• Online: 5.259

MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

25.08.2020 21:37    |    Dynamix    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: 4, Caprice, Chevrolet

Da uns das Treffen letztes Jahr so gut gefallen hat, haben wir entschlossen das Ganze nicht nur zu wiederholen, sondern auch mal den Versuch zu wagen den Kreis zu erweitern :) Somit fragte v8.lover (danke an der Stelle für die ganze Orga und das zur Verfügung stellen der Location!) hier auf MT und auf FB nach ein paar Kandidaten aus der Szene die Lust hätten vorbeizukommen. Interessanterweise hatten sich tatsächlich einige gemeldet die Lust hätten und so erwarteten wir für unser kleines Treffen gut 20 Teilnehmer. Die Idee hinter dem Wochenende war das man tagsüber schraubt, vielleicht nen kleinen Cruise macht und Abends dann ein bisschen Grillgut den Flammen übergibt und sich dabei die ein oder andere wohl temperierte Hopfenkaltschale genehmigt ;)

 

Das Chaos! :DDas Chaos! :D

Der Kern der Truppe bestand aus v8.lover, goyoma, m5095 und mir. Die Grundidee war ja wie gesagt das man an den Autos noch die Dinge erledigt die so anstehen. Gerade die beiden Wagons in unserer Truppe von m5095 und Goyoma brauchen noch etwas Liebe und Zuwendung. Aber auch der Sheriff sollte noch ein bisschen Zuwendung meinerseits bekommen. Da war ja immer noch das Thema mit den Scheibenwischerdüsen (braucht es einen Abzieher für und ich war bisher zu faul den zu kaufen :D) und so Optikkram wie die Zierleisten der Stoßstangen die hier schon seit Jahren im Keller herumliegen und auf Montage warten. Ein Service würde dem Wagen auch mal wieder richtig gut tun :) Alles Dinge die sich an einem lauen Vormittag erledigen lassen, aber man muss es halt machen. Am Wagon von Goyoma gab es umso mehr zutun. Der Plan sah vor die Bremsen vorne incl. Radlager neu zu machen da die Bremsen schon echt schlecht verzögern. Die hinteren Stoßdämpfer sollten auch getauscht werden, da diese mittlerweile so labbrig sind das der Wagen wirklich dem Amiklischee entsprechend schaukelt wie ein Kahn in einem Sturm.

 

Weiterhin sollte die Hupe repariert werden (Hallo kaputte Caprice Hupknöpfe!) und wenn möglich auf die originalen T84 Scheinwerfer zurückgerüstet werden. Bei m5095's Roadmaster Wagon wollten wir mal dem wabbeln im Antrieb bei niedrigen Drehzahlen auf den Grund gehen. Wir vermuteten ein Lager am Getriebeausgang oder das die Kardanwelle eine Unwucht hat. Ebenso sollte es der Undichtigkeit der Servolenkung an den Kragen gehen! Und dann sollten da ja noch lauter andere Leute kommen von denen ich noch nicht wusste wann und ob Sie kommen und ob Sie auch was zu schrauben haben oder nur auf ein Bier vorbeikommen.

 

Die Ursprungsidee war das man das Ganze von Samstag bis Sonntag durchzieht und so wollte ich auch erst Samstag morgen anreisen. Da aber einige schon am Freitag Abend anrücken wollten und ich ja auch noch Überstunden zum abbauen hätte, beschloss ich doch schon Freitag Abend anzureisen. So konnte ich mir noch ein Schlafzimmer und einen Parkplatz auf dem Hof sichern :D Aber vor der eigentlichen Action stand noch eine gewisse Vorbereitung. Da der Sheriff mit gut 265.000km auch nicht mehr der jüngste ist und er, typisch für alte V8, einen leckenden hinteren Kurbelwellensimmerring hat wurde mir empfohlen ein dickeres Öl zu fahren. Bisher waren wir hier auf 10W40 ausgewichen, aber um die Leckage zu minimieren oder gar zu beseitigen wurde empfohlen es mit 20W50 zu probieren. Das ich mir bei der Suche wieder einen riesigen Kopf gemacht habe versteht sich von selbst :D Ich wollte nicht einfach irgendein x-beliebiges Öl nehmen, da GM für die Motoren die API Norm SG vorschreibt und die meisten Oldieöle nicht mal SA packen. So landete ich am Ende beim Mannol Safari 20W50 welches die geforderte API-Norm übersteigt und dazu explizit für Young- und Oldtimer geeignet ist und auch für Benziner, auch wenn Diesel draufsteht. Wie der Name schon sagt ist das Öl wegen seiner hohen Viskosität eher für heiße klimatische Bedingungen gedacht. Da unser Auto nicht bei Minusgraden aus der Garage kommt und unsere Sommer davon ab auch regelmäßig über 30°C haben sollte das noch gerade so klar gehen. Zusätzlich wurde mir das Stop Leak von Lucas Oil empfohlen. Das muss man sich wie so ein sehr zähflüssiges Öl auf Petroleumbasis vorstellen. Man kippt da also nichts in den Motor was grundsätzlich schädlich wäre. Die Idee dahinter: Das Stop Leak verbindet sich mit dem Öl und lässt die alten, verschrumpelten Dichtungen wieder etwas aufgehen wodurch diese wieder vernünftig abdichten. Wunder darf man von dem Stop Leak natürlich nicht erwarten, wenn die Dichtung schon zu sehr geschrumpft oder gar gerissen ist macht auch das Stop Leak nicht mehr viel.

 

Natürlich könnte man jetzt sagen das man einfach den Simmerring neu macht, aber das würde bedeuten den Motor einmal halb zu revidieren und das ist für einen Centartikel schon ein hoher Aufwand, gerade weil der Rest des Motors trocken ist. Da probiere ich es lieber mit dem Stop Leak. Wenn es nichts nützt macht man halt wieder den Ölwechsel und muss weiter sehen. Aber weiter im Text! Die grundsätzlichen Eckpunkte für das Wochenende standen also, aber es mussten noch einige Dinge vorbereitet werden. Da ich ja mit dem Sheriff runter wollte und ich eine entsprechende Packliste hatte musste erst einmal alles zusammengesucht werden was ich so an Werkzeug und Ersatzteilen brauchte. Dazu wollte meine Frau noch ein paar Dinge für das Wochenende vorbereiten damit wir nicht vom Fleisch fallen ;) So sah dann schlussendlich die Packliste aus:

 

- Futter

- Export Service Manual

- Riemenspannerwerkzeug

- Scheibenwischerkram

- Zierleisten (Nos Teile *sabber*)

- Ölfilter und passender Schlüssel

- Öl

- Oil Stop

- Bremsbeläge (für Goyoma)

- Laptop + ALDL Kabel

- Kasten Bier :D

 

Nachdem ich Freitags die Pflicht hinter mich gebracht habe, ging es ans Packen. Der Kofferraum hat sich ganz schön gefüllt mit all dem Werkzeug, Klamotten für ein Wochenende und dem ganzen Essen ;) Kurz nach 15 Uhr ging es dann los und der erste Anlauf ging an die Tankstelle. Nach gut 60 Litern frischem Super 95 konnte die eigentliche Reise losgehen. Mein Weg führte mich südöstlich ins schöne Hessen, in Kindertagen meine Heimat, an diesem Tag mein Wochenendziel :cool: Zwischendurch mal den ein oder anderen Ölwechsel an Parkplätzen eingelegt und dabei jedes Mal von Leuten auf das Auto angesprochen worden ;) Ist der echt? Ja, der ist echt! Ist das ein Amerikaner? Ja, ist einer! Ist das ein Chrysler? Nein, ist ein Chevy! Ich hatte beim ersten Stop eine kurze aber nette Unterhaltung mit einem S2000 Fahrer, sieht man auch nicht mehr so häufig die Dinger! Unser Gespräch wurde dann von dem Geräusch von berstendem Plastik unterbrochen. Ein Sprinter hatte beim ausparken mit voller Wucht einen Anhänger gerammt. Der Sprinterfahrer schaute kurz und fuhr sofort weiter, der Sprinter kam wohl aus dem Ausland genau wie der LKW. Der LKW Fahrer hatte das erst bemerkt als der Sprinter Fahrer schon weg war aber an dem LKW Anhänger war eh nix dran. Da hat es den Sprinter eher erwischt. Der LKW-Fahrer hat das Ganze auch nur mit einem Schulterzucken aufgenommen und ist zurück in seinen Truck :D

 

Beim nächsten Stop an einer größeren Tankstelle standen dann Familien um das Auto wo dann die Papas mit leuchtenden Augen den Kindern das Auto erklärt haben :D Von einem Transporterfahrer gab es im Vorbeifahren noch dutzende Daumen nach oben und ein dickes Grinsen :) So ein alter Streifenwagen ist definitiv nichts für aufmerksamkeitsscheue Menschen. Naja, man gewöhnt sich irgendwann sicherlich daran. Mit einer guten halben Stunde Verspätung kam ich dann am Ziel an. Das Auto wurde geparkt und das ganze Zeug soweit es geht verstaut und vorbereitet. Das Essen musste ja in den Kühlschrank und mein Schlafkram sollte ja auch aufs Zimmer. So wanderten knapp 2 KG Nudelsalat, 1,5kg Kartoffelsalat und diverse Schüsseln mit Kräuterbutter, Tomatenbutter, Tomaten-Feta Creme und Knofisauce sowie 4 Brote in den Kühlschrank. Natürlich alles frisch und selbstgemacht ;) An der Stelle gebührt mein Dank meiner besseren Hälfte die sich wirklich zwei Tage in die Küche gestellt hat damit wir an dem Wochenende auch gut versorgt sind :)

 

Damit war unser Werk für den Freitag auch schon getan, die Schraubereien standen ja erst für den Samstag an. Was macht man also? Richtig, man huldigt der heiligen Barbara indem man sich ein paar kalte Bierchen genehmigt und den Grill anwirft :D In der Zwischenzeit trudelten Goyoma mit seinem Export Wagon und Chris92 mit seinem roten 91er Caprice Sedan ein. Chris92 war der Neuzugang in unserer illustren Runde, ist aber auch schon eine Art MT-Urgestein und es war schön mal ein Gesicht zu dem User zu haben :) Nach ein paar Bier und gutem Essen ging es für mich dann auch einigermaßen zeitig ins Bett, schließlich sollte es spätestens um 9 Uhr morgens mit dem Schrauben losgehen und da wollte ich fit sein. Deshalb habe ich mich auch mit dem Bier zurückgehalten ;)

 

Fummel........Fummel........

So stand ich Samstag morgen gegen 8 Uhr auf, machte mich fertig und räumte noch etwas im Garten auf. v8.lover wollte um 9 Uhr am Haus sein und so hatte ich eine knappe Stunde totzuschlagen. Beim aufräumen fand ich ein Handy was mich etwas stutzig machte. Als dann um 9 Uhr niemand da war fragte ich mal vorsichtig in die Gruppe ob schon jemand wach war. Gegen 10 Uhr kam die erste Rückmeldung von Goyoma der wohl eine gute Stunde nach mir im Bett war. Aber niemand wusste so wirklich was mit v8.lover und Chris92 los war. Eine gute Stunde später kam dann ein ziemlich mitgenommener Chris92 vor die Tür der uns dann aufklärte. Er und v8.lover sind wohl noch bei diversen Bierflaschen bis 4 Uhr morgens am Lagerfeuer versackt :D Gegen 11 Uhr trudelte dann auch m5095 ein und von v8.lover war immer noch nichts zu sehen. Da ich scheinbar sein Handy gefunden hatte war auch nix mit anrufen und niemand kannte seine Adresse. Da ich trotzdem schon einmal was schaffen wollte fing ich damit an die alten Zierleisten am Sheriff incl. der Klebereste zu entfernen. So besorgten wir uns im Baumarkt schnell eine Dose Bremsenreiniger und aus der Werkbank ein altes Messer. Ich kann euch sagen, dass ist eine wirkliche SCHEISSARBEIT! Der Kleber hatte sich mit dem Wüstenstaub zu einem harten Etwas verbunden. Das Zeug konnte man im wahrsten Sinne des Wortes vom Bumper schneiden. Zwischendrin rief ein Kumpel von v8.lover an der Bescheid geben wollte das er jetzt los fährt. Da mir v8.lover erzählt hatte das er kommt und ich sicher war das er noch Infos braucht ging ich ran. Als ich sagte das wir nicht wüssten wann v8.lover kommt sagte er nur "ah joa, ist typisch für Ihn, der hängt vermutlich noch mit dem Kopf über der Schüssel" (:D:D:D:D:D:D:D:D:D:D). Da wir mittlerweile fast schon Mittagszeit hatten fuhren die Jungs mit m5095s Buick Wagon los um noch was zu besorgen und Essen klar zu machen. Ich kratzte in der Zwischenzeit weiter tapfer an meiner Stoßstange herum. Keine 2 Sekunden nachdem die Jungs aus der Straße gefahren waren kam v8.lover um die Ecke. Scheinbar sollte sein Kumpel recht behalten :D Der arme Kerl sah etwas mitgenommen aus und den Hangover sah man Ihm schon an. Er gönnte sich noch eine gute Stunde Ruhe und so war er zumindest insofern einsatzfähig das wir mit dem Schrauben anfangen konnten. In der Zwischenzeit war ich mit dem hinteren Bumper fertig und da ich das Tageslicht noch ausnutzen wollte und die Jungs auch mit dem Hohlraumkonservieren starten wollten parkte ich auf die andere Hofseite um damit ich den Ölwechsel machen konnte. Chris92 stellte sich direkt daneben, da er seinen Ölwechsel bei der Gelegenheit auch gleich machen wollte. m5095 stellte sich vor die Hofgarage um mit seiner Servopumpe loslegen zu können und der Crown Victoria kam auf die große Rampe im anderen Hof wo vorher noch der Sheriff und der 91er Sedan gestanden haben. Der Sheriff kam auf kleine Auffahrrampen, durch das Gefälle der Hofeinfahrt stand der Wagen so schön gerade und man hatte trotzdem genug Bodenfreiheit damit man an die Ölwanne und den Filter herankam. Der Ölwechsel war flott erledigt. Das alte Öl war echt nicht mehr schön und für meine Begriffe schon etwas dünn geworden. Ich gelobe Besserung! Nach dem Ölwechsel tauschte ich mit Chris92 den Platz auf der Rampe damit er seinen Ölwechsel vollziehen konnte.

 

 

2 Export Wagons sind besser als einer2 Export Wagons sind besser als einer

Zwischendrin kämpfte m5095 mit seiner Servopumpe weil er aus seiner kaputten und einem Schlachtteil irgendwie eine funktionierende Pumpe zimmern musste. Dafür mussten dann aber alles mögliche aus dem Motorraum raus. Fan Shroud, Lüfter, Keilriemen und Lichtmaschine mussten weichen damit man an die Servopumpe kam. Zwischenzeitlich war es schon wieder Abend und die ersten Gäste für den Abend trudelten nach und nach ein. Die weiteste Anreise hatten 2 Jungs aus Frankreich mit Ihrem Exportwagon. Wahnsinn, gleich zwei von den Dingern auf einem Haufen. Sieht man selbst als B-Body Fan nicht alle Tage :cool:

 

Damit war der Tag auch schon so gut wie rum und es ging ans Grillen :cool: m5095 schraubte in der Zwischenzeit weiter tapfer an seiner Pumpe und so kam er mit Verspätung zu seinem wohlverdienten Abendessen. Der Abend war ganz nett, es gab viel zu erzählen, gutes Essen und das ein oder andere experimentelle Getränk :D So zog sich der Abend dann auch in den frühen Morgen. So um 4 Uhr morgens herum entschieden die meisten dann das es wohl langsam mal an der Zeit wäre der Matratze einen Besuch abzustatten :D

 

NachtwacheNachtwache

Umso erstaunlicher das gegen 9 Uhr wieder alle mehr oder weniger munter auf der Matte standen. Die beiden Jungs aus Frankreich wollten eigentlich los, aber schon am Vorabend bemerkten wir das der Wagen der Jungs massiv Betriebsflüssigkeiten verlor. Zuviel für eine sorgenfreie Heimfahrt. So kam der Wagon kurzerhand auf die Bühne und v8.lover und Chris92 fingen mit der Suche nach dem Leck an. Die Beiden mussten dann auch nicht lange suchen. Die Ölwanne hatte einen Haarriss und aus irgendeinem Grund hatte die Wanne an der Stelle auch massiv an Materialstärke eingebüßt. Dazu kam das an der Wanne schon mal jemand ordentlich gepfuscht hatte. Als nächstes entdeckten wir das irgendjemand die Kühlerleitung des Getriebes stillgelegt hatte. Man hatte einfach ein U-Rohr an Ein- und Ausgang des Getriebes gelegt und die Sektion des Hauptkühlers durch die das Getriebeöl läuft verstopft. Wie das Getriebe bis heute überleben konnte ohne das es irgendeine Form von Kühlung bekam war uns rätselhaft. Es war ja auch kein externer Kühler verbaut worden :confused:

 

Das Alles war insofern verwunderlich das der Wagen nur 72.000km auf der Uhr hat und er auch sonst die meiste Zeit als Bestattungswagen lief. Da sollte man davon ausgehen das die sich gut um Ihr Auto kümmern würden. Man will ja schließlich nicht mitten in einer Beerdigung irgendwo in der Pampa liegen bleiben, besonders nicht mit einer Leiche im Kofferraum. Allerdings sah der Rest des Unterbodens auch nicht wirklich gut aus. Die Fahrwerksteile und der Rahmen blätterten schon fröhlich vor sich hin, habe ich bei diesen Autos auch noch nicht so oft gesehen. Wiesenparker? Wir wissen es nicht.

 

Da sich das Öl nicht ablassen ließ (die Schraube saß bombenfest und nicht mal der Schlagschrauber konnte etwas ausrichten) viel schweißen mehr oder weniger aus. Die nächste Idee war dann eine Art Blechflicken über den Riss zu pappen und diesen dann mit Silikon zu befestigen. Allerdings ist die Haltbarkeit dieser Konstruktion ziemlich fragwürdig, das Öl ließ sich ja nicht ablassen. Versuch macht klug und so wurde das Ganze dann genauso umgesetzt. Wie sich später herausstellen sollte hat die Konstruktion dann doch gehalten, auch wenn die Jungs erst dachten der Flicken wäre nach der ersten Pause schon ab gewesen. Die Jungs bekamen von uns noch eine kurze Liste mit den akuten Mängeln mit, ganz oben stand natürlich eine brandneue Ölwanne. Die alte ist einfach nicht mehr zu retten. Mit dem Provisorium schickten wir die Beiden auf die Reise, so dass Sie wenigstens nach Hause kommen. Da wir an unseren Autos auch noch was zutun hatten ging es hier weiter. Beim Sheriff wollte ich die kaputten Schläuche an der Scheibenreinigung reparieren, Goyoma wollte seine Bremsen endlich angehen und m5095 beschäftigte sich mit den Resten seiner Servo und der Kardanwelle während sich Chris92 mit seinem Umlenkhebel beschäftigte da seine Lenkung zuviel Spiel hatte. So werkelten wir alle so vor uns hin. Meine Schläuche passten zwar, musste aber feststellen das die Gitter die ich dazu besorgt hatte beim Roadmaster oder zumindest im Modelljahr 92 anders waren. So lagen die Scheibenwischer an einer anderen Stelle auf. Also fummelte ich die Schläuche an die alten Gitter. Der Witz an der Sache: Diese beiden Gitterchen sind mit über einem Dutzend Schrauben und Spreiznieten befestigt weshalb das abschrauben auch etwas Zeit in Anspruch nimmt. Die Türpappen werden von deutlich weniger Schrauben gehalten.

 

Danach leistete ich goyoma bei seinen Bremsen etwas moralischen Beistand. Mit dem Scheibenwechsel ist auch bestenfalls ein Wechsel der Radlager verbunden. Im Grunde ist der Tausch relativ einfach. Die beiden, zölligen, Bolzen von dem Bremssattel weg, danach die Zentralmutter von der Radnabe lösen und die Scheibe kommt einem schon entgegen. Danach noch die beiden Radlager gut einfetten und incl. der Dichtung in die Scheibe einsetzen. Dann noch den Bremskolben zurückstellen und die Beläge einsetzen. Alles wieder montieren und fertig. So zumindest die graue Theorie ;) In der Zwischenzeit war Chris92 mit seinem Umlenkhebel zugange der sich ums verrecken nicht lösen lassen wollte. Ich half mit etwas Rostlöser aus und ließ diesen einwirken. Danach eine schöne lange Ratsche geholt und die Schrauben damit so lange mit roher Gewalt penetriert bis Sie sich endlich bewegt haben.

 

RivalenRivalen

Da ich damit irgendwie arbeitslos war und die anderen noch genug mit Ihren Autos zutun hatten, ergab sich für mich die Gelegenheit einmal den Crown Vic zu fahren der fröhlich das überschüssige Hohlraumfett auf dem Grundstück verteilte :D Die Jungs haben da ordentliche Arbeit geleistet, aber der Wagen hat das auch verdient. Vom Blech her ist der wirklich noch sehr gut beisammen und mit Baujahr 2011 ist es auch einer der letzten Police Interceptor. Da ich vorher noch nie Crown gefahren bin war ich gespannt wie sich das Ganze im Vergleich zum Caprice fährt. Das Prinzip ist ja ähnlich zum Caprice, nur eben anders umgesetzt. Der Crown hat eine Zahnstangenlenkung, eine etwas modernere Aufhängung an der Hinterachse (ist trotzdem noch eine Starrachse) und eben einen OHC Motor. Der Rest des Rezeptes ist mehr oder weniger gleich. Full-Size Größe, Hinterradantrieb, Automatic only und eine Body on Frame Konstruktion. Man merkt im Vergleich zum Caprice schon das der Crown Victoria das modernere Auto ist. Vom Fahrverhalten erinnerte er mich tatsächlich mehr an den Kuga als an ein altes Full-Size Schlachtschiff. Die Lenkung empfand ich als noch leichtgängiger als bei den Caprice und durch die Zahnstangenlenkung ist das Ganze natürlich einen spürbaren Tick präziser als die alte Kugelumlauflenkung beim Caprice. Der Motor hat auch über das gesamte Drehzahlband genug Qualm. Der Modular ist da aber etwas breiter aufgestellt was die Drehzahl angeht im Vergleich zu den alten Gen I Small-Blocks. Aber wir sprechen hier auch wieder von 40 Jahre technologischem Fortschritt. Die Small Blocks basierten ja bis 94 noch auf dem Ur-Small Block von 1953 während Ford mit seinen Modular Motoren im Jahre 1992 den Grundstein für eine völlig neue Serie von V8-Motoren legte. Diese kamen damals zum ersten Mal mit obenliegenden Nockenwellen, ein Feld das man bei GM lieber der Luxusmarke Cadillac überließ welche den zwar fortschrittlicheren, aber auch anfälligeren Northstar Motor auf den Markt brachten.

 

Im Innenraum ging es, typisch Cop-Car, eher spartanisch zu. Die Sitze hatten tatsächlich sowas wie Seitenhalt. Da können die Sitzbänke vom Caprice nicht mithalten, allerdings habe ich in dem Auto bisher noch keinen Seitenhalt vermisst. Ist ja schließlich kein Ringtool. Die Probefahrt war dann nach einer guten Viertelstunde schon vorbei und so ging es weiter mit Schrauberkram ;) In der Zwischenzeit war Goyoma auch mit seiner Bremse so gut wie fertig und so machten wir uns an die Probefahrt. Die Bremse auf der Beifahrerseite hatte schon ne gute Riefe, der Belag war schon zu 90% runter und schon stellenweise verglast. Das erklärt auch die schlechte Bremsleistung. Der Belag auf der Fahrerseite war zwar besser und die Scheibe hatte noch genug Fleisch, aber auch hier waren schon erste Verglasungen zu erkennen. Nach dem Tausch bremste der Wagen auch schon ganz ordentlich. Bei der Probefahrt wechselten wir uns ab um mal unsere Eindrücke zu vergleichen. Wir waren beide der Meinung das der Pedalweg soweit schon capricetypisch war, allerdings war der Druckpunkt etwas matschig. Der sollte eigentlich strammer sein. Entweder müssen sich die Beläge noch etwas eingrooven oder da muss noch einmal nachträglich entlüftet werden. Aber zumindest ankern tut der Kahn schon mal. An der Lenkung gab es soweit auch nichts zu beanstanden. Ich bildete mir ein ganz leichtes Spiel um die Mittellage ein, aber das könnte auch den Ling-Long Riggadigga DingDong Reifen geschuldet sein die der Händler da aufgezogen hat. Die stehen auch noch auf seiner To-Do Liste ;) Aber zumindest wirkte die Lenkung noch ganz brauchbar, nicht so mies wie beim Sheriff damals. So konnten wir zumindest Ihn ruhigen Gewissens auf den Weg nach Hause schicken :) In der Zwischenzeit war m5095 auch mit seinem Auto fertig, leider ließ sich das brummen bei niedriger Drehzahl im Antriebsstrang immer noch nicht lokalisieren. Da wird wohl beim nächsten Mal ein Getriebetausch fällig um zu schauen ob das Problem mit einem anderen Getriebe genauso besteht. So langsam gingen uns da nämlich die Ideen aus was es noch sein könnte da ja bis auf die Kardanwelle alles was hinter dem Motor hing schon überholt wurde.

 

BremseBremse

So waren wir dann soweit alle gegen 18 Uhr durch mit unserem Kram und bereit zur Abreise. Wir räumten noch ein wenig auf und machten uns dann auf den Weg. Ich machte mich mit m5095 im Schlepptau im Konvoi auf den Weg nach Hause. Goyoma und Chris 92 nahmen eine andere Route weil es beide eher in Richtung Osten verschlagen hatte. Goyoma kam dann auch nur wenige Minuten nach uns in der Heimat an und Chris92 hatte da noch ein gutes Stück vor sich, aber auch er kam an einem Stück zuhause an :) Damit war das Wochenende auch schon wieder rum. Unser Gastgeber genoss in der Zwischenzeit die Gastfreundschaft seiner Nachbarn und dazu das ein oder andere geistreiche Getränk aus heimischer Fertigung :D

 

Das Wochenende war definitiv das Highlight der bisherigen Saison und das Ganze ist definitiv wiederholungswürdig :cool: Hoffen wir das wir das spätestens nächstes Jahr irgendwie wiederholt bekommen. Dann müssen wir uns aber wohl ne neue Location suchen, da wir in der Größenordnung die Geduld der Nachbarn arg strapaziert haben, auch wenn es relativ gesittet ablief. Aber drei Tage lang Halligalli incl. ner Straße voller übergroßer Spritvernichter ist auch nicht jedermanns Sache was wir auch nachvollziehen können. Wie gesagt, mal schauen wie wir das nächstes Mal machen. Entweder wieder in einem kleineren Kreis oder man kombiniert das Ganze mit einem offiziellen Treffen.

 

Hat Dir der Artikel gefallen? 6 von 6 fanden den Artikel lesenswert.

25.08.2020 21:54    |    ElHeineken

Klingt gut was ihr da alles geschafft habt - Respekt!


25.08.2020 22:04    |    Dynamix

War ein wirklich cooles Wochenende :) Jeder hat was an seinen Autos geschafft, viele Gleichgesinnte getroffen, gut gegessen und ein paar schöne kalte Bier genossen :cool:

 

Denke das sollte man mindestens jährlich etablieren, der nächste Service ist immer fällig :D


25.08.2020 22:07    |    PIPD black

Schönes Wochendes sinnvoll rumgebracht. Und das Wetter war auch noch toll. Gehts noch besser? Ich glaube nicht.


25.08.2020 22:16    |    Dynamix

Zitat:

@PIPD black schrieb am 25. August 2020 um 22:07:31 Uhr:

Schönes Wochendes sinnvoll rumgebracht. Und das Wetter war auch noch toll. Gehts noch besser? Ich glaube nicht.

Mir würde jetzt auch rückblickend nichts einfallen was man da noch verbessern sollte. Der Gastgeber sollte beim nächsten Mal vielleicht nicht ganz so viel ins Glas schauen wenn der Hauptteil der Arbeit noch vor uns liegt (:D:D:D:D:D) aber sonst? Alles super gewesen.


26.08.2020 06:37    |    Badland

Sieht ja ganz sinnvoll aus, die Spezialisten unter sich. Sonst sieht man ja immer nur gemischte US-Meetings wo eigentlich immer das gleiche steht.

 

Also von den 50er - 70ern und dann die neueren Autos like PickUps, Dodge Charger 4 Door, Chrysler 300C und vereinzelt ein paar Lincoln Town Cars/Ford Crown Vic usw.


26.08.2020 09:38    |    Trottel2011

Das Mannol 20W50 bekommt mein V12 auch so. Kalt ist es wie Sirup. Warm ist es wie flüssigerer Sirup :D Und der V12 ist nicht aus warmen Gefilden stammend... ;)


27.08.2020 13:14    |    pico24229

Sehr cooler bericht und heisse Autos! So kann man das Wochenende genießen!


27.08.2020 13:25    |    PIPD black

Jetzt weiß ich auch, warum das Bild der "Nachtwache" grün erscheint. Das war aus der tiefen Sicht in das Glas des Gastgebers.:p


27.08.2020 13:43    |    Dynamix

Zitat:

@PIPD black schrieb am 27. August 2020 um 13:25:06 Uhr:

Jetzt weiß ich auch, warum das Bild der "Nachtwache" grün erscheint. Das war aus der tiefen Sicht in das Glas des Gastgebers.:p

Oder es lag an der Strassenlaterne direkt über dem abgelichteten Objekt ;)


27.08.2020 14:35    |    PIPD black

Neeeeeeeee......:p


27.08.2020 17:06    |    v8.lover

ey ich hab' immerhin mein Tagwerk am Samstag dann brav absolviert... den Crown Vic mit 'ner fetten Hohlraum- und Unterbodenbehandlung versorgt. :cool:

 

Ansonsten, ja, HAMMER Treffen - das geht auf jeden Fall in die Geschichte unseres Grundstücks bzw. der Straße ein. :-D

 

Und schöner Bericht wie auch Bilder... war einfach nur geil. Die Party-Location ansich ist ja nicht mal richtig auf 'nem Bild dabei :-P


27.08.2020 17:13    |    Dynamix

Zitat:

@v8.lover schrieb am 27. August 2020 um 17:06:55 Uhr:

ey ich hab' immerhin mein Tagwerk am Samstag dann brav absolviert... den Crown Vic mit 'ner fetten Hohlraum- und Unterbodenbehandlung versorgt. :cool:

Hätte ich nicht geschafft wenn ich so spät dran gewesen wäre :D

 

Zitat:

Ansonsten, ja, HAMMER Treffen - das geht auf jeden Fall in die Geschichte unseres Grundstücks bzw. der Straße ein. :-D

 

Und schöner Bericht wie auch Bilder... war einfach nur geil. Die Party-Location ansich ist ja nicht mal richtig auf 'nem Bild dabei :-P

Man muss ja auch noch was für den nächsten Bericht über lassen :D


Deine Antwort auf "On Tour: B-Days, mal wieder ;)"

Wer war´s?

Dynamix Dynamix

Ivar, Ivar!Shelving unit!


Als Autonarr geboren und bei US-Cars hängengeblieben, so könnte man meinen automobilen Werdegang wohl am besten beschreiben ;) Meine Leidenschaft gehört allen US-Cars, meine wahre Liebe aber gehört neben meiner Liebsten der letzten Generation B-Bodys von General Motors. Anders lässt es sich auch nicht erklären das man gleich zwei Caprice besitzt :D

Welcome!

Willkommen in Dynamix Garage,

 

hier dreht sich alles um den American Way of Drive und andere spannende Themen die für mich zum Thema Auto einfach dazugehören. Wer auf amerikanisches Blech steht ist hier genau richtig ;)

 

Mittlerweile haben sich in meinem Blog diverse Blogreihen etabliert:

 

Americas Next Top Models: Vorstellungen aktueller amerikanischer Fahrzeuge

 

Memory Lane: Vorstellungen besonderer/bemerkenswerter Fahrzeuge

 

Whale Diaries: Erzählungen/Erlebnisse aus dem Leben unseres 1992 Caprice Classic

 

Sheriff Tales: Erzählungen/Erlebnisse aus dem Leben unseres 1993 Caprice 9C1

 

Ihr könnt aber auch einfach im Diner vorbeischauen um hemmungslos zu spammen oder Off-Topic zu werden :D

 

Zum Diner gehts übrigens hier entlang! ;)

 

Von Zeit zu Zeit gibts aber auch Artikel die ein wenig aus der Reihe fallen. Dies können aktuelle Themen sein, Spezialthemen die nicht in die etablierten Blogreihen passen oder auch einfach eigene Gedanken :)

 

Enjoy your stay!

 

Dynamix

Cool wall (230)

Strange blokes

  • anonym
  • carchecker75
  • Calle102
  • Dynamix
  • Clio.0815
  • Dynomyte
  • Miep87
  • Blackgolf84
  • Trottel2011
  • Badland