14.06.2009 21:36
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UHU1979
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Kommentare (26)
| Stichworte:
Glück,
Gesellschaft
Hallo,
nachdem Halbgott in Urlaub geflogen ist und Interessierte animierte, seinen Blog zwischenzeitlich am Leben zu erhalten, werde ich in den nächsten 2 Wochen vereinzelt Artikel hier posten, die thematisch nicht in meinen eigenen Blog passen.
Gestern habe etwas zuviel getrunken, und wie es so ist, ergeben sich in diesem Zustand zuweilen interessante Gespräche. Gestern drehte es sich um die Frage:
Wann ist man glücklich? oder Was ist Glück?
Nach längerem Philosophieren kamen mein Gesprächspartner und ich zu folgendem Schluss: Der Zustand des Glücklichseins ist erreicht, wenn am sowohl körperlich und geistig nicht unterfordert ist und motiviert ist, die Grenzen des Körpers und Geistes versuchen zu erreichen und herauszufinden. Erreicht man diese Grenzen, nach dem Fitnessstudio beispielsweise, liegt ein Glücksmoment vor.
Wie seht ihr das? Wie definiert ihr Glück? Was macht euch glücklich?
Schöne Grüße, der auf dem Weg der Erkenntnis wandelnde und die Glückseeligkeit suchende Uhu
PS: Weil es der Blog eines Mods ist: Ich distanziere mich ausdrücklich vom sinnlosen Besaufen. |



Kommentare: 26
14.06.2009 22:50 |
stef9580
Glück kann ich nicht beschreiben. Ich weiß nur das es Glück sein muss wenn ich es erlebe.
15.06.2009 07:35 |
Me_Vengo
Welch interessante Frage, die durchaus auch eine halbgöttische sein könnte
Wiki sagt, Glück ist die "Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens". Daraunter verstehe ich, erfüllt sich ein Wunsch oder ein (Be)Streben, so fühlt man Glück. Das ist nicht verkehrt, aber auch noch nicht alles, denke ich. Ich fühle selbstverständlich ein Glücksgefühl, wenn ich die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch oder gar ein Jobangebot bekomme, aber ich fühle auch Glück, wenn ich Zeit mit meinem Mann verbringe. Oder gilt auch dies als Erfüllung eines Wunsches oder Strebens? Streben nach dem (eigenen) Lebenssinn? Streben nach Harmonie? Streben nach Glück?
15.06.2009 11:42 |
UHU1979
Kann man meines Erachtens schon als Möglichkeit fürs Glücklichsein gelten lassen. Das Problem ist, bei dieser Definition setzt Glück Ziele voraus. Kann man dann ohne Ziele glücklich sein?
Nur wie erreicht man die Glücksmomente? Das ist die schwierige Frage ...
15.06.2009 12:05 |
Me_Vengo
Tja, wenn ich gründlich überlege .. ich denke, man muss Ziele haben um glücklich zu sein. Das heißt nicht, dass man die Ziele immer vollkommen erreichen muss, oder das Eintretende mit dem Erwarteten 100% überein stimmt.
Ich überlege, welche Situation glücklich macht ohne ein Ziel voraus zu setzen?! Wenn da jemandem was einfällt bin ich gespannt, aber mir kommt da gerade nichts in den Sinn.
Oftmals hat man das Ziel vielleicht gar nicht bewusst vor Augen, aber es ist doch da. Wie zuvor beschriebenes Bsp: Ich erlebe Glücksmomente, wenn ich mit meinem Mann im Park spazieren gehe. Ziel (in diesem Sinne) ist es nicht frische Luft zu schnappen oder die Bäume beim Namen zu bestimmen, sondern viel mehr, dass (wenn auch nicht bewusst) in diesem Moment Erwartungen erfüllt werden, Erwartungen wie "so muss das im Leben sein"/ "so stelle ich mir mein Leben vor".
Sorry mir fällt es gerade schwer mich konkret auszudrücken, aber ich nutze das hier als willkommene Pause zwischen, Bildungsrecht und -finanzierung.
15.06.2009 12:56 |
Emmet Br0wn
Ob ihr's glaubt oder nicht:
Glück ist ein länger anhaltender, nicht pharmakogen herbeigeführter Zustand einer optimal hohen Konzentration von Dopamin und einiger endogener Opioide an den postsynaptischen Rezeptoren des präfrontalen Cortex und einiger limbischer Hirnareale in Kombination mit einem möglichst geringen durchschnittlichen Serumspiegel des endogenen Cortisols. (frei nach E. Br0wn
)
Alles andere ist Schall und Rauch und gehört in die Frühstückspause zwischen zwei Pflichtvorlesungen Philosophie.
15.06.2009 12:58 |
Me_Vengo
Das beantwortet aber nicht wirklich UHUs Fragen?!
15.06.2009 13:06 |
Emmet Br0wn
Siehe oben.
Präziser wäre die Frage gewesen, was führt bei euch zu dem Zustand, den ihr als "glücklich" beschreiben würdet.
Aber ok, ich will mal nicht so sein...
Glück kann sein, seine Zukunft nicht zu kennen (eine bestimmte Foren-Kollegin wird vielleicht verstehen, wie ich das meine).
Mein beruflicher Alltag hat mich das gelehrt.
15.06.2009 13:10 |
Me_Vengo
Ich meine Alex hat mir schon mal gesagt, was du im Alltag so treibst
Glück IST, seine Zukunft nicht zu kennen!!! So sehe ich das und letztendlich steckt wieder ein Ziel/Streben dahinter.
15.06.2009 13:16 |
XC70D5
Wie romantisch
Ich verstehe Dich, aber ich weiß nicht recht, ob man das wirklich als Glück bezeichnen kann, wenn man das "Waswärewenn" kennt!?
Gruß
Martin
15.06.2009 13:23 |
Emmet Br0wn
Du wirst lachen (oder auch nicht)... Romantische Gefühle führen zu ähnlichen Transmitter-Konstellationen, nur zusätzlich mit ein paar "niederen" Hirnregionen dabei und einem ordentlichem Schuss Oxytocin
Glaub mir, das ist mitunter sehr sehr wichtig
15.06.2009 13:29 |
XC70D5
Nein, ich lache nicht...
Ich habe Dich schon verstanden. Je nachdem wie die Zukunft aussieht, kann es nur Glück bedeuten, sie nicht zu kennen
Gruß
Martin
ohne vermehrte Milchproduktion
15.06.2009 13:30 |
Emmet Br0wn
Das war nen anderes Hormon

15.06.2009 13:33 |
SiamorphE
Glück definiert sich als Kontrast zu dem was man als Unglück definiert.
Zumindest im philosophischen Sinne.
Für mich persönlich ist meine Freundin das große Glück
Was aber nicht das Glück im eigentlichen ist, sondern etwas an dem man Glück "fühlbar" und "spürbar" verkörpert sieht.
Für mich hat das auch nichts mit körperlichen Grenzen zu tun. Glück ist eine rein emotionale Sache aus meiner Sicht. Was du meinst sind chemisch erzeugte Glücksgefühle (durch Endorphine u.ä.) wie sie beim Sport auftreten können.
15.06.2009 15:56 |
UHU1979
Danke für alle bisherigen Meinungen.
Was ist mit unerwarteten bzw. nicht für wahrscheinlich gehaltenen Ereignissen, die den von Emmet beschrieben Zustand nicht pharmakogen herbeiführen?
Mit einer solchen Antwort hatte ich gerechnet!
Erwartung erfüllt, aber kein Dopamin da.
Oder in Halbgotts Blog.
Wenn man immer vom worst case ausgeht, kann man glücklich sein, wenn dieser nicht eintritt, anderenfalls ist man (mental) vorbereitet. Mit dieser Einstellung gibt es aber m.E. kein echtes Glück.
Falls man seine Zukunft kennen würde, würde es verhindern, in der Gegenwart Glücksgefühle haben zu können?
Ja, natürlich, ich meinte ja auch Glücksgefühl als Emotion. Für dich gehören also durch Sport erzeugte Glücksmomente nicht dazu?
Die Liebe gefunden zu haben halte ich auch für einen der stärksten Anlässe für das Glücklichsein.
15.06.2009 16:05 |
Emmet Br0wn
Bei jeder erfüllten Erwartung gibt's nen kurzen Dopamin-Peak. So motiviert das Gehirn seinen Besitzer zum Lernen
Das bringt einem meistens rein gar nichts ausser echtem Unglück.
Könntest du als relativ junger Mensch wirklich noch einen Zustand des echten Glücks erreichen (abseits aller Rosamunde Pilcher-Dreigroschenroman-Vorstellungen, die man normalerweise zu solchen Themen entwickelt...),
wenn ich dir beispielweise vorhersagen könnte, dass du in 5 Jahren im Rollstuhl landest, in 10 Jahren schwerbehindert bist und in spätestens 15 Jahren die Radießchen von unten betrachten darfst?
Ich glaube eher nicht. Glücksmomente ja, dauerhafte Zufriedenheit a.k.a Glück im Allgemeinen wohl eher nicht.
15.06.2009 17:16 |
Me_Vengo
Kannst du konkrete Beispiele nennen?
Alles was mir einfällt, hat letztlich doch eine Absicht.
15.06.2009 17:34 |
stef9580
Du wirst ungewollt schwanger und bist trotzdem glücklich mit dem Baby.
15.06.2009 17:58 |
Me_Vengo
hm hm hm .. sicher nicht verkehrt, wobei ich mir denke, dass man zum Zeitpunkt der Verkündung einer ungewollten Schwangerschaft alles andere als glücklich ist (die Ss ist ja schließlich erstmal ungewollt!). Und irgendwann findet man sich ja mit der Situation ab und setzt doch vielleicht schon wieder Ziele? Die erreicht bzw. in greifbare Nähe rücken? Und somit glücklich machen?
Gibts noch andere Beispiele? (Wobei das schon gut war)
15.06.2009 19:46 |
UHU1979
Ein Bsp. für die von mir "unerwarteten bzw. nicht für wahrscheinlich gehaltenen Ereignissen" könnte ein Lottogewinn (letzteres) sein, oder ein anderer als positiv wahrgenommener Schicksalsschlag. Das kann auch ein unerwarteter Anruf oder Teffen mit einer Person sein.
15.06.2009 21:33 |
Me_Vengo
Also Lotto hatte ich auch im Kopf, aber da hat man ja beim Setzen der Kreuze eine Absicht, aber trotzdem wird mir das jetzt klar. Man kann ja zB auch was gewinnen, wo man vor nem halben Jahr mal teilgenommen und es längst wieder vergessen hat.
Und was mir da grad in den Sinn kommt. Wir hatten bisher immer das Glück bei Nebenkostenabrechnungen Geld zurück zu bekommen. Damit kann man nun wirklich selten rechnen und es ist immer eine Überraschung und manchmal dann eben auch eine glückliche .. ohne vorherige Absicht.
16.06.2009 12:18 |
XC70D5
Glück ist gar nicht mal so selten,
Glück wird überall beschert,
Vieles kann als Glück uns gelten,
was das Leben uns so lehrt.
Glück ist jeder neue Morgen,
Glück ist bunte Blumenpracht,
Glück sind Tage ohne Sorgen,
Glück ist, wenn man fröhlich lacht.
Glück ist Regen, wenn es heiß ist,
Glück ist Sonne nach dem Guß,
Glück ist, wenn ein Kind ein Eis ißt,
Glück ist auch ein lieber Gruß.
Glück ist Wärme, wenn es kalt ist,
Glück ist weißer Meeresstrand,
Glück ist Ruhe, die im Wald ist,
Glück ist eines Freundes Hand.
Glück ist eine stille Stunde,
Glück ist auch ein gutes Buch,
Glück ist Spaß in froher Runde,
Glück ist freundlicher Besuch.
Glück ist niemals ortsgebunden,
Glück kennt keine Jahreszeit,
Glück hat immer den gefunden,
der sich seines Lebens freut.
Oder kurz:
Glück ist, wenn Dir die Sonne aus dem A**** scheint

Und ein Archiv hat das Glück auch
Gruß
Martin
22.06.2009 18:26 |
Trackback
Kommentiert auf: Halbgott:
Das perfekte Bier - Was ist das für euch?
[...] Zitat:
Der Artikel ist schön geschrieben
Danke an Uhu1979, der mich mit seinem Blogeintrag zum Thema "Glück- Was ist das für euch?" inspiriert hat.
Im Prinzip wäre damit bewiesen: Glück = ein kühles Bier
Hoffe, du hasst mir diesen [...]
Artikel lesen ...
22.06.2009 18:52 |
BoxiMusic
Toller Fred.
Neben den emotionalen und spirituellen Glücksmomenten möchte ich noch einen materiellen Glückszustand vorschlagen:
Finanzielle Unabhängigkeit.
Da ich ihn aber nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, ob ich damit richtig liege.
Allerdings kann dieser im Grunde nur mit weiteren Gegebenheiten verknüpft sein (Gesundheit, Gesellschaft, Liebe), da er alleine sicherlich nicht zum Glück führt.
Für philosophische Fragen für Nichtwissenschaftler kann ich Richard David Precht empfehlen.
Gruß, Stephan
22.06.2009 19:27 |
UHU1979
Das Buch von Precht "Wer bin ich und wenn ja wieviele" habe ich gelesen.
Finanzielle Unabhängigkeit hat nach meiner Erfahrung nicht soviel mit Glücklichsein zu tun. Erst, wenn es das Ziel des Handelns darstellt. Und wie du schon geschrieben hast, weitere Gegebenheiten passen.
23.06.2009 08:28 |
Emmet Br0wn
Unabhängigkeit generell hat für mich viel mit, nennen wir es mal "allgemeinem Wohlbefinden" zu tun.
27.06.2009 17:57 |
UHU1979
Das Glück passt in ein Kleid von H&M
Das Glück findet dies Kleid sogar bequem
Das Glück ist sowieso unkomplizierter als man denkt
Und doch gibt es das Glück nicht geschenkt