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Fri Jul 25 18:06:00 CEST 2014    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: Ford, Modell T, Model T, Oldtimer, Tin Lizzie

Da MT-Blogleser bekanntlich auf Fotos stehen, und immer wieder welche von eingefordert werden, kann ich heute durch eine glückliche Wendung des Schicksals vermelden, dass es einen Foto-Blogeintrag gibt... 😁

Jedoch hab ich mir nicht die Mühe gemacht, meine Jules zu waschen und mal mit ordentlichen Fotos in Szene zu setzen. Es kam viel besser...

Ich war gerade am Weg von Graz nach Hause (dort wo ich noch bekocht werde^^), als ich einen Anruf meiner Mutter bekam, ich solle mich darauf einstellen, dass unsere Einfahrt wieder mal verparkt ist... Freitags und samstags kein seltenes Bild, weil diese direkt zwischen den Parkplätzen unseres Supermarkts liegt und bei Platznot schnell mal die freie Lücke dort genutzt wird.

Normalerweise rauben mir da nur Allerweltsautos den Nerv, wenn ich wochenends heimfahre, dieses Mal war allerdings etwas Besonderes... daher konnte ich es gelassener als üblich sehen... 😉

Es war ein Ford Model T, Baujahr 1910, also ein 104 Jahre alter Oldtimer... durch Zufall war gerade ein Sammler im Ort und - wie man unschwer erkennen kann - ist das Auto (und somit auch der Fahrer) Regenschauern gegenüber nicht gerade aufgeschlossen - oder eben doch 😁

Bis ich dann zuhause war, hat er das Gefährt netterweise schon in meine Garage umgeparkt, damit ich nicht mit unseren Kunden um Parkplätze streiten kann. Leider hat der Besitzer nicht dran gedacht, die "Tin Lizzie" rückwärts unterzustellen, damit man ordentliche Fotos machen kann.

Leider hatte ich auf die Schnelle nur mein Smartphone bei der Hand, wodurch es nur die folgenden Fotos gibt, die Lichtverhältnisse sind auch nicht optimal, aber man sollte erkennen, dass es sich hier um die bekannte "Blechliese" der industriellen Revolution handelt. Wobei es hier gar kein Model T vom Fließband gehandelt war, da dieses erst ab 1914 so gefertigt wurde - dafür auch zur Abwechslung nicht im obligatorischen Schwarz. Allerdings hat dieses Exemplar schon die eine oder andere Lackierung hinter sich - was bei einem 104 Jahre alten Fahrzeug aber durchaus verständlich ist... 😉

Der Restaurierungszustand war wohl nicht als perfekt zu bezeichnen, z.B. die Arretierung der Motorhaube hatte einige Gebrauchsspuren, aber dafür ist der Wagen zugelassen und wird tatsächlich gefahren. So hat das Model T sich im Anschluss auch noch auf eine ca. 30 km lange Reise zurück in seine Sammlergarage gemacht.

🙄

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Später hab ich noch 2-3 gute Fotos mit meiner Digicam machen können, aber die bleiben wegen der fehlenden Anonymisierung dem Internet verborgen... 😉

Ich kann nur sagen: genießt es, ein selteneres Fahrzeug werdet ihr in meinem Blog wahrscheinlich in der Form kaum mehr zu Gesicht bekommen.

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Thu Jul 10 22:46:13 CEST 2014    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (13)    |   Stichworte: 3 (940), Alfa Romeo, Giulietta

Mit etwas Verspätung gibt es nun endlich wieder mal ein Update zu meiner Lady in Red - wie ich bei einem Blick aufs Datum vernommen habe, war es letzte Woche tatsächlich soweit und ich bin nun seit einem Jahr stolzer Besitzer eines Alfa Romeo.

Dem nicht genug, wie ich bei einem Blick auf meinen Blog festgestellt habe, ist dieser mittlerweile auch mit einer Blogempfehlung geadelt worden - was auch immer das heißt, wahrscheinlich nur, dass es ihn über 4 Jahre gibt oder dass er 30 Artikel überschritten hat... 😉

Wie auch immer, nach dem ersten Jahr ist es nun Zeit für eine kleine Bilanz. Zum Fahrzeug an sich ist eigentlich in den vorigen Berichten schon alles gesagt, daher beschränke ich mich heute auf ein Erfahrungen aus dem Alltag, gewürzt mit ein paar Zahlen - ich werde mich bemühen, nicht sooooo ausschweifend zu werden wie in manch anderem Erfahrungsbericht.

Nun, zuerst mal zu den Facts - seit der Neuanschaffung Anfang Juli 2013 bin ich ziemlich genau 13.000 km gefahren - ironischerweise ca. 1 Monat vorher in die Stadt (und meinen Arbeitsort) gezogen, wodurch sich nach dem Wechsel von Benziner auf Diesel meine Jahresfahrleistung mehr als halbiert hat. Mit dem BMW waren es zu Spitzenzeiten gut 30.000 km/Jahr. Man kann also sagen, aus wirtschaftlichen Gründen hat sich der Umstieg eher nicht gelohnt.

Dabei hab ich den Wagen 19x vollgetankt und knapp 700 Liter Diesel verfahren. Mein Fahrprofil ist zufälligerweise ein Drittelmix aus Stadt/Land/Autobahn, die täglichen Stop&Go-Etappen am Weg zur Arbeit drücken den Verbrauch aber trotz Start-Stoppsystem auf 5,8 l/100km, also gut 30% über der Herstellerangabe. Ich finde, das liegt aber immer noch im Rahmen, aber selbst mit 30 tkm waren die Spritkosten bei mir nie ein Thema. Dass es auch anders geht, wenn man auf Strecken unterwegs ist, haben Trips zu Konzerten nach Wien und München gezeigt (Pearl Jam und Black Sabbath sind damit abgehakt), was in Summe ca. 1300 km mit 1,5 Tankfüllungen waren. So sind auch mit höherem Reisetempo niedrige 5er-Werte möglich, was wohl klassenüblich ist. Verglichen mit einem Golf VII ist die Giulietta doch schon wieder ein altes Eisen, zumal meine das Facelift um ein halbes Jahr verpasst hat und demzufolge noch den 140-PS-Diesel hat, der mittlerweile auf 150 Cavalli erstarkt ist und bestimmt verbrauchoptimiert wurde.

Auf diesen 13 tkm hab ich auch festgestellt, dass Alfa fahren keineswegs große Kompromisse erfordert oder im Alltag nervt. Auf der Autobahn fährt es sich sogar äußerst entspannt, einzig Windgeräusche der großen Außenspiegel und Abrollgeräusche mangels Premium-Geräuschisolierung erinnern hin und wieder an die "Imperfections" eines un-deutschen Autos.

Abgesehen davon ist es ein gewöhnlicher Kompakter sportlicheren Zuschnitts, unübersichtliche Karosserien oder suboptimale Bedienkonzepte können aber heute Kia oder Ford genauso. In Sachen Bedienung hab ich mich total an den Wagen gewöhnt. Sehr geholfen hat hier, die Navivorbereitung mitzubestellen, um so statt über die umständlichen Bordcomputermenüs via Lenkradtasten die erweiterten Navi/Multimediafunktionen am Touchscreen des Tomtom bedienen zu können. Funktioniert - und hat in Summe keine 500€ gekostet, wobei der 2014er-Jahrgang der Giulietta mittlerweile sein antikes Radio abgelegt hat und eine Touchscreen-Einheit trägt... sei's drum. 🙂

Was sich wohl nicht mehr legen wird, ist dass die Karosserie nicht gerade optimal übersichtlich ist und ich irgendwie immer noch einen Respektabstand zu Hindernissen einhalte (zumindest an der Front), obwohl mein 3er BMW davor eindeutig das größere (aber eben besser abschätzbare) Auto war. Überraschenderweise gab es bis jetzt noch keine Beschwerden bezüglich des Platzangebots, vier Mitfahrer normaler Größe leben deutlich entspannter als z.B. in einem BMW 1er, auch der Kofferraum ist mehr als ausreichend.

Nicht mal die kleine Öffnung und relativ hohe Lade- sowie Innenkante stören wirklich, obwohl ich durch die wöchentliche Pendlerei zwischen Wohnung und der Heimat mittlerweile tatsächlich den Kofferraum benötige, nachdem ich davor Jacke/Rucksack meist auf den Beifahrersitz oder die Rückbank geworfen habe. Zwei Reisetaschen, eine Getränkekiste und 1-2 Rucksäcke lassen sich problemlos verstauen, des Öfteren war der Wagen so beladen, dass der Hintern merklich tiefer hing als er das in leerem Zustand tut.

In Sachen Zuverlässigkeit gibt es noch nichts "Italienisches" zu vermelden, der Wagen tut seinen Dienst seit dem ersten Tag absolut störungsfrei, das Dramatischste war bis jetzt das Freibrennen des Partikelfilters, was man ein wenig in den Fahrleistungen merkt und sehr stark an der Momentanverbrauchsanzeige. 🙂 Die vereinzelten Reboots des Navigeräts oder die 2-3 Mal, bei denen das gekoppelte Smartphone sich nicht mit dem Blue&Me-System verbinden wollte, schieben wir jetzt einfach mal auf TomTom und Sony. 🙄

Fürs erste bin ich total zufrieden mit dem Wagen, obwohl ich mir natürlich ein paar Mal Gedanken darüber gemacht habe, ob ein Benziner nicht doch der bessere Motor wäre. 8 Liter bei 13 tkm beim 170-PS-TBi hätten auch höchstens bei den österreichischen Versicherungstarifen und Steuern geschmerzt, wenn hin und wieder eine Giulietta mit 18-Zöllern und dem tieferen Sportfahrwerk daherkommt, will man auch "aufrüsten", obwohl das Serienfahrwerk mit 17-Zöllern wohl der bessere Kompromiss ist, zumal unsere Straßen nicht besser werden...

Hoffen wir, dass es in der Tonart weitergeht... bis zum nächsten Update.

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Sun Apr 20 22:13:29 CEST 2014    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (7)

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Ich gestehe, als 85er-Baujahr bin ich knapp noch in die Generation YouTube reingeboren worden und neben mehr oder weniger sinnlosen Blogeinträgen war es schon immer mein Zeitvertreib, mir dort stundenlang Videos reinzuziehen, die viele meiner Kumpels nur zum Kopfschütteln bewegen... 🙂

Mäßige 2-Stunden-Livemitschnitte der Stones von 1971, Gitarrencovers, bei denen man 4 Minuten lang nur die Schlaghand und das Griffbrett einer Gitarre eines in Trainingshose bekleideten Studenten sieht - die Plattform hat genug Material für Nerds jeglicher Couleur. 🙄

Natürlich gibt es das auch für Benzinbrüder und so tummelt sich auch eine riesige Community an Car Guys, Amateurrennfahrern und Berufsjournalisten auf YouTube, um sich dem Thema Auto anzunehmen - mit teils recht unterschiedlichen Ergebnissen, die sich stark von klassischen Medien wie Sport Auto und Co abheben...

So besteht der Hauptcontent "berühmter" Channels wie AutoCar, Drive oder Evo darin, einen mehr oder weniger fähigen Fahrer in 5-10 Minuten in das PS-starke Testmuster zu setzen und dieses ausgerüstet mit High-Speed-Kameras möglichst kunstvoll beim Driften auf abgesperrten Landstraßen oder Rennstrecken auf Video zu bannen.

Bestenfalls kommen dabei Lobgesänge von Herzen wie bei Chris Harris heraus, dem man seine Leidenschaft und Hingabe für schnelle, starke und faszinierende Autos einfach abnimmt, in anderen Fällen kommt es aber dazu, dass McLaren tatsächlich die Abstimmung des MP4-12C ändern soll, weil ein bekannter britischer Kanal bemängelt, dass sich das Ding nicht so einfach driften lässt... 🙄

An dem Punkt fragt man sich schon noch, was das Ganze mit seriösem Journalismus zu tun hat, zumal einige Kanäle durchaus ihre Wurzeln im Druck haben und nicht nur ein paar "Hoonigans" sind, die lustige Driftvideos produzieren wollen. Schließlich kann man in einem MP4-12C die Nordschleife bei sauberer Fahrweise locker unter 8 Minuten umrunden, ohne wie im berühmten "Yellow Bird" Ruf-Porsche in jeder zweiten Kurve sein Ende vor Augen sehen zu müssen - eine Errungenschaft, der mit solchen sensationsgeilen Videos nicht wirklich Rechenschaft getragen wird.

Ich gebe zu, ich seh mir das Zeug gerne an, vor allem wegen wortgewandten Köpfen wie Carlos Lago oder Chris Harris, aber wirklich gehaltvoll sind die meisten Beiträge über die Bewertung der Driftbarkeit hinaus oft nicht... 🙄

Auf der anderen Seite gibt es auch viel Amateurcontent und Dashcam-Zeugs, für dessen Konsum man schon sehr hartgesotten sein muss - 4 Runden Laguna Seca bei 80% im Verkehr ohne Quersteher oder Streckenrekorde sind auch am Steuer eines E63 keine abendfüllende Unterhaltung, dennoch finden sich in den Kommentaren die oftmals unterhaltsameren Sachen, wie z.B. User die in bildschirmseitenfüllenden Comments tatsächlich Kurve für Kurve analysieren, um wieviel Zentimeter der Fahrer den Scheitelpunkt verfehlt hat und um wieviel Sekunden er mit seinem 20 Jahre alten MX5 er die selbe Strecke schon bezwungen hat... gib den Leuten eine Kommentarfunktion und du siehst den Abgrund ihrer Seelen. Sowas wie der Pranger ohne Opfer... ich ertappe mich auch oft, länger in den Comments zu stöbern als am eigentlichen Video - auch das ist YT. 😁

Was haltet ihr so von Car-Content auf YouTube, was seht ihr euch so an, welche sind eure Lieblingskanäle?


Sun Mar 30 21:02:51 CEST 2014    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (9)

Nachdem wieder mal für eine Weile nichts los in meinem Blog war und Alfa-Artikel hier in Deutschland eher nicht mehrheitsfähig sind (😁), versuch ich mich heute mal an einem Bericht von der AutoEmotion 2014, nach Eigendefinition der "größten Automesse Südösterreichs". 🙄 

Wohlgemerkt: es handelt sich hier bei nicht um Konkurrenz zur IAA, Detroit Motor Show oder zum Genfer Salon - eher ist es eine beschauliche Messe mit 40 Ausstellern in der Grazer Stadthalle/Messe und ungefähr 15.000 Besuchern. Vertreten sind die Hersteller nicht mit staatstragenden Markenauftritten, sondern von lokalen Händlern (man munkelt, dass einMessestand eines Vollsortimenters trotzdem 30.000€ kostet). 

Also hab ich mich an diesem traumhaften Sonntag (nachmittags über 20 Grad 🙂 ) mit einem Arbeitskollegen relativ früh am Gelände getroffen und es ohne großen Plan abgegrast. 

Nun ein paar Eindrücke zu Fahrzeugen, an denen wir nicht nur vorbeigestreift sind und bei denen was hängengeblieben ist...

Mercedes-Benz

Bei MB waren am Stand quasi alle neuen Modelle von der A-Klasse, SLS Final Edition, CLA, GLA bis zur C/E-Klasse vertreten und teilweise auch in mehreren Ausführungen vorhanden, z.B. E-Kombi/Cabrio, C in zwei Ausführungen. Was hier auffällt - nachdem der Vorwurf bisher eher BMW und Audi galt, ist nun auch Mercedes am besten Weg, ein "Markengesicht" durchzuziehen, das bei einigen Modellen für leichte Verwechslungsgefahr sorgt - wie ich finde, zumindest bei C/E von vorne.

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Um es kurz zu sagen: MB ist nicht meine Marke, aber beim Design sind sie meiner Meinung nach ziemlich auf der Überholspur, obwohl ich die C-Klasse (Heck!) nicht vollends gelungen finde - im Gegensatz zu den Innenräumen, die von der A-Klasse bis zum E überzeugen - irgendwann wird die Masche mit den runden Düsen und dem freistehenden Monitor aber auch totgeritten sein. 🙂

Was mir an dem Stand (und später beim göttlichen F-Type) noch aufgefallen ist - man sieht es am Bild der C-Klasse von hinten: bei aller Liebe zu dynamischen Design war es anscheinend nötig, kleine Teile der Innenkotflügel (in schwarz) über die Radkästen überstehen zu lassen, da die eingezogene Form des hinteren Kotflügels offensichtlich nicht ganz den Anforderungen des Alltags nachkommt. "Das beste oder nichts" ist das meiner Meinung nach auf jeden Fall nicht - erst recht nicht an einem Wagen, der als Vierzylinderdiesel (220 CDI) einen Listenpreis von über 70.000€ (siehe Bild) erreicht. 🙄 🙁

BMW/Mini

Wie man früheren Artikeln meines Blogs entnehmen kann, bin ich kein Alfisti (trotz Alfa), sondern eigentlich eher der weissblauen Marke mit dem Propeller verbunden, daher war ein ausführlicher Rundgang auf der Ausstellungsfläche von BMW/Mini Pflicht - übrigens von dem Betrieb, mit dem ich als Servicekunde mit meinem E90 nicht nur die besten Erfahrungen gemacht habe... 😉

Auch hier gab es (abgesehen vom Active Tourer) so ziemlich alles der aktuellen Palette zu sehen, auch i3/i8. Letzerer war allerdings nicht fahrbereit oder gar nur ein Dummy, weil die Türen verschlossen waren und die schwarz folierten Scheiben keinen Blick in den Innenraum zuließen. Sehr wohl war das beim i3 möglich, inklusive Sitzprobe....

Ich finde, das spacige Design kommt auf schöngerenderten Produktbildern besser als in echt - dafür ist der Innenraum mit durchgehendem Fußraum, schlankem Amaturenträger, 2 Displays und haptisch wie optisch interessanten Materialien wirklich cool. Außen hätte BMW aber auf etwas harmonischeres Design setzen sollen - mir gefällt er nicht. Das gilt auch für den neuen, zu comicartig geratenen Mini, obwohl er sich optisch wie haptisch von der Konkurrenz abhebt und bestimmt seine Käufer finden wird.

Zu 1/2/3/4er will ich gar nicht viel sagen - die Fahrzeuge sind längst bekannt, das kleine Coupé ist aber einer meiner derzeitigen BMW-Favoriten. Preislich zwar nicht gerade günstig, aber knackig proportioniert und mit allem gesegnet, was ein echter BMW braucht - nicht mehr und nicht weniger. 🙂

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Jaguar / F-Type Coupè

Hierzu nur ein paar Worte, weil es mir der Wagen vom ersten Chris-Harris-Youtube-Video weg angetan hat und er auch in echt eine Wucht ist. Tolles, knackiges Design, der göttlich brabbelnde und sprotzelnde V8 und ein sportlicher Innenraum (Verarbeitung - who cares???)

Würde ich sofort nehmen, allerdings nicht in Schwarz - das Design hat sich einfach eine Farbe verdient, die etwas mehr Kontrast zulässt und die Linien unterstreicht. Leider muss man hier Ian Callum (wie Gordon Wagener) fragen, ob sich nicht auch hier ein etwas breiterer hinterer Radlauf/Stoßfänger ausgangen wäre, um die hässliche überstehende Plastikleiste zu vermeiden. Schließlich kostet das F-Type R Coupè in Österreich gute 140.000€ und das hätte wirklich nicht sein müssen... 😰

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Sonstiges

Um den Blogeintrag nicht aus allen Nähten platzen zu lassen, verweise ich auf die restlichen Bilder in der Gallerie und versuche, mich beim Rest eher kurz zu halten. Natürlich waren auch viele "Allerweltsmarken" vertreten, zu denen ich kein Wort verlieren möchte. 😉

Ich war auch am Stand meiner derzeitigen Marke Alfa, wo es Giulietta/MiTo-Facelift-Modelle und einen (leider eingezäunten) 4C zu bestaunen gab, mit dem eine bezaubernde Blondine in einem rücklings (und seitlich) recht großzügig ausgeschnittenen (roten) Kleid zusammen hinter ein Absperrband gebannt wurde. 🙄 😁

Ein kurzer Plausch zur Giulietta war auch drinnen - nun weiß ich, dass ich für modernes Infotainment mit Touchscreen und einen leicht aufgewerteten Innenraum plus neuem Lenkrad noch ca. ein 3/4 Jahr warten hätte müssen - wirklich schade ist, dass zum 4C wohl nur Leute mit guten Kontakten zum Händler vordurften, so blieb es bei den Fotos. 🙁

Als letztes bemerkenswertes Fahrzeug bleibt dann noch ein Ferrari 458 Speciale, der zusammen mit California T und Maserati Ghibli V6 und Quattroporte ausgestellt war, aber auch in einer Freiluftvorführung am Messegelände mit Kindern an Bord auf einer ca. 300-400 Meter langen Strecke ausgiebig von Zwischengas begleitet die ersten 3 Gänge mehr oder weniger ausfahren durfte - der Klang hat mir bei jedem Vorbeifahren ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert, obwohl ich statt dem schrillen Italo-V8 doch lieber den 6,3 6,2-Liter eines ausgestellten SLS AMG gehört hätte... 😉

Ansonsten gab es auch einige Rennwagen zu bestaunen, diverse Eigenbauten aus Studentenrennserien und zwei Red-Bull-F1, wovon einer (wie das Standpersonal auch zugab) ein 2010er-Modell mit 2014er-Beklebung inklusive Vettel/Riccardo-Schriftzügen war... hätte man aber auch an der Schnauze oder dem seitlich aufgehängten Heckspoiler gesehen.  🙄

Da das Gelände alles in allem überschaubar war und man bei VW/Audi wegen fehlender optischer Varianz nur jedes zweite Fahrzeug ansehen muss, waren wir nach ca. 2 1/2 Stunden durch und konnten uns zur Mittagszeit noch beim angrenzenden McDonalds verköstigen, wo heute die "gesunden" Salate tatsächlich mal vorhanden und bestellbar waren... 😁

Alles in allem ein gelungener Sonntag - die Auto Emotion ist nicht groß, aber für mich in Graz in 10 Minuten erreichbar - was den Vorteil hatte, dass ich noch den ganzen Nachmittag in der Hängematte am Balkon verbringen konnte, ohne An- und Abreisestress, den man bei großen Messen eventuell hat...

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Mon Dec 30 13:56:17 CET 2013    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: 3 (940), Alfa Romeo, Giulietta

Da sich zum Jahresende die Resümees, Berichte und sonstige Zusammenfassungen häufen, gibt es auch von meiner Seite ein ganz kurzes und knappes Update über mein Fahrzeug, es dürften so ziemlich genau 6 Monate sein, seit ich von BMW auf meine "Jules" umgestiegen bin.

Ironischerweise bin ich fast zeitgleich mit einem Umzug an meinen Arbeitsort nach fast 10 Jahren Benziner auf einen Diesel umgestiegen, wodurch sich auch meine Jahresfahrleistung gut halbiert hat. Wie aber schon in früheren Artikeln beschrieben, war der Diesel aber keine wirtschaftliche Entscheidung, aber mir haben die 140 PS gut in die Lücke zwischen den Benzinern mit 120/170 PS gehabt, wobei letzterer wohl auch eine Probefahr wert gewesen wäre, aber ich hab mich für die Kombination aus Bums und Sparsamkeit entschieden...

So sind dann bis dato auch nur ca. 6300 Kilometer (von null) auf die Uhr gekommen, der Verbrauch liegt trotz hohem Stadtverkehrsanteil momentan bei 5,3 Litern am Bordcomputer bzw. 5,8 Litern über die ersten Tankstopps im Spritmonitor.

Hierzu ein paar Worte, vor allem zu Motor und Verbrauch...

Ich denke, der Wert geht durchaus in Ordnung, ein Bekannter in seinem Golf VI 2.0 TDI (105 PS) kommt mit hohem Autobahnanteil und Tempobeschränkungen auch knapp unter 5 Liter, ist aber auch nicht weit weg von meinem Alfa. Im Gegensatz zum Saugbenziner in meinem BMW scheint die Spreizung bei den Verbrauchswerten etwas größer zu sein. Kurz gesagt, egal wie man mit dem 318i gefahren ist, irgendwie gingen immer 7-8 Liter durch, auch Autobahnetappen mit zügigem Tempo haben diesen Wert nicht stark nach oben getrieben, Bummeltempo am Land hat umgekehrt aber auch keine Rekordwerte bewirkt..

Beim Alfa liegen bei 130 km/h (GPS laut Tomtom-Navi) im Momentanverbrauch ungefähr 6-7 Liter am Bordcomputer an (6. Gang bei ~2500 Touren), was den Durchschnittsverbrauch erhöht bzw. vice versa die Reichweite spürbar reduziert.

Umgekehrt sind in dahingleitenden Landstraßenetappen auch niedrige 4er-Werte drinnen... Ein finales Urteil ist hier wohl noch verfrüht (6000 km auf der Uhr!), eventuell könnte man die 6. etwas länger übersetzen, da der Motor sich auch bei 80-90 noch hochzieht, aber ich hätte lieber einen richtigen "Schongang", fürs Beschleunigen kann man ja zurückschalten.

Abgesehen hat sich der Wagen im Alltag gut bewährt. Das Platzangebot ist für 4 Personen absolut OK, ich hatte eher gedacht, es wäre ein ein Zweisitzer mit unbequemer Mitfahroption (ala BMW 1er), 4,30m Länge und Quermotor sorgen aber doch für ein menschenwürdiges Platzangebot. Der Kofferraum ist abgesehen von der hohen Ladekante gut nutzbar und auch für Skitouren tauglich, wie ich dieser Tage festgestellt habe.

Bis jetzt gibt es auch noch keine Mängel zu beklagen, dass die Detailverarbeitung in manchen nicht gut sichtbaren Bereichen eher nicht auf Golf-Niveau ist, hin und wieder ein Rappeln aus dem Bereich des Armaturenträgers kommt und sich einmal ein Stück Schaumstoff an der Innenverkleidung des Kofferraumdeckels unter dem Plastik hervorgetan hat (in 2 Sekunden korrigiert), verbuche ich unter italienischer Lässigkeit... mich störts nicht, das gehört einfach zum verqueren Charme eines "unperfekten" Autos, in keiner Sekunde hätte ich daran gedacht, beim 🙂 deswegen Stunk zu machen... bei Rollsplit hört man auch deutlich, dass hier nicht so gut gedämmt oder abgeschirmt wird - nennen wir es "Gefühlsautofahren"... bei einem R4 hat es ja auch noch keinen gestört.

Zum Fahren gibt es wenig Neues zu sagen, ich bin mit der Fahrdynamik vollends zufrieden, die Giulietta ist ein angenehm, und leicht zu fahrendes Fahrzeug, die Spielerei mit den Fahrprogrammen (D-N-A) hab ich größtenteils aufgeben, Normal ist einfach die gelungenste Abstimmung.

In diesem Sinne ein gutes neues Jahr, speziell den Interessenten meines (in Deutschland) Randgruppenfahrzeugs - es gibt auch abseits von VW, BMW und Audi interessante Autos zu entdecken, Standardware ist gut, muss aber nicht zwingend sein.... ich vermisse nichts im Vergleich zu meinem E90.


Sat Oct 26 15:22:47 CEST 2013    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: 3 (940), Alfa Romeo, Giulietta

Nicht nur Menschen haben um diese Jahreszeit das Bedürfnis, sich für die kältere Jahreszeit entsprechend zu rüsten und dabei des Öfteren auch noch gleich das eine oder andere Nützliche (oder auch nicht) mitzukaufen.

Meine Herbstkollektion ist bereits zusammengekauft, auf 2 Jeans, neue Schuhe und das Hemd möchte ich nicht im Detail eingehen, da wir hier schließlich nicht im Bild-der-Frau-Forum sind (no offense!). 🙂

Aber auch bei der italienischen Dame im Haus kam der Wunsch nach neuen Winterschuhen auf, daher wurde ihr dieser rechtzeitig vor Saisonbeginn erfüllt. Da Giulietta eitel ist und schmalespuriges Schuhwerk nicht in Frage kommt, hab ich ihr einfach nochmal die Sommervariante mit passender Besohlung gekauft... 😁

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Also sind wir nun im Sommer wie im Winter auf den gleichen Felgen unterwegs, ab Werk bei Alfa immer auf Pirelli (diese Italiener), das stört mich aber nicht im Geringsten, weil die Cinturato P7 im Sommer auch schon auf meinem BMW gute Dienste geleistet haben und der Sottozero auch zu den besseren Winterreifen zählt... dank Frontantrieb und einer etwas anderen Achslastverteilung sowie dem Allweather-Fahrprogramm hoffe ich auf bessere Traktion als mit dem 318i, wo sich mit 225ern schon auf fast ebenen Parkplätzen Dramen abgespielt haben. Preislich fand ich es gar nicht so schlimm, inklusive Steuer hat der Radsatz ca. knapp 1400€ ausgemacht.

Des Weiteren hab ich mir nun endlich (gute 3-4 Monate nach dem Kauf) das dazugehörige Navigerät für die Vorrüstung am Armaturenträger (ca. 340€) gegönnt und das Setup ist komplett.

So sehr ich über die Bedienung des Multimedia-Parts der Giulietta geflucht habe, damit wendet sich nun alles zum Guten, weil das günstige Navi voll in die Fahrzeugelektronik integriert ist und man nun via Touchscreen sowohl das gekoppelte Smartphone als auch den MP3-Player bedienen kann. Die Software des Tom-Tom Blue & Me 2 ist nicht spektakulär, arbeitet nach ersten Tests aber absolut zuverlässig und schnell, mit TMC-Pro-Verkehrsmeldungen, toller dynamischer Verkehrsanzeige und selbsterklärendem Interface - man müsste blöd sein, wenn man das bestimmt miese Fiat/Alfa-Werknavi für ein Vielfaches nehmen würde. Cool ist auch, dass die Systemintegration in beide Seiten funktioniert - so hat man die Navi-Angaben im Zentraldisplay des Kombiinstruments und wird nicht abgelenkt, umgekehrt sieht man auch den abgespielten MP3-Titel am Navi, kann Anrufe via Touchscreen entgegennehmen, im gekoppelten Telefonbuch blättern und die Verbrauchs- und Schaltanzeige aufrufen. Also nicht nur ein Standfuß mit Ladevorrichtung, sondern eine gelungene Integration in die Fahrzeugelektronik.

Weil ein Alfa einfach kein perfektes Auto sein kann, muss ich letztendlich doch zwei Punkte bemängeln. Erstens: die Art der Ausführung, wie das Gerät befestigt wird. Zwar kriegt man angepasste Software inklusive Alfa-Logo und originaltreuer Giulietta in der Kartenansicht, allerdings wird das Navi auf einen Standfuß gesteckt, der wiederum in den Port des Fahrzeugs gesteckt wird. Zwar ist dieser verstellbar, aber meiner Meinung nach etwas unelegant ausgefallen und nicht so massiv, dass das Gerät komplett wackelfrei gelagert wird... dennoch allemal das Geld wert, daher wird es wohl (außer beim Straßenrandparken in der Stadt) immer im Sockel bleiben, da es die Bedienung des Wagens etwas entschärft. 🙂

Des Weiteren muss ich mich noch an die Position gewöhnen - bei den ersten Fahrten störte es mich etwas beim Blick rechts über die Haube, z.B. im Stadtverkehr oder der Autobahn... zumal der Alfa schon so kein außerordentlich übersichtliches Fahrzeug ist... 😉 🙄

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Nichtsdestotrotz bin ich nach wie vor sehr zufrieden mit meinem Kauf, über gewisse Schwächen kann man locker hinwegsehen und die Freude am Fahren (auch ohne BMW) überwiegt weiterhin. 🙂


Sat Aug 31 21:41:21 CEST 2013    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: Fahrbericht, Ford, S-Max, Testfahrt, Van

Von meiner Giuletta gibt es vorerst nichts Neues zu berichten - außer, dass sie immer noch wahnsinnig Spaß macht und die linke Türverkleidung rappelt (🙄) - deswegen versuche ich, meinen Blog mal zur Abwechslung mit etwas anderem zu füttern.

Mein Fuhrpark ist leider recht konstant und da ich beruflich Bürohengst bin ergibt es sich relativ selten, mal was Neues anzutesten. Heute war es mir für eine kurze Fahrt erlaubt, mal etwas zu fahren, was so überhaupt nicht ins Beuteschema meiner automobilen Begierden passt - nämlich einen Ford S-Max. 😁

Ich bin Single, hab keine Kinder und auch kein Pharmavertreter im Außendienst, daher ist mir sowas bisher nicht unter gekommen... und wäre wohl auch nicht weit oben auf meinem Wunschzettel, weil ich gerade ein 2 Monate altes Auto habe... 😉

Warum ich dann trotzdem einen Blogartikel schreibe? Keine Ahnung, irgendwie hat mich das Vertreter-Shuttle überrascht, obwohl ich eigentlich nur kurz Fahrdienst für einen Verwandten schieben musste und nicht sehr vom Fahrzeug angetan war, muss ich sagen, dass er mit doch um einiges mehr Spaß gemacht hat, als ich gedacht hätte... dass Ford Fahrwerke abstimmen kann, ist hinlänglich bekannt - auch mir, weil mein erstes Auto ein Ford Focus Bj. 99 war, den ich (trotz 75 PS) trotzdem gerne um so einige Ecken geworfen habe.

Auch Autozeitschriften haben einige lobende Worte für die ungleichen Zwillinge S-Max/Galaxy gehabt, aber so recht glauben will man dann doch nicht, dass ein Fahrzeug mit diesen Ausmaßen bei 1,8 Tonnen Gewicht wirklich Spaß machen kann - obwohl das auch immer wieder gern von X5 und Co. behauptet wird - und die sind noch höher und schwerer.....

Nun, das gefahrene Exemplar war ein schwarzer S-Max (ich glaube so, es war schon dunkel 😁) - mit dem 2.0 TCDI und 163 PS sowie Automatik, also dem Powershift-Getriebe, eine moderne 6-Gang-Doppelkupplung. Hätte mir gedacht, der Wagen wäre in der Konfiguration relativ teuer, vor allem für einen Ford - konnte ich leider nicht erheben - die Austattungslinie Titanium mit dem Motor kostet auf jeden Fall über 40.000€, wär gut möglich, dass noch die eine oder andere Option an Bord war.

Kommen wir nun zum Wichtigsten: dem Fahren. Wie eingangs erwähnt, soll der S-Max ja ziemlich agil sein - in dem Punkt muss ich sagen, dass es wirklich die größte Überraschung war. Hier kann ich uneingeschänkt zustimmen. Nach Ford Focus, BMW 3er und meinem Alfa muss ich sagen, dass die Jungs aus Köln hier wahre "Wunderdinge" vollbracht haben. In keinem Moment merkt man, dass man hier einen Van fährt. Der S-Max ist etwas niedriger als der Galaxy, relativ breit und die Bereifung des hier gefahrenen S-Max war mit 225/50 R17 auch nicht ganz schmalspurig.

Dementsprechend fährt sich der große Ford auch: bei gutem Restkomfort ohne große Seitenneigung lässt er sich fast so wie ein sportlicher Kompakter ums Eck werfen. Natürlich ist das eine Spur übertrieben, auf jeden Fall kann ich die Vertreter verstehen, die tagtäglich damit wie die Irren herumbolzen. 😁

Da es nicht mein Wagen ist und ich meinen Onkel nicht mit einem geschrotteten Firmenwagen überraschen wollte, beließ ich es bei ein paar moderat sportlich angegangenen Kurven ohne quietschende Reifen - in der Dämmerung kommt auch gerne mal ein Reh von der Seite, daher etwas schaumgebremst. 🙂

Der Wagen folgt dem Einschlag allerdings sehr direkt - Gratulation, Ford... ihr habt es tatsächlich geschafft, einem Pampersbomber eine Lenkung zu verpassen, die quasi ein halbes Auto verstecken kann, so fühlt es sich beim Fahren jedenfalls an. Ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass sie sich irgendwo zwischen meinem 3er BMW und dem Alfa einreiht - eher in Nähe des BMW, Respekt! Auch bei höherem Tempo hat man vollstes Vertrauen, der S-Max lässt sich präzise ums Eck werfen und stützt sich dabei souverän auf seiner breiten Spur ab. Auf Landstraßen ist eher die tatsächliche als die gefühlte Größe des Wagens ein Problem.

Auch wenn der S-Max ein vollwertiger Van ist, bei dem man die letzten Liter Ladevolumen eben dem Design zuliebe verschenkt hat, ist die Übersichtlichkeit recht gut und hätte sofort meine erste Dienstreise antreten können, der Überblick ist gut und zusammen mit der Rückfahrkamera war es eigentlich gar keine große Umstellung von meiner Giulietta - dort sieht man eher noch schlechter zur Seite und nach hinten raus... 😁 🙄

In Sachen Motorisierung macht man mit dem 2.0 TCDI in der stärkeren Variante mit 163 PS nichts falsch. 5 Personen bergauf ringen ihm nur ein müdes Lächeln ab - natürlich ist so ein 1,8-Tonnen-Panzer mit einem Zweiliterdiesel keine Rakete - meine Giuletta mit 140 PS fährt wohl locker davon - fehlen tut einem damit aber nichts. Wird mit der 140 PS-Versionaber auch kaum schlechter sein...

Was mir allerdings gar nicht zugesagt hat, war die Powershift-Automatik. Da ich in Summe eigentlich nur eine recht kurze Strecke gefahren bin (10-15 Kilometer mit einer kleinen "Extrarunde" ohne Passagiere), kann das natürlich kein finales Urteil sein. Wenn einen etwas aber nach kurzer Zeit in einem Auto stört, bessert sich das meistens aber auch über längere Fahr- oder Haltedauert nicht.

Natürlich ist es angenehm und klassenüblich, solche Vans mit Automatik zu fahren - ich bin mit dem Getriebe aber nicht wirklich warm geworden. Privat bin ich bis jetzt nur Schalter gefahren, hatte aber schon ein paar Mal das Vergnügen mit Automatikfahrzeugen unterwegs zu sein, also weiß ich zumindest, wie man sie bedienen muss und was Kickdown ist... dennoch hab ichs im eigenen Wagen lieber handgerührt.

Prinzipiell kann man der Automatik nichts vorwerfen - im gesitteten Fahrbetrieb funktioniert sie äußert komfortabel und auch beim Rangieren äußerst ruckfrei. Also mit Sicherheit ein Auto, mit dem jeder Firmenwagenfahrer mehr als glücklich sein wird. Spätestens, wenn man aber etwas sportlicher fahren will - oder zumindest mal zügig beschleunigen - hat mich das ganze aber etwas enttäuscht.

Obwohl moderne Doppelkupplungen eigentlich fast ohne Zugkraftunterbrechung durchladen können, gibt es hier eine kurze "Denkpause" und erst dann tritt Vortrieb ein - ob das nur an der Automatik oder auch einem kleinen Turboloch liegt, konnte ich auf dem kurzen Weg nicht ergründen. Natürlich gäbe es auch den Weg der manuellen Schaltgasse und irgendwo hätte man auch noch ein Sportprogramm aktivieren können - die Automaten, die ich bisher gefahren habe, waren da aber gefühlt besser.

Sonst kann ich leider nicht mehr mit vielen Eindrücken dienen, da die Zeit recht kurz und es schon ziemlich finster war. Man sitzt gut und angenehm, das große Kombiinstrument mit Digitaldisplay macht einen sehr guten Eindruck - vor allem fühlt sich der S-Max dadurch etwas nach "Premium" an, obwohl der Innenraum in Sachen Design und Optik eher im Mittelfeld ist. Würde mich persönlich nicht stören, weil der Wagen durchaus seine Qualitäten hat und ich Galaxy/S-Max alleine schon wegen der Optik und dem guten Fahrverhalten einem Sharan vorziehen würde - egal, wie gut die Kunststoffe sind. 😁

Beim Maximalvolumen und der Kopffreiheit ist der Galaxy natürlich noch etwas geräumiger, das Raumangebot im S-Max dürfte aber größtenteils identisch sein. Ich hatte in meiner Sitzstellung bei 1,75m Größe auf der Rückbank wohl ca. 15-20 Zentimeter Luft vor den Knien - an Platz mangelt es dem Durchschnittsmenschen in dem Wagen wohl bestimmt nicht. 🙄

Achja, Bilder gibt es auch - allerdings wie bei mir üblich mit dem Handy geschossen und nur als "Beweis", dass ich euch hier keinen Scheiss verzapfe...

Um zu einem Abschluss zu kommen - bevor man über irgendwelche Autos schimpft oder sie in eine Schublade steckt, sollte man sie tatsächlich gefahren haben. Abgesehen von der verbesserungswürdigen Automatik (imho) spricht absolut nichts gegen einen S-Max, wenn man einfach nur einen guten Wagen und kein Statussymbol will. 🙂

P.S.: Ich überlege noch, ob ich nicht doch auf Handelsvertreter umschule... 😉


Fri Aug 16 19:26:28 CEST 2013    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (9)    |   Stichworte: 3 (940), Alfa Romeo, Giulietta

Dieses Mal gibt es wenig zu berichten... einziger Anlass für den Post ist die Tatsache, dass ich eigentlich noch gar kein richtiges "Shooting" mit meiner Jules gemacht habe und es eigentlich nur irgendwelche Fotos gibt.

Heute nach der Arbeit hab ich dann einfach spontan das Handy gepackt (ja, wieder keine Digicam) und ein paar Fotos gemacht.

Leider stand die Sonne etwas tief, so waren nicht alle Fotos zu retten, sprich etwas überbelichtet, verblendet oder einfach zu hell... ein paar konnte ich mit dem Google+-Fotoeditor retten, im Zuge dessen hab ich mit ein paar Effekten experimentiert, damit die Bilder nicht ganz so langweilig sind... 😉

Aber seht einfach selbst...

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P.S.: Sagt nichts über die Wasserflecken - ich war nochmal nachspülen. 😁


Wed Aug 14 23:42:23 CEST 2013    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: 3 (940), Alfa Romeo, Giulietta

Es gibt wieder mal Neues von meiner Jules - ich hab Zeit für ein paar (schlechte) Handyfotos gefunden... und ein paar Eindrücke, die ich im Alltagsbetrieb gesammelt hab.

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Verbrauch

Mittlerweile geht der Tacho auf die 2000-km-Marke zu und der 2 (😁) Tankstopp war heute nach 1880 Kilometern schließlich auch fällig. Der Bordcomputer hätte zwar noch 80 km Restreichweite angezeigt und laut meiner Kalkulation (52l getankt bei 60l Volumen) wären wohl auch noch locker über 100 drinnengewesen, mit etwas Mut sind auch bei Stadtverkehrsanteilen und nicht allzu schonender Fahrweise Reichweiten um die 1000 km möglich - für einen modernen Diesel aber auch nichts Außergewöhnliches. Irgendwie find ich den Trip-Computer gar nicht so schlecht, vor allem die Gesamtfahrzeit ist interessant - so hab ich schon über 34 Stunden am Steuer verbraucht.

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Der Schnitt über die ersten 1900 km liegt laut Spritmonitor also bei 5,63 l/100km, was genau im Rahmen dessen liegt, was ich mir erwartet habe, das geht angesichts des Gebotenen aber schwer in Ordnung - hab ich schon mal erwähnt, dass der Motor Spaß macht? Irgendwie hab ich das Gefühl, dass die Maschine jetzt auch etwas elastischer als anfangs ist, was sich natürlich auch positiv auf den Fahrspaß (und den Verbrauch vice versa) auswirkt... 😉

Je nach Fahrprofil sind aber natürlich auch ganz andere Werte drinnen. Nach dem Tanken standen in einem Mix aus Autobahn (zur Hälfte Baustelle mit Tempo 80 und den Rest mit Tempomat 140+) und Landstraße 4,4 l am Bordcomputer, was natürlich nicht repräsentativ ist, aber zumindest das Sparpotential aufzeigt, das man in einem roten Alfa mit zweiflutiger Auspuffanlage nicht zwingend vermutet... 😉

Innenraum / "Übersicht"

Nachdem schon das meiste zum Thema Motor, Fahrverhalten und Qualität gesagt wurde, noch ein paar Sätze zum Thema Übersicht. 😁

Ihr ahnt schon, hier kann man kaum was Positives erwähnen, außer der guten Sicht nach vorne.... 🙄 😉 Dessen war ich mir natürlich bewusst, aber das Referenzfahrzeug 318i war trotz größerer Außenlänge in alle Richtungen besser einzuschätzen.

Am besten, ihr seht selbst...

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Man sieht - nach hinten sieht man nicht allzuviel. Beim Rückwärtsausparken aus einer schrägen Parklücke hab ich zwischen der momumentalen C-Säule und der sportlich geschnittenen Heckscheibe fast ein Auto übersehen. Gut, dass sich seine Reaktion nicht nur aufs Hupen beschränkt hat, so blieb uns beiden ein bleibender Eindruck erspart. 😉

So schlimm ist es aber nun auch wieder nicht, in Parklücken und meiner recht engen Garage (nicht die am Bild) peilt sichs ganz gut mit Außenspiegeln und Einparkhilfe - ist eben Übungssache, im Grund könnte das Heck auch zugemauert sein, hier hätte man wohl eher Probleme mit traumwandelnden Fußgängern in Einkaufszentren.

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Nach vorne ist die Sicht wie gesagt OK, wie bereits erwähnt ist die massive Schnauze der Giulietta etwas schwer einzuschätzen, da sie nicht wirklich mit dem Lineal gezeichnet wurde. Im Moment bin ich wohl noch etwas übervorsichtig beim Einparken, aber lieber ein paar blöde Blicke als die ersten Schrammen nach ein paar Wochen... 😉

Platzangebot

Überraschenderweise kneift der Alfa doch nicht so stark im Innenraum, wie erwartet. Ich bin nicht besonders groß (1,75m) und werde wohl nie auf der Rückbank sitzen, aber das Feedback nach ein paar kurzen Fahrten in der Mittagspause war positiv. Auch ein 1,85m-Kollege kann hinten ohne Verrenkungen sitzen - in der Praxis kommen die gemeinen 2-Meter-Redakteure, die immer hinten sitzen wollen, doch nicht so oft vor.

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Hab letztens sogar eine Giulietta mit Kindersitz gesehen (ich nehme mal an, Isofix haben die Italiener doch nicht vergessen), also besteht auch Hoffnung für junge Väter. Beim ersten Zeichen einer Schwangerschaft muss man doch nicht gleich mindestens einen Touran kaufen, ein Kleinwagen oder Kompakter reichts fürs erste Kind meistens locker... 🙂

Sonstiges

In Bezug auf meine bisherigen Blogposts muss ich wohl noch nachreichen, dass ich mit dem Sportmodus des DNA-Systems doch etwas hart ins Gericht gegangen bin - es erfordert etwas Gefühl und Übung, aber man kann auch mit der sportlichen Kennung ganz harmonisch fahren. Mittlerweile ist mir aufgefallen, dass die Übersetzung 2/3. Gang wohl auch nicht ganz optimal ist. Will man zügig von der Ampel auf Ortstempo beschleunigen, muss man im 2. Gang über 3000 Touren drehen, weil man sonst in der 3. ins Turboloch fällt und der Motor eine kleine Gedenksekunden einlegt, bis es weitergeht... in Bezug auf Feinabstimmung wäre hier noch was drinnengewesen, dafür muss man dann aber wohl nochmal 5000€ mehr für einen vergleichbaren Audi oder BMW drauflegen - das alleine wiegt die Differenz für mich nicht auf - ein 1er bräuchte nach wie vor ein grobes Facelift, damit er für mich überhaupt in Frage käme....


Wed Aug 07 20:24:42 CEST 2013    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: BMW, Ford, Kupplung, Schaltung, VW

Heute versuche ich es mal mit einem ganz speziellen Thema... die Kupplung. Ihr werdet euch fragen, wie man darauf kommt, über so ein triviales Pedal wie das der Kupplung zu bloggen, da man sich ja einfach daran gewöhnt und intuitiv täglich zig mal drauftritt - in der Regel ohne etwas kaputt zu machen oder sein Fahrzeug über Gebühr zu beanspruchen. 🙂

Die Idee kam mir, als in meinem letzten Blogartikel eine kleine Diskussion zu dem Thema ausgebrochen ist, nachdem ich nur beiläufig erwähnt habe, dass ich ein paar Fahrten gebraucht habe, um mit meinem Alfa in der Beziehung richtig warm zu werden... nach 1700 km gehts übrigens schon ganz gut. 😉

In der Tat ist es so, dass die Hersteller Widerstand, Druckpunkt und Pedalgefühl ihrer Kupplungen recht unterschiedlich abstimmen, was manchen egal ist, sensible Gemüter wie ich eines bin, merken sowas aber sofort, wenn sie in ein anderes Fahrzeug umsteigen. Wenn man automobiler Monogamist wie ich ist und höchstens 2-3 verschiedene Fahrzeuge regelmäßig bewegt, tu ich mir anfangs oft etwas schwer, wirklich harmonisch mit einem Fahrzeug zu schalten und kuppeln. Wenn mir jemand meinen Fahrersitz um eine Raste verstellt, kann ich zum Tier werden... 😠

Der größte Unterschied, den ich bis jetzt ausgemacht habe und der mich nach 5-6 Jahren Fahrpraxis mit über 100.000 km an einem Fahrzeug verzweifeln ließ, war der Umstieg vom meinem damaligen BMW (318i, Bj. 06) auf einen Golf VI TDI. Obwohl ich meine, ein mittelmäßiger bis guter Autofahrer zu sein, hab ich den Golf doch glatt 2x in einer fast ebenen Einfahr abgewürgt, bevor ich mal zum Fahren kam. Hier kommt wohl auch zum Tragen, dass ich mit eher wenig Gas gefühlvoll losfahre, was sich dann rächt, wenn man in ein Fahrzeug mit völliger anderer Leistungscharakteristik und Abstimmung kommt.

Wie gesagt, war mein BMW recht stramm in der Abstimmung, abgesehen von 1-2 älteren Fahrzeugen wohl mit Abstand die schwergängiste Kupplung meiner Fahrerkarriere. VW als Massenmarke hat wohl weniger auf Dosierbarkeit geachtet, als ihre Fahrzeuge auf niedrige Bedienkräfte auszulegen. Ich dachte anfangs, in dem Wagen sei was gebrochen, aber in der Tat liegen hier für mein Gefühl Welten dazwischen. Dafür kriegt man im Gegensatz zum 3er nach 1 Stunden Stop&Go keine Krämpfe im Oberschenkel, wie ich in diversen Autobahnstaus auch schon erleben durfte... 1 1/2h Stau bei einer Übungsfahrt am Anfang meiner Fahrerkarriere im 98er Ford Focus 1.6 meiner Mutter haben übrigens dazu beigetragen, dass ich zumindest ein bisschen Gefühl entwickelt habe. Ironischerweise hab ich in meiner Fahrausbildung ausgerechnet bei der Prüfungsfahrt das einzige Mal einen Wagen abgewürgt... und zwar einen gutmütigen Golf IV 1.9 TDI. 😁

Ein User hat in den Kommentaren auch gemeint, es käme weniger darauf an, wie das Gefühl ist, wichtig wären nur, häufig Fahrzeuge zu wechseln, da man den richtigen Druckpunkt quasi unterbewusst "speichern" würde und einfach flexibler/weniger Gewohnheitstier ist. Das kann ich nur bestätigen, mit PKWs, die ich regelmäßig fahre, gehts ab dem ersten Meter reibungslos, nur bei neuen, "unbekannten" Autos braucht man wieder eine Lernphase.

Abgesehen davon gibt es aber meines Erachtens nach auch "gute" und "schlechte" Kupplungen, völlig unabhängig von Alter, Zustand oder Marke. Bei manchen Fahrzeugen macht es einfach Spaß zu schalten, weil die Gänge gut flutschen, die Übersetzung und die Anschlüsse passen und der Druckpunkt gut erahnbar ist. Es gibt aber auch Negativbeispiele wie z.B. den Suzuki Samurai eines Bekannten. Klar, ein puristischer Geländewühler ist nicht unbedingt auf optimale Fahrbarkeit ausgelegt, aber der Wagen sticht in meinem Portfolio besonders hervor - auf gefühlten 1-2 Zentimetern rückt das Ding fast komplett ein und man ist sehr froh, wenn man mal ins Fahren gekommen ist, Anfahren und Stop&Go gestalten sich sehr ruppig... nur kann man nicht sagen, dass das eben ein Scheissauto aus den 90ern ist, weil der heruntergerockte Swift aus den 90ern eines Kumpels (ohne Servolenkung, mit Dreizylinder 😁 ) sich dagegen so knackig schaltet wie ein aktueller Kompakter.

Auch Fahrzeuge für "harte Jungs" oder "Hackler" (österreichisch für "Arbeiter"/Workingclass) sind heute kaum mehr der Rede wert. Gängige Modelle wie VW T4/T5 werden tagtäglich von zarten Frauen im Rettungsdienst pilotiert und abgesehen von den unhandlichen Außenmaßen und der hohen Sitzposition ist man in den üblichen Verdächtigen unter den Firmenbussen wie im eigenen Auto unterwegs. Vor den 00er-Jahren gab es auch noch die meisten Sportwagen mit 400-500 PS mit Schaltgetriebe. Hier war aufgrund der herrschenden Kräfte auch oft die eine zierliche Person am Steuer, von der man nicht erwartet hätte, dass sie täglich mit einem Lamborghini Countach zur Aerobicstunde fährt (ich hab gedanklich gerade neonfarbene Schweißbänder und Tom Selleck im Kopf 😁). Heute will sich keiner mehr die Blöße geben, was zu seltsamen Auswüchsen geführt hat, wie z.B. dem aktuellen M5, der nur im Automatikland USA mit 6-Gang-Box verkauft wird... in Europa wohl nur mit guten Kontakten zur M GmbH - what a shame. 🙂

Nichtdestotrotz bin ich "eiserner Schalter", weil mir bei Automatikfahrzeugen einfach der Link zum Antrieb fehlt. Mit ein bisschen Gewöhnung kann man auch einen Automaten beeinflussen, mir fehlt hier aber einfach was. Bin auch schon diverse BMW mit Automatik gefahren (X5 3.0D, 328i F30), aber am meisten Spaß gemacht hat die Box eines bescheidenen 118d Cabrios mit M-Shortshifter. Vielleicht ändert sich das ein wenig mit den Jahren - schließlich hätte ich vor nicht allzulanger Zeit auch nicht gedacht, jemals einen Alfa zu fahren.... 🙄 😉


Fri Aug 02 20:42:25 CEST 2013    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (28)    |   Stichworte: 3 (940), Alfa Romeo, AMG, Erfahrungsbericht, Giulietta, SLS

Nun ist ziemlich genau ein Monat vergangen, seit ich das Lager gewechselt habe und eine Langzeitbeziehung mit einer Italienerin eingegangen bin (fortan liebevoll "Jules" genannt). Seither hat sich ein bisschen was getan und mein täglicher Arbeitsweg, ein paar Abstecher zu Bekannten und Verwandten sowie diverse Badeausflüge in der Umgebung haben den Tachostand immerhin fast schon auf 1500 km getrieben. Muss gestehen, dass ich mich 1-2x auch als Fahrer aufgedrängt habe, nur so gehts wohl vielen mit einem neuen Auto - vor allem, wenns das Erste nach 2 Gebrauchten ist.

Man kann sagen, die "Roh-Ei-Phase" des Einfahrens dürfte schon hinter mir liegen, halbwegs materialschonend wird bei mir sowieso gefahren, aber ab jetzt mit zunehmender Fahrfreude, die mir der 318i zumindest motorisch nicht in jeder Situation geben konnte... 😉

Heute war ich am Sulmsee in der näheren Umgebung: da es im Umkreis von einer halben Stunde eben nur zwei vernünftige Seen gibt und ich beim ersten schon 2x in der Woche war, gings in die malerische Landschaft der Südoststeiermark zu einem See eingebettet in die Hügellandschaft. Hier ist mir schonmal aufgefallen, dass 320 Nm bergauf ganz ordentlich ziehen, zudem bestätigt sich hier die Oldschool-Turbodieselcharakteristik des 2.0 JDTM.

Unter 2000 Touren = nahezu Saugdiesel 😉
>= 2000 U/min = Schub 😁

Ohne jetzt von diesen prinzipbedingten Spezialitäten überrascht zu sein, erfordert zügiges Vorankommen auf jeden Fall entsprechende Schaltarbeit - sprich, man sollte zügig schalten und schauen, dass man im Drehmomentfenster des Motors landet, wenn man "auf Zug" bleiben will. Ist man "auf Zug" (2000-3500 U/min), feuert einen der Motor auch entsprechend der Leistung mühelos Steigungen hoch - macht tierisch Spaß, in der Karawane auch mal die Pace machen zu können. 😁

Inzwischen (am weg zum See über den Seggauberg) hab ich mich auch weiter mit dem DNA-System gespielt und bin zu dem Schluss gekommen, dass der "Dynamic"-Modus trotz sponater Gasannahme und mehr Drehmoment (350 Nm Overboost) irgendwie doch nicht so spaßig ist, wie anfangs angenommen. Dadurch, dass das Gaspedal sehr spitz reagiert und 80% der Normalstellung wohl schon auf den ersten 3 Zentimetern abgerufen werden, ist es sehr mühsam, langsam zu fahren - oder auch nur an Kreuzungen anzufahren. "Rund" schalten ist auch schwierig, weil man sehr viel Gefühl braucht, um die richtige Menge Gas zum Einkuppeln zu erwischen. Zu viel (was leicht passieren kann) sorgt für einen Sprung nach vorne (was die Kupplung auf ein Autoleben wohl auch nicht gutheißen wird). Richtig Spaß macht es nur, wenn man die Gänge ausdreht und mit Gefühl und Zwischengas schnell schaltet - normales, komfortables Fahren (zum Abkühlen zwischendurch) geht in dem Modus gar nicht, Zweiter-Gang-Kehren sind auch eher schwer zu nehmen.

Vielleicht wachse ich ja noch ein wenig mit dem Wagen zusammen. Am Schalten sollt es nicht liegen, wer 5 Jahre 318i (und über 100tkm) gefahren ist, hat in der Regel genug Praxis (vornehmlich vom häufigen Zurückschalten) 🙄

*Nachsatz 12.08.13*
Vielleicht war ich etwas hart mit dem 'Dynamic'-Modus. Nach einiger Eingewöhnung und ein paar Fahrversuchen komme ich zu dem Schluss, dass es doch Laune macht, in dem Modus zu heizen. Meiner Meinung nach hätte man das E-Gas nicht so spitz abstimmen müssen (im Vergleich zu N), aber auf jeden Fall geht die Fuhre ziemlich vorwärts und schnelle Kurvenhatz auf der Landstraße ist genau das richtige für den Modus. Die Lenkung könnte aber eine Spur leichtgängiger sein, für meinen Geschmack verhärtet sie etwas zu künstlich. Die Normalabstimmung mit etwas mehr Throttle-Response wäre optimal.
*Nachsatz 12.08.13*

An der Einfahrt zum See hatte ich dann den Eindruck, dass ein paar neugierige Blicke auf mein Auto schweiften - kann natürlich Verfolgungswahn sein, einen Mittzwanziger sieht man in unseren Gefilden aber eher in schwarzen BMWs oder Audis, vielleicht war es doch das Rosso Alfa der Giulietta.

Am See angekommen war dann erst mal Entspannung angesagt, was dann so aussieht:

[bild=10]

Ich will jetzt nicht über den See oder meine Badegewohnheiten referieren - schließlich geht es hier um Autos - aber leider war es dann doch nichts mit Entspannung. Nachdem ich mir früh (13:15) einen Steg am ruhigeren Ende gesichert hatte, dauerte es leider nicht lang, bis 2 Familien mit Kindern diesen ebenso besiedelt hatten und gefühlte 2 Stunden ohne Unterbrechung geschrien, gebombt und geköpfelt wurde. Kann man vielleicht dem Alfa zuschreiben, dass sich als kleine "Wiedergutmachung" eine rassige Mutter neben mir hüftaufwärts nahtlos bräunen wollte... 😉 😁

Wenn man schon mal an einem See parkt und heutzutage dank Smartphone jederzeit eine Kamera dabeihat, bietet es sich natürlich an, auch gleich ein paar Fotos zu machen. Versprecht euch nicht zu viel, geile HDR-Bilder oder ausgefuchste Perspektiven gibt es bei mir eher nicht. Anscheinend hat das aber einen SLS AMG-Fahrer auf den Plan gerufen, der sich praktisch genau in dem Moment hinter meinen Alfa geparkt hat, so gibt es dann Fotos von einem "Exotentreffen", wobei der Mercedes wahrscheinlich gewinnt, obwohl an dem Tag lustigerweise sogar 2 (!) weiße SLS am See standen. Der See ist aber in der in der Regel doch eher von Normalbürgern besiedelt und Parken plus Eintritt kostet 5 Euro, also kein Comer See der Südoststeiermark. 😁

Der SLS-Besitzer wollte zwar nicht über Autos plaudern, da er gerade lautstark telefonierte - obendrein dürfte er aber sowieso der Kategorie "neurreicher Jungprolet" oder "Sohn" zuzuschreiben gewesen zu sein... schließe ich aus seinem Gehabe und dem 150€-Markenpolo. Tja, the best cars are always driven by idiots...

SLS in der Modefarbe Weiß sind übrigens ganz was Fürchterliches - analog zu Rot bei Alfa sollte man diese am besten nur in Silber ausliefern. 🙂

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Um dem Artikel noch ein wenig Praxisbezug zu geben, der Wagen schlägt sich aber auch abseits vom Posing ganz gut, der Kofferraum ist zwar nicht riesig, aber Badegepäck für einen Single hat allemal Platz - Test bestanden. 🙄

[bild=5]

Am Schluss noch ein paar Worte zu einem meiner liebsten Features des Alfa - man glaubt es kaum, aber es ist das Multimedia-System mit USB-Schnittstelle.... 😁

Neben dem im BMW fehlenden Xenonlicht und der Freisprechanlage hab ich als (Rock-)Musikfan mit ordentlicher MP3-Sammlung jahrelang damit gekämpft, Musik im Auto zu haben, da mein BMW leider keine USB-Schnittstelle hatte und ich zu knausrig war, mir diese nachrüsten zu lassen. Immerhin hat das iDrive sogar MP3-CDs (oder -DVDs, wenn ich die Navi-DVD rausnahm) abgespielt, anno 2013 will aber niemand mehr CDs brennen, so liefen meistens Original-CDs (ich hatte eine Mappe mit ca. 20-30 Stück im Auto) oder alte Mix-CDs. Vom Komfort eine "modernen" USB-Sticks war das aber weit entfernt.

So war ein "Must-have" in der Optionsliste des Alfa die USB/Aux-Schnittstelle (in irgendeinem Paket). So gut wie die Blue&Me-Freisprecheinrichtung mit meinem Android-Smartphone (Sony Xperia S, Android 4.1.2, CyanogenMod 10) lief, so einwandfrei wurde mein Sandisk-4GB-Stick erkannt und eingelesen. Es ist ein nicht zu unterschätzender Komfort, 50 Alben (oder mehr) auf einem Medium zu haben und zwischen diesen nach Lust und Laune herumschalten zu können, ohne Gefahr zu laufen, auf die Gegenspur in den nächsten LKW zu kommen. 😁

Um ehrlich zu sein, zu 100% ist die Gefahr auch nicht gebannt, weil meine Jules Italiererin ist und Italiener(innen) bekanntlich keine Deutschen. Was das heißt? Wie schon in #24 erwähnt, bedeutet das, dass "bella macchinas" nicht immer mit State-of-the-art Infotainment und -Bedienung glänzen. Viele von euch werden schon mal einen aktuelleren Fiat als Leihwagen gehabt haben, vielleicht könnt ihr euch grob vorstellen, was ich meine...

Grundsätzlich funktioniert das System recht simpel und selbsterklärend, der Haken dabei ist allerdings, dass gewisse Funktionen nur via Lenkradtasten und Menü im Kombiinstrument angewählt werden können. Natürlich kann man mit den links/rechts-Tasten der Radio-Bedieneinheit zwischen Titeln schalten, bei hunderten Songs und dutzenden Alben muss man aber doch in die Untermenüs, um einen Künstler oder ein Album/Genre auszuwählen.

Hierzu muss man dann folgende Prozedur ohne Tippfehler bestehen (Angaben ohne Gewähr)

  1. Menütaste
  2. Auf "Media Player" + [OK]
  3. "Erweiterte USB-Einstellungen" (klar, oder?) + [OK] 😁
  4. Mit den Steuertasten am Lenkrad zwischen "Ordner/Künstler/Genre/Album" oder "Alle Abspielen" auswählen + [OK]
  5. [Wenn nicht "Alle abspielen"] Bei Album/Künstler/Ordner in der Gruppierung den richtigen "Bereich" (zum beispiel Abba bis Green Day) auswählen
  6. Entweder "Alle abspielen" (spielt die ganze Kategorie) oder einzelne Titel wählen + [OK]
  7. Es ertönt Musik 😁 😁 😁

Immerhin kann man dann ganz normal am Radio mit links/rechts Titel weiterschalten oder mit rauf/runter z.B. Künstler/Alben/Genres wechseln (je nachdem, was man gerade ausgewählt hat). Das heißt, in der Praxis stellt man es einmal auf Künstler/Album und geht dann die nächsten 3 Monate nicht mehr ins Untermenü via Bordcomputer... 😉

Hier sieht man schon, dass es relativ schwierig ist, moderne Datenmengen über ein mehr oder weniger "klassisches" Bediensystem ohne Touchscreen oder zumindest einen großen Monitor zu verwalten. Ich hab mich daran gewöhnt und finde meine Lieder mittlerweile zuverlässig. Glaube kaum, dass das große Navi mit Bildschirm für 1000+ Euro hier sehr viel bedienfreundlicher gewesen wäre - so hab ich mir das Geld gespart und nur die Vorbereitung fürs mobile Navi mitgestellt (sollte ich mir auch mal beim Freundlichen abholen, gibts leider nur im Zubehör).

Zur Veranschaulichung noch ein paar Bilder aus dem Bordcomputer:

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Ich hoffe, meine Einblicke ringen euch den einen oder anderen Schmunzler ab oder geben euch zumindest ein paar Einblicke in Dinge, die normalerweise nur am Stammtisch mit einem flockigen Witz abgetan werden, bevor man weiter über die breiteren Vorderreifen des RS3 herumschwadroniert. 😉

Mir machen solche kleinen Unzulänglichkeiten nichts, denn Perfektion wäre ohnehin langweilig und ich hab nach wie vor viel Freude mit Jules... PERIOD. 🙂

Gute Fahrt und MFG,
DoNuT / Florian


Fri Jul 12 21:46:18 CEST 2013    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: 3 (940), Alfa Romeo, Erfahrungsberichte, Fahrbericht, Giulietta, Testfahrt, Vorstellung/Fahrbericht

Wie man schon im vorhergehenden Artikel Nummer 23 geschrieben, hab ich vor kurzem (zumindest für manche) einen radikalen Schnitt gemacht und hab mich automobil verändert. Alfa statt BMW, Kompakter statt klassischer Limousine, Diesel statt Benziner, Rot statt Dunkelgrau - unterm Strich hat es aber immer noch 4 Räder und ist in der Bedienung nicht grundsätzlich anders, insofern wohl eher nur für Autokenner ein wirklich "radikal"... 😉

Seit letztem Freitag hab ich meine "Jules" nun, die vergangene Woche war dann sowas wie der "Alltagstest" mit Pendeln, Arbeit, Einkäufen und ein paar privaten Spritztouren. Nicht genug für einen abendfüllenden Film, aber zumindest für einen praxisnahen Eindruck, wie sich so eine "Diva" im Alltag macht. 🙂

[bild=1]

Zunächst fangen wir mal mit der Außenwirkung am - die "Heydays" von Alfa Romeo sind wohl seit einigen Jahren vorbei, anscheinend hat man nach den goldenen 60ern, 70ern und 80ern wohl einigen Erklärungsbedarf, wenn man in unseren Gefilden einen Scudetto druch den Straßenverkehr kutschiert. Die Statements meiner Arbeitskollegen und Freunde reichten von "feminen Touch" und "Frauenauto" über Verwunderung über den Markenwechsel bis hin zu Anerkennung und Interesse an einem doch eher seltenen Gewächs - zumindest verglichen mit Golf & Co.

Im Grund wars mit dem BMW das Gleiche, Autos (egal, welcher Art) stoßen auf Neid, Anerkennung, Interesse oder Teilnahmslosigkeit - mit Gewalt seinen Standpunkt durchzusetzen führt nur zu endlosen Diskussionen und Streit, weshalb ich über die Jahre (und seit dem Kauf meines 3ers) um einiges gelassener geworden bin - der Alfa muss nur mir gefallen, alle anderen dürften gerne ihre eigene Meinung dazu haben - akzeptiert... 😉

Nachdem ich nach etwas mühsamen Verhandlungen nun auch die "Altlast" 318i abgestoßen habe und der Wagen nun je Vertrauenswürdigkeit der türkischstämmigen Käufer entweder beim Fähnchenhändler irgendwo in Wien oder bei der geplanten Urlaubsfahrt am Bosporus ist, konnte ich mich nun endlich in Ruhe dem Alltag mit meinem neuen Wagen widmen.

Der Übersichtlichkeit halber zur Abwechslung mal mit dem Versuch einer thematischen Gruppierung anstatt wie üblich frei von der Leber geschrieben...

Alltag/Karosserie

Kurz und knapp gesagt: wer einen Kompakten der Machart kauft, sucht kein Raumwunder mit tauchglockenhafter Übersichtlichkeit. Trotz gut 4,30 Länge darf man sich keine Wunder erwarten, der Kofferraum hat eine ziemlich hohe Ladekante und der wuchtigen Kehrseite der Giulietta zum Dank auch den voluminösen Stoßfänger mit ca. 15-20 cm Innenkante davor. Für mich ist das absolut OK, weil der Kofferraum an sich groß genug für mein Alltagsgepäck ist und ich kaum täglich Getränkekisten transportiere, erwähnt sollte es auf jeden Fall sein.

Die Übersichtlichkeit ist zwar bestimmt nicht Benchmark in der Klasse, vor allem die flach stehenden A- und die C-Säulen schänken die Sicht teilweise ein, zu meiner Überraschung ergeben sich daraus aber zumindest mit Einparkhilfe keine Problem im Alltag - man übersieht keine Autos auf der Autobahn, überrollt keine Radfahrer und rammt auch keine Züge am ungeregelten Bahnübergang. 😁

Auch die Front lässt sich aus meiner Sitzposition schwer abschätzen, dagegen hilft in erster Linie mit Lichthupe die Wand zu "ertasten" oder gleich rückwärts einzuparken... 😉

Fahrgefühl

Nach einigen Tagen und einem guten Mix aus Landstraße, Autobahn und Stadtverkehr lässt sich ein erstes Bild zeichnen. Ohne Frage ist die Giulietta gemäß ihrer Ausrichtung eher auf der sportlichen Seite angesiedelt, d.h. die Lenkung ist relativ direkt und das Fahrwerk kurventauglich und straff, aber in Summe vollkommen alltagstauglich, auch der Federungskomfort geht für meine Verhältnisse noch in Ordnung. Hardcore wirds wohl erst mit Sportfahrwerk, 18-Zöllern oder spätestens in der QV-Ausführung.

Grundsätzlich finde ich die Abstimmung genau richtig für mich, weil ich nicht permanent wie eine gesengte Sau fahre (vor allem in der Stadt nutzlos), aber doch manchmal auf der Heimfahrt ein paar Kurven auskoste - hier ist der DNA-Schalter wirklich interessant, weil die im Normalbetrieb recht leichtgängige Lenkung in "Dynamic" ziemlich streng wird, was ich vom 3er kommend begrüße. 90% der Zeit wirds zwar "Normal" bleiben, aber ich find genial, was mit ein paar veränderten Steuergerätroutinen möglich ist.

Mittlerweile traue ich mir einen Vergleich zum BMW zu und komme zu dem Schluss, dass Fahrwerk und Lenkung beim E90 doch eine Ecke besser waren. Heckantrieb, bessere Gewichtsbalance und längerer Radstand ergeben in Summe eine souveräneres Fahrgefühl, der Alfa geht zwar auch ordentlich ums Eck (wahrscheinlich in Summe nicht mal langsamer als der BMW), im Normalmodus zirkelt es sich mit leichtem Eintauchen und der etwas zu gefühllosen (wenngleich präzisen Lenkug) nicht so ganz so toll um Biegungen.

So negativ ist das aber nicht gemeint, die Giulietta macht auf der Landstraße trotzdem viel Spass und fährt sich ansonsten angenehm wie Golf & Co.

Motor/Antrieb

Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt bei einem Auto, nämlich Motor und Getriebe. Hier muss ich einfach mal meine Begeisterung für den Motor vorwegnehmen. Der 2.0 JDTM fährt sich nicht so harmonisch wie ein Benziner, aber die Kraftentfaltung ab 2000 Touren ist einfach der Hammer. Es macht Spaß, den Schub auszukosten, der Wagen geht vorwärts, sodass ich dem 318i in der Hinsicht keine Träne mehr nachweine - hat der Wagen sein Drehmomentplateau erreicht, geht es vorwärts, dass es eine Freude ist. Obwohl ich ironischerweise mit dem BMW jahrelang mit Benziner bis zu 30tkm im Jahr gependelt hab und kurz vor dem Umstieg auf den Alfa in die Stadt gezogen bin, halte ich den Motor für die richtige Wahl - nicht aus ökonomischen Gründen, sondern rein als "Lustkauf".

Stichwort Stadt: hier fällt der Umstieg vom BMW am stärksten auf. Verglichen mit dem 3er ist die Kupplung seeeehr leichtgängig und es braucht etwas Gefühl, schnell aber ohne viel Schlupf einzukuppeln, was anfangs an Ampeln noch nicht immer so perfekt von der Hand (oder vom Fuß) ging, dürfte aber Gewöhnungssache sein. 

Überraschenderweise ist der Motor auch untertourig gut fahrbar, meinen Eindruck vom Golf IV 2.0 TDI (hier im Blog), bei dem ich zwischen 3/4. Gang herumgeflippert habe, bestätigt sich nicht. Will man mal nicht schalten, kann man auch in der Dritten durch einen Kreisverkehr, auch der 4. Gang im 50er geht locker. Einzige Disharmonie ist der Übergang von 1. auf 2. Gang - hier will der sanfte Anschluss wohl auch noch gefunden werden, da bin ich mit dem BMW besser weggekommen.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass der Motor ein Diesel ist und ohne Zweifel so klingt - besonders bei niedriger Geschwindigkeit und beim Anfahren in der Stadt lässt sich das Antriebsprinzip nicht verheimlichen... 😁

Auch hier gilt - was in der Autobild die natürliche Hackordnung herstellt und im Vergleich zum Golf ein paar Punkte kostet, ist mir relativ egal - der Klang ist markant, aber nicht störend. Geht wohl Millionen Dieselfahrern so, die Vorteile des Konzepts überwiegen aber hier wie im Allgemeinen.

Bedienung/Sonstiges

Last, but not least noch ein paar Worte zum Innenraum und zur Bedienung der doch recht reichthaltigen Ausstattung (Tempomat, Bordcomputer, Radio inkl. USB-Audio, Sprachsteuerung und Bluetooth):

Der Großteil der Bedienung erfolgt über klassische Drehregler und Tasten - wir haben ein Radio mit 6 Stationstasten (interessanterweise gibt es für FM-Sender hier 2x6 Speicherplätze), eine Klimaautomatik mit 2 Zonen und handelsüblichen Drehreglern, sowie Zonenwahl, Automatikmodus, Entfrosten und Umluft.

Etwas eigenwillig ist der Tempomat, der zunächst per Drehschalter am Hebel aktiviert werden muss, zum Speichern der Geschwindigkeit muss der Hebel noch mal hoch/runtergedrückt werden. Anscheinend lässt sich der Tempomat nur komplett (Drehregler auf "aus"😉 oder per Bremse/Kupplung deaktivieren, hier wäre eine 3. Möglichkeit zum temporären Ausschalten auch ganz nett gewesen - immerhin lässt sich die gespeicherte Geschwindigkeit auf Knopfdruck wie üblich wieder abrufen. Nach ein paar Tagen geht aber auch das in Fleisch und Blut über und nervt kaum mehr.

Zu guter letzt noch ein kurzer Exkurs über die restlichen Funktionen (Bordcomputer+Freispreicheinrichtung), die über Lenkradtasten gesteuert werden - hier merkt man dann schon, dass bei Premiumherstellern mehr Entwicklungsaufwand in die Bedienlogik gesteckt wird, aktuelle System alà iDrive sind da schon einen Schritt voraus, obwohl die Menüstruktur vom Alfa keinesfalls unlogisch ist. Sogar mein Android-Smartphone wurde inkl. aller Kontakte einwandfrei erkannt und die Freisprecheinrichtung funktioniert blendend, nur hatte ich anfangs oft das Problem, durch Fehleingaben jemanden angerufen zu haben, wobei man Gespräche im Aufbau anscheinend nicht via Lenkradtasten beenden kann, bevor das Gegenüber abgehoben hat - kann man aber auch als italienische Höflichkeit werten, keinen Plausch auszulassen... 🙄 😉

USB-Audio hab ich heute nur mal stichprobenartig angetestet und noch nicht herausgefunden, wie man zwischen Interpreten oder Ordnern springt, immerhin wurde mein 4-GB-Stick erkannt und schnell eingelesen.

Fazit

Ihr mögt euch vieleicht wundern, wieso doch recht viel Negatives zu lesen ist und ich nun trotzdem sage, dass ich den Kauf absolut nicht bereue. Ich liebe meinen Alfa, Perfektion war absolut kein Kaufkriterium - für das tolle Design und das sportliche Fahrgefühl nehme ich die paar Funktionalitätsmängel gerne in Kauf und erfreue mich an den schönen Seiten des Fahrens, anstatt mich über fehlende Chromringe an den Klimareglern zu mokkieren... besser kann man bewährte Großserientechnik nicht verpacken. 


Sat Jul 06 13:19:03 CEST 2013    |    DoNuT_1985    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: 3 (940), Alfa Romeo, Giulietta

Heute ist (bzw. gestern war) wieder mal ein aufregender Tag in meinem Autoleben... kurz gesagt, es gibt einen neuen fahrbaren Untersatz, und zur großen Verwunderung meiner Freunde und Bekannten ist es nach 5 Jahren mit meinem treuen 3er-BMW doch kein bayrisches Fabrikat mehr geworden, sondern was ganz anderes... 😉

Wie man auf den Bildern sieht, ist es eine neue Alfa Giulietta geworden - selbstständlich in Rot - alles andere wäre ein Sakrileg (nennt mich einen verbohrten Traditionalisten 😁 )

Man könnte sich fragen, was mich auf die Idee gebracht hat - war es Verzweiflung mit dem BMW, hab ich keine Ahnung (Italiener!), hat das Geld für nix besseres gereicht...?

Die Antwort ist eigentlich ganz kurz: der Wagen gefällt mir einfach, meiner Meinung nach ist die Giulietta der schönste Kompakte am Markt - als Bonus fährt man damit einen kleinen Exoten in der ganzen Masse aus grau-schwarz-silber-weißen Golfs, A3s, 1ern und Leons.

Der Gedanke, es mal mit einem Alfa zu probieren, ist schon über längere Zeit gereift, anfangs war ich vom Probesitzen auf einer Automesse 2011 doch etwas ernüchtert (boah, was für eine dunkle Höhle im Vergleich zum BMW), dennoch kam ich von meiner "Jules" irgendwie nicht mehr los.

Im Frühjahr nahm das "Projekt" dann schön langsam Gestalt an: zuerst mal einige Zeit in Preislisten, Ausstattungslisten und dem Konfiguration gewälzt, um einen Überblick zu bekommen, was das Auto haben sollte. Preislich ist der Alfa nicht gerade günstig, daher war der Fokus zunächst ein Vorführer/Gebrauchter.... keinesfalls über 25000€, wenn ich länger suche, ists auch kein Problem - der 3er hätte wohl noch mindestens 100.000 km durchgehalten... 😉

Gottseidank hab ich einen guten Kontakt zur Autobranche in der Familie, weshalb sich die Sache nicht ganz so schwierig gestaltete, weil ich so Zugang zum österreichweiten Carpool des Importeurs gehabt hätte... hier war die Auswahl aber auch eher begrenzt, wenn es um einen 2.0 JDTM in Rot mit passender Ausstattung ging. 🙁

Dann wurde doch an mich herangetragen, es mit einem Neuwagen zu versuchen - mit den entsprechenden Kontakten ließe sich da schon was machen, sodass meine Konfiguration plötzlich doch im Rahmen des möglichen war und ich Anfang Mai eine Giulietta 2.0 JDTM mit ordentlicher Ausstattung (Distinctive mit Xenon, 17-Zöller, Freisprecheinrichtung, diverse Pakete) bestellt habe.

Nun hieß es ca. 8 Wochen warten, am gestrigen Freitag war es nun so weit - alles war abgewickelt, die Papier inkl. Zulassung befanden sich in meinem Besitz und nun musste ich nur mehr den Wagen abholen - nicht beim Händler ums Eck, sondern im ca. 350 km entfernten Salzburg - in alter Tradition, auch den 3er hab ich damals dort abgeholt... 😉

So hieß es nur mehr"früh raus aus der Arbeit" und ab nach Salzburg (danke an die Mitfahrgelegenheit, Ford Galaxy 2.0 TCDI PowerShift ist doch komfortabler als die österr. Bundesbahn). Um 14:30 war es dann soweit: Ankunft bei der Niederlassung, im Schauraum stand eine einzige rote Giulietta und nun musste nur mehr eine letzte Unterschrift gesetzt werden, bevor die Kennzeichen raufgesteckt werden konnten.

Der Verkäufer war wohl etwas baff, dass ich bei seiner Einführung ins Auto bei den meisten Punkten schon vorausgegriffen habe und mein Handy ohne Anleitung binnen 30 Sekunden mit Bluetooth gekoppelt habe, aber als Programmierer, Android- und Computerfreak hat man schon Schlimmeres und Komplizierteres als die Bedienlogik von Blue&Me gesehen... 😁

Eine halbe Stunde später ging es nun endlich los - naja, fast. Der Wagen hatte 2km am Tacho, allerdings auch ungefähr soviel Liter Diesel im Tank, also mussten für die 3-Stunden-Fahrt nach Hause nochmal über 50 Liter desselben nachgedankt werden. 🙂

Ein kurzer Stopp in einem Markenoutlet direkt an der AB-Auffahrt und den Kauf einer 25€-Fleecejacke später gings nun los - die ersten Kilometer in meinem ersten Neuwagen... irgendwie doch ein besonderes Gefühl, auch wenn ich natürlich schon Probe gefahren bin und die knackige Schaltung, die gute Lenkung und das trittfeste Fahrwerk doch gewisse Parallelen zum 3er aufweisen - obwohl ein Frontantriebs-Dieselkompakter natürlich ganz was anderes als eine 3er-Limo ist. 🙂

Die Heimfahrt verlief (bis auf 1-2 Regengüsse im Salzburgerischen) reibungslos und ich hatte nun endlich Gelegenheit, mich an mein neues Fahrzeug zu gewöhnen. Eines lässt sich nach 5 Kilometern sagen: der Umstieg vom BMW fiel deutlich leichter als gedacht - man hat nicht das Gefühl, automobil abgestiegen zu sein, zumindest im Vergleich zum kargen Cockpit des 3ers E90, der natürlich etwas bessere Kunststoffe hat, vom Design her aber nicht mithalten kann... 😉

Der 140 PS starke Zweiliterdiesel ist für einen Benzinerfahrer anfangs doch etwas gewöhnungsbedürftig, weil er sich zwar im Normalverkehr schaltfaul fahren lässt (z.B. im 3. durch Kreisverkehre), aber doch seinen Ladedruck braucht und erst ab entsprechender Drehzahl wirklich engagiert zur Sache geht - hier kommen wir zu den DNA-Fahrprogrammen, die wohl etwas an der Servounterstützung, der Gaspedalkennlinie und zumindest in "D(ynamic) auch etwas am Motorkennfeld herumspielen. 'A(ll weather)' braucht man wohl nur im Winter, während 'N(ormal)' für 90% der Fahrsituationen das Richtige ist, der Sport-Modus ist für die seltenen Momente, in denen man mal etwas zügiger fahren will aber genau das Richtige... in erster Linie dank einer anderen Gaspedalkennlinie, sodass die Fuhre schon ab Halbgas richtig gut anspricht - vor allem für einen langjährigen Fahrer eines vielgescholtenen BMW-Vierzylinders.

Irgendwie merkt man dem Motor schon noch an, dass er seine Einfahrkilometer noch vor sich hat, weil er untenrum etwas zugeschnürt ist, aber ich bin zuversichtlich, dass sich das noch ins Positive entwickeln wird. Bin aber schon jetzt vom Motor begeistert - was die Maschine mit dem Wagen bei Richtgeschwindigkeit im 5. Gang oder im 4. aus dem Ortsgebiet raus veranstaltet, hätte meinen 3er schon schwer in Bedrängnis gebracht - es macht einfach Spass, auf der Autobahn mit Punch an Steigungen zu überholen oder auf Landstraßen die üblichen A3-Kompakten mit einem Sprint am Ortsende auf Distanz zu halten.... Gut, dass ich die Herumrechnerei gelassen habe und statt dem 1.4 TBI-Benziner wahrscheinlich einen von fünf 2.0 JDTM in Österreich gekauft habe.... 😁

Wenn wir übers Auto reden, muss man natürlich auch erwähnen, dass auch der wahrscheinlich beste Alfa seit der Abkehr von der Transaxle-Bauweise bei weitem kein perfektes Auto ist, aber dessen war ich mir vor dem Kauf und auch im Moment der Unterschrift voll bewusst. 😁

Die Bedienung der Multimedia-Systems ist selbst im Vergleich zum 8 Jahre alten iDrive der ersten Generation in meinem BMW nicht gerade ein Fortschritt, der Tempomat ist auch etwas gewöhnungsbedürftig und an ein paar Stellen im Kofferraum sieht man schon, wieso ein VW Golf in Autobild-Tests doch ein paar Punkte mehr in Sachen Qualität und Verarbeitung kassiert.

Nur wie so oft im Leben ist "perfekt" nicht immer das Richtige - ein Golf oder auch A3 wären für mich nicht in Frage gekommen, weil beide einfach relativ emotionslose Kisten sind, Vergleichstestsiege hin oder her. Wenn ich runter in die Garage blicke und mich die wuchtige Schnauze meiner roten Diva empfängt und mir ein Lächeln auf die Lippen zaubert, weiß ich allerdings sofort, dass es die richtige Entscheidung war.

Am Schluss noch etwas Musik, nämlich 'Recovery' von Frank Turner - irgendwie ist mir der Song einfach hängengeblieben, weil es der erste Song im Radio war, als ich ein paar Kilometer vor meinem Zuhause endlich den vertrauten Sender einstellen konnte und wohl mit einem ziemlich ausgeprägten Grinsen mit-drummend und -singend ein paar andere Autofahrer an der Ampel irritiert habe... 🙄

Frank Turner - Recovery (Tape Deck Heart, 2013)

*edit* Da die GEMA ein Spielverderber ist, hier ein Link zu einer Liveversion, der hoffentlich auch in D funzt... 😉