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MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

21.01.2018 10:57    |    Dynamix    |    Kommentare (19)

Der Titel sagt es eigentlich schon, heute soll es mal um Autos gehen die eher ein Flop waren. Wie jeder Autohersteller, so hatten auch die Amerikaner im Laufe der Zeit immer mal wieder Modelle im Programm die gefloppt sind. Die Gründe dafür sind vielfältig. Mal liegt es einfach nur an einer Optik die völlig am Geschmack der Kunden vorbeigeht, mal an technischen Problemen und manchmal einfach nur an einem schlechten Image. Fangen wir also an:

 

Chevrolet Corvair

 

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Der Corvair war prinzipiell kein schlechtes Auto. Chevrolet suchte in den späten 50ern einen Weg sich einen Stück vom Compact Car Kuchen abzuschneiden. Die Chrysler Corp hatte mit dem Plymouth Valiant ihren Beitrag für diese Klasse bereits geleistet und auch Ford hatte mit dem Falcon ein Kompaktauto im Programm. Dazu kam die Konkurrenz durch die Europäer in Form des VW Käfer. Entsprechend entwickelte man bei GM ein Auto das sich vom Grundprinzip schamlos beim Käfer bediente. Den luftgekühlten Boxermotor im Heck kennt man nämlich hauptsächlich vom Käfer ;) Mit diesem Rezept hatte Chevrolet anfangs auch durchaus Erfolg. Man verpflanzte sogar etwas später einen luftgekühlten Boxer mit Turbo in den Corvair. In Spitzenzeiten konnten fast 300.000 Fahrzeuge pro Jahr abgesetzt werden. Warum taucht der Wagen dann in dieser Liste auf? Nun, der Grund dafür hörte auf den Namen Ralph Nader. Nader war Verbraucherschutzanwalt der besonders durch ein Buch bekannt wurde in dem er sich auf das zugegebenermaßen nicht ganz einfache Fahrverhalten des Corvair stürzte. Da der Corvair in einer Klasse antrat in der die Preise möglichst billig sein sollten setzte man bei der Corvair Hinterachse auf eine Pendelachse. Dazu kam die durch den Heckmotor ungünstige Gewichtsverteilung von über 60% auf der Hinterachse. Dazu kam das die Dämfper auf der Hinterachse zu schwach ausgelegt waren. Die Folge war ein starkes übersteuern bei zu hohem Tempo. Ein Fahrverhalten welches den ersten Turbo Porsches 10 Jahre später ebenso nachgesagt wurde ;)

 

Nader hatte sich also genau auf dieses Fahrverhalten gestürzt und sein ganzes Buch darauf ausgerichtet. Die Folge war eine hohe Aufmerksamkeit für den Corvair, diese war allerdings alles andere als gut für den Wagen. Schon im Jahr 1966 brachen die Verkäufe stark ein welche sich im Laufe der Folgejahre immer weiter verschlechterten. Von noch 235.000 Autos im Jahr 1965 waren im Jahr 1969 gerade mal lumpige 6000 Stück übrig geblieben. Zu wenig um erfolgreich zu sein und damit war das Ende des Corvair besiegelt.

 

Chevrolet Citation

 

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Den Citation ereilte ein ähnliches Schicksal wie den Corvair. Relativ erfolgreich gestartet, brachen die Verkaufszahlen dann schlagartig und ziemlich nachhaltig ein. Was war passiert? Der Citation sollte 1980 den überaus beliebten Nova beerben. Er stand auf GMs brandneuer X Plattform und sollte Chevrolet im Kompaktsegment zum Erfolg verhelfen. Der Wagen war für amerikanische Verhältnisse (4,5m) wirklich klein. Dazu wird man keinen V8 Motor in einem serienmäßigen Citation finden. Chevrolet wollte mit dem Citation wirklich ein erschwingliches und vor allem ökonomisches Auto auf den Markt bringen. Die Formel ging im ersten Modelljahr auch auf. Satte 800.000 Exemplare verkaufte man allein im ersten Modelljahr. Blöderweise zeigten sich ziemlich schnell diverse Konstruktions- und Qualitätsmängel woraufhin die Verkäufe brutal absackten. Chevrolet ragierte mit diversen Rückrufmaßnahmen was dem Citation den wenig rühmlichen Titel als Auto mit den meisten Rückrufen der amerikanischen Automobilgeschichte einbrachte. Der Ruf war damit nachhaltig ruiniert womit auch die starke Überarbeitung unter dem Namen "Citation II" nichts mehr half. Der Citation wurde bereits 1985 wieder eingestellt.

 

Pontiac Aztek

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Böse Zungen behaupten das der Aztek das hässlichste Auto aller Zeiten sei. Die Optik ist sicherlich gewöhnungsbedürftig mit seinen vielen Kanten, Flächen und der merkwürdig geteilten Frontmaske. Diese wirkt ein bisschen als ob man auf dem Schrottplatz 2 Autos übereinandergestapelt und dann gleichzeitig in die Presse verfrachtet hat. Wurde das Concept Car vom Publikum noch wohlwollend aufgenommen (anders wäre es wohl nie zur Serienproduktion gekommen), so floppte die Optik des Serienmodells bei den Kunden. Das Concept Car des Aztek war schon alles andere als zurückhaltend, allerdings wirkte dieses immer noch deutlich weniger unförmig als das Serienmodell. So kam es dann auch das ein paar Rettungsversuche später der Wagen im Jahr 2004, nach nicht mal 5 Jahren Bauzeit, wieder eingestellt wurde. Der Wagen erlangte als "Dienstwagen" von Walter White in Breaking Bad Berühmtheit und somit einen gewissen Kultstatus. Ironisch das sich der Aztek heutzutage in den USA gerade bei jüngeren Käufern aufgrund seiner Variabilität großer Beliebtheit erfreut. Pontiac konzipierte den Wagen ursprünglich auch für diese Zielgruppe, weshalb es beispielsweise einiges an Camping Equipment (Zelt zum Anbau ans Heck etc.) gab mit dem der Aztek in eine Art Campingmobil verwandelt werden konnte.

 

Edsel

 

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Die Geschichte der Marke Edsel ist ein wunderbares Beispiel dafür wie man mit einer Produkteinführung auf die Nase fallen kann. In den 50ern boomte die US-Wirtschaft und Ford wollte mit einer Marke überhalb von Ford (billig) und Mercury (obere Mittelklasse) bei der Kundschaft punkten. GM besetzte diese Nische mit der Marke Oldsmobile, Chrysler mit der Marke Dodge. Ford selbst hatte zu der Zeit nur die Marken Ford, Mercury und Lincoln zu bieten. Eine neue Marke musste also her. Diese sollte den Namen Edsel, dem Sohn von Henry Ford, tragen. So begann man Mitte der 50ern mit den nötigen Vorbereitungen. Ford betrieb einen wahnsinnigen Aufwand um die Marke bekannt zu machen. Man schaltete Werbungen und man ließ sogar eigene Sendungen produzieren für welche man berühmte Stars wie Bing Crosby und Frank Sinatra buchte. Man ließ Zeitungsartikel in großen Magazinen veröffentlichen um die Marke mit blumigen Worten zu bewerben. Im Modelljahr 1957 wurden die ersten Edsel verkauft und die Einführung floppte kolossal. Was war passiert? Als einer der meistgenannten Gründe gilt sicherlich das Design. Bereits bei der Entwicklung wollte man das die Edsels aus der Masse herausstechen. Dies sollte unter anderem durch einen besonders schmalen und hoch stehenden Kühlergrill erreicht werden. Leider stellte man fest das der ursprüngliche Designentwurf aus technischer Sicht nicht funktioniert. Man verbreiterte den Kühlergrill und so entstand das berüchtigte Edsel Gesicht welches von vielen spöttisch als Klobrille bezeichnet wurden. Weniger nette Zeitgenossen sahen in dem Kühlergrill gar ein weibliches Geschlechtsteil. Nach gerade einmal 3 Jahren stellte Ford die Marke Edsel bereits wieder ein. Man verbannte zwar im letzten Modelljahr den Klobrillengrill, aber diese Maßnahme half nichts mehr. Das Image der Marke war dahin, die Kunden kauften nicht im erwarteten Umfang und so war das Todesurteil für die Marke gefallen. Ein weiterer Grund für das scheitern war auch das Ford in seiner ausufernden Werbekampagne den Mund etwas zu voll nahm und zahllose technische Neuerungen und quasi die Revolution des Automobils verkündete. Die wenigen Neuerungen (selbst nachstellende Bremsen, elektrisch öffnende Motorhaube) die dann tatsächlich kamen waren der Kundschaft einfach zu wenig. Weiterhin kämpfte die Marke mit Qualitätsproblemen, da die Autos nebenher in anderen Ford Werken gebaut wurden. Üblicher wäre es gewesen man hätte für die Marke ein eigenes Werk eröffnet. Dies führte zu so argen Qualitätsproblemen das Edsel bald zum Backronym für "Every day something else leaks" (Jeden Tag leckt irgendetwas anderes) wurde.

 

DMC12

 

Der DeLorean ist ein weiterer kolossaler Fehlschlag, wenn auch ein sehr hübsch anzuschauender. Nach seinem Rausschmiss bei GM wollte John Z. Delorean seine eigene Automarke gründen. Die Entwicklung zog sich über Jahre hin, es gab alle möglichen Änderungen während der Entwicklung, die Kosten explodierten und ein nicht unerheblicher Teil der Investorengelder versickerte in schwarzen Kanälen. Der Wagen sollte ursprünglich 12.000 Dollar kosten und sehr sicher sein. Beides Attribute die am Ende der Entwicklung nicht mehr eingehalten werden konnten. Zum einen war der Wagen am Ende der Entwicklung mehr als doppelt so teuer wie geplant und zum anderen war von der ursprünglichen Idee des DMC12 (die 12 steht übrigens für den angepeilten Preis von 12.000$) nicht mehr viel übrig. Das Design wurde geringfügig verändert, das Chassis stammte am Ende von Lotus und der ursprünglich angedachte Motor mit ausreichend Leistung wurde gegen den trägen PRV Euro V6 ersetzt. Dazu kamen noch erhebliche Probleme bei der Produktion in Nordirland sowie eine handfeste Absatzkrise Anfang der 80er als der Wagen endlich fertig war. Es gab zwar sehr viele Vorbestellungen, allerdings wurden davon auch viele wieder zurückgezogen. Die übrig gebliebenen Käufer klagten unter massiven Qualitätsmängeln was sehr kostspielige Rückrufe zur Folge hatte. Dazu kam das John Z. DeLorean sich aus Geldnot auf einen dubiosen, gefakten Drogendeal einließ. Dies kam zwar im Prozess heraus und er wurde freigesprochen, allerdings hatte sich das schlechte Image solange der Prozess lief natürlich im Kopf der Menschen festgesetzt. Die Marke ging Pleite und alles was nicht niet und nagelfest war wurde verkauft. Darunter auch Teile der Produktionsanlagen die laut einer Legende auf Anweisung von Maggie Thatcher in der Nordsee versenkt wurden, angeblich mit der Begründung das niemand davon profitieren sollte das die britische Regierung Unsummen in die Firma gesteckt hatte. Dies erwies sich aber als Blödsinn. Die besagten Teile der Produktion wurden zwar tatsächlich in der Nordsee versenkt, allerdings auch nur weil man diese an eine Fischereifirma verkauft hatte die daran Ihre Netze festmachte ;)

 

Plymouth Prowler

 

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Der Prowler zählt sicherlich zu den Autos die schon von Anfang an dazu verdammt waren schwer verkäuflich zu sein. Zu ausgefallen die Optik, zu radikal das Konzept. Der Prowler war quasi ein Hot Rod ab Werk. Lang, tief, breit und ohne irgendwelchen praktischen Nutzen. Mal eben einkaufen? Kein Kofferraum! Mal eben mit ein paar Kumpels zum nächsten Burgerhöker? Nur 2 Sitzplätze. Dazu kam das Chrysler entgegen der Erwartungen statt eines V8 einen V6 implantierte. Dazu kam das man die Hot-Rod Optik aufgrund der Crashvorschriften nicht konsequent durchziehen konnte. Der Prowler musste eine Stoßstange haben und die wollte so gar nicht zum Design passen. Diese wirkten als ob man 2 dicke Flügelchen an die Front geschraubt hätte. Damit war der Kundenkreis schon stark eingeschränkt. So kam es dann auch das vom Prowler in 5 Jahren gerade mal 11.000 Stück verkauft wurden. Der Prowler war sicherlich ein Auto für beinharte Indivudualisten ;)

 

Chrysler Airflow

 

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Ein weiterer Kandidat aus der Kategorie "seiner Zeit zu weit voraus". Mit dem Airflow wollte man eine möglichst modernes und aerodynamisches Auto entwickeln. Die Idee hinter dem Airflow war es die damals hochmoderne Stromlinienform auf ein Auto zu übertragen. Dafür holte man sich unter anderem die Hilfe vom berühmten Orville Wright! Technisch war der Airflow durchaus innovativ. Nicht nur die Form war den damals üblichen Two-Box Designs weit überlegen sondern auch das Fahrwerk und die Gewichtsverteilung die sich aus der Gesamtkonstruktion ergaben waren damaligen Autos weit überlegen. Der Airflow hatte bei Beladung eine perfekte Gewichtsverteilung und das neu entwickelte Fahrwerk sorgte für ein deutlich sichereres Fahrverhalten im Vergleich zu konventionellen Autos. 1934 kamen dann die ersten Airflow auf den Markt. Leider hatte Chrysler mit massiven Problemen bei der Produktion zu kämpfen da der Airflow aufwändiger zu produzieren war wie jedes andere Auto seiner Zeit. Dies führte zu einer starken Defektanfälligkeit. Dazu waren die Kunden vom Design stark irritiert. Die Verkäufe entwickelten sich so schlecht das Chrysler den Airstream auf den Markt brachte welcher sich wesentlich besser als der Airflow verkaufte was dazu führte das zu Spitzenzeiten 9 mal mehr Airstreams vom Band liefen als Airflows. 1937 stellte Chrysler beide Modelle ein. Am Ende verkaufte Chrysler vom Airflow nicht einmal 30.000 Einheiten. Schon für damalige Verhältnisse zu wenig. Die Form des Chrysler inspirierte dafür andere Automobildesigner! Wer wissen will woher die Inspiration für den VW Käfer kam sollte sich den Airstream mal genauer ansehen ;)

 

Dodge La Femme

 

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Eins vorweg: Ja, ich weiß das der La Femme eigentlich kein eigenständiges Modell sondern eher eine Art Ausstattungsvariante war. Diese ist aus heutiger Sicht aber so kurios das es schade wäre Sie hier nicht zu erwähnen. Mit dem La Femme Paket wollte man bei der Chrysler Corp besonders die weibliche Kundschaft stärker ansprechen, da man herausfand das Frauen eine stärker wachsende Zielgruppe darstellen. Die Chrysler Corp baute 2 Concept Cars auf Basis von Chrysler Modellen welche mit Details aufwarteten von denen man glaubte das Sie die weibliche Zielgruppe besonders ansprechen würde. Und in der Tat, das Publikum zeigte reges Interesse an der Idee. So wurde innerhalb des Konzerns die Marke Dodge mit der Umsetzung betraut. So entwickelte man für die Custom Royal Serie das La Femme Paket welches ab 1955 verfügbar war. Dabei griff man ganz tief in die Klischeekiste, ergo Lacktöne wie Rosa, Blumenmustersitze, eine farblich passend zum Auto abgestimmte Handtasche mit allerlei passenden Acessoires (Feuerzeug, Zigarettenetui, Schminkspiegel, Lippenstift etc. pp.) und natürlich eine Halterung für die Handtasche hinter dem Beifahrersitz. Bei Dodge sprach man von einem großen Erfolg, allerdings erklärt das nicht warum man das Paket zum Ende des 56er Modelljahres schon nicht mehr anbot ;) Die genauen Verkaufszahlen kennt man leider nicht so genau, da die La Femmes ganz einfach in die Stückzahlen der normalen Modelle einfloss. Man geht heute davon aus das in beiden Modelljahren zusammen keine 2.500 Autos mit dem La Femme Paket produziert worden sind. Eine interessante Fußnote des amerikanischen Automobilbaus bleibt es allemal ;)

 

Cadillac Cimmaron

 

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Cadillac wollte ein kompaktes Luxusmodell als Konkurrenz zu BMW und Co bauen. Die Entscheidung dazu hatte allerdings etwas lange gedauert weshalb man kurzerhand auf den Chevrolet Cavalier als Technikspender zurückgriff. Da die Markeinführung relativ früh starten sollte hatte man in der Entwicklung nicht sehr viel Zeit gehabt den Cimmaron eigenständiger zu machen. Leider übernahm man technisch sehr viel vom Cavalier weshalb der Cimmaron wie ein Cadillac für Arme wirkte was

sich auch im Preis (immerhin nur 12.000$) wiederspiegelte und bei der Stammkundschaft nicht wirklich gut ankam. 89PS aus einem Vierzylinder in der Basis waren für einen Cadillac nicht wirklich angemessen. Entsprechend schleppend waren die Verkäufe. gerade mal 130.000 Exemplare entstanden von 1982-1988.

 

Cadillac Catera

 

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Der Catera war ein weiterer Versuch einen "günstigen" Cadillac auf den Markt zu bringen. Dieses mal bediente man sich nicht bei Chevrolet, sondern tatsächlich bei Opel! Der Catera basiert auf dem Opel Omega B. Cadillac brauchte ein Mittelklassemodell da es längst nicht mehr reichte große Limousinen zu bauen. Mit dem Catera erhoffte man sich vor allem gegen die deutsche Konkurrenz besser bestehen zu können. Den Catera gab es ausschließlich mit dem 3 Liter V6 mit 200PS und einer ziemlich umfangreichen Ausstattung. In Tests kam der Catera auch durchaus gut weg, allerdings kam der Catera bei der klassischen Kundschaft nicht gut an. Der klassische Cadillac Käufer erwartete damals noch eine klassische Full-Size Limousine von Cadillac, eine Erwartung die der Catera natürlich nicht erfüllen konnte. Nach 5 Jahren wurde der Catera bereits wieder eingestellt. 2002 kam mit dem CTS ein Nachfolger auf den Markt welcher den Grundstein für Cadillacs neues Image als Anbieter von sportlichen Luxuslimousinen legen sollte.

 

Chevrolet SSR

 

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Der SSR ist ein gutes Beispiel dafür was passiert wenn mein ein völlig abgefahrenes Konzept auf die Räder stellt und das Ganze zu teuer verkauft. Der SSR war eine wilde Mischung aus Pick-Up, Hot-Rod und Roadster in Retro Optik. Zwei Sitze, eine Ladefläche, ein elektrisches Stahldach, eine Schuss Retro und fertig war der SSR. Technisch stand der SSR auf der gleichen Plattform wie der Chevrolet Trailblazer und so teilte er sich auch die Technik mit selbigem. Es kamen ausschließlich V8 Motoren aus der Truck Palette zum Einsatz. Erst kam ein 5,3 Liter Vortec V8 mit 300 PS Leistung zum Einsatz, dieser wurde dann aber relativ schnell durch den LS2 ersetzt. Dieser leistete gegen Produktionsende immmerhin 400 PS. Der Wagen kostete 42.000$, zuviel für einen Chevrolet von dem man sich tatsächlich hohe Stückzahlen erhoffte. Von 2003 bis 2006 wurden gut 24.000 Exemplare hergestellt was angesichts der deutlich höheren Erwartungen seitens GM nicht viel war. In Anbetracht des Preises und des außergewöhnlichen Konzepts könnte man aber fast von einem Erfolg sprechen, immerhin war er bei kürzerer Bauzeit erfolgreicher als der ähnlich abgefahrene Plymouth Prowler ;)

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21.01.2018 11:50    |    Trottel2011

MNir fehlt der größte "Flop" allerzeiten... Der Tucker Torpedo. Eigentlich ein genialer Wagen mit viel High Tech, welches aber aufgrund von Negativwerbung der großen 3 als Unsicher abgestuft wurde... "Sichere Autos brauchen keine Gurte". Dazu noch die Probleme der Finanzierung der Herstellung. Quasi Tesla 1940 nochwas :D


21.01.2018 12:02    |    Dynamix

Ok, ist genehmigt aber den Tucker finde ich wieder cool weil er für die damalige Zeit wirklich einige revolutionäre Ideen hatte :)

 

Wohl auch ein Fall von "zu früh" wie der Airstream ;)


21.01.2018 12:38    |    Trottel2011

Der Airstream lebte bei Volvo etwas weiter... :D

 

Carioca oder so hieß der dann :D


21.01.2018 22:15    |    British_Engineering

Schöner Artikel. Die meisten dieser Fahrzeuge kenne ich nur vom Hörensagen, da ich mich bei den Amis eigentlich nur mit den Alltagsfahrzeugen auskenne und so manches Modell einfach komplett an mir vorbei gegangen ist wie der Plymouth Prowler oder der Chevrolet SSR.

 

Etwas vertrauter ist mir der Chevrolet Citation, der ja der erste Ausflug Chevrolets in die Welt des Frontantriebs war. Als fünftürige Schrägheckversion sieht der in meinen Augen richtig gelungen aus. Zumindest als Pontiac (da hieß er Phoenix) war auch in ganz dezent sportlicher Aufmachung und mit einer betörenden Zweifarb-Lackierung erhältlich. Ich habe vor Jahr und Tag mal ein Prospektblatt vom Phoenix zusammen mit einer Menge anderer Exoten-Prospekte bei eBay geschossen und fand dieses Auto sofort ansprechend. So weit ich weiß, wurde es aber nie offiziell in Deutschland angeboten. Auf jeden Fall finde ich es interessant, was GM alles tat, um die X-Bodies noch irgendwie zu retten, aber es ging einfach nicht mehr.

 

Der Aztek ist zwar per se hässlich, aber in Vergleich zu manchem heutigen Design-Unfall wie dem Nissan Juke gar nicht so schlimm.


22.01.2018 06:18    |    Trottel2011

Wobei der Nissan Juke nicht hässlich ist. Er ist anders und viele können mit anders nicht viel anfangen. Als Juke GT-R ist es noch geiler. Ich mag den Juke. Eine Abkehr des typischen Einheitsbreis.


22.01.2018 06:23    |    PIPD black

Das sehe ich auch so.

 

Er ist nicht wirklich praktisch, muss er aber auch nicht, dafür gibt es andere Autos.

 

Auch der Yeti brauchte lange um seine Fans zu finden. Als die Abkehr von den großen runden Nebellampen kam, war der Aufschrei plötzlich groß.


22.01.2018 06:40    |    Trottel2011

Den Yeti fand ich immer schick. Und gerade die grossen Neben machten ihn eigenständig. Ähnlivh wie die Citroen Modelle heute.

 

Der Multipla war tatsächlich hässlich. Das bestreitet keiner. Aber besonders vom biederen Hersteller Nissan, ist der Juke eine Revolution. Und der Wagen verkauft sich echt blended. Vom Yeti mit seiner konservativen Form sehe ich weniger als vom Juke und wir haben hier glaube nur 2 Nissan Händler und knapp 15 Skoda.


22.01.2018 14:25    |    pico24229

Sehr interessanter Artikel.

Also Juke ist für mich sehr hässlich. Yeti normal, praktisch. Der Multipla ist zwar hässlich aber absoluter Kult und mit zwei Dreiersitzreichen genial.


22.01.2018 14:27    |    VolkerIZ

Schöne Übersicht. Vor allem kennt man viele Geschichten ja gar nicht. Z.B. was aus den X-Modellen von GM wurde. Die wurden bei uns auch in allen Zeitungen usw. mit Interesse zur Kenntnis genommen und bisher war ich immer der Meinung, die hätten GM gerettet und sich in Massen verkauft. Amerika ist ja auch weit weg, da bekommt man sowas nicht mit. Wenn es nicht gerade so ein einzigartiger Ausnahme-Flop wie der Edsel ist, der dadurch zum Kult wurde.


23.01.2018 18:15    |    scion

Im Autotest im Deutschen Fernshen von 1979 schneidet der Chevrolet Citation gar nicht sooo schlecht ab

https://www.youtube.com/watch?v=GANcs2sxcH8&t=393s

 

Der SSR und der Prowler werden bestimmt Sammlerstücke, Le Femme und auch die Corvair sind es schon.

 

https://www.youtube.com/watch?v=FEPBMFFDomU

https://www.youtube.com/watch?v=sR-U3WIuMtE


23.01.2018 18:33    |    Trottel2011

Der Citation wurde übrigens von Volvo verwendet um den Frontantrieb im 480 zu erproben... Sprich man hat ihn auf Volvotechnik umgebaut :D


23.01.2018 19:35    |    VolkerIZ

Mir war gerade vor ein paar Monaten mal wieder ein Test vom Citation in die Hände gefallen und da kam er auch ganz gut weg. Ende der 70er wurde ja in Europa auch noch recht interessiert beobachtet, was die Amis so machen. Chevrolet hatte ja mit Camaro, Caprice und Malibu sogar einen kleinen Erfolg in Europa. Mehr war nicht drin, dafür waren das alleine schon wegen der Größe Nischenmodelle mit einem eingeschränkten Käuferkreis bei uns. Aber grundsätzlich wäre die Tür zu der Zeit offen gewesen. Warum sich der Erfolg nicht fortgesetzt hat? Kann vielleicht jemand beantworten, der sich mit dem Dollarkurs auskennt. Der spielt auch immer eine Rolle.


24.01.2018 12:17    |    Creeper45

British_Engeneering schrieb: Der Aztek ist zwar per se hässlich, aber in Vergleich zu manchem heutigen Design-Unfall wie dem Nissan Juke gar nicht so schlimm.

 

Da fällt mir der Spruch von Volker Pispers ein: das kleinere Übel muss nicht unbedingt klein sein :D

Der Aztek hatte nen Auftritt bei J.A.G als neues Auto von Commander Rabb, Replacement für seine geklaute Vette


24.01.2018 19:30    |    Harhir

Mir gefaellt der Aztek. Der ist so schraeg, dass er schon wieder cool ist. Gute Gebrauchte werden aber langsam teuer und sind immer seltener zu finden.

Aber um noch ein paar Misserfolge hinzuzufuegen:

- Lincoln Blackwood. Quasi ein F150 mit unbrauchbarer Pritsche

- Vector

- GMC Envoy XUV. Ein SUV welches sich in einen Pickup verwandeln konnte

- Chrysler Crossfire.


24.01.2018 19:36    |    Trottel2011

Der Aztek wird aber nur wegen Breaking Bad beliebt. So ist es bei solche Erfolgsserien. Siehe den Impala aus Supernatural... Oder den silbernen C30 aus Twilight. Oder den Mustang aus Bullit. Nur für ein Fastback kst der Preis mal eben ein paar Tausend Dollar höher als Cabrio oder Coupé.

 

Oder wie schlartig teuer die Supra, GT-R, Celica und Skyline wurden, nachdem Fast and the Furious lief... Davor kannte man die Leistung ja nur so in Kennerkreisen. Davor kannte kaum einer wirklich die Besonderheit. Heute weiss jeder, dass ein 2JZ oder RB25 Leistungsdaten bringen knnen, die heute noch immer voraus sind.

 

Promibonus gint es dann z.B. beim Rosanen Cadillac Eldorado Cabrio wegen Elvis, Dodge Charger wegen den Dukes of Hazard, DeLorean nur wegen Zurück in die Zukunft, E Type weil angeblich Enzo Fiaterrari es als hübsch bezeichnet hat, usw.


24.01.2018 22:39    |    Creeper45

Nee. E-Type wegen Jerry Cotton :p

Blade fuhr auch nen Charger ;)

 

Old Enzo hat mal den Jeep als american true sports car betitelt :D Ohne den Greis gäbe es heute keine Lambos, weil sein zukünftiger Konkurrent nicht eingelassen wurde ins sanctum sanctorum. Tja. Vom Trecker zum Renner, wie Porsche...

 

back to topic: der Taurus wäre mein Flop-Modell der Wahl, aber ich kenn die Eckdaten nicht. Hässlichkeit alleine zählt ja nicht


25.01.2018 00:15    |    Harhir

Ich bin ein Fan skurriler Autos. Pontiac Aztek, Citroen DS, Citroen Ami6, AMC Pacer, Saab 99, Renault Megane II, Fiat Multipla... Alles was etwas verschroben ist.


25.01.2018 21:39    |    Creeper45

Also den Pacer mag ich auch :) Wer hat sonst schon ein Auto mit unterschiedlich großen Türen?

Aber die Form ist auch knuffig.


25.01.2018 21:41    |    Dynamix

Hyundai Veloster? :D Der hat zumindest auf der Beifahrerseite eine zweite Tür die es auf der Fahrerseite nicht gibt.

 

Den Pacer finde ich ja irgendwie ganz witzig und so abgedreht finde ich das Design gar nicht, aber ich denke das Konzept war für die Amerikaner damals eher neu. Der Hatchback hat sich ja bis heute dort nicht so massiv durchgesetzt wie bei uns. Zeigt meiner Meinung ganz gut die Tatsache das die Amerikaner dem Golf die kalte Schulter zeigen und dafür deutlich stärker auf Jetta und Passat abfahren ;)

 

Den Golf könnte man fast in diese Reihe aufnehmen wenn er kein deutsches Auto wäre :D


Deine Antwort auf "America's Flop Models"

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