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Dorti's Bilderecke

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21.07.2013 21:30    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (28)

Am Samstag fand die 4. Youngtimer Classic statt. Leider war meine Zeit sehr begrenzt, deshalb nur ein paar Bilder von der Zielankunft. Start und Ziel dieser Rallye war die Klassikstadt Frankfurt, bei dieser Hitze war der Besucherandrang (zumindest bei der Ankunft) sehr überschaubar. Die Meisten hielten sich auf der Terrasse des Caffees im Schatten auf.

Ein wenig bedauer ich, dass ich nicht viel Zeit hatte. Ich bin trotzdem hin, weil es die erste Veranstalltung dieser Art war die ich besuchte. Ich werde es auf jeden Fall wiederholen und dann auch richtig Zeit einplanen. Da mir Erfahrungswerte fehlen gebe ich kein Kommentar zur Veranstalltung ab. Die Infos des Sprechers bei der Zielankunft schienen sehr interessant, nur hatte ich bei der einen oder anderen Anekdote meine Zweifel.

 

Gruß euer Dorti


18.07.2013 20:39    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (20)

Maserati Mexico (Tipo 112)

Ich kannte ihn nicht

Nun stand ich vor diesem Wagen und dacht mir – Das soll ein Maserati sein? Nun ja, ich schätze bei den Meisten wird vor dem geistigen Auge eine flache Sportmaschine erscheinen, wenn er Maserati hört.

Maserati baut und baute eben auch schöne Gran Turismo und der Mexico wird oft als der Prototyp der italienischen Luxusklasse Gran Turismo bezeichnet. Ich persönlich finde die Front seiner Zeit entsprechend und die Seitenlinie als sehr gelungen. Nur was haben sie sich bei dem Heck gedacht, dieses gefällt mir nicht.

Irgendwie wirkt es als seien dem Designer die Ideen ausgegangen. Maserati hat es zumindest geschafft eine elegant sportive Silhouette zu zeichnen und sich vom brachialen Sportgerät bewusst entfernt. Die italienische Designschmiede Vignale unter der Führung des Designers Giovanni Michelotti zeichnete verantwortlich für diesen Wagen. Obwohl der Prototyp der auf dem Turiner Salon 1965 unter der Bezeichnung „5 litri Coupè 2+2“ gezeigt wurde aus der Feder von Virginio Vario stammen soll. Dieser arbeitete auch für Carrozzeria Vignale.

Maserati lies ihn aber für das Serienmodell Mexico überarbeiten. In einer Quelle wird Bertone mit dem Prototypen in Verbindung gebracht. Hier bringt der Autor wohl eine gewisse Ähnlichkeit der Iso Rivolta bzw. Iso Grifo Modelle (von Bertone gezeichnet) ins Spiel.

 

Es gibt 2 oft genannte Geschichten wie der Mexico zu seinem Namen kam. Bei der ersten soll es an den Sieg von John Surtees beim Grand Prix von Mexico auf dem Autodromo Hermanos Rodriges von Mexico City erinnern. Dort fuhr er mit einem V12 Maseratimotor am 23.10. 1966 zum Sieg. Dagegen spricht in fast allen Quellen, dass der Mexico zwei Wochen vor dem Rennen vorgestellt wurde, dies geschah am 6 bis 16.10.1966 auf dem Pariser Salon.

 

Die zweite erzählt die Geschichte des Diaz Barroso der einen zu Schrott gefahrenen 5000 GTI Allemano Coupe ins Maseratiwerk brachte. Erstbesitzer soll der Expräsident von Mexico Adolfo Lopeez Mateos gewesen sein. Barroso verliebte sich in den Mexico Prototypen und kaufte ihn umgehend. Da er aber die eklatanten Einfuhrzölle sparen wollte, bat er darum den Wagen mit der Chassisnummer seines GT zu versehen. Warum und Wer dann beschloss den Wagen Mexico zu nennen ist nicht überliefert.

 

Nun zum Wagen selbst, dieser wurde ca. 480 mal gebaut. Die meisten Quellen nennen 480 Stück, einige 485 und eine nennt 480 + 2 mit anderem Motor. Diese sollen für spezielle Kunden, einmal mit dem 4,9 Liter aus dem Ghibli und einmal mit dem 4,0 Liter aus dem Mistral, ausgestattet worden sein.

Maserati hatte für die Serie zwei Motoren im Angebot. Anfangs startete man mit dem 4,7 Liter V8, der es mit seinen 4 Webervergasern auf satte 290 PS brachte. Der 1,5t Wagen schaffte damit 250 km/h. Ab 1969 gab es den 4,2 V8 mit 260 PS aus dem Quattroporte als Alternative. Ansonsten behielt er seine Luxusausstattung über die Jahre unverändert bei, dazu gehörten Ledersitze auf allen vier Positionen, elektrische Fensterheber, Klimaanlage und ein hölzerner Instrumententräger.

Aufpreispflichtig war ein Automatikgetriebe, Autoradio und Servolenkung. Äußerlich konnte man die beiden an den Felgen unterscheiden, Wagen mit großem Motor hatten die verchromten Speichenfelgen (Hersteller Borrani) und der „kleine“ musste sich mit Stahlfelgen begnügen. Auch in anderen Ausstattungspunkten kann man die Liebe zum Detail erkennen wie z.B. der Kippschalter. Mit einem konnte man zwischen zwei Tanks wechseln. Und die zwei Hupen sollte man auch erwähnen, eine für die Stadt und eine für Überlandfahrten.

Der Mexico war zudem der erste Maserati, der mit innenbelüfteten Scheibenbremsen an allen vier Rädern sowie einem Bremskraftverstärker anhielt.

1973 wurde die Produktion eingestellt, der Mexico konnte sich gegen seine Firmenbrüder nicht wirklich durchsetzen.

 

Maserati Mexiko 4200

 

Baujahr: 1966 - 1972

Stück: ca. 305

Hubraum: 4136 cm³

Zylinder: V8

Verdichtung: 8,5:1

Bohrung x Hub: 88 x 85 mm

max.Geschwindigkeit: 240 km/h

max.Leistung: 260 PS bei 5000 U/min

Leergewicht: 1650 kg

Radstand: 2640 mm

Spur (vorne/hinten): 1390 / 1360 mm

LxBxH: 4760x1730x1390 mm

Türen: 2

 

Coupe Maserati Mexiko 4700

 

Baujahr: 1966 - 1973

Stück: ca. 175

Hubraum: 4709 cm³

Zylinder: V8

Verdichtung: 8,5:1

Bohrung x Hub: 94 x 85 mm

max.Geschwindigkeit: 255 km/h

max.Leistung: 290 PS bei 5000 U/min

Leergewicht: 1650 kg

Radstand: 2640 mm

Spur (vorne/hinten): 1390 / 1360 mm

LxBxH: 4760x1730x1390 mm

Türen: 2

Bauart: Coupe

 

Geschichtliches und Triviales

 

Im Hause Maserati gab es 7 Brüder und alle bis auf 2 hatten Benzin im Blut, einer von Ihnen wurde Maler und entwarf wahrscheinlich das Firmenlogo. Leider verstarb einer nach der Geburt und der ihm folgende Sohn bekam dessen Namen Alferi.

Alferi war nun auch der Maserati, der aus den Schatten seiner Brüder tritt und 1914 Officine Alferi Maserati in Bologna gründet.

Zunächst arbeitet man für andere Hersteller, erst 1926 kam der erste vollständige Maserati (Tipo 26) zur Welt. Mit diesen und Nachfolgemodellen feierte man sportliche Erfolge und sicherte sich Kapital um Maserati weiter entwickeln zu können.

1932 verstirbt Alferi, seine Brüder leiten das Unternehmen weiter und stellen Tazio Nuvolani (1932) ein. Dieser bringt nochmals einen Schub in der technischen Entwicklung.

1936 steigt Gino Rovere als Mäzen ein und macht Nino Farina zum Präsidenten. Im Jahr 1937 verkaufen die Brüder ihre Anteile der Firma an die Familie Orsi, der Firmensitz wird nach Modena verlegt.

Trotz des Verkaufes arbeiteten und widmeten sich die Brüder bis 1948 weiterhin Maserati.

 

So hier mach ich erstmal Schluss, weitere Ausführungen heb ich mir für später auf.

Danke fürs Lesen und ich freu mich auf Kommentare und selbst gemachte Bilder zum Mexico.

 

Euer Dorti


11.07.2013 06:52    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (7)

Volvo PV 444/544

 

Es gibt wohl nicht viele Autos, die von der großen Masse geschätzt wird und kaum jemand ihn nicht gut findet. Der Volvo 544 und sein Vorgänger 444, allgemein als Buckelvolvo bekannt, gehören dazu.

Der Krieg ist noch nicht ganz beendet und Volvo wagt trotzdem eine Neuentwicklung. 1944 werden 3 Prototypen auf die Räder gestellt und im September vorgestellt. Noch während der Volvo Ausstellung wurden über 2000 Verträge abgeschlossen. Nun zur Zahlenkombination 444, 4 Sitze – 40 PS – 1944 bei den vielen 4 hätte man auch 4444 sagen können. Helmer Petterson war damals für die Entwicklung verantwortlich.

 

Neben dem günstigem Verbrauch des Vierzylinder Kurzhuber - Motors setzte Volvo mit einer Weltneuheit auch in punkto Sicherheit neue Maßstäbe. Der 444 bekam eine Windschutzscheibe aus Verbundglas. Die Ganzstahlkarosserie war mit ihrer Linienführung ganz klar auf den US Geschmack ausgerichtet. Streiks und Brennstoffknappheit verzögerte aber die Produktion. 1945 fuhr man quer durch Schweden mit dem einzigen fahrtauglichen Wagen, eine 30tkm Promotour. Am Ende des Jahres hatte man 3 Fahrzeuge.

 

Erst 1947 wurden nach 10 Versuchswagen ab Februar mit der Produktion begonnen und in dem Jahr wurden fast 2000 Stück gebaut.

Volvo plante Anfangs 8000 Einheiten und musste diese Marke ständig anheben, 1951 wurde die 25000er Marke geknackt. Anfangs gab es den Wagen nur in grau, ab 1952 auch in schwarz und 1953 kam weinrot dazu.

Volvo änderte jedes Jahr einiges und entwickelt weiter. Oft wurde auch viel an der Ausstattung gefeilt. Auf das Modell Duett (baut auf den PV auf) werde ich hier nicht weiter eingehen. Nur soviel, der Duett war der erste Kombi von Volvo auf der 444 Basis. In den Jahren zuvor verkaufte Volvo einige Fahrgestelle an Karosseriebauer. Nur musste der Rahmen geändert werden, weil die selbsttragende Karosserie Schwierigkeiten machte.

 

1951 wurde der Fahrtrichtungsanzeiger ein T-Mast auf dem Dach angebracht, dieser wurde 1953 wieder abgeschafft.

Zuvor gab es 1952 neben der schwarzen eine graue Lackierung. Dieser Wagen hatte Chromleisten an den Kotflügeln und Embleme an der Motorhaube die wie Schwalben aussahen.

1954 führte Volvo feste Reparaturpreise ein und war nicht nur hier Vorreiter, es folgte eine 5 Jahres Kasko Schadensgarantie.

1955 bekam der 444 sein großes „Face Lifting“. Die Frontscheibe wurde größer und die Rückleuchten wurden anstatt auf den Kotflügeln seitlich an der Karosserie angebracht. Die Heckscheibe wurde Einteilig. Um das Volumen des Kofferraums zu verbessern wurde das Reserverad stehend angebracht.

 

1958 kam nach rund 196 000 Stück der PV 544 und der sollte es sogar auf 244000 Stück bringen. Eigentlich erwartete man ja die Einstellung der Serie, denn Volvo hatte ja andere Modelle auf den Markt gebracht.

Volvo überarbeitete den 444 sehr erfolgreich und hinten konnten nun 3 Leute platz nehmen, daher die 5 vorn. Ansonsten bekam er eine gewölbte und ungeteilte Windschutzscheibe und die Heckscheibe war auch größer. Er bekam den Balkentacho vom P122, größere Rücklichter und die Handbremse kam auf den Kardantunnel. Beim Getriebe konnte man zwischen 3 oder 4 Gängen wählen. Die Modelle Standart und Spezial I hatten 3 Gänge und Spezial II und Sport 4.

 

1959 wurde der Einbau von Sicherheitsgurten bei Volvo serienmäßig und 1960 wurde der 50000. PV 444/544 in die USA verladen. In England wurde er nie verkauft, deshalb gibt es auch keine Rechtslenker.

1961 gab es den 544 als Favorit, Spezial und Sport und der haltbare B18 Motor, der mit Doppelvergaser (im Sport) 90 PS brachte, wurde eingeführt. Die E – Anlage wurde von 6 auf 12 Volt umgestellt.

1964 entfiel die Kühler-Jalousie und der Grill wurde geändert, außerdem wurde zur besseren Kühlung der Bremsen neue Felgen eingeführt.

 

Danke fürs Lesen, selbstgemacht Bilder und Kommentare sind immer gern gesehen!

Wer mehr wissen möchte kann sich die Baureihenbeschreibung in Kurzform antun und zu guter letzt noch Geschichtliches und Triviales

 

Euer Dorti

 

 

Typ 444 A – AS (PV 444 PV 444S) Bauzeit 09.1944 bis 09.1950 auch 47 Modell genannt

 

Das A Modell gab es nur in schwarz und mit 16 Zoll Felgen, das Volvozeichen auf dem Kofferraumdeckel diente als Nummernschildhalter. Die grün/gelbe Innenausstattung gab es nur in diesem Typ und der Tacho war in der Mitte des Armaturenbretts. Das AS Modell wurde auch in taubenblau angeboten, neben der roten Innenausstattung gab es zusätzlich Gummimatten.

Die ersten Modelle hatten mit dem Geräuschpegel und Vibrationen Probleme.

Typisch war auch die einteilige Stoßstange.

Volvo änderte einige Bauteile während der Produktionszeit, Übersetzung Hinterachse, Fangband Hinterachse, geteilte Kardanwelle, neues Getriebe H3, servicefreie Stoßdämpfer, Befestigung der Radkappen und Erhöhung der Leistung von 40 auf 44 PS.

 

Typ PV 444 B-BS-BQ-BSQ Bauzeit 09.1950 bis 06.1951

 

Die Q Modelle waren für den Export und das Televerk bestimmt. Die S Bezeichnung stand wieder für die zweite Farbe (taubengrau) und die Zierstäbe/Elemente.

 

Weitere Änderungen waren

Anlasser mit Zündschloss verbunden, Handbremse links vom Lenkrad, Blinkerhebel von unterhalb/mitte Armaturenbrett nach rechts ans Lenkrad und der Tacho ging von der Mitte direkt vor den Fahrer in runder Form mit Benzin und Temperaturanzeige. Das Armaturenbrett erhielt ein Handschuhfach und gelenkt wurde mit einem Dreispeichenlenkrad mit neuem Hupenring. Die neuen Sitze waren im Standartmodell blaugrau und hinten gab es einen Aschenbecher in der Armstütze. Die Gummimatten im Standart waren jetzt blau und in den S rot. Die Stoßstangen wurden Dreiteilig mit Bullhorns, die Erhöhung der Lampenringe gabs nicht mehr und ein Volvoemblem sowie die 444 zierten den Kofferraumdeckel. Blinker auf dem Dach, Wagenheberaufnahme unterm Auto, neue Felgen, Kühlerrollo vom Fahrersitz aus bedienbar und Motor mit Nebenstromölfilter und Getriebe H4 mit Kontrollöffnung im Kardantunnel. Handgas entfällt, neuer Türanschlag, Innenraumbeleuchtung mit Türkontakt und Nummernschildhalterung hinten an der Stoßstange.

 

PV 444 C-CS-CQ-CSQ Bauzeit 06.1951 bis 08.1952

 

Das „Gangster-Cap“ eine Sonnenschutte aus Bonoplex wurde das Sonderzübehör schlecht hin.

Die Farben gliedern sich wie vorher auch.

 

Änderungen

15 Zoll statt 16 Zoll Räder mit 5 Radschrauben statt 4 und diese mit gleichem Gewinde vorher je nach Seite Rechts bzw. Linksgewinde. Die Achsen, sowie Lenkung wurden überarbeitet , die Spur 1,5 cm breiter und eine hellere Innenraumbeleuchtung verbaut.

6 statt 4 Sicherung, Heizung als Option und Einstiegsleisten aus Gummi anstelle aus Edelstahl.

 

PV 444 D-DS-DQ-DSQ Bauzeit 08.1952 bis 05.1953

 

Hier verschwand der Dachblinker und ein schnell verblassendes (Celluloselack) rot als Farbe wurde angeboten.

Seitenblinker jetzt an der B-Säule, Lenkung verbessert, Panzerzündspule, Instrumente von VDO, grüne Blinkerpfeile und Thermostatisch geregelte Heizung.

 

PV 444 E-ES Bauzeit 05.1953 bis 12.1954

 

Der Wagen wurde 20% billiger und es gab die Farbe perlgrau als vierte Option und die Heizung wurde Standart.

Änderungen waren Blinkerkontrolllampen und Folgende während der Laufzeit, Cartervergaser bekam Handgas und wurde dann vom Zenithvergaser ersetzt, Lichtmaschine sowie Anlasser und Zündspule von Bosch (vorher AutoLite). Ab Frühjahr 54 neue Hinterachse.

 

PV 444 H-HS-HE Bauzeit 12.1954 bis 12.1955

 

Das Sparmodell (Export genannt) wurde aufgelegt, ohne Chromleisten und kein Zierringe an den Felgen, nur in grau und ohne Stoßstangenhörner. Die Sitze waren aus einem dünnen Drahtgestell mit dünnem Stoff in grau bezogen. Es gab keine Heizung und Armlehnen.

Die Sitze wurden Campingstühle genannt.

Alle Modell erhielten größere Rücklichter und ein Parklicht, das H gab es in schwarz, HS in schwarz, perlgrau, maroonrot, kaisergrün, mitternachtsblau und rot metallic

 

Änderungen zum Vormodell waren ungeteilte Heckscheibe, größere Fronscheibe, Gummimatten Kofferraum, graue im Innenraum, stehendes Reserverad, geändertes Instrumentenbrett und Rückspiegel. Rückleuchten an der Karosserie nicht auf den Kotflügeln, in der B-Säule integriertes Parklicht vorn weiß hinten rot, Defrosteranlage Heizung, neues Getriebe, Schraubenlenkung und die Stoßstange mit breiter Unterkante entfällt.

Synthetische Lacke werden im laufe des Jahres verwendet und Spezialfahrzeuge erhalten schlauchlose Reifen.

 

PV 444 K-KS-KE 12.1955 bis 01.1957

 

Chromrahmen am Grill wurde breiter und mit 5 Querstreben versehen, mit den letzten H Modellen kam schon ein neuer Motor mit 51 PS und unverkennbaren Sound. Dieser brachte eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Es gab fünf Farben für innen und außen, wobei es Innenausstattungen des Künstlers Sigvard Bernadotte gab.

Das K gab es in schwarz, KE (Export) schwarz und meergrün und KS in perlgrau, rot metallic, schwarz, rivierablau und mitternachtsblau. Californiaweiß mit gelb/schwarzer Innenausstattung gab es ein Sondermodell California.

Änderungen auch im laufe des Jahres - neuer Grill, neue Auspuffanlage, schlauchlose Reifen, neue Seitenblinker ohne Positionsleuchten, andere Zündkerzen, neues Getriebe und Hinterradaufhängung.

 

PV 444 L – LS 01.1957 bis 08.1958

 

Für die Polizei und USA gab es einen 85 PS Motor ansonsten 60 PS. Das L Modell gab es in schwarz und das LS in perlgrau, smaragdgrün, goldbeige, rubinrot, mitternachtsblau und rivierablau. Es gab wieder das weiße Sondermodell California.

 

Änderungen – Rücklichter mit integrierten Blinker und Bremslicht auf den Kotflügeln, für USA vorne Blinker mit Parklicht an den Kotflügelkanten, neuer Kühlergrill feinmaschig mit V Emblem (US Modell rundes Volvoemblem goldfarbig), V Emblem Kofferraumdeckel und Volvoschriftzug jetzt links unten nicht mittig, durchgehende Chromzierleisten, elektrische Scheibenwaschanlage (vorher Vakuum), Gummigelagertes Getriebe, Chromplatte statt V Emblem Motorhaube, Volvoschriftzug auf der Kühlermaske, neue Auspuffanlage, neue Türgriffe sowie Heckklappengriff, neue Gummimatten Kofferraum, hängendes Gaspedal, Nummernschildbeleuchtung in den Stoßstangenhörnern hinten und Tachoanzeige bis 160 km/h.

 

Typ 544 A Bauzeit 08.1958 bis 08.1960 99495 Stück

 

Das Dreiganggetriebe kam im Standart und Spezial I und das Viergang im Spezial II und Sport zum Einsatz. Der erste Gang beim Dreigang war nicht synchronisiert.

Ausstattungsmerkmale sind Chromleisten um Windschutz- und Heckscheibe, rostfreie Zierstäbe seitlich und auf den Kotflügeln und Zierringe aus Edelstahl an den Felgen. Der Sport hatte neben den B16B 85 PS Motor zusätzlich Sicherheitsgurte vorn (bei den Anderen aufpreispflichtig), Scheibenwaschanlage, Tageskilometerzähler, Lichthupe und Zweiton-Signalhorn.

Den Standart gab es in schwarz, für alle Anderen gab es zusätzlich die Farben goldbeige, mitternachtsblau und olivgrün. Den Sport gab es auch in kirschrot (rubinrot).

 

Unterschiede zum 444

Das V Emblem im Kühlergrill verschwand genau wie auf dem Kofferraumdeckel, der Kühler bekam das runde, goldene Volvoemblem. Die Lucas Rückleuchten (Mäusebrüstchen) wurden durch größere von Hella ersetzt. Diese hatten integrierte Reflektoren.

Einteilige Windschutzscheibe, größere Heckscheibe, neues gepolstertes Instrumentenbrett mit Bandtacho, Blinker mit Parklicht vorn auf den Kotflügelkanten, neues Lenkrad Narbe versenkt und Design-Hupenring, Anfangs einen zusätzlichen Sicherungskasten, neue Stoffe und Kunstlederbezüge, hinten Armstützen in der Karosserie, Waffelmuster-Dachhimmel, Handbremse auf Kardantunnel

Die Sportmodelle hatten Sportembleme auf Motorhaube, Kofferraumdeckel und Radioabdeckung. Spezialmodelle haben eine angedeutete Schwalbe an den Motorhaubenseiten ansonsten waren 544 Embleme an diesen Stellen.

Während der Produktion geändert wurden auch ein paar Dinge: Automatische Haubensperre, Bremsen mit Duo-Servo (selbstverstärkend), Abgassystem neu mit 2 Schalldämpfern, andere Kontrolllampen im Tacho und der Zigarettenanzünder rechts statt links neben dem Aschenbecher.

 

Typ 544 B Bauzeit 08.1960 bis 08.1961 34600 Stück

 

Farbe Standartmodelle schwarz, Spezial I schwarz, mitternachtsblau und pastellgrau,

Spezial II schiefergrau, olivgrün und pastellgrau, Sport das rot und olivgrün

Änderungen zum A: blendfreier Innenraum Rückspiegel, Sitze vorn breiter mit Wölbung Zwecks besserem Seitenhalt, neues Drei- und Vierganggetriebe beide vollsynchronisiert, Lichthupe in allen Modellen, nur in diesem Jahr eine automatische Kupplung (Saxomat)

Im laufe des Jahres wurde der Schalter für den Frischluftventilator geändert.

 

Typ 544 C gebaut von 08.1961 bis 08.1962 37900 Stück

 

Das Favoritmodell (Standart) gab es in schwarz und pastellgrau, das Spezial (Spezial I eingestellt) in rehbraun und nebelgrün, der Sport hatte zu den Spezial-Farben noch schieferblau, kirschrot und weiß

 

Der Motor Typ B18 ersetzt den B16, als Typ B18 A mit 75 PS und als 18 D mit 90 PS

5-fach gelagerte Kurbelwelle (vorher 3-fach), größerer Kühler

neue Lenkung mit besserer Übersetzung, Vorderachse verstärkt, 12 statt 6 Volt, Batterie 60 Ah, einen 1 PS Anlasser, alle Modelle mit Zierleisten an den Seiten und Kotflügeln, Lichthupe ohne Blinkerfunktion, Kühlergrill weitmaschig, Motorhaubenbefestigung mit Federhalterung, Ersetzung des goldenen Volvoemblem durch ein B 18 Emblem das auch unten recht auf dem Kofferraumdeckel kam, alle 544 und Volvo – Embleme in kursiv, neue Fensterheber und Türöffner, Dachhimmel aus Plastik ohne Perforation im Sport, Bandtachoanzeige von 20 – 180 km/h

Der Favorit wurde auch mit der Hinterachsübersetzung 4,10:1 lieferbar

 

Typ 544 D Bauzeit vom 08.1962 bis 08.1963 27100 Stück

 

Farben Favorit schwarz, perlweiß, graphitgrau, Spezial rehbraun, graphitgrau, nebelgrün, schieferblau, perlweiß, der Sport hatte zu den Spezial noch sein kirschrot

Änderungen: Amazon-Radkappen mit rotem Kreis und großem V, Hohlräume mit Hohlraumschutz, Benzinpumpe ohne Glaskuppel und teilweise neue Armstützen (Innenausstattung 40-197 haben die Alten)

 

Typ 544 E Bauzeit 08.1963 bis 08.1964 24200 Stück

 

Farben Favorit schwarz, graphitgrau, perlweiß, Spezial graphitgrau, goldbeige, blaugrün, Sport graphitgrau, perlweiß, goldbeige, blaugrün und kirschrot

Neuer perforierter Dachhimmel, neue Ventildeckel mit Öleinfüllstutzen vorn statt mittig, neue Reifen mit breiter oder schmaler Weißwand und im laufe des Jahres radioentstörte Zündung und ein Rohr zwischen Vergaser und Benzinpumpe. Größere grüne statt weiße Tachokontrolllampen

Typ 544 F Bauzeit 08.1964 bis 08.1965 17300 Stück

Farben Favorit graphitgrau, Spezial graphitgrau, hellblau, dunkelblau, perlweiß, Sport die Spezial-Farben und kirschrot

Änderungen: keine Weißwandreifen mehr, neues schwarzes 544 Emblem und keine B 18 Embleme mehr, silberne- oval- gelochte Stahlräder mit Kappen aus rostfreiem Stahl und schwarzen V, keine Chromstahlzierringe, schwarzes V im Kühlergrill, keine Kühlerjalousie mehr und der Favorit bekam auch das Zweiton-Signalhorn

 

Typ 544 G Bauzeit 08. 1965 bis 10. 1965 3401 Stück

 

Bei den Farben keine Änderung, 25 weiße wurden an Mitarbeiter verlost und der letzte ein Sport wurde in schwarz ausgeliefert

Der Motor bekam eine höhere Verdichtung und somit 95 PS.

In allen Modellen kam der B 16 Motor 198182 mal zum Einsatz (inklusive der 444er) und der B 18 Motor 109901 mal. Für Übersee wurden auch einige mit Lenkradschaltung ausgestattet, eine richtige Automatik gab es nie.

 

Geschichtliches und Triviales

 

1959 kauf des Geländes (4 000000 m²) für die Fabrik Torslanda im Göteborger Stadtteil Hisingen.

1960 Volvo produziert über 80 000 Fahrzeuge

1963 Volvo beschäftigt 20 000 Menschen und der Umsatz betrug 2 Milliarden Kronen.

In den USA lag man auf Platz 4 der Importeure und das war Volvos wichtigster Markt.

1964 Torslanda wird eingeweiht


08.07.2013 07:36    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (6)

Diesen Wagen gab es mit 2 Motorenvarianten bzw. mit zwei Vergasertypen. Ob der Name Fairlady wirklich auf dem Musical beruht konnte ich nicht klären, zumindest wurde er so auf dem japanischen Markt angeboten.

 

Der Datsun 2000 ist auch als 2000 Sports oder Datsun Sport zu finden und sollte auf dem amerikanischen Markt, durch sportliche Erfolge, den Markenname stärken. Der neue U-20 Motor von Nissan (Datsun gehörte zur Nissangruppe) SR311 und SRL311 leisteten 135 PS bzw. 150. Allein durch den optional erhältlichen Solex Doppelvergaser und einer optimierten Nockenwelle wurde die Leistungssteigerung erreicht.

Der schwächere Motor hat nichts mit dem Motor aus dem Personal Six zu tun, leider wird in einigen Quellen etwas zusammen geführt was nicht zusammen gehört.

 

Der Datsun Fairlady wurde in seiner ? und letzten Generation von 1967 bis 1970 verkauft. Wie schon angesprochen sollte er den Markenname stärken, besonders in den USA.

Die Wünsche von Nissan gingen auf, der 2000 überzeugte in den verschiedensten Rennversionen (mit beiden Motorvarianten) und auf Grund seines geringen Preises wurde er sehr beliebt bei den Rennteams. Für einen Wagen dieser Zeit überraschte er auch mit einem Fünfganggetriebe.

 

Von den letzten drei Baureihen sollen etwas über 38 000 Stück verkauft worden sein, an Hand der gefundenen Motorkennnummern müsste die Zahl höher sein. Eine genaue Zahl für den 2000 habe ich nicht gefunden. Das Fragezeichen oben ist damit begründet, dass in den verschiedenen Publikationen immer wieder ab einer anderen Baureihe gezählt wird.

Ich habe zumindest 4 Reihen gefunden die den Beinamen Fairlady hatten und bis zu 6 werden gezählt.

An Hand der Motor-Nummern müsste der 1500er 11125mal verkauft worden sein, der 1600er 31150mal und der 2000er 14450mal. Sollte jemand eine genaue Quelle haben würde ich mich freuen.

Die im ersten Jahr produzierten Datsun 2000 sind die am meisten gesuchten. Die etwa 2000 Stück haben einen Solex Vergaser Kit, der nicht den ein Jahr späteren Abgasnormen entsprechen mussten. Diese waren bestens zum tunen geeignet und die Nachfolger hatten einen kleinen Leistungsverlust.

Neben der Emissionsschutz – Maßnahmen bekam 1968 der 2000er eine andere Windschutzscheibe (größer) mit integriertem Rückspiegel und ein gepolstertes Armaturenbrett. Die Kippschalter wurden ersetzt und die Türgriffe höher angelegt.

Der auf den Bildern ist von 1969 mit 133 PS und war ursprünglich in den USA. Nur wenige europäische Länder haben den Datsun importiert, die Meisten gingen wohl in die Schweiz.

 

Geschichtliches und Triviales

 

In den 70ern ist die Entwicklung von Nissan stark vom technischen Fortschritt geprägt. Auf dem Fuji Speedway bricht bereits der 1967 vorgestellte Datsun R 380 sieben Geschwindigkeits-Weltrekorde.

 

1969 feiert man den fünfmillionsten Nissan/Datsun und den einmillionsten Exportwagen. 1969 war das Geburtsjahr des Sportwagens Datsun 240Z, der in zwanzig Jahren von 1969 bis 1989 zum meist gebauten Sportwagen der Welt wird. Mit seinem 2,4-Liter-Reihensechszylinder leistet der 240 Z 150 PS und bietet so die Leistung eines Porsches zum halben Preis.

 

Ich hoffe der Wagen und Blog hat euch gefallen, ich freu mich über Kommentare und selbst gemachte Bilder.

Sollte jemand bessere Daten haben nur her damit, ich habe Tage gesucht und war sehr enttäuscht was man so findet. Der Wagen ist wohl nicht so verbreitet in Deutschland und hat nicht die Fans die über Ihn schreiben und berichten.

 

Danke fürs lesen

Euer Dorti

 

PS selbst gemachte Bilder und Kommentare sind wie immer gern gesehen.


02.07.2013 22:43    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (12)

13. Klassikertreffen Opelvillen / Verna –Park Rüsselsheim 2013

 

 

Am Sonntag war ich bei diesem Treffen, ein Arbeitskollege hat mir diese Veranstaltung empfohlen.

Da ich leider wegen technischer Probleme erst um 11.00 Uhr vor Ort war, stellte sich die Parkplatzsuche als etwas schwierig heraus. Zu meinem Glück wurde gerader einer frei, bevor ich weiter außerhalb auf Suche gehen musste.

 

Vom Parkplatz ging es über einem Weg am Main entlang zum Park und dort standen schon etliche Klassiker auf einer großen Wiese und es kamen immer mehr dazu.

Wir entschlossen uns mit dem im Park stehenden Fahrzeugen anzufangen und auf Grund der Wärme keine schlechte Idee. Wie sollte es auch anders sein in dieser Stadt, Opel ohne Zweifel am häufigsten zu sehen. Da es aber ein offenes Treffen war gab es für jeden etwas zu sehen. Wie sollte es auch anders sein, für mich war die Zeit viel zu knapp. Ich schätze etwa nur 75 % der Fahrzeuge im Park gesehen zu haben und auf der Wiese nur die paar Wenigen auf den Weg dorthin.

 

Der Eintritt ist frei und die Wagen stehen in loser Folge auf dem Gelände verteilt. Beginnen sollte es um 10.00 Uhr und enden um 16.00 Uhr.

Eine sehr nette Sache, wenn dass Wetter mitspielt. Einige haben sogar an ihren Fahrzeugen ein Datenblatt angebracht, macht es Leuten wie mir später leichter beim Bilder sortieren.

Auf jeden Fall habe ich Bilder von Fahrzeugen die ich noch nicht veröffentlichten Artikeln zuführen werde und auch Material für ganz neue.

Oben habe ich mal eine kleine Auswahl für diesen Blog getroffen.

 

Bis dann euer Dorti

 


01.07.2013 00:02    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (30)

Mercedes Benz 300 SL – Flügeltüren und Exklusivität pur

 

 

Da war ich nun, ich wollte ein paar schöne Aufnahmen machen von irgendwelchen Oldis. Ich verband an diesem Tag das Schöne mit dem Nützlichen, auf einer Dienstfahrt reiste ich frühzeitig an um noch etwa drei Stunden Zeit für das Meilenwerk Böblingen bei Stuttgart zu haben.

Ich hatte nicht mit diesem Traum vieler Oldifans gerechnet und nun gleich zwei. Und da gerade einige Fahrzeuge von einer Messe zurück kamen konnte ich ohne Absperrbänder Bilder machen. Die sehr freundlichen Herren vor Ort, die gern Auskunft gaben und auch den einen oder anderen Wunsch nachkamen, rundeten die Sache ab.

 

Nun aber zu dem Wagen, den ich bisher nur von Bildern kannte. Der 300 SL Seriensportwagen wurde 1954 in New York vorgestellt und brachte Publikum und Fachpresse zum staunen. Die Flügeltüren an diesem Wagen mit Gitterrohrrahmen beeindrucken die Besucher. In einem Bericht habe ich gelesen, dass Ferrari an einem ähnlichen Türsystem gearbeitet hat, Mercedes aber die ersten waren die es vorstellten.

 

Um jetzt einen Aufschrei zu vermeiden, klar hatte der Seriensportwagen seine Vorgänger, ja und auch da gab es die „Flügeltüren“. Als Einstieg ein Paar kleine Anmerkungen dazu.

Mitte 1951 beschloss die Chefetage einen neuen Sportwagen zu bauen, die Basis sollte der 300 bzw. 300 S sein.

Im Herbst stand dann der von Rudolf Uhlenhaupt (Leiter der Entwicklungsabteilung) und Joseph Müller (Konstruktionsleiter) konstruierte Wagen (W 194) auf dem Nürburgring um seine Probefahrten zu machen. Und hier wurde auch die Bezeichnung SL eingeführt, SL steht für Sport Leicht. Dieser Wagen erhielt den 3 Litermotor der Serie (modifiziert) geneigt eingebaut. 1952 baute man sogar für ein Rennen auf dem Ring einen Kompressor ein, nur der Wagen konnte die Leistung nicht auf die Fahrbahn bringen.

Auch dieser Wagen hatte den Gitterrohrrahmen und das war auch der Grund zur Entwicklung der Flügeltüren. Da man den Rahmen ja nicht einfach unterbrechen konnte um klassische Türen einzubauen, musste man sich diese geniale Lösung einfallen lassen.

Wobei hier gesagt werden muss, die ersten Modelle hatten erst eine Klappe, diese wurde selbst für die Rennabnahme vergrößert. Von diesem Wagen wurden 10 Stück gebaut, diese sind fast alle noch erhalten und werden auch noch bei Veranstaltungen gezeigt und gefahren.

Wegen der Idee des Serienmodells und des 190er SL beschloss man 1953 nicht an Rennen teilzunehmen.

 

Auch hier werden Fans gleich wieder nervös und wollen bestimmt auf ein weiteres Modell (11er) hinweisen und zwar auf den liebevoll genannten Hobel. Uhlenhaupt entwickelte trotz des Rückzugs aus dem Sport den Wagen weiter. In diesem Wagen kam ein Fahrwerk zum Einsatz, dass es wegen der Kosten nicht in das Serienmodell schaffte. Da Mercedes mit dem W196 im Formelsport aktiv war, blieb der 11er ein Einzelstück und wird leider nur selten gezeigt. Mercedes selber nennt den 11er als Prototypen des Serienmodells, ob dass so stimmt wird oft angezweifelt.

 

Hier werde ich mich nun auf den Wagen konzentrieren, der wohl letztendlich die SL Historie bei Benz begründete und deren Flügeltüren ihn so legendär machten.

Die Einflussnahme des US Generalimporteurs Maximilian E. Hoffmann hatte ich schon im meinem Blog über den Roadster berichtet, deshalb versuche ich mich auf das wesentliche zu beschränken.

 

Vom W 194 (11) hat der W198 die markante, niedrige, lange Motorhaube mit den Powerdomen übernommen. Daimler spricht auf ihrer Seite witzigerweise die Spritzschutzleisten (Lanzetten) an, nur auf den Bildern der Vorgänger sehe ich die nicht.

Ob der in New York gezeigte welche hatte ist auch oft gegenteilig dargestellt, in einigen Berichten werden Bilder gezeigt und auf diesen sind sie zumindest erkennbar. Für das Seriendesign zeichnen Karl Wilfert und Paul Bracq verantwortlich.

Unter der Haube sieht die Sache ähnlich aus, auch hier arbeitet das Aggregat aus dem 194er. Obwohl auch hier immer gesagt werden muss, die Weiterentwicklung ging stetig voran.

Der Motor soll eine errechnete Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h haben. Mercedes selbst schaffte auf Probefahrten 1954 einen Durchschnitt von 247,5 km/h und auf einer Teilstrecke 252 km/h Spitzengeschwindigkeit.

 

Das Serienmodell erhielt zum New York Modell noch weitere Änderungen, die Türverschlüsse wurden geändert, er bekam ein PKW Zweispeichenlenkrad und ab Wagen Nr. 41 einen kürzeren Schalthebel. Ab Wagen 152 wurde der Rahmen, Lenksäule und Umlenkhebel geändert weil Daimler die ZF Lenkung durch eine eigene ersetzte.

Bei einem Einstiegspreis von 29.000 DM für den 300 SL und 16. 000 DM für den 190er spielte man gleich in der Oberliga mit. Ein 200er (W180) kostete damals 12.500DM.

Das Coupe wurde ca. 1400 mal von 1954 bis 1957 gebaut, davon waren ca. 30 mit einer Aluminiumkarosserie ausgestattet. Witziger Weise sprich Daimler von 30, alle anderen mir bekannten Quellen von 28 oder 29.

Am 300er SL machte man auch die ersten Erfahrungen mit GFK (Glasfaser), denn eine Karosserie wurde aus diesem Material gefertigt. Wegen der mangelhaften Spaltmaße wurde das nicht weiter verfolgt und nicht verkauft.

 

Viele Besitzer waren angespornt vom Renn SL und nutzen das Serienmodell um an Veranstaltungen teil zu nehmen. Dieser Umstand und das Fahrverhalten der Zweigelenkpendelhinterachse sorgten für die rasche Überarbeitung. Da die USA der Hauptabsatzmarkt waren und da vor allem der heiße Süden, erschien 1957 der Roadster.

Der Roadster bekam nun die Eingelenkpendelhinterachse des Hobels und der Rohrrahmen wurde überarbeitet, da man ja keine Flügeltüren brauchte bzw. anbringen konnte.

Die Front wurde auch leicht geändert, für bessere Sicht sorgten Doppelscheinwerfer mit integriertem Blinker in einem Lampengehäuse. Zum Schutz vor schlechtem Wetter gab es ein Verdeck und/oder Hardtop. Mehr zum Roadster in meinem Blog vom 21.02.2013

 

Hier sage ich mal danke fürs Lesen, nach den technischen Daten kommen noch ein paar Anmerkungen. Ich hoffe es hat gefallen und wie immer freu ich mich über Kommentare und selbstgemachte Bilder.

 

Euer Dorti

 

Nun zu den technischen Feinheiten, hier werde ich wohl auch die Vorgänger mit einbeziehen.

 

MOTOR (M 194) Typ W 194

6 Zylinder-Reihenmotor, Trockensumpfschmierung, ohc, hängende Ventile, siebenfach gelagerte Kurbelwelle; Motor 50 Grad geneigt eingebaut

Bohrung: 85 mm

Hub: 88 mm

Hubraum: 2995 ccm

Verdichtung: 1 : 8,2

Vergaser: Solex

Leistung: ca. 170 PS/5200 U/min

Verbrauch: ca. 29 l/100 km

Höchstgeschwindigkeit: ca. 215 km/h

 

FAHRWERK, CHASSIS, KAROSSERIE

Vorderachse mit Trapezlenkern und Schraubenfedern

Hinterachse: Zweigelenk-Pendelachse

Spurweite vorn 1345 mm, hinten 1445 mm,

Radstand 2200 mm

Heckantrieb, Vierganggetriebe

Trommelbremsen

selbsttragendes Rohrrahmenchassis (nur auf Zug und Druck beansprucht)

cW-Wert 0,25

Maße: L 4212, B 1780, H 1270 mm

Gewicht: Coupé ca. 1100 kg bzw. Spider 1000 kg (fahrfertig)

 

RENNMODIFIKATIONEN

Versuche mit "Luftbremse" (Le Mans)

vergrößerte Türausschnitte (ab Le Mans)

Versuche mit Motor M 197: Roots-Kompressor, ca. 230 PS, ca. 230 km/h

 

MOTOR (M 198/11)

Benzineinspritzung, Leistung ca. 215 PS bei 5960 U/min

FAHRWERK, CHASSIS, KAROSSERIE

Änderungen gegenüber W 194: Spurweite vorn 1300 mm, hinten 1345 mm; Radstand 2300 mm; Gewicht ca. 1035 kg (fahrfertig); Eingelenk-Hinterachse und Transaxle-Bauweise;

Gewichtsersparnis durch Verwendung von Elektron (Karosserie) und Duraluminium (Getriebegehäuse)

 

MOTOR (M 198 I)

Technische Daten wie M 194 bzw. M 198/11 außer:

Verdichtung 1 : 8,55 (auf Sonderwunsch für USA 1 : 9,5)

Leistung 200 PS bei 5600 Umin; bei Sportnockenwelle (Sonderausstattung) 215 PS bei 5800 U/min; Sportnockenwelle und Verdichtung 1 : 9,5 = 225 PS bei 5900 U/min

Höchstgeschwindigkeit ca. 235 km/h (bei serienmäßiger Hinterachsübersetzung von 1:3,64); max. 260 km/h bei max. Übersetzung von 1:3,25

Verbrauch 12,5 l/100 km (DIN); Überlandfahrt 12 - 19 l/100 km

 

CHASSIS, FAHRWERK

Getriebe DB 4-Gang zwangsvollsynchronisiert

hinten Zweigelenk-Pendelachse

Felgen 5 K x 15-B, Reifen 6,50 (6,70) - 15

Gewicht ca. 1295 kg

hydraulische Innenbacken-(Trommel)Bremsen

Spurweite vorn 1385 mm, hinten 1435 mm,

Radstand 2400 mm

Maße: L 4520 mm, B 1790 mm, Höhe 1300 mm

 

SERIEN-MODIFIKATIONEN (Auswahl)

1954: Kaltstartthermostat eingebaut

neue Kupplungskonstruktion

gerader Schalthebel

Einlaßventile verbessert

ZF-Lenkung durch DB-Lenkung ersetzt

1955: neuer Motorhaubenverschluß

runderes Profil der Stoßstangenhörner

Aufpuffdurchmesser von 60 auf 66 mm erhöht

Querstücke der Bugverzierung modifiziert

Mechanische Zeituhr durch elektrische ersetzt

Neue Pedalanlage mit stehendem Gaspedal

1956: 3. Ausführung der Armaturenbrettzierleiste

Belüftungslöcher in Bremsankerplatten

Doppelkontaktverteiler für Sportnockenwellen-Motoren

 

Geschichtliches, Zusatzinfos und Triviales

 

Das GFK Modell Model ist auch im Besitz der Mercedes Benz AG

 

Es gab noch eine Sondervariante, den SLR oder SLS auf Roadster Basis. Paul O’Shea feierte werkseitig unterstützt 1957 in der US-Sportwagenmeisterschaft einige Erfolge. Der Verbleib dieser beiden Wagen ist nicht bekannt. Der Renner war nur 1040 kg leicht und brachte eine Leistung von 225 bzw. 235 PS. Die Technik unter dem Blechkleid entsprach auch nicht der Serie.

 

Der Porter SLS Speziale, aus einem verunglückten Flügeltürer vom Chuck Porter 1956 gebaut.

Dieser Wagen wurde 1999 von einem Deutschen in San Francisco wieder entdeckt und restauriert. Wer mehr wissen möchte kann hier mehr erfahren www.mercedes300sls-porter.de

 

Da der SL im Gegensatz zu seinen Konkurrenten häufiger verkauft wurde und nur sehr wenige Exemplare in die Schrottpresse gelangten ist sein Preis „relativ“ gering.

Dennoch gab/gibt es Nachbauten, der deutsche Zoll hat auch schon Plagiate beschlagnahmt und der Vernichtung zugeführt.

 

Natürlich wurde der 300er auch ein Filmstar unter anderem im Film – Fahrstuhl zum Schafott, im Krimi mit Diana Rigg – Das Diadem und in der Schwarzwaldklinik um nur einige wenige zu nennen. Im Kinofilm- Drei Engel für Charlie- im Jahr 2000 war er wieder auf der Leinwand

Also er wurde nicht nur von Filmstars gefahren, er ist selber einer.

 

ca. 80 % der Coupes und 70% der Roadster gingen in die USA

 

Von 29 Aluflügeltürer ist der Aufenthaltsort bekannt und es lässt darauf schließen, dass es nur 29 gibt. Diese und die GFK Karosserie macht 30 und so gibt es für mich Sinn bei den verschiedenen Angaben.

 

Sportliche Erfolge W 194

 

Beim ersten Renneinsatz bei der Mille Miglia belegte man den zweiten Platz. Eine Flügelmutter an der Hinterachse vermasselte den Sieg. 8 Min dauerte die Reparatur mit einem Schweißbrenner.

Dreifachsieg beim Preis von Bern

Doppelsieg 24 Stunden Le Mans

Vierfachsieg Große Jubiläumspreis von Nürnberg

Doppelsieg Carrera Panamericana

Ein Straßenrennen über 3100 km quer durch Mexico Sieg durch Karl Kling und Hans Klenk

Siege bei Liège-Rome-Liège und der Alpine Rallye

 

Weitere erfolgreiche Fahrer waren Stirling Moss, Prinz Metternich, Shock und Moll, Gendebien


DANKE

Mein Blog hat am 02.04.2013 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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Die von mir erstellten Texte haben nicht den Anspruch komplett oder völlig fehlerfrei bei den Angaben zu sein.

Gruß Euer Dorti