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Dorti's Bilderecke

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21.04.2014 13:56    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (27)

Brooke 25-30 HP Swan Car und sein Ableger der Cygnet

 

 

Was muss man geraucht haben um sich ein so bizarres Auto bauen zu lassen? Es gibt zwei Versionen wieso sich der schottische Ingenieur Robert (Scotty) Nicholl Matthewson dieses Gefährt hat bauen lassen.

In Indien zeigten die Reichen gern was sie hatten und waren in dieser Angelegenheit einem gewissem Wettkampf nicht abgeneigt. In diesem Zusammenhang soll sich der sehr reiche und exzentrische Matthewson die Idee zum Schwanen Auto einfallen gelassen haben. Der Wagen sollte nicht nur wie ein Schwan aussehen sondern auch das Wesen eines wiederspiegeln.

1909 reiste besagter Scotty in die Heimat um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, in der Firma Brooke und Company fand er den Partner für sein Vorhaben. Brooke war bekannt für die guten Motoren aus eigenem Haus, diese baute man vorwiegend für Boote. Neben dem Schwanen Auto baute Brook etwa 10 weiter Automobile, dieser kurze Ausflug in den Automobilbau wurde mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges beendet.

Um aber die Idee des Schwanes umsetzen zu können, holte sich Brooks Hilfe bei Großbritanniens bekanntesten Hersteller von Dampf betriebene Fahrgeschäfte Savage von Kings Lynn.

Als 1910 der Swan in Kalkutta ausgeliefert wurde verfehlte er mit Sicherheit nicht sein Ziel, denn für dessen Preis hätte man bequem 6 Rolls Roys Silver Ghost bekommen.

Brooks tat sich trotz dieses Geschäfts schwer und die Erzählung besagt, dass Scotty nur durch das in bar mitgebrachte Geld (15t Pfund) überzeugen konnte. Die Skepsis bei Brook ging so weit, dass man am Ende auf jeden Hinweis am Auto verzichtete.

 

Die zweite Version warum Matthewson sich diesen Wagen hat bauen lassen ist von der Ersten nicht weit entfernt. In dieser heißt es, er wollte den indischen Maharadschas einen Spiegel vorhalten wegen ihres dekadenten Lebensstiels.

Wobei hier der Schuss wohl nach hinten los ging. Nachdem wohl schon früh die Ordnungskräfte eingreifen mussten, wurde Scotty klar gemacht, dass weitere Ausfahrten nicht erwünscht sind.

Er verkaufte schließlich an den Maharadscha von Nabha und dieser ließ 1920 den kleinen Schwan für seine Kinder bauen. Über den kleinen weiß ich nur, dass dieser Elektrisch angetrieben wird.

Beide Fahrzeuge gelangten dann zwar komplett aber in einem sehr schlechten Zustand nach 70 Jahren in den Besitz von Evert Louwman.

 

Das Verbot der Nutzung wurde nicht wegen des skurrilen Aussehens sondern wegen der etwas rabiaten Ausrüstung des Schwanes ausgesprochen und damit komme ich nun zu diesem.

Wie gesagt, er sollte nicht nur wie ein Schwan aussehen, er sollte auch das Wesen eines Schwans wiedergeben.

Die Karosserie wurde aus Holz und Alabastergips gefertigt und daher wurde sie aufwändig lackiert um diese vor der indischen Witterung zu schützen. Aus dem Gips wurde das Gefieder modelliert und an den Seiten sind vergoldete Fische und Lotusblumen zu sehen. Selbst die Türgriffe haben den Körper eines Fisches.

Um sich im dichten Verkehrs Kalkuttas Gehör zu verschaffen besitzt der Schwan eine mit Abgasen betriebene, achtpfeifige Orgel und sollte dies nicht genügen konnte man, über den sich öffnenden Schnabel, heißes Kühlwasser versprühen. Da dieses Versprühen mit Druckluft betrieben wurde, kam ein fauchendes Geräusch zustande und simulierte somit einen wütenden, angriffslustigen Schwan.

Die Abgasanlage konnte vom Innenraum aus als Xylophon mit vier Tasten betrieben werden und der Fahrer bekam seine Anweisungen über einen kleinen Schiffstelegraphen. Der Telegraph übermittelte die Wünsche des Fahrgastes an den Fahrer, da diese durch eine Scheibe getrennt wurden.

Zur Auswahl standen unteranderem die Anweisungen schneller, langsamer, rechts, linke, nach Hause, zurück und geradeaus.

Aber damit nicht genug, um die Illusion noch abzurunden, konnte man über ein Ventil unterhalb des Bürzels, weiße Tünche ablassen um somit Ausscheidungen nachzubilden.

Die Reifen wurden ständig von Bürsten sauber gehalten, um so eine Verschmutzung der Karosserie vorzubeugen. Augen, Halsband und Lampen wurden elektrisch betrieben und waren voll funktionsfähig.

 

In den meisten Artikeln wird von einem Vierzylindermotor geschrieben, der den über 3t schweren Wagen antreibt und das sagt auch die Beschreibung im Museum. In einem Artikel wird von einem Sechszylinder geschrieben und in einem dummerweise von Dampfantrieb. So und nun die Verwirrung komplett zu machen, Brooke baute die Vierzylinder angeblich nur bis 1907. Damit sollte es ein Sechszylinder sein. In einem Video sieht man den seitengesteuerten Motor mit drei Ventildeckeln und sechs Zündkerzen.

 

Von Brooke gebaute Motoren die in Autos Verwendung fanden.

10 hp 1902 3 Reihe

14 hp 1903–1904 3 Reihe 2398 cm³

15/20 hp 1905–1907 4 Reihe 3190 cm³

35 hp 1905–1907 4 Reihe 9229 cm³

25/30 hp 1906–1913 6 Reihe 4788 cm³

38 hp 1911–1913 6 Reihe 6001 cm³

40 hp 1908–1913 6 Reihe 6516 cm³

 

Ich habe allerdings nicht genug Ahnung von solchen Dingen um an Hand von Bildern die Anzahl der Zylinder(bei so alten Motoren) zu bestimmen.

 

Als das Louwman Museum die Wagen ersteigerten, waren diese sehr heruntergekommen, die Seidensitzbezüge z.B. waren von Ratten fast vollständig aufgefressen.

Ein kleines Stück Seide wurde wohl am Rückteil der Sitze gefunden, mit diesem machte man auch noch die indische Weberei ausfindig und konnte den Bezug rekonstruieren.

Der kleine Schwan ist das erste in Indien gebaute Automobil und somit das Älteste.

 

Ich hoffe euch mal was Außergewöhnliches gezeigt zu haben.

 

Euer Dorti


16.04.2014 22:22    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (13)

Wie versprochen, liefere ich nun die zweite Reihe der Bilder aus dem Louwman Museum.

 

Ich würde da gern mal drei Tage ohne Absperrungen meine Bilder machen, so völlig ohne Zeitdruck.

Leider hat sich bei einer Kamera etwas verstellt, mal schauen in wie weit ich die Bilder retten kann, sie haben einen leichten Gelbstich.

 

Viel Spaß beim Anschauen und hier geht's zum Teil 1

http://www.motor-talk.de/.../...eum-automobile-zeitreise-t4901554.html

 

 

Frohes Osterfest

Euer Dorti


08.04.2014 00:19    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (14)

Liebe Freunde des Altmetalls,

 

da ich ja nun hier auf MT etabliert zu sein scheine, bleibt mir ja fast nichts über als auch im Urlaub auf Motivsuche zu gehen.

 

Da ich allerdings nicht unbedingt bei Sonnenwetter in einem Museum egal welcher Art rumrennen möchte, musste ich selbst in Holland eine Woche auf schlechtes Wetter warten.

Ne ich beschwere mich nicht, denn so hatten wir genügend andere Motive vor der Linse. Wir sind vielseitig interessiert und das geht von Gebäude über Landschaft bis hin zu Kunst und Pflanzen, sowie der Tierwelt.

Mal sehen ob ich auch mal einen Bricht mit Bildern des Rotterdamer Zoos mache, falls es dafür bedarf gibt.

 

Nun aber zum Altmetall, nach einigen Recherchen haben wir uns für das Louwman Museum entschieden, denn hier schien es die besten Möglichkeiten zu geben. Mit beste Möglichkeiten meine ich Anzahl, Präsentation (Platz) und Vielfältigkeit der Objekte meiner Begierde.

Das Museum lieg sehr schön am Rande eines Parks und ist mit dem Auto gut zu erreichen, eine Tiefgarage (5€) bietet reichlich Platz. Über die Einfahrt muss man allerdings außen bis zum Eingang laufen, da es keinen innen liegenden Zugang gibt.

Im Eingangsbereich ist rechts die Kasse mit dem Shop, in diesem findet man durchaus günstige Bücher bzw. Bildbände, natürlich habe ich mal wieder nicht nein sagen können.

Die freundliche Dame bat uns unseren großen Rucksack in einem Schließfach zu verstauen, nach dem wir bezahlt hatten. Somit mussten wir alles Nötige an Ersatzakkus und Speicherkarten am Mann/Frau verstauen. Neben dem Eintritt (13,50€) bezahlt man auch gleich das Parken und erhält eine kleine Blechmünze für die Ausfahrtsschranke, das Schließfach ist umsonst und wird mit einem Schlüssel verschlossen. Wir hatten auch schon Schließfächer mit Codeeingabe, den man vorher programmieren musste.

 

Im Erdgeschoss machten wir unsere ersten Aufnahmen von diversen Fortbewegungsmitteln und haben schon beeindruckende Wagen ablichten können.

Der Rundgang beginnt im 2 Stockwerk in dem man mit einem Fahrstuhl gelangt und hier erwartet einem die erste Überraschung, denn es beginnt mit Kutschen. Es ist ja auch nicht gerade falsch, denn die ersten Autos sahen diesen ja noch recht ähnlich.

Und es ging Schlag auf Schlag weiter, nach einigen sehr skurrilen Exponaten kam dann das wohl einzige Replikat, der Benz Motorwagen. Und hier musste ich Akku und Speicherkarte wechseln, keine Angst, war nur Restkapazitäten von den Vortagen. Das Museum ist so gestaltet, dass der Rundgang an allem vorbeiführt und dass sind nicht nur Autos. Man sieht Pokale, Plakate, Modellautos, Zigarettendosen, Flachmänner, Teller und und und, alles mit Bezug zum Auto aber sehenswert.

 

Mal weiter, nun spätestens hier muss einem klar werden, in diesem Haus sind eine Menge an Autos, die einem so schnell nicht mehr vor die Kamera kommen. Uns ereilte die Vermutung, dass wird 7 Stunden Dauergeknipse vor uns haben und so kam es auch.

Der größte Teil der Sammlung betrifft die Vorkriegsautos, wer nur Wagen ab den 50er oder sogar erst ab den 80er anschauen möchte wird wohl enttäuscht sein. Aus dieser Zeit findet man nur wenige aber bestimmt sehr seltene Exemplare, diese Ären deckt das Museum in erster Linie mit hochpreisigen Luxuskarossen ab. Oder es sind Wagen die eine Geschichte haben, in Filmen wirkten oder im Design beeindrucken.

Eine große Anzahl an Rennwagen findet der Besucher auch und hier stechen Bugatti, Maserati und Ferrari hervor.

Einen Schwerpunkt lasst sich aber nicht von der Hand weisen und dies liegt wohl darin begründet wie die Familie Louwman ihr Geld verdiente und verdient. Es gibt schon eine große Anzahl an US Automobilen und hier wirklich sehr gute Exponate.

Die Louwman Gruppe verdient ihr Geld unter anderem im Importgeschäft im Automobilhandel und dies nicht nur in den Niederlande.

Der Firmengründer Pieter Louwman begann 1934 die Sammlung und war Dodge Importeur, mittlerweile sind es weitere Marken die diese Gruppe vertreibt.

In zweiter Generation führt der Sohn Evert die Sammlung fort, um 2006 herum sollte die Aschaffenburger Rosso Bianco Sammlung von Peter Kaus integriert werden. Leider hat man sich dazu entschlossen bis auf ca. 15 Wagen diese auf Auktionen zu veräußern.

Dieses Thema ist eine Geschichte für sich, in der Aschaffenburg und Frankfurt es verpasst haben eine Chance zu nutzen.

 

Was kann ich noch so zum Museum erzählen?

Die meisten Wagen lassen sich gut fotografieren, leider nur selten von allen Seiten. Naja, damit war zu rechnen.

Für jedes Auto ist eine Erklärungstafel auf Niederländisch und Englisch mit kleinem Bild vorhanden und somit für die Erstinfo und das Sortieren gleich mit auf Bild gebannt.

Das Café ist in eine künstlich nachempfundene Straßenzeile eingebettet und sehr schön gemacht, leider hatten wir keine Zeit mehr es zu testen.

 

Wir können dieses Museum mit der ältesten Privatsammlung der Welt euch wärmstens ans Herz legen. Leider war die Zeit natürlich wieder viel zu knapp, aber die Welt hat auch in den Niederlanden viele schöne Ecken zu bieten.

 

 

Ich hoffe euch gefällt dieser kleine Bericht und freu mich auf Kommentare

 

Euer Dorti


DANKE

Mein Blog hat am 02.04.2013 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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Hallo Freunde von Autos und Bilder, einiges zum besseren Verständnis!

Ich schau mir gern alte, besondere und schöne Autos an und fotografiere sie, mit meinem bescheidenen Können. Auf Anregung habe ich beschlossen hier einen Blog einzurichten um euch daran teil haben zu lassen.

Die von mir erstellten Texte haben nicht den Anspruch komplett oder völlig fehlerfrei bei den Angaben zu sein.

Gruß Euer Dorti