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01.03.2020 10:31    |    jennss    |    Kommentare (89)

Winsen 2018
Winsen 2018

In Foren und Instagram-Kommentaren (E-Auto-Werbung) sehe ich noch sehr viel Gegenwind für die Elektromobilität. Manche scheinen ihre Meinung/Ansicht immer weiter zu verfestigen, weil sie sich bereits positioniert haben und diese Position verteidigen.

 

Ich denke, es fehlt noch eine Menge Aufklärung zur Elektromobilität. Jedoch meine ich damit weniger den Aspekt der Umweltfreundlichkeit, denn den sehe ich eher als Ausrede. Ich habe schon öfter gelesen, dass man kein E-Auto will, weil es nicht umweltfreundlich sei. Ich halte das für einen Vorwand, denn wer hat schon bisher wirklich besonders auf die Umweltfreundlichkeit seines Autos geachtet? In Wirklichkeit will man meist nicht wechseln. Warum?

 

 

 

  • Sie sehen nicht den Reiz/Grund, die Technik zu wechseln.
  • Sie kennen es nicht mit dem Laden, mit Apps (freie Ladesäulen finden), den Ladekarten, den Kilowatt(stunden), den Steckern, AC/DC (Typ2/CCS)... Das schreckt ab. Man glaubt, man lädt ewig, es funktioniere nicht für Laternenparker, man kann keine Langstrecken fahren etc.

 

Genau da sollte mehr Aufklärung betrieben werden und zwar vor allem praktisch.

 

Die Autofahrer müssten mehr unkomplizierte Möglichkeiten bekommen, E-Autos und das Laden selbst zu erleben. Ich denke, dann wird die Meinung viel eher umschlagen als durch tausend Diskussionen, in denen die Leute ihre Positionen darin nur noch weiter verfestigen. Die Regierung sollte öffentliche, freie Aktionstage (Messen) zur Elektromobilität veranstalten, an denen Leute die Möglichkeit bekommen, E-Autos ohne großen Aufwand zu fahren und die Apps zum Finden freier Ladesäulen und kWh-Preise entdecken zu können. Die Probefahrten sollten zum einen auf abgesperrtem Gebiet ohne Formalitäten und zum anderen auch in der Stadt wie eine normale Probefahrt stattfinden können. Es müssten Veranstaltungen ohne Eintrittspreise sein.

 

Zwar bietet sich eigentlich ein Verkehrsübungsplatz dafür an, doch ich denke, es wäre noch wichtiger, näher an die Leute heranzukommen, also eher in Zentrumsnähe Möglichkeiten zu schaffen. Es ist wichtig, dass man sich bei der Planung solcher Aktionstage in das Denken der kritischen Menschen hineinversetzt bzw. dieses kennt. Und man muss Verständnis für ihre Zweifel haben, sowie sich sehr gut auskennen bzgl. der Möglichkeiten in städtischen und ländlichen Gebieten etc.. Eine Bekannte von mir war z.B. erstaunt, dass man ein E-Auto an normaler Schukosteckdose laden kann... :)

 

Schön publikumsnah und viel beachtet, aber leider ohne direkte Probefahrmöglichkeit, wären Ausstellungen Shoppingcentern. Naja, man könnte dabei zumindest auf einen Verkehrsübungsplatz mit verfügbaren E-Autos hinweisen.

 

Sie sollten zum einen den Reiz des elektrischen Fahrens entdecken (Komfort, Fahrspaß) und zum anderen auch Bedenken der praktischen Tauglichkeit ablegen (Laden, Reichweite, Vertrauen nicht liegenzubleiben). Sie müssen das Fahren und Laden mit AC/DC live erleben. Es nützt nicht so viel, wenn E-Auto-Fahrer von ihrem Vehikel schwärmen. Die werden dann leicht mal eben als Freaks abgetan. Man muss ein E-Auto erleben. Die Reaktionsfreudigkeit mit seinem unverzögertem, kräftigen Ansprechen generiert nicht nur Spaß durch Dynamik, sondern auch Entspannung durch Einfachheit der Kontrolle. Kein anderer Antrieb, konventionelle Automatikschaltungen eingeschlossen, ist derart komfortabel und entspannend zu fahren. Normale Automaten hätten sicher mehr Zuspruch, wenn sie perfekter funktionieren würden, d.h. frei von Verzögerungen wären (Zurückschalten, Anfahren mit Start-Stop-System etc.), was technisch nur begrenzt verbesserbar ist, sowie auch nicht den fetten Aufpreis hätten.

 

Probefahrten müssten vor allem Begeisterung auslösen. Dies ist schon oft der Fall, wenn Autofahrer beim Händler eins probieren. Leider sind erstens noch viele Händler rund um die E-Mobilität nicht besonders gut informiert und zweitens finden Probefahrten auch immer erst statt, wenn ein gewisses Interesse besteht. In dem Fall ist ja schon der erste wichtige Schritt getan. Die Bundesregierung sollte hier jedoch bei jenen ansetzen, deren Neugierde noch gar nicht geweckt ist. Geplant werden muss so ein Aktionstag natürlich vor Ort, aber es sollte aus dem großen Topf zur E-Mobilität Zuschüsse dafür geben und es kann gerne ein Dokument zur Planungshilfe und mit Vorgaben erstellt werden.

 

Rein informativ sind dabei natürlich auch die finanziellen Aspekte zu erläutern, wie Fahrkosten, Wartung etc., sowie einen aktuellen Marktüberblick zu verschaffen, damit Interessenten erkennen, welche Eigenschaften eines E-Autos für sie von Bedeutung sind und welche weniger. Ist der Mensch erstmal angefixt vom E-Auto, schwirren die Gedanken manchmal schon um einen Wechsel, weil man will.

 

Solche praktischen Erfahrungen erscheinen mir effektiver als tausend Worte.

j.

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01.03.2020 10:42    |    PIPD black

Frage: Gestern war ein Artikel in der Zeitung, dass Smart jetzt vollelektrisch ist. Dazu blieben die Preise konstant. Der Fortwo würde ca. 21 k€ kosten. Gehen da die 6 Mille noch runter oder nur die 3, weil der Hersteller seinen Anteil da schon eingerechnet hat?


01.03.2020 10:45    |    jennss

Da gehen noch mindestens 6000 € runter und oftmals noch ein paar weitere Prozent. Den Herstelleranteil hatte Tesla mal in ausgeschriebenen Preisen auf der Homepage eingerechnet. Ich glaube, das ist nicht mehr zulässig, bin mir aber nicht sicher.

j.


01.03.2020 10:54    |    bietl

"Sie kennen es nicht mit dem Laden, mit Apps (freie Ladesäulen finden), den Ladekarten, den Kilowatt(stunden), den Steckern, AC/DC (Typ2/CCS)... Das schreckt ab. Man glaubt, man lädt ewig, es funktioniere nicht für Laternenparker, man kann keine Langstrecken fahren etc."

 

Oder sie kennen es genau. Den Ladekarten Urwald, ausgefallende Ladesäulen oder welche die man nicht benutzen kann. Irrwitzig unterschiedliche Abrechnungsmodelle und z.T. völlig überzogene Tarife.

 

Ich verstehe Deinen Ansatz. Löblich.

 

Aber Aufklärung hilft dem derzeitigen Zustand der deutschen Ladelandschaft nicht ab.

 

Und der Traum vom schnellen Aufladen endet in den Foren mit Rapid Gate oder bei einer TESLA Empfehlung den SUC Anteil wg. der Batterielebensdauer zu reduzieren. (Kein spez. TESLA Problem, sondern derzeit Stand der Technik, werden wir beim ID3 genauso kennenlernen)

 

So etwas finden auch informierte User problematisch, da sind die Ahnungslosen fast besser dran.


01.03.2020 11:02    |    jennss

Zitat:

@bietl schrieb am 1. März 2020 um 10:54:23 Uhr:

Oder sie kennen es genau.

Aus der Praxis? Bevor ich das erste mal öffentlich geladen habe, dachte ich auch, dass es furchtbar kompliziert ist. So sehe ich es jetzt nicht mehr. Es funktioniert einfach: Anstecken, Ladekarte an den Sensor der Ladesäule halten, Ladezeit nutzen, abstecken und fertig. Klar, es kann vorkommen, dass mal irgendwo eine Ladesäule defekt ist (hatte ich noch nie), aber das ist doch die Ausnahme. In dem Fall weiß man dann aber auch, wohin man sonst fahren kann (App). Es ist wie Tanken. Beim ersten Mal ist man noch sehr vorsichtig, es fehlt die Routine. Man muss sich ja auch erstmal eine Ladekarte besorgen. Später ist der Stress weg, weil man es kennt.

 

Bis zu einer bestimmten Prozentzahl und nicht darüber zu laden, können die echten Freaks machen, holt vielleicht noch einen Tick an Lebensdauer heraus. Für das Volk hat der Hersteller ansonsten schon genug Differenz zwischen Netto- und Bruttokapazität eingeplant. Einfach bis 100% laden.

j.


01.03.2020 11:12    |    motor_talking

Ich denke, es gibt beides:

Manche zweifeln den CO2- Vorteil des E- Autos an, manche fürchten die (tatsächlich existierenden) Kinderkrankheiten der Ladestationen. Und manche schätzen nur den Komfort des einfachen Benzin- Tankens und schieben dafür CO2- Gründe vor.

 

Aber du hast völlig Recht, eigene Erfahrung wirkt am überzeugendsten: ich hatte erst auf einer Messe eine Mitfahrt in einem Hybrid, ein paar Jahre später einen i3 für einen Tag gemietet. Seitdem fasziniert, und jetzt fahre ich schon mal ein PHEV als Erstwagen.

Für ein BEV war ich trotz "anfixen" noch nicht überzeugt genug. Die waren teurer, und die Bedenken wegen zu weniger, besetzter oder defekter Ladesäulen (ich kann nicht daheim laden und fahre auch Langstrecken) haben sich leider bestätigt. In ein paar Jahren ist das aber vielleicht anders.


01.03.2020 11:14    |    bietl

Aus der Praxis: Dienstlich. Verschiedene Strecken. Zeitdruck. Auch die gemütlichen werden manchmal gequält:

https://www.goingelectric.de/forum/viewtopic.php?f=102&t=55459 Freilich ist Gratisladen ohnehin eher Vergnügen, denn Marker für Planungssicherheit.


01.03.2020 11:24    |    jennss

Gratisladen ist nicht in den Apps zu sehen. Da kann man vorher nicht gucken, ob eine Säule besetzt ist, aber man kann sich auch nicht beschweren, weil es halt gratis ist :). Bezahlstationen sieht man in den Apps (Besetztzustand, Preise) und da kann man auch nicht von anderen abgesteckt werden.

j.


01.03.2020 11:42    |    Brot-Herr

Ich kann mir halt die Anschaffung nicht leisten. Zumindest finde ich kein für mich finanzierbares familientaugliches Elektroauto mit den Features, die ich behinderungsbedingt brauche (tiefer Einstieg, große Heckklappe, bei steilem Heck selbige fernbedienbar) oder auf die ich bestehe (Schiebedach, kein Touchscreen, ...). Die beste Chance, die ich hatte, war und ist mein inzwischen 10 Jahre alter Prius.


01.03.2020 11:48    |    cinfo

Ich habe uns jetzt ein neuen PHEV bestellt, weil es eigentlich mit dem Laden in der Öffentlichkeit hier gut aussieht und meine Frau gerne bei einer Supermarktkette das Auto zum Laden hinstellt und dort einkauft.

Am Anfangt benötigt man schon ein dickes Fell, weil das E-Tanken ja nur mit feundlichen 3,7KW (Dauer 3 Stunden - 80%) an eine 43KW Säule geht. Aber für den Stadtbetrieb reicht es dann wieder. Es wär schön gewesen wenn man nicht nur 50KM Reichweite als Pflicht (PHEV) gemacht hätte sondern 100KM, dann würden die PHEV´s bestimmt auch schneller (z.B. 22KW) über den TYP2 laden.


01.03.2020 11:52    |    pcAndre

Morgen...!

Wer mal Autogas gefahren ist, kennt die vielen Diskussionen. Ich kenne das seit 14 Jahren ;)

Hauptsächlich sind das Themen, die mal in den Raum gestellt worden, aber schlicht falsch sind.

Demnächst wird mein V8 durch nen Skoda Elektroflitzer im Kleinformat ersetzt. Die Probefahrt war echt Wahnsinn!:)

Bei meinen Kollegen ist die Scheu ebenfalls sehr groß, obwohl unser Arbeitgeber kostenlose Zapfsäulen zur Verfügung stellt. An denen man täglich ne freie Dose findet. Ausgeweitet wird das Angebot ohnehin.

Die Kritikpunkte sind wie folgt:

- Laden dauert soo lang und nicht überall möglich

- Was mach ich bei längeren Strecken bzw Urlaub (Argument von einer, die mit nem A1 nur auf Arbeit fährt und daheim noch nen größeres Auto hätte)

- Wie weit komm ich wohl im Winter (Mütze und Jacke anziehen)

- Bei tiefen und hohen Temperaturen kann nur schlecht geladen werden und die Reichweite sinkt

- Umweltthema Akkuherstellung

- Wie lange hält der Akku bzw wie lange gilt die Garantie und wie teuer wirds danach

- Aus meiner Sicht ist die Ruhe beim fahren ein positiver Punkt, wird aber durch die Kollegen negativ aufgefasst, da das doch das Autofahren aus macht

- Was setzt sich final wirklich durch Elektro oder doch vielleicht Wasserstoff

- Was erhalte ich noch nach X Jahren für den Wagen

- sehr günstige Gesamtkosten, wenn man kostenlos Laden kann! Hier stelle ich zunehmend fest, dass die wenigsten ihre wahren Kilometerkosten (Vollkosten) kennen. Da wird das Gesicht schnell lang, wenn der tägliche Weg zur Arbeit (40 km x ~35 Cent) rund 14 EUR kostet.

 

Insgesamt lässt sich festhalten, dass sich jeder in irgendeiner Form bereits seine Meinung gebildet hat. Mit oder auch mit weniger fundierten Zahlen/Daten/Fakten. Am Ende wird, aus meiner Sicht, alles eine Frage der Kosten sein. Erst wenn die Verbrenner deutlich teurer zu bewegen sind, wird sich nach alternativen umgeschaut!!! ;)

 

MfG André


01.03.2020 11:54    |    jennss

Zitat:

@cinfo schrieb am 1. März 2020 um 11:48:02 Uhr:

Ich habe uns jetzt ein neuen PHEV bestellt, weil es eigentlich mit dem Laden in der Öffentlichkeit hier gut aussieht und meine Frau gerne bei einer Supermarktkette das Auto zum Laden hinstellt und dort einkauft.

Am Anfangt benötigt man schon ein dickes Fell, weil das E-Tanken ja nur mit feundlichen 3,7KW (Dauer 3 Stunden - 80%) an eine 43KW Säule geht. Aber für den Stadtbetrieb reicht es dann wieder. Es wär schön gewesen wenn man nicht nur 50KM Reichweite als Pflicht (PHEV) gemacht hätte sondern 100KM, dann würden die PHEV´s bestimmt auch schneller (z.B. 22KW) über den TYP2 laden.

Naja, wir haben selbst einen PHEV. Ich halte den nicht für ideal für Laternenparker, weil es einfach zu lange dauert. Aber es gibt auch schon PHEVs, die schneller laden können (Mercedes A250e, Polestar 1). Ich denke, mit 3,7 kW täglich an öffentlichen Ladesäulen ist das eher zum Abgewöhnen ;). Naja, wenn man Glück hat, passt es vielleicht, aber das dürfte eher bei wenigen Leuten der Fall sein.

j.


01.03.2020 12:01    |    jennss

Zitat:

@pcAndre schrieb am 1. März 2020 um 11:52:37 Uhr:

Die Kritikpunkte sind wie folgt:

...

Sehr gute Liste. Falls entscheidende Leute hier mitlesen sollten, könnten Sie anhand dieser Punkte einen Infoflyer mit Antworten für die Messe machen.

j.


01.03.2020 12:21    |    cinfo

Zitat:

die schneller laden können (Mercedes A250e, Polestar 1). Ich denke, mit 3,7 kW täglich an öffentlichen Ladesäulen ist das eher zum Abgewöhnen ;).

genau da ist ja das Problem beim alten PHEV waren es 3.7KW. Für den Neuen wo es auch eine 11KW oder 22kW Wallbox gibt wie z.B. beim A250e wäre eine genaue Aussage vom Hersteller wichtig. Die aktuelle Generation PHEV läd. z.B. 7.2KW/Type2 (A250e). Ich glaube das bleibt immer eine Grauzone für den Kunden zur Zeit. Privat ist das noch aushaltbar aber als Firmenwagen nicht. Da hier nur die Steuervorteile gezogen werden aber nie Strom.


01.03.2020 12:32    |    jennss

7,2 kW an 2 Phasen ist ok.. An einer ist wegen Schieflast nur max. 3,7 kW erlaubt. Der A250e kann auch 24 kW an DC laden.

j.


01.03.2020 12:46    |    Lewellyn

Sind die 7,2 einphasig (in Deutschland quasi verboten und real eher 4, irgendwas) oder 2phasig?

 

Meist hab ich’s aufgegeben, die Leute mit Worten überzeugen zu wollen. Die haben bereits eine feste Meinung.

 

Sollen sie ihre Verbrenner weiter fahren. Kann ich sicherer kostenlos laden. Rosenmontag Nachmittag hab ich an einer Autobahnabfahrt verbracht. Ein guter Freund ist mit seinem Verbrenner zufällig bei mir in der Nähe mit Motorschaden liegen geblieben und die 1,5 Stunden warten auf den Abschlepper haben wir dann zusammen im kuschelig warmen i3s. verbracht. Das hat tatsächlich fast 3% Akku verbraucht.


01.03.2020 12:54    |    jennss

Da dies eine deutsche Seite ist, gehe ich davon aus, dass es beim A250e 2 Phasen bei 7,2 kW sind.

https://www.mercedes-benz-koeln.de/.../laden-und-services.html

j.


01.03.2020 16:18    |    ploecki

Du wunderst Dich über "Gegenwind" zum Thema Elektomobilität?

Nunja, das hier ist Motor-Talk und nicht das Legoland-Forum.

Gottseidank gibt's wenigstens hier noch Gegenwind!


01.03.2020 18:50    |    notting

@jennss Du machst div. ganz typ. Denkfehler in diesem Zusammenhang.

Zitat:

Ich habe schon öfter gelesen, dass man kein E-Auto will, weil es nicht umweltfreundlich sei. Ich halte das für einen Vorwand, denn wer hat schon bisher wirklich besonders auf die Umweltfreundlichkeit seines Autos geachtet? In Wirklichkeit will man meist nicht wechseln. Warum?

I.d.R. ist das mit der Umweltfreundlichkeit meist ledigl. eine Gegenreaktion auf E-Mobilisten bzw. auch offizielle Werbung bzw. Aussagen seitens Regierung/Behörden/etc., die einem mit Sachen wie "E-Auto = umweltfreundl., Verbrenner = böse" auf den Sack gehen, was es früher bei anderen Antrieben nicht in dem Maß gab. Auch E-Autos sind durchaus umweltschädl., wenn auch auf eine etwas andere Art. Bzw. generell ist es umweltschädl. sich ein neues Auto zu kaufen obwohl das alte noch gut funktioniert.

 

Ich habe Ende der 2000er Jahre mein erstes Auto selbst gekauft (davor hatte ich ein "geerbtes"). In dem Zusammenhang habe ich mich auch bei MT angemeldet. War auch bzgl. dem Antrieb unentschlossen. Schon damals war der Umweltfaktor durchaus ein Thema. Diesel = weniger CO2, LPG/CNG aber auch, etc. Natürl. gab's da auch Diskussionen wie "Diesel ist schöner weil hat mehr Drehmoment -> bessere Beschleunigung", "Mit LPG und z. T. auch CNG darfst du nicht in div. Tiefgaragen", "Benziner kennt keine FAP-Verstopfung" etc. Leider gibt's einige fast schon militante E-Auto-Verfechter, was es so krass damals nicht gab.

Beispiel: Wenn's um das Thema LPG-Nachrüstung ging, wurde auch von den meisten LPG-Fans gesagt, dass man genug Fahrleistung und eine LPG-Tankstelle an den Routen wo man meist fährt (sonst viel Umweg, lohnt sich also viel weniger) haben muss/sollte dass es sich lohnt, aufpassen muss, was für einen Motor bzw. Anlage man nimmt, weil nicht alle Kombinationen gut funktionieren bzw. teure Änderungen am Motor selbst erforderl. sind usw. D.h. Leute die sich kein neues bzw. auch kein junges gebrauchtes Auto leisten konnten teilhaben usw.

Was E-Autos angeht gibt's IMHO zuviele Leute, die einfach pauschal sagen "Hier, fahre selber ein E-Auto, ist total alltagstaugl." _ohne_ eben die Randbedingungen zu nennen wo das tatsächl. gut funktionieren mag. Wenn man sie dann auf die Randbedingungen anspricht werden sie pampig bzw. arrogant. Z. B. gibt's vielerorts großräumig keine Gratis-Lademöglichkeiten und z. T. in der ganzen Gemeinde nur eine Ladesäule :-(

(Um Missverständnisse zu vermeiden: Finde dich durchaus vernünftig was das Thema angeht)

 

Dazu kommt der "Kann nicht daheim/auf Arbeit laden"-Faktor. Vielerorts hat man keinen fest zugewiesenen Parkplatz, falls man denn überhaupt einen auf dem Firmengelände hat. Mal abgesehen davon, dass man irsinnig viele Ladesäulen bauen und warten müsste, weil sonst die ganze Zeit der Ärger mit der blockierten Säulen wo man während der Arbeit wegrennen muss usw.

Leider ist man spätestens seit der Sache mit den Zeitverträgen schnell man ungewollt arbeitstechn. an einem anderen Ort = viel fahren (weil man z. B. nicht weiß ob sich der Umzug lohnt oder der Wohnungsmarkt schwierig ist) oder eben wohntechn. an einem anderen Ort ist. Habe mich so geärgert als ich ein paar Monate nachdem ich meinen brandneuen Benziner bekommen habe mal wieder arbeitslos wurde. Dieses Mal hatte die Arbeitslosigkeit immerhin nicht Monate gedauert und ich habe sogar Alg1 bekommen (davor nicht weil zu kurz nach Studium bzw. dadurch alte Ansprüche verfallen und hatte für die damalige Zeit "zuviel" Geld wg. geplantem Autokauf bzw. weil ich zu "jung" war, was etwas später angepasst wurde). Allerdings war der Job doppelt soweit weg wie mein vorheriger. Diesel kaufen machte die ersten 6 Monate keinen Sinn wg. Probezeit. Dann war immer die Frage ob mein Ketten-Zeitvertrag verlängert wird. Hab dann einfach den Benziner weiter gefahren. Und als ich dachte, dass ich entfristet werde (nachdem ich schon einige Monate freiwillig einen Job gesucht habe ohne zu wissen dass ich nicht entfristet werden), wurde ich nicht verlängert. Jobsuche insg. >1,5 Jahre :-(

Ergebnis: Muss nun genauso weit fahren, nur in eine ganz andere Richung. Immerhin ist auch der Job abseits des finanziellen Teils deutl. besser geworden (der finanzielle Teil ist unterm Strich fast gleich). Deswegen empfehle ich jedem sich nur Autos zu kaufen, die sicher mit Reserve solche Strecken schaffen, auch weil eben die Arbeitsagentur verlangt sich so entfernt zu bewerben.

 

Frage an dich: Hab z. B. einen Kollegen, der an neuen Dingen sehr interessiert ist, gut verdient (vermutl. mehr als ich) aber rel. wenig Auto fährt (aber genug dass ein eigenes Sinn macht) und deswegen nicht soviel Geld ausgeben will. D.h. von den Reichweiten-Wünschen an sich ein idealer Kandidat für ein E-Auto. Leider hat er kein Eigenheim. Und ich habe auch das Gefühl, dass er sich mal noch job-techn. verändern will. Aktuell kann er sich daheim definitiv keinen Ladeplatz einrichten, da es dort keinen Stellplatz für ihn auf dem Grundstück gibt (wohl alle vom Vermieter belegt). Wir haben man hinsichtl. Ladesäulen geschaut. Die einzige Schnellladesäule ist wg. Einbahnstr. etc. nur sehr umständl. zu erreichen. Die 22kW-Typ2-Ladesäule ist noch weiter weg und wenn's nicht gerade ein Zoe oder so ist wird eben nur mit max. 11kW geladen.

-> Was hätte ich ihm deiner Meinung nach sagen sollen? Wie gesagt, er ist kein Auto-Verrückter.

 

Oder 2014 als das Auto meiner Eltern verreckt ist habe ich überlegt, ob ich ihnen den Zoe empfehle, den's damals nur mit 22kWh-Mietakku gab. Eigentl. haben sie das perfekte Profil:

- Waren schon durchgängig Renault-Fahrer bevor ich überhaupt geboren wurde.

- Fahren extrem wenig (ca. 5Mm/Jahr), auch nur Kurzstrecken = hoher Kraftstoffverbrauch bei Verbrenner und gibt bei uns in der Ecke bis heute noch kein brauchbares Carsharing, zumal man da nie weiß was man bekommt.

- Eigenes Grundstück mit eigener Garage für's Auto.

- Mein Vater hat einen e-techn. Beruf.

- Wollten einen Kleinwagen.

 

Geworden ist es ein Captur.

 

Ich habe den Zoe überhaupt nicht erwähnt, weil:

- keine sinnvolle Akkuoption für die gegebene jährl. Fahrleistung (IMHO ist das der Kaufakku, weil man für den Mietakku mind. 7500km/Jahr bezahlt)

- keine Anhängelast eingetragen. Bis heute gibt's AFAIK nur teure Grauzonen-Drittanbieter-Lösungen. Ist aber zwingend, dass man damit unseren kleineren AH ziehen kann. Bzw. selbst heute ist es schlimm genug, dass Artikel wie https://www.motor-talk.de/.../...r-so-langsam-wird-s-was-t6763711.html nötig sind bzw. nur recht kurze Positiv-Listen haben :-(

- zu niedriger Einstieg.

- recht teuer.

 

-> Was hätte ich ihm deiner Meinung nach sagen sollen?

 

Hab nix dagegen, wenn man den Leuten sagt "Am meisten Spaß machen E-Autos wenn man daheim laden kann und kuckt mal wie die abgehen und div. Modell haben auch niedrigere Wartungskosten". Aber man muss eben auch die Lebensrealität sehr vieler Leute betrachten und darf darauf nicht pampig bzw. arrogant reagieren, vor allem vor dem Hintergrund, dass sogar politisch die Leute extrem Richtung E-Auto gedrängt werden - vor allem in Städten wo man am ehesten einen Job findet...

 

notting


01.03.2020 19:14    |    Lewellyn

Ich lade nie zu Hause. Demnächst vielleicht, wenn die PV installiert ist.

 

Es würde völlig ausreichen, wenn nur die, für die es absolut Sinn macht, sich ein Eauto zulegen.

Das dauert dann etliche Jahre, die alle zu bauen. Dann ist auch die Infrastruktur nachgezogen.

 

Die reicht hier bei mir im Moment absolut aus. Aber eben nur für die bereits existierenden Eautos.

Wenn da jetzt plötzlich tausende mehr unterwegs wären, wär doof. Aber das ist ja eben ein schleichender Prozess.

Nachfrage schafft Angebot und umgekehrt.

 

Geduld...


01.03.2020 20:46    |    jennss

Zitat:

@ploecki schrieb am 1. März 2020 um 16:18:28 Uhr:

Du wunderst Dich über "Gegenwind" zum Thema Elektomobilität?

Nunja, das hier ist Motor-Talk und nicht das Legoland-Forum.

Gottseidank gibt's wenigstens hier noch Gegenwind!

Ich finde es auch grundsätzlich gut, dass viel diskutiert wird. Ich dachte allerdings vor allem an geschaltete Werbung auf Instagram: Ford Mustang Mach E, Jaguar iPcce und viele andere. Die meisten Posts kommen zuerst darüber, wie umweltschädlich E-Autos "in Wirklichkeit" sind. Danach kommen noch die Bedenken bzgl. Ladeinfrastruktur, keine Langstrecken möglich, stundenlanges Warten an der Ladesäule und so. Da denke ich, dass doch vor allem Erfahrung fehlt, wie das alles abläuft. Häufig kommen auch Argumente wie zu leise bei Fußgängergeschwindigkeit, zu wenig Sound für Fahrspaß, alles viel zu teuer und so. Ich meine, Testfahrten könnten da den spezifischen Reiz der Elektromobilität erfahrbar machen. E-Autos sind anders und haben nicht nur Nachteile.

 

Meistens geht es, wie gesagt, aber damit los, dass E- Autos schlecht für die Umwelt sind - ganz ohne, dass jemand was vorher dazu geschrieben hat, quasi "Angriff ist die beste Verteidigung". Da denke ich halt, die haben das E-Auto noch gar nicht richtig entdeckt und kennen die Reize nicht wirklich. Man muss ihnen die Möglichkeit bieten es zwanglos kennenzulernen. Nebenbei kann man auch das Umweltthema wieder entspannter sehen.

j.


01.03.2020 21:16    |    jennss

Zitat:

@notting schrieb am 1. März 2020 um 18:50:33 Uhr:

I.d.R. ist das mit der Umweltfreundlichkeit meist ledigl. eine Gegenreaktion auf E-Mobilisten bzw. auch offizielle Werbung bzw. Aussagen seitens Regierung/Behörden/etc., die einem mit Sachen wie "E-Auto = umweltfreundl., Verbrenner = böse" auf den Sack gehen, was es früher bei anderen Antrieben nicht in dem Maß gab.

Ja, so wird es empfunden, selbst, wenn da kein Wort über Verbrenner in der Werbung steht. Schließlich sind die meisten Hersteller ja auch Verbrenner-Hersteller. Es ist ein sehr kontroverses Thema. Wichtig ist, dass Fachleute auf Messen die Möglichkeiten und Situationen realistisch abschätzen können, weder zu stark für, noch gegen E-Mobilität sind. Aber es ist halt oft so, dass man viele Hindernisse, aber keinen Reiz sieht, um zu wechseln. Die Regierung macht es sich selbst schwer, wenn sie nur finanzielle Reize schafft, aber keine Möglichkeiten fördert, so etwas zu probieren.

 

Zitat:

Was E-Autos angeht gibt's IMHO zuviele Leute, die einfach pauschal sagen "Hier, fahre selber ein E-Auto, ist total alltagstaugl." _ohne_ eben die Randbedingungen zu nennen wo das tatsächl. gut funktionieren mag.

Ja, da ist es auch wichtig, dass man die rosarote Brille ablegt und die Situation sachlich betrachtet. Cool und sachlich bleiben ist das beste, wenn provokative Kommentare kommen, die die mangelnde Umweltfreundlichkeit von E-Autos und die Unwissenheit der Regierung anprangern.

 

Zitat:

Wenn man sie dann auf die Randbedingungen anspricht werden sie pampig bzw. arrogant. Z. B. gibt's vielerorts großräumig keine Gratis-Lademöglichkeiten und z. T. in der ganzen Gemeinde nur eine Ladesäule :-(

Ja, solche gibt es.

 

Zitat:

Frage an dich: Hab z. B. einen Kollegen, der an neuen Dingen sehr interessiert ist, gut verdient (vermutl. mehr als ich) aber rel. wenig Auto fährt (aber genug dass ein eigenes Sinn macht) und deswegen nicht soviel Geld ausgeben will. D.h. von den Reichweiten-Wünschen an sich ein idealer Kandidat für ein E-Auto. Leider hat er kein Eigenheim. Und ich habe auch das Gefühl, dass er sich mal noch job-techn. verändern will. Aktuell kann er sich daheim definitiv keinen Ladeplatz einrichten, da es dort keinen Stellplatz für ihn auf dem Grundstück gibt (wohl alle vom Vermieter belegt). Wir haben man hinsichtl. Ladesäulen geschaut. Die einzige Schnellladesäule ist wg. Einbahnstr. etc. nur sehr umständl. zu erreichen. Die 22kW-Typ2-Ladesäule ist noch weiter weg und wenn's nicht gerade ein Zoe oder so ist wird eben nur mit max. 11kW geladen.

-> Was hätte ich ihm deiner Meinung nach sagen sollen? Wie gesagt, er ist kein Auto-Verrückter.

Eine Probefahrt ist kostenlos. Dann kann er schauen, ob er bereit ist, dafür die Umstellung in Kauf zu nehmen. Wie es aussieht, sind die Bedingungen bei ihm nicht gerade ideal. Es ist gut möglich, dass ein E-Auto einfach zu unpraktisch wäre, selbst mit großem Akku. Es hängt nicht nur vom Wohnort ab, sondern auch von den üblichen Strecken und Einkaufsorten. Ein ID.3 mit 77 kWh-Akku braucht bei ihm vielleicht nur 1x alle 2 Wochen geladen werden. Ich kann es aus der Ferne nicht beurteilen, ob sowas funktioniert. Man muss konkret die Bedingungen abchecken. Die Probefahrt macht Sinn, weil man für den Bock auf die Sache eher bereit ist, sich auf Neues einzulassen und es zu versuchen.

 

Zitat:

-> Was hätte ich ihm deiner Meinung nach sagen sollen?

Es sind viele Randbedingungen wichtig. Für ältere Leute kann es ggf. schwierig sein sich umzustellen. Alles ist neu mit kWh und so. Renault kommt jetzt mit dem Twingo mit einem günstigeren E-Auto (WLTP 180 km). Wenn die Bedingungen in der Gegend passen, würde ich probefahren lassen, Twingo und Capture im Vergleich. Dann kann er selbst entscheiden. Grundsätzlich ist ein Verbrenner jetzt noch kein Fehler. Es wird noch lange Benzin erhältlich sein. Und Spaß kann man nicht nur am Antrieb, sondern z.B. auch an einer schönen Ausstattung haben.

j.


02.03.2020 20:25    |    notting

Zitat:

@jennss schrieb am 1. März 2020 um 21:16:42 Uhr:

Zitat:

-> Was hätte ich ihm deiner Meinung nach sagen sollen?

Es sind viele Randbedingungen wichtig. Für ältere Leute kann es ggf. schwierig sein sich umzustellen. Alles ist neu mit kWh und so. Renault kommt jetzt mit dem Twingo mit einem günstigeren E-Auto (WLTP 180 km). Wenn die Bedingungen in der Gegend passen, würde ich probefahren lassen, Twingo und Capture im Vergleich. Dann kann er selbst entscheiden. Grundsätzlich ist ein Verbrenner jetzt noch kein Fehler. Es wird noch lange Benzin erhältlich sein. Und Spaß kann man nicht nur am Antrieb, sondern z.B. auch an einer schönen Ausstattung haben.

Du schreibst da etwas wirres Zeugs. Mein Kollege ist nur geringfügig älter als ich. Meinst du den ersten Satz entgegen dem was du zitiert hast für beide Fälle und meinst dann nur noch meine Eltern?!

- kWh wäre bei meinem Vater wg. E-techn. Beruf nicht mal das Problem. Und xkm Reichweite bzw. y% "Tank"-Füllung und daheim immer brav anstecken kriegt sogar noch meine Mutter hin (mein Vater ist leider vergesslicher...).

- Twingo und hohen Einstieg?! Sicher nicht.

- Ein Captur (ohne "e" ;-)) BEV ist nicht angekündigt. Den PHEV gibt's bald, aber nur mit recht hoher Ausstattungslinie = teuer und man hat eben noch die hohen Verbrenner-Wartungskosten.

 

Aber alle 3 sind eher Vernunftmenschen, was den Autokauf angeht. Z. B. meine Eltern haben nur den Basis-Benziner, reicht ihnen völlig. Für was eine tolle Beschleunigung wenn's dafür teuer wird oder z. B. eher mit der Reichweite Probleme gibt bzw. man viel Zeit mit laden verliert (ich denke bei letzterem insb. an meinen Kollegen der daheim nicht laden kann).

Also nimm mal deine rosa Brille ab, dass man alle Autofahrer eben z. B. mit der Beschleunigung, leisen Fahren etc. zum E-Auto-Kauf überreden kann.

 

notting


02.03.2020 21:36    |    Boppin B

Mal ganz ehrlich? Es darf doch jeder selbst entscheiden was er fahren will, oder? Man versucht mit Gewalt E-Autos in den Markt zu drücken, nun klappt das aber nicht wie erhofft und man sucht nach Gründen. Ein oft genannter (vermeintlicher) Grund ist: "die Leute kennen es nicht". Mag ja durchaus sein, aber wen es interessiert, der macht sicht kundig. Und wer nicht will, der verspürt schlichtweg nicht das Interesse. Ist doch eigentlich nicht sehr schwer zu verstehen, oder? Ein weiterer, gern genannter Grund: " die Leute kennen sich mit dem laden nicht aus". Hm, mag sein, aber hier gleiche Argumentation wie oben, wer will, der eignet sich das an. Man muß doch die Leute nicht mit Gewalt von etwas "überzeugen" was sie gar nicht haben wollen, oder? Bei anderen Dingen klappt das auch hervorragend, manche Produkte überzeugen einfach und andere eben nicht.

 

Am Sonntag kam ein Test des Honda E-Autos auf "Grip" (glaub ich). Mein kurz zusammengefasstes Resumee: moderne Optik, viele Spielereien im Innenraum, Reichweite lag um die 200km, man kann zu viert einigermaßen fahren (zu fünft geht notfalls auch), einige Funkionen und Features sind gut gemeint, funktionieren jedoch nicht immer einwandfrei oder sind zu komplex. Dann aber der Hammer: das Ding kostet fast 38.000€ ! Im Ernst: das ist nicht die Preislage in welcher ich ein Fahrzeug kaufe oder kaufen werde. Und schon gar nicht so eins! Man könnte nun einwerfen daß es ja noch einen "E-Bonus" gebe, aber erstens ist das Auto dann immer noch zu teuer, und zweitens halte ich es für einen völlig falschen Weg, E-Mobilität zu subventionieren. Wenn das Produkt nicht durch seine Vorteile die Leute anspricht, dann ist es in meinen Augen eine Veruntreuung von öffentlichen Geldern, wenn man selbige für den Kauf von Autos bereitstellt (das war es übrigens bei der Abwrackprämie in 2008 auch schon!)

 

Ich fahre bewusst Verbrenner, und tue dies auch weiterhin. E-Mobilität ist für mich kein Thema, und ja - ich bin der Ansicht daß ein E-Auto die Umwelt nicht mehr schont als ein Verbrenner (ich meine damit natürlich keine 500PS Fahrzeuge mit V8 oder ähnliches, aber selbst diese haben in meinen Augen ihre Daseinsberechtigung wenngleich nicht als Umweltschutzmodell). Mein nächstes Auto wird wieder ein Verbrenner sein, zwar kein Großer da ich künftig ein etwas kleineres Auto fahren möchte. Aber es wird jedenfalls ganz sicher kein elektrisch betriebenes Kfz.

 

Die Hersteller können ja auch kaum mehr anders als zu versuchen die E-Autos unters Volk zu bringen. Man hat hier Entwicklungskosten reingesteckt, dafür blöderweise Verbrenner aus dem Programm genommen, nicht zuletzt durch nicht zu Ende gedachter Vorgaben seitens der Politik. Da ist es kein Wunder daß man mit Berieselungstaktik versucht, die Leute vom Kauf eines E-Autos zu überzeugen. Nun ja, wer glaubt daß der damit das Klima rettet - nur zu.


03.03.2020 12:29    |    Lewellyn

Ja, der Honda ist jetzt nichts, was die Emobilität grossartig voran bringen wird.

 

Da liegen alle Hoffnungen auf VW. Aber die bekommen aktuell ihre Software nicht in den Griff.

 

Wie ich oben schon schrub, das wird noch dauern. es gibt noch gar nicht die Stückzahlen und nur wenig Autos bzw. nur kleine Stückzahlen*. Das läuft alles dieses Jahr erst an und vor 2022 wird es keine wirklich großen Stückzahlen geben. Das braucht alles noch etwas. Die Umstellung auf Elektro geht bei den OEMs nicht so schnell. Aus zahlreichen Gründen.

 

*Außer bei Tesla. Was das heißt, sieht man am US-Markt. Teslas Marktanteil bei den BEVs war 2019 2/3. Und dieses Jahr wird es eher mehr.


03.03.2020 14:27    |    jennss

Manche kaufen sich einen Porsche Cayman, andere einen Honda e. Beide sind nicht wirklich vernünftig, aber wenn sie gefallen und man seinen Spaß dran hat, reicht das zumindest für die Rechtfertigung vor sich selbst. :). Der Honda e wird wahrscheinlich schnell vergeben sein, da nur in kleiner Stückzahl (1500 oder 2000 in Deutschland). Ich sehe den eher zum Austesten des Marktes. Startpreis liegt bei 27650 €. Ich denke nicht, dass es bei Honda noch weiteren Rabatt als die Umweltprämie geben wird, weil er heißbegehrt zu sein scheint (mein Eindruck bisher). Und schaut man sich die Features und Ausstattung an (Spiegel etc.), ist er auch eher günstig, da Technologieträger.

j.


03.03.2020 16:27    |    jennss

Zitat:

@Boppin B schrieb am 2. März 2020 um 21:36:31 Uhr:

Mal ganz ehrlich? Es darf doch jeder selbst entscheiden was er fahren will, oder? Man versucht mit Gewalt E-Autos in den Markt zu drücken, nun klappt das aber nicht wie erhofft und man sucht nach Gründen. Ein oft genannter (vermeintlicher) Grund ist: "die Leute kennen es nicht". Mag ja durchaus sein, aber wen es interessiert, der macht sicht kundig. Und wer nicht will, der verspürt schlichtweg nicht das Interesse. Ist doch eigentlich nicht sehr schwer zu verstehen, oder? Ein weiterer, gern genannter Grund: " die Leute kennen sich mit dem laden nicht aus". Hm, mag sein, aber hier gleiche Argumentation wie oben, wer will, der eignet sich das an. Man muß doch die Leute nicht mit Gewalt von etwas "überzeugen" was sie gar nicht haben wollen, oder? Bei anderen Dingen klappt das auch hervorragend, manche Produkte überzeugen einfach und andere eben nicht.

Ganz genau das ist das eigentliche Thema. Verbote von Verbrennern kommen in Europa frühestens 2025

https://www.nau.ch/.../...-benzin-und-dieselmotoren-verbieten-65668517 , weitere 2030, warum auch immer (darüber kann man lange diskutieren). Für Deutschland ist das natürlich hart, weil mit der Elektromobilität die Karten auf dem Markt neu gemischt werden, nachdem Deutschland nicht zuletzt wegen der jahrelangen Motorentwicklungen der Verbrenner seine Vormachtstellung verliert.

 

Und du hast Recht, viele wollen nicht wechseln und fühlen sich durch Werbung etc. genötigt. Das verärgert, weil man mit der bisherigen Technik gut klargekommen ist und keine Gründe für den Wechsel sieht. Man soll wechseln, hat aber keine Lust dazu. Deswegen eben fände ich solch lockere Aktionstage gut. Würdest du bei so einer Gelegenheit eine Runde elektrisch ausprobieren?

j.


03.03.2020 17:21    |    jennss

Zitat:

@notting schrieb am 2. März 2020 um 20:25:14 Uhr:

Zitat:

@jennss schrieb am 1. März 2020 um 21:16:42 Uhr:

Es sind viele Randbedingungen wichtig. Für ältere Leute kann es ggf. schwierig sein sich umzustellen. Alles ist neu mit kWh und so. Renault kommt jetzt mit dem Twingo mit einem günstigeren E-Auto (WLTP 180 km). Wenn die Bedingungen in der Gegend passen, würde ich probefahren lassen, Twingo und Capture im Vergleich. Dann kann er selbst entscheiden. Grundsätzlich ist ein Verbrenner jetzt noch kein Fehler. Es wird noch lange Benzin erhältlich sein. Und Spaß kann man nicht nur am Antrieb, sondern z.B. auch an einer schönen Ausstattung haben.

Du schreibst da etwas wirres Zeugs. Mein Kollege ist nur geringfügig älter als ich. Meinst du den ersten Satz entgegen dem was du zitiert hast für beide Fälle und meinst dann nur noch meine Eltern?!

Du hast das mit deinem Kollegen oben ausführlich geschrieben, unten den Teil mit deinen Eltern und dann darunter den zitierten Satz. Meintest du jetzt mit "ihm" nicht deinen Vater, sondern wieder deinen Kollegen? Außerdem sollte inhaltlich klar erkennbar gewesen sein, auf wen es sich bezog. Das ist nicht wirres Zeug. Zu deinem Kollegen habe ich doch schon oben geschrieben.

 

Zitat:

Also nimm mal deine rosa Brille ab, dass man alle Autofahrer eben z. B. mit der Beschleunigung, leisen Fahren etc. zum E-Auto-Kauf überreden kann.

So habe ich überhaupt nicht geschrieben, sondern dass man den individuellen Fall betrachten muss. Es gibt zu viele Randbedingungen, um es aus der Ferne zu beurteilen. Was ist da rosarot? Weder deinem Kollegen, noch deinem Vater habe ich konkret ein E-Auto empfohlen. Oder hast du das erwartet? Im übrigen muss jeder selbst entscheiden, was er will. Es kann auch sein, dass eine Probefahrt nicht überzeugt.

j.


03.03.2020 18:09    |    notting

@jennss Ach, sorry, jetzt habe ich das Problem erkannt. Das Problem war, dass ich den Satz kopiert habe und irgendwie auch beim mehrfachen Lesen ich das gelesen hatte, was ich bzgl. meinen Eltern ändern wollte -> ihnen statt ihm.

 

Dein Satz

Zitat:

Und Spaß kann man nicht nur am Antrieb, sondern z.B. auch an einer schönen Ausstattung haben.

liest sich für mich eben stark nach rosaroter Brille. Ich kenne eigentl. nur Vernunft-Autokäufer bzw. Leute die sich eben nicht an besonders starken Motor oder irgendwelche optischen Sachen aufgeilen.

 

notting


03.03.2020 20:24    |    jennss

Ok. :).

 

Zitat:

@notting schrieb am 3. März 2020 um 18:09:51 Uhr:

Zitat:

Und Spaß kann man nicht nur am Antrieb, sondern z.B. auch an einer schönen Ausstattung haben.

liest sich für mich eben stark nach rosaroter Brille. Ich kenne eigentl. nur Vernunft-Autokäufer bzw. Leute die sich eben nicht an besonders starken Motor oder irgendwelche optischen Sachen aufgeilen.

Der Satz von mir sollte bedeuten:

Man kann sich auch einen Verbrenner kaufen und sich Spaß am Auto über eine gute Ausstattung holen. Es muss kein E-Auto sein.

 

Ich denke, du musst das anders verstanden haben, oder?

j.


03.03.2020 20:42    |    Boppin B

Zitat:

@jennss schrieb am 3. März 2020 um 16:27:24 Uhr:

Zitat:

@Boppin B schrieb am 2. März 2020 um 21:36:31 Uhr:

Mal ganz ehrlich? Es darf doch jeder selbst entscheiden was er fahren will, oder? Man versucht mit Gewalt E-Autos in den Markt zu drücken, nun klappt das aber nicht wie erhofft und man sucht nach Gründen. Ein oft genannter (vermeintlicher) Grund ist: "die Leute kennen es nicht". Mag ja durchaus sein, aber wen es interessiert, der macht sicht kundig. Und wer nicht will, der verspürt schlichtweg nicht das Interesse. Ist doch eigentlich nicht sehr schwer zu verstehen, oder? Ein weiterer, gern genannter Grund: " die Leute kennen sich mit dem laden nicht aus". Hm, mag sein, aber hier gleiche Argumentation wie oben, wer will, der eignet sich das an. Man muß doch die Leute nicht mit Gewalt von etwas "überzeugen" was sie gar nicht haben wollen, oder? Bei anderen Dingen klappt das auch hervorragend, manche Produkte überzeugen einfach und andere eben nicht.

Ganz genau das ist das eigentliche Thema. Verbote von Verbrennern kommen in Europa frühestens 2025

https://www.nau.ch/.../...-benzin-und-dieselmotoren-verbieten-65668517 , weitere 2030, warum auch immer (darüber kann man lange diskutieren). Für Deutschland ist das natürlich hart, weil mit der Elektromobilität die Karten auf dem Markt neu gemischt werden, nachdem Deutschland nicht zuletzt wegen der jahrelangen Motorentwicklungen der Verbrenner seine Vormachtstellung verliert.

 

Und du hast Recht, viele wollen nicht wechseln und fühlen sich durch Werbung etc. genötigt. Das verärgert, weil man mit der bisherigen Technik gut klargekommen ist und keine Gründe für den Wechsel sieht. Man soll wechseln, hat aber keine Lust dazu. Deswegen eben fände ich solch lockere Aktionstage gut. Würdest du bei so einer Gelegenheit eine Runde elektrisch ausprobieren?

j.

Ja, testen würde ich, ganz klar. Ich habe auch keinerlei Zweifel daran, daß die Fahrzeuge funktionieren und, alleine schon durch die gute Beschleunigung, Spaß machen. das ist m.E. auch nicht der Punkt. Der Honda E ist nun auch kein häßliches Auto, aber das lasse ich aussen vor, denn über Design kann man bekanntlich kaum streiten.

 

Mich stört die Nötigung "von Amts wegen" (nach dem Motto: "nun gib endlich deinen Verbrenner ab". Nein, mach ich nicht!!). Mich stört die Subvention in ein Produkt, welches selbige meiner Meinung nach nicht verdient. Und mich stört, daß hier der E-Mobilität ein "grünes Westerl" übergestreift wird, welches diese bei genauerer Betrachtung nicht verdient (das ist MEINE Meinung, andere dürfen gerne anders darüber denken). Es stören mich auch noch weitere Dinge, aber ich beschränke mich hier mal auf die wesentlichen Punkte.


04.03.2020 07:12    |    OHCTUNER

Na dann spreche ich mal was an .

Ich fahre gerne Vollgas und schneller wenn die Möglichkeit gegeben ist .

Beim ZOE zb. ist bei 130/140 km/h Schluss , mehr geht nicht weil gedrosselt .

Da reicht schon ein oller Twingo mit 58 ps um schneller zu fahren .

Das alleine ist schon eine Einschränkung die ich nicht akzeptieren werde bei den Kleinwagen .

170 - 180 würde ich mir noch gefallen lassen , aber das wäre es dann schon !

Nutzt man regelmäßig V-max , geht das ganz schön auf die Reichweite , auch nicht akzeptabel .

Nicht Jeder kann sich ein E-Auto leisten wo auch 200 km/h schafft mit fetter Batterie .

Immer rum zu fahren mit dem Hintergedanken Strom zu sparen um die Reichweite möglichst hoch zu halten , ist eine Einschränkung von vielen die mir Keiner verkaufen kann !


04.03.2020 08:34    |    jennss

Ja, das ist tatsächlich eine Einschränkung in Deutschland. Ein Tempolimit wird wohl auch nicht kommen (fände ich auch nicht so toll). Ein ID.3 wird auch mit dem kleinen Akku wohl 160 fahren dürfen, wie auch der BMW i3s oder der Hyundai Ioniq, also nach Tacho etwa 170. Richtig fix sind die Teslas. Kleinster Akku beim Model 3 schafft 223 km/h, größter 261 km/h. Für Autobahnheizer ist die Auswahl aber wirklich nicht groß. Würde beim Model 3 auch mindestens Longrange nehmen.

j.


04.03.2020 08:39    |    motor_talking

Das sind deine Argumente gegen ein E- Auto, und man versteht, was dir bisher Spaß am Fahren macht und was dich stören konnte.

Es klingt aber auch so, als ob der vorgeschlagene Aktionstag mit kostenloser Probefahrt eine gute Gelegenheit für dich wäre festzustellen, dass E- Autos trotz mancher Einschränkungen dennoch Spaß am Fahren bieten können, nur eben teilweise anders. Ich denke, auch so war es von jennss gemeint.

Wenn du danach trotzdem kein E- Auto willst: kein Problem, es war ja nur eine Probefahrt, kein Kauf. Einfach in den eigenen Verbrenner setzen und wieder heimfahren.

 

Mit ihrer ansatzlosen Beschleunigung sind E- Autos im unteren Geschwindigkeitsbereich oft schneller als kleine Verbrenner.

Ich persönlich hatte früher einen größeren Diesel mit vmax 240km/h, inzwischen fahre ich nur noch einen plug-in Hybrid mit vmax 200km/h und nicht ganz so souveräner Beschleunigung auf der Autobahn. Aber nach zwei elektrischen Probefahrten (!) wusste ich, dass mir das stufenlose leise Fahren noch mehr Spaß macht als Schnellfahren.


04.03.2020 09:21    |    GLKman

Elektroautos werden sich letztendlich durchsetzen. Nicht weil sie Spaß machen, billiger sind oder die Umwelt schonen, keine wirklichen Unterschiede zum Verbrenner, sondern weil die da oben es einfach verordnen. Jeder kann sich natürlich seinen eigenen Grund dafür zurechtlegen. Genauso gut könnte man wieder Pferdekutschen fördern und ein Tempolimit von 10km/h für Autos einführen. Es wird genug Leute geben, die das gut finden.


04.03.2020 11:28    |    pcAndre

Morgen…!

Im normalen Leben bin ich mit meinem V8 (388PS) Benziner/Gaser ein zügiger Autofahrer. Durch meine Fernpendelei, die auch noch antizyklisch war, konnte ich meinen Tempomat sehr oft auf ~200km/h einstellen.

Aufgrund eines Stellenwechsels fahre ich seit Beginn des Jahres nur noch ~25 km „on way“. Dies wird sich in Zukunft auch nur rudimentär ändern.

Ich muss euch in allen Punkten beipflichten. Man muss sich zunächst überlegen, ob man sich den „vielen“ Einschränkungen beugen will / kann UND welche Randbedingungen man selbst hat. Bezüglich Förderung und bei wem das auch noch ausgerechnet jetzt passt: Einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlichermaßen nicht ins Maul!!;)

 

Warum ausgerechnet ich zu einem Elektroflitzer wechsle, ist rein finanzieller Natur. Im Folgenden möchte ich meine Entscheidungspunkte kurz anschneiden:

 

0. Wir haben aktuell zwei Autos. Meine Frau fährt einen VW Up Benziner, denn man für „längere“ Strecken missbrauchen könnte. ;)

1. Tägliche Pendelei von rund 50 (+/-10) km, Dauer circa 30 min. Die Fahrt ist Überland / Autobahn / Stadt, wobei eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h in den seltensten Fällen überschritten wird.

2. Aktuell müsste ich für die Sommersaison ein bissl Geld in die E-Klasse stecken. Auf der anderen Seite stehen die Wägen noch recht gut im Kurs und ich könnte noch gutes Geld beim Verkauf bekommen.

3. Fixkosten (Steuern + Versicherung) liegen bei der E-Klasse aktuell bei rund 800€ pro Jahr.

4. Kraftstoffkosten liegen bei oben genannten Bedingungen bei rund 18 Liter Gas + Benzin für Standheizung. Insgesamt rund 13 Euro pro 100 km.

5. Das Elektroauto (Skoda CitiGo – 265 km Reichweite WLTP) kostet „volle Hütte“ mit 5 Jahren Garantie rund 24t€. Davon geht ein Skoda Rabatt und die BAFA ab. Somit konnte ich den Kleinstwagen für 15.500€ erwerben. Mein Wohnort bietet darüber hinaus noch einen eigenen Umweltbonus von 1500€ an. Sollte der Topf noch nicht leer sein, würde mich der Skoda schlussendlich 14t€ kosten. Mit Buchhalterausstattung gibt´s das Ding ab 21t€. Dann alles minus 3t€.

6. Bei meinem Arbeitsgeber kann ich KOSTENLOS Strom tanken. Die Tankstellenanzahl wird noch erhöht, aktuell sind die wenigen Ladesäulen noch nicht mal voll ausgelastet.

7. In meinem Ort gibt es circa 18 Ladesäulen (Fußläufig in <15 Minuten zu erreichen). An allen kann mit der ADAC/EnBw Card/App bezahlt werden (AC 29 Cent/kW bzw. DC 39 Cent/kW). Ich selbst habe keine Steckdose in der Garage. An allen Lademöglichkeiten waren selbst bei mehrmaligen anfahren zu unterschiedlichen Zeiten teilweise mehrere Plätze frei.

8. Zwölf Ladesäulen werden durch die Stadt KOSTENLOS zur Verfügung gestellt.

9. Das Auto ist 10 Jahre Steuerbefreit. Die Versicherung (Vollkasko) liegt für mich bei rund 200€.

10. Grobkalkulation: Wenn ich aller 4 Tage bzw. nach ~200 km lade, müsste ich bei 220 Arbeitstagen rund 55 Mal (aufgerundet auf 60) zum Aufladen. Grob geschätzt schaffe ich es 2/3 an kostenlosen Zapfsäulen zu tanken, 1/3 an kostenpflichtigen Ladesäulen. Sprich 20*30kW*29Cent=174€, also grob 200€.

11. TÜV kostet mit meinem Gasauto mittlerweile über 140€. Das sollte sich mit dem E-Auto auch reduzieren.

12. Der Service sollte auch günstiger sein. Wie viel bzw. wie hoch, habe ich noch nicht so genau herausfinden können. Selbiges bei den Reparaturen.

13. Ein Mietauto für´s Wochenende kann ich vergünstigt über meinen Arbeitgeber bzw. den ADAC bekommen. Eine S-Klasse würde mich mit 1500 Freikilometern rund 240€ kosten. Ein Golf läge bei circa der Hälfte.

 

Grob kalkuliert für´s Jahr zahle ich für die E-Klasse allein für Kraftstoff (11tkm) und Fixkosten (Steuern+Versicherung) rund 2300€. (Ich habe eine detaillierte Auflistung der Kosten bei der E-Klasse. Vollkosten liegen hier bei knapp über 30 Cent pro Kilometer…Das ist schon verdammt günstig für das Fahrzeug.)

Das E-Auto würde beim Kraftstoff und bei den Fixkosten, wie oben geschrieben, bei rund 400€ liegen.

 

Persönlich haben mich folgende Punkte beim Elektroflitzer bei der Probefahrt überrascht bzw. überzeugt:

 

1. Die absolute Ruhe beim Beschleunigen bzw. Fahren!

2. Automatikgetriebe (selbst bei Kleinstwägen)

3. Sofortige Beschleunigung

(Erläuterung: Bei meinem 7-Gang Automatikgetriebe liegen bei 80 km/h circa 1.000 U/Min an. Wenn ich jetzt gut Beschleunigen möchte, müssen sich die Gänge erstmal sortieren bevor es vorwärts geht. Oder ich muss vorher manuell herunter Schalten.)

4. Rekuperation

(Erläuterung: Stellt man sich in seinem Autofahrerleben die Situationen vor, bei denen man das Fahrzeug rollen lässt oder Bremsen muss, so kann man beim E-Auto in diesen Situationen Energie zurückgewinnen und zusätzliche Reichweite erlangen. Die höchste Stufe der Rekuperation im Skoda kann schon mit starken Bremsen verglichen werden.)

 

Mit den oben genannten Parametern war es für mich relativ einfach eine sachliche / faktenbasierte Entscheidung „pro“ Elektrofahrzeug zu treffen. Ob ich es wirklich „lieben“ werde, wird sich noch herausstellen!!!;)

 

MfG André

 

EDIT (passt grad zum Thema):

https://www.n-tv.de/.../...erden-fuer-E-Auto-Kauf-article21618040.html


04.03.2020 12:31    |    jennss

Zitat:

@Boppin B schrieb am 3. März 2020 um 20:42:12 Uhr:

Mich stört die Nötigung "von Amts wegen" (nach dem Motto: "nun gib endlich deinen Verbrenner ab". Nein, mach ich nicht!!).

Kann ich gut verstehen, das verärgert. Genau da könnte so ein Aktionstag ansetzen. Manch einer findet vielleicht Gefallen und fühlt sich dann nicht mehr dazu gedrängt. Man sagt:"Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht." Aber vielleicht probiert er auf so einer lockeren Aktion mal :).

 

Ich kann das Thema Umweltfreundlichkeit auch nicht umfassend beurteilen, aber ich denke, wenn immer mehr Länder E-Autos subventionieren und nicht wenige auch schon Verbote für Verbrenner planen, muss doch etwas dran sein. Deutschland noch nicht, aber z.B. Holland, Dänemark, Israel, Irland, China, Schweden, Island wollen schon 2030 keine Verbrenner mehr neu verkaufen lassen. Dass eine Lobby dahinter steckt, kann ich mir nicht vorstellen. Welche Lobby wäre größer als die der Ölanbieter?

 

Was mich selbst überrascht hat, ist, wie viel Strom in der Herstellung von Benzin und Diesel verbraucht wird. Das würde man sparen.

 

Zitat:

Der direkte Stromanteil der Kraftstoffproduktion beträgt 50% und mehr der benötigten Antriebsenergie eines Elektroautos.

Mit E-Autos wäre also der Stromverbrauch (!) deutlich niedriger als mit Verbrennern. Die Fahrzeugherstellung ist jedoch nicht berücksichtigt.

j.

 

PS: @pcAndre : Interessante Auflistungen. Beim eUp/Citigo-e/Mii sprechen die Kosten wahrscheinlich in recht vielen Fällen für das E-Auto.


04.03.2020 19:20    |    GLKman

Dass die Herstellung von Kraftstoff auch Strom verbraucht mag ja stimmen. Benzin kann ich aber lagern. Die Lagerung von Kraftstoff erzeugt keine Emissionen, die Vorhaltung von Strom schon. Da vertraue ich lieber Zahlen von Herstellern, die im Gegensatz zu selbsternannten Heilsbringern und Politikern damit im wirklichen Leben auch echtes Geld verdienen müssen.

 

Eine eigens vom japanischen Autokonzern Mazda in Auftrag gegebene Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Gesamtemissionen (also bei Produktion, Fahrbetrieb und späterer Verwertung) eines Elektroautos nur dann das Niveau eines modernen Diesels erreicht, wenn der Akku nicht größer als 35,5 kWh ausfällt.

Das Ergebnis ist ein Mazda MX30 mit nur 35kWh aber für die Stadt mehr als genug Reichweite.

 

Zitat von Malte Bütner, Redaktion Autobild Nr.50 S.22 vom 12.12.2019:

“Das heißt aber auch: sauberer ist der Stromer nie, die Emissionen werden nur verlagert.“


04.03.2020 19:33    |    motor_talking

Geld verdienen und Emissionen einsparen sind - noch - nicht gleichsetzbar.

Ob das E-Auto in der Gesamtbilanz weniger CO2 emittiert, hängt auch von der Gesamtfahrleistung ab. Wenn es 300tkm hält, darf der Akku auch größer als 35kWh sein. Ist es ein Kleinwagen, der nur die Hälfte gefahren wird bis zur Verschrottung, muss der Akku eher kleiner sein.

Jetzt sind wir aber wieder bei der Grundsatzdiskussion über E-Mobilität statt beim eigentlichen Thema "Aktionstage" und Fahrerlebnis. Gut, auch auf solchen Aktionstagen würde die Grundsatzdiskussion aufkommen.


04.03.2020 20:52    |    notting

Soviel zum E-Auto-Fahrspaß: https://www.heise.de/.../...-Hindernisse-der-E-Mobilitaet-4675637.html

Zitat:

Die Antriebstechnik von Elektroautos ist noch nicht ausgereift: 12%

Ich habe Bedenken wegen der Sicherheit der Fahrzeuge: 8%

Bei Elektroautos kommt kein typisches Fahrgefühl auf: 5%

Anders als insb. von div. E-Auto-Extremisten behauptet werden die Sicherheit und das Fahrgefühl von E-Autos kaum negativ betrachtet.

 

notting


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