasserfälleKravica WasserfälleSomewhere in BosniaSomewhere in Bosnia

 

Fazit:

Wenn man diesen Roadtrip mit dem letztjährigen Norwegen-Roadtrip vergleicht, dann muss man als erstes wahrscheinlich die Kosten nennen. Wir schliefen bis auf die zwei Nächte in Theth jedes Mal auf einem Campingplatz; gingen insgesamt vier oder fünfmal essen; waren fast jeden Tag im Supermarkt oder auf dem Basar und lebten gefühlt wie die Könige. Trotzdem kamen in diesen knapp zwei Wochen für Maut, Sprit, Nahrungsmittel, Unterkunft etc nur 340€ pro Person zusammen. Ohne Sprit und Maut sind es pro Person sogar nur knapp 160€. Preis-Leistung: Top!

 

Im Vergleich zu Norwegen ist im Balkan natürlich nicht jede Ecke wunderschön. Die Region ist streckenweise ziemlich trocken, die schönsten Stellen findet man fast ausnahmslos in den vielen Nationalparks. In Theth fiel uns zudem auf, dass die Einheimischen ihren Müll im Fluss entsorgen. Es sind tatsächlich nicht die Touristen, sondern die Einheimischen! Deshalb sollte man auch nicht aus dem Fluss trinken.. Sehr schade. Der Müll liegt zumindest nicht soo offensichtlich rum, sondern meist versteckt. Ein richtiges Müllproblem hingegen hat Bosnien-Herzegowina. Ich bin nun schon einige Jahre auf dieser Erde, doch solch eine Schande habe ich noch nie mit meinen eigenen Augen gesehen. Die Landstraßen sind gesäumt von Müll und illegalen Müllhalden in Parkbuchten. Dort wird vom Haushaltsmüll bis zu ganzen Inneneinrichtungen offensichtlich alles weggeschmissen. Den Höhepunkt erreichte es dann auf unserer Rückfahrt durch das bosnische Hinterland. Wir hielten an einer Brücke, unter der ein kleiner Fluss in den großen Fluss mündete, der uns schon seit vielen Kilometer mal rechts, mal links begleitete. Der Platz neben dem Auto war bereits bosnisch durchschnittlich zugemüllt, doch der Blick in den Fluss schockierte. Der gesamte Uferhang war bedeckt von Müll und im Wasser lag ein abgestorbener Baum, der komplett mit Kunststoffmüll überzogen war. Während wir uns dort aufhielten konnten wir zudem beobachten, wie ein Bewohner eines Hauses am Fluss Plastikschnüre im Fluss entsorgte und auch als ein Traktor neben uns hielt, dem zwei Männer mit einer 1-Liter-Plastik-Bierflasche entstiegen wussten wir, wo wir die Plastikflasche in den nächsten Minuten landen würde. Und in der Tat: Die beiden verschwanden unten an der Mündung, tranken dort die Flasche aus und nach einiger Zeit hörten wir, wie sie die Flasche ins Wasser warfen. Unglaublich!

 

Um nun doch noch etwas Positives zu Bosnien zu schreiben: Wir konnten für 0,85€/Ltr Diesel tanken. :D Doch ein Paradies sieht leider anders aus. Sehr schade.

 

MüllMüllMüllMüllWieder zu HauseWieder zu HauseWieder zu HauseWieder zu Hause

 

Insgesamt hat sich der Roadtrip jedoch gelohnt und bedarf wie schon Norwegen einer Wiederholung. Theth und der Durmitor werden mich definitiv nochmal wiedersehen und der Triglav mittelfristig sicher auch mal. Zudem waren wir viel zu kurz in Albanien. Die Herzlichkeit die wir dort überall empfangen durften machten Lust auf mehr und auch die Kultur und Landschaft an sich sind sehr interessant.

 

Wie angekündigt geht dieser Artikel nicht so sehr in die Tiefe. Wenn ihr daher zu einzelnen Orten oder dem Roadtrip als Ganzes noch Fragen habt, dann geniert euch nicht diese zu stellen oder erzählt von euren eigenen Reisen aus dem Balkan. Ich freue mich über eure Antworten!

 

Danke und bis dann..

Hakuna Matata

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20.11.2016 03:33    |    Sitzheitzung

Sehr schöner Bericht! :)


20.11.2016 11:44    |    PIPD black

Vielen Dank für den tollen kurzen Bericht.

Hätte ich so (Land und Leute) gar nicht erwartet.


20.11.2016 22:54    |    motorina

Kurzer Bericht? Nun ja, ist doch eine Menge an Infos.

... und erst die schönen Landschaftsaufnahmen! Toll!! Wieder ein sehr gelunger Bericht über eine Auslandsreise (wie der Norwegen-Bericht).

 

Die Lkw-Schlangen an den Grenzen kennt "man" anscheinend nicht mehr seit der EU-Erweiterung - war früher ganz normal, da fuhr man mit dem Pkw einfach immer dran vorbei.

 

Bei mir werden bei dem Bericht wieder Erinnerungen wach:

- Autoput Ende der 70er und Mitte der 80er Jahre ("wildes" Campen unter Bäumen in YU, da die Saison Ende August schon vorüber war);

- oder über Ochrid und Bitola nach Griechenland (Ioannina), nächtens entlang der albanischen Grenze (ziemlich nahe, zeitweise sahen wir die albanischen Militärpatrouillen);

- Bosnien zur Jahrtausendwende (alle 3 Monate);

- Montenegro mit einem Hilskonvoi zu Weihnachten ...

 

Zu erzählen gäbe es einiges, würde aber den Rahmen hier sprengen...

 

Jedenfalls wieder ein lesenswerter Bericht, @Hakuna Matata!


21.11.2016 09:31    |    PIPD black

Kurz im Vergleich zur mehrteiligen Doku über den Norwegen-Trip.;)


21.11.2016 11:06    |    djcroatia

schöner Berricht über mein Land (Kroatien ;-) )


21.11.2016 11:34    |    Hakuna Matata

Danke euch! :)

 

@PIPD black Deshalb probiere ich es gerne Neues aus. Gerade nach Albanien kommen ( noch ) nicht viele Touristen, dadurch verpasst man meiner Meinung nach jedoch auch viel. Land und Leute sind wirklich sehr gastfeundlich. Und die Globalisierung scheint auch noch nicht so ganz angekommen zu sein. Wir sind kaum Leuten begegnet, die Englisch sprechen können. Man musste sich größtenteils mit Händen und Füßen verständigen. Das kennt man aus den meisten Ländern Europas gar nicht mehr.

 

@motorina Kurz ist natürlich immer relativ. Wie PIPD black schon schrieb: Im Vergleich zur Norwegen-Reihe ist das durchaus kurz. ;)

Die LKW-Reihen gibt es ja auch an zB der slowenisch-kroatischen Grenze. Dort ist es aber auch alles ausgeschildert. Hier die LKWs, dort die Busse und daneben die PKW-Reihen. Wenn man immer nur solche Grenzübergänge gesehen hat, dann sind die im Artikel erwähnten Grenzübergange schon ein Erlebnis. Da zählt nicht dieser "EU-ich-halte-mich-an-alle-Vorschriften-und-will-ja-nicht-auffallen-Gedanke" :D

An die Grenzübertritte in meiner Kindheit kann ich mich nur wage errinnern.

 

Du hast natürlich auch schon vieles erlebt. Heute fährt man über quasi offene Grenzen bis an die montenegrische Grenze. Damals sah das alles ganz anders aus. Für die Pauschaltouristen natürlich super; ich finde es ehrlich gesagt sogar ein wenig schade. Da geht einiges an Abenteuer und möglichen Erlebnissen verloren.


21.11.2016 12:09    |    motorina

Ja, irgendwie war das früher etwas mehr Abenteuer - auch an den Grenzen.

In meinem Pkw hatte ich immer einiges an Notfall-Utensilien dabei: Draht, Blechstreifen, Klebebänder, Auspuff Reparaturmaterial usw.

 

Da fällt mir gerade ein Erlebnis ein:

Bei meinen Bosnien-Touren blieb ich auf der Autobahn liegen: Wasserschlauch am Anschlussstutzen aufgerissen/geplatzt, Reparaturversuche (zum Glück war neben der Strasse ein kleiner Bach, da konnte ich Wasser schöpfen), aber mein wenig vorhandenes "Dicht- und Klebematerial" hielt bei einem Probelauf dem Wasserdruck und der -temparatur nicht stand. Da schaffe ich restlichen 300km in der sommerlichen Hitze mit dem vollgepackten alten Golf Diesel nicht mehr ... und das alles an einem Samstag Nachmittag.

Die 13-jährige Tochter unserer Bekannten sah gespannt bei meinen erfolglosen Reparaturversuchen zu und flüstert dann etwas zu ihrer Mutter ins Ohr - ihren Lösungsversuch: "Mama, ich habe da Tampons eingepackt; vielleicht geht´s mit denen besser."

Wir drei Erwachsenen staunten alle nicht schlecht über die Idee des Teenies ... und siehe da: Das Problem war vorläufig gelöst, wenn auch auf etwas sehr ungewöhnlicher Art+Weise.


21.11.2016 21:14    |    flo-95

Wow, tolle Bilder und mal wieder ein schöner Bericht. Wir haben ja vor einer Weile schon mal in WhatsApp darüber geschrieben, aber mit den Bildern wirkt es gleich nochmal viel schöner. Ich wollte ja sowieso schon in die Region da unten, nächstes Jahr kommt aber wahrscheinlich erst mal Rumänien. :)


21.11.2016 21:39    |    Goify

Danke für den tollen Bericht. Da ich im Sommer nächstes Jahr Serbien bereisen möchte, überlege ich gerade, ob ich den restlichen Balkan mit dran hänge und den Urlaub verlängere. Man kann ja mal drei Wochen am Stück machen.


21.11.2016 23:23    |    fettboy

nur zu koregirung stadt mostar ist nicht in bosnien und die andere bilder auch nicht zum info wileicht zum nechstes mall kann leben kosten ;)


22.11.2016 00:26    |    Hakuna Matata

Da sagst du etwas: Auch durch die heutigen Fahrzeuge geht ein wenig Abenteuer verloren. Die laufen und laufen. :D @motorina Und danke für deine Geschichte.

 

@flo-95 Rumänien muss auch toll sein. Ich freue mich schon auf deine Berichte ;P

 

@Goify Wenn du die Möglichkeit hast, dann würde ich das wirklich nutzen. Jeder weitere Tag bietet mehr Einblick in eine wirklich schöne Region, die meiner Meinung nach noch unterschätzt ist und über die viele unnötige Vorurteile kursieren.

 

@fettboy Ich habe nirgends geschrieben, in welchem Land sich Mostar befindet. Außerdem hast du richtig festgestellt, dass die anderen Bilder auch nicht alle in Bosnien entstanden sind. Wir waren bekanntlich in Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Albanien. ;)


22.11.2016 07:38    |    PIPD black

Zitat:

kann leben kosten

Dazu würde ich an dieser Stelle jetzt gerne mehr lesen.

Wieso? Weshalb? Warum?


22.11.2016 07:48    |    Goify

Ist doch alles Jugoslawien. ;)


22.11.2016 14:48    |    aero84

Eben deshalb.

 

Ich war vor laaaaanger Zeit mal 6 Monate beruflich in BiH und bin dann regelmäßig zwischen Sarajevo und Mostar gependelt.

War ne schöne Zeit... ich hab mir damals geschworen, daß ich irgendwann mal als Tourist zurückkomme. Sollte ich vielleicht mal langsam anfangen, das umzusetzen...


22.11.2016 14:51    |    Max 0763

Ich kann nur positives über Slowenien (mit dem Motorrad bereist, ist zT wie ein kleines Kanada...) berichten, alles sauber, freundliche Leute...auch Kroatien (hier Istrien) hat mir sehr gefallen. Traurig, dass es in BiH offenbar ganz anders ist, da leben wohl überwiegend Menschen, denen ihre Heimat ziemlich egal ist, denn sonst würden sie ihr eigenes Land nicht so zu müllen, lässt tief blicken, was die Einstellung angeht....


22.11.2016 17:01    |    motorina

"@flo-95 Rumänien muss auch toll sein":

Rumänien ist ganz sicher ein landschaftlich schönes Land! Heuer war ich mal wieder drei Wochen dort und durfte abseits der Hauptstrassen in den Bergen und Wäldern die Landschaft geniessen (ein Freund zeigte mir Gegenden, die ich bisher noch nicht kannte) - immer noch ein armes Land, auch wenn sich die letzten 10-15 Jahren sehr viel geändert hat.

 

... und wer noch mehr über Albanien erfahren, kann hier ein bisschen was nachlesen:

http://web.de/magazine/reise/albanien/ (ich hoffe, der Link funktioniert).

 

Grüsse, motorina.


22.11.2016 18:42    |    PIPD black

Zu Rumänien hatte @andyrx zuletzt einen interessanten Reisebericht. Dort hieß es: NUR MIT SCOUT!

http://www.motor-talk.de/.../...ien-im-97er-kia-sportage-t5729433.html


22.11.2016 18:55    |    Goify

Und wieso mit Scout? ;)

BTW: Das Bild wurde in Rumänien aufgenommen.


22.11.2016 20:56    |    motorina

Wenn du in entlegenen Bergregionen wie in den Nordost-Karpaten Allrad-Wege fahren willst, dann ist ein Einheimischer unbedingt angeraten, sonst verlierst du dich in den Wäldern. ... und ein paar Brocken Rumänisch sind auch nicht verkehrt. So gastfreundlich die Leute auch sind, aber abseits aller Wege kommt dir auch mal Mißtrauen entgegen - vor allem, wenn du dich nicht verständigen kannst. Selbst mir war´s mal etwas mulmig, als ich von Predial über die Berge nach Aninoasa gefahren bin (für einen Lkw eine Abkürzung!); im ganzen Dorf gab´s nur ein einziges Auto: einen kleinen, alten, klapprigen Ducato-Bus ... und die Leute auf der Strasse starrten mit mich fragendem Blick an, was ich hier wohl wollte (das war vor etwa 12 Jahren).

Ich muss mal ein paar Bilder von heuer rauskramen (??) ...


23.11.2016 07:49    |    Goify

So geht es dort also zu. Und ich fühlte mich schon kurzzeitig in Tschechien verloren, da ich mal wieder auf meiner Nord-Süd-Route (Dresden-Passau) unterwegs war, die ich mir mit Google.Maps zusammengebaut hatte. Fährt man da von seinem ausgedruckten Kästchen herunter und hat keine Karte dabei, steht man einfach mitten im Grünen und keiner kann dir auf Deutsch oder Englisch weiterhelfen. Am Ende half nur die Sonne, da es mittags war und ich nach Süden wollte.

 

Für die Slowakei lerne ich gerade ein paar Begriffe Slowakisch. Kann nie schaden.

 

Dovidenia.


23.11.2016 11:10    |    Taxidiesel

Sehr schön. Der Balkan ist auch jenseits von Kroatien ein völlig unterschätztes Urlaubsziel.

 

Habe vor ein paar Jahren einen Trip von NRW nach Istanbul gemacht, hin über A, HU, RO und BG, zurück via GR, FYROM, AL, MNE, BiH (dieser kleine Zipfel), HR, SLO und A (glaube ich).

 

Besonders begeistert war ich von FYROM, der Ohrid-See an der Grenze zu AL ist sehr schön und das Klima ist angenehm. Kann auch einen netten Campingplatz empfehlen. In AL war ich leider nicht über Nacht, aber das Fahren über die Berge war ... anregend :)

 

In RO war ich schon unzählige Male, zuletzt in der vergangenen Woche. Einfach ein freundliches Land mit toller Landschaft. Beim wild campen vor ein paar Jahren kam die Polizei und fuhr nach der Ausweiskontrolle wieder mit dem Vermerk, dass wir nichts unordentlich machen sollen. Einen Guide braucht man zumindest auf dem öffentlichen Straßennetz nicht. Da tut es heute auch eine Auslandsdatenflät mit Google Maps. Vorsicht bei Landkarten, kleine Straßen im Gebirge können schnell eine Herausforderung für Mensch und Material, insbesondere die tiefste Stelle am Fzg., werden. Generell kann ist wohl das gefährlichste der rumänische Fahrstil auf Landstraßen, also stets mit Gegenverkehr durch Überholer rechnen ;)


23.11.2016 12:57    |    muegon

Kriminell sind in Rumänien besonders die Bahnübergänge. Wer da nicht aufpasst und entsprechend langsam fährt provoziert mit Sicherheit Schäden an seinem Auto. Wir waren 2013 mit dem Womo von Österreich über Ungarn, Rumänien nach Bulgarien unterwegs und haben hinterher noch die Türkei besucht. Rumänien hat uns auch beeindruckt. Eine Kroatien und Albanien-Tour haben wir 2014 gemacht, waren aber wegen Schaden am Auto viel zu kurz in Montenegro und Albanien. Muss nochmal wiederholt werden.

Auf jeden Fall eins schöner und informativer Bericht. Hakuna Matata.


23.11.2016 15:33    |    Taxidiesel

Stimmt, die Bahnübergänge sind vor allem in der Regel unbeschrankt und unbeampelt. Man sollte tunlichst schauen und im Schritttempo drüber rumpeln.

 

In Albanien hat mich der Fahrzeugbestand sehr erfreut. Ich war damals mit einem W201 dort, es war bei weitem nicht der einzige. Vielleicht hätte ich den da mal durchreparieren lassen sollen, dann hätte ich ihn heute noch.


24.11.2016 09:28    |    Bert1956

Alter Verwalter...

Ich habe noch so Einiges auf meiner Agenda bevor ich ins Grab steige, aber mit dem Auto nach Albanien?

Nee, da käm ich nie drauf. Dazu bin ich wohl schon zu alt und nicht Masochist genug;)


24.11.2016 11:33    |    pico24229

Sehr interessant! :)


24.11.2016 12:55    |    Taxidiesel

@Bert1956: Je nach dem, wo in D du wohnst, ist das gar nicht so weit. Und die Küstenstraße an der Adria entlang könnte vom Autodach gefilmt werden und nachts auf der ARD anstelle der "schönsten Bahnstrecken Europas" gezeigt werden.

 

Ich würde allerdings nicht unbedingt mit einem Neuwagen von 50.000 Euro und mehr dort hin. Selbst bei einem unverschuldeten Kratzer im Straßenverkehr liefe man wohl lange seinem Geld hinterher.


24.11.2016 19:49    |    go_modem_go

Schöner Bericht!

 

Ich habe so ähnliche Balkan- und Osteuropatouren auch schon mehrfach gemacht - allerdings immer auf dem Motorrad, und meistens länger.

 

Dieses Jahr sogar schon zwei Mal, zuerst im Mai für 4 Wochen:

 

DE - AT- Slowenien - Kroatien - Bosnien-Herzegowina - Montenegro - Albanien - Griechenland und zurück, ca. 5000km

 

sowie im Juli / August für 5 Wochen:

 

DE - AT - Tschechien - Slowakei - Polen - Ukraine - Rumänien - Serbien - Montenegro - Bosnien-Herzegowina - Kroatien - Slowenien - AT - DE, ca. 8500km

 

Slowenien ist der Kracher für Motorradfahrer, aber eigentlich wie ein kleines Österreich ohne Radarblitzer (auch von den Preisen her nicht wirklich günstig, dafür Top Standard!). Weiterer Vorteil Slowenien: Die sprechen oft das besser verständlichere Deutsch als die Ösis! :D

 

Montenegro ist vom Mix an grandiosen Hochbegirgs- & Mittelmehrlandschaften, super ausgebauten Straßen und netten Leuten her mein Lieblingsland auf dem Balkan! Nur nicht im Hochsommer an der Küste bei Budva/Kotor: Ist dann total Überlaufen und voll mit Russischen und Italienischen Deppentouris (wie Kroatien, die Küste vermeide ich IMMER - Kroatien ist eigentlich nur Transitland für mich, 100km von Slowenien über Karlovac nach Bihac/Bosnien, ich fahre sonst immer über Bosnien und Herzegowina Richtung Süden. Nur ab und zu von Bosnien oder der Herzegowina aus 20km in die Dalmatinischen Berge reicht vollkommen aus... ;)

 

BiH, dort vor allem Bosnien, gehört auch zu meinen Lieblingszielen - z.T. Atemberaubend leere Landschaften (z.B. das Livno Polje Tal in der Herzegowina, ich nenne es das "Tal des Todes"), ultragünstig (nur Albanien & Ukraine sind z.T. billiger!), freundliche Leute fast überall in Bosnien, und das Beste: Die haben noch die DM (wirklich - Konvertible Mark, Preise wie vor 20 Jahren, Umtauschkurs wie DM zu Euro). Irgendwie auch Abenteuerlicher und Interessanter als Küsten-Kroatien, meiner Meinung nach...

 

Einschränkung: Nur in der BiH-Teilrepublik Srpska kamen wir als West-Touri anscheinend nicht so toll an, nach 4 Reisen dorthin in die verschiedensten Ecken habe ich aufgegeben mich zu bemühen: Ist oft so wie bei uns in der übelst heruntergekommenen Pegida-Ostzone, nur weit schlimmer... (deprimierend kaputte & entvölkerte Städte, vermüllte Landschaften, mißmutige arbeitslose Jungs und tendenziell eher miese Stimmung in der Serbischen Ecke von BiH)...

 

Die Große Ausnahme in Srpska war für uns mehrfach das superschöne & freundliche Städtchen Trebinje in der hinteren Serbischen Ecke der Herzegowina, im mediterran wirkendem Weinbau & Obsttal direkt über den Pass von Montenegro bzw. nördlich Dubrovnik/HR -> sehr zu empfehlen!

 

In Albanien und im Kosovo lernt man GARANTIERT immer Leute kennen, und wird permanent zum Trinken & Essen eingeladen - nicht wenige können sehr gutes Deutsch, und sind stolz es anzuwenden - OHNE finanziell etwas von dir zu wollen (die Meisten der mich einladenden hatten sowieso weit mehr Kohle als ich...)

 

Kosovo ist eher Jugoslawisch geprägt, d.H. hat irgendwie nicht ganz so einen "Orientalischen" Flair wie Zentralalbanien. Man wird garantiert interessante Dinge sehen - und wenn man die Richtigen Leute kennenlernt, gibt es kaum einen sicheren Ort (kein Scherz!)

 

Albaner und (ex-Yugo-)Kosovo-Albaner im eigenem Land finde ich generell super Gastfreundlich! Ultra günstige Hotels & Übernachtungsmöglichkeiten in Albanien, bloss nicht ins Zelt - für unter einen Zwanni bekommt man 3-Zimmer Luxussuite direkt am Strand, inkl. Private Security Guard der nebem dem Fahrzeug nächtigt!

 

Strassenzustände im Albanischem Hinterland, speziell in den Bergen, können allerdings sehr abenteuerlich werden, und selbst die Autobahn kann nicht nur sporadisch mit Fußgängern, Fahrradfahrern und wackelnden Eselsfuhrwerken gespickt sein - Auf der Linken Spur heizen manche trotzdem mit 160km/h krass vorbei...

 

In Albanien also flexibel fahren, am Besten für Langstrecken immer einen Mafia-Range Rover / Toyota Landcruiser V8 in Dunkelschwarz vorfahren lassen: Wenn man dem hinterherkommt (schwierig), fegt der einem bequem die Gasse frei! :D

 

Die kaum ausgeschilderte und versteckt liegende Steilküstenstrasse in Südalbanien von Vlora nach Saranda (Richtung Griechenland) ist der absolute Kracher - eine der schönsten Steilküstenkurvenstrecken der Welt, sogar in sehr gutem Zustand (und das sage ich, der schon die Great Ocean Road ins Australien, die Corniche in Südfrankreich, Küstenstrecke im Baskenland und die Küstenstrassen der Cinque Terre in Italien mehrfach abgefahren bin!). Findet nur keiner, weil alle mit Navi der üblen staugeplagten LKW-Transit-Hauptstrasse im Inland nachfahren... :D

 

In Rumänien bin ich auch in der hinterletzten Hochkarpaten-Forstweg-Pässe ohne Scout Offroad gefahren - absolut kein Problem, wer Französisch, Spanisch oder Italienisch spricht, kommt nach kurzer Zeit auch mit rudimentärem Rumänisch klar. Die geschlossenen Forstcommunities in den "Bärenwäldern" leben zwar tatsächlich etwas arg zurückgezogen und reagieren teils stark verwundert, u.U. auch skeptisch dem Offroadbiker gegenüber, aber nie unfreundlich oder gar feindlich gesinnt!

 

Die Super-Serpentinenpässe in den Südkarpaten (Trasfogarische Hochstrasse & Transalpina) sind im Sommer leider hoffnungslos überlaufen und z.T. mit ausgemachten Idioten befahren... Ich habe die Passtouren ob der Massen und dem dort oft herrschendem schlechtem Wetter abgebrochen - es gab weit interessantere Ecken im Hinterland & den vielen tollen Kleinstädten in Transilvanien/Siebenbürgen, der Walachei und der Moldauregion!

 

Keine dieser Reiseziele ist was für Masochisten - da erlebt man immer was positives, und lernt beinahe täglich tolle Leute kennen! Und zu Alt ist man nie dafür, ich gehe auch schon auf die 50 zu...

 

Ist mir 1000x lieber als die langweiligen Tourihochburgen für Pauschalurlauber - die sind der HORROR und geplante Abzocke, was mir in Albanien und dem nicht-Touristischem Balkan z.B. nie passiert ist (Im Gegenteil, bei einer Panne mit Motortotalschaden an meiner KTM wurde ich z.B. im Kosovo schon mal für 2 Tage von freundlichen Locals mit Haus & Verköstigung beherbergt, und sämtlichen Freunden & Familie vorgestellt - mitsamt großer Feier mit Musikband!. Dazu noch während dieser Tage von mehreren Bekannten meiner Gastfamilie kostenlos quer durch die komplette Kosovo-Pampa chauffiert worden, um mit Werkstatt, Transporteur, etc. meine Rückreise zu organisieren!

 

Sowas gibt es in Spanien, Frankreich & Italien garantiert nicht mehr - erst recht nicht in Deutschland... ;)

 

Also weiter so, mit dem Opel auf den Balkan - finde ich toll!


24.11.2016 22:11    |    go_modem_go

Zitat:

Alter Verwalter...

 

Ich habe noch so Einiges auf meiner Agenda bevor ich ins Grab steige, aber mit dem Auto nach Albanien?

 

Nee, da käm ich nie drauf. Dazu bin ich wohl schon zu alt und nicht Masochist genug

Da empfehle ich dir zur Kurierung der Vorsichtigen Einstellung folgendes Urlaubsziel im Serbischen Ostteil von Bosnien-Herzegowina, vollkommen menschenleere Gegend, an einem Stausee an der wilden Gebirgsgrenze zu Montenegro gelegen:

 

Das kleine verlassene Örtchen "Panik" :D

 

https://abload.de/img/panik-bih_20160816mfua4.jpg

 

Als ich im August dort durchkam, brannte die ganze Landschaft (im wahrstem Sinne des Wortes, Buschfeier auch über die Strasse hinweg, über mehrere km). Hat niemanden gestört, ein einsamer Feuerwehrmann aus Panik schaute ganz lässig zu - die haben da die Ruhe weg! :D



25.11.2016 13:46    |    Hakuna Matata

Wow, erstmal danke für die Resonanz auf den Artikel und die vielen kleinen Erfahrungen! :)

 

@motorina Sehr schön. In dem Artikel wird auch auf den Theth Nationalpark eingegangen, auch wenn nur 'albanische Berge' genannt. :D

 

@Goify Auf dem Rückweg nach Deutschland dachten wir uns auf dem kleinen Stück Kroatien zwischen BiH und AT, dass wir ja auch über Ungarn zurückfahren können. Ist zwar ein Umweg, aber hey, dann waren wir auch noch in Ungarn. :D Es war zwar Nacht, sodass wir absolut nichts von der Landschaft sehen konnten und unsere Straßenkarte endete 10km nach der kroatisch-ungarischen Grenze, aber irgendwie kamen wir dann doch noch nach ein paar Stunden ohne Nutzung der Autobahn in Österreich an. Vom Ungarn-'Aufenthalt' blieb uns nur eine kurze Pause irgendwo in der Pampa zwischen Feldern und Wäldern. Auto auf einen Feldweg gestellt, Tagfahrlicht an, Campingstühle ins Licht gestellt: Das Mahl kann beginnen. :D

 

@Taxidiesel Fahrstilmäßig fiel uns auf unserer Reise Montenegro auf. Hinter jeder Kurve durfte man überholende Autos im Gegenverkehr erwarten. Es wurde einfach überall überholt und das in Kombination mit dem hügeligen Land ergo vielen Kurven ist irgendwann nur noch anstrengend. Die brenzligste Szene hatten wir dann auch in Montenegro: Wir wollten eigentlich nach Kotor, doch einige Kilometer vor der Ortschaft mussten wir umdrehen und einen großen Umweg nehmen, da die Straße gerade aufgrund eines Unfalls voll gesperrt wurde. Auf dem Umweg dann folgende Situation. Wir fahren in einer langgezogenen Linkskurve einen Hügel hinab. Uns kommt ein Sattelzug entgegen, dem 2-3 Autos folgen. Doch kurz bevor wir auf Höhe des LKWs ankommen sehen wir im letzten Moment ein Motorrad, dass den LKW in der Kurve auf der kurvenäußeren ergo unserer Straßenseite überholt. Das ist nur aufgrund schneller Reaktion und schmalem Bankett gut ausgegangen..

Zum Fahrzeugbestand: In BiH und Montenegro ist der Golf 2 wohl das meistvorkommende Fahrzeug. Die Tendenz geht da aber gefühlt auch langsam zu neueren Fahrzeugen. In Albanien hingegen ist Mercedes-Land. Gerade ältere Modelle wie der 190er oder der W124 sind unglaublich weit verbreitet. Manchmal hat man das Gefühl, dass jeder jemals exportierte in Albanien gelandet ist. Und sie werden dort für alles genutzt: Als Privatwagen, als Taxi oder auch als Fahrschulauto. Das modernste Fahrschulauto, dass wir in Albanien gesehen haben war in der Tat ein 190er.

 

@Bert1956 Dann verpasst du was. ;) Die Vorurteile, die man vielleicht hat und die leider noch ziemlich weit verbreitet sind kann man eigentlich getrost in der Schublade lassen.

 

@go_modem_go Danke für den ausführlichen Bericht. Das erinnert mich an einen deutschen Motorradfahrer, den wir auf einem bosnischen Campingplatz trafen. Er war bereits mehrere Monate alleine unterwegs und hatte auf seiner Reise bereits Portugal, Spanien, Frankreich, Italien gesehen. Nun sollte es weiter bis nach Griechenland gehen und dann über BG & RO zurück Richtung Deutschland.

In Albanien hatten wir wirklich das Gefühl, nicht über den Tisch gezogen zu werden. Es gab nur eine einzige Situation, bei der ein Honigverkäufer seine Chance erkannte und uns den Honig zu teuer verkauft hat. Das war aber einerseits kein über den Tisch ziehen, sondern eher das typische Basar-Verhandeln, bei dem wir einfach keine Erfahrung hatten und am Ende waren es umgerechnet eh nur knapp 50 Cent mehr. Für uns ist das nichts, für Albanien offenbar schon eine ganze Menge. Auch beim Obstkauf an der Straße haben wir großzügig auf den vollen Hunderter aufgerundet ( 1 Euro sind um die 135 Lek ) und haben dem Jungen damit umgerechnet 'nur' 50 Cent Trinkgeld gegeben. Ihr hättet aber mal sehen sollen, wie glücklich er da geschaut hat. Wenn man bedenkt, dass eine 5kg-Wassermelone insgesamt schon nur 40 Cent kostet. Das sind absolut andere Lebenserhaltungskosten dort unten.


26.11.2016 12:35    |    Rockport1911

Schöner Roadtrip und sehr interessante Kommentare hier. Top, besonders von @go_modem_go

 

Schade das der Vectra so leiden musste, die Straßenverhältnisse verlangen wohl doch nach etwas mehr Bodenfreiheit :)

 

Ich würde mir bei einer solchen Reise auch Gedanken um meine Sicherheit im Straßenverkehr machen, blindes Rasen und wildes überholen ist man als Deutscher nicht sofort gewöhnt :), ein Wegwerfauto wäre hier auch von Vorteil. Oder mal bei Sixt schauen welche Mietwagen man weltweit entführen und entwerten darf...

 

Das Müllproblem ist noch so eine Plage die dem mülltrennenden Deutschen sauer aufstößt, unglaublich wie viele schöne Landstriche rund ums Mittelmeer und auch in vielen Urlaubsregionen deratig verschandelt werden. Und keiner kümmert sich drum oder sieht seine Landschaft als schönes kapital an das es zu schützen gilt...


26.11.2016 14:22    |    go_modem_go

Zitat:

Ich würde mir bei einer solchen Reise auch Gedanken um meine Sicherheit im Straßenverkehr machen, blindes Rasen und wildes überholen ist man als Deutscher nicht sofort gewöhnt :), ein Wegwerfauto wäre hier auch von Vorteil.

Ich empfinde die Rückkehr nach Deutschland auf den vollen Autobahn mit aggressiv fahrenden Linke-Spur Idioten und extremen Geschwindigkeitsunterschieden viel gefährlicher als die jede Nebenstraße auf dem Balkan.

 

Was jedoch gefährlich ist, und was ich grundsätzlich versuche im Urlaub auf dem Balkan, Polen, Rumänien, Ukraine etc zu meiden:

 

ehem. Zweispurige Yugo-Autoputs bzw. die Hauptverkehrsverbindungen / Magistralen mit LKW- und Langstreckenbussen.

 

Das wären z.B. die im Sommer mit Wohnwagen-Touris verseuchte Küstenmagistrale und alle Mautssparstrecken in Kroatien, die Verbindung Podgorica-Belgrad in Montenegro & Serbien, und einige viel befahrene Magistralen z.B. Sarajevo-Mostar / BiH.

 

Also alles was keine Autobahn ist, aber deren Funktion übernimmt: Gefährlich. Am Besten mit etwas Abstand immer einem Überlandbussen hinterher fahren - an dem kann dann alles zerschellen. Außerdem sind diese Strecken quasi die Haupteinkommensquelle für diverse Polizeieinheiten, besonders schlimm ist es auf den 4km durch Bosnien in Neum an der kroatischen Küstenmagistrale Zadar - Split - Dubrovnik:

 

Die lokalen Neum-Bullen warten nur darauf das ein Deppentouri über die durchgezogenen Linie in die einizige Tankstelle gegenüber fährt - und wollen dann abzocken. Sie wollten für uns beide €100, ließen uns aber nach extrem harten Verhandeln, und gefakten Telefonaten an die (imaginäre.... ;)) Deutsche Botschaft aber laufen.... Die meisten Zahlen aber!

 

- Albanien ist in Hinsicht auf Verkehr schon etwas arg speziell - gerade auf den z.T. super gut ausgebauten 4-Spurigen Autobahnen ist es meiner Meinung nach weit gefährlicher als auf Schlagloch-Nebenstrecken! Hauptstadt-/ "Chef"-Albaner in den typischen dicken Autos lassen sich grundsätzlich nicht überholen, man sollte es gar nicht versuchen, sonst wird es extrem gefährlich. Ich habe da Sachen erlebt, die es so noch nicht einmal in Videospielen geben würde!

 

- Polen: Auch hier wird auf den Hauptstrecken ziemlich aggressiv gefahren und überholt - ganz im Gegensatz zu Tschechien & Slowakei, wo sehr zivilisiert gefahren wird, weit besser als in DE. Der Unterschied ist wirklich extrem! Die Polen sind gefühlt auf Überlandstrassen 10x asozialer unterwegs als die "Tchechoslowaken", irgendwie haben die Polen ein "Renn-Gen", und wollen auf Teufel komm raus Motorradfahrer versägen... Auch mit lahmen Kisten - was denen sogar manchmal gelingt! :eek: Auf Neben- / Landstrassen mit Regionalverkehr weit weniger schlimm.

 

- Ukraine: Auf dem Land und auch mal MITTEN IN DER CITY tauchen unerwartet Schlaglöcher so groß das ein Auto verschwindet auf. Asphalt kann Meterhohe Wellen an den Seiten werfen.

 

Fast alle fahren zwar sehr langsam, können einem aber jederzeit unverhofft aus dem Gegenverkehr im Slalom direkt vor die Schnauze fahren! :eek:

 

- Rumänien: Ich finde die fahren alle sehr relaxt, die EU hat viel in die Strassen investiert, aber Hauptverkehrstrassen sind als Touri trotzdem zu meiden: Einfach zu viel Verkehr, und sehr dichtes Netz an Radarkontrollen! Nehmt einfach mehr Zeit mit Leute!

 

Auf den Nebenstrecken fährt es sich 100x entspannter, z.T. viel schönere Strecken und meiner Meinung nach sogar weniger gefährlich als z.T. in Deutschland! Auf die vielen Pferdefuhrwerke auf dem Land sind erstaunlich diszipliniert unterwegs. Vorsicht aber vor unverhofft aus den Feldern einbiegenden Pferdekutschen und Traktoren - das gilt aber eigentlich überall, auch in DE (ok, wir haben weniger Pferdefuhrwerke...)!

 

Den Balkan erkunde ich zu 80% auf Nebenstrassen und kleineren Landstrassen - keine oder kaum Bullerei, nettere Dörfer, langsame Fahrer, alles meistens total relaxt und sicher. Man muß sich einfach mal die Muse nehmen, ein Land mit max. 60-80km/h zu erkunden!

 

Fahrzeugwahl:

 

Als Ideal-Auto mit viel Vor-Ort Support würde ich für ein längeres Balkan- oder Osteuropa-Abenteuer folgende Autos empfehlen:

 

- Ex-Yugo Pampatouren (z.B. BiH, Serbien, Montenegro, Mazedonien): VW Golf II: The N°1, mit weitem Abstand!, evtl auch Uralt-Passat B2, Audi 80, Audi 100, VW Bus T3 / T4, Benz W124, aber immer als Diesel!

 

- Albanien: alte Mercedes Saugdiesel und sonst nichts anderes (190er, W123, W124, Bremer Transporter T1 207D)

 

- Pampatouren in Tchechien & Slowakei: Skoda Favorit Forman / Skoda Felicia Combi

 

- Rumänien: älterer "Neuzeit"-Dacia (Logan MCV I Kombi, Logan Limo, Duster), oder für Karpaten-Offroadfahrer Lada Niva bzw. ein alter Nissan Patrol / Mitsubishi Pajero / Hyundai Galloper. Land Rover Defender zwar toll, aber viel zu teuer.

 

- Ukraine: Lada 1500 Shiguli, Lada Niva, Opel Kadett E (Daewoo Nexia), Mercedes Sprinter. Die Locals im Oblast Transkarpatia fahren in der Pampa aber lieber ausgemusterte Sowjetische Transportpanzer und in wirklich jedem Dorf findet man dutzende, riesige ZiL-131 6x6 LKW der Sowjetarme (mit riesigen V8 BenzinMotoren, z.T. Erdasantrieb!), und das aus gutem Grund! Jeder Bauer hat so ein ZiL-Teil auf dem Hof stehen, beeindruckend... Dem machen die Schlaglöcher auch nichts aus!

 

https://de.wikipedia.org/wiki/ZIL-131

 

Wenn Benziner, dann für die etwas exotischeren Länder definitiv etwas das auch mal schlechteren Sprit verträgt (Normalbenzin 91 Oktan).

 

Speziell in der Ukraine, aber auch Serbien, Montenegro und Albanien kann selbst "Super 98" schon mal zu leichtem Motorklingeln führen (zumindestens bei meinem Motorrädern - alte Suzuki GSX 1200 und neue KTM Duke 690, die sonst eigentlich überall gut mit Eurosuper 95 auskommen...).

 

Was eigentlich überall geht ist ein Benz W124 - ein echtes Universal-Reiseauto, für ganz Osteuropa und natürlich auch ganz Afrika & Naher Osten tauglich.

 

Ich halte die 124er trotzdem nicht für ideal zum Pampafahren, speziell mit Beladung hinten viel zu wenig Bodenfreiheit, um auch mal kleinere Pässe in den Bergen zu erkunden! Preis-Leistungsverhältnis auch nicht immer Top...

 

Hört sich jetzt alles krass an, denn im Endeffekt kann man diese Länder alle mit jedem Auto erkunden. In Montenegro fahren z.B an der Touri-Küste anteilsmäßig mehr Neuwagen rum als bei uns!

 

Aber es macht einfach mehr Spass mit einem günstigem Urlaubsmuli auch mal ohne Rücksicht auf Verluste ungeteerte oder löchrige Strecken zu erkunden! :)

 

Das Interessante sind meinem Empfinden nach in diesen Ländern die (noch) nicht ausgetretenen Pfade, und dort kann man sich in mit einem Nagelneuem Euro6 Plastikbomber durchaus deplaziert fühlen... Wobei im Sommer die vielen Auswanderer auf Heimaturlaub fast alle mit solchen Audi A5 - BMW 5er und tausendfach Q3-Q7 Neu-SUVs herumposen... ;)


26.11.2016 15:46    |    Rockport1911

Nochmal danke für den Kommentar, schöner Leserstoff.


27.11.2016 17:18    |    Hakuna Matata

@Rockport1911 In Montenegro haben wir tatsächlich Leute gesehen, die am Straßenrand Müll sammelten und diesen in blaue Müllsäcke packten. Sobald einer voll wurde, ließen sie ihn liegen und machten auf den nächsten 50 Metern den nächsten voll. Bereit zur Abholung. Lustigerweise kamen wir irgendwann jedoch an einer Straße vorbei, wo diese Müllsäcke auch herumlagen, jedoch keine Müllsammler mehr zu sehen waren. Die Säcke waren auch schon total verwittert und nur eine Frage der Zeit, bis es den ersten davon zerreißt. Ich hoffe, dass dort lediglich vergessen wurde die Säcke abzuholen und dies eine Ausnahme war. Die Tendenz zum Müllsammeln ist auf jeden Fall schon mal da. :)

 

@go_modem_go Auch von mir nochmals danke für diese informativen Kommentare. :) Da bekomme ich Lust, sofort wieder ins Auto zu steigen und in den Balkan zu verreisen.


11.04.2017 14:09    |    Hakuna Matata

Zufälligerweise gerade auf einen aktuellen Bericht eines Briten über Theth in Albanien gestoßen, der ganz interessant geschrieben ist: https://travelgeekuk.com/2017/04/09/the-road-to-theth/


11.04.2017 14:31    |    go_modem_go

Wir fahren nächste Woche nach Ostern mal wieder für 3-4 Wochen per Motorrad über den hintersten Balkan nach Griechenland.

 

Wenn das Wetter passt...

 

Mit dem Auto & Motorradanhänger bis Bosnien, durch BiH nach Nord-Montenegro, über Kosovo und Albanien sowie die Bergseen in Mazedonien bis Nordgriechenland, dort ein paar Feldwege klar machen, ein paar Tage Station am Meer auf Korfu, die übliche Kleinfähre zurück nach Albanien (Sarandë).

 

Welchen Rückweg wir nehmen wissen wir noch nicht. Nach Bosnien ins Unatal bei Bihac auf jeden Fall (dort wartet dann Auto & Anhänger auf uns)

 

Evtl. auch mal Südserbien (fand ich letzten Sommer echt toll!) oder Bulgarien (da war ich noch überhaupt nicht)?

 

Wird auf jeden Fall spassig! :-)


14.04.2017 17:07    |    Hakuna Matata

Bulgarien und Serbien stehen auch noch auf dem Plan. Serbien könnte dieses Jahr eventuell schon etwas werden, Bulgarien ist etwas weiter unten platziert auf der Interessenliste. Da gibt es noch ein paar Länder die mich mehr reizen, zB Rumänien; wenn wir mal nur diese Region betrachten möchten.


16.04.2017 01:47    |    go_modem_go

Wir haben die Tour um eine Woche verschoben - Kälteeinbrauch auf dem Balkan.

 

Rumänien kann ich wirklich empfehlen, aber nur in der Nebensaison.

 

Im August ist dort unten in den Karpaten mitunter die Hölle los, vor Allem an Wochenenden..


16.04.2017 11:01    |    motorina

Bereits im Juli (Ferienanfang) fährt alles, was Beine und Räder hat, ans Schwarze Meer!


11.07.2017 17:17    |    Trackback

Kommentiert auf: Hakuna Matata: Erfahrungen eines Unerfahrenen.:

 

96.000 km Individualisierung - Was hat sich getan?

 

[...]

Last but not least kommt beim nächsten Ölwechsel ein originaler Stahl-Unterfahrschutz an den Vectra. Der letztjährige Aufenthalt im albanischen Theth war schon stellenweise kritisch, doch dieses Jahr soll es erneut dorthin gehen und wie es dann [...]

 

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