Sammelthread: Rund um den VW Abgasskandal
VW Skandal - woran erkenne ich - ob mein Wagen betroffen ist? Sollte man etwas unternehmen?
Beste Antwort im Thema
Leute macht euch doch nicht so verrückt und andere gleich mit!
Meinst du bei anderen Marken wird nicht irgendwas verändert ( manipuliert) um auf gute Werte zukommen?
Was willst du unternehmen? Auto verkaufen? VW verklagen?
Fährt dein Auto seit dem du die Nachricht bekommen hast schlechter als sonst?
Ist dein VW aus den USA, oder weißt du ganz sicher das deins auch betroffen ist?
Das einzige was man tun kann, ist erstmal in ruhe abzuwarten und zusehen was noch passiert.
In der Zwischenzeit fährt dein Golf wie all die Jahre, dich auch noch überall hin 🙂
18869 Antworten
Zulassungsrecht ist Deutschland Landesrecht. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine Nachrüstung von Dieselfahrzeugen müssen zunächst vom Gesetzgeber festgelegt werden. Die Landesverkehrsminister müssen tätig werden und auch für eine notwendig werdende Umschlüsselung der Emissionscodes (Fahrzeugschein 14.1) Durchführungsbestimmungen erlassen.
Genau! Und mit "unpassend" meinte ich, daß die Politik um Doofrind und Co. nicht erst sagen kann: geht nicht! Und dann kommt einer der macht es dann doch. Eine zeitnahe Zulassung würde den Druck im Kessel deutlich erhöhen.
Zitat:
@ZXR600 schrieb am 27. August 2017 um 02:08:38 Uhr:
Vielleicht ein Hinweis:
Natürlich haben die Fahrzeuge tatsächlich eine Anlage zur Abgasreinigung verbaut.
Natürlich wird kein Fahrzeug auf der Straße sauber sein, im Speziellen, wenn die Energie aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird.
Ich unterstütze ausdrücklich den ersten Teil Deines zweiten Hinweises und ergänze: "Es gibt keine umweltfreundlichen Autos!" 😰😉
PS Welt, 27.08.17, Meinung, Umweltfreundliche Autos
Autofahrer, lasst euch keinen Unsinn erzählen! - von Henryk M. Broder
"(...)
Topseller in Sachen Bad News waren hierzulande aber die Berichte über die Schädlichkeit von Stickoxiden und Feinstaub, die von Automotoren ausgestoßen werden. Wäre ich ein Stuttgarter, würde ich mich geschmeichelt fühlen, denn die höchsten Werte der Republik werden am Neckartor in Stuttgart gemessen. Überhaupt wird derzeit wirklich alles unternommen, um einem den Spaß am Autofahren zu vermiesen.
Nur eine tanzte im August aus der Reihe: Ausgerechnet Caren Miosga in den „Tagesthemen“. Vor der Projektion eines Elektroautos, das Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin als Taxi benutzt wurde, „um Hotelgäste durch die Stadt zu kutschieren“, kündigte Miosga einen Beitrag über „Stromer“ an, die als „die Lösung für umweltfreundlichen Verkehr“ angeboten würden. Allerdings sei das fraglich. „Auch wenn keine Abgase rauskommen, das E-Auto ist dreckiger, als man denkt.“
Anders als die Regierungserklärung des niedersächsischen Ministerpräsidenten, war dieser „Tagesthemen“-Beitrag garantiert nicht mit der Autoindustrie abgesprochen. Elektroautos seien in der Herstellung „ein bisschen aufwendiger“, nämlich um etwa 60 Prozent, was „die Umweltwirkung“, also Umweltbelastung angeht, so eine Umweltingenieurin vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik.
Es gibt keine umweltfreundlichen Autos!
Bei der „Rohstoffgewinnung und Herstellung“ eines E-Autos würden „etwa zweieinhalb Tonnen mehr CO2 ausgestoßen werden als bei einem konventionellen Fahrzeug“. Erst ab etwa 80.000 Kilometer Fahrleistung könnte man sagen, dass die Elektrofahrzeuge „im Ergebnis umweltfreundlicher sind als die konventionellen Fahrzeuge“.
Wenn ich die Fachfrau richtig verstanden habe, war in dieser Rechnung der Energieaufwand für die Entsorgung der Lithium-Ionen-Akkus nicht enthalten. In dem Beitrag wurde auch gezeigt, wie das für die Produktion dieser Batterien benötigte Kobalt in afrikanischen Minen unter menschenunwürdigen Bedingungen gefördert wird, auch von Kindern, worüber sich die Nutzer von E-Autos so viele Gedanken machen wie die Käufer von Billigtextilien, die in Asien hergestellt werden.
Das Einzige, was in dem Beitrag nicht gesagt wurde, war: Es gibt keine umweltfreundlichen Autos. Die Hersteller tun nur so. Die einen, indem sie die Abgaswerte manipulieren, die anderen, indem sie auf Elektroantrieb setzen. Im Ergebnis ist es ein Nullsummenspiel. Mehr darüber demnächst in den „Tagesthemen“."
VG myinfo
Zitat:
@es.ef schrieb am 27. August 2017 um 13:35:46 Uhr:
Falls Du auf die Kosten dieser Nachrüstung anspielst, diese müssen selbstverständlich von den Haltern getragen werden. Schließlich haben diese auch einen Euro5-Diesel gekauft und nicht Euro 6X.
Ich hab Euro 5 gekauft und Euro 3 erhalten. Da fragt es sich wer was bezahlen soll. Schuld daran, dass mein Euro 5-Diesel die Grenzwerte nicht einhält bin ich jedenfalls nicht.
Da ich kein Euro 6 gekauft und bezahlt habe wäre ich bereit, mich an den Kosten der Nachrüstung zu beteiligen. Schliesslich wäre das eine Aufrüstung.
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Das mit den 80000km und den Cobaltminen erzähle mal den "Grünen"! Das wollen die bestimmt nicht hören, ebenso die DUH! Und von den Gefahren, die von großen Mengen Lithium-Ionen Akkus auf engem Raum ausgehen bestimmt auch nicht... Im Forum bei Taschenlampen-Forum.de wird schon das unbeaufsichtigte Laden eines Lithium-Akkus als absoluter Leichtsinn gesehen! Da gibt's auch Berichte und Bilder von abgebrannten bzw. regelrecht explodierten Akkus...
Zitat:
Ich hab Euro 5 gekauft und Euro 3 erhalten. Da fragt es sich wer was bezahlen soll. Schuld daran, dass mein Euro 5-Diesel die Grenzwerte nicht einhält bin ich jedenfalls nicht.
Das ist tatsächlich die große Frage!
Besteht der EA189 nach dem Update die EU5 Prüfung?
Die Grenzwerte gelten nunmal für einen Prüfzyklus, der unter Laborbedingungen abgefahren wird. Und wenn der EA189 diese ohne Prüfstandserkennung packt (und so SCHEINT es zu sein), dann fällt es schwer, einen Umbau mehr zu rechtfertigen, als die Nachrüstung von Partikelfiltern für Benzin-Direkteinspritzer.
Hallo in die Runde!
Da der Abgasskandal ungeahnte Dimensionen angenommen hat, lohnt ein Blick über den Tellerrand, der OT aber interessant ist. Es geht um eine Industrie und wie diese ihr Geschäftsmodell durchsetzt.
Wieso über den Tellerrand? Weil es hierbei um Dinge geht, die verschwiegen werden. Wenn Teile davon bruchstückhaft bekannt werden, dann Jahre später. Und da der Abgasskandal erst 2015 aufflog, hier ein Blick auf die "Zuckerindustrie".
phoenix.de, Presseportal
DOKUMENTATION, Samstag, 26. August 2017, 22.30 Uhr, Die große Zuckerlüge
"Ist Zucker Gift? Wie hat es die Lebensmittelindustrie geschafft, dass diese Frage nicht mehr - oder viel zu selten – gestellt wird? Es begann mit einer geheimen PR-Kampagne in den 70er Jahren. Über 40 Jahre lang hat „Big Sugar“ es geschafft, die Welternährung zu verzuckern. Doch die Kritiker der Zuckerindustrie haben dazugelernt, die Wissenschaft sammelt neue Erkenntnisse. „Die große Zuckerlüge“ - eine bittersüße Investigation.
Dass die Verzuckerungspolitik der Lebensmittelindustrie und die Verharmlosung des süßen Stoffes bereits in den 70er Jahren eine gezielte Taktik war, entdeckte die Zahnärztin Cristin Kearns, als sie in den Archiven der „Great Western Sugar Company“ 1.500 Seiten interner Dokumente einsehen konnte - eine Art geheime „Spielanleitung“ der Zuckerindustrie.
Über 40 Jahre lang hat „Big Sugar“ es geschafft, sein milliardenschweres Imperium auszubauen und die Ernährung der Welt zu verzuckern. Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen haben sich vervielfacht. Die nichtalkoholische Fettleber ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen - inzwischen auch bei immer mehr Kindern. Kinderärzte wie Dr. Robert H. Lustig kämpfen unermüdlich gegen die Behauptung, dass wir doch selbst daran schuld seien, weil wir zu viel äßen. Die Zucker-Lobby sitzt auf der Anklagebank, doch ihre neue Verteidigungsstrategie ist die alte: Sie fordert immer weitere Beweise.
Professor Stanton Glantz erinnern diese Schachzüge an seinen Kampf gegen die Tabakindustrie, die es auch verstanden hat, jahrelang politische Entscheidungen und Rauchverbote hinauszuzögern, weil es ihrer Meinung nach keinen hinreichenden wissenschaftlichen Beweis für die gesundheitsschädigende Wirkung des Tabakrauchens gab. Während Industrie und Wissenschaft ihren Kampf noch ausfechten, tickt die gesundheitliche Zeitbombe weiter."
Film von Michèle Hozer, ZDF/arte/2015
Wiederholung: phoenix, Fr. 01.09.17 um 02.15
Oder auf youtube (arte HD) Die große Zuckerlüge 1:24 Min
VG myinfo
Zitat:
@ZXR600 schrieb am 27. August 2017 um 22:21:52 Uhr:
Das ist tatsächlich die große Frage!
Besteht der EA189 nach dem Update die EU5 Prüfung?
Die Grenzwerte gelten nunmal für einen Prüfzyklus, der unter Laborbedingungen abgefahren wird. Und wenn der EA189 diese ohne Prüfstandserkennung packt (und so SCHEINT es zu sein), dann fällt es schwer, einen Umbau mehr zu rechtfertigen, als die Nachrüstung von Partikelfiltern für Benzin-Direkteinspritzer.
Es geht doch längst nicht mehr um die Abgaswerte auf dem Prüfstand. Was uns bevorsteht sind Fahrverbote. Und da gehts dann um die Abgasemissionen im Realbetrieb und unter anderem um den Wertverlust der Fahrzeuge.
http://www.sueddeutsche.de/.../vw-wenn-der-staub-sich-legt-1.3642155
27. August 2017, 18:40 Uhr
VW Wenn der Staub sich legt
In den USA, mitten im Nirgendwo, sammelt Volkswagen auf riesigen Halden Dieselfahrzeuge - bis entschieden ist, ob die Objekte des Betrugs umgerüstet und verkauft oder am Ende doch verschrottet werden.
Zitat:
@Steam24 schrieb am 27. August 2017 um 09:56:55 Uhr:
Industrie lehnt Hardware-Nachrüstungen weiter ab
"Die Autoindustrie lehnt technische Nachbesserungen an Dieselautos über die Beschlüsse des sogenannten Dieselgipfels hinaus weiter ab. Es sei sinnvoll, erst die Wirkung der beschlossenen Maßnahmen anzusehen, statt kurz nach dem Treffen weitere Schritte zu fordern, bekräftigte der Präsident des Branchenverbands VDA, Matthias Wissmann, in der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag).
Für eine großen Teil der Fahrzeuge seien Hardware-Nachrüstungen technisch nicht möglich, weil der Platz für Einbauten fehle. „Diese würden auch dort, wo sie machbar sind, Jahre dauern und müssten von den Behörden in aufwendigen Tests abgenommen werden“, sagte Wissmann.
Aha, die Entwicklung von Hardware-Nachrüstungen dauert Jahre. Verstanden.
Mich wundert in dem Zusammenhang nur, wie dann eine Wunder-Software innerhalb weniger Wochen marktreif sein kann? Auch eine aufwändige Behörden-Abnahme und -Freigabe müsste doch damit erfolgt sein.
Meine Erklärung: Die Ingenieure haben wohl alles für die Software gegeben, jetzt sind sie platt und brauchen Ruhe. Haha.
Zitat:
@Uli745 schrieb am 27. August 2017 um 22:46:19 Uhr:
Es geht doch längst nicht mehr um die Abgaswerte auf dem Prüfstand. Was uns bevorsteht sind Fahrverbote. Und da gehts dann um die Abgasemissionen im Realbetrieb und unter anderem um den Wertverlust der Fahrzeuge.Zitat:
@ZXR600 schrieb am 27. August 2017 um 22:21:52 Uhr:
Das ist tatsächlich die große Frage!
Besteht der EA189 nach dem Update die EU5 Prüfung?
Die Grenzwerte gelten nunmal für einen Prüfzyklus, der unter Laborbedingungen abgefahren wird. Und wenn der EA189 diese ohne Prüfstandserkennung packt (und so SCHEINT es zu sein), dann fällt es schwer, einen Umbau mehr zu rechtfertigen, als die Nachrüstung von Partikelfiltern für Benzin-Direkteinspritzer.
Sogar Fahrzeuge, die aktuell noch neu zugelassen werden dürfen, werden auf dem Prüfstand freigegeben. Vorausgesetzt, es werden dabei keine nicht erlaubten Abschalteinrichtungen verwendet, sollte man technisch nichts gegen diese Fahrzeuge sagen können. Der Hersteller hat also in diesem Fall nichts falsch gemacht. Auf welcher Grundlage soll man den Hersteller bei diesen Fahrzeugen zu einer Nachrüstung zwingen können?
Sollte es zu Fahrverboten unabhängig von der EUx Einstufung kommen, z.B. abhängig von Messungen auf der Straße, müssen auch diese klar definiert werden. Damit sind nicht nur die Grenzwerte, sondern auch detailliert das Vorgehen bei der Messung gemeint (Temperatur, Feuchte, Wind, Straßenbelag, Steigung, Reifentyp usw.). Das muss rechtzeitig und klar geschehen, ohne populistisches Pauschalisieren.
Bedenkt doch, dass wir neben der lokalen temporären Überschreitung von zu hinterfragenden NOx Atemluft-Grenzwerten, ein permanentes und globales CO2 Problem haben.
Von zu vielen Kohlekraftwerken und verzögerten Stromautobahnen liest man viel zu wenig.
Und wo ist hier im Forum der Aufschrei mit einem 1000 Seiten Thread, dass unsere Fahrzeuge mehr Kraftstoff als angegeben verbrauchen?
Ein zusätzlicher Wertverlust der Dieselfahrzeuge entstand natürlich zum einen durch die manipulierten Abgasmessungen (offiziell in D behoben?), aber vor allem auch durch die nun seit Jahren anhaltende nicht sachliche Diskussion des NOx Themas in den Medien.
Ich habe einen alten VAG Diesel und der ist für mich vor allem ein Fahrzeug und keine Spekulationsmasse. Ein gebrauchtes Produkt verliert an Wert, dazu tragen leider auch solche Themen bei, das Leben ist so.
Zitat:
@WalterE200-97 schrieb am 27. August 2017 um 18:08:43 Uhr:
Zulassungsrecht ist Deutschland Landesrecht. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine Nachrüstung von Dieselfahrzeugen müssen zunächst vom Gesetzgeber festgelegt werden. Die Landesverkehrsminister müssen tätig werden und auch für eine notwendig werdende Umschlüsselung der Emissionscodes (Fahrzeugschein 14.1) Durchführungsbestimmungen erlassen.
Du hast den zweiten Schritt vor dem ersten Schritt getan.
Zuvorderst bedarf es auf Bundesebene der Erteilung einer BE für Serienfahrzeugen bzgl. der TwinTec Nachrüstung. Zumindest für VW und Audi - analog der Genehmigung der unwirksamen Softwareumrüstung durch das KBA.
Wie gegenüber dem VW-K.O.nzern für die Erteilung einer BE für Serienfahrzeugen EA 189 (und s.o.) ist das KBA auch hier zuständig zuständig. TwinTec Baumot gegenüber wird ganz sicher nicht einfach abgenickt.
Trotzdem hat TwinTec Baumot den Vorteil, dieses System bei LKW und Bussen bereits länger technisch erfolgreich zum Einsatz zu bringen.
Das Gejammere des VW-K.O.nzerns, es ginge technisch nicht, ist daher ein weiterer Betrug am Kunden.
Im Bereich von 3,7 Milliarden € will der VW-K.O.nzern nicht für seinen Betrug am deutschen bzw. europäischen Kunden zahlen.
Das gesamte Procedere bedarf der Einhaltung übergeordneten EU-Rechts.
Diese Einhaltung durch das KBA hat bereits bei EA 189 - wie bekannt und hier diskutiert - "ganz wunderbar funktioniert".
Anhand des tatsächlichen Schadstoffausstosses im realen Verkehr erfolgt hernach die Eingruppierung, damit einhergehend die Angabe, welche Umschlüsselungen genehmigt werden.
Die nachgeordneten Zulassungsstellen der Länder haben zuzulassen und umzuschlüsseln, wie die durch das KBA erteile BE zur Serienfahrzeugnachrüstung es vorgibt. Dabei handelt es sich um einen gebundenen Anspruch.
Fazit:
Die nachgeordneten Zulassungsstellen der Länder geben nicht der übergeordneten Behörde KBA vor, was zu tun ist, sondern genau umgekehrt. Klare hierarchische Regelung.
Zitat:
@Broesel13 schrieb am 27. August 2017 um 23:12:14 Uhr:
http://www.sueddeutsche.de/.../vw-wenn-der-staub-sich-legt-1.364215527. August 2017, 18:40 Uhr
VW Wenn der Staub sich legt
In den USA, mitten im Nirgendwo, sammelt Volkswagen auf riesigen Halden Dieselfahrzeuge - bis entschieden ist, ob die Objekte des Betrugs umgerüstet und verkauft oder am Ende doch verschrottet werden.
Der Artikel ist interessant. Ein Auszug. 😉
"(...)
Volkswagen muss 85 Prozent der betroffenen Zwei-Liter-Dieselfahrzeuge bis zum 30. Juni 2019 aus dem Verkehr ziehen oder kostenlos nachrüsten. Laut Gerichtsbericht war der Autokonzern bis zum 15. Juni 2017 bei gut sechs von zehn Wagen erfolgreich. Es gibt also noch einiges zu tun für die Wolfsburger, beziehungsweise könnte es noch teuer werden. Ein 2009er Jetta etwa ist bis zu 14 025 Dollar wert, ein 2015er Audi A 3 Prestige bis zu 44 176 Dollar. Möchte ein Kunde seinen Wagen zurückgeben, muss Volkswagen ihm diese Preise zahlen, anders übrigens als im Rest der Welt: Dort zahlt Volkswagen nur in Einzelfällen - nach individuellen Gerichtsverfahren - Entschädigungen oder nimmt Fahrzeuge zurück.
Auch in den USA versucht Volkswagen natürlich, Kosten zu sparen, so weit möglich. Das heißt: die Fahrer von den noch verbliebenen Schummel-Dieselautos davon zu überzeugen, ihr Auto in die Werkstatt zu bringen zur Nachrüstung. Das kommt den Konzern billiger. Er muss neben Werkstatt- und Materialkosten noch Entschädigungen zahlen. Den Besitzern winken zwischen 5100 und 10 000 Dollar Cash. Die meisten Kunden würden sich zwar Sorgen um einen Leistungsverlust oder einen zunehmenden Spritverbrauch ihrer Autos nach der Umrüstung machen, sagt VW-Händler Emich. Er sagt aber auch: "Kunden, die ihr Auto jetzt noch nicht verkauft haben, stehen der Dieseltechnologie sehr loyal gegenüber." Es sind die wahren Fans, in einem Land, in dem schon vor dem Skandal 97 von 100 Autos mit Benzin fuhren."
VG myinfo
Zitat:
@ZXR600 schrieb am 28. August 2017 um 00:58:36 Uhr:
...Auf welcher Grundlage soll man den Hersteller bei diesen Fahrzeugen zu einer Nachrüstung zwingen können?
Sollte es zu Fahrverboten unabhängig von der EUx Einstufung kommen, z.B. abhängig von Messungen auf der Straße, müssen auch diese klar definiert werden. Damit sind nicht nur die Grenzwerte, sondern auch detailliert das Vorgehen bei der Messung gemeint (Temperatur, Feuchte, Wind, Straßenbelag, Steigung, Reifentyp usw.). Das muss rechtzeitig und klar geschehen, ohne populistisches Pauschalisieren.
...
Bedenkt doch, dass wir neben der lokalen temporären Überschreitung von zu hinterfragenden NOx Atemluft-Grenzwerten, ein permanentes und globales CO2 Problem haben.
Von zu vielen Kohlekraftwerken und verzögerten Stromautobahnen liest man viel zu wenig.
Und wo ist hier im Forum der Aufschrei mit einem 1000 Seiten Thread, dass unsere Fahrzeuge mehr Kraftstoff als angegeben verbrauchen?...
Ein zusätzlicher Wertverlust der Dieselfahrzeuge entstand natürlich zum einen durch die manipulierten Abgasmessungen (offiziell in D behoben?), aber vor allem auch durch die nun seit Jahren anhaltende nicht sachliche Diskussion des NOx Themas in den Medien.
Ich habe einen alten VAG Diesel und der ist für mich vor allem ein Fahrzeug und keine Spekulationsmasse. Ein gebrauchtes Produkt verliert an Wert, dazu tragen leider auch solche Themen bei, das Leben ist so.
1. Auf welcher Grundlage wurden bei den alten Diesel Partikelfilter nachgerüstet? Man müsste den Herstellern gar nicht zumuten, die komplette Nachrüstung zu bezahlen, der Käufer kann sich gerne auch dran beteiligen. Schliesslich bekommt er ein Upgrade auf Euro 6.x, und das ist mehr als er ursprünglich bestellt hatte.
Die Industrie tut, als gäbe es derzeit noch keine Nachrüstsätze, und das ist schlichtweg falsch. Diverse Hersteller von Nachrüstsätzen stehen in den Startlöchern mit fertigen Lösungen, die drauf warten, eingebaut zu werden. Nur versucht man seitens Politik und Hersteller mal wieder, auf Zeit zu spielen.
2. Natürlich haben wir ein CO2-Problem. Auch wenn die Verbrauchsangaben (die beim praxisfremden NEFZ ermittelt wurden) nicht stimmen verbraucht der Diesel weniger Sprit als ein Benziner und ist deswegen beim CO2 im Vorteil. Dass die Verbrauchsangaben nicht stimmen wurde hier schon oft thematisiert, und dass manche Hersteller bei den Prüfstandsmessungen den Bogen überspannt haben auch.
3. Hätte es Dieselgate icht gegeben gäbe es diesen Wertverlust in diesem Ausmass eben nicht. Dass ein Fahrzeug bei Gebrauch an Wert verliert weiss jeder und akzeptiert es auch. Nur tu ich mich halt schwer zu akzeptieren, dass Euro 5-Diesel bei den Händlern stehen und keiner sie haben will. Vor Dieselgate gingen die Diesel weg wie warme Semmeln, trotzdem man wusste dass der Normverbrauch im Normalbetrieb kaum einzuhalten ist.
Zitat:
@edakm schrieb am 27. Aug. 2017 um 23:55:19 Uhr:
Aha, die Entwicklung von Hardware-Nachrüstungen dauert Jahre. Verstanden.
Mich wundert in dem Zusammenhang nur, wie dann eine Wunder-Software innerhalb weniger Wochen marktreif sein kann? Auch eine aufwändige Behörden-Abnahme und -Freigabe müsste doch damit erfolgt sein.
Ist bekannt, ob diese Nicht-Betrugsmotoren-Updates vom KBA freigegeben werden müssen? Ich vermute ja, habe aber nichts zu entsprechenden Plänen gelesen. Und dann folgt die Umrüstung, die auch Wochen dauern würde - wenn überhaupt jemand freiwillig da mitmachen würde. Und daher vermute ich stark, dass die bereits vom VG Stuttgart angekündigten Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge unabwendbar sein werden - egal, was Mutti oder Schulzi dazu äußern. Dasselbe muss man wohl für weitere Städte annehmen, wo Klagen der DUH laufen.
Also: Der Gipfel war für die Tonne. Dass es keine marktreifen Hardware-Updates gibt, liegt m.E. nicht an den Anbietern, sondern am mangelnden Willen der Hersteller und Politiker. Oder ist das etwa doch viel komplizierter als uns die Anbieter von Nachrüst-Lösungen erzählen?