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22.06.2022 18:55    |    jennss    |    Kommentare (124)

BoxsterBoxster

Aktuell gibt es kein elektrisches Cabrio auf dem Markt, wenn man mal von Smart EQ und Fiat 500e absieht. Das Vernünftigste wäre wohl, bis 2025 zu warten. Dann kommen elektrischer Boxster und ein Polestar Cabrio, vielleicht auch ein ID.3 Cabrio. Aber was macht man, wenn es früher sein soll? Ich hatte selbst den Smart EQ als Cabrio und fand die Kombination super. Für universelleren Einsatz wären mehr Reichweite und Platz jedoch ganz nett. Ich sehe diese Möglichkeiten:

 

1. Verbrenner-Cabrio umrüsten. Das Umrüsten alleine kostet mindestens 50000 €. Informiert hatte ich mich mal im letzten Jahre bei https://ecap-mobility.com/de . Reichweiten von 50 bis 250 km sind möglich (wohl reale Reichweite, was etwa 350 km nach WLTP entspräche, denke ich). Genutzt werden LFP-Akkus und Ausgangsbasis sollte ein Auto mit Handschaltung sein. Zuvor wird eine Konzeptstudie für 1000 € netto erarbeitet, dessen Kosten beim Bau angerechnet werden. Interessant könnte als Mittelmotorfahrzeug vielleicht eine Corvette C8 sein, weil man den Akku dort einbauen kann, wo bisher der Motor war, aber da wäre es auch ein Frevel, den 6,2 l. V8 rauszuschmeißen :D (was bekäme man noch dafür?). Oder einen Boxster als Basis nehmen, aber wenn der 2025 eh elektrisch kommt, ist das vielleicht keine so gute Idee. Alternativ könnte man auch einen Viersitzer nehmen, bei dem die hinteren Sitze dem Akku weichen, z.B. C-Klasse Cabrio, VW Beetle Cabrio oder BMW 2er Cabrio. Vielleicht wäre auch ein Audi TT Cabrio geeignet?

 

2. E-Auto zum Cabrio umbauen. Das dürfte günstiger werden, aber sicher bin ich mir da nicht :). Am ehesten würden sich da wohl Modelle anbieten, zu denen es schon Cabriodächer gibt, also z.B. Mini Cooper SE oder BMW i4, wobei der i4 jedoch ein 4-Türer ist und man notfalls noch vom 4er Cabrio die Seiten und Heckklappe braucht. Ein EQE mit Teilen vom E-Klasse Cabrio umrüsten dürfte deutlich schlechter gehen, weil es eine andere Plattform ist. Ein i4 M50-Cabrio wird meiner Schätzung nach ab 100.000 € kosten (Basis 62000 € nach Umweltprämie). Jaguar iPace oder Porsche Taycan dürften z.B. teurer werden, weil es da kein fertiges Verdeck gibt, aber ich kenne mich nicht genau damit aus. Beim Tesla Model 3 Cabrio soll der Umbau alleine schon knapp 30000 € kosten. Ich habe in Deutschland nie eins gesehen. Die 4 Türen hat man so gelassen.

 

Welche Wege zum elektrischen Cabrio seht ihr noch?

j.

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17.06.2022 22:21    |    jennss    |    Kommentare (376)

Was macht euch mehr Fahrspaß?

Neulich hatte auf Instagram @automotorundsport gefragt, welches Auto man man vorziehen würde: Den BMW M760e xDrive (Hybrid) oder den i7 xDrive 60. Ich schrieb drunter, dass ich den rein elektrischen i7 vorziehen würde, weil 100% elektro mehr Spaß macht. Ein anderer schrieb drunter: "Das ist ja wohl ein Witz".

 

Ich sehe, dass viele Leute mit Elektro nicht gerade Fahrspaß verbinden. Sie sehen, dass die E-Autos häufig in der Höchstgeschwindigkeit limitiert sind, keinen Sound bieten und schwerer sind als Verbrenner. Nach bisherigen Maßstäben folgt daraus, dass E-Autos weniger Spaß machen müssen. Doch so einfach ist die Sache nicht... Ich denke, der Antwortende bei Instagram ist noch kein E-Auto gefahren.

 

Ich bin in den letzten zwei Wochen nach langer Zeit mal wieder zwei Verbrenner mit Automatik gefahren. Der eine war ein Passat 2,0 TDI 4Motion mit 190 PS. Der andere war ein Porsche Boxster GTS 4.0 mit 400 PS Sauger und PDK. Diese Probefahrten haben mir gezeigt, dass beim Verbrenner mit Automatik ein gutes Stück Sportlichkeit gegenüber dem Elektroantrieb fehlt. Das Ansprechen auf Gaspedal Befehle ist durch das erforderliche Zurückschalten derart verzögert, dass eine schnelle Reaktion nicht so einfach funktioniert. Wir sind mit dem Boxster auf der Autobahn z.B. etwa 100 km/h gefahren und bei Vollgas musste erst vom 7. in den 3. Gang zurückgeschaltet werden (im Sport Plus-Modus vom 5. in den 3.), was ein bis zwei Sekunden gedauert hat. Das empfand ich als starke Spaßbremse, selbst beim 400 PS-Sauger, der dafür eigentlich nichts konnte. Die einzige Möglichkeit, um eine schnellere Reaktion zu haben, ist der Wechsel in den manuellen Modus. Das erscheint mir aber auch irgendwie wie eine Notlösung. Beim Verbrenner würde ich daher eigentlich immer eine Handschaltung bevorzugen. Der Handschalter kommt zwar auch nicht an die Rektionsfähigkeit von E-Motoren heran, aber immerhin besser als eine Automatik. Auf der Rennstrecke jedoch dürfte die verzögerte Reaktion nicht mehr so bedeutsam sein, da man dort meistens hochdrehend unterwegs ist.

 

Übrigens empfand der Passatfahrer, der danach noch unseren ähnlich starken ID.3 gefahren ist, den ID.3 wesentlich dynamischer als seinen leichteren Passat.

 

Ich finde die Gaspedalreaktion ist etwas elementar Wichtiges für das sportliche Fahrgefühl. Eine lange Verzögerung ist echt störend und abtörnend. Weiterhin liegt beim E-Auto zu jeder Zeit ein hohes Drehmoment an. Es braucht kein Turboloch überwinden. Selbst auf der Autobahn finde ich das schnelle Ansprechen sehr vorteilhaft. Es geht mir also keineswegs nur um das Anfahren, sondern vor allem um die Zwischenbeschleunigung.

 

Beim tatsächlich höheren Gewicht eines E-Autos wird ein guter Teil durch den tiefen Schwerpunkt des Autos mit Akku im Fahrzeugboden kompensiert. Zumindest die Seitenneigung ist damit eher geringer als beim Verbrenner (Vergleich ID.3 vs. Golf). Ein Taycan hat z.B. einen niedrigeren Schwerpunkt als ein 911er.

 

Beim Sound ist der Verbrenner jedoch schlicht überlegen. Es gibt zwar künstliche Sounds für e-Autos, aber das ist irgendwie auch nicht so echt, wobei ich das gehörlos nicht wirklich einschätzen kann. Bitte schreibt dazu mal eure Eindrücke. Zum Taycan und anderen gibt es ja in der Aufpreisliste extra solche Fahrgeräusche (ich meine jetzt nichts das Avacs bei langsamem Tempo für Fußgänger).

 

In der Summe muss man also mehrere Aspekte betrachten und ich liste nach meinem Gefühl mal nach Bedeutsamkeit für sportliches Fahren auf:

  • Ansprechverhalten und Drehmomentkurve
  • Beschleunigung nach Messwert
  • Gewicht, Schwerpunkt, Kurvenverhalten
  • Höchstgeschwindigkeit
  • Motorsound
  • Sonstiges (offenes Dach?)

 

Es gibt ja oft Daten zu 80-120 km/h, jetzt auch immer öfter mit Automatik. Ich frage mich dabei, wie gemessen wird. Ist der Startzeitpunkt der Messung das Runterdrücken des Gaspedals oder der Beginn der Beschleunigung? In erstem Falle haben Verbrenner eigentlich große Nachteile ggü. E-Autos, denn gerade zum Überholen ist ein E-Auto ja sehr gut geeignet, weil es so schnell reagiert, besser noch als ein Verbrenner, der bereits in den richtigen Gang runtergeschaltet wurde.

 

Was ich hier unberücksichtigt lassen wollte, ist der Punkt, dass bei E-Autos die Auswahl noch nicht sehr groß ist, d.h. es sind leider noch keine reinen Sportwagen auf dem Markt. Mir geht es hier im den Antrieb selbst.

 

Wie empfindet ihr den E-Antrieb für sportliches Fahren? Ist er besser, schlechter oder gleichgut, nur anders?

j.

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11.06.2022 14:32    |    jennss    |    Kommentare (1.127)

Was haltet ihr vom Verbrennerverbot 2035?

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In der EU steht die Vorgabe, dass neue Fahrzeuge ab 2035 kein CO2 mehr ausstoßen dürfen (ausgenommen Herstellung), kurz vor dem Beschluss. Damit werden die Hersteller wohl fast komplett auf E-Autos umstellen. Brennstoffzellenantriebe sind weiterhin möglich, aber bislang sehr selten. Die Fahrzeuge sind teuer, die Infrastruktur ebenfalls und bisher recht schlecht (in Deutschland immerhin vergleichsweise gut mit 91 H2-Tankstellen, ansonsten in Europa dagegen fast nichts).

 

eFuels sind insofern auch nicht mehr möglich, weil Kohlenstoff verbrannt wird und dabei CO2 freigesetzt wird. eFuels sind nur dann klimaneutral, wenn sie mit 100% grünem Strom erzeugt wurden und das erscheint der EU wohl zu schwierig vorzugeben. (?) So fragt sich jetzt, was aus Porsches Investition zur eFuel-Produktion in Chile wird. Damit würde man CO2 in Chile binden und in Europa wieder freisetzen, was global gesehen kein Problem für das Klima wäre. Auch der Methanol-Range-Extender im Gumpert Nathalie wird ab 2035 nicht mehr zulassungsfähig sein, wenn dieser Beschluss in der EU durch ist. Wasserstoff-Verbrenner (nicht zu verwechseln mit Brennstoffzellen) wären immer noch möglich, doch bisher hat kein Hersteller ein Serienfahrzeug damit auf den Markt gebracht. Alte Verbrenner dürfen auch nach 2035 immer zugelassen werden, nur keine neuen mehr.

 

Dieser zeitliche Druck auf Hersteller und Kunden gefällt nicht jedem. Einerseits ist es eine klare Aussage und Richtungsvorgabe, so dass man sich auf den Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur und die Entwicklung von E-Autos konzentrieren und somit Kosten bündeln kann. Manche bemängeln aber die Einschränkungen der Technologie. Gerne wird noch Technologieoffenheit gefordert, weil man davon ausgeht, dass andere Technologien als E-Autos noch immer Karriere machen könnten. Es wäre möglich, dass noch neue Technologien irgendwann entwickelt werden und dann aber nicht mehr zulassungsfähig sind bzw. politisch abgewürgt werden.

 

Es gibt auch Stimmen, dass 2035 zu spät ist, z.B. von der Deutschen Umwelthilfe.

 

Zitat von Tagesschau.de zur Meinung von Greenpeace:

 

Zitat:

Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup erklärte hingegen: "Das EU-Parlament hat den Verbrennungsmotor heute offiziell beerdigt. Es ist gut, dass nun auch utopische Hoffnungen beendet wurden, synthetische Kraftstoffe könnten sein Siechtum verlängern."

Was haltet ihr von dem bevorstehenden EU-Beschluss zum "Verbrenner-Verbot"?

j.

 

PS: Den Boxster GTS 4.0 PDK im Bild bin ich letzte Woche Probe gefahren. Tolles Auto, aber es hat mir auch gezeigt, dass ich E-Motoren doch lieber fahre.

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