• Online: 4.173

el lucero orgulloso

05.01.2014 18:15    |    nick_rs    |    Kommentare (35)    |   Stichworte: Ford, Scorpio

Als die Frage aufkam, über was ich denn einen Artikel schreiben möchte, schoss mir sofort der Scorpio in den Kopf.

Warum? Es ist ein Ford vom alten Schlag und erinnert mich immer an unseren alten Escort.

Als die Scorpios noch oft auf der Straße zu sehen waren, war ich noch im Kindergarten. Ich erinnre mich noch grob an einen Nachmittag mit ein paar Freunden. Ich dürfte höchstens fünf Jahre alt gewesen sein. Wir machten die ersten Versuche mit den Inline Skater auf einem Parkplatz. In den Pausen saßen wir im Kofferraum eines Scorpio der ersten Generation in ausgeblichenem rot, der mit der riesen Heckklappe und den knatsch orangenen Blinkern, die optisch in 3 geteilt waren. Wir hörten laut Radio. Nach ein paar Stunden ging das Radio aus. Batterie leer. Ein netter Mann überbrückte.

Des weiteren fiel mir immer wieder der Scorpio Tunier auf. Mein Onkel hatte damals einen Ford Sierra Tunier. Eine Sache war mir immer suspekt: Da gibt es einen Ford, der sieht fast genauso aus, nur hat der komplett Orangene Rückfahrstrahler :eek:. Ja, als Kind fällt einem so etwas auf. Der mit den komplett orangenen Leuchten (also der Scorpio) machte auf mich aber immer den edleren Eindruck :)

 

Soweit zu meiner persönlichen Verbindung zum Scorpio, nun zum Auto an sich:

 

 

 

 

Scorpio mk1

 

Der Scorpio wurde im April 1985 auf dem Genfer Salon vorgestellt. Er war der letzte Heckgetriebene Ford und der letzte Ford der oberen Mittelklasse. Er sollte an den Erfolg des Granada anknüpfen, was er aber nie tat. Vom Scorpio wurden insgesamt rund 850.000 Exemplare verkauft, vom Granada im vergleichbaren Zeitraum fast das Doppelte. Die Ursache dafür ist simpel. Den Scorpio gab es anfangs nur mit dem "Aero-Heck" genannten Fließheck, welches seinerzeit nicht sehr populär war (ich persönlich finde es sehr schön, gerade durch das durchgehende Chromband an der Fensterkante). Die Limousine folgte erst viereinhalb Jahre später und der Kombi, der beim Granada weit über die Hälfte der Zulassungen ausmachte, kam erst mit dem kleinen Facelift 1992. Bis dahin waren Granadakunden längst zu Opel oder Mercedes gewechselt.

An der Tatsache änderte auch die Begeisterung der Fachpresse nichts. Diese war überzeugt vom Scorpio. So wurde er "Auto des Jahres 1986" und gewann im selben Jahr das "Goldene Lenkrad".

Der Scorpio hatte aber auch viel zu bieten. Fordtypisch hielt er sein Versprechen und bot viel Auto für wenig Geld: So bot der Scorpio Platz en masse im Innenraum. Die Beinfreiheit im Fond beispielsweise war wesentlich größer, als in dieser Fahrzeugklasse üblich. Auch der Kofferraum war riesig und durch die große Kofferraumklappe einfach zu beladen. Auch löblich war das ergonomische Cockpit, an dem sich alle Bedienelemente in nächster Nähe des Lenkrads befanden.

Der Scorpio war eine innovative Komfortschleuder. Schon damals hatte er vieles an Board. Dazu gehören unter Anderem: Bordcomputer, Sitzheizung, el. Sitze mit Memoryfunktion, elektrische Rücksitze, beheizte Frontscheibe, höhenverstellbarer Gurt.

Wegweisend war das ABS, dass der Scorpio als erstes Großserienfahrzeug serienmäßig an Board hatte sowie seine sehr gute Aerodynamik.

 

Motoren waren folgende verfügbar:

- 1,8L Vergasermotor mit 90 PS

- 2,0L Vergasermotor mit 105 PS

- 2,0L Einspritzmotor mit 115 PS <- Diesen gab es auch mit Katalysator, allerdings hatte er dann nur noch 101 PS

- 2,8L V6-Einspritzmotor mit 150 PS <- Dieser war ab 86 mit dem 4x4 Allradantrieb zu haben.

- 2,5L Diesel mit 69 PS <- Dieser Motor kam von Peugeot

 

Serienmäßig war ein 5-Gang Schaltgetriebe verbaut, alternativ konnte man eine 4-Gang Wandler-Automatik wählen.

 

1987 brachte Ford eine neue V6 Motorengeneration heraus.

- 2,4L V6-Einspritzmotor mit 130PS

- 2,9L V6-Einspritzmotor mit 150PS

Beide Motoren waren mit Katalysator lieferbar und hatten dann 5 PS weniger. Der 2,4L V6 ersetzte den alten 2,3L V6 des Granadas, der 2,9L V6 den 2,8L V6.

Beide Motoren basieren auf dem alten 2,8L V6, besitzen aber eine Elektronische Benzineinspritzung. Diese hat den Vorteil, dass der Motor schon bei niedrigen Drehzahlen nicht ruckelt und kraftvoll ist, so lässt sich der Scorpio schaltfaul fahren. Außerdem ist er wesentlich laufruhiger geworden. Trotzdem war der Verbrauch mit jenseits der 12L nicht mehr zeitgemäß.

Der AutoBild-Test der V6 Motoren zum Download als PDF

Im selben Jahr bekam der Peugeot-Diesel einen Turbo und leistete nun 92 PS

 

 

Facelift 1992

 

1992 brachte Ford ein kleines Facelift des Scorpios heraus. Mit dem Facelift kam auch der Tunier genannte Kombi. Der Kombi bat neben der großen Beinfreiheit wie bei der Limousine auch noch einen riesen Kofferraum. Allerdings war die Fensterkante so niedrig, das die Abdeckung nicht auf höhe der Rücksitzlehnen angebracht werden konnte.

 

Die Änderungen des Facelifts waren dezent. Vorne wurden die Leuchten kleiner und die Stoßstange wurde überarbeitet. Die Blinker wurde weiß und "zeigten" nun nach unten. Am Heck bekamen die Rückleuchten eine neue Grafik und wurden dunkel eingefärbt. Optisch wurden die Leuchten durch einen dunklen Streifen verbunden, in dem nun auch das Logo und der Schriftzug Platz fanden. Auch das Cockpit wurde überarbeitet. Es wirkt nun wuchtiger und edler.

Der Diesel kam nun nicht mehr von Peugeot sondern von VM aus Italien und leistete 115 PS.

Außerdem war nun der "Cosworth" verfügbar. Er beinhaltete Ausstattungsdetails sowie einen 2,9L 24 Ventil V6 Motor, der inklusive Katalysator 195PS brachte und an eine Automatik gekoppelt war.

 

 

Scorpio mk2

 

Nachdem sich der erste Scorpio nur schleppengdverkaufte sollte das mit dem Scorpio mk2 anders werden. ANDERS. Das war das Wort, das Ford beim Scorpio mk2 so ernst nahm, wie kein anderes...

Mit dem Thema auch bewarb Ford 1994 den neuen Scorpio. Die Braut steht am Altar, schaut sich um, Mann, Trauzeuge, Priester, Gäste, alle sehen gleich aus. "NEIN!" schreit sie, rennt raus über den Parkplatz auf dem langweilige, gleichaussehende schwarze Limousinen stehen. Am Ende wartet ein Scorpio. Begeistert steigt sie ein. "Der neue Scorpio. Einer wie keiner." heißt der Slogan. (Werbespot)

 

Als Ford den neues Scorpio im Herbst 1994 vorstellt, ist dieser der Hoffnungsträger. Er soll durch sein besonderes Design zur Konkurrenz aufholen und sich positiv auf die Ford Palette auswirken. Dass dieser Schuss komplett nach hinten los gehen wird, mag Ford nicht geahnt haben.

 

Der Scorpio war genau genommen nur ein umfangreiches Facelift. Trotzdem änderte Ford die Typenbezeichnung auf Mk2 (wie VW beim Passat B6/B7. Alles schon einmal da gewesen, genauso wie der "das Auto" Slogan :rolleyes:)

Das Fließheck entfiel wegen mangelnder Nachfrage. Nur der Kombi und die Limousine wurden weitergebaut (komisch, beim Facelift des Mondeo Mk4 entfiel die Limousine und das Fließheck blieb ;)).

Wie schon erwähnt polarisierte das Design. Die Scheinwerfer wurden rund und wanderten nach außen. Dazwischen prunkte ein riesiger verchromter Grill. Hinten erhielt der Scorpio ein durchgängiges Leuchtband, dass an amerikanische Limousinen erinnerte. Das Heck des Kombis blieb unverändert. Alles war ein wenig runder gestaltet, auch der Innenraum.

Fahrer und Beifahrerairbag waren jetzt serienmäßig, auch Seitenairbags waren lieferbar, die später dann auch serienmäßig wurden.

 

Motorentechnisch kam ein neuer 2 Liter 16 Ventiler hinzu, der eine obenliegende Nockenwelle besaß und damit moderner war. Er hatte einen Kat und leistete 136 PS. Die Vergasermotoren und der 2,3 L V6 fielen aus dem Programm. Der 2 Liter 8 Ventiler leistete mit Kat nun 115 PS.

Der 2,9 Liter 24V Cosworth Motor leistete nun 207 PS.

Der 2,9 Liter Mit Kat und nun 150 PS wurde nur wenige Monate gebaut. Er wurde 1996 durch den neuen 2,3 Liter 4 Zylinder mit 147 PS ersetzt.

Auch wurde 1996 der 2,5L Diesel von 115 PS auf 125 PS aufgeblasen. Er erfüllte nun Euro 2.

 

(Hier das o.g. Schulungsvideo)

 

 

 

 

Facelift 1997

 

1997 wurde der Scorpio ein letztes Mal überarbeitet. Die Scheinwerfer wurden schwarz hinterlegt, neben den Nebelleuchten war nun ein kleiner Lufteinlass zu finden. Die dicke Chromspange um den Grill wurde in Wagenfarbe lackiert. Nur eine schmale Chromleiste war noch zu finden. Das Ford-Logo rutschte in den Kühlergrill. Am Heck der Limousine entfiel das Chromband über den Leuchten und diese enthielten eine neue Grafik.

 

 

 

 

 

 

Leider ließ sich auch damit der Misserfolg des Scorpio nicht beenden. So wurde er im Juni 1998 endgültig eingestellt.

Als Nachfolger sollte der Lincoln LS zu uns kommen, aber dann musste es in letzter Minute doch der brave Mondeo mit V6-Motor richten.

 

Was bleibt ist ein Youngtimer Klassiker, den Fans der 80er und 90er oder von Ford zu schätzen wissen, denn ein schlechtes Auto war der Scorpio keineswegs. im Gegenteil: Er war immer einer der Besten seiner Klasse und ist auch heute noch ein Geheimtipp in Low-Budget Gebrauchtwagenmarkt.

Auch Hans, als bekennender 90er Fan gönnte sich zum 65. Geburtstag einen 1996er Scorpio in weiß, der ungefähr so aussehen dürfte, natürlich ist seiner wesentlich gepflegter.

 

 

Auch ich habe beim recherchieren gefallen am Scorpio gefunden und nun verabschiede ich mich nachdenklich und mit einem dicken Dankeschön an Hans.

Nick


20.12.2013 18:55    |    250d348    |    Kommentare (17)

Ein Schriftzug zum verliebenEin Schriftzug zum verlieben

Für alle ist es heute doch selbstverstdändlich das ein Kombi einen starken Turbodiesel unter der Haube haben muss. Ohne den ist es unvorstellbar geworden sich ideal von A nach B bewegen zu können. Turbodiesel sind garnicht so schlecht: Sie haben ordentlich Leistung, ein nettes Drehmoment und ermöglichen Rasen ohne Reue, der Verbrauch ist bei vielen sehr niedrig. Heute ist der ideale Mittelklassen-Kombi mit einem 2 Liter-150 PS-Turbodiesel ausgestattet, die größeren in der oberen Mittelklasse mit etwas mehr, sagen wir 3 Liter Hubraum und 200 Pferdchen. Heute alles ganz normal, damals eher unvorstellbar und eine wahre Sensation.

 

Allerdings mag ich persönlich eigentlich keine Kombis. Ich brauche sie nicht um meine Bedürfnisse einfacher transportieren zu können. Alles erledigt meine W124-Limousine problemlos mit dem riesigen Kofferraum. Mehr Platz brauche ich nicht. Sollten die Bedürfnisse doch größere Ausmaße annehmen bediene ich mich bei meinem Kollegen Nils an seinem VW Crafter mit 136 PS, ebenfalls ein Turbodiesel - wie sollte es denn anders sein. Ohne den Turbo ist heute fast keine Fahrzeugkategorie mehr vertreten, überall finden wir ihn. Doch zurück zu den Kombis. Ich mag sie nicht so, soll aber auch nicht heißen das ich sie etwa blöd finde. Nein, praktisch sind sie, keine Frage.

 

Ich schaute letztes Jahr doch tatsächlich nach einem weißen 250 TD, nach der ewigen Suche nach einem guten 124er-Diesel fiel irgendwann der Entschluß irgendeinen guten zu nehmen, egal welche Variante. So ein Kombi hat schon eine Menge Platz. Als Kind fand ich das schicke 123er-T-Modell total hübsch, nach wie vor. Die fette Chromleiste an der Seite hat einfach was und verleit dem 123er seine Unverwechselbarkeit. Oftmals saß ich als kleiner Junge auf dem Unterschrank am Fenster im Schlafzimmer meiner Eltern und schaute raus auf die Straße. Plötzlich fährt wie jeden Tag ein agavengrünes T-Modell vorbei. Es fährt immer aus einer Garage aus dem Hülshof in Lünen raus. Am Steuer saß immer ein junges Mädchen.

 

Damals konnte ich schwer zwischen dem Alter bei Menschen unterscheiden, dafür jedoch mehr beim Klang der Diesel und Benziner. Wie sich dann dank dem Typenschild und meines Gehörs herausstellte handelte es sich um einen 300 TD, dem geliebten OM617. Ja, so ein 300 TD mit 80 resp. 88 PS hat schon was. Das nenne ich mal gemütliches dahingleiten, ohne Stress und ohne nervende Gedanken, einfach frei und dem säuselnden Klang des guten alten Diesels lauschend, ja das beruhigt - da spreche ich aus Erfahrung. Ein 123er-T-Modell jedoch hat richtig Geschichte geschrieben, für eine ganze Fahrzeuggeneration.

 

Versehen mit dem netten Kürzel 300 TDT bot der 300 TD Turbodiesel ordentliche Fahrleistungen bei 115, später 125 PS und netten 250 NM Drehmoment, na das kann sich doch mal sehen lassen! Der Verbrauch hält sich in Grenzen und endlich kommt man die Berge ohne durchgetretenes Gaspedal hoch. Mit dem 300 TDT begann 1979 der Siegeszug des Diesel im Kombisegment, ein Siegeszug der bis heute anhält, Ende nicht in Sicht. Der Klang der Diesel-Turbos aus dem Hause Mercedes-Benz ist noch intensiver als es ein OM601 oder auch OM615 herüberbringt. Das typische Dieselnageln ist sehr intensiv, die Einspritzdüsen knacken wie verrückt. Bei sowas bekomme ich Gänsehaut pur, so stelle ich mir einen genialen Diesel vor.

 

Das unser lieber Hans auch vom 300 TDT angetan ist kennen wir bereits aus seinem Blog. Es ist einfach ein heute ultraseltenes Fahrzeug und ein mehr als gemütlicher Kombi mit genügend Leistung ohne übermäßig viel Diesel zu benötigen. Nur einmal in meinem Leben sah ich einen echten 300 TDT, in gelb und weißen Blinkern, top erhalten, von einem Werkstattbesitzer gefahren. Warum man auf ein 123er-T-Modell weiße Blinkleuchten draufknallt verstehe ich überhaupt nicht, machen sie doch das harmonische Gesamtbild eines echten Klassikers komplett zunichte, aber jeder wie er mag. Heute sind die ganzen E 350 CDI Blue Efficiency und wie sie alle heißen die Erben eines Vorboten für eine schnellere und einfachere Fortbewegung.

 

Ich werde mich zukünftig bei meinen mobile- und Autoscout-Streifzügen verstärkt auf die alten Mercedes-Turbodiesel konzentrieren, vielleicht lässt sich ja ein interessanter 300 TDT W123 auftreiben, eines jedoch dürfte sicher sein: Günstig dürfte er keineswegs sein. Mehr als selten, seltener als so mancher Z8. Ich mag den W123 als Teewagen, etwas was mich schon immer fasziniert hat. Doch wenn wir schon bei den Turbos sind, wahrscheinlich wird mich ein 250 D Turbo ganz unruhig machen, der hört sich ja noch kerniger an wie ich finde...

 

Suli verabschiedet sich in seinen Weihnachtsurlaub. Ab dem 10. Januar 2014 liest Ihr, meine lieben Leser wieder meine neuesten Geschichten. Allen Lesern wünsche ich ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und besinnliche Stunden sowie einen guten Start ins neue Jahr 2014.


12.11.2013 13:23    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (14)

Hallo Hans,

 

auch ich schließe mich den Bloggern hier auf MT an, um Dir vielmals Danke zu sagen für deine Art, wie Du hier unser aller Hobby bereicherst.

 

Und für Neueinsteiger, die wissen möchten worum es hier geht Vorwort und Teil 1

 

Da ich Dir bestimmt nichts über Renault Modelle unterjubeln kann, habe ich mich dazu entschlossen, für dich und deine Freunde mal die Geschichte von Renault bzw. Renault Deutschland hier niederzuschreiben.

Mich würde es freuen, wenn ich selbst einen solchen Fachmann wie Dir noch etwas Neues unterbreiten kann. Denn ich denke, Du wirst dich auch damit auseinander gesetzt haben.

 

Am 12.02.1877 beglückte Berthe Renault ihren Mann Alfred mit ihrem vierten von sechs Kindern. Dieses Kind erhielt den Namen Louis und sollte sich schon früh für Technik interessieren. Mit elf Jahren hatte er sich ein batteriebetriebenes Licht in seinem Zimmer installiert, für das er alles selber zusammen bastelte. Seine Eltern verzweifelten fast an ihrem Sohn, der mit Schule nichts am Hut hatte und lieber in einem Tender versteckt von Paris nach Rouen fuhr, um die Funktion der Dampflok zu erforschen. Mit 13 nervte er seinen Vater solange, bis dieser ihm einen Panhard – Motor kaufte. Selbst der Wehrdienst stand den Eltern nicht bei, Louis kaufte vom Sold einen de Dion-Bouton mit ¾ PS. Diesen verbesserte er durch einen Direktantrieb (Kardanwelle) und Schaltung.

Im November 1898 unternahm er in seinem feinsten Anzug mit diesem Wagen seine erste Testfahrt. Man glaubt es kaum, er erreichte schon die 50 km/h Marke. Bei seiner zweiten Ausfahrt am Weihnachtsabend im Jahr 1898 nahm er ganze 12 Bestellungen auf, der Start von Renault!

Die von Louis Renault lizenzierte Kardanwelle bedeutete der erste Antrieb ohne Ketten oder Riemen. Diese Erfindung sicherte dem jungen Unternehmer durch Lizenznehmer eine gewisse Unabhängigkeit.

Die am Anfang des Jahres 1899 offiziell gegründete Firma erhielt im ersten Jahr erstaunliche 71 Bestellungen und in den Folgejahren 179 bzw. 347. 1902 wollten bereits 502 Käufer einen Renault. Von einem Gartenschuppen aus gestartet, beschäftigte Louis Renault da bereits 500 Mitarbeiter auf einer 7500 m² großen Produktionsstätte. 1902 entwickelte Louis Renault auch seinen ersten Motor, mit 24 PS! und meldete das Patent eines Vorläufers des Turboladers an.

Der absolute Durchbruch kam mit der Bestellung von 250 Droschken der Pariser Taxiinnung im Jahr 1905.

Louis war vielleicht kein begnadeter Verkäufer, jedoch erkannte er schon früh den Motorsport als Werbemaschine. Er und sein Bruder Marcel fuhren Siege bei Rennen ein, wie etwa bei Paris – Trouville oder Paris – Ostende und Paris – Ramboulliet.

Als sein Bruder beim Langstreckenrennen Paris – Madrid 1903 tödlich verunglückte, fuhr er selbst nicht mehr und überlies dies angestellten Fahrern.

Renault wuchs rasant und das auch deshalb, weil sie schon früh in den großen europäischen Metropolen Außendienstmitarbeiter hatten. Selbst in New York, Buenos Aires und auf Sumatra war Renault vertreten. 1905 hatte man bereits ein Händlernetz von 120 Filialen und gründete kurz drauf Niederlassungen in Deutschland, England, USA, Russland, Türkei und sogar in Nordafrika.

Am Anfang des neuen Jahrhunderts erkannte auch Louis Renault, dass der Markt an finanzkräftigen Kunden nicht weiter wachsen würde und er überlegte, wie er das Automobil der breiten Masse zugänglich machen könnte. Hierzu später mehr, da ich nun auf die deutsche Geschichte von Renault überschwenke.

 

Am 17.Oktober.1907 wurde die Renault Frances Automobil Aktiengesellschaft gegründet. Sitz der ersten Tochtergesellschaft war am Gendarmenmark in Berlin Mitte. Dieses erste Unterfangen stand nicht unter einem guten Stern, der Ausbruch des ersten Weltkrieges und die damit verbundene Zwangsverwaltung machten es unmöglich, Fuß zu fassen.

1920 wurde zwar noch ein neuer Aufsichtsrat gewählt, doch die wirtschaftliche Lage zwang Louis, das Unternehmen zu liquidieren. Bis 1922 kostete die Abwicklung einiges an Kapital.

 

Mit einer breiten Produktpalette von Personenkraftwagen, Traktoren, Lastkraftwagen, Flugzeuge und Bootsmotoren startete man 1927 am 23.November neu. In Frankfurt am Main wurde die Deutsche Renault Automobil – Gesellschaft mbH gegründet.

Diese wurde nach sehr gutem Start 1932 mit beginn der Weltwirtschaftskrise nach Kehl am Rhein verlegt, um Kosten zu senken.

1934 gingen die Geschäfte so gut, dass man den Firmensitz an den Kurfürstendamm 161 in Berlin verlegte. Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges folgte die zweite Zwangsverwaltung.

 

Erst 1949 mit Gründung der BRD startet man in Baden-Baden mit der Renault Automobilgesellschaft für Deutschland mbH neu. Wichtigste Kundschaft waren die alliierten Streitkräfte.

1954 siedelte das Unternehmen aus geografischen und verkehrstechnischen Gründen nach Köln um. Mit 250 Vertragshändlern und 36000 Einheiten pro Jahr konnte man die Marktlage weiter ausbauen.

1959 teilte man sich in Deutsche Renault Vermögensverwaltung in Köln und Deutsche Renault Automobilgesellschaft KG in Brühl.

1960 wurde Deutschland zum wichtigsten Auslandsmarkt. Mit ca. 7% Marktanteil und 150.0000 Fahrzeugen war man schließlich 1972 erstmals der größte Importeur in der Bundesrepublik.

1978 umfasst das Servicenetz von Renault 1600 Partner und ist damit der viertgrößte Betreiber in Deutschland. Am Ende der 70er nimmt die Leasing GmbH ihre Tätigkeit auf und die Renaultbank erhält ihre Vollbankkonzession.

Die 80er waren für Renault in Deutschland wohl etwas schwieriger, erst die Wiedervereinigung brachte enormen Auftrieb, als einer der Ersten baute Renault ein Vertriebsnetz in den neuen Bundesländern auf.

1991 erobert Renault mit 241.000 Wagen die Spitzenposition bei den Importeuren zurück und gibt sie lange Zeit nicht mehr her. Dieser Boom beschert Renault bis weit in die 90er immer neue Rekordzahlen.

Heute schickt sich Renault wieder an, die Spitze erneut zu erobern, und bedient sich dazu auch der Marke Dacia.

In der Vergangenheit konnte nicht jedes Modell in Deutschland punkten. Der Fuego, bekam das goldene Lenkrad, fand aber keine Käufer. Auch die Oberklasse lassen sich die Platzhirsche nicht streitig machen, R25, Safrane und der eigenwillige Vel Satis, recht gute Fahrzeuge, sind zum scheitern verurteilt. Renault ist oft Vorreiter und zu früh mit neuen Trends, der Allrad-Van Scenic RX4 ist ein typisches Beispiel. Wer aber kennt nicht die bekannten Vertreter und Innovationen, sowie Wegbereiter von Renault. Hier mal einige aufgezählt: Dauphine, R4, R5, Espace, R19 und Clio. Eine weitere Stärke war immer die breite Palette, die Renault zu bieten hatte und hat.

 

Hier schwenke ich wieder zu den Anfängen von Renault zurück, um wieder kurz vor dem ersten Weltkrieg einzusteigen.

Louis Renault war schon 1911 in den Staaten, um sich mit seinem geistigen Bruder Henry Ford auszutauschen. Er war von dessen Organisationstalent und Aufbau der Firma begeistert. Er kam mit der Überzeugung zurück, seine Idee „Autos für Jeden“ zu bauen, umsetzen zu können und trieb den Umbau seiner Firma voran.

 

Renault war in allen Metropolen in Europa der Taxihersteller schlechthin und so kam es, wie es kommen musste. Bei Ausbruch des Krieges beschlagnahmten die Pariser Behörden 1600 Taxen, fast ausschließlich Renault Typ AG um mit diesen die Soldaten, rund 6500 Mann, an die Front zu bringen. Der AG hieß im Volksmund nur noch Taxi de la Marne – kurz Marnetaxi.

Der Staat war auf kriegswichtige Unternehmen wie das Automobilwerk von Louis Renault angewiesen, die für Mobilität sorgen sollten. Zahlreiche Ingenieure und Arbeiter kehrten in die Fabriken zurück.

Die Fertigung von Kriegsmaterial oblag nun verschiedenen Regionalgruppen. Louis Renault führte in seiner Funktion als Vorsitzender des Automobilherstellerverbands die Regionalgruppe Paris an. Während des Krieges stellte Renault neben Militärfahrzeugen und Krankenwagen unter anderem leichte Panzer her. Bereits vor dem Krieg hatte Renault als Flugzeugmotorenbauer Erfolge gesammelt - darunter den Weltrekord im längsten Non-Stop-Flug. Jetzt entwickelte Renault erstmals ein werkseigenes Flugzeug: das „AR"-Modell mit vorne liegendem Motor - „Avant-Renault" bedeutet so viel wie „Vorn-Renault". Als größter Flugzeugmotorenhersteller belieferte Renault bald auch die belgischen, britischen und russischen Alliierten.

Nach dem Krieg war Renault wohl das größte Unternehmen Europas und stand auf breiten Beinen, so dass es die Wirtschaftskrise als Imperium überlebte.

Allein die Nachkriegmodelle der Spitzenklasse setzten Maßstäbe der neue 40CV mit seinem 9,1 Litermotor, die Modelle Reinastella, Suprastella, Nervastella und Viva Grand Sport festigten die Position. Louis Renault vernachlässigte aber nie die Wagen der Mittelklasse und die kleinen Fahrzeuge.

Renault war auch in vielen Dingen rund ums Auto erfinderisch, ein Vorläufer des Sicherheitsgurtsystems, Innenbackentrommelbremse und die einschraubbare Zündkerze gehen auf Patente von Renault zurück.

1919 mit der Einführung des 10CV hielt die Fließbandfertigung Einzug in die Fabriken Renaults. Wie bei allem ging Louis Renault seinen eigenen Kopf nach, er hat und hätte niemals fremde Einflussnahme im Unternehmen geduldet. Louis Renault stellte fast alles selbst her und mit Banken pflegte er nur das Nötigste abzuwickeln. Sein Unabhängigkeitsdrang ging soweit, dass er selbst Kantinenbesteck und Kanaldeckel selbst produzierte. Eins wurmte ihn dennoch, er musste immer noch Reifen bei Michelin kaufen, die sich schon bei Citroen eingekauft hatten.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges und auf dem Höhepunkt seines Schaffens war Louis Renault mal wieder bei Henry Ford in den USA. Bei seiner Rückkehr hatten die Deutschen alles übernommen und Mitarbeiter von Mercedes-Benz überwachten alles.

Da stand er nun, er, der immer alles fest im Griff hatte, vor der Frage – Widerstand und Zerschlagung oder für die Deutschen unter ihrem Diktat zu arbeiten.

Er entschied sich für das Weitermachen, um nicht alles zu verlieren und seinen Mitarbeitern die Arbeitsplätze zu erhalten. Diese Entscheidung sollte sich später rächen.

Obwohl nicht von den Besatzern erlaubt, entwickelte Renault anfangs noch den 11CV und 4CV. Louis Renault bestand aber immer auf Einhaltung der Verträge mit den Deutschen. 1943 wurde seine Fabrik nahezu von den Alliierten zerstört.

Im Februar 1943 erkrankte Louis schwer und wurde nur noch selten in der Öffentlichkeit gesehen. Im September 1944 stellte sich Louis Renault, auf Anraten eines Anwaltes, den Behörden des befreiten Frankreichs.

Am 24.Oktober.1944 stirbt Louis Renault, ob an den Folgen seiner Erkrankung, etwaigen Misshandlungen, bis hin zur Folter, oder an Gift, bleibt für immer ungeklärt. Einige Jahre nach seinem Tod wird der Leichnam obduziert. Bei dieser Untersuchung wird nur die Behauptung der Witwe widerlegt, ihrem Mann sei das Genick gebrochen worden. Der Bericht der Leichenbeschauer sagt aus, dass der Leichnam keine Gewaltspuren aufweist.

Ein großer Mann Frankreichs verließ etwas nebulös die große Bühne der Weltgeschichte und sein Imperium wurde verstaatlicht.

Zu seiner Zeit hieß es „ Wenn Renault niest, holt sich Frankreich einen Schnupfen“.

 

Was war dieser Louis Renault für ein Mann?

Ein Besessener, ein dem Unternehmen alles unterordnender Mensch, Erfinder, Industriekapitän und Familienvater. Ein vom Erfolg getriebener Macher, einer, der immer alles unter Kontrolle haben wollte. Er galt als Diktator und Patriarch, wollte nichts mit Gewerkschaften zu tun haben und dennoch war er stets bemüht, seine Arbeiter gerecht zu entlohnen und auch am Gewinn zu beteiligen.

Nur die Weiterführung seines Unternehmens nach seinem Tod konnte er nicht regeln. Sein Sohn Jean Louis Renault, einziges Kind aus der Ehe mit der Notarstochter Christiane, sollte niemals die Nachfolge antreten.

Die Familie kämpfte lang um Wiedergutmachung und Entschädigung. Ob der französische Staat dies je leisten wird, bleibt bisher unbeantwortet. Der letzte Versuch stammt von den acht Enkeln aus dem Jahr 2011/12. Hier geht es wohl um die Richtigstellung der geschichtlichen Hintergründe und Darstellung von Louis Renault. Nach allem was ich gelesen habe, scheint Louis Renault nur einen Weg eingeschlagen zu haben, der seine Arbeiter und Fabriken schützte. Er produzierte Lastkraftwagen, aber er beugte sich nicht dem Druck, Waffen für die Deutschen zu bauen. Die politischen Nachkriegswirren und der zügellose Hass auf alles was nur im Entferntesten nach Günstlingsnahme aussah, brachte dieses verschrobene Bild zusammen.

 

Charles de Gaulles war sich der Stellung Renaults bewusst und erkannte die Bedeutung des Unternehmens für den Wiederaufbau. Daher machte er schnell Pierre Lefaucheux zum Chef im Hause Renault. Lefaucheux hatte wenig mit Autos am Hut, wurde aber von seiner Frau und Freunden dazu überredet, das Amt anzunehmen. Der Staat wollte Renault zum reinen Nutzfahrzeughersteller umbauen.

 

Nur es gab wie so oft einem Mann, der sich nicht von seinem Weg abbringen lassen wollte. Im Fall Renault war es dieser Vorstandschef Pierre Lefaucheux, er ließ schon ab 1949 an dem geheimen Projekt 109 arbeiten. Im Frühjahr 1951 wagte man das Projekt 109 offiziell zu machen und 1956 war es dann soweit.

Renault baute zu der Zeit den 4 CV, mit diesem wurde die französische Bevölkerung nach dem Krieg mobil gemacht. Auf einem Bankett soll der Verwaltungsrat Marcel Wiriath gesagt haben – Der „4 CV“ ist die Königin, das neue Modell kann deshalb nur die Dauphine (bedeutet Thronfolgerin und Delphin) sein. Der 4 CV wurde auf Grund seines Erfolges nach erscheinen der Dauphine noch 5 Jahre weiter gebaut. Aber auch der Typ108 und die Renault Fregate machten Renault wieder groß.

Pierre Lefaucheux kam 1955 bei einem Unfall ums Leben. Auf der Fahrt zu einem Vortragsabend kam er bei Glatteis von der Fahrbahn ab und verunglückte.

Er kam an eine Umleitungsstelle und versuchte, dieser Umleitung im letzten Moment zu folgen. Der Wagen war fast nicht zerstört! Lefaucheux hätte wahrscheinlich den Unfall überlebt, nur wurde er von seinem Koffer, der auf dem Rücksitz lag, im Nacken getroffen.

 

Pierre Dreyfus trat das schwere Erbe an und baute Renault weiter aus. Unter seiner Regie wurden verschiedene LKW Hersteller zusammengefasst. 1959 schlug Renault den alten Rivalen VW auf dem US Markt mit höheren Zulassungszahlen. Dieser Erfolg ist nicht von Dauer und Renault zieht sich vom US Markt zurück. Dreyfus hatte aber vorsorglich seine Strategie weit gefächert und seine Europapolitik hielt stand. Allem voran in Deutschland konnte Renault sich weiter festigen und in Osteuropa wurden die ersten Kontakte geknüpft. Kooperationen auf dem gesamten Kontinent trugen ihre Früchte. Selbst Porsche und M.A.N. waren zur Zusammenarbeit bereit.

Zwei Jahre wollte er das Amt ausfüllen, am Ende waren es 20.

 

Nun durfte Bernard Vernier-Palliez das Amt übernehmen, dies hatte er vor 20 Jahren abgelehnt weil er sich für zu jung hielt. Unter VP arbeitete man eine Zeit lang mit Peugeot zusammen und anfangs sogar erfolgreich.

Als Peugeot (der ehemalige Partner) 1974 Citroen übernahm und 1978 die europäischen Chryslerfilialen, war man bei Renault kurz geschockt. Doch man erkannte auch seine Vorteile, da Renault auf Grund seiner Strukturen schneller reagieren konnte als Peugeot, eroberte man schnell die Spitzenposition zurück.

1981 nahm VP seinen Abschied und sein Vorgänger machte seinen politischen Einfluss geltend bei der Bestimmung des Neuen.

 

Bernard Hanon sollte die Geschicke bis 1985 in den Händen halten, sein größter Schachzug war der Espace. Citroen bzw. Peugeot wollte den von Matra entwickelten Wagen nicht, aber Hanon erkannte das Potenzial. Der R5 Phase II wurde auch ein Kassenschlager. Der Nachfolger von Bernard Hanon wurde Georges Besse, der leider im November 1986 von Terroristen ermordet wurde.

 

Raymond Levy gelang es den leicht ins Schlingern geratenen Konzern in der Spur zu halten und Renault schrieb wieder schwarze Zahlen.

 

Ab 1992 leitete Louis Schweitzer den Konzern und der Staatskonzern wurde privatisiert. Durch die Beteiligung an Nissan und der Übernahme von Samsung und Dacia entsteht der viertgrößte Automobilhersteller der Welt.

Carlos Ghosn, der dem kurz vor dem Abgrund stehenden Partner Nissan das Leben rettete, wurde der Nachfolger von Louis Schweitzer. Seine Arbeit ist durch straffen des Firmenimperiums und Synergien schaffen geprägt.

 

Hier werde ich nun die Geschichte um Renault erstmal beenden, mit dem Wissen hier nur einen Streifzug durch diese gemacht zu haben.

 

Ein so traditionsreiches Unternehmen hat viele kleine Geschichten, die eine oder andere Anekdote wird bestimmt nochmals aufgegriffen. Viele Modelle von Renault werden mit Sicherheit den einen oder anderen Blogg bereichern und füllen. Darauf werden wir uns freuen können.

 

Zum Abschluss zähle ich ein paar Modelle der Nachkriegszeit auf:

1946 4CV – 1951 Fregate – 1959 Floride – 1961 R4 – 1964 R8 Gordini – 1965 R16 – 1966 Rambler – 1969 R12 und Rodeo – 1970 R12 break – 1971 R15 und R17 – 1972 R5 – 1975 R20 – 1981 R9 - 1981 Fuego – 1984 R25 und Espace sowie Encore 5 und 15 – 1987 Medallion sedan und break – 1988 R19 – 1990 Clio – 1991 Express – 1992 Saafrane – 1993 Twingo – 1994 Laguna – 1996 Megane und Sport Spider -1998 Kangoo – 2001 Avantime – 2002 Vel Satis – 2003 Scenic – 2004 Modus – 2008 Koleos und Thalia Symbol – 2009 Fluence – 2010 Wind – 2010 Latitude – 2011 Scala – 2013 ZOE

 

Danke Hans für deine warmherzige und überaus freundliche Erscheinung. Wir freuen uns auf einen weiteren Austausch mit Dir.

 

Dein Gastautor Dorti


06.11.2013 13:11    |    Andi2011    |    Kommentare (106)

Er ist ein schräger Typ, der Mensch Hans-Heinrich!

 

Das sage ich aus vollem Herzen, mit einem Lächeln im Gesicht und mit vollem Respekt!

Ich mag schräge Typen mit dem Herzen am rechten Fleck und Hans-Heinrich ist so ein Typ.

Er gilt als eher bescheiden, mag kein großes Tamtam, erst recht nicht um seine Person und wenn er Freunde einlädt um mit ihnen zu feiern, dann weiß man was einen erwartet: Selbst gebackener Kuchen, belegte Brötchen, Volksmusik und ein zwangloses, gemütliches Beisammensein wo gelacht wird und es herzlich zu geht.

 

 

 

 

 

Nein, Hans-Heinrich ist kein verbitterter Rentner, der mit dem Leben hadert, obwohl es nicht immer gut mit ihm umsprang.

Seine Mutter starb viel zu früh und so war es sein Vater, der ihn großzog.

 

 

 

Er vererbte ihm gewiss auch einige seiner Vorlieben und Charakterzüge. So wandert Hans-Heinrich gern, mag Volksmusik, kocht und backt gern, sieht auf sein Leben mit Zufriedenheit zurück und interessiert sich für das, was in der Welt passiert und sie für ihn noch bereit hält.

 

Sein Vater teilte die Leidenschaft für Autos und 1990, als dieser sein letztes Auto kaufte, war das natürlich ein Renault, ein R19 Chamade TSE mit Automatik, er wollte sich noch mal etwas gönnen.

 

Auch Hans-Heinrich wollte sich einmal etwas gönnen und da er in den 80er Jahren, mittlerweile mit seinem eigenen Renault-Autohaus gut im Geschäft auch gut verdiente, konnte er nicht wiederstehen als er in der automobilen Presse las, dass BMW einen 12-Zylinder auf den Markt bringen wollte. So bestellte er vor über 26 Jahren seinen bis heute letzten Neuwagen, einen BMW 750i

 

Hans-Heinrich wäre aber nicht Hans-Heinrich, wenn er ihn in der für solche Oberklasse-Karossen üblichen Farbe wie schwarz oder dunkel-blau und in Vollausstattung bestellt hätte.

Nein, Hans-Heinrich entschied sich für Alpinweiss II, ein paar Fellbezüge für die Sitze und gut war`s, denn Hans Heinrich ist keiner der Wert auf den „Schein“ legt, er suchte das „Sein“ und das waren 300PS eines seidenweichen Zwölfenders.

Außerdem ist Hans-Heinrich ein Renault-Mann und ein Renault-Mann der etwas schräg ist, darf sich auch einen etwas schrägen 750i vor die Türe stellen. Vor der Türe steht der 750er heute nicht mehr, dafür aber gut behütet und trocken und darf die Narben seines 500.000 km langen Autolebens stolz tragen.

 

 

Und ich wette, wenn Hans-Heinrich sich manchmal auf den Fahrersitz schwingt und er im Rückspiegel den alten Jägerhut erblickt, geht seine Hand wie von allein zum Bavaria C Radio.

Dann hört er vielleicht „Viva la Mamma“ von Edoardo Bennato und die Kassette „Melodien für Millionen“ die er im Kassettenschacht stecken hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein neues Auto wird er wohl nicht mehr kaufen, dafür hängt sein Herz zu sehr an den vielen Youngtimern, Low-Budget Karossen und deren Geschichten. Sie entsprechen ihm einfach mehr, ihm und seinem Leben, in dem man auch mal zu Boden geht und eine Reparatur braucht, die regelmäßige Wartung und Pflege nicht vernachlässigen sollte und dann seine Narben mit Stolz tragen darf - ja, in gewisser Weise ist er ein Youngtimer!

 

Der Mensch Hans-Heinrich ist gesellig, mag Menschen gern, hat aber auch kein Problem damit, mal für sich zu sein.

Mit 14 Jahren traf er seine große Liebe! Sie hieß Irmgard und war 26 Jahre alt und seine Lehrerin. Irgendwie wollte aber Amor nicht, dass sich die Zwei damals oder später finden konnten und so blieb Hans-Heinrich allein – ohne Groll, denn zu tun gab es für ihn immer genug.

 

Doch vergessen hatte Amor ihn nicht, nur etwas länger warten lassen… Nach einigen Schubsern seiner Freunde, kam er mit seiner heutigen Lebensgefährtin zusammen und man kann vermuten, dass die Liebe groß sein muss! Sie hat es sogar geschafft, seine ein Leben lang gehegte grundsätzliche Abneigung gegen die Marke Mercedes aufzuweichen – letztlich fährt Hans-Heinrich heute gar einen E 280

Langeweile kennt er so auch im Rentenalter gar nicht und wenn er nicht grad im 750er Musik hört, mit dem E280, dem weißen Scorpio oder seinem Omega A unterwegs ist, Kuchen backt, mit einem Freund die Autohändler der Umgebung abgrast um mal den Markt zu sondieren oder am Mehrgenerationen-Haus plant, findet er auch noch Zeit sein großes automobiles Wissen zu teilen und sehr lesenswerte Artikel für MT zu verfassen.

 

 

Ja und Geschenke, Geschenke macht Hans-Heinrich gern und mit dem Herzen! Das kann der Safrane sein, den er in der Familie weitergibt ohne einen Cent zu nehmen aber auch der Blogartikel über ein besonderes Auto, den er dann als Widmung verschenkt weil jemand seinen Blog kommentiert.

Wer es noch nicht erkannt hat, hier geht es um Hans/italeri1947 und der Sinn dieses Blogs, ja dieser Reihe ist im Vorwort zu lesen, nämlich ihm mal ein Geschenk zu machen, als kleiner Dank, als Anerkennung für ihn als Menschen und Vertreter seiner Generation.

 

 

Er hat ein kleines Gasthaus, zwar nur virtuell aber auch in der Realität wäre Hans-Heinrich wohl ein guter Gastwirt, er sorgt sich um die Gäste und seine Freunde, will das es ihnen gut geht und ja, manchmal grantelt er auch ein wenig herum.

 

Das ist der Mensch Hans-Heinrich wie ich ihn kenne, nicht perfekt, das will er auch nicht sein, mit Werten ausgestattet, die in einer schnelllebigen Zeit seltener werden, liebenswert ist er, jemand mit dem man sich gern umgibt, der zuhören kann und doch nicht nach dem Mund redet, jemand der sich seine Neugier bewahrt hat und dessen Bescheidenheit manch Anderem gut stehen würde.

Ein Mensch, den ich auf MT wie auch privat schätzen gelernt habe und von dem ich mit Stolz sage:

 

Dieser alte Grantler mit dem Wissensfundus einer Bibliothek und dem großen Herzen ist hier bei MT mein Freund!

 

 

Danke für`s lesen sagt Gastautor Andi2011


31.10.2013 22:19    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (36)    |   Stichworte: AJ1(a), IQ, Toyota

Jaja, so wie Goify vor einigen Monaten fast konsterniert zugab, dass sich jetzt ein Japaner in seinem bisher von deutschen Autos geprägten Fuhrpark einfand, so kann ich jetzt etwas sehr Ähnliches vermelden!

 

Denn meine Eltern, zwar seit 37 Jahren im Führerscheinbesitz (und seit 26 Jahren verheiratet) aber dennoch bisher kaum Autos verschleißend (die gemeinsamen Autos bisher: Opel Kadett, Ford Escort, Audi 80, Audi 100, Audi 80, Mercedes E 200 T-Modell (1999 bis heute), Mercedes C 220 Diesel (2006 bis heute), Mercedes E 320 (2011 bis heute) sind nun gemeinsam mit mir den Weg in Richtung des fernen Ostens gegangen, sodass wir nun einen Neuankömmling, den Toyota iQ+ 1.4 D-4D, in der Folge gerne "Takeshi" genannt bei uns begrüßen dürfen, welcher ab sofort vornehmlich von meiner Mutter gefahren werden soll!

 

 

Und da ich euch nichts verheimlichen will und die Story eigentlich gar nicht so übel ist, wird's heute etwas länger:

Ihr kriegt die volle Portion! :)

 

Ein neues Auto im Fuhrpark?

 

Seit bekannt war, dass ich ab Herbst 2013 meinen Führerschein haben werde und viel alleine unterwegs sein werde, war auch klar, dass meine Mutter ein neues Auto bräuchte, weil ich meistens mit dem gemütlichen C 220 Diesel, ihrem bisherigen Hauptfahrzeug, unterwegs wäre.

Nun sondierten wir also mit ihr, was es da so gäbe.

Die Vorgaben waren nur unscharf definiert, sodass da durchaus einige Autos ins Schema gepasst hätten. Meine Mutter fährt relativ viel in der Stadt und hat eine angespannte Parksituation. Sie meinte, die C-Klasse wäre größenmäßig noch gerade so okay, aber als ich mal eine Woche lang aus der Schule zu den Orten gelaufen bin, wo das Auto stand, wusste ich, dass es das nicht ist - etwas (deutlich) Kompakteres musste her! Das neue gebrauchte Auto sollte dazu natürlich zuverlässig und sparsam sein. Dazu sollte die Sicherheit nicht zu kurz kommen, ausstattungsmäßig sollte auch Einiges dabei sein und allgemein musste der Wagen natürlich vor allen Dingen meiner Mutter gefallen, denn es hätte keinen Sinn gemacht, wenn sie gezwungen wäre mit einem Wagen zu fahren, welcher ihr allgemein überhaupt nicht zusagt. Aber auch "uns" Männerfraktion (also meinen Vater und meine Wenigkeit) sollte der Wagen ansprechen - es müssten also alle von ihm überzeugt sein!

 

 

Welcher soll es werden?

 

So begannen also die Überlegungen. Relativ an deren Anfang war Mercedes' A-Klasse (Typ W169). Sie gefiel meiner Mutter schon immer und sie sah in ihr nie ein Rentnerauto, sondern einen schön gestylten Kompakten. Das leicht erhöhte Einsteigen und so die allgemein Form waren voll ihr Ding. Auf der Suche nach A-Klassen fällt aber schnell auf: Die haben eine wahnsinnig breite Ausstattungsvielfalt, sodass da irgendwie immer irgendein Detail nicht passt (zumindest für mich, den Hauptsuchenden) und wenn es interessant wird, sind die Autos ziemlich teuer, zumal wir nur Mopf-Modelle und "Junge-Sterne-Garantie"-Exemplare berücksichtigten. Ein Mal war der Perfekte dabei: Ein bordeaux-farbener A 200 CDI mit Designo-Ausstattung und allgemein auch fast voller Hütte - jedoch auch für deutlich über 14 000 Euro. Das Bauchgefühl sagte nein.

Händlerbesuche bei Skoda und Kia brachten keine positiven Ergebnisse. Der Fabia gefiel auch meinem Vater nicht so wirklich, der Rio war als Neuwagen, den wir bei Kia ausnahmsweise dank 7-Jahre-Qualitätsversprechen unter Betracht zogen, dann deutlich zu teuer und irgendwie nicht 100%ig überzeugend.

Doch da war da noch Toyota - eine Marke, von welcher besonders meine Eltern sehr überzeugt sind, weil meine Mutter der traditionell höchstzuverlässige Ruf bekannt ist und mein Vater vor 2 Jahren in Japan war und begeistert bis fasziniert zurückkam.

Die nächste Überlegung: Wozu sollen wir so viel Luft, die ein Kleinwagen/Kompaktwagen nunmal dabei hat, mit uns herumkutschieren, wenn im Auto meistens eine, seltener 2 und ganz selten 3 Personen Platz finden? Was ist klein und kommt von Toyota?

Der iQ - und damit sich meine Mutter das Auto, welches ihr auf Bildern etwas merkwürdig nicht nicht unbedingt überzeugend vorkam, mal live angucken konnte, bin ich mit ihr zur Saarbrücker Toyota-Niederlassung gefahren.

Ergebnis: Sie schaute sich den (schwarzen Basis-) iQ zwar an, war aber mit der Überzeugung für den Auris wieder aus dem Autohaus raus. :rolleyes:

 

 

Auf den iQ-Geschmack kommen?

 

So blieb der iQ für meine Mutter ein skurriler Wagen, der auf sie irgendwie abgeschnitten und nicht sehr proportioniert daherkam. Den designtechnischen Kompromiss wäre sie aber bereits gewesen einzugehen, wenn das Auto sonst allen Anforderungen entspräche und somit vom praktischen Nutzen her optimal wäre.

Mein Vater und ich fanden also einen Toyota iQ 1.4 D-4D mit gehobener Ausstattung in unserer relativen Umgebung und riefen spontan an, um den Wagen zu besichtigen und Probe zu fahren, um auf den Geschmack zu kommen.

Um es kurz zu machen: Die Männerfraktion hat der Wagen fast schon restlos umgehauen - wir waren begeistert ob der sehr erwachsenen Eigenschaften, die der Wagen darbot, weil wir sie vom kleinen iQ schlicht nicht erwartet hätten. Ich war zu der damaligen Zeit nur Beifahrer, aber durchaus sehr angetan vom geschätzt sehr satten Fahrgefühl, einem angemessenen Geräuschniveau, eine knarz- und klapperfreien Verarbeitung und auch vom fühlbar durchzugsstarken Dieselmotor. Ich hatte das Gefühl: Dieser Wagentyp ist es. Denn dieser Wagen wurde es nicht. Der Preis war zwar nicht sehr hoch, jedoch ließ der Verkäufer überhaupt nicht mit sich reden und das Scheckheft gab uns dann den Rest: Anstelle der drei Einträge war da nur einer, und der kam noch nicht mal von einem Toyota-Fachbetrieb und lag ziemlich lange zurück.

Auf der Rückfahrt wurde dann sinniert - mein Vater und ich gaben Ausdruck über unsere überraschende Begeisterung und meine Mutter hat durchaus ein wenig Blut geleckt, nur Bedenken zur Sicherheit geäußert.

Ich sagte: "Der Wagen ist sehr aufwändig mit hochfesten Legierungen verstärkt und versteift, hat eine Vielzahl moderner Sicherheitssysteme und Toyota durfte es sich nicht erlauben, sich bei der Entwicklung irgendwelche Blöße zu geben. Auch die Köpfe der hinten Sitzenden sind zwar sehr nah an der Heckscheibe, doch dennoch durch einen Dachairbag geschützt und mit Sicherheit nicht unsicherer als in einem 7-sitzigen Minivan. 5 Sterne im (zugegeben für mich nicht unbedingt maßgeblichen) NCAP-Crashtest sagen ihr Übriges."

Nun, nach mehrfachen Erklärungen war sie dann überzeugt... ;)

 

 

Wird's nun konkreter?

 

Meine Mutter hat die Vorstellung, sich als iQ-Fahrerin zu sehen mit der Zeit immer mehr verinnerlicht und sich damit angefreundet. Designmäßig ist der Wagen zwar bis heute abgeschnitten (was auch zweifelsohne stimmt - der Wagen besteht von der Seite aus gefühlt über 80% Tür), hat aber nicht mehr ein ganz so unförmiges Gesicht.

Mittlerweile war Sommer, die Ferien kamen und der Urlaub begann.

Auf dem Mobile-Parkplatz stand ein stahl-farben blaugrauer iQ+ 1.4 D-4D, bereits mit Facelift, was in diesem Fall die (hellgraue) Look-Innenausstattung bedeutete. Zwar waren die Innenbahnen der Telledersitze aus roten Stoff, was irgendwie unharmonisch wirkte, aber auch kein Beinbruch wäre. Alles in allem wäre der bei einem sächsischen Toyota-Händler stehende Wagen sehr gut geeignet, denn ein Fahrzeugalter von ca. 3 Jahren, 55 000 Km und eine anständige Ausstattung mit Sitz- und Standheizung war schon sehr verlockend. Von unserem Wohnort aus stand das Auto allerdings 650 Km weg, sodass wir darauf spekulierten, dass es uns auf dem Rückweg aus dem Urlaub gelingen könnte, das Auto anzuschauen , es zu verpacken und auf dem Dach unseres T-Modells mitzunehmen.

Der Preis fiel auch - sogar in den 4-stelligen Bereich, wobei wir uns dann eigentlich fast sicher waren, dass der Wagen praktisch am nächsten Tag weg geht. Ging er zwar nicht, aber irgendwann war es dann doch so weit.

 

 

Das "Projekt iQ" auf Eis?

 

Ich rief dennoch mal das Autohaus an, denn oft werden die Autos nur kurz aus dem Netz genommen um dann wieder frisch reingestellt zu werden. Und hier beginnt der wahrlich spannende Teil der Geschichte! ;)

Ich wurde an Herrn T.* weitergeleitet, der mir mitteilte, dass der graue iQ tatsächlich verkauft und bereits ausgeliefert wurde. Noch bevor ich über diese Information hätte enttäusch sein können, fragte mich der überaus freundliche Mann: "Suchen Sie etwas Bestimmtes?" - "Ja, wir suchen einen iQ Diesel mit gehobener Ausstattung, sprich Sitzheizung (geht mit den schönen und bequemen Teilledersitzen einher) sollte schon drin sein."

 

 

Es wurde aktueller denn je!

 

"Aha, gut, ich bin nämlich noch etwas unsicher, aber schon stark am Überlegen, meinen zu verkaufen, denn ich fahre den nämlich auch!"

Eine kleine Nebeninfo: Ich stand zum Zeitpunkt des Telefonats auf dem Balkon des Hotels, in welchem ich gerade übernachtet habe, blickte auf den Kissain-See (Jezioro Kisajno) in Lötzen (Gizycko) und war eigentlich darauf vorbereitet, auf unser gemietetes Segelboot zurückzukehren - eine sehr eigenartige Situation!

Daraus wurde aber zunächst nichts, denn ich wurde mit einem unglaublichen Schwall an Informationen zugeschüttet, denn der Mann am Telefon las mir die komplette Ausstattungsliste mit gefühlt 250 Positionen vor und erklärte zwar sachlich aber hörbar gefühlsbetont alles, was man über das Auto zunächst wissen müsste. Ich hinterließ Emailadresse und Telefonnummer, denn wie sich später herausstellte, sollte mich Herr T.* noch oft und reichlich mit Informationen versorgen.

Derweil kam ich fett grinsend in der Lobby des Hotels an, wo meine Mutter meinen Vater und mich schon längst erwartete.

Der Kommentar meines Vaters: "Dein Sohn hat dir gerade ein Auto gekauft..." ;)

 

 

Wo? Wann? Wie?

 

Gekauft habe ich den Wagen natürlich nicht, aber schon am Abend drauf kam die Preis-Kalkulation auf meinem Handy an, welche sich deutlich verheißungsvoller gab, als es die ellenlange Ausstattungsliste es hätte vermuten lassen können. Und ich muss sagen, ich hatte schon am Telefon ein mächtig gutes Baugefühl.

Was diesmal eindeutig für uns sprach: Das Auto war nicht inseriert und würde auch vorerst nicht inseriert werden, weshalb wir die Zeit hatten, etwas nachzudenken und aber auch erst mal überhaupt aus unserem Urlaubskaff rauszukommen. Die, die der Bedienung Google Maps' halbwegs mächtig sind, können's ja mal durchrechnen: Wir waren in Olsztyn/Allenstein, mussten dann weiter nach Opole/Oppeln und das Auto stand in Riesa.

Da wir aber im Urlaub waren, stressten wir uns weder mit überhasteten Weiterreisen, aber auch nicht mit überzogenen Aufenthalten an den Stationen.

Viel mehr kristallisierte sich heraus, dass der Donnerstag, der 15. August der Tag der Wahrheit Besichtigung werden sollte.

 

 

Viel heiße Luft um nichts?

 

Riesa lag gottlob irgendwie so halb auf unserem standardmäßigen Heimweg von Opole/Oppeln gen Saarbrücken. Leider vergaßen die Polen beim Bau ihrer Autobahn zumindest da unten im Süden den Standstreifen, sodass wir eine unangenehme Stauumgehung wegen einer Autobahnvollsperrung machen mussten. Im Endeffekt waren wir 2 Stunden später als geplant in Riesa angekommen, was aber an diesem Tag für den Verkäufer zum Glück kein Problem darstellte.

Schon als wir auf den Hof des Händlers einbogen, lächelte uns der novaweiß-perleffekt-farbene Toyota iQ an. Ich wusste, dass er es war, weil er keine originalen Felgen aufgezogen hatte. Herr T.* empfing uns auch sogleich und schlug vor, erst mal ein wenig Papierkram im wohltemperierten Büro durchzuschauen, denn ich war ja bestens informiert, meine Eltern allerdings nicht. Wieder kam die Liste mit den 234108 Ausstattungsoptionen zum Einsatz, welche bei dem Auto entweder ab Werk bestellt oder im Nachhinein nachgerüstet wurden. Nachdem wir über die Historie des Wagens informiert wurden, war drinnen alles erledigt und...

 

 

...es ging hinaus!

 

Der Verkäufer fuhr den "weißen Riesen" aus seiner Parklücke und gewährte und einen Blick nach innen. Kurz darauf habe ich schon den Beifahrersitz erklommen und sah mich im mir mittlerweile aus hunderten Fotografien vertrauen iQ-Innenraum um. Dennoch war's irgendwie ein besonderer Moment. Ich saß breit grinsend in einem Auto, welches ich vor wenigen Jahren noch selbst nicht belächelt, sondern fast regelrecht ausgelacht habe und ließ mich nun für ebenjenes Auto überzeugen! Die Oberflächen wurden ein wenig gestreichelt, die Regler und Knöpfe bedient, wie sich das nunmal gehört. Sitzcheck da, Kofferraumcheck dort - das übliche Szenario. Unwissend, dass meine praktische Prüfung erst in einem Monat stattfinden würde, setzte ich mich auch kurz auf den Fahrersitz - nur so, für's Feeling. Mein Vater beobachtete alles aus gewissem Respektabstand, meine Mutter wagte zaghaft ein paar Annäherungsversuche zum Kleinen. Und der Verkäufer tat das, wofür sein Name stand: Zeigen, erklären, vorführen und bestenfalls verkaufen.

Ich hatte genug gesehen und zog mich ein wenig zurück... Doch dafür schienen die Zündmechanismen beim Verkäufer zu starten und meine Mutter langsam aber stetig in den Bann des Autos zu ziehen.

 

 

Nicht wahr! Meine Mutter lässt sich begeistern?!

 

Denn der Wagen hatte eine Reihe an Ausstattungsmerkmalen, die wir noch nie hatten und für die sich meine Mutter sehr zu interessieren schien. So zum Beispiel beim Navigationssystem, der Klimaautomatik, dem Tempomat... Alles war zum einen neu, zum anderen an ungewohnter Stelle und mit nie gesehenen Bedienknöpfen zu regulieren. So saß meine Mutter mittlerweile auf dem Fahrersitz, die Zündung war an, Herr T.* hockte an der Tür und erklärte meine Mutter bereitwillig und mit seliger Geduld wo was war, wie man es bediente und wozu es diente. Zwischendurch hatte ich meinen Kopf mal kurz durch die Kofferraumklappe gesteckt und gelauscht, mich allerdings bald der Unterhaltung abgewandt, denn ich merkte: Meine Mutter war trotz langer, ermüdender Anfahrt und einer normalerweise grundskeptischen Einstellung voll dabei, hörte zu, probierte aus und zierte sich nicht, immer weiter nachzuhaken. Das war unerwartet und für mich auch völlig neu, gefiel mir aber sehr, sodass ich mich zu meine Vater, der alles immernoch aus der Distanz beobachtete, gesellte.

So liefen dann Vater und Sohn mit verschränkten Armen mit ein wenig Respektabstand um die kleine Perle - die Farbe "Novaweiß Perleffekt" schimmert je nach Lichteinfall in ein paar Weiß-Nuancen.

Mein Vater fragte mich, was ich über den Wagen denke.

"Der's schon geil, 'n besserer fährt wahrscheinlich nicht in Deutschland. Der könnt's werden."

Mein Vater: "Sicherlich - bin voll deiner Meinung. Der gehört mitgenommen."

 

 

Auf Probefahrt!

 

Den theoretischen Teil hielt meine Mutter mittlerweile für abgeschlossen - also ging's auf Probefahrt. Mein Vater blieb zunächst auf dem Hof des Autohauses, und ehe ich mich versah, saß der 1,92 Meter große Herr T.* schon auf dem Rücksitz des iQ! Nungut, meine Mutter fuhr, dann blieb mir noch der Beifahrersitz, den ich so weit vorschob, dass unser Verkaufsberater schon von limousinenartigen Verhältnissen im normalerweise naturgemäß beengten Fond schwärmte. Meine Mutter beruhigte Herrn T.* noch mal, indem sie mitteilte, seit 4 Wochen kein Auto mehr gefahren zu sein, und schon ging's los. Wie erwartet hatte sich ihr Fahrstil überhaupt nicht verändert - sie fuhr noch untertouriger als untertourig, was das Auto aber anstandslos mitmachte. Trotz der 205/50 Reifen auf 16-Zoll Felgen und 30/30 Tieferlegung blieb noch ein überraschend zufriedenstellender Federungskomfort übrig und auch sonst fuhr der Wagen, wie es sich für ein Fahrzeug mit noch nicht mal

37 000 Km gehört: Praktisch wie neu, ohne Klappern, Knarzen, Poltern, sonstige Geräusche. Alles roch frisch und hörte sowie fühlte sich sehr gut an.

Nach einer ausgiebigeren Runde mit meiner Mutter weigerte sich mein Vater fast, auch noch eine Runde zu drehen. Er tat es dann doch, wobei ich mich diesmal impulsiv genug gab, um den hinteren Sitz noch vor Herr T.* zu erklimmen. Mein Vater verlangte nur nach einer kleinen Runde, welche ihm gegeben wurde, bevor wir zum Autohaus zurückkehrten und für einen Moment zum Überlegen alleine gelassen wurden.

 

 

Wird er's?

 

Natürlich fühlte sich, als wir dann so als Familie vor dem kleinen standen, keiner dafür verantwortlich nun das Urteil zu fällen.

Als wir dann gemeinsam unsere Blockaden lösten, waren wir uns schnell einig: Der soll es werden!

Wir ihr später feststellen werdet, gibt's mit relativer Sicherheit keinen zweiten so reichhaltig ausgestatteten und liebevoll mit vielen Schmankerln aufgerüsteten Toyota iQ+ 1.4 D-4D. Auch der Vorbesitz, nämlich einen Ex-Werkstattler, der nun in einem Toyota-Autohaus im Verkauf arbeitet, könnte eigentlich nicht besser sein. Allein die außergewöhnliche Art, wie wir zu dem Wagen gekommen sind, spricht eigentlich schon Bände.

Da wäre nur noch der Preis - so viel wollten wir eigentlich nicht ausgeben, schon gar nicht für so einen Winzling. Das Preis-Leistungsverhältnis ging zwar eigentlich relativ in Ordnung, aber weil ich den Verkäufer auch schon in allen Telefonaten stets auf die recht enge Preiskalkulation unsererseits aufmerksam gemacht habe, wollten wir uns noch mal ein Angebot machen lassen.

Das geht allerdings schlecht draußen, daher hieß es...

 

 

...ab ins Büro!

 

Im Büro wurden wir von Herrn T.* und von den durch die in herrlich sächsischem Dialekt sprechenden Empfangsdame aufgefüllten Wassergläsern empfangen.

Wir machten kurzen Prozess: "Herr T.*, wir sind entschieden den Wagen kaufen zu wollen. Wie war gleich noch mal der Preis?"

"Das waren 13 000 Euro."

"Ist das auch als Ihr letzter Preis zu verstehen?"

"Ja, so ist es."

Gut, dann halt 13 000 Euro... Zu dem Zeitpunkt wussten wir aber noch nicht, dass wir in letzter Sekunde eine 2-Jahre-Gebrauchtwagengarantie (vorgesehen war nur ein Jahr, aber wir brachten beim Aufsetzen des Vertrages zum Ausdruck, dass wir dachten, dass bei "Toyota Geprüfte Gebrauchtwagen" eine 2-jährige Gebrauchtwagengarantie mit dabei wäre - der iQ fiel aber nicht in das Programm) nachverhandelten und noch reichlich Zubehör dazubekommen sollten (unter Anderem zum Beispiel einen Satz Sommerreifen, der bei der Auslieferung drauf war, aber unmittelbar danach runtergenommen wurde).

Das einzige, was uns der Verkäufer anbot, war, Teile wie die Leistungssteigerung oder einen zusätzlich verbauten Subwoofer herauszunehmen und damit den Preis zu reduzieren. Wir (besonders mein Vater und ich) wollten das Auto aber komplett so wie es jetzt dastand.

So wurde die Unterschrift - wir waren in der zweiten Überstunde des Verkäufers angelangt - gesetzt!

Die dennoch langwierigen Verhandlungen kamen zustande, weil sich beim wiederholten Durchgehen der 1247102384 Ausstattungsoptionen herausstellte, dass die verbaute Leistungssteigerung mal zu 2 Liegenbleibern des Autos geführt hat und noch instand gesetzt werden müsste, was bei meiner Mutter die Alarmglocken schrillen ließ und sie dem Verkäufer zum Ende noch mal wirklich sein Alleräußerstes abverlangte - mit positivem Ausgang.

Dennoch: "Takeshi", wie er durch Herrn T.* immer liebevoll genannt wurde, sollte uns gehören!

 

 

Mit einem "Stück Takeshi" zurück nach Hause!

 

Gewissenhaft, wie Herr T.* war und ist, legte er den iQ noch am selben Abend still und ließ ihn ansehnlichen Showroom des Autohauses parken. Es lag nun an uns, unseren Verkäufer im Mercedes E 200 T-Modell nach Hause zu taxieren um dann ein "Stück Takeshi" mitzunehmen: Den originalen Reifensatz!

Bei Herrn T.* Zuhause angekommen, wurden wir erstmal von dessen herausstürmender Frau empfangen.

"Wo ist Takeshi?", fragte sie im gepflegtesten Sächsisch.

"Habe ich gerade eingetauscht - schau, der hier ist jetzt uns.", sagte Herr T.* und zeigte auf unser T-Modell. Seine Frau war leicht konsterniert, aber durch unsere lockere Stimmung verflog der Eindruck schnell und wir machten uns daran, die Reifen zunächst in Tüten zu fummeln und dann auf unserem 4-Wochen-Urlaubsgepäck zu verstauen.

Wir bekamen noch ein gutes Restaurant im schockierenderweise mausetoten Riesa empfohlen, hatten trotz eines Mordshungers (mittlerweile war es bestimmt 21 Uhr und wir hatten seit dem Frühstück nichts gegessen) unsere liebe Mühe, die riesigen Portionen aufzuessen und entschieden uns, noch in der Nacht nach Hause zu fahren. Darüber war unser T-Modell scheinbar sehr erquickt, denn für nichts anderes wurde es gebaut - mit 160 Km/h satt, sicher und unaufgeregt über die leere Bundesautobahn zu gleiten. Um 4:30 am Ziel, haute ich mich erstmal ins Bett.

 

 

Wann sollte er zu uns kommen?

 

Nun wussten wir: Es war einiges zu organisieren und uns stand mit Sicherheit einiges an Wartezeit bevor.

Der Autoverkäufer musste die Leistungssteigerung in den Griff bekommen und wir wollten uns überlegen, wie wir die Überführung inklusive der Anmeldung am einfachsten über die Bühne bringen würden. So gewährten wir uns gegenseitig über einen Monat Zeit, sodass das Wochenende des 20.-21. Septembers als Abholwochenende festgelegt wurde.

In dieser Zeit standen der Verkäufer und ich in regem Email-Kontakt - besonders meine Mutter war an der Entwicklung der Leistungssteigerungsgeschichte interessiert. Sie traute dem Braten immernoch nicht und hätte das Auto lieber ohne das Feature gekauft.

Ich blockte immer wieder ab: "Jaja, das Teil ist noch in der Testphase..."

Höchstwahrscheinlich war sowieso nicht das Modul an sich Schuld, sondern ein möglicherweise unvorsichtig durchgeführter, steinschlagbedingter Windschutscheibenwechsel, welcher die Liegenbleiber einläutete und wahrscheinlich irgendwas in Mitleidenschaft zog.

Das Ende vom Lied: Der komplette Leistungssteigerungs-Kit wurde erneuert - 150 Testkilometer in unterschiedlichsten Bedingungen hielt alles durch und wir waren zufrieden.

Den entscheidenden Tip bezüglich der Anmeldung bekam ich von meinem besten Freund: In Frankreich haben die Autos ihren ersten TÜV erst mit 4 Jahren! Das heißt, wir brauchten nur die Fahrzeugpapiere und könnten das Auto anmelden! Wir unterrichteten Herrn T.* über unser Vorhaben, überwiesen die im Vertrag festgehaltene Summe, bekamen am nächsten Tag alle Papiere und hatten das Auto sogleich angemeldet. Die schönen Plexiglaskennzeichen ließen wir im Supermarkt anfertigen - somit konnte der 20. September kommen...

 

 

...und er kam!

 

Mein Vater und ich sollten uns an jenem Freitag auf den Weg machen, weshalb ich von der Schule abgeholt und direkt zu Europcar gebracht wurde, wo wir einen krachneuen Golf Plus 1.4 TSI Life (erst einen Tag zugelassen, hatte glaube ich ca. 300 Km drauf) in Empfang nahmen und mit ihm die 650 Km bewältigen wollten.

Der Golf Plus ist mit Sicherheit einer der letzten Wagen, der einem 18-Jährigen in den Sinn kommt, wenn es um ein zur Altersklasse passendes Auto geht. Er ist von außen auch einfach nicht der Ansehnlichste. Die inneren Werte können bis auf den relativ kleinen Kofferraum aber durchaus überzeugen. Auf den vorderen Plätzen ist das Raumangebot und -gefühl sehr großzügig, die Verarbeitung ist unspektakulär-brav und der Wagen fährt überraschend angenehm! Der Motor kam gut mit der Karosse zurecht, das 6-Gang-Schaltgetriebe sorgte für passende Übersetzungen und allgemein machte der Volkswagen seine Sache zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Ganz und garnicht zu unserer Zufriedenheit waren dagegen die Verhältnisse auf der Straße. Bis Frankfurt fuhr es sich problemlos, dahinter wurde es dann zunehmend hügelig und es staute sich - merkwürdigerweise auf den Bergab-Passagen. Nun, es half alles nichts, wir mussten da durch.

Gegen 21:00 Uhr erreichten wir endlich das beschauliche Riesa mit 30 Km Restreichweite auf dem Bordcomputer des Golf Plus.

Wir verbrachten noch einen wirklich sehr unterhaltsamen Abend mit dem Herrn T.* und dessen Frau und deren zwei Katern, die uns zu sich einluden, bevor wir unser Schlafquartier bezogen.

 

 

Es wurde Abend und es wurde Morgen!

 

Am Tag darauf war mein Vater von Anfang an unter Strom - dies allerdings, weil er abends noch arbeiten musste und das 650 Km vom Ort entfernt, an dem er sich gerade befand.

Also wurde keine Zeit verloren, sondern ausgiebig aber trödelfrei gefrühstückt. Wir tankten den Golf Plus voll, brachten ihn zu Europcar zurück und der Herr T.* nahm uns in seines iQ Nachfolger, einem Toyota Highlander Hybrid, mit zum Autohaus. Aber Donnerwetter, was war dieser Highlander für ein Wagen! Bullig, stark motorisiert und auf Deutschlands Straßen im Prinzip so häufig wie ein 6er im Lotto. Einen Alltags-Old-/Youngtimer wollte er, einen amerikanischen SUV kaufte er, der Herr T.* Wir haben uns jetzt schon als potenzielle Nachbesitzer dieses unglaublich coolen Wagens vormerken lassen.

Es ging ins Autohaus, wo der blank geputzte Takeshi uns in der Mitte des Showrooms mit einem Zettel hinter der Scheibe erwartete. Wir öffneten den Kofferraum und wollten mit dem Beladen beginnen. Inmitten des Kofferraums stand allerdings schon die versprochene "iQ-Zubehörkiste". Der Verkäufer gab noch eine 16-Zoll-Sommerfelge, einen Klimakondensator und einen Satz originaler Federn dazu, wir hatten 2 kleine Reisetaschen und eine Handtasche: Tetris spielen war also angesagt!

Wir schafften es aber, alles geordnet unterzubringen und Herr T.* brachte derweil die Kennzeichen an. Dann wurde die Empfangsdame samt Fotoapparat hergebeten. Herr T.* nahm eine Flasche Champagner aus dem Regal, deutete an an, dass er sie auf dem Kotflügel zerbersten lassen wollte, rief dabei "Ich taufe dich auf den Namen *booooom* Takeshi!", übergab mir die Flasche und wir lächelten alle in die Kamera.

2 Bilder wurden geschossen.

Nebenbei bemerkte die Frau des Verkäufers, die der Aktion ebenfalls beiwohnte, dass der originale "Astra-Wackelterrier" noch im Auto war, verteidigte allerdings ihre Meinung, dass der Hund zum Auto gehört und drinbleiben soll, was dann auch so umgesetzt wurde. Leider bemerkte keiner, dass der Verkäufer seine Hausschlüssel noch im Aschenbecher des Wagens deponiert hatte...

 

 

Zeit, Abschied zu nehmen!

 

Die Zeit war reif, es ging an den Abschied.

Ich glaube allerdings, dass der Verkäufer, seinen Takeshi noch mal flüchtig tätschelnd, gut wusste, in was für eine Hand der Toyota iQ kommt. Wenn ihr euch noch an den zuvor beschriebenen stahlgrauen iQ erinnert, so meinte Herr T.* zum neuen Besitzer, dass er kein gutes Gefühl bei ihm hatte. Hier war das, so will ich doch schwer hoffen, etwas anders.

Die Verabschiedung von Herr T.* und seiner Frau war kurz, aber sehr herzlich. Wir werden uns mit Sicherheit noch mal wieder sehen.

Wir fuhren gegenüber an die Tankstelle, denn Takeshi wollte noch mal mit einer frischen Ladung Diesel versorgt werden, bevor das Navigationssystem programmiert wurde und wir uns auf den Weg machten.

 

 

Der erste Eindruck ist...

 

...definitiv ungewohnt! Aufgrund seiner gigantischen Breite von 1,68m (im Vergleich dazu hat der Smart nur 1,56m Breite, ein W202 und ein W124 sind mit 1,72m bzw. 1,74m Breite kaum breiter als der Toyota iQ!), der großen, bequemen Sitze und eines dadurch entstehenden hervorragenden Raumgefühls hat man überhaupt nicht das Auto in einem Microfahrzeug zu sitzen. Dies ist erst der Fall, wenn man mal hinter sich schaut, denn da ist das Auto auf einmal zu Ende.

Ansonsten fuhr mein Vater auf der ziemlich kurvigen Bundesstraße defensiv und lieber ein wenig langsamer durch die Kurven, wie das bei einem neuen Auto nunmal so üblich ist.

 

Es dauerte nicht lang, bis wir die Autobahn erreicht hatten. Es wurde lauter im Auto, mein Vater hielt sich oft auf der linken Spur auf und ich hatte keine Ahnung, wie schnell er fuhr, da ich aus meinem Blickwinkel den Tacho nicht ganz sehen konnte und vom Drehzahlmesser aus Mangel an Erfahrung mit dem Auto die Geschwindigkeit nicht ableiten konnte, zumal im 6. Gang bei 120 ca. 2000 Umdrehungen, bei 170 aber auch nur 3000 Umdrehungen pro Minute auf der Kurbelwelle liegen.

„Das sind jetzt 165, mit Tempomat.“ verkündete mein Vater irgendwann. Donnerwetter, ich habe nicht schlecht gestaunt, denn so wie man meinen würde, dass so ein Floh nix wiegt, schmächtig dasteht und auch sonst auf seinen Fahrradreifen ziemlich instabil dahinrollen dürfte, war's nicht!

 

 

 

 

Nicht bei diesem iQ! Mit ca. 1,3 Tonnen Gewicht, Breitreifen, Tieferlegung und einer Leistungssteigerung war dieses Dauertempo eine ziemlich entspannte Angelegenheit, sodass wir mit einem Tankstop bei der Hälfte der Strecke, also nach ca. 300-350 Km ziemlich entspannt und diesmal wirklich gut durch den weniger vorhandenen Verkehr kamen.

Dass wir das kleine Auto nicht großartig schonten, ist auf dem Bild ersichtlich - einen solchen Friedhof sieht man so oft nicht. ;)

 

Der erste Tag...

 

...natürlich durchaus spannend gewesen, besonders für meine Mutter, deren Hauptfahrzeug das Auto werden sollte.

Noch am selben Abend wollte sie eine Tour drehen um die Eingewöhnung möglichst fix zu starten, da das Auto in 2 Tagen bereits im harten Alltagsbetrieb herhalten musste.

Nicht nur für sie war alles neu - auch für versierte und autovernarrte Menschen ist ein Umstieg von einer deutschen Eiche Typ W202 zu einem japanischen Bonsai Typ iQ:

Ein großer Schritt, ein großer Schnitt.

Es fängt ja schon bei den 3 Bedienhebeln an und gerade die Bedienung der Scheibenwischer und der Beleuchtung sollte man relativ „blind“ hinbekommen, da sie sicherheitstechnisch von großer Bedeutung ist, auch wenn Automatismen des Wagens einem Handgriffe abnehmen können, diese aber beispielsweise im Falle der Lichtsensorik aufgrund der Garagennutzung nicht sinnvoll genutzt werden können.

 

 

Die ersten Wochen...

 

...verliefen eigentlich wie im Bilderbuch!

Meine Mutter erlernte die Bedienung des Wagens sehr schnell - viel schneller, als ich es vermutet hätte. Selbst den Tempomaten, bei der Probefahrt noch mit Hürden belegt, hat sie jetzt blind drauf!

Auch nutzt sie die Funktionen wie das elektrische Anklappen der (zugegeben riesigen) Außenspiegel oder hat das Keyless-Go System richtig schätzen gelernt, sodass sie es nicht mehr missen möchte, womit wir uns eigentlich ein Eigentor geschossen haben. :p

Viel wichtiger: Der Wagen fährt absolut unauffällig! Seine Hauptfahrerin, eigentlich sensibel und gerne misstrauisch gesinnt, freut sich, dass sie ihn fahren kann und der Kleine ihr den Alltag wirklich erleichtern kann.

Auch irgendwelche Geräusche von Motor, Fahrwerk oder Innenraum sind absolut ausgeblieben - lediglich die Navi-Stimme erschreckt meine Mutter zwei Mal täglich erfolgreich mit dem Satz: „Sie haben die Grenze passiert!“. :p

 

 

Nun, erst mal ein Danke an alle, die bis hierher gelesen haben!

Jetzt wisst ihr, wie es dazu kam, dass Takeshi, der kleine und wirklich original japanische Toyota iQ im Haushalt „Orgulloso“ einziehen konnte.

 

Eine schallende Danksagung gebührt allerdings noch dem Autohaus Pohlmann in Riesa sowie unserem Verkäufer Herr T.*!

Eine tolle Adresse und ein toller Mensch, deren Kennenlernen uns bereichert hat und mit Sicherheit auch in Zukunft nicht ohne weitere Folgen bleiben wird.

 

Doch wer/was ist nun eigentlich Takeshi?

Einen kleinen Eindruck habt ihr ja schon, und meine Leser sowie die engere Bekanntschaft auf MT weiß besser Bescheid.

Die ausführliche Vorstellung mit einer großen Bilderschau folgt in einem der nächsten Artikel! :)

 

 

*Der Name „Herr T.*“ hat nichts mit dem wahren Namen des Autoverkäufers zu tun.

Hat Dir der Artikel gefallen?

15.10.2013 20:35    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (37)    |   Stichworte: C-Klasse, Mercedes, S202

Teil mit RechnungTeil mit Rechnung

Heute gibt's von mir mal etwas Kurzes, sehr Spontanes zu lesen! :)

 

Vorgestern haben wir bei unserem C 220 Diesel Inkontinenz festgestellt und wir dachten eigentlich, wir hätten die Ursache schon behoben, da die bei diesem Motor verhältnismäßig anfällige Einspritzpumpe undicht war und mein Vater sie allerdings schon durch ein intaktes Teil vom Schrott (leider aus einem W210, ich war nicht dabei und kann daher keine Beschreibung des Vieräugigen machen) ersetzen ließ.

 

Am Sonntag auf dem Parkplatz dann die Überraschung!

Wieder ein Fleck?

 

 

Voller Demut kniete ich mich unter die C-Klasse, roch am Fleck, nahm etwas auf meine Finger, machte einen Geruchs- und Geschmackstest um festzustellen, dass wir es hier mit Wischwasser zu tun haben.

Haube auf - und der Übeltäter war gefunden.

Ein kleiner Gummistopfen war undicht geworden. Er diente ursprünglich der Verschließung eines Loches, welches alle W202er an der Stelle besitzen und welches dann durch eine zusätzliche Pumpe besetzt ist, wenn der Erstkäufer die Option "Scheinwerferreinigungsanlage" geordert hat, was bei uns nicht der Fall war.

 

Nach ca. 18 Jahren und 422 000 Km Betrieb kann auch ein Gummistopfen sich mal dazu entscheiden, sein Leben aufzugeben und einfach mal undicht zu werden - ich habe ihn beim "Ausbau" auch nicht komplett rausbekommen, weil das Material schon komplett spröde geworden war.

 

Gestern fuhr ich also zu Mercedes, vorbei an 5 arbeitslosen Empfangsdamen und zahlreichen Winterreifensätzen an die unbesetzten Teiletresen (wobei "Teilebüros" wohl eine treffendere Bezeichnung wäre). Nach etwas Wartezeit konnte ich mein Teil dann beim kompetenten " :) " (="Freundlichen") bestellen. Er kam mit dem Gummistopfen zurück und stellte mir noch die Rechnung aus, die ich an der Kasse zu begleichen hatte.

 

"Das sind dann 71..." In dem Moment stockte mir kurz der Atem. "...Cent! Ohne Mehrwertsteuer."

Ich schaute kurz in meinen Geldbeutel, ob ich so eine Summe passend da hätte, was nicht der Fall war.

 

Stolz wir Oskar ging ich also an die Hauptkasse und legte meine Rechnung vor. Die lächelnde Dame fragte mich, ob ich bar bezahle.

"Gibt's tatsächlich Leute, die sowas mit Karte oder Scheck zahlen?!", fragte ich erstaunt.

"Der kleinste Betrag, der mir als Kartenzahlung untergekommen ist, waren Zwei Euro Fünfzig."

"Ich ziehe es trotzdem vor, die 84 Cent inklusive Mehrwertsteuer bar zu begleichen!", sagte ich schmunzelnd und übergab eine 2-Euro-Münze.

 

Es gab schon Zeiten, da bekamen wir bei Mercedes die Glühlämpchen geschenkt.

Nun wurde ich wegen 0,84.-€ zur Kasse gebeten - das ist auch völlig in Ordnung so und ich beschwere mich nicht, aber es war mein erster alleiniger Teilekauf bei Mercedes und dann gleich so ein etwas sonderbares Erlebnis.

 

Aber nun seid IHR dran!

Was waren euere bisher günstigsten Ersatzteile? Erzählt euere Geschichte!

Was habt ihr gekauft, wie wurdet ihr dabei behandelt? Immer raus damit! :)

Hat Dir der Artikel gefallen?

24.09.2013 21:00    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (53)    |   Stichworte: Fahrschule

Favorable = Bestanden!Favorable = Bestanden!

Und jetzt bitte nicht erschrecken: Dieser Blog hat absolut nichts mit der Bibel und dem Ereignis zu tun, welches seine Schlussworte in der Überschrift meines Blogartikels findet. Bei el lucero orgulloso bleibt's automobil! :)

 

Wie meine aufmerksamen Blogleser mit Sicherheit schon mitbekommen haben, ist zum einen rechts in der Seitenleiste der Countdown abgelaufen - ich bin auf den Tag genau seit 3 Wochen 18 Jahre alt. Hat sich was verändert? Nunja, vor exakt einer ganzen Woche kann ich die Frage mit einem stämmigen "Ja" beantworten.

 

 

 

 

Meine noch etwas aufmerksameren Blogleser werden den Artikel im Kopf haben, in welchem ich "AAC - BF17 auf Französisch " beschreibe. Und der aufmerksamste Blogleser überhaupt wird sich erinnern: In Frankreich macht man die Prüfung nach Vollendung des 18., sodass ich mich meine deutschen Freunde noch doofer angrinsen konnten als ich imstande war, ihnen zurück zu grinsen.

 

Aber holen wir ein wenig aus:

Der 22. August 2013, mein zweites Rendez-Vous Pédagogique (="Zwischentreffen").

Es ist Donnerstag, was bedeutet, dass der Chef der Fahrschule (mein am wenigsten favorisierter Fahrlehrer) im Büro arbeitet - allerdings nicht von 7:00 Uhr bis 9:00 Uhr.

So steige ich also um 8:00 in den von mir per se nicht gemochten Peugeot 208, welcher überdies - milde ausgedrückt - schlecht gelüftet war und aufgrund miserabelster Reinigung eine Windschutzscheibe in Milchglasausführung hatte.

 

Die Vorzeichen standen schlecht, die Fahrstunde wurde noch schlimmer!

 

Dass ich jemals einen solchen Anschiss bekommen habe, daran kann ich mich wirklich kaum erinnern. So schlecht wie ich gefahren bin, hätten auf der Strecke locker 50 Unfälle mit meiner Beteiligung passieren müssen.

Und so wie ich eine trotzige, aber doch sensible Natur bin, fuhr ich mit jedem dummen Kommentar natürlich noch schlechter, bis zum Ende der Fahrstunde die Nerven wirklich blank lagen.

Wie soll man reagieren, wenn der Fahrlehrer alle paar Minuten in die Eisen tritt, wie soll man dabei etwas lernen?!

Ich habe den Mann allen Ernstes gefragt, wieso er kein Polizist geworden ist. Seine Antwort: "Ja, ich hätte einer werden sollen."

Nach dem Umsteigen in das E 200 T-Modell fühlte ich mich wie im Wellness-Tempel, eine wahre Wohltat.

 

Ich buchte dennoch noch mal 2 Fahrstunden - zur Sicherheit, und, um mich an den für mich nicht wirklich ergonomisch gestalteten Peugeot 208 zu gewöhnen (den 207 finde ich nach wie vor viel besser!).

Was soll ich sagen - nette Fahrlehrer, entspannte Fahrten, ein paar Hinweise, ein wenig Lob!

So kann Fahrschule auch Spaß machen!

 

 

Der Tag X, oder - wie man in Frankreich sagt - le Jour J, kam am Dienstag, dem 17. September 2013, laut Meldung um 7:45 Uhr, sodass ich mit meiner Mutter schon vor halb 8 am Startpunkt stand.

In Wirklichkeit ließ man mich allerdings noch über 2 Stunden schmoren. Der Prüfer kam um 8:10 Uhr, und vor mir wurden noch vier oder fünf ("ich hab aufgehört zu zählen") andere Prüflinge rangenommen.

Lustigerweise nahm diese wirklich unerhebliche (:rolleyes:) Wartezeit keinen Einfluss auf meine Konzentration.

Nein, denn - und darauf zielt dieser Blogartikel, den ich seit mehreren Jahren schreiben will, ab -:

Ich hab meine Fahrprüfung bestanden!!!

 

Aber noch mal ein wenig ausholend:

 

Zunächst wurde ich vom sehr freundlichen und positiv gestimmten Fahrprüfer empfangen, denn dieser sitzt in Frankreich vorne rechts auf dem Beifahrersitz.

Er bat mich, mich einzurichten (Reihenfolge: siège, dossier, rétros, ceinture - Sitz, Rückenlehne, Rückspiegel, Gurt) und erklärte mir den Ablauf der Prüfung, von welchem im Endeffekt irgendwie nicht mehr viel übrig blieb. :D

 

Ich weiß nicht, ob mich der Mann ganz am Anfang gleich mal verladen wollte, indem er mich bat, gegen die Richtung des "Einbahnweges" mit kaum mehr lesbaren Pfeilen auf dem Parkplatz aus Selbigem rauszufahren. ;)

Ich fuhr zur Sicherheit die Ehrenrunde, um dann an zahlreichen uneinsehbaren, allerdings auch so gut wie nicht frequentierten Links-Vor-Rechts-Kreuzungen vorbeizukommen, bei welchen ich immer der Linke war.

 

Links raus zur Hauptstraße und dann ab durch den Kreisverkehr.

Zu dem Zeitpunkt habe ich schon etwas gestutzt - ich dachte und wurde auch (natürlich vom peniblen (=frz. ermüdenden) Chef unterrichtet, dass die Prüfung in der Kleinstadt in der Nähe stattfindet. Am Ende ergab sich, dass ich keine einzige Kreuzung mit Ampelanlage abgefahren bin! :D

Das noch viel Merkwürdigere: Wir näherten uns immer mehr meinem exakten Wohnort, welcher in einer sehr verwinkelten Wohngegend situiert ist, in welche normalerweise keiner reinfährt, weil man nur schwerlich wieder herausfindet!

Ich wollte schon fragen, ob der Fahrlehrer sehen will, wo mein Haus wohnt, bevor wir an der entscheidenden Kreuzung "falsch" abbogen und in eine Sackgasse fuhren, an deren Ende wir die technischen Fragen durchnahmen.

Diese werden anhand der 2 letzten Ziffern des Kilometerzählers ausgewählt und lauteten bei mir:

 

1.) Zeigen Sie, wo man die Verriegelung zur Lenkradverstellung vorfindet!

2.) Zeigen Sie, wo man den Ölstand kontrolliert!

 

Länger als 'ne Minute standen wir da freilich nicht, bevor ich dann wenden durfte.

 

Aus'm Dorf raus ging's dann auf die Autobahn, wobei ich die nächste Ausfahrt wieder nehmen musste, weil ich sonst in Deutschland gelandet wäre. Zu schade, konnte ich auf diesem Wege noch nicht mal meine Fähigkeiten im Bereich Spurwechsel präsentieren.

 

Es ging gleich wieder in das gleiche Viertel, in welchem auch der Startpunkt positioniert war, wobei ich ja noch meine fantastischen Einparkmanöver vorführen musste. :D

Das Ende vom Lied: Der Prüfer ließ mich auf einen Parkplatz ohne jegliche Begrenzungsstreifen fahren und bemerkte dies nur mit einem:

"Oh, keine Linien - dann parke halt, wie du willst!". :D

Schon ging's auch schon zum Startparkplatz, nach gefühlt noch nicht mal einer halben Stunde (35 Minuten sind in Frankreich vorgesehen).

 

Tja, und nun kommt der Grund, weshalb der Artikel jetzt und nicht vor eine Woche erscheint:

Das Ergebnis bekommt man in Frankreich nicht nach der Prüfung mitgeteilt, denn da heißt es nur: "Nehmen Sie Ihre Sachen (bestehend aus Fahrschulbüchlein und Personalausweis) und Sie sind befreit."

 

Der "blaue Brief" kommt erst nach 3 Tagen in der Fahrschule an, wobei man dann erst den Prüfbogen, dessen mit Abstand wichtigstes Element ihr auf dem Bild sehen könnt, als provisorischen Führerschein für Frankreich erhält und der echte Führerschein, welcher in Frankreich übrigens exakt seit dem 16. September 2013 im völlig neuen, revolutionären EU-Format ausgestellt wird (Deutschland hat das seit über 10 Jahren... :rolleyes:), demnächst per Post kommt.

 

 

Peu importe, wie der Franzose sagen würde!

Die Trotzreaktion gegenüber des Chefs meiner Fahrschule kam übrigens auch: Ich bestand die Prüfung nicht irgendwie, sondern mit der maximal möglichen Punktzahl von 30/30 Punkten! Benötigt hätte ich 20, und laut Reaktion des Chefs wäre ich bei meiner Fahrt mit Selbigem gefühlt wohl in den negativen Bereich reingerutscht. :rolleyes: :D

 

 

Den Platz für die Danksagungen lasse ich mir jetzt auch nicht nehmen, weshalb ich mich bedanke:

- bei meinen Eltern, die mir den Führerschein bezahlt haben.

- noch mal bei meinen Eltern, die mir jetzt ein Fahrzeug, nämlich den C 220 Diesel zu meiner vollen Verfügung stellen.

- meinem besten Freund, der als einziger (neben meinen Eltern) über die Prüfung Bescheid wusste und Daumen drückte.

- bei plaustri20, meinem langjährigsten gleichaltrigen MT-Freund und Erstinformierten über die bestandene Prüfung.

- bei den Kollegen aus dem X6-Bilderrätsel, nämlich olibolli und MIC M3, mit denen ich mittlerweile eine profunde Freundschaft pflege und von denen ich genau weiß, dass sie Daumen gedrückt haben.

- und nicht zuletzt auch bei Fahrlehrerin "Q" und Fahrlehrer "D", welche mich in den 2 letzten Fahrstunden auf die Prüfung einstimmten.

 

 

Und jetzt dürft ihr auf mich einprügeln, mit allen blöden Sprüchen, die euch so einfallen. :D

Habt Spaß dabei!! :)

Hat Dir der Artikel gefallen? 1 von 1 fand den Artikel lesenswert.

12.09.2013 20:01    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (14)

Kneten 1Kneten 1

Und hier kommt die nächste Folge aus meiner Fahrzeugpflege-Reihe!

 

Folge 5 beendete ich, indem ich verkündet habe, dass ich den Wagen nicht getrocknet habe.

 

Die Profis werden's wissen: Nach dem Waschen kommt das Kneten, und bei diesem Schritt wird der Wagen ja eh nass!

 

Doch andererseits liest man in den Anfängerthreads auch oft ängstliche Beiträge, denn bei der Anwendung von Knete muss man auch ein kleines bisschen vorsichtig sein, um den Lack nicht zu beschädigen (auch wenn selbst dies recht leicht wieder zu beheben ist).

 

Also werde ich euch heute von meinen ersten Erfahrungen mit dem Kneten von Autolack berichten, die ich als überaus positiv, wenn auch nicht ganz frei von Unfällen bezeichnen möchte.

 

 

 

 

 

 

 

Zitat:

Denn wer mich hier etwas genauer kennt, der weiß, dass ich schon seit langer Zeit anpeile, mich mal mit der semi-professionellen Fahrzeugpflege auseinanderzusetzen, wie sie hier von einigen Usern betrieben wird. Hin und wieder sieht man auch Blogs von diesen Mitgliedern, in denen sie ihre Vorgehensweisen vorstellen oder diverse Produkte präsentieren.

Viele (manchmal auch ich) denken sich dann: Wow, sowas gibt's? Und wozu soll das gut sein?

Mich haben diese Blogs schon immer fasziniert und auch das Fahrzeugpflege Forum hat es mir angetan.

 

Daher wollte ich euch mal in einer Serie meinen Einstieg in diese neue Galaxie des Fahrzeugpflegens zeigen, bzw. euch hiermit auf dem Laufenden halten.

 

Wer das Fzg.-Pflege Forum kennt, der weiß, wie oft sich da Anfänger (wie ich) rumtummeln, die zu Beginn aufgrund der Produktvielfalt und der Vielzahl an Schritten und Hinweisen, die es zu beachten gilt, erstmal mächtig gefordert sind.

Ich möchte zeigen, wie es bei mir gerade läuft!

Den einen wird's abschrecken, den anderen zum letzten Schritt in die Richtung überzeugen.

Hiermit also eine herzliche Einladung an alle, mein "Tagebuch" zu verfolgen.

 

Viele, die entweder in der Fahrzeugpflege noch nicht so bewandert oder auch erstmals in meinem Blog gelandet sind, werden sich fragen:

Wie um Himmels Willen soll man Autolack denn Kneten?

Was ist Autoknete? Gibt's sowas überhaupt? Wie verwendet man sie?

 

Nun, all diese Fragen sollten mit dem Einlesen passé sein, aber ich möchte hier dennoch ein paar Erläuterungen einfügen, bevor ich von meinen eigenen Erfahrungen berichte.

 

Jeder, der sein Auto schon mal gewissenhaft gewaschen hat oder meinetwegen auch waschen ließ, wird, wenn er mit dem Handrücken oder der sensiblen Fingerkuppe über den Lack fährt (viele verwenden Cellophan auch noch als Hilfe bei diesem Abtasten) feststellen, dass der Lack nicht völlig glatt ist.

Das sind üblicherweise Rückstände von allem Möglichen, was sich schon irgendwie fester auf dem Lack festbrennen konnte, allerlei Schmutzpartikel also.

Außerdem hat ein länger nicht gescheit gereinigter Lack auch was von einer kleinen Stadt:

Es gibt Waldstücke, eine Straßenmeisterei und einen Friedhof.

Übersetzt soll dies bedeuten: Harzreste, Teersprenkel und jede Menge Insektenleichen sind durchaus häufige und unliebsame Gäste auf dem Autolack.

 

Für genau diese nervigen Verunreinigungen ist die Knete nun entwickelt worden!

Um noch 2 Worte zur Anwendung zu verlieren:

Wenn jetzt einer gedacht hat, dass man die Knete wie Playdoo-Knete aus dem Becher nimmt und so lange auf den verschiedenen Stellen auf dem Lack Kügelchen formt, bis man jetzt Stelle erwischt hat, der irrt ganz gewaltig!

Denn jede Knete benötigt ein sogenanntes Gleitmittel!

Was man dafür nimmt, ist Geschmackssache. Die aufwändigste Version ist ein spezieller Detailer, die einfachste eine milde Shampoo-Wasser-Lösung, die ich auch verwendete und sehr zufrieden war. Dieses Gleitmittel gilt es sich also vorweg anzumischen.

Man nimmt sich nämlich eine handgerechte Portion der Knete (ca. 50-80 Gramm im Schnitt), knetet sie kurz durch und formt sie zu einer flachen Scheibe, die man gut auf den Flächen seiner Finger oder auch dem Handballen halten kann. Manche mögen es auch, kleine Barren zu formen und diese zwischen Daumen und Zeige-/Mittel-/Ringfinger zu halten.

In der Theorie soll man die zu knetende Fläche jetzt mit reichlich Gleitmittel benetzen und dann die Knete mit minimalem bis gar keinen Druck leicht über die Fläche schieben.

 

So weit also zur Theorie, ab geht's zur Praxis.

Vorab aber noch das verwendete Equipment:

Ein 80-Gramm-Barren der Dodo Juice Supernatural Detailing Clay

Kwazar Mercury 0,5 Liter Sprühflasche

Gleitmittel: Leitungswasser mit einem Spritzer Dodo Juice Born to be mild

 

Und ich kann euch jetzt schon sagen: Ich war mit allen verwendeten Produkten hochzufrieden, werde aber zum Ende des Artikels noch ein paar Worte über sie verlieren.

 

Los ging's!

Ich nahm mir meine erste Teilfläche vor, sprühte sie absolut großzügigst mit dem Shampoowasser ein und begann die Flache Knete wie erklärt auf dem Lack hin und her zu schieben, indem ich sie flach auf meine Finger legte und dann einfach auf den Lack ging.

Das ging schonmal sehr einfach und wirkte vollkommen ungefährlich.

So lief auch der Großteil des Knetens ab!

 

Einige Dinge, die mir als Anfänger aufgefallen sind oder die ich beim nächsten Mal etwas besser machen könnte, sind mir dennoch aufgefallen:

 

1) Das Einweichen der "kritischen Stellen"

Sowohl der Friedhof an der Front, wie auch Schwellerbereiche, besonders hinter den Rädern waren noch ziemlich verschmutzt. Hier hätte würde ich beim nächsten Mal nach der Wäsche einen Zwischengang mit APC (=AllPurposeCleaner, also Allzweckreiniger) einlegen und das Gröbste entfernen, damit ich mir die Knete nicht so schnell zusetze.

 

2) Gleitmittel, Gleitmittel, Gleitmittel!

Ich habe zwar nicht wirklich gespart (der Verbrauch lag bei über einem Liter), dennoch möchte ich allen Folgendes ans Herz legen: Sobald die Knete auch nur minimal anfängt zu bremsen und nicht immer ohne jeglichen spürbaren Widerstand über die Lackoberfläche flutscht, dann sprüht was das Zeug hält! So macht die Arbeit mehr Spaß und auch wenn man meint, man würde irgendwie noch mit dem Gleitmittel, welches auf dem Lack ist, auskommen, sagte ich: Legt nach! ;)

 

Kneten 2 (Faltreif)Kneten 2 (Faltreif)

3) Falten, falten, falten...

Auch das hätte ich ruhig ein paar Mal öfter machen können. Der Wagen, mit dem ich's zu tun hatte, wurde vor ein paar Jahren vom Vorbesitzer bereits geknetet worden, aber ein Schutz (Wachs/Versiegelung) war lang nicht mehr drauf, weshalb ich Einiges an Verschmutzungen zu entfernen hatte. Klar, es passiert jetzt kein Drama, wenn ich nicht andauernd falte, aber das gute Gefühl gibt's mit einer schönen, sauberen und glatten Knetfläche. Daher: Einfach immer in der Mitte falten, beide Hälften schön aneinander pressen und das neu entstandene Stück flach pressen, et voilà. :)

 

4) Verschiedene Techniken ausprobieren!

Man sieht es bereits auf youtube-Videos: Die einen wischen in Lichtgeschwindigkeit in kleinen Bahnen hin und her, die anderen gehen in langen Zügen ganz langsam Stück für Stück vor. Wie ich es gemacht habe? Vielleicht in einer Mischung aus beidem?

Auf jeden Fall gilt es, sich nicht beirren zu lassen und seine eigene Technik auszuprobieren.

 

...und falls ihr merkt, dass der Lack möglicherweise beschädigt wurde:

 

 

 

 

 

5) Nicht entmutigen lassen! Kneten 3 (Knetspuren)Kneten 3 (Knetspuren)

Nicht umsonst habe ich euch in Punkt 2) zu immer mehr und mehr Gleitmittel geraten. Aber sollte euerem Lack dennoch was passieren und würdet ihr vielleicht noch während der Arbeit Knetspuren entdecken, dann lasst euch nicht entmutigen und knetet einfach weiter. Lernt aus eueren Fehlern! Das ist das, was ich euch hierzu erzählen kann. Übrigens habe auch ich ein paar vereinzelte Knetspuren im Lack gehabt, die nach nur einer Runde Antiswirlpolitur wieder raus waren.

 

Wie bereits angekündigt, sollen hier noch ein paar Detailbewertungen der von mir verwendeten und bereits oben genannten Produkte folgen.

 

Die Dodo Juice Supernatural Detailing Clay hat ihren Dienst prima getan! Sie erfüllte alle Anforderungen, war nicht zickig in der Anwendung und ich würde sie sowohl wieder kaufen wie auch weiterempfehlen.

2 Nachteile konnte ich lediglich ausmachen: Zum einen ist sie im trockenen Zustand sehr klebrig, zum anderen ist die Box, in welcher sie sich den Platz mit 2 weiteren 80g-Barren teilt, ziemlich eng, sodass man die Knete am Ende wieder ziemlich exakt falten muss, damit sie einwandfrei reinpasst.

 

Die Kwazar Mercury 0,5 Liter Sprühflasche ist dagegen wirklich für das Kneten prädestiniert! Im ersten Moment meint man, man müsste relativ fest den Abzug drücken, was sich aber dadurch relativiert, dass er ja nicht nur von alleine wieder in die Ausgangsposition zurückkommt, sondern dabei auch noch sprüht. Die Flasche sprüht also in einem übrigens sehr schönen, weil in der Ursprungseinstellung feinen Sprühnebel und haut binnen weniger Züge schon mehr als ordentliche Mengen Wasser raus. Ich könnte mir jedenfalls jetzt kaum noch vorstellen, mit einer "einfachen" Sprühflasche zu arbeiten.

 

Zu meinem Gleitmittel, dem Shampoowasser-Gemsich, bleibt zu sagen, dass ich damit auch zufrieden war und keinen Bedarf nach etwas Anderem verspüre. Es hat einfach gut funktioniert und war für mich mehr als zufriedenstellend.

 

Abschließend folgt noch mein Anfängerfazit:

Wie auch vor der Wäsche gibt es keine Argumente, um sich vor dem Kneten zu drücken!

Es ist eine kinderleichte Arbeit, wenn man ein paar kleine Selbstverständlichkeiten beachtet (zum Beispiel darf man auf keinen Fall einfach so weiterkneten, wenn einem die Knete auf den Boden gefallen ist). Vor allem aber ist es die perfekte Vorreinigung für den nächsten Schritt, die Politur. Wer mal seinen Wagen geknetet hat, wird sich wundern, wie viel Dreck da noch runterkommt und wenn man etwas Menschenverstand dazunimmt, wird man schnell verstehen, dass man den nicht mitpolieren möchte.

Also, ran an die Knete, traut euch! :)

 

Nun isser also geknetet!

In der nächsten Folge kommt erstmals Strom ins Spiel, und der Wagen wird geflext!

Dass ich dabei den Wagen kein bisschen zerschnitt, werdet ihr in der nächsten Folge gut sehen können! :)

 

P.S.: Was bei der Erstaufbereitung noch okay ist, danach aber nicht mehr: Die Sprühflasche auf dem Lack!

Legt nachher, wenn ihr den Lack schon poliert habt, immer schön Microfasertücher unter alle Dosen und Flaschen, damit ihr euch euer Ergebnis nicht ruiniert.

Hat Dir der Artikel gefallen?

21.07.2013 01:11    |    el lucero orgulloso

Hallo liebe Leser,

 

nun ist's wieder einmal über einen Monat her, dass ich hier etwas hinterlassen habe.

Mir tut es wirklich Leid, dass ich diesen Blog nicht regelmäßig pflegen konnte, aber "irgendwas ist halt immer", und sei es eine Art "Kreativitätsblockade"...

 

Nun, ich habe das Gefühl, dass besonders die Leser meiner Fahrzeugpflegeserie gerne neuen Stoff hätten.

Ich hoffe, die Enttäuschung für das Nichtkommen der Blogs hält sich in Grenzen.

 

Ihr solltet wissen, dass bei mir die Qualität immer über der Quantität stand und steht.

Ich würde mich hier nicht erfüllen, würde ich jede Woche 10 Blogs à 2 Sätze raushauen, und euch würde das auch überhaupt keinen Spaß machen.

 

Einen Artikel könnte ich veröffentlichen, ihr wisst eh, welcher kommt...

...allerdings kann er auch für etwas Diskussionstoff sorgen und da ich die nächsten 4 Wochen nicht in MT'scher Reichweite bin, lasse ich euch lieber noch etwas zappeln, um dann nach dem Ganzen wieder durchzustarten und die Kommentare in meinem eigenen Blog mitverfolgen zu können.

 

Wer dringendes Mitteilungsbedürfnis einer Anmerkung zu irgendeinem Punkt in diesem Kurzblog hat, für den steht mein Postfach sperrangelweit offen! :)

 

 

Bis demnächst mal wieder!

Euer el lucero :)


09.06.2013 23:33    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (18)

2-Eimer für die Wäsche2-Eimer für die Wäsche

Liebe Motortalker, liebe Fahrzeugpflegeverrückte,

 

jetzt kam länger kein Artikel, wofür ich um Verzeihung bitte.

Das hat alles seine Gründe, denn mal war ich weg, mal war die Zeit einfach nicht da.

Ich hoffe jedenfalls sehr, demnächst wieder mehr Lebenszeichen hier abgeben zu können. :)

 

Und das erste Lebenszeichen für den Monat Juni des Jahres 2013 ist die

Folge 5 meiner kleinen Fahrzeugpflegeserie, in der es um meine erste 2-Eimer-Handwäsche gehen soll! :)

 

 

 

Zitat:

Denn wer mich hier etwas genauer kennt, der weiß, dass ich schon seit langer Zeit anpeile, mich mal mit der semi-professionellen Fahrzeugpflege auseinanderzusetzen, wie sie hier von einigen Usern betrieben wird. Hin und wieder sieht man auch Blogs von diesen Mitgliedern, in denen sie ihre Vorgehensweisen vorstellen oder diverse Produkte präsentieren.

Viele (manchmal auch ich) denken sich dann: Wow, sowas gibt's? Und wozu soll das gut sein?

Mich haben diese Blogs schon immer fasziniert und auch das Fahrzeugpflege Forum hat es mir angetan.

 

Daher wollte ich euch mal in einer Serie meinen Einstieg in diese neue Galaxie des Fahrzeugpflegens zeigen, bzw. euch hiermit auf dem Laufenden halten.

 

Wer das Fzg.-Pflege Forum kennt, der weiß, wie oft sich da Anfänger (wie ich) rumtummeln, die zu Beginn aufgrund der Produktvielfalt und der Vielzahl an Schritten und Hinweisen, die es zu beachten gilt, erstmal mächtig gefordert sind.

Ich möchte zeigen, wie es bei mir gerade läuft!

Den einen wird's abschrecken, den anderen zum letzten Schritt in die Richtung überzeugen.

Hiermit also eine herzliche Einladung an alle, mein "Tagebuch" zu verfolgen.

 

Zunächst mal eine kleine Info: Ich war während der ganzen Aktion alleine und hatte nunmal die Aufregung der ersten Aufbereitung in mir, weshalb das Schießen von Fotos wahrlich nicht das erste war, an was ich dachte.

Hier und da gelang mir mal ein Schnappschuss, aber alles in allem soll sich mein Blog um meine Erfahrungen drehen und, zumindest in diesem Fall, nicht um Bilder, denn wie eine Handwäsche geht und wie sowas aussieht, ist bereits erschöpfend oft erklärt und gezeigt worden.

 

 

Zunächst zum verwendeten Equipment:

- 2 20 Liter-Eimer mit Gritguard (die großen Gamma Seal Eimer von Lupus)

- 3 Waschhandschuhe: 1x Microfiber Madness Incredimitt (MM Incredimitt) für die oberen Lackpartien, 1x Petzold's Fix40 (Fix40) für Schwellerbereiche und sonstige untere Lackpartien, 1x Lupus Basic Wash Mitt (LBWM) für die Felgen

- Dodo Juice Born To Be Mild (DJ BTBM) Shampoo

- Fire Hoze Nozzle (FHN)

 

Vorweg muss ich sagen: Ich war mit der gewählten Ausrüstung hochzufrieden und kann sie aus Anfängersicht nur weiterempfehlen, wenn jemand unkompliziertes, sehr gut funktionierendes Material im mittleren Preissektor sucht.

 

 

Nun aber zu meiner ersten Handwäsche!

 

Mein erstes Opfer war unser E 320, was sich damit erklären lässt, dass gerade kein anderes Auto zu Hause war (und ich das vom Nachbarn so schlecht zu mir rüber rollen konnte). :p

 

Einen Tag zuvor waren wir das Auto schon in einer Waschbox gründlich abspülen und mit der dortigen Shampoolösung (natürlich ohne "Kratzbürste") das Gröbste abwaschen sowie die Radkästen abstrahlen, denn den Dreck von dort wollten wir nicht auf unserer Einfahrt rumkullern haben.

 

 

Danach ging's also zur heimischen Garage.

Ich stellte ihn mit gehörigem Respektabstand zu einer weißen Wand, die an unserer Garageneinfahrt steht, auf, was sich später als goldrichtig erwies (man kann sich das besser mit den Bildern aus meinem Profil vorstellen).

 

Um gleich vorbereitet zu sein, füllte ich schon mal meine beiden Eimer auf und platzierte sie gleich griffbereit.

Was ich aber beim Füllen weniger berücksichtigte: Trotz nur minimalster Überdosierung des BTBM (ich habe knapp über 20 ml auf 20 Liter Wasser verwendet), welches übrigens hervorragend künstlich-fruchtig riecht, schäumte es, wie die Hölle, da ich vermutlich auch den schärfsten Strahl der Fire Hoze Nozzle etwas zu direkt in den Shampoowassereimer hielt, sodass der Eimer sehr schnell scheinbar voll war, ein großer Teil aber nur aus Schaum bestand.

Ich verbuchte das unter "Anfängerfehler" und weiß jetzt, dass ich mir beim Auffüllen einfach etwas mehr Zeit lassen muss.

 

Die Moral aus der Geschicht':

Den scharfen Strahl verwende nicht!

Lass dir Zeit und hab die Ruh',

sonst hast' nur Schaum und das im Nu!

 

Dann begann ich mit dem ersten Abduschen des Wagens, nachdem ich wie gewohnt alle 3 Wischer des Wagens hochgeklappt bzw. ganz entfernt habe.

Hier erfüllte die FHN ihre Aufgabe sehr gut!

Mir gefiel schon beim Auspacken ihre Form, ihre Größe, ihr Gewicht und ihre Haptik.

Doch gerade jetzt konnte man auch mal die verschiedenen Strahlarten ausprobieren, wobei ich zu Beginn natürlich auf den härtesten Strahl zurück griff und von ihm sehr angetan war.

 

 

Dann kam die eigentliche Wäsche und auf die war ich nun wirklich sehr gespannt.

Entschlossen nahm ich also den MM Incredimitt, streifte ihn über meine rechte Hand, tauchte ihn in die Shampoobombe, lies ihm einen Augenblick Zeit, um sich vollzusaugen, wobei ich mit der anderen Hand etwas nachhalf und klatschte das Ganze dann auf's Dach der schwarzen Limousine.

Sofort verteilte sich einiges an Wasser auf der planen Fläche und ich begann, den blau-weißen Handschuh auf dem Lack hin und her gleiten zu lassen.

Ja, gleiten lassen ist die richtige Wortwahl, denn Druck wandte ich nicht an, sondern ließ das Konstrukt mit seinem inklusive meiner Hand beachtlichen Eigengewicht einfach ganz locker hin und her flutschen, was dank der großzügigen Menge an Shampoowasser sehr gut ging. Hatte ich dann das Gefühl, dass die Gleitschicht schlechter wurde, drückte ich den Handschuh noch einmal vorsichtig über dem Lack aus, allzeit darauf achtend, ihn mit der Seite auszudrücken, die nicht mit dem Lack in Berührung war (da ich ja sonst einen Teil des Drecks geradewegs auf den Lack ausspülen würde).

 

Von Zeit zu Zeit gehört der Waschhandschuh aber gründlich ausgespült, wobei der zweite Eimer, den ich zu zwei Dritteln mit klarem Wasser füllte und mit dem Gritguard-Einsatz ausstattete, hervorragende Dienste leistete.

Gerade das letztgenannte Feature ist zwar sicherlich kein Must-Have, aber ein in meinen Augen sehr angenehmer Helfer, denn es geht dank ihm spielend einfach, den Incredimitt von Verschmutzungen zu befreien, indem man einfach etwas auf dem Gritguard herumrubbelt, wie auf einem Waschbrett. Natürlich kann man hinterher noch mit den Fingern der freien Hand durch den Handschuh kämmen, aber dabei wird man schnell feststellen, dass so viel Dreck da nicht mehr übrig ist.

 

So verfuhr ich also mit den oberen Lackpartien!

Danach kam der Fix40 für alles, was sich ab den Mercedes-Benzschen Sacco-Bretter darunter befindet.

Zum Waschhandschuh sei gesagt, dass er sich im trockenen Zustand zwar flauschiger anfühlt, als der MM Incredimitt, was sich im nassen Zustand aber sehr schnell relativiert, da dieser eine doch erheblich höhere Wasseraufnahme hat, von sich aus dicker ist, und auch im nassen Zustand gleich weicher wird.

Zwei hauchzarte Vorteile kann der Fix40 noch verbuchen:

1) Er ist sehr flexibel, man mit ihm eine Faust formen oder auch mal mit einzelnen Fingern mehr Druck ausüben, wenn man eine Stelle etwas genauer reinigen möchte.

2) Durch seine blütenweiße Farbe informiert er den Anwender sehr schnell über die Dreckaufnahme und den Verschmutzungsgrad des zu reinigenden Objekts.

Daher kann ich gut nachvollziehen, weshalb er so beliebt ist und oft empfohlen wird, denn er leistete auf den Schwellern und an den Stoßstangen unseres blauschwarzen E 320 hervorragende Dienste.

 

Den Abschluss machte der Lupus Basic Wash Mitt, den ich für die Reinigung der Felgen einsetzte.

Felgenreiniger wurde dabei nicht benötigt, da die Felgen allgemein in einem sehr guten Zustand sind und sowieso schon regelmäßig von uns gereinigt wurde.

Es geht jedoch nichts über eine mechanische Bearbeitung mit einem feinen Microfaserwaschhandschuh, denn im Fall der Mercedes 8-Loch-Felgen ist eine Felgenbürste, wie ich sie auch schon empfohlen bekommen habe, ziemlich wirkungslos.

Daher war ich auch recht angetan vom LBWM als Felgenhandschuh, denn er ist zwar recht dünn (so dünn, dass ich ihn wohl nur sehr ungern an den Fahrzeuglack lassen würde), aber extrem preiswert und als Felgenhandschuh geradezu ideal!

 

Zum Schluss ließ ich es mir nicht nehmen, die FHN auf einen weichen Strahl einzustellen und das ganze Fahrzeug damit von den Shampoowasserpfützen, die sich hier und da bildeten, zu befreien.

Das machte mir auch sehr viel Spaß, denn der Strahl ist dann wirklich sehr weich und besitzt einen recht hohen Wasserdurchfluss (ist also nicht irgendwie "gehemmt" oder behindert), was ideal ist, um dem Wagen noch mal eine ausgiebige Dusche als krönenden Abschluss zu gönnen.

 

 

Nachdem das Equipment und die Vorgehensweise an sich jetzt ausführlich beschrieben wurde, noch ein paar allgemeine Impressionen zur Handwäsche:

Ich habe es schon mal hier irgendwo gelesen, aber jetzt kann ich's bestätigen:

Mit der Handwäsche, ganz besonders mit Waschhandschuhen, lernt man seinen Wagen (oder halt den seines Vaters) um ein Vielfaches besser kennen! Man streichelt ihn schließlich sanft ab, lernt seine Formensprache kennen und öffnet seine Augen erstmalig so richtig für die Details, die Rundungen und die Kanten.

Ich finde, sowas sollte man einfach mal erfahren haben, denn es ist, gerade wenn man Autofan ist, ein feines Gefühl, das Design, welches ja schon einen langen Weg hinter sich hat, persönlich mit seinem eigenen Tastsinn zu erspüren und ganz nebenbei auch noch dem Wagen was Gutes zu tun, indem man ihn auf die schonendst mögliche Art und Weise reinigt. :)

 

 

Zum Abschluss dieses hoffentlich für meine Leser nicht zu langen Artikels noch mein Anfänger-Fazit:

Aus einer 2-Eimer-Handwäsche kann man sich nie und nimmer rausreden, weil sie einem zu kompliziert oder zu anspruchsvoll ist!

Es geht kinderleicht, ist in den Fachforen schon sehr oft sehr ausführlich beschrieben worden und man kann wirklich nichts falsch machen, wenn man aus dem Waschhandschuh jetzt nicht gerade eine Waschsocke macht (-> sich das Ding über den Fuß stülpt) oder das Wasser in einen umgedrehten Eimer füllen will.

Auch dauert sie gar nicht mal so viel Zeit. Wer meint, es würde elendig lang dauern, den kann ich auch nur mit einer negativen Antwort enttäuschen:

Man braucht zu Beginn vielleicht eine Idee mehr Zeit, bevor man etwas Routine hat, aber alles in allem dürfte man in einer Dreiviertelstunde inklusive grobem Trocknen bei einem größeren Wagen durch sein. Viel schneller geht's bei einer Kratzbürstenwäsche nicht, würde ich sagen.

 

 

Achja, das Trocknen...

...ja wo ist das denn abgeblieben?! :eek:

 

Keine Sorge, es wurde nicht vergessen oder wegrationalisiert, allerdings wäre es in meinem Fall sinnlos gewesen, da üblicherweise nach dem Waschen ein Schritt kommt, bei welchem eh wieder Wasser auf dem Lack benötigt wird.

Ihr wisst bestimmt auch welcher, oder?! :)

Ihm wird eine eigene Folge gewidmet!

 

Ich hoffe, der Artikel war jetzt nicht zu lang und freue mich nun auf euere versierten Kommentare! :) :) :)

 

 

Hat Dir der Artikel gefallen?

09.05.2013 00:10    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (48)

Hallo, liebe Fahrzeugpfleger, die, die es werden wollen (ich fühle mich gerade angesprochen :D ) und alle anderen lieben Leser! :)

 

Ja, ich weiß, später als gewollt (Aktenzeichen XY hat mich aufgehalten ;) ), aber hier ist nun Folge 4 aus meiner detaillierten Reihe, wie ich zur Fahrzeugpflege komme.

 

Noch mal mein Hinweis wegen der Werbung, damit das ganz klar ist:

ICH habe die Shops bezahlt, und nicht umgekehrt. Warum ich dies aber im Nachhinein gesehen sehr gerne gemacht habe, werdet ihr gleich erfahren.

 

Zitat:

Denn wer mich hier etwas genauer kennt, der weiß, dass ich schon seit langer Zeit anpeile, mich mal mit der semi-professionellen Fahrzeugpflege auseinanderzusetzen, wie sie hier von einigen Usern betrieben wird. Hin und wieder sieht man auch Blogs von diesen Mitgliedern, in denen sie ihre Vorgehensweisen vorstellen oder diverse Produkte präsentieren.

Viele (manchmal auch ich) denken sich dann: Wow, sowas gibt's? Und wozu soll das gut sein?

Mich haben diese Blogs schon immer fasziniert und auch das Fahrzeugpflege Forum hat es mir angetan.

 

Daher wollte ich euch mal in einer Serie meinen Einstieg in diese neue Galaxie des Fahrzeugpflegens zeigen, bzw. euch hiermit auf dem Laufenden halten.

 

Wer das Fzg.-Pflege Forum kennt, der weiß, wie oft sich da Anfänger (wie ich) rumtummeln, die zu Beginn aufgrund der Produktvielfalt und der Vielzahl an Schritten und Hinweisen, die es zu beachten gilt, erstmal mächtig gefordert sind.

Ich möchte zeigen, wie es bei mir gerade läuft!

Den einen wird's abschrecken, den anderen zum letzten Schritt in die Richtung überzeugen.

Hiermit also eine herzliche Einladung an alle, mein "Tagebuch" zu verfolgen.

Zunächst also zu den Shops:

Der wölfische Shop (Lupus-Autopflege) sowie "Behandlung des Autos RundUmDieUhr" (autopflege24) und auch Petzold's (über Amazon bestellt) haben hervorragende Arbeit geleistet! Der aufmerksame Mitleser wird wissen, dass ich am Samstag Abend bestellt und per Sofortüberweisung bezahlt habe. Prompt kamen Mails, Bestätigungen, Sendungsverfolgung-Möglichkeiten und alles, was das Internetshopping-Herz erwärmen lässt.

Die Pakete waren gestern schon da und abgesehen von der Schnelligkeit und totalen Unkompliziertheit der Abwicklung, von der ich sehr angetan bin, werde ich ganz am Ende dieses Blogs noch mal die Shops aufgrund einer kleinen Sache extra erwähnen, weil gerade sie mich fast von den Paketen hätte niederknien lassen. ;)

 

Nun also zu den Produkten, alles im Einzelnen und in etwa in der Reihenfolge, in welcher ich sie (hoffentlich) anwenden werde.

Auf Verlinkungen werde ich hier bewusst verzichten. Derjenige, den das ein oder andere Produkt besonders interessiert und es in keinen der beiden Shops finden kann, kann natürlich nachfragen, woraufhin ich hier schnellstmöglich in den Kommentaren verlinke.

 

 

Hier stehen die 3 Päckchen und warten schon ganz aufgeregt darauf, geöffnet zu werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Autowäsche braucht man natürlich Eimer. Da ich aber nicht wusste, was mit den Eimern, die wir im Keller haben, schon so gemacht wurde und wofür die noch entführt werden würden und ich zudem befürchtete, ihre Größe könnte nicht ausreichen, habe ich 20-Liter Eimer mit Deckel und Grit Guard bestellt. Man braucht für eine 2-Eimer-Handwäsche, natürlich 2 Eimer, das steht so in den FAQ. ;)

Erster Eindruck: Robust, hochwertig und keinesfalls labberig.

Dazu habe ich einen Rinse- und einen Wash-Aufkleber geordert, den man sich kostenlos dazu aussuchen kann.

 

 

 

 

 

 

Keine Wäsche ohne Shampoo! In den Foren werden allerdings derart viele Shampoos gelobt, dass ich mich nicht so recht entscheiden konnte. Daher habe ich gleich zwei mir sehr sympathisch vorkommende Kandidaten in ihrer jeweils kleinstmöglichen Größe geordert. Ein Mal das Dodo Juice Born To Be Mild (DJ BTBM, 250ml) und das Surf City Garage Pacific Blue Wash&Wax Shampoo (237ml). Ich werde mal ganz ohne Stress schauen, welches mir besser passt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann braucht man natürlich Waschhandschuhe, die in der Regel ein geringeres Kratzerrisiko bei der Wäsche haben und daher gern genommen werden. Da habe ich auch bereits eine kleine Auswahl bestellt.

Ich habe vor, mal zu gucken, ob mir der Microfiber Madness Incredimitt oder der Dodo Juice Tribble Mitt für die oberen Lackpartien besser passt. Untenrum habe ich vor, den Fix40 anzuwenden, da man für die generell mehr verdreckten Bereiche ja im Optimalfall einen zweiten Handschuh haben sollte. Der Lupus Basic Mitt ist für die Felgen gedacht, da bei den 8-Loch Alus von Mercedes eine Felgenbürste wenig Sinn macht.

 

 

Sollte ich irgendwo mal auf härtere Verschmutzungen stoßen, so habe ich auch gleich einen APC (All Purpose Cleaner) mit dabei, nämlich den Chemical Guys APC All Clean+. Mal sehen, ob und wo ich ihn benötige und was er so draufhat. Zur Not dient er als Nachtlämpchen, die Farbe suggeriert schonmal, dass er auch im Dunkeln leuchtet. :D

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinterher muss das Auto geknetet werden. Als Gleitmittel habe ich eine milde Shampoowasser-Lösung vorgesehen, als Knete wird mir die scheinbar gern verwendete Dodo Juice Supernatural Detailing Clay dienen, die in 3 Stücke à 80 Gramm eingeteilt ist, was eine recht handliche Portion darstellen müsste. Ich bin recht gespannt auf die Arbeit, aber die Vorraussetzungen für möglichst wenig Aufwand (bis auf die schmutzigen Autos) sind gegeben. ;)

 

 

 

 

 

 

 

 

Als nächstes wird poliert, doch vor dem Polieren wird abgeklebt. Wie wir FAQ-Studen wissen, können Polituren unschöne weiße Ränder/Auskreidungen auf Gummi und Kunststoff auslösen, weshalb wir die lieber vorab schützen und abkleben. Dies scheint ein bei den Profis recht unbeliebter Arbeitsschritt zu sein, da heißt's dann: Augen zu und durch! :)

Ich habe die Breiten 15mm, 19mm und 25mm gewählt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier sieht man meine Polierpads. Es sind Chemical Guys Hex Logic 139mm Pads. Ich habe vor, die gelben für die ganz harten Defekte sowie für die Glaspolitur einzusetzen. Meine Brot und Butter Pads sollen dann die grünen werden, womit alles, was irgendwo zwischen Mini-Kratzer, Hologramm und Swirl liegt, beseitigt werden soll. Für die Finish-Politur kommen die schwarzen Pads zum Einsatz, für den Pre Cleaner die schon sehr weichen, blauen Pads.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier seht ihr meine Polituren, die bekannte und simpel aber sinnvoll aufgebaute Prima-Reihe. Von Cut bis Finish ist ja alles dabei und das in gerade einmal 3 Flaschen. Ich habe mich zunächst mehr zu den Menzerna-Polituren hingezogen gefühlt, aber die haben einfach zu viele und hätte ich als "Sparpaket" 3 Stück genommen, wäre ich nicht von dem Gefühl losgekommen, das mir ausgerechnet diese oder jene Zwischenstufe fehlt. Daher ist hier mit Prima alles prima.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da ich, wie man später schnell erkennen wird, eine Glasversiegelung auftragen will, muss die Scheibe picobello sauber sein. Ich denke, das kann ich mit nichts besser erreichen, als mit einer Glaspolitur, wie der Zaino Z12 Clear View. Die, auf 2 gelben Pads mit der Maschine gefahren, und es sollte nichts mehr auf der Scheibe sein. Mit viel Glück schaffe ich's ja vielleicht auch, ein paar Scheibenwischerschlieren wegzubekommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Moment, Maschine? Achja, da habe ich mir keine geringere als die Flex XC3401 VRG ausgesucht. Manche werden vielleicht meinen, für den Anfänger muss es nicht sein. Aber bei 3 Autos, die ich mit Sicherheit dauerhaft in Pflege haben werde, möchte ich mir den Spaß nicht nehmen lassen, mit einem schönen Werkzeug zu arbeiten. Was kommt da mehr gelegen? Sie wird auch bestimmt ein paar Jährchen halten und sich damit bezahlt machen. Ich habe auch den kleinen Stützteller (115mm) dazugeordert, der mit meinen gewählten Pads kompatibel ist.

 

 

 

Prima wie die Polituren soll auch dieser Pre Cleaner sein! Ich weiß gar nicht, wie oft beispielsweise User AMenge schon den Genuss betont hat, den man wohl so hat, wenn man ihn verarbeitet. Geschnuppert habe ich noch nicht an ihm, aber wenn er auch nur halb so gut wie sein Ruf ist, ist der schon arg beeindruckend. Eine Runde vor dem Wachsauftrag mit der Maschine fahren, et voilà. :)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Falls ich mal bei der Arbeit rumsauen sollte, habe ich gleich mal 2 Flaschen IPA (=Isoprophylalkohol) mitgeordert. Den werde ich auch benötigen, wenn ich die Windschutzscheiben auf den Auftrag der Glasversiegelung vorbereite, da die Scheibe wie schon gesagt absolut sauber und frei von jeglichen Verschmutzungen sein muss, um hinterher nicht im Blindflug unterwegs zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu einem gepflegten Auto gehören auch gepflegte Reifen. Da kommt nichts gelegener, als das Zaino Z16 Perfect Tire Gloss. Das Wort Gloss sollte man hier wohl nicht ganz wörtlich nehmen, denn viel Glanz soll da nicht erzeugt werden. Ich erhoffe mir dunkle, schwarze Reifen mit einem Hauch seidenmatten Glanzes, was ich bei korrekter Anwendung auch bekommen sollte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und hier kommt die lang angekündigte Glasversiegelung. Ombrello ist ja eine feste Größe in der Sparte, und ich habe auch lieber 2 Ampullen mehr gekauft, als eine zu wenig. Wenn ich Front und Heckscheiben damit versiegeln will, müsste ich damit gut auskommen. Die Anwendung ist laut einigen Meinungen ein wenig tricky, daher volle Konzentration und ab dafür.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommen wir zu den Wachsen (jaaa, Plural!). Mein Alltagswachs soll der "Fahrzeugpflege-Forum-Evergreen" Collinite #476S werden. Es zeichnet sich durch eine relativ unkomplizierte Verarbeitung (Ablüftzeit natürlich zu beachten!) und eine lange Standzeit aus. Für unseren E 320 habe ich mir das schon mehr Gedanken gemacht und an dieser Stelle die allerliebsten Grüße an User DiSchu! Es ist also das Chemical Guys Pete's 53' Black Pearl Signature Carnauba Paste Wax geworden. DiSchu beschreibt es als sein Sommerwachs, bei uns wird's das 320er Wachs. Und was hat die dritte, total übergewichtige Dose da zu suchen? Nunja, die Finish Kare 1000P Hi-Temp Wax Sampler waren schon nicht mehr verfügbar, so fühlte ich mich gezwungen, eine ganze Dose zu nehmen. Da ich damit wohl zig Tausend Felgen versiegeln könnte, schaue ich mal, ob ich es nicht zu einem Duell "Colli vs. FK Hi-Temp" kommen lasse, in weiter, weiter, weeeiiiter Zukunft. ;)

 

 

 

 

Da ich die Wachse vorerst nicht mit der bloßen Hand auftragen möchte, habe ich mich für 10 Stück der bekannt guten und sehr günstigen Lupus Auftragpads entschlossen. Da kann mir mal eins runterfallen, ein anderes kann ich zerschneiden und mit dem da drüben kann ich experimentieren und sie gehen mir so schnell nicht aus. Waren auch keine große Investition.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Auffrischung vom Wachs, als Trockenhilfe sowie als Bestandteil des Erste Hilfe Kits Typ "Vogelkacke" habe ich mir 2 Flaschen des Chemical Guys P40 Detailers with Carnauba (seit heute auch als "Schlumpf" bekannt :D ) gegönnt. Damals, als mir DiSchu in den Anfängen meiner Einlesearbeit erklärte, was ein Detailer ist, nannte er ihn und verkündete, er habe sich gerade wieder eine Gallone gegönnt. Na, wenn das "schlumpfen" so viel Spaß macht?!

 

 

 

 

 

 

 

 

Das hier ist der Surf City Garage Clearly Better Glasreiniger und ich bin einfach mal gespannt, inwiefern er sich von dem mir bekannten Sidolin unterscheidet. Daher habe ich mich bewusst für die kleinste Gebindegröße entschieden, um einfach mal rumzuprobieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommen wir zur Innenraumpflege! Ich werde es in Zukunft mit 2 Volllederausstattungen zu tun bekommen, die wohl noch nie so richtig gepflegt wurden, was sich nun aber ändern soll. Daher habe ich mir das von Usern schon erprobte Lexol-Set und eine Colourlock Lederbürste zugelegt, um das Leder mal so richtig zu reinigen und dann mit Lederpflege einzubalsamieren. Hoffen wir, dass es fruchtet!

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 2 der Innenraumpflege bedeutet natürlich, sich die eine Stoffausstattung vorzunehmen und etwas aufzufrischen und auch die Cockpits mal wieder "wie neu" aussehen zu lassen. Ich kenne auch kein so vielseitiges Mittel, welches da so oft empfohlen wird, wie das Surf City Garage Dash Away. Mich überraschen jetzt selbst die 2 großen (710ml) Flaschen, die ich mir da eingekauft habe. Am Anfang etwas viel, aber die erste könnte unter Umständen schon schneller verbraucht werden. Mal sehen...

 

 

 

 

 

 

 

Kommen wir nun zu den Accessoires. An dieser Stelle liebe Grüße an 8bex, denn er ist das einzige mir bekannte MT-Fahrzeugpflegeforum-Mitglied (bzw. der einzige aktive Schreiber darin), der die Cobra Gloves verwendet. Mal sehen, ob sie mir nützen, aber sie waren nicht zu teuer und falls es hart kommt, werde ich sie ins Esszimmer zu unserem Sonntagsbesteck verfrachten. :D

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Accessoire ist dann schon etwas ernster gemeint, wobei ich noch mal die besten Grüße an DiSchu loswerden will. Da ich in Zukunft vor habe, auch vor der Haustür zu waschen und die Gardenabrausen irgendwie immer irgendeinen Nachteil haben, will ich der Fire Hoze Nozzle mal eine Chance geben. Sie liegt schon mal sehr gut in der Hand, so dick und schwer, wie sie ist. Der erste Eindruck ist also durchweg positiv!

 

 

 

 

 

 

 

 

An Produkten war's das, nun also noch mal 2 Worte zu den Shops.

Denn was mich auch sehr freut, war die Auswahl an Proben, die ich bekam!

 

Links sind die von Lupus (bei denen ich auch ca. 70-80% meines Einkaufs erledigte, was die Menge erklären sollte), rechts die von autopflege24. Alles werde ich peu à peu mal ausprobieren, auch wenn ich ja eigentlich schon üppig mit Produkten eingedeckt bin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ich aber noch loswerden wollte?

Schaut euch mal dieses Bild an!

 

Das ist allein das Füllmaterial der 3 Kartons, die ich bekam, und da sind noch nicht mal die vielen Meter Noppenfolie dabei, in die autopflege24 jede Flasche einzeln sorgsam eingepackt hat!

Das hat mich vom Hocker gehauen! Auch die beiden Kartons links im Bild waren Leerkartons, die Lupus mitreinsteckte. Die Kunst, wie der Shop die Sachen perfekt geschachtelt und ineinander verstaut hat, ist wirklich fabelhaft. Nichts war gequetscht, aber alles so verstaut, dass man damit Achterbahn fahren könnte und nichts verrutschen würde.

 

 

 

 

So müsste ich doch eigentlich alles zusammen haben wenn...

...die MFTs nicht wären!

Tja, und da kommt mein kleines Problem. Sie wären zwar heute gekommen, allerdings war niemand da, der sie abholen könnte (der eine Tag Verzug im Vergleich zu den anderen beiden hat wahrscheinlich nur was mit dem Bezahlmodus zu tun, denn zu Zauberer des Glanzes musste ich normal überweisen, was naturgemäß länger dauert).

So heißt's dann: Freitags morgens los, sie mit der Benachrichtigung bei der Post abholen, ein paar Bilder für euch knipsen, die ich in einem Nachtrag in diesen Blog noch einfügen würde, dann waschen und im Trockner trocknen im Akkord und ab dafür.

Alles in allem sollte ich aber genug Zeit haben, damit das alles klappt.

 

 

Aber jetzt seid ihr wieder gefragt:

 

Wie findet ihr meine Liste?

Ich bin gespannt, aber bitte, bitte weist mich noch nicht ein... ;)

 

 

 

 

Ergänzung!!!

 

Ich werde leider vom hiesigen Blog-Editor gezwungen, es so zu gestalten, da sich in einer normalen Ergänzung keine Bilder einfügen lassen wollten. :mad:

 

Denn ich habe euch ja immerhin noch versprochen, meine später angekommenen MF-Tücher zu präsentieren.

Dies soll hiermit geschehen. :)

 

Erstmal gebührt aber auch dem Shop "Wizard of Gloss" ein großes Lob, denn die Abwicklung war auch dort sehr schnell und unkompliziert.

Die Preise sind auch recht attraktiv und die Produkte machen auf mich einen sehr ordentlichen Eindruck. Zudem sind alle Tücher einzeln in kleine Zip-Beutel verpackt, wodurch ich das kostbare Material nach jeder Wäsche sicher und unkompliziert wieder gut verstauen kann, was ich richtig klasse finde!

 

Bei den Bildern werdet ihr einen Wechsel der Örtlichkeit feststellen, bei dem Inhalt aber keine Änderungen an meiner Philosophie.

Wenn, dann richtig. Ich habe kräftig zugelangt.

 

Zunächst meine Trocknungstücher, die WoG Moby Dick. Zwei hatte ich bestellt, drei sind gekommen. :)

Bestellt habe ich ein Mal das große XL in 90cm x60cm und das kleinere M in 60cm x40cm. Ich will einfach mal ausprobieren, was für mich handlicher ist oder auch versuchen, wie viel Auto das kleinere Tuch packt. Einfach mal schauen, einfach mal rumprobieren, kein Stress. ;)

Das dritte Tuch kam scheinbar als Geschenk mit dem Aufkleber B-Ware, wobei ich noch nicht herausfinden konnte, weshalb es keine "Erste Wahl" ist (womöglich, weil der Rand an einer Stelle nicht so 100%ig sauber ausgeführt ist). Schwamm drüber, ich freue mich natürlich über das Extra-Tuch.

Erster Eindruck: Maaann, sind die flauuuschig! Dicke, weiche und schwere Tücher sind das, die kichern das Wasser nur so an (ja, ich habe sie fast schon durch das Bullauge der Waschmaschine lachen gehört) :D .

 

 

Hier seht ihr die WoG Furry Bee, von denen ich 3 Stück orderte (Größe: 60x40).

Ich habe sie als Vergleichsmaterial zu den später kommenden Blue Fox gewählt, war aber ob des geringeren Flächengewichts und der bereits auf Fotos sichtbar geringeren Dicke schon etwas skeptisch, ob ich sie schmerzlos an den Lack lassen würde.

Dennoch wollte ich mal ein paar Exemplare da haben, um diese Vorabmeinung entweder zu bestätigen, oder sie zu revidieren.

Der erste Anfasseindruck bestätigte jedoch mein Gefühl: Dick sind diese Tücher wirklich nicht...

Ein Einsatzgebiet haben sie dennoch schon gefunden. ;)

 

 

 

 

 

 

Ich präsentiere die WoG Quick Slick, von denen ich 5 Stück habe mitgehen lassen (Größe: 40x40).

Diese MFTs scheinen aufgrund der Abwesenheit eines Randes ziemlich beliebt zu sein und ich muss sagen, dass auch ich beim Auspacken ob der Schnörkellosigkeit und auch der Flauschigkeit ziemlich positiv überrascht war. Man bekommt einfach ein Stück türkis-farbenes Tuch in die Hand, sonst nichts. Diese Schlichtheit hat meine Sympathien. :)

 

 

 

 

 

 

 

 

Das hier sind 3 Stück der WoG Wizard of Glass (Größe 40x40).

Am Anfang denkt man sich: Wozu denn jetzt noch eigene Tücher für das Glas?!

Es sei gesagt, dass diese Glastücher eine Waffelstruktur haben, wie es auch sonst bei Glas-MFTs üblich ist. Der erste Eindruck von der Verarbeitung ist sehr gut und bei der Benutzung war ich ob der komplett neu entdeckten Einfachheit der Glasreinigung hellauf begeistert. Ja, ich habe mir danach sogar den Spaß erlaubt, mit meiner Mutter Fenster zu putzen und habe sie dann im wahrsten Sinne des Wortes "weggeputzt". :D (Na wenn ich mir damit mal keinen Bärendienst erwiesen habe).

Daher von mir eine klare (glasklare! ;) ) Empfehlung, wenn jemand die Scheibenreinigung neu entdecken will. :)

 

 

 

 

Hier kann man 3 WoG El Trapo (=der Lappen) sehen (Größe: 40x40).

Diese Tücher sind wirklich sehr sehr dünn und auch nicht als Tücher zur Verwendung auf dem Lack konzipiert. Dafür eignen sie sich umso besser für den Innenraum, was ich auch schon selbst erfahren konnte.

In Verbindung mit dem geradezu lächerlichen Preis würde ich bei einer Bestellung in dem Shop immer mal ein paar mit in den Warenkorb nehmen, denn das sind einfach Lappen, die hier und da durchaus eine gute Rolle spielen.

 

 

 

 

 

 

Und zum Abschluss hätten wir dann noch 10 WoG Blue Fox (Größe 40x40).

Dieses Modell sollte mein Allzweck-MFT werden, hauptsächlich für alle anfallenden Arbeiten und Schritte auf dem Lack.

Der erste Eindruck war sehr positiv, denn das Tuch ist ziemlich flauschig und weich. Der Rand ist sauber und unauffällig gearbeitet und allgemein ist das Tuch beinahe so auffällig unauffällig wie das Quick Slick.

Ich habe gleich mehrere davon bestellt, weil man halt nie zu wenig viele Mikrofasertücher haben kann und bin auch nicht enttäuscht, in die Richtung gut investiert zu haben.

 

 

 

 

 

Wie man unschwer erkennen kann, liegen die Tücher auf den Bildern auf der Waschmaschine, da sie vor der ersten Benutzung ein Mal gewaschen werden sollten (dazu liegt auch ein kleiner Beipackzettel vom Shop bei, der einige nützliche Infos beinhaltet).

 

Ich wusch nach Farben, was bedeutet, dass El Trapo, Quick Slick, Blue Fox und der MM Incredimitt in eine Waschladung kamen, die Moby Dick, Wizard of Glass und die Fix40 Handschuhe in eine andere und dann alles was gelb ist, in eine dritte Ladung.

 

So wie ich da am unteren Rand der Waschmaschine schönes blaues Wasser in der ersten Ladung sah und meine Tücher zumindest am Anfang etwas besser pflegen will, tat ich gut daran, so zu verfahren.

Die Tücher wurden alle bei 40°C mit ganz normalem Waschmittel gewaschen (entweder im Synthetik-Programm oder im Pflegeleicht-Programm) und bei 1400 Umdrehungen geschleudert.

Hinterher kamen sie noch in den Trockner (Pflegeleicht Schranktrocken+), was ihnen spürbar Flauschigkeit verleihen konnte.

Hat Dir der Artikel gefallen?

Blogempfehlung

Mein Blog hat am 04.02.2014 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Was zu beachten ist!

Damit alle Inhalte korrekt dargestellt werden können, empfehle ich am unteren Seitenrand "Größe L" auszuwählen.

Der, der dahinter steckt!

el lucero orgulloso el lucero orgulloso

Unaussprechlicher


 

Die, die kurz vorbei schauen!

  • anonym
  • Felyxorez
  • Luke-R56

Die, die lang vorbei schauen! (119)

Was gerade passiert(e)!