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von Aufbereitung bis Zubehör rund um´s Thema Auto

17.01.2015 22:10    |    Designs    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: 89, Audi, Cabriolet

Ich hatte es ja schon angekündigt - mein neues, 16 Jahre altes Cabrio bedarf etwas Pflege im Innenraum. Wen wundert es, dass das Leder nach 16 Jahren Cabrioleben nicht mehr so richtig auf Vordermann ist. Ich habe vor einigen Jahren bereits eine ähnliche Aufbereitung mit meinem damaligen Cabrio gemacht und in meinem Blog gepostet - dabei handelte es sich um graue Vollledersitze, denen ich mit den Pflegeprodukten von www.lederzentrum.de auf den Leib gerückt bin.

 

Jetzt geht es um Teilledersitze in anthrazith mit blauem Alcantara. Der Pflegezustand ist noch etwas schlechter, Abnutzung und Risse in den Seitenwangen, das Alcantara verfranst, zusätzlich gibt´s im Fahrersitz ein daumengroßes Loch an der Rückenlehne. Nicht schön, aber sicher nicht irreparabel.

 

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Auch dieses Mal beginnt es mit einer Bestellung beim Lederzentrum (www.lederzentrum.de). Reiniger, Stoff zum Unterfüttern, Flüssigleder und Farb-Refresher (farblich speziell angemischt), ein GLD-Stift und ein Protector. Macht in Summe ca. 80€.

 

Sitze ausbauen!

Man muss die Sitze nicht zwangsweise ausbauen - aber da ich sowieso die Sitzheizung repariert habe und das Cabrio zugedeckt im Winterschlaf liegt, arbeite ich doch lieber im beheizten Keller.

2 Abdeckungen, ein Splint, ein Stecker und raus mit dem Sitz - alleine des Komforts wegen, würde ich es jedem empfehlen. Da es bei mir keine Seitenairbags gibt, ist das Risiko gleich 0. Bei Airbagsitzen bitte ich darum, die Bestimmungen zu beachten!

 

First Step: Reinigen!

Und ich beginne diesmal nicht mit dem Leder, sondern mit dem Alcantara. Auch hier sammelt sich jede Menge Dreck an. Perfektes Einsatzgebiet für meinen Kärcher Puzzi!

Ein Schuss Waschmittel für dunkle Wäsche und ein paar Liter heißes Wasser geben eine gute Mischung. Damit sprühe ich die Sitze zuerst einmal ein. Kurz einwirken lassen und dann nochmals mit dem Kärcher drüber. Sprühen, spülen und saugen erledigt er in einem Schritt. Schon am durchsichtigen Teil der Saugdüse sieht man, was da alles gelöst wird. Nach zwei Gängen spricht das abgesaugte Wasser Bände. grau-braun bis schwarz schütte ich die Brühe in den Ausguss.

 

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Dann also weiter zum Leder. Ein weicher Lappen und der milde Lederreiniger (gibt´s für grobe Verschmutzungen auch in der starken Variante) genügt, um das Leder etwas abzureiben. Rissige und raue Stellen werden mit dem Schleifpad nochmal abgezogen und nochmals gereinigt. Eine einfache Arbeit und bei diesen Sitzen relativ schnell erledigt.

 

Löcher stopfen!

Es gibt Grenzen beim Füllen von Löchern. Es ist natürlich auch abhängig davon, an welcher Stelle das Loch sitzt. Bei mir, oben auf der Rückenlehne, sollte es unkritisch sein. Ich richte mich mit meiner Vorgehensweise nach der Anleitung bei www.lederzentrum.de.

Zuerst soll das Loch mit Stoff unterfüttert werden. Ich habe extra ein Stück Stoff für 3 Euro mitbestellt - kann man sich aber wohl auch getrost sparen. Es ist einfach nur ein dünner, etwas perforierter Stofffetzen, da tut´s sicher auch was anderes. Diesen habe ich vorsichtig angeklebt.

 

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Als nächstes wird das Loch mit dem Flüssigleder aufgefüllt. Die dünne Spitze lässt sich gut dosieren und dabei auch gleichmäßig mit kreisender Bewegung zum modellieren verwenden. Das anthrazithe (fast schwarze) Leder hat im ersten Schritt mal so gar nichts mit der Farbe des hellgrauen Flüssigleders gemeinsam - aber wird schon werden...?

 

Parallel dazu fange ich an alle tieferen Riefen, spröden Stellen und Risse an den Wangen der Sitze mit Flüssigleder zu füllen. Mit der Spitze ziehe ich immer wieder flach darüber, um das Flüssigleder etwas zu verschmieren. Macht man das vernünftig, vergeht schon etwas Zeit dabei. Für heute ist es dann genug - ich lasse erst mal trocknen und widme mich morgen wieder dem Sitz.

 

2. Gang

Das Flüssigleder ist mittlerweile getrocknet - und siehe da, auch farblich passt das ganze schon viel besser!

Aber durch das Trocknen hat es deutlich an Volumen verloren. Besonders im Loch ist es wieder zu wenig und hat viele Risse. Also, nochmal fleissig nachfüllen, wieder etwas glatt ziehen (man kann auch eine kleine Spachtel zu Hilfe nehmen) und anschließend eine Pause einlegen.

 

.. und zum Dritten!

Ich weiß ich wiederhole mich - aber das Loch hat immer noch Risse, also nochmal verfüllen..

Bei den rissigen Stellen in den Seitenwangen sieht´s aber schon ganz gut aus. Nur steht es teils noch etwas über und man sieht eher deutlich die "reparierten" Stellen. Dafür gibt´s aber jetzt den GLD-Stift. Kann man sich vorstellen, wie einen Lösemittel-Edding.

 

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Die Spitze des Stifts etwas eindrücken, so saugt er sich mit dem Lösemittel voll. Dann etwas über das Flüssigleder streichen, das löst sich nach kurzer Zeit an und man kann es etwas "verschmieren" und dabei die Übergänge sauberer anpassen. Klingt jetzt recht einfach, es erfordert auch kein großes Können, aber schon etwas Geduld. Ich würde sagen ich habe schon so eine Stunde kreuz und quer über die verschiedenen Stellen modelliert, bis ich halbwegs zufrieden war.

Speziell am gefüllten Loch habe ich noch ein 4. Mal nachgelegt und etwas nachmodelliert, bis alles sauber verfüllt und optisch ansehnlich war. Danach erst mal wieder Zwangspause!

 

Schon jetzt sieht man einen Unterschied zu vorher, aber es fehlen noch der Refresher, der Protector und ich muss mir etwas für das fransige Alcantara überlegen - das aber dann im zweiten Teil!

 

Fortsetzung folgt!

 

Link zu Teil 2

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17.01.2015 22:14    |    olli190175

Die Sachen vom Lederzentrum sind spitze!.

Mein Vorteil ist, dass das Lederzentrum ca. 50km von meinem Wohnort entfernt ist.

Bei Schwierigkeiten fahre ich da einfach vorbei. Die helfen jederzeit gerne weiter.

 

Gruß Olli

18.01.2015 00:28    |    Maxuser

.... für die Fransen evtl. auch Fusseln im Alcantara könnte so ein Fusselrasierer für Pullover helfen.

z.B. http://www.amazon.de/.../ref=sr_1_1?...

Ich habe oft das Problen im Kragenbereich bei Pullovern. Durch den Bart bilden sich kleine Kügelchen auf der Stoffoberfläche. Die lassen sich mit dem Ding super entfernen.

18.01.2015 00:29    |    Hennaman

Sorry aber was war das für ein Cabrio?

In meinem CLK Cabrio die Sitze sahen nach 16 Jahren noch fast Neuwertig aus, ich hatte zwar nicht wie Du Kunstleder sondern alles in Echt Leder aber auch die Seitenwangen sahen nicht so Rissig aus!

Der Vorbesitzer scheint den Wagen ja nicht besonders gepflegt zu haben!

Schade:mad:

 

LG Hennaman

18.01.2015 13:01    |    Hafnernuss

Die Qualität des Audi Leders ist spitze, soviel steht fest. Aber wenn der vorbesitzer immer beim einsteigen vorbeireibt und die Kinder hinten ihre Klauen ins Leder schlagen, sieht wohl jeder Sitz so aus. Mein C4 hat auch Ledersitze bekommen (mehr oder minder diesselben wie hier, nur volleder), und die sehen GENAU so aus. Gleicher Abnutzungsgrad, nur das Loch habe ich leider in der Sitzwange. Habe auch das Pflegeset vom Lederzentrum und bin auch recht begeistert was man als Laie damit auf die Beine stellt.

18.01.2015 13:12    |    Designs

@maxuser

Ja, der Fusselrasierer funktioniert, hab ich schon getestet. :-)

 

@hennaman

Es ist ein Audi Cabrio. Nun, die Abnutzung haben leider die meisten so. Gerade beim Cabrio ist die Pflege des Leders entscheidend. Kümmert man sich nicht darum, wird es brüchig. Viele in diesem Alter haben bereits richtige Risse in den Wangen, so dass nur noch ein Tausch hilft. Sehr gepflegt waren die Sitze also nicht, aber ich habe schon schlimmere gesehen.

Hauptsache man bekommt es wieder hin! :-)

 

Gruß Jürgen

18.01.2015 14:08    |    driver191

Da wo man ständig drüberrutscht hält das Flüssigleder nicht lange, für den Verkauf natürlich gut geeignet .

Besser ist gute Pflege, mein Cabrioleder ist 29 Jahre alt .


Bild

18.01.2015 17:33    |    Schattenparker47314

Ist immer interessant in und auf welchen Gemengen aus " 8 Kostbarkeiten" die Vorbesitzer und Mitfahrer eines gebrauchten Autos ihre Allerwertesten positioniert haben. Möglichst auch noch im feiner Zwirn oder in kurzen Sachen.

 

Die weisen Ledersitze im Cabrio hab ich mit den Sachen vom Lederpflegezentrum als Pflegeanfänger auch ganz ordentlich aufbereiten können. Geht also auch als Laie.

18.01.2015 20:23    |    Achsmanschette23478

Bin gespannt auf die Fortsetzung, im übrigen schön anschaulich beschrieben. Weiter so.

Viele Grüße aus HD

Thomas

19.01.2015 12:25    |    Designs

@driver191

Definitiv - gute Pflege ist durch nichts zu ersetzen, aber rückwirkend kann ich da leider wenig ausrichten :-)

 

Ich habe mal den zweiten Teil des Berichts online gestellt:

http://www.motor-talk.de/.../...es-leder-refresh-protect-t5178794.html

26.01.2015 08:19    |    XuQishi

@driver191: Ich habe zwar den Eindruck, dass Mercedes besseres Leder verwendet, aber auch, dass die Sitzform etwas ausmacht. Wir haben in der Familie eine 16 Jahre alte E-Klasse, die noch nie Lederpflege gesehen hat, aber aussieht wie neu (von innen. Außen ist das Ding schon dreimal im Kreis verrostet, 210er halt...). Beim S2000 hat der Fahrersitz schon nach 7 Jahren Risse wie die hier im Bericht, aber das ist eben auch ein Sportsitz, bei dem man beim Einsteigen immer über die Wangen schrubbt.

 

@Designs

Zum Bericht hier: den habe ich mit Freude gelesen, da ich demnächst selber die Sitze unseres Roadsters aufbereiten möchte. Ich hatte zwar in irgendeiner Oldtimerzeitung schon einmal etwas über diese Sachen gelesen, aber ein Hands-on-Bericht eines Users ist da doch wieder interessanter. Es wäre toll, wenn du die Haltbarkeit des Flickwerks dokumentieren würdest; natürlich sind 100 Euro für diese Sachen verlockend, aber wenn das nur ne Saison hält, steht eben doch der Sattler an. Wie ergiebig sind die Sachen denn?

26.01.2015 10:55    |    Designs

Hallo,

 

also das Flüssigleder geht fast komplett für die beiden Vordersitze drauf, wobei viel davon natürlich das relativ große Loch geschluckt hat. Wenn es nur Risse sind, dann kannst du da locker 2-3 Behandlungen durchführen.

Vom Farb-Refresher habe ich nur zwei kleine Fläschchen genommen, davon reicht mit eines für die Erstbehandlung, das zweite bleibt dann noch als Reserve übrig. Die 200ml Variante finde ich hier völlig überzogen.

Selbiges mit dem Protector (hier die 200ml Flasche), den sollte man ja alle 2-3 Monate mal verwenden - auch da reicht die Flasche sicherlich für 2 Jahre.

 

Eine gewisse Erfahrung mit der Haltbarkeit habe ich ja schon. Mein damaliges Cabby hat die selbe Behandlung erfahren. Das hatte ich dann ca. 3 Jahre. Da hat es genügt einfach am Anfang der Saison nochmal den Sitz etwas sauber zu machen, evtl. nochmal mit dem Farbrefresher drüber gehen und dann nochmal Protector drauf. In 45min war alles wieder top. Allerdings habe ich dort auch nicht so viel Flüssigleder verwendet.

Wie beständig das ist, wird sich zeigen.

 

Gruß Jürgen

31.01.2022 19:51    |    LeatherMagicWorld

Hallo alle zusammen,

 

wir sind Fachbetrieb in sachen Lederaufbereitung und Lederreparatur von Oldtimer.

Weitere Infos unter:

 

www.leather-magicworld.com

 

und

 

 

www.mac-leather-repair.jimdofree.com

 

 

Grüße aus Vogelsberg Hessen

Deine Antwort auf "#Teil 1 - Ledersitze aufbereiten - 16 Jahre alt, aber noch nicht verloren!"

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