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Tüddelkram und andere Katastrophen

Wie man aus kleinen Problemen große machen kann

Thu Sep 13 17:31:13 CEST 2018    |    Jack GT    |    Kommentare (10)

Eher notgedrungen als geplant verbrachte ich viele Kilometer mit dem Polo AW. Auslöser war eine Panne mit einem meiner Autos. Da der Polo als Einziger noch beim Vermieter verfügbar war, kamen innerhalb von ein paar Tagen 1300 km zusammen, sowohl in Stadt, Land, als auch Autobahn. Da bietet es sich an, über die gewonnenen Eindrücke zu berichten.

 

Vergleiche hinken

 

 

Was ist eigentlich meine Referenz, mein Vergleichswert? Für einen VW irgendwie automatisch der Golf 2. Erstens, weil der aktuelle Polo seine Größe erreicht hat, zum anderen, weil er die Idee eines "Volkswagens" verkörpert: Keiner so haltbar, so im Umlauf, verkörpert er die klassischen Tugenden eines haltbaren Wagens. Ich habe insgesamt vier "Zweier" in allen Varianten gehabt (einen gibt es noch bei mir: den 16V). In meinem Fahrzeugpark gab es des Weiteren mal einen 86c (Polo 2), einen 6N (Polo 3), den Polo 4 (9N) habe ich häufiger im Rahmen der Fahrgemeinschaft gefahren, daher kenne ich auch den Vorläufer dieses Autos, den 6R.

 

 

Der erste Eindruck

Groß ist der Polo geworden, er besitzt quasi Golf-Format, liegt von der Einschätzung zwischen einem Golf 2 und 3 von der Größe. Auch optisch ist er dem Golf deutlich angeglichen, eine Entwicklung, die mit dem 6N begann.

 

 

Das setzt sich innen fort: Wirkte der Vorgänger 6R irgendwie immer ein bischen pappig vom Innenraum auf mich - da fand ich den davor (also den 9N, Polo 4) deutlich wertiger - so macht der aktuelle Polo einen ganz anderen Eindruck: Aufgeschäumtes Armaturenbrett, LED's im Fahrzeughimmel und Ambiente-Beleuchtung: da geht was - das hat vielleicht auch mit der Ausstattungslinie "Highline" zu tun. Nur die Türen sind Plastik durch und durch. Die Sitze sind straff, alles wirkt soweit ordentlich verarbeitet.

 

 

Einen größeren Kindersitz im Polo - passt das?

Nachdem ich das Auto um kurz vor 0h in Kassel übernommen habe, ist als erstes der Kindersitz einzubauen. Ich habe einen schwedischen Reboarder (Axkid Minikid) für Kinder über 2 Jahren und: VW hat immer noch keine Ösen an den Sitzen oder Sitzschienen verbaut. Was Saab und Volvo schon vor 15 Jahren konnten, fehlt hier noch immer. Zugegebenermaßen bin ich hier auch etwas exklusiv, denn alle anderen Einrichtungen für Kindersitze (Isofix und Co.) hat der Polo. Und: die Deutschen fahren kaum größere Reboarder, aber das ist ein anderes Thema und immer noch erstaunlich, da die Gefahr schwerster Verletzungen um 90% im Vergleich zu einem herkömmlichen Kindersitz gesenkt wird. Also bleibt mir, Schleifen um die Sitzfüße zu machen mit den vom Kindersitzhersteller mitgelieferten Zusatzgurten. Hier zeigt sich der Polo dann doch klein: Soll auf dem davor befindlichen Sitz noch jemand sitzen, muss der Vordersitz stark nach vorne gezogen werden. Der Reboarder-Kindersitz hat dann trotzdem noch eine recht steile Rückenlehne: Bei meinem Bulli oder Saab ist dagegen mehr Platz. Das führt auf der Fahrt dazu, dass dem Kind der Kopf immer beim Einschlafen nach vorne fällt; Gequäke und Weinen sind die Folge. Dabei ist der Axkid Minikid einer der am kleinsten bauenden Reboarder. Wer also Reboarder im Polo fährt, setzt den Kindersitz sinnvollerweise auf die Beifahrerseite (hinten wegen des besseren Unfallschutzes) und den zweiten Partner daneben auf den Rücksitz.

 

Nach der ersten Ernüchterung punktet der Polo aber: Man findet sich sofort zurecht, alle Schalter sitzen, die Bedienung ist intutiv.

 

Wohin denn nun?

Das gilt erstaunlicherweise auch für den großen Touchscreen in der Mittelkonsole: Recht schnell ist die Bedienung erlernbar. Das ist auch nötig, denn das ganze Menü ist beim Anlassen auf englisch: Ich muss also erst einmal die Sprache umstellen.

 

 

Nicht begeistern kann mich die Navi-Führung des Festeinbau-Navis: Während das große Display die Karte aus der Vogelperspektive zeigt, wird in der Mitte des Instrumentes (also des "Multifunktionsdisplays") der Pfeil samt einer Entfernungsangabe gezeigt. Mittlerweile bin ich an die mobilen Navi's wie Tomtom, Google Maps, Apple, CoPilot und wie sie heißen, gewöhnt. Daher zeigt mir das Instrument zuwenig Umgebungsinformation an (nur den Pfeil), der Touchscreen zuviel über die Vogelperspektive. Prompt verfahre ich mich auch in der Nacht zweimal, weil ich eine kleine Ausfahrt verpasse. Ärgerlich schalte ich den Zoom im Touchscreen um - intutiv drehe ich am rechten Rädchen, dann kann man die Darstellung ähnlich der mobilen Navis gestalten. Danach kommen auch keine Verfahrer mehr vor. Die Integration des Handys, auch als Navi, muss allerdings erst beim Händler freigeschaltet werden: doof für einen Mietwagen...

 

Lautstärke und Motor

 

 

Erstaunlich leise hier. VW hat die Kiste gut gedämmt. Im Stand hört man die Milchpackung im Motorraum (ein aufgeladener Dreizylinder mit 1000 ccm und 70kW/95 PS) überhaupt nicht. Beim Beschleunigen knurrt er dann allerdings leicht rauh. Das verschwindet aber ab etwa 2500 Touren. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten und Drehzahlen ist der Dreizylinder dann so gut wie nicht mehr hörbar. Der Motor hat ein kaum fühlbares Turboloch, ab ca. 1500 Touren zieht die Maschine mit gleichbleibender Kraftentfaltung bis in den Begrenzer. Hier haben die Ingenieure wirklich gut gearbeitet. Der Einliter fühlt sich mit dem Turbo etwa wie ein gut im Futter stehender Zweiliter-Sauger mit mindestens 115 -120 PS an. Nur einmal mache ich den Fehler, und versuche, mit etwas über 1200 Touren in den zweiten zu schalten. Da ist das Turbo-Loch, ich komme überhaupt nicht weg, bis ein paar hundert Umdrehungen später der Turbo "füllt". Einzig die Schaltanzeige ist "gepflegt für'n Arsch": Schaltet man nach der, ist der Polo sicher verbrauchs-, aber nicht geräuschoptimiert. Die Anzeige empfiehlt so frühes Hochschalten, dass der kleine Motor sich quält: Dann brummt und vibriert er, immerhin zieht er dabei gut an. Ich habe immer deutlch später geschaltet, davor hört es sich einfach nach "kann nicht richtig fahren" an.

 

Stadtverkehr und Zuladung

 

 

Hier ist die Domäne des "lütten Großen". Im Stadtverkehr zieht er gut, passt in jede Parklücke, die Parksensoren mit der Einparkhilfe und der optischen Anzeige machen Einparken zum Kinderspiel. Wer hier noch irgendwo gegen fährt, braucht einen Satz heiße Ohren. Die vorhandene Einparkautomatik habe ich kein Mal genutzt. Wir haben sie schon im Touran, ich finde sie einfach unnütz. Wenn ich mit der Einparkhilfe alleine nicht auf einen Platz komme, sollte ich nicht Autofahren. Der Wendekreis des Polo ist in Ordnung, die Türen haben einen passenden Öffnungswinkel, die Ladekante ist ausreichend niedrig. In den Kofferraum passt - wie schon vorher - nicht wirklich viel. Die Hutablage ist pappiger geworden. Aber die Sitze lassen sich umladen, dann geht 'was rein.

 

Langstrecke: Ab in das Haifischbecken

Jetzt wird es spannend: Denn das ist eigentlich nicht das Einsatzgebiet, in dem man einen Polo dauerhaft erwarten würde. Zwei Sachen finde ich bei Langstrecke immer wichtig: 1) Wie sitze ich?, 2. Wie agil ist das Fahrzeug bei höheren Geschwindigkeiten?

 

 

Vorweg: Die Sitze, zumindest beim Highline, sind gut konturiert, auch die Rückenlehne ist gut ausgeformt. Das weiß ich zu schätzen, denn ich habe mit Rückenschmerz den Polo über 1000 km gefahren, ohne dass der Schmerz zunahm, er wurde eher weniger. Dabei hatte das gefahrene Modell weder Lordosestütze noch Sitzheizung. Also keine schlechte Leistung. Der Fahrersitzplatz ließ sich auf 3 Arten einstellen: Lehnenverstellung, Längenverstellung, Einstellung der Sitzflächenneigung, alles manuell. Völlig ausreichend. Auch der Blick auf die Instrumente ist ok, alles gut erreichbar. Meine Beifahrerin findet allerdings die Armaturenbrettlinie etwas komisch: Zur Automitte wird das Armaturenbrett dicker, zur Tür nimmt es ab. Die hinteren Sitze sind ebenfalls gut konturiert, der vorhandene Raum gut genutzt, der Fußraum ausreichend: Hier können auch vier Personen länger aushalten. Der 5. Sitz ist für die Langstrecke zu klein, im meinem Exemplar ist er auch gesperrt "due to a safety issue".

 

 

Der Bordcomputer liefert gewohnt aufbereitet die Fahrdaten. Warum VW auf dem linken Hebel statt eines Tempomaten ("Geschwindigkeitsregelanlage") einen Limiter verbaut hat, bleibt unklar: Denn auf der Langstrecke ist ein Tempomat meines Erachtens für entspanntes Fahren ein Muss.

 

Und ab auf die Autobahn:

Erstaunlich. Der Polo AW schlägt sich auf der Autobahn wirklich gut. Das Fahrwerk ist straff, aber federt genügend. Der Dreizylinder zieht sauber und schnell hoch, die Beschleunigung ist für den kleinen Dreizylinder eindrücklich: Bis knapp 180 km/h geht es durchgängig aufwärts, die Beschleunigung ist klar zu spüren, der Zug wie am Gummiband. Ab 180 geht es dann langsamer bis 190, zwischen 190 und 200 kommt nicht mehr viel. 205 sind nur mit Pusten und Rückenwind erreichbar, dann ist wirklich Schluss. Die Schaltung ist leichtgängig, recht präzise. Wobei man im ganzen Auto etwas "abgehoben" von der Straße ist, diese nicht mehr viel spürt, die Lenkung indirekt.

 

Bei welchen Geschwindigkeiten fühlt man sich wohl?

 

 

Bis 100 Stundenkilometer merkt man im Polo tatsächlich wenig, dass man fährt, so gut ist die Dämmung und Dämpfung. Bis 160 km/h liegt die Kiste gut und satt auf der Straße, man fühlt sich sicher, es gibt nicht viel Unterschied zu höheren Klassen. Zwischen 160 und 180 ändert sich das: Die Windgeräusche sind spätestens ab 180 km/h laut zu hören, zumal der Fahrer nah am Dach sitzt, es rauscht vernehmbar, der Wind zieht am Wägelchen. Den Motor hört man derweil überhaupt nicht. Zwischen 180 und 200 km/h sind eher etwas für Abenteurer, will man sie dauerhaft fahren: Das macht der Wagen zwar, dann kommt aber nicht mehr viel, auch merkt man dann den geringeren Radstand: Das Fahrzeug schwankt leicht, bei Querrillen in der Kurve versetzt er zu Teilen, die Windgeräusche sind umfangreich hörbar. Außerdem tut das niedliche Leder-Sportlenkrad dann in den Händen weh: Nach dem Lederbezug kommt ein relativ harter Plastikkranz, der recht spitz zum Fahrer zuläuft: Das hinterließ bei mir in der Handfläche Druckpunkte, zumal man bei höheren Geschwindigkeiten stärker zugreift. Mir wurde dabei in den Kasseler Bergen mulmig. Also lieber wieder auf und um 180 km/h.

 

Und der Verbrauch?

 

 

Die Turbobenziner sind ja verschrien als Säufer bei Leistungsabforderung. Ich bin die Autobahnstrecken tatsächlich hauptsächlich im Geschwindigkeitsbereich 160-180-200 km/h gefahren: Odenwald-Heidelberg-Hamburg 6,7l auf der Rückfahrt 6,4l, maximal in den Kassel Bergen und am Main 7,4l. Das geht. Im Stadtbereich und bei Landstraße liegt man bei um die 5 Liter, bei sparsamen Fahren kann man auch eine 4 vor dem Komma erzeugen. Im wenig aussagekräftigen Momentanverbrauch bekommmt man ihn bei 200 km/h auf 15l/100 km. Im Alltag hatte ich ihn kombiniert bei 5-6l. Für einen 1200 kg schweres Benzinerfahrzeug für mich ok.

 

Fazit

Läuft. Abgesehen von kleineren Schwächen ist der Polo sogar autobahntauglich geworden, er ist von Größe und Agilität vergleichbar mit einem Golf 2 mit etwa 107 PS. Erstaunlich spritzig ist dabei der Motor. Wer will, kann ohne Probleme auf Autobahnen zwischen der 2. und 3. Spur pendeln, ab 180 merkt man dann aber den Kleinwagen. Was auch der aktuelle Polo natürlich nicht ändern kann: Selbst wenn die Nadel bei 200 ist und der nachfolgende Mittel- oder Oberklasse-Wagen nur 10 km/h mehr schafft: Wer in einem Kleinwagen sitzt, wird genötigt auf deutschen Autobahnen, auch, wenn er nur im kurz im Überholvorgang ist.

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Mon Sep 03 22:31:49 CEST 2018    |    Jack GT    |    Kommentare (4)

Lange habe ich nichts mehr geschrieben, da einfach keine Zeit. Nun ist es aber wieder einmal so weit. Dank eines unpassenden Ratschlages, gewisser eigener Doofheit als auch ungeplanter Ereignisse ergibt sich Schreib- oder auch Lesestoff. Und ein längerer Beitrag...

 

Der Vorlauf

 

Reperaturen kommen meist unpassend, selten passend. So war es auch bei unserem Kombi, einem Saab 9-3 II Sport Combi. Ein treuer Dauerläufer, aber im Stand zog der Gute Abgase in den Innenraum. Da ich nicht mehr die Zeit habe, selbst nachzuschauen, sollte meine kleine Werkstatt, die leider chronisch wenig Zeit hat, das Problem überprüfen. Diese konnte zuerst nichts finden, machte nach erneuter Suche einen undichten Krümmer aus, behob diesen beim letzten Werkstatttermin jedoch nicht. Parallel meldete sich das Zweimassenschwungrad,das verschleissmässig ausgetauscht werden will. Alles nicht wild, doch die Werkstatt hatte keinen Termin. Da aufgrund Krankheit in der Familie außerplanmäßig von Hamburg in den Odenwald gefahren werden musste, wurde die Werkstatt gefragt: Geht weiteres Fahren? Die Antwort lautete: Stadt eher ungünstig, Autobahn problemlos. Sicherheitshalber am Vortag das Auto auch einmal mitgenommen auf dem Weg zur Autobahn: läuft.

 

Lernen sie die A7 Schritt für Schritt kennen!

 

Also Frau und Kind eingeladen und ab geht's zur Mittagszeit. Wer von Hamburg auf der A7 nach Süden fährt, kann die Autobahn auch am Samstag kilometerweise kennenlernen: Mindestens 3 Baustellen, bei denen zum Teil auf eine Fahrspur am Wochenende reduziert wird. Den Baufortschritt kann man dann im Stand beobachten, oder bei Schrittgeschwindigkeit.

 

BMW für Lau

 

 

Bis Göttingen läuft alles langsam wieder. Wir machen Pause und als ich wieder zum Auto komme, steht ein älterer, aber gut gepflegter BMW-3er neben unserem Auto. Ohne Kennzeichen. Moment mal, der war doch vorher noch nicht da - ist der auf der AB ohne Kennzeichen vorne und hinten unterwegs gewesen? Oder entsorgt hier jemand seine Kiste? Eigentlich noch zu neu und zu gut gepflegt. Interessiert schaue ich durch das Fenster in den Innenraum. Da liegt im Beifahrerfußraum der Fahrzeugbrief und darunter der Schein. Auto zum Mitnehmen also? Bevor ich den Türgriff öffnen kann, fordert meine Frau mich zur Weiterfahrt auf, dass ist ihr nicht geheuer.

 

 

Falsche Vorhersage

 

Wir fahren diskutierend weiter, nachdem wir Fahrer und Beifahrersitz gewechselt haben: Warum stellt jemand sein Auto zum Mitnehmen hin? Handelt es sich um einen Verkauf? Oder ist da vielleicht ein kriminelles Geschäft im Gange? Aus unseren Überlegungen werden wir hinter Kassel durch einen Rums herausgeholt: Die Kiste hört sich plötzlich an, wie eine Harley Davidson und die Leistung ist deutlich reduziert. Während meine Frau das Auto am liebsten mitten auf der Spur abstellen will, lotse ich sie weiter zum nächsten Rastplatz, denn dieses Geräusch kann nur heißen: Der Auspufftrakt ist nicht mehr dicht.

 

Der Rastplatz ruft - bis zum Abwinken

 

 

Auf der Raststätte 'Markwald' kommen wir zum Stehen. Haube auf und nachgeschaut: Das in den Krümmer führende Flexrohr ist gerissen. Soviel zu "Autobahn problemlos". Weiterfahren geht auch nicht, denn die darüber befindliche Kabelbaumisolierung beginnt schon zu schmelzen. Bei Weiterfahrt gibt's mindestens Kabelsalat. Ich brauche also einen Abschlepper. Und rufe also bei meinem Autoclub an.

 

Gemeinsam nicht einsam: Leben mit Pannen

 

Währenddessen läuft neben uns eine noch recht neue Mercedes C-Klasse auf dem Parkplatz ein, mit rumänischem Kennzeichen. Während ich mich bei meinem Autoclub in der Warteschleife befinde, kommen nebenan drei Männer aus dem Auto, klappen die Motorhaube auf und betrachten voller Interesse das Aggregat.

Da ich noch in der Warteschleife hänge, steige ich aus und schaue mit. Die Rumänen können kein Deutsch, ich kein Rumänisch. Über Handverständigung bekomme ich raus: Der Mercedes verbraucht wohl Öl und Wasser, weshalb das Auto erst einmal abkühlen soll. Ich schaue mir derweil den Mercedes-Motor an, der elegang am Ladeluftschlauch mittels Gaffa-Tape geflickt ist. Nach einiger Zeit sind sich die Rumänen einig: Wasser und Öl nachgießen, so wollen sie wohl in das Heimatland. Bei den Preisen einer deutschen Mercedes-Niederlassung dürfte die Reparatur auch ein Jahresgehalt kosten.

 

Ein bisschen Geduld...

 

Ich hänge noch immer in der Warteschleife der Notfallhotline meines Autoclubs. Moment mal, das Display zeigt schon 30 Minuten an. Die freundliche Bandansage säuselt dabei "noch einen Moment Geduld". Irgendwie fühle ich mich nicht ernstgenommen. Der Hinweis, dass ich auch auflegen könne, dann aber bei einem erneuten Anruf wieder in der Warteschleife von vorne anfange, hilft auch nicht wirklich weiter. Das ist mir bei meinem Autoclub noch nie passiert. Immerhin findet mein Nachwuchs das alles spannend: Denn da steht schon der nächste mit Defekt.

 

 

Zeit für den Abschlepper: Einer für alle?

 

Nach 40 Minuten in der Warteschleife - wir erleben mittlerweile einen schönen Sonnenuntergang -habe ich tatsächlich ein menschliches Gegenüber am Telefon. Leicht angesäuert frage ich erst einmal, was der Autoclub wohl unter "ein bischen mehr Geduld" versteht, wenn 40 Minuten "noch einen Moment Geduld" bedeuteten. Und, ob die Notfallhotline heute aus einer Person besteht. Die sich mittlerweile leicht gequält anhörende Dame am Hörer erzählt daraufhin, heute würden die Leitungen brennen - sie kämen nicht hinterher. Also brav die Koordinaten und das Probem durchgegeben - und warten auf den Anruf des Abschleppers.

 

Und kaum zu glauben: Ein paar Minuten später kommt auch der Abschlepper. Der allerdings fährt weiter, denn es steht schon das nächste Auto auf dem Parkplatz: Ein Touran, der aus dem Auspuff wie eine Dampflok raucht. Mein Kind will sich den Abschlepper angucken, also stehen wir kurze Zeit später daneben und kommen in das Gespräch:

Der Fahrer berichtet, er habe weiterfahren wollen, aber die weißen Wolken seien ihm spanisch vorgekommen. Er tippe auf Turbodefekt, der Abschlepper auch. Er kenne das auch schon von einer Panne aus Schweden, wo er schon einen Turbo eingebüßt habe. Er habe heute schon mehrere VW's mit Pannen gesehen, dieser VW sei damit auch sein letzter. Wir überlegen noch gemeinsam, wer wohl die dickere Rechnung bekommt, dann ist er weg.

 

Das Leben auf dem Rastplatz: Nomaden der Autobahn

 

 

Kurz darauf meldet sich "mein Abschlepper" - er ist nun auf dem Weg zu mir. Das Rastplatzleben hat begonnen: Polnische Kleintransporterfahrer, die offensichtlich auf der Autobahn leben, habe ihr Abendessen zwischen den Transportern gegessen, waschen nun ihre Wäsche auf dem Rastplatztisch und kommen langsam zum Dessert: gegenseitiges Zuprosten mit Wodka. Dazu wird Musik aus geöffneten Autotüren moderat laut gehört: Nomaden gibt es also noch. Bei Dunkelheit und eine Stunde später kommt der Abschlepper. Wir schauen uns gemeinsam den Schaden an, er kommt zum gleiche Resultat wie ich: Keine Weiterfahrt, schleppen zur nächsten Werkstatt. Auto rauffahren, dann alle in die Doppelkabine.

 

 

Ab in die Pampa

 

Der Abschlepperfahrer ist freundlich: Er berichtet darüber, extra mit Doppelkabine angefahren zu sein, damit auch alle reinpassen, zudem stellt er mir die Wahl, in welche Werkstatt ich möchte: Marke, freie, oder... Mir geht es tatsächlich um die nächste Werkstatt. Währenddessen erzählt er über einen Tag voller Einsätze und das sie Schwierigkeiten haben, Leute zu finden, die den Abschleppjob machen wollen: verdammt viel zu tun. Zuvor habe er von diesem Parkplatz Dänen mit Wohnwagen abgeschleppt, die eine Panne haben, ebenfalls zur nächsten Werkstatt.

 

Dort kommen wir auch an, und wer steht da? Die Dänen in Ihrem Wohnwagen hinten auf dem Händlerparkplatz. "Ah, da sind ja meine Dänen. Dachte ich mir's doch, dass es schwierig ist, einen Mietwagen mit Anhängerkupplung zu bekommen" sagt unser Fahrer. Wir laden im Dunkel auf dem Parkplatz ab, plötzlich steht der Däne neben mir. Da ich ein bisschen dänisch kann, erzählt er mir, dass er davon ausging, dass ich ihm sein "ny bil" - seinen neuen Wagen bringe. Er kommt aus Aalborg, wollte mit Familie gen Süden. Das wird heute wohl nix.

 

Lost in Space

 

Der Abschlepper empfiehlt uns, den Autoclub anzurufen, denn er hat schon den nächsten Auftrag. Außerdem hinterlässt er mir eine Taxi-Telefonnummer. Nun stehen wir auf einem dunklen Parkplatz eines Händlers, das Kind schläft im Kindersitz, und ich bin wieder in der Warteschleife. Diesmal nur 15 Minuten - man wird genügsam. Ich habe die gleiche Dame wieder dran, die mich schon mit Namen und Nummer kennt "ich habe ihre Nummer gesehen, da habe ich mir gedacht, ich übernehme sie". Na denn, mittlerweile sind wir schon fast im Plausch. Ich teile ihr mit, wo ich stehe, sie versucht, einen Mietwagen zu organisieren. Kurz teilt sie mir mit, ich sei in einer ländlichen Gegend; gut möglich, dass sie keinen Vermieter finde, der noch aufhabe, vielleicht müssten wir hier in einem Hotel übernachten. Sie verspricht, sich schnell wieder zu melden.

 

Leicht defekt, aber fahrtauglich

 

Kurz darauf ruft sie wieder an. Ja, sie habe noch einen Vermieter ausfindig machen können in Kassel. Der habe allerdings nur bis Zwölf offen. Wir sollten uns möglichst schnell ein Taxi organisieren. Die Adresse gibt sie mir.

Nun rufe ich beim Taxiunternehmen an, schildere die Situation. In einer Viertelstunde soll die Taxe da sein. Ich bespreche schon mit meiner Frau: Kind und Frau mit, gepacktes Auto erst einmal stehen lassen um Zeit zu sparen. Währenddessen versuche ich die Autovermietung in Kassel zu erreichen, damit die mir nicht die Tür vor der Nase zumachen. Glücklicherweise habe ich auch einen Mitarbeiter der Deutschland-Hotline des Autovermierters in Nullkommanix dran. Während ich ihm noch die Lage zu erklären versuche, fährt die Taxe an uns vorbei, sie hat uns nicht gesehen. Ich renne telefonierend hinterher und beschließe, den Anruf zu beenden, damit ich rufen und besser laufen kann. Als die Taxe wendet, erwische ich sie, der Fahrer scheint leicht erschreckt, als ich rufend aus dem Dunkel auftauche. Ich erkläre ihm die Lage, danach baue ich den Kindersitz mit dem schlafenden Kind in die Taxe um.

 

Unterwegs komme ich in das Gespräch mit dem Taxifahrer. Der will auf die Autobahn, da die Taxe - ein Mercedes-E-Klasse-Kombi - auch ein Problem hat. Der Hinterachsniveauausgleich ist defekt, bei den Kurven im hessischen Hochland ist das "Hinterteil" recht unruhig. Der Fahrer entschliesst sich daher, auf die Autobahn zu gehen: Dies spare Zeit und der Wagen liege besser. Na denn.

 

Die Autovermietung oder: Wo die Abschlepper Pause machen

 

 

Tatsächlich komme ich kurz vor zwölf bei der Kasseler Autovermietung an. Dort stehen etwa 3 Abschleppfahrer, die gerade Pause machen. Auch sie können heute über diverse Einsätze berichten. Der Kindersitz steht mit schlafendem Kind am Tresen, die Dame dahinter bemerkt, so wolle sie auch einmal befördert werden. Wie sich raustellt, hat die gute Frau auch nur noch ein vermietbares Auto: Einen Polo. Der Rest sei heute schon gebucht worden. Sollten wir unser Zeug aus dem Kombi nicht darein bekommen, säßen wir fest. Wir nehmen also an. Ich baue den Kindersitz in das nächste Auto, dann geht es zurück und wir laden in der hessichen Pampa um. Mein Kind schläft auf der restlichen Fahrt schlecht, weil der Reboarder (ein rückwärts gewandter Kindersitz) durch den geringen Platz sehr aufrecht steht und der Kopf immer abknickt. Aber ich will ja nicht meckern. Immerhin kommen wir um 3.10h im Odenwald an - und haben für 600 km Fahrt 14 Stunden gebraucht. Mit Ausnahme von Bahn und Binnenschiffahrt haben wir dafür allerdings fast alle Verkehrsmittel gesehen.

 

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Sat Mar 18 00:52:22 CET 2017    |    Jack GT    |    Kommentare (10)

Nein, es hilft nix: Zuviele Autos. Zeit also, sich vom heiß geliebten Blechle zu trennen. Und darüber berichtet dieser Artikel.

 

 

Also ran an die Buletten: Muß der 16V, also der Golf 2 Sechzehnventiler gehen?

 

 

Nein, keiner ist älter. Mein erstes Auto. Keinen habe ich länger, in keinen mehr Liebe gesteckt. Meine bessere Hälfte will ihn immer abschaffen. Aber er bleibt. Dafür stecken in ihm einfach zu viele Erinnerungen. Und alle, die mit mir an ihm geschraubt haben, würden mich töten. Er wird bei mir immer eine Garage haben. Was nichts daran ändert, dass der TÜV abgelaufen ist und das Teves-ABS irgendwo Bremsflüssigkeit verliert. Eine neue ABS-Hydraulikeinheit bei einem Golf 2 zu finden, wird sicher lustig (denn ich nehme an, dass er da undicht ist). Komischerweise beginnt er nur zu lecken, wenn er lange steht.

 

Bullying the Bulli?

 

 

Den T4-Bulli also (weg)mobben? Bei dem steht immerhin der eine Schweller an, der ein zigarettenschachtelgroßes Loch hat, dass der erste Tüffer erfolgreich weggeredet ("das machen sie mal in den nächsten zwei Jahren, ist ja nicht schlimm") und der zweite beim letzten Tüv übersehen hat. Aber auch hier: Der ist uns von Schweden bis Afrika ans Herz gewachsen. Ich könnte mir sogar vorstellen, ihm ein neues Aufstelldach zu kaufen...

 

Troll adé?

 

 

Der Saab 9³ Sportcombi ist mein täglicher Begleiter geworden. Da er auch fast alle Transportaufgaben übernimmt, das sicherste Auto im Bestand und für die neue Fahrgemeinschaft häufiger als Disko (dank seines famosenen Soundsystems) im Einsatz ist, kann ich auf ihn nicht verzichten. Wenn ich ihn weggäbe, reißt mir wiederum meine Frau zudem den Hals ab. Bleibt also auch.

 

Vorbei für Nummer Drei?

 

 

Und so kam es, wie es kommen musste: Der Golf 3 (GT) musste weichen. Insbesondere, da die typische Golf 3-Krankheit vorlag: Beide Schweller durch, die vorderen Kotflügel auch. Bei 330.000 km dichtete er nicht mehr gut ab, verlor Flüssigkeiten, obwohl die volle Leistung noch da war. Da ich keine Zeit mehr habe, mich um Fahrzeuge viel zu kümmern und sich sowohl unser Schrauber als auch Werkstätten weigerten, am Golf zu schweissen (da er ja in Dänemark holraumkonserviert wurde), haben wir viele Teile ausgebaut, dann kam Kiesow. Was weh tat: Als der Kiesow-Abschlepper einfach ein Stahlseil durch den Innenraum gezogen hat, um den Dreier aufzuladen. Ruhe er in Frieden, lange hat er uns begleitet. Leider war die Erhaltung jenseits jeglichem Sinn. Und man hätte jedes Jahr etwas machen müssen...

 

In Hamburg sagt man Tschüss:

 

 

Was mit dem babyblauen Zweier? Den habe ich ja aus dem Dornröschenschlaf befreit und ihm ein zweites Leben gegeben. Viel war zu sanieren, bevor er wieder fuhr. Wie der Tüffer sagte: Der ist für einen Zweier aber kein Aushängeschild. In Verbindung mit dem Prüfer, der selbst einen Golf 2 fuhr und sich viel Zeit nahm, alle "schlechten" Stellen ausfindig zu machen, wurden viele neue Bleche und Teile eingezogen. Danach lief er richtig gut. Doch: Nicht günstig für Famile und Kind: zu klein, zu wenig sicher. Und im Gegensatz zum 16V keinen Bestandsschutz. Also habe ich ihn einen Sommer gefahren, wir haben einen sehr schönen Sommer mit ihm am Meer verbracht. Jetzt ist er verkauft und hat einen freundlichen neuen Besitzer, der hoffentlich mit ihm gut umgeht.

 

Einer für alle: Polo spielen?

 

 

Bleibt noch der Polo: Mit etwa 96.000 km habe ich ihn übernommen, den XXL mit dem Sonderlack "Pistazi". Und er lief gut: Mittlerweile hat er 240.000 km auf der Uhr. Die letzten 4 Jahre lief er in einem Fahrprofil, für das er eigentlich gar nicht gemacht war. 100 km Autobahn in der Fahrgemeinschaft fast täglich, immer 140-150 km/h auf der A7 mit 5 Personen. Die Fahrgemeinschaft hatte ihn "Luigi" getauft, sie fanden, er war ein kleiner feuriger Italiener. Bei den anderen Fahrgemeinschaften hatte er den Spitznamen "Race-Polo", weil wir mit ihm meistens links vorbeiführen. In Hamburg wurde ich aufgrund seiner auffälligen grünen Farbe immer mal wieder von Kollegen, die ich gar nicht kannte, angesprochen. Zugunsten des Trolls wurde er abgestellt, die Fahrgemeinschaft weinte ihm hinterher. Nun steht er schon länger in der Garage, der TÜV ist mittlerweile abgelaufen. Wenn man ihn wieder in Betrieb nehmen will, muss investiert werden. Was tun? Gute Frage...

 

Und sonst?

 

Der Troll läuft, läuft und läuft. Mittlerweile habe ich mit ihm die Erde einmal umrundet (40.000 km), er hält sich gut. Insbesondere der Verbrauch von durchschnittlich zwischen 5,2 und 5,7l bei knapp 200 Pferden ist äußerst erfreulich. Jetzt steht wieder einmal eine kleine Inspektion an. Vielleicht auch Zeit, einmal ein Fazit über die bis jetzt gemachten Erfahrungen zu ziehen. Ehrlich gesagt, ich habe mich mit Saab so gut angefreundet (insbesondere auch die Community ist unbezahlbar gut), dass ich über einen 9-5er nachdenke... Insbesondere über den 9-5er NG. Der letzte große Saab. Ein Auto, dem die Zukunft genommen wurde, der eine interessante Silhouette hat. Als Kombi nicht ranzukommen, als Limousine mit etwa 300 Stück in Deutschland sehr selten.

 

 

Aber ich wollte ja Fahrzeuge reduzieren :D. Einer muß noch gehen. Nur welcher?

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Tue Feb 28 22:45:36 CET 2017    |    Jack GT    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: KIA Anzeige Probefahrt sonderbar

Eine kleine lustige Begebenheit bringt mich hier zum Schreiben: Vor kurzem flatterte mir eine KIA-Werbung in den Briefkasten, der zu einer Probefahrt aufforderte. Da mein Saab-Händler auch KIA vertreibt und auf meinem Arbeitsweg liegt, kam die Idee, dort vorbeizufahren.

 

 

Nun ist KIA in meinen Augen eine Nischenmarke. Nichts, was ich besonders kenne, oder mir in das Auge fällt. Interessant wurde die Marke nur dadurch, dass mein Händler sie auch vertreibt. 3 Händler hat die Marke in Hamburg, einige im Hamburger Umland. Ich ging davon aus, dass bei einer Werbeaktion in Hamburger Haushalten die Händler fast schon Spalier stehen, denn KIA ist IMHO im Alltag nicht häufig - sollten die Händler nicht schnell viele neue Kunden gewinnen wollen und mit Probefahrtautos nur so um sich werfen?

 

 

Umso erstaunlicher: Als ich sicherheitshalber vorher anrief, um nachzufragen, ob ich auf meinem Arbeitsrückweg kurz einen KIA Optima Sportwagen probefahren könne, teilte man mir mit, dass müsse man erst kurz klären. Kurze Zeit später erfolgte ein freundlicher Rückruf: Man könne gerade keine Probefahrt anbieten, dass einzige Auto des Typs sei heute verkauft worden, ein Alternativtermin wurde allerdings angeboten. Das wunderte mich doch sehr: Normalerweise kenne ich es, dass bei Probefahrten im VAG-Konzern eigentlich immer schnell ein Fahrzeug zur Hand ist.

 

Aber warum so schnell aufgeben: Auf meinem Nachhauseweg liegt ja auch noch der zweite von drei Hamburger KIA-Händlern. Also einen kurzen Stopp eingelegt, rein bei diesem Händler und nachgefragt. Aber kaum zu glauben: Die ebenso freundliche Belegschaft teilte mir mit, das einzige Exemplar dieses Typs habe der Chef schon mit in das Wochenende genommen.

 

Das machte mich baff: Offensichtlich kommt man an einen KIA nicht leicht dran. Ich hätte anderes erwartet von einem Importeur.

 

 

Um aber das positive Ende nicht vorzuenthalten: Mein Saab-"Kombinationshändler" hat sich "Nachschub" liefern lassen und mir heute eine Probefahrt angeboten, die ich auch wahrgenommen habe. Tatsächlich gibt es auch noch ein Probefahrt-Gewinnspiel über ein Jahr, bei dem ich ein Kärtchen geschrieben habe. Sollte da etwas herauskommen, lest ihr dann natürlich ein bischen mehr von KIA.

 

Nichtsdestotrotz wollte ich euch die lustige Geschichte vom nicht-verfügbaren Probefahrtauto aber nicht vorenthalten. Gibt es eurerseits ähnliche Erfahrungen mit Automarken?

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Wed Nov 25 23:48:38 CET 2015    |    Jack GT    |    Kommentare (14)

Da ich gerade mal wieder in Dänemark bin und etwas Zeit habe, beschäftige ich mich natürlich mit dem Licht.

 

Diesmal muß der Troll herhalten. Ausgestattet mit Xenon ist am Haupt- und Fahrlicht nicht mehr viel auszusetzen.

 

Eher kosmetischer Natur stört mich der Übergang zum Positions- bzw. Standlicht: Im Gegensatz zum Xenon ist dieses nämlich einfach nur gelb. Hinten werkeln schon seit geraumer Zeit LED-Kennzeichenbeleuchtungen, die mit den werksseitigen LED-Heckleuchten gut harmonieren:

 

 

Nichts Neues werden viele sagen, das hat schon tausend Menschen gestört. Völlig richtig. Viele Beiträge habe ich dazu gelesen, viel schlauer bin ich nicht geworden. Immer noch weiß ich nämlich nicht, welches Standlicht-Leuchtmittel optimal mit dem Xenon-Fahrlicht-Brenner harmoniert.

 

Also erst einmal in Dänemark eingekauft: Osram Cool Blue Intense, Osram Ledriving W5W (und blaue W5W noch liegen gehabt).

 

Achtung: Es ist sehr schwer, die eigentlichen Eindrücke auf die Kamera zu bannen, da der echte Eindruck immer noch einmal anders aussieht (die LED wirken weniger punktförmig und heller im weiß, die Cool Blue Intense weiß-gelber mit Schimmern von blau, die blaue W5W dunkler). Die LED-Lichtfarbe zeigt sich am besten auf den Tagbildern.

 

Nun zu den drei Kandidaten:

 

Osram Ledriving 6000k W5W

 

Am Abend erst einmal die Osram Ledriving 6000k verbaut:

 

 

... und festgestellt: Ein deutlicher Unterschied:

 

 

So sehen beide Ledriving 6000k aus:

 

 

Zudem ist das LED-Standlicht deutliche heller als die normalen Standlichtmittel und nicht legal im Bereich der StVZO. Der Preis liegt im Bereich von 10€/Stck. Auch produziert durch den fehlenden Widerstand (der bei Osram zugekauft werden kann) das CAN-Bus-System eine Fehlermeldung (Saab spezifisch blitzen auch bei CAN-Bus-fähigen LED's die LED, weil das System mehrfach die Leuchtmittel testet, nur entfält dann die Fehlermeldung):

 

 

Leider harmoniert das LED-Leuchtmittel nicht 100%ig mit der Xenon-Lichtfarbe:

 

 

Hier noch etwas besser zu sehen, wobei das Licht nur bei abgeblender Kameralinse punktartig erscheint, ingesamt gut streut:

 

 

Das LED w5w-Leuchtmittel ist hier sogar etwas kaltweißer als das leicht wärmere Xenon-Licht mit 4350k. Ob die 4000k-LED-Serie von Osram näher dran ist, konnte ich leider nicht prüfen, da im Laden nicht vorhanden.

 

Glaubt man diesem Vergleichsbild, dann wäre die 4000k Ledriving-LED wohl allerdings eher warmweiß:

 

(Quelle: http://www.hidplanet.com/.../t-45360.html?...)

 

Hier noch ein paar Vergleiche: LED-w5w mit Xenon-HSW, Nebelscheinwerfer:

 

 

Osram Cool Blue Intense W5W

 

Als nächstes zum Vergleich die Osram Cool Blue Intense eingesetzt:

 

 

Damals hatte ich keine guten Erfahrungen mit den Cool Blue gemacht, fand diese überhaupt nicht blau. Da laut anderen Foren die "Intense" blauer als die Vorgänger sein sollen (Angabe von Osram (bis zu 4000k), habe ich sie eingekauft.

 

Also eingesetzt:

 

 

Die Cool Blue war - wie schon früher, nicht blau. Ein recht weißes Licht, dabei sowohl gelbe als auch leicht bläuliche Farbanteile, wobei die gelben überwogen:

 

 

Die Cool Blue Intense ist zwar nicht blau, jedoch heller als normale Standlichtmittel. Dadurch, dass sie recht gelblich-weiß ist, erscheint das Xenon dann im Gegensatz zu normalen Standlichtern auch nicht mehr so blau. So ergibt sich ein lustiger Effekt: Das Xenon-Leuchtmittel wirkt mit der Cool Blue Intense dann eher wie ein Halogenleuchtmittel. Im Vergleich (wobei dies leider schlecht sichtbar ist):

 

 

Ein Vergleichsbild zeigt links bei eingeschaltetem Xenon links die Ledriving und rechts die Cool Blue Intense - aufgrund der hohen Blendung kann man nur erahnen, dass das Lichtbild links blauer ist:

 

 

Noname W5W blau gefärbt

 

Zum Abschluss habe ich noch ein paar Noname-W5W in blau eingesetzt, die sich bei mir noch im Werkzeugkoffer angesammelt hatten:

 

 

Diese scheinen identisch mit normalen W5W-Leuchtmitteln, nur die Glaskolben sind blau gefärbt. Eingesetzt als Standlichter zeigen sich diese deutlich blau. Dabei sind sie blauer und dunkler als die Cool Blue Intense, weniger hell als die Ledriving-LEDs, zu denen sie im Vergleich deutlich dunkel wirken:

 

 

Und hier der Blick auf den Scheinwerfer selbst mit den Noname W5W in blau:

 

 

Hier noch einmal der direkte Unterschied zwischen Leddriving 6000k und blauen Noname W5W:

 

 

Da mir ungünstigerweise die zweite Cool Blue Intense im Auto runtergefallen ist und ich sie nicht mehr finden kann, bleibt momentan nur, die Ledriving 6000k weiterzufahren, zumindest in Dänemark sind diese nicht verboten.

 

Hier also noch ein paar Impressionen zu den Ledriving:

 

 

Fazit

 

Was kann man nach diesem Test sagen:

 

1.

Die Osram Ledriving-W5W-LED ist etwa doppelt so hell wie alle anderen Leuchtmittel. Sie ist (im Gegensatz zu den Fotos) nur leicht blauer als das Xenon (weil 6000k statt 4350k). Ob dies mit den 4000k-LED's auch auftreten würde, wäre zu testen. Der Scheinwerfer wirkt mit ihr am ehesten an der neuen Lichttechnik "dran". Im Bereich der StVZO ist das Leuchtmittel nicht zulässig und ohne Ballastwiderstand gibt's bei CAN-Bus-Fahrzeugen eine Fehlemeldung. Mit ca. 10€/LED ist die Osram Ledriving das teuerste Leuchtmittel im Test.

 

2.

Die Osram Cool Blue Intense W5W ist heller als normale W5W-Leuchtmittel, ca. 30%. Blau ist an ihr maximal die leichte Reflektion. Ansonsten ist das Licht weiß mit leichte gelben Reflektionen. Sie ist gelber als (4350k-)Xenon, erreicht keine 4000k. Sie ist deutlich gelber als ein Xenon-Leuchtmittel, jedoch näher an der Leuchtfarbe als die Standard-W5W. Das Xenon fällt weniger blau ins Auge, Xenon wirkt im Vergleich dann eher wie ein Halogenleuchtmittel. Sie ist im Bereich der StVZO zugelassen, erzeugt keine Fehlermeldung. Mit ca. 6€/Lampe ist die Cool Blue Intense teuerer als Standardleuchtmittel, aber im mittleren Bereich.

 

3.

Das Noname-blau-W5W-Leuchtmittel ist das blaueste Leuchtmittel in diesem Test. Es weniger hell als Xenon und auch Cool Blue Intense, entspricht einer leicht dunkleren W5W-Standardleuchte. Die Leuchtfarbe ist durch das blau recht nah am Xenon, aber sehr dunkel. Klar sichtbar ist, dass es sich um eine blau gefärbte Glühlampe handelt, die blaue Ausleuchtung wirkt daher "hobbymässiger" als bei der LED. Im Bereich der StVZO ist sie nicht zugelassen, erzeugt keine Fehlermeldung. Mit ca. 2€/Lampe ist sie das günstigste Leuchtmittel im Test.

 

4. Keines der Leuchtmittel erreicht die Farbe des (4300k-) Xenon-Brenners. Die LED's sind etwas zu kaltweiß, die Cool Blue Intense etwas zu gelb, die Noname-W5W blau, aber zu dunkel. LED und blaue Noname-W5W sind zudem im StVZO-Bereich nicht zugelassen. Vom Effekt her würde ich den Xenons die LEDs noch am nächsten ansehen.

 

 

Das war's. In der Wissenschaft würde man sagen: "Weitere Forschung nötig", denn richtig viel schlauer auf dem Weg zum (legalen) Xenon-ähnlichen Standlichtleuchtmittel bin ich auch nach dem Test nicht. Trotzdem hoffe ich, dass bei der ganzen Mühe ein bischen Info für Euch dabei war.

Gibt's Tipps für ein passendes Xenon-nahes Leuchtmittel von euch?

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Thu Oct 15 02:43:26 CEST 2015    |    Jack GT    |    Kommentare (15)

Irgendwie "schulde" ich noch einen Folgeartikel aus der Autokauf-Frage. Und eine Antwort, wie denn die Fahrt zu den Autobesichtigungen ausgegangen ist. Vielen Dank für Eure Antworten aus dem Vorartikel, mit denen ich auf Tour gegangen bin.

 

Die Suchkriterien

 

- Kombi

- Diesel

- Schiebedach (kein Sommer ohne Schiebedach...)

- Nebelscheinwerfer (bis jetzt bei jedem Auto selbst nachgerüstet, es reicht...)

- Xenon (so gute Ausleuchtung wie möglich, LED kommt beim Preisniveau nicht infrage)

- Anhängerkupplung (siehe Nebelscheinwerfer...)

 

Spannend: Eigentlich dachte ich ja, etwa 20 Fahrzeuge gefunden zu haben. Bei genauerem Durchlesen der Texte zu den Inseraten stimmten diese aber z.T. wiederum nicht mit den angegeben Suchkriterien. Nur ein Fahrzeug passte letztlich: Ein wuppertaler Passat 3C, der alle Kriterien erfüllte. Bei der Besichtigung stellte sich dann aber auch heraus, dass er das angegebene Xenon gar nicht besaß...

 

Man kann nicht alles haben...

 

Also kein Auto mit den angegebenen Kriterien im Preisrange. Was tun?

 

Entweder mehr Geld ausgeben oder überlegen, was man am einfachsten nachrüsten kann: die Anhängerkupplung wahrscheinlich - habe ich ja schon diverse Male gemacht, ich bin also schon etwas "in Übung" :).

 

Blieben nun eigentlich nur noch Volvos und Saabs mit den Kriterien übrig. Das passte, da ich es eh mit Skandinavien habe.

 

 

Den besten Eindruck hinterließ ein Mindener Saab 9³ Sportkombi, den ich mir auch anschaute. Das Fahrzeug machte einen fast neuwertigen Eindruck und noch besser: Der erste und einzige Voreigentümer hatte penibel in einem Aktenordner jegliche Investition im Auto samt Mietwagen bei Inspektionen dokumentiert. Dass der Erstbesitzer nicht ganz sauber vernähte Ledernähte in einer Kopfstütze reklamiert hatte, bestärkte mich in der Ansicht, dass das Fahrzeug penibel gepflegt und aufgrund der Laufleistung gewechselt worden war (zu dem Zeitpunkt etwa 170 tkm).

 

Zudem waren Saab's aufgrund der Saab-Insolvenz (und der unsicheren Zukunft des Rechtsnachfolgers NEVS) im Preis gedrückt. Was nur wenige auf dem Schirm haben: Der schwedische Staat hat die Saab-Ersatzteilproduktion mehr oder weniger verstaatlicht (läuft unter Orio AB), um die Ersatzteileversorgung zu sichern, denn in Schweden fahren einfach zu viele Saabs herum.

 

 

Also mit dem gewerblichen Verkäufer gefeilscht, wobei er nach Rücksprache mit seinem Chef einem reduzierten Verkaufspreis sowie zwei Kaufverträgen zustimmte (aufgrund des Preisnachlasses wollte er keine Garantie geben, wir wiederum wollten eine Haftung bei schweren Mängeln, was dann zu zwei entsprechenden Verträgen führte ;)).

 

 

Der Vierrad-Zerknall-Treibling

 

Der 9³ stammt aus der GM-Zeit, was zu günstigeren Ersatzteilpreisen, aber auch zu Folgen aus dem GM-Spardiktat führt. Mein 2007er entstammt der Zeit vor dem letzten Facelift (hat also noch nicht den "Darth-Vader-Grill", aber schon den neuen Innenraum). Bis auf Frontdesign und Heck entspricht er dem aktuell letztmalig gebauten 9³, dem letzten Saab-Modell, das Saab wohl, wie böse Zungen behaupten, vor GM retten konnte, weil die Saab-Ingenieure die Patente auf Saab, nicht auf GM anmeldeten. Es gab/gibt ihn als Cabrio, Limousine und als Sportkombi sowie offroadmässig "aufgepeppt" (also 9-3x) in 4 Ausführungen: Arc, Linear, Vector, Aero (die höchste Ausstattungsvariante). Meiner ist ein Vector, somit die zweithöchste Ausstattungslinie, wobei der Vorbesitzer fast bis zur Vollausstattung außer Navi geordert hat.

 

 

"Dat löppt:"

 

Was an dem Troll (wie eingefleischte Saab-Fahrer ihre aus Trollhätten stammenden Fahrzeuge nennen) gefällt, ist sein guter Komfort, der wertige Innenraum, die gute Dämmung und der Spritverbrauch. Der 1,9l Common-Rail Turbodiesel aus der GM-Zeit stammt von Fiat-Powertrain/Opel und besitzt 16 Ventile, da Saab ein aus eigenen Hause nur Vierzylinder-Turbodiesel anbietet und ist ein leicht rauher Geselle, der aber mit viel Zug entschädigt. Erstaunlich ist der Verbrauch: Bei meiner Kombination aus Stadt, Autobahn und Landstraße fahre ich bei vorsichtigem Gasfuß das nicht eben leichte Fahrzeug um 5,4l/100 km. Gut ist Saab der Spagat zwischen Komfort und Dynamik gelungen: Der Vector hat nicht das härtere Aero-Fahrwerk, ist aber sportlich abgestimmt. Er federt einen Großteil der Schwingungen und Querrillen weg, gibt aber Rückmeldung. Über 200 km/h in den Kurven der Kasseler Berge wird er dann aber etwas zappelig mit dem Heck. Gut auch, dass Saab neben den elektronischen Helfern immer einen manuellen Eingriff zulässt. Besonders gut gefällt mir das Cockpit: Nicht zu viele Knöpfe, sinnvoll angeordnet und intuitiv verständlich. Mein Vater, der bei neuen Fahrzeugen immer mit der Schaltermenge hadert, findet sich ohne Problem zurecht. Die Knöpfe sind zudem so angeordnet, dass man sie auch mit Handschuhen bedienen kann - eine schwedische Spezialität, ebenso wie das Nightpanel, in dem man in der Nacht alle außer den gerade benötigten Armaturen abschalten kann, um Ablenkung zu reduzieren.

 

 

"Dat is schiete:"

 

Bis jetzt gibt es nicht viel zu kritisieren. Am Diesel sind's die Drallklappen, die natürlich defekt waren (Gestänge defekt), Ersatz ist aber für 30€ zu beschaffen. Zudem ist der Motor aufgrund des größeren Motorraums recht arbeitsfreundlich angeordnet. Ärgern tun die mindestens 30-GM-Prozent, die in dem Auto stecken. Ein Beispiel gefällig: Die Saab-Spezialität der mitlenkenden Hinterachse um höhere Kurvengeschwindigkeiten fahren zu können. Nur leider stecken in ihr GM-Schrauben. Und GM spart offensichtlich bei Universalteilen, wie den Schrauben: Bei einer Fahrwerkseinstellung riß die Werkstatt eine Schraube ab. Da mir dies bei meinen alten VW's niemals passiert war, ging ich von einem unfähigen Mechaniker aus, und versuchte nach entsprechendem "Einweichen" die nächste, dicke Schraube zu lösen: Sie riß ebenfalls ab. Bei dem Schraubendurchmesser kaum zu glauben. Das soll bei den GM-Schrauben keine Seltenheit sein, glaubt man den Forenberichten. Zudem ist Saab eine Apotheke, da man fast immer auf Konzernteile zurückgreifen muß, der Aftermarkt nicht so groß ist. Wem der Groschen locker sitzt, kauft beim Saab-Händler eine Schraube für 4€/Stück, bei der man bei VW 80 Cent zahlen würde...

 

 

"Un nu?"

 

Was kann man als Fazit sagen: Der Saab ist ein schönes Auto, nicht ganz so wertig, wie ein "alter" Saab, aber vom Komfort gemütlich wie ein Wohnzimmer und sehr sicher. Dazu gehört eine begeisterte Community, die sehr hilfsbereit und äußerst verliebt in die Marke ist ("more than an car"). Ich habe den Troll schon ins Herz geschlossen, gerade auf der Langstrecke ist er ein Fahrzeug, dass einen entspannt ankommen lässt, dabei durch die Marke etwas aus dem Einheitseinerlei herausfällt, wobei manche die etwas spezielle Seitenlinie mit dem Saab-spezifischen "hockey-stick" die Gemüter entzweit. Ein günstiges Fahrzeug ist er aber nicht: Die Ersatzteile sind teuer, auch die Versicherung lässt sich den Individualismus bezahlen. Was mit der Mutterfirma passiert, weiß keiner genau, allerdings ist die Ersatzteilversorgung über die Verstaatlichung gesichert. Der Diesel knausert mit dem Sprit, auch die Rostvorsorge scheint auf nordische Winter ausgelegt. Und man wird erstaunlich häufig von Menschen angesprochen, die einem eine Geschichte von ihrem alten Saab erzählen.

 

Hier noch ein paar Bilder vom Einsatz:

 

 

 

Zum Abschluss: Ein Video aus den Tagen, als Saab noch ein Performance-Werk-Team hatte, das zeigte, was man mit den Fahrzeugen alles anstellen kann:

 

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Sat Jun 27 01:23:24 CEST 2015    |    Jack GT    |    Kommentare (7)

Immer um die Urlaubszeit kommt unser Bulli an's laufen. Den größten Teil des Jahres schläft der mittlerweile knapp 25 Jahre alte VW T4 in einem Schuppen, um dann gefordert zu werden. Bei mittlerweile 6 Erdumrundungen (also 240.000 km) fällt dann auch der eine oder andere Verschleiss an - so neulich passiert in Südschweden. Der Inhalt dieses Beitrags erzählt über dieses kleine Malheur und einen findigen Kundenberater.

 

Alles hat einen Anfang...

 

 

Der Ursprung des Defektes liegt eigentlich schon mehrere Jahre zurück. Zu diesem Zeitpunkt versuchte ein Mensch sich von hinten nach vorne im Bulli zu bewegen und kollidierte mit dem Schalthebel. Wie man gut auf dem Innenraumbild sehen kann, ist es keine gute Idee, sich zwischen Stuhl und Schalthebel vorbeizuquetschen, sondern man "umläuft" ihn schlauerweise am Armaturenbrett. Das wusste betreffender Mensch aber leider nicht, was dazu führte, dass sich seitdem der 1. Gang schwer einlegen lässt. Und ja, wäre ich schlauer gewesen, dann hätte ich die Schaltung neu eingestellt (aber bekannntlich ist man hinterher ja sowieso schlauer...).

 

Ab in den Norden!

 

 

Dieses Jahr ging's geplant wieder einmal in den Norden (Ziel: Schärengärten). Da der alte Trecker ein Fortbewegungsmittel für gemütliche reisende Menschen ist, fahren wir weder schnell, noch rasten wir wenig. So fuhren wir nach ausführlicher Besichtigung im schwedischen Helsingborg erst am Nachmittag Richtung nördlicher Küstenschnellstraße ab. Wir hatten allerdings die Rechnung ohne Rushhour und Kreisverkehr gemacht. Beide gibt es auch in Schweden und wenn eine vielbefahrene Autobahnausfahrt und eine mindestens genauso befahrene Schnellstraße in einem Kreisverkehr zusammentreffen, führt dies zu furchtbaren Staus. Das wiederum sorgte dafür, dass ich andauernd in den 1. Gang schalten und auskuppeln musste.

 

 

Kreisverkehr integriert

 

Endlich in den Kreisel eingeschert, freute ich mich, den Kreisverkehr hinter mir zu haben. Also ab in den 2. Gang - dachte ich. Der war aber nicht mehr anzutreffen. Stattdessen hatte ich den Kreisverkehr nun in der Schaltung - ich konnte in alle Richtungen rühren, ohne einen Gang zu finden. Glücklicherweise hatten wir durch die Beschleunigung im "gegangenen" 1. Gang noch ein bißchen Geschwindigkeit und ich rollte auf der leicht abschüssigen Schnellstraße mit einem Pulk Autos hinter mir bei eingeschaltetem Warnblinker entlang.

 

Treffer...

 

Nachdem ich eine Ausfahrt in ein Industriegebiet sah, rollte ich dort von der Schnellstraße ab. Rechts stand ein großes Gewerbegebietsschild, auf dessen grünen Rasen ich zuhielt und mit letztem Schwung den Bulli von der Straße bekam. Was also nun machen? Wenn man schon ein Gewerbeschild vor der Nase hat, kann man ja gleich einmal schauen, was sich so alles im Gewerbegebiet befindet. Und siehe da: Volkswagen Helsinborg war keinen Kilometer entfernt von mir samt Telefonnummer verzeichnet. Nachdem ich dort angerufen und diverse Male weiterverbunden worden war, erklärte mir der Händler, er könne mir vielleicht helfen, jedoch könne er das Auto nicht die paar Blocks ziehen - dafür bräuchte ich einen Abschleppdienst.

 

Einen Gang zurückschalten...

 

Bevor ich einen Abschleppdienst rief (es war mittlerweile16.45h), überlegte ich, ob ich das Auto nicht schneller zu VW bekäme. Nach einigem Rütteln und Herumfummeln im Motorraum war klar: Im Getriebe geht noch was: Ich konnte per "Handeingriff" am Getriebe Gänge einlegen - diese aber weder wechseln noch herausnehmen. Was für ein Glüück: Also offensichtlich "nur" ein Defekt im Schaltgestänge. Auf gut Glück erwischte ich den 3. Gang und konnte nun immerhin weiter zum Händler fahren

 

Schwedische Kuriositäten

 

Beim Händler angekommen, traf ich den Serviceberater an, mit dem ich telefoniert hatte. Glücklicherweise hatte er ab 17h noch einen Mechaniker zur Hand, der sich mit mir das Auto ansah. Da er kein Englisch und ich kein Schwedisch konnte, gestaltete sich das ganze leicht kompliziert. Während er von vorne den Motorraum anschaute, versuchte ich den Defekt am Gestänge zu erläutern. Gleichzeitig stellte ich fest, dass die Wählhebelstange sich in alle Richtungen bewegen ließ. Daher kroch ich unter's Auto und konnte den Defekt sehen und fotografieren: Eine gebrochene Schaltstange, wie auf dem Bild zu sehen:

 

 

Mit Bild und dem schweigenden Mechaniker ging's wieder zu VW rein. Ja, wenn man repariere, dauere dies wohl ein paar Tage - so lange wollte ich aber nicht warten und fragte nach, ob das Teil denn vorhanden sei. Ein Blick in ETKA (den elektronischen Ersatzteilkatalog von VW) ergab, dass in ganz Schweden keine entsprechende Schaltstange vorhanden war: Schicken aus Deutschland würde also schon 5 Tage dauern. Express-Service halt...

 

Spezielle Lösungen

 

 

Das war denn doch etwas blöde: Eine Woche beim VW den Urlaub "verbraten"? Nachdem ich den Händler nach Schrottplätzen (alte T4 mit entsprechenden Teilen) und alternativen Bastellösungen gefragt hatte, wurde plötzlich der vorher stille Mechaniker (der immer noch mit uns zwei vor dem ETKA stand) aktiv: Gestikulierend erklärte er dem skeptisch dreinschauenden Serviceratgeber, über was ich auch gesprochen hatte: Das Teil wieder zusammenzuflicken. Der Vorschlag: VW versucht das Teil wieder zusammenzubekommen - ohne Garantie und Haltbarkeitsangabe - dazu stehe ich am Folgetag um 7h vor der Tür.

 

All you need: ein Industriegebiet

 

So übernachteten wir unfreiwillig ein paar Meter weiter auf einem alten Industriegelände in Helsingborg. Während meine Frau im Bulli Essen kochte, schaute ich mir die Sache noch einmal von unten an. Lustigerweise ergab sich auf dem Parkplatz noch ein Schnack mit einem deutschen Transporterfahrer, der Autoteile für Volvo per Express quer durch Skandinavien fuhr und auch dort übernachtete.

Am nächsten Morgen waren wir bei VW, der Serviceberater hatte seinem Kollegen den ganzen Prozeß übergeben und nach über 3 Stunden hatte VW Helsinborg diese Lösung gefunden:

 

 

Für mich eine prima Lösung, hat sie doch den Urlaub gerettet. Denn obwohl der "Ratgeber" (auf schwedisch heisst der Kundenberater "Servicerådgivare") noch einmal betonte, die Lösung könne auch nur ein paar Kilometer halten, stehen mittlerweile über 1000 zusätzliche Kilometer auf der Uhr. In Kürze kommt hoffentlich das Originalteil über Classic Parts in Dänemark an. Als ich mich vor Abfahrt in die Schären noch einmal bei VW Helsingborg ("Din Bil Sverige") für die unkonventionelle Lösung bedankte, kam zurück: "Genau dafür machen wir doch unseren Job".

 

Anbei ein paarn Bilder vom Scherengarten, die Dank der speziellen Reperatur doch noch möglich wurden:

 

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Wed Feb 25 21:09:29 CET 2015    |    Jack GT    |    Kommentare (33)    |   Stichworte: Achtung Kunde, Kundenbindung, Servicewüste, Warteschlange

Vorsicht Kunde!Vorsicht Kunde!

Es ist schon einige Jahre her, da habe ich im Eskalationsmanagement eines großen Medienkonzerns gearbeitet. Meine Idee war immer: Wer es bis zu mir geschafft hat, hat schon ordentlich Ärger hinter sich und sollte daher dort abgeholt werden, wo er steht. Denn wer sich soviel Mühe macht, zeigt auch Interesse, im Konzern zu bleiben. Daher galt: Kunde mit seinem Anliegen Ernst nehmen, Glauben schenken, Lage regeln und ggf. Trostpflaster für erlittenes oder gefühltes Unrecht kleben. Wer hier nicht am falschen Ende spart, kann einen langjährigen Kunden gewinnen. Viele Kunden konnte ich damit halten, nicht selten gab's noch eine briefliche Rückmeldung.

 

Dass man Kundenkontakt allerdings auch ganz anders verstehen kann, hat mir heute Eplus klar gemacht. Seit 10-12 Jahren Geschäftskunde, war ich meist recht zufrieden und habe den Vertrag von Zeit zu Zeit aktualisiert. Das Eplus mit einem solch alten Vertrag nicht schlecht fuhr, braucht man wohl nicht zu erwähnen.

 

Die Business-Hotline war in der Regel gut erreichbar, doch machte ich vor kurzem eine andere Erfahrung: Über zwei Tage verbrachte ich über mehrere Telefonate letztlich über 1,5h Stunden in der Warteschleife, wobei die kürzesten Anrufe dabei 15 Minuten bis zum Auflegen, die längsten 45 Minuten dauerten.

 

Entnervt schrieb ich an Eplus eine Mail, schilderte die Wartezeit und fragte nach der Erreichbarkeit.

Dies führte immerhin nach ca. 1 Woche zu einem Rückruf eines Eplus-Mitarbeiters, der mich wiederum nicht erreichte. Stattdessen erklärte er mir auf meiner Mailbox immerhin knapp 2 Minuten lang, dass ich nun nicht erreichbar sei, er "nicht so richtig nachvollziehen könne" das ich die angegeben Zeit tatsächlich wartend verbracht habe und die letzten Tage Zeiten gewesen seien, in denen man "auch Däumchen gedreht habe".

Das ist einmal echtes Eskalationsmanagement: Einem verärgerten Kunden unterstelle ich, dass er mir die Unwahrheit erzählt - prost Mahlzeit...

 

Ein Rückruf meinerseits bei der EPlus-Kundenbetreuung machte das Ganze nicht besser: Die Kundenberaterin nahm die Angaben entgegen, erfragte was ich denn erwartete - worauf ich ihr angab, dass eine kleine Gutschrift günstig wäre... Die Antwort, so etwas sei nicht geplant, bewies mir noch einmal die kompetente Serviceorientierung des Unternehmens, womit ich dann bei diesem Mobilfunkanbieter als Kunde auch endgültig raus bin...

 

Statt umfangreicher Neukundenwerbung könnte man ja auch Altkunden halten, die gutes Geld in die Kasse spülen. Aber das ist wohl einfach zu simpel gedacht.

 

Kennt ihr so etwas auch?

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Thu Feb 12 23:07:20 CET 2015    |    Jack GT    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: Autokauf, Internet, keine Gewährleistung, Tricks der Verkäufer, verrückte Angaben

Nach mittlerweile 240.000 km im Polo 6N, zumeist mit 5 Personen, schwerer Werkzeugkiste, ca. 140-150 km/h bei täglich 100 km Fahrleistung stellte sich die Frage: Ist ein Polo für dieses Anforderungsprofil wirklich der richtige Wagen?

 

Mein sehr wohlwollender Chef behautptete klar: Nein - und schlug mir die Übernahme seines Audi A4 Kombi vor. Dies zu einem wirklich freundschaftlichen Preis, doch fehlte mir das dafür erforderliche Kleingeld, um dessen Beschaffung ich mich erst einmal kümmerte.

 

Währenddessen der Geldbeschaffung ging die Zeit ins Land, mein Chef gab seinen A4 in Zahlung und der Polo lief weiter. Als sich TÜV und Kupplung ankündigten, war klar: Entweder, ich muss Geld in den Polo investieren, oder ich sattle jetzt um.

 

 

Als VW-Fuzzi fiel mir natürlich als erstes ein Golf ein. Meine bessere Hälfte hörte das und riet: Dann nimm' doch wenigstens einen Kombi, damit auch was reinpasst und bei 5 Personen noch Luft nach hinten ist...

 

Damit standen die Suchkriterien:

 

- Kombi

- Diesel (wegen km-Leistung)

- Schiebedach (kein Sommer ohne Schiebedach...)

- Nebelscheinwerfer (bis jetzt bei jedem Auto selbst nachgerüstet, es reicht...)

- Xenon (so gute Ausleuchtung wie möglich, LED kommt beim Preisniveau nicht infrage)

- Anhängerkupplung (siehe Nebelscheinwerfer...)

 

Mit dieser Kombi fand ich in meiner Preisklasse in Deutschland etwa 20 Fahrzeuge. BMW, Opel, Peugot, Citroen, Skoda, VW, Saab und Volvo. Und schon hatte ich mich auch in Passats verbissen, nach Möglichkeit ein B6 bzw. 3C.

 

Dabei stellte ich fest: Kein Fahrzeug stimmte (ganz) mit den Angaben im Netz überein oder es gab sonst noch einen Haken:

 

 

Bei Autohäusern angebotene Passats wurden

 

a)

entweder nur für Bekannte verkauft ("der Wagen ist gut, aber ich kann natürlich keine Gewährleistung geben, habe den nur für einen Kunden inseriert mit dem Sie dann den Vertrag von Privat zu Privat machen"),

 

b)

überhaupt nicht an Privat verkauft ("bei 150.000 km Laufleistung kann ich Ihnen den nur als Export verkaufen, sonst weigere ich mich, Ihnen den zu verkaufen mit Gewährleistung")

 

c)

oder relativ große und ehrliche Autohäuser ergänzten ihre Angaben ("Was nicht in der Beschreibung steht: Das Fahrzeug hat hinten einen Parkschaden bis auf das Blech, vorne sind die Sitze wirklich nicht mehr gut und wir wissen noch nicht, woher das Wasser im Fußraum kommt"). Das Beste war ein sehr günstig angebotener Passat, bei dem der Inhaber darauf bestand, der Wagen könne nur über eine Bank, nicht bar bezahlt werden...

 

Da ich sehr skandinavienbegeistert bin, nahm ich Volvo und Saab zudem in meine Suche mit auf. Aber auch hier das Gleiche: Obwohl ich gefühlt mit ganz Süd- und Osteuropa telefonierte, wollte kein Händler für ein 5-7t€ teures Fahrzeug Gewährleistung geben. Einzig ein rühriger bayrischer Händler bot mir bei einem V50 an: Ja, er gebe Gewährleistung, allerdings nur, wenn ich bei einem Schaden das Fahrzeug von Hamburg zu ihm auf eigene Kosten hin- und rücktransportieren würde, der Weg sei ihm zu weit...

 

In der Regel war in diesem Preisrange erst ab knapp 200.000 km etwas mit den o.a. Suchkriterien zu bekommen. Hinzu kam, dass bei den Passats der Partikelfilter irgendwann voll war, ganz abgesehen vom Ölpumpen"sechskant", der über die Jahre rund und einen Kapitalschaden bei den PD-Dieseln auslösen konnte.

 

So beschloss ich, mir ein Auto zu mieten, verschiedene Angebote deutschlandweit direkt anzuschauen und, sofern brauchbar, den passenden Wagen direkt mitzunehmen. Ob dies eine gute Idee war?

 

 

Und was mich noch interessiert: Seid ihr auf ähnliche Probleme beim Autokauf im Netz gestossen?

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Mon Sep 22 13:37:06 CEST 2014    |    Jack GT    |    Kommentare (7)

Etwa 4 Jahre ist es her, seit ich den Polo 6N übernommen habe und mich fragte, ob er in der Haltbarkeit und Zuverlässigkeit mit einem Golf 2 konkurrieren kann. Die Kommentare meiner Mitleser waren dabei eher kritisch.

 

Der Polo und einer seiner Gegenspieler in Form eines Golf 2

 

Übernommen habe ich den Polo 6N mit 1,4l AEX-Einspritzer und 44kW/60 PS bei 92.000 km, er besitzt noch keinen Frostmotor, ist ca. 160 km/h schnell und hat jetzt 193.000 km auf der Uhr.

 

Was wurde nun innerhalb der 100.000 km ersetzt?

 

Ab in die Werkstatt? Hier nur ein Luftfilerwechsel beim 6N

 

Wer hier nun einen detaillierten Rechnungsbericht erwartet, ist an der falschen Stelle. Vielmehr handelt es sich um eine Auflistung der ersetzen Teile, dahinter ein kurzes Fazit.

 

Der [Klammerpreis] gibt den Materialpreis in € ca. an, dabei OEM/Nachrüst-Teile. Sofern ich dies aus Zeitmangel nicht selbst ausführen konnte, zudem die Arbeitskosten.

 

- Zündtrafo/Zündspule [~60€/40€]: Risse im Gehäuse nach 11 Jahren: Zündschwierigkeiten

- Innenraumluftfilter [~20€]: Routineaustausch, dieser ist ca. alle 15tkm auszutauschen

- Gummipropfen für ein Zentralverriegelungsstellteil [5€, gebr.], gerissen nach 13 Jahren

- Fahrerschloss mit Türgriff [~20€]: Aufbruchversuch, altes Schloss zerstört

- Dachantennensockel-Unterlegplatte [~15€]: Nach ca. 14 Jahren gerissen

- 1 Satz Bremsen für die Hinterachse [~100€/150€]: Verschleisserscheinung

- 1 Luftfiltereinsatz [~15€]: regulärer Austausch

- 1 Satz Stoßdämpfer für die Hinterachse [~100€]: Ölverlust an den Dämpfern, Defekt

- 1 Zahnriemenwechsel, Wapu, Rollen [~90€/210€): Verschleiss, nach 90tkm erneuert

- 2 14'Winterreifen in 185iger Dimension [~85€/15€]: Verschleiss, Profil "runter"

 

Dies wäre also das Material , das ohne zusätzliche Anbau/Tuning/Spaßteile/Eigenschäden sowie ohne Betriebsstoffe auf die letzten 100.000 km anfiel.

 

Stoßdämpferwechsel auf offener Straße? Das geht recht fix beim 6N und braucht hinten noch nicht mal einen Federspanner

 

Dazu tankt das Fahrzeug Super bei ca. 5-8l/100 km und bekommt alle 10tkm von mir einen Ölwechsel mit 10W40 à €29,90, versicherungstechnisch im Vierteljahr liegt der 6N bei ca. 75€, steuerlich bei ~102€/Jahr.

 

Dank Fahrgemeinschaft fährt der Polo jeden zweiten Tag ca. 100 km und ist dabei mit fünf Personen besetzt - ziemlich eng, da aber auch schmale Mädels dabei sind, passt's.

 

Wie schlägt er sich nun im Vergleich zum Golf 2? Bis jetzt eigentlich ganz gut. Von der Sicherheit (ABS, Airbags,...), der Versicherungseinstufung und dem Spritverbrauch ist er dem Golf überlegen, ebenso ist das Fahrgeräusch geringer. Ernsthaft nervt allerdings das Armaturenbrett: Dies macht im Winter mächtig laute Knackgeräusche unterhalb der Scheibe: Hier hat bis jetzt nichts geholfen: Weder einfüttern von Dämmaterial, Schrauben anziehen oder Einsprühen. Selbst nach 20 Jahren war das Golf-A-Brett leiser.

Aufgrund der recht leichten Karosse und des größeren Hubraums zieht der Golf dabei deutlich besser, ist besser konserviert und weniger rostanfällig (erste Ansätze zeigen sich beim 6N an den Radkästen und am Schweller), hier wurde an Konservierung gespart. Die Innenraummaterialen sind beim Golf 2 haltbarer (Fahrersitzlehne Stoff verschleisst am 6N, das Lenkrad fängt oben an zu bröckeln), die Schaltung leichtgängiger und das Getriebe weniger anfällig.

 

Mal kurz ein altes Fahrrad mitnehmen? Auch hierfür taugt ein Polo bei verbauter Anhängerkupplung

 

Kurzfazit?

 

Kann man den 6N denn nun empfehlen? Aus Sicherheits- und Kostensicht und unter Einbeziehung der Schwachstellen würde ich sagen: ja. Bis jetzt hat sich das Fahrzeug als treuer Dauerläufer entpuppt.

Ein im Betrieb sehr günstiges Auto, dass allerdings eine dauerhafte Kontrolle des Getriebeölstandes erfordert sowie eine gewisse Rostanfälligkeit mitbringt (diese entfällt bei neueren 6N(2), hier tauchen dann die Frostmotorprobleme auf).

 

Von der Langzeitqualität schlägt sich der 6N bis ca. 200.000 km gut. Hier sind noch keine gravierenden Unterschiede zum Golf 2 erkennbar, wenn auch die Verarbeitungsqualität nicht ganz an den Zweier herankommt. Was im Bereich von 200-300 tkm passiert, wird sich zeigen, da ich diese wohl in den nächsten 3-4 Jahren erreiche. Beim Golf 2 konnte ich hier keine großen Unterschiede bei 300.000 km nach 20 Betriebsjahren feststellen, wie es sich beim 6N verhält, werde ich berichten :D.

 

Rosige Aussichten oder urlaubsreif? Das werden die nächsten 100.000 km zeigen...


Mon Sep 22 13:04:02 CEST 2014    |    Jack GT    |    Kommentare (39)

Warum ein schweres schwereres Zugfahrzeug für das Anhängerschleppen nutzen, wo es doch ein ausreichend motorisiertes Kompaktfahrzeug auch tun würde? Einen Unfall, den ich vor kurzem beobachtet habe, hat mir den Sinn noch einmal deutlich vor Augen geführt!

 

Erste Erfahrungen, dass schwere Zugfahrzeuge nicht ungünstig sind, habe ich schon vor Jahren gemacht. Eine erste, sehr gewagte Transportmöglichkeit war diese hier:

 

Golf zieht Golf - keine gute Kombi

 

Man schleppe mit gleichem Zugfahrzeug ein "aufgehängertes" gleiches Fahrzeug. Keine gute Idee, denn hier fährt man nicht mit dem Hänger, sondern der Hänger mit einem (zur Beruhigung: ich habe dann auch gleich das Zugfahrzeug ausgetauscht ;)). Ganz nebenbei: Auch mit einem Passat VR6 mit aufgeschemelten Golf fuhr es sich nicht sonderlich gut. Mittlerweile bevorzuge ich diese Kombination:

 

Im T4-Zug dürfen bis zu 4,5t bewegt werden

 

Bei dem schweren T4 merkt man den Anhänger nur dadurch, dass das sowieso träge Zugfahrzeug noch etwas träger wird...

 

Im Unfallfall(e)

 

Eindrücklich war aber folgendes, kurz zurückliegendes Erlebnis auf der E45 in Dänemark in Höhe Aarhus: Wir befanden uns auf der Rückfahrt nach D auf der Überholspur südwärts, auf der anderen Autobahnseite (nordwärts) scherte, noch weit entfernt, ein Wohnwagen-Gespann auf die Überholspur aus. Zugfahrzeug war ein Ford Fusion, der Anhänger ein Wohnwagen-Einachser.

 

Symbolbild (Quelle: MZ/Polizei)

 

Entweder bekam der Hänger Seitenwind, oder der Fahrer hatte die Geschwindigkeit überreizt: Auf jeden Fall fing der Hänger an zu tanzen, sprang in die Mittelleitplanke - und von dieser gehalten - wieder zurück, sich überschlagend. Das Zugfahrzeug drehte er dabei über die Deichsel gleich mit.

Ich habe meine bessere Hälfte, die gerade am Fahren war, nur laut mit Kommando "RECHTS" von der Überholspur runtergelenkt, da ich annahm, dass das Gespann gleich die Leitplanke durchbricht.

Günstigerweise fing sich allerdings nach einem Rundumschlag Fahrzeug und Anhänger wieder und kam auf die Räder. Wir sahen nur im Vorbeifahren die schreckstarren Gesichter der Insassen des Fahrzeugs - dieser Urlaub dürfte gründlich gelaufen sein.

 

Da wir schon vorbei waren, war erkennbar, dass der nachfolgende Verkehr geistesgegenwärtig bremste - günstig, dass dies in einer 110 km/h-Zone passiert ist.

 

Das Ganze ging alles sehr schnell vonstatten und man kam sich wie in einem schlechten YouTube-Video vor. Ich hätte ja immer angenommen, dass die Deichsel oder der Kugelkopf abreisst - das der Wohnwagen das leichtere Zugfahrzeug mit dreht, hat mich doch bestürzt.

 

Auch wenn es sicher keine Garantie gibt: Mein Fazit daraus ist, eine möglichst schwere Zugmaschine zu fahren...

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Tue Feb 18 21:50:08 CET 2014    |    Jack GT    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: Autotest auf spanisch, Barcelona, Leon, Leon ST, Seat, Testdrive, Testfahrt

Wieder verschüttet von Arbeit, dauert es manchmal, bis wieder ein Artikel auf dem Blog online geht.

Nachdem ich über den Seat Leon ST Testdrive in zwei Artikeln (Hat der Stier auch Feuer? / Guckst Du! Dem Seat unters Blech geschaut) berichtet habe, stellt sich die Frage: Gibt's da eigentlich noch etwas zu erzählen? Mal schauen :).

 

NACH DEM ADAC: BEEINFLUSST - UND WENN JA, WIE?

 

Nach dem ADAC-Heckmeck stellt sich natürlich auch für Euch die Frage: Wie objektiv ist denn eigentlich der Tester? Wenn man in ein fremdes Land zu einem Autotest fliegt, gut versorgt und einquartiert wird, dann ist die Frage wohl berechtigt. Jeder Hersteller, der so etwas macht, hat natürlich eine Hoffnung, dass dies auch in die Bewertung einfliesst. Wie ist also meine Einstellung?: Klar habe ich eine positive Einstellung hinsichtlich Fahrzeugen und auch Seat als Autohersteller, ebenso freue ich mich über die Einquartierung und Versorgung sowie das Event. Dennoch bin ich von Motor-Talk geschickt, nicht von Seat. "Bringeschuld" sind für mich die Berichte über das Event (in Form zweier Artikel, s.o.), denn ich bin geschickt zum Berichten, allerdings nicht der Inhalt und die Bewertung. Dies einmal im Voraus.

 

AB IN DEN SÜDEN!

 

Der erste Gedanke nach der Einladung zur Testfahrt war: Barcelona, Sonne, Sand, Urlaub. Das passte auch mit dem Wetter: Sonne, ausreichend warm. Doch kaum im Hotel eingecheckt, läuft der Timer auch schon: Fotoshooting, weiter zur Präsentation, ähh, nö - Urlaub sieht anders aus ;).

 

Während der Leon ST auf der Präsentation in einem Zelt in der Strandpromenade in höchsten Tönen gelobt wird, schreiben einige der Anwesenden fleissig mit, draußen geniessen Spaziergänger die Sonne. Ich spare mir das Schreiben, dafür gibt es ja die Autozeitschriften, will eher einen Eindruck bekommen, den ich beschreiben kann. Auch hat unser Testfahrzeug leider weder die präsentierte Radar- noch sonstige James-Bond-Technik an Bord, sofern man also diese Ausstattung beurteilen sollte, müsste sie auch anbei sein :D.

 

BARCELONAER STADTVERKEHR - HIER GILT ES ZU ÜBERLEBEN

 

Deutlich interessanter wird's, als auf der Promenade die Auto's vergeben werden. Leider ist für uns kein FR (Topmotorisierung) dabei, aber mit einem 140 PS-Fahrzeug ist man ja auch nicht schlecht motorisiert. Der Seat ist von außen schnittig, gut dimensioniert, wirkt eher wie ein geschrumpfter Audi. Die Assoziation liegt auch nah, da der größere Seat Exeo ja auf dem alten Audi A4 basiert - hier sind vielleicht ein paar Designgene gewandert.

 

Wir haben zwei Fahrzeuge, entscheiden uns, eine so - ja - irgendwie mittellange Route mit den zwei Leon-ST's zu fahren. Dabei wollen wir uns dann irgendwie treffen, den Fotografen austauschen, ohne klar zu verabreden, wie, wo und wann.

 

So sitze ich denn mit Conni und der freundlichen Dame von Seat im Auto. Jetzt wird's interessant: Den Wagen vom Strand runterbugsieren, dabei keinen anfahren und ab in den Barcelonaer Stadtverkehr. Da alle kreuz und quer fahren, geht einem der Gedanke durch den Kopf: "Na, bringste das Auto auch heil heim"?

 

AUTOBAHN - GIB IHM!

 

Aus der Stadt raus fahren wir erst einmal über die Autobahn. Leider kann man den Seat hier nicht ausfahren, der dabei leise und ausreichend motorisiert wirkt. Der Seat ist so leise, dass ich gar nicht höre, dass ich immer noch nicht in den 6. Gang geschaltet habe :) Auch innen ist der Seat gut verarbeitet, nichts knarzt, alles wirkt edel. Auf den Geist geht mir nur das Navi: Das liegt vor allem an der nicht sonderlich intuitiven Bedienung, wo gedreht, gedrückt und getastet wird - ja, was denn nun? Das orientieren im Navi kostet Aufmerksamkeit, einmal verpasse ich eine Ausfahrt. Hier finde ich mobile Navi's à la Tomtom und Co. deutlich besser, die zudem nur einen Bruchteil kosten und als Diebstahlsicherung mitgenommen werden können.

 

KURVEN SCHEUCHEN - AB AUF DIE LANDSTRASSE

 

Von der Autobahn geht's nun auf die Landstraße. Hier wird es spaßig, wir können mit dem Leon ST durch die Kurven braten, das sportliche Auto lädt dazu ein. Der Seat ist härter gefedert, testweise bügele ich in einem Ort kräftig über die Ortseingangsschwellen.

Die Schläge werden auch in den Innenraum weitergegeben, ein Franzose dämpft hier stärker. Dafür hat der Seat eine höhere Kurvenstabilität. Der Drehmomentverlauf ist mit dem TSI äußerst gleichmässig. Da er oben wie unten gleichmässig anzieht, macht das Ausfahren der Gänge allerdings wenig Sinn, außer, man möchte den Turbobenziner mal etwas kerniger brummen hören. Das finde ich persönlich schade, mag einen im oberen Bereich zunehmenden Drehmomentverlauf und ein etwas lauteres Motorengeräusch.

 

AB IN DIE PAMPA, AMIGO!

 

Bei den gut konturierten Sitzen macht die Kurvenschleuderei Spaß, daher wechseln wir dann zwischenzeitlich auf unbefestigte Straßen. Die freundliche Seat-Dame hinten hält derweil tapfer aus, obwohl sie ziemlich hin- und herrutscht - bei einer ähnlichen Fahrerei hat mir damals mal jemand hinten in's Auto gekotzt. Dies ist hier aber nicht der Fall, unsere Seat-Dame hält sich, die Lunch-Pakete und die Flaschen derweil fest, dass nicht alles durch's Auto purzelt, während sie im Rückspiegel mal hier, mal da "durch's Bild fährt".

 

Erstaunlicherweise habe, schon kurz darauf, einen alten Spanier hinter mir.

Der brettert mit seinem alten Auto dermaßen hinter mir her, dass ich nur auf der Geraden Luft bekomme. Die Kurven nimmt er mit seinen ausgelutschten Stoßdämpfern und einer Neigung zum Fahren auf 2 Rädern dermaßen schnell, dass ich nicht nennenswert wegkomme. Nach dem Steuerwechsel legt Conni noch einen drauf. Er fährt schärfer als ich, da stören dann die Spanier schon fast auf der Straße.

 

Schließlich brauchen wir alle eine Pinkelpause. Die Verabredung mit unserem zweiten Fahrzeug ist passé, da dieser irgendwo steckt - gut, dass ich meine Spiegelreflex nutzen kann, selbstverständlich erst, als sich alle wieder am Auto eingefunden haben.

 

WENN BEI BARCELONA DIE ROTE SONNE UNTERGEHT

 

Schön am Abend ist auch das Küstenfoto, wo wir alle ein bischen frische Luft schnappen und ich das Titelfoto für meinen ersten Beitrag schieße. Was man nicht sieht: Auf dem Platz, der eigentlich nicht zum Autofahren ist, haben Jugendliche offensichtlich Flaschenweitwurf geübt - hier also gaaanz vorsichtig durch die Scherben, sonst können wir auch gleich das Reifen-Reparaturset testen...

 

 

WER ZU SPÄT KOMMT...

 

Lustig dann noch die Rückfahrt, zu der wir den Wagen als letztes zurückgeben: Zwischendurch gibt's einen Anruf, wo wir denn bleiben und ob alles ok ist - denn ein Wagen hat den Tag offensichtlich nicht überlebt und man fürchtet auch für unseren Schlimmes. Beim Abliefern will mich dann noch ein Kamerateam zu dem Wagen fragen und ich stelle fest, dass mein Englisch mittlerweile für eine taugliche Unterhaltung nicht mehr ausreicht :). Der Kameramann nimmt's gelassen und sagt: "You may also speak in German..." - na, geht doch.

 

GEBURTSSTUBE

 

Abend und nächster Tag sind nett, die Fabrikbesichtigung macht Laune. Erstaunen tut mich dabei die hohe Sauberkeit in der Fabrik. Als mir kurz nach dem Eingang eine Wolfsburger Transportkiste begegnet, kommt mir der Begriff "deutsche Sauberkeit" auch gleich in den Sinn. Das ganze Werk wirkt durchorganisiert.

Da hier neben dem Q3 auch der Audi-Nachfolger des alten A4 gebaut wurde ("Exeo") frage ich einmal nach, was denn "rüberging":

Tatsächlich die ganzen Matrizen aus Ingoldstadt, der Seat ist also ein waschechter Audi. In der Produktion geht alles schnell und wie von Geisterhand, ein bischen kommt man sich wie in einem Sciene-Fiction-Film vor.

 

Nach einem schönen Essen, wo wir den Tag mit spanischen Gerichten beschliessen, geht's schließlich nach Hause.

 

Fazit: Ein interessanter Aufenthalt mit viel Action in einem empfehlenswerten Auto, das ich mir besonders als sportliches Familienfahrzeug gut vorstellen könnte.

Das der Testdrive nicht ganz ohne Folgen war, zeigt sich wohl darin, dass seit kurzem bei uns im Haus ein Spanier mit eingezogen ist. Und um hier Mißverständnissen vorzubeugen: Es handelt sich dabei nicht um ein Auto, sondern um einen Menschen :D.

 

So, das war's, weitere Fotos stecken in der Fotogalerie. Über Kommentare aller Art freue ich mich!

 

P.S.: Ich teste gerade ein neues Layout: Bilder links, Text meist rechts - ob das klappt?


Sat Nov 23 15:52:10 CET 2013    |    Jack GT    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: Testdrive Seat Leon ST, Testfahrt

Mojn,

 

vor ein paar Tagen traf plötzlich eine Anfrage bei mir ein: Ob ich einen neuen Seat testfahren wolle (hier findet sich mehr zum Event, es handelt sich um einen Seat Leon ST). Fragen hinsichtlich weshalb, wieso, warum machten schnell der Frage Platz:

 

Warum eigentlich nicht? :)

 

So habe ich zugesagt, entsprechender Urlaub war schnell organisiert.

 

Da ich für Euch mit auf Tour bin und darüber schreibe, kam mir grad noch ein Gedanke:

 

Warum soll ich Euch eigentlich nicht fragen, was ich mit auf die Testfahrt nehmen soll? Was möchtet ihr wissen, was soll ich für Euch rausbekommen, fragen, ausprobieren?

 

Schreibt mir hier einfach rein - dass, was ich hier lese, versuche ich dann gleich passend mitzunehmen.

 

Ich weiß, die Frage kommt seeehr kurz. Sofern's trotzdem Posts gibt, freue ich mich, natürlich könnt ihr auch währenddessen weiter Fragen stellen, die ich versuche mitzunehmen!


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Blog: Was ist, was wird:

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Ist in Mache...

 

Aktueller Fahrzeugstatus:

 

- Von den 2er Golf's gibt es nur noch den 16V

- Ein Golf Plus existiert mit unklarer Zukunft

- Polo verkauft, um die Ecke fährt er weiter

- Zwei Saabs bewältigen den Hauptverkehr

- Der T4-Bulli ist zuverlässiges Auto für alles

 

Letzte durchgeführte Arbeiten:

 

T4: alter Kühler defekt nach knapp 30 Jahren

Saab 9³ II: Neuer AGR-Schlauch nach Panne, warten auf ZMS

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Beste Geschichten [Jack GT]...

...mit Golf 16V und der Polizei:

 

Früher habe ich häufig am Sonntagmorgen gearbeitet. Auf meiner Fahrtstrecke durch die Reeperbahn hatte ich des Öfteren das Vergnügen mit der Polizei, die annahm, einen trunkenen Fahrer nach einer durchzechten Nacht vorzufinden.

Als nun eines Morgens mein damaliger Klarglasscheinwerfer defekt war und mir der Hersteller als Ersatz eine Ford Fokus Rückleuchte (!) geschickt hatte, fuhr ich bis zur richtigen Nachlieferung ohne den rechten Scheinwerfer herum.

Die Polizei hielt mich an just einem solchen Tag vor der Davidwache an und beäugte skeptisch das "Loch" der Front. Ich erklärte dem Polizisten daraufhin die Geschichte. Seine Antwort lautete: "Das klingt so verrückt - das könnte schon stimmen. Fahren Sie mal weiter"...

 

...mit Support:

 

Ich bin eine laufende Auskunft - irgendwo muss das an mir geschrieben stehen. Fahrplan- und Stadtauskünfte gebe ich routiniert - das kommt alle Tage vor. Anrufe zur Autothematik von "ich steh' da" bis "können Sie mal den Parkautomaten für mich bedienen" sowie die Funktion als Zweitadministrator bin ich gewohnt. Als mich vor kurzem allerdings eine Migrantin am Busbahnhof zu ihrem neuen Telefonvertrag "interviewte" und sich eine Beratung zu Geräteanlieferung, Anschluß und Terminen holte, war ich doch schon baff.

 

...mit dem besten Netzlacher:

 

Ich habe selten so gelacht: Dieses Messer ist weniger durch seine Form, als durch seine besonderen Funktionen empfehlenswert. Also unbedingt die Leserrezensionen lesen!

 

...dem kürzesten netten Spruch (gefunden an einem Geldautomaten):

 

Geld wird bald abgeschafft - viele haben schon jetzt keins mehr.

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