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Kernkraft-Blog

Der verstrahlte Blog

10.05.2009 13:05    |    KKW 20    |    Kommentare (17)    |   Stichworte: Astra, Astra G, Opel, Persönliches

Hallo

 

Gestern war es soweit, da konnte ich nun mein ''neues'' Auto holen.

Dieser Astra G Njoy 1.6 16V Bj. 2003, laut VIN in Eisenach gebaut, hat vorher meiner Oma gehört.

Nachdem sie (dem Himmel sei Dank) das fahren aufgeben hatte, stand dieser Saturnblaue Astra Monate lang in der Garage und dämmerte vor sich hin und das mit nicht mal 24000 Km auf dem Tacho.

Verkaufen war nicht, weil die Family einstimmig beschlossen hatte, gegen Omas Votum, das der Astra in der Familie bleibt, damit wenigstens ein familientaugliches Fahrzeug zur Verfügung steht.

Bei diesem Fuhrpark nur sehr zu verständlich:

-1 Chevrolet Camaro '03

-1 Corvette C3 '76

-1 Opel Tigra A '95

-1 Opel Corsa B '98

-1 Opel Astra H Twin Top '06

 

Also mal in die DAT Liste geschaut, was den nun so ein Auto wert und mit Oma darüber verhandelt, am Ende einigten sich Oma und Enkel auf 5000 €. Über die, aufgrund Omas Fahrkünsten, vorhandenen Schrammen habe ich dabei mal hinweg gesehen.

Vor Fahrtantritt wurde natürlich erstmal das Auto ausgesaugt, was auch dringend nötig war. Opa hatte nämlich zu Lebzeiten, einen PKW auch immer als Nutzfahrzeug betrachtet, sodass mal großes Werkzeug, Grünschnitt oder auch mal ganze Steine im Kofferaum transportiert wurden. Dem entsprechend sah natürlich auch der Innenraum des Fahrzeugs aus wie ein Schweinestall. Außen noch etwas Staub runter gewaschen und Grünspan von den Schriftzügen und Logos entfernt, dann konnte es losgehen.

Auf der Heimfahrt stellten sich leider bereits erste Unannehmlichkeiten ein, so konnten die Reifen die lange Standzeit nicht verleugnen was sich in einem vibrierenden Lenkrad bemerkbar machte, aber um so mehr Kilometer ich fuhr desto besser wurde es, daß Vibrieren ist weg.

Trotz seiner Jahre langen stiefmütterlichen Behandlung (Auf der Autobahn niemals mehr als 100 Km/h) macht der Motor einen erstaunlich munteren Eindruck. Gestern zum MT-Treffen nach Alzenau gefahren, 190 Km/h (laut Tacho) wahren drin und da war das Pedal noch nicht ganz durchgetreten. Respekt für die ehemalige Standleiche.

 

Möge er mich duch weitere unfallfreie Jahre bringen und meiner Bastelkiste ein würdiger Nachfolger sein.

 

Gruß Oli

 

Nachtrag: Am 5. Juli 2014 habe Ich meinen mittlerweile 11 Jahren Astra G mit rund 157000 Km gegen einen Astra J eingetauscht.

Mach's gut mein Dicker, du warst immer eine treue Seele und hast mich nie Stich gelassen. Danke für fünf wunderbare Jahre.


22.04.2009 20:38    |    KKW 20    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: Opel, Persönliches, Tigra, Tigra A

Hi

 

So nach dem Artikel über den Corsa, nun der über den Tigra.

Das Auto (ebenfalls in Saragossa gebaut) hat mein Vater im August 1995 gekauft. Damals entschied er zu meiner Freude zum Leidwesen unsere Hundes :p sich ein Coupe zu zulegen. Nach mehreren familientauglichen aber langweiligen Kadetts wollte er nun endlich ein echtes Spaßauto und die damaligen Astra F und Vectra B gefielen ihm nicht.

 

Damals war die Frage: Calibra oder Tigra?

Der Calibra schied bald aus weil er Daddy zu teuer war, bleib also nur noch das Corsa Coupe.

Motor war klar, wenn schon Tigra, dann aber richtig und folglich wurde der 1.6er mit 106 PS gewählt. Eine gute Entscheidung, trotz der vielen kleinen Kinderkrankheiten die dieser Motor aufweist.

Als Sonderausstattung wurde noch eine Klimaanlage bestellt, auf Anraten des Verkäufers. Ein wertvolles Extra was weder mein Vater noch ich missen wollen. Im Sommer kommt man sich nämlich vor wie im Treibhaus, wenn das Auto lange in der Sonne gestanden ist.

 

Als ich 2003 meinen Führerschein machte, überlegte ich welches Auto ich mir den nun zulege, die Wahl fiel eben auf diesen Apache farbenen Tigra. Nach ein paar zehen Verhandlung und vielen elterntypischen Nerverreien (''Kann es denn nicht auch ein Corsa sein?'' - ''Nein kann es nicht!'') wechselte das Auto also den Besitzer. Seit Daddy in Rente ist fährt er sowieso nur noch sehr wenig und warum soll sich so ein schönes Auto tagelang die Räder platt stehen ohne das was passiert.

Mittlerweile ist der Tigra 13 Jahre jung und hat ca. 127000 Km auf der Uhr, aber er steht nach wie vor gut im Saft. Mal eine Runde Tempo 210 (laut Tacho) auf der A5 sind für den Kleinen kein Thema. Wo der Tigra aber absolut in seinem Element ist, sind enge Gebirgsstraßen im Taunus. Dort zeigt sich, daß die Ingenieure ganze Arbeit an Fahrwerk und Lenkung geleistet haben.

 

Die wohl größte Schwachstelle, stellt der Motor da. Obwohl dieser das Auto richtig ordentlich auf Touren bringt, machen leider des öfteren mal ein paar Sensoren und Aktoren Probleme. Das AGR Ventil wurde bisher zweimal getauscht und einmal der Motortemperaturfühler. Etwa vier Jahre nach dem letzten Zahnriemenwechsel, den man wirklich penibel genau einhalten sollte, gab die Spannrolle den Geist auf. Dies machte sich durch ein turbinenartiges Geräusch bemerkbar, irgendwie klang es schon geil, aber nachdem ich die Spannrolle überprüft hatte war ich froh das mir der Riemen nicht weggeflogen war. Das wäre ein teurer Spaß gewesen.:(

Trotz dieser Kleinigkeiten bin ich richtig Stolz auf dieses Auto und auch darauf das er sich noch komplett im Originalzustand befindet.

 

Mein Ziel: Den Tigra unfallfrei (das ist er nach wie vor) bis zum H-Kennzeichen und darüber hinaus zu bringen. Sollte dann auch der letzte Rest Erdöl versiegt sein wird eben auf Bioethanol, Synfuel oder kalten Kaffee umgestellt.:D

 

***Update***

Seit dem 15.11.2016 ist die Ära Tigra leider unwiederbringlich zu Ende und der Traum vom H-Kennzeichen aus geträumt. der TÜV hatte was dagegen.;) R.I.P. :(

 

Gruß Oli


21.04.2009 21:15    |    KKW 20    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: Corsa, Corsa B, Opel, Persönliches

Hi

 

Ab heute möchte ich mal meine Autos vorstellen.

Den Anfang macht diesmal der Corsa. Den Guten habe ich 2004 als Gebrauchten gekauft, nachdem mich ein wenig das Bastelfieber gepackt hat.:p

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um das Sondermodell World Cup von '98, gebaut in Saragossa. Zusätzlich zur Serienaustattung hat er noch eine Klimaanlage und einen Drehzahlmesser und unter der Haube befindet sich ein 1.0L Dreizylinder mit 12 Ventilen und 55 PS (X10XE), dessen Motorsoftware ich mit dem Update von 2000 versehen habe. Zeit dem Update läuft er auch etwas ruhiger, wie ich finde.

Folgende optische Veränderungen habe ich durchgeführt:

-Sportgrill von Steinmetz

-Spectra Line felgen von Irmscher

-Sportauspuff ab Kat von Lexmaul

-getönte Seitenblinker von Irmscher

-Tieferlegungsfedern 30 mm von Eibach (über Steinmetz gekauft)

 

In Sachen Radio habe ich es beim serienmäßigen CAR 300 Kasettenradio von Blaupunkt belassen, weil sich so ganz einfach der iPod über einen Kassettenadapter anschließen lässt, den Strom bekommt der iPod vom Zigarrettenanzünder.

Funktioniert alles prächtig und mehr soll es auch nicht.

Wie man von der geringen Leistung ausgehen kann ist das Auto natürlich kein Sportwagen, aber in der Stadt mancht er schon einer gute Figur und kommt im Durchschnitt mit ca. 5-6 Litern Super aus.

Auf der Autobahn tut sich der Kleine, aufgrund der langen Übersetzung, etwas schwer. Aber so bald er mal in Schwung ist läufts ganz gut.

Defekte, haben sich trotz den fortgeschrittenen Alters, relativ in Grenzen gehalten. Typische Dreizylinder Probleme sind Öldruckschalter (1x Ersetzt) und die Dichtung der Ölpumpe (2x Ersetzt), sonst ist Ruhe.:)

 

Gruß Oli

 

Nachtrag: Am 9. Mai, habe ich den Corsa an meine Mutter verkauft, jetzt kurvt sie mit ihm als Zweitwagen durch die Gegend. Also ganz aus der Welt ist er somit nicht. Sein Nachfolger wird demnächst hier vorgestellt.


16.01.2009 20:56    |    KKW 20    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: Bundeswehr, Persönliches, Wehrdienst

Hallo, Servus, Gude

 

Es geht weiter, mit dem dritten und letzten Teil dieser Trilogie und die AGA sollte nun ihren Höhepunkt erreichen.

 

Das zweite Biwak

Das erste, ziemlich nasse, Biwak war hinter uns gebracht und schon stand das nächste vor der Tür. Diesmal sollte es nach Stetten am kalten Markt gehen (Ungangssprachlich auch Stetten am kalten Arsch genannt).

Mit dem (zivilen) Bus verlegte nun also die gesamte 6. Kompanie geschlossen auf die Schwäbische Alb. Schon beim Ausstieg im Lager Heuberg wurde jedem Klar warum die Stadt diesen ungangssprachlichen Namen hat, es verdammt kalt oder nicht zu sagen Arschkalt.

Wir sollten 10 Tage hier bleiben, vier davon draußen, die übrigen Tage nächtigten wir in der Kaserne.

Das Biwak war nicht sehr Ereignisreich: Zelte aufbauen, Holz sammeln, Kaffee für die ausgekühlten Kameraden kochen, Feuer machen, Platzpatronen verschießen, auf Befehl des Gruppenführers Deckung suchen, Wache im Alarmposten schieben und und und.

Wirklich interessant war's Abends am Lagefeuer wenn der Oberfeld seine Geschichten von Einsätzen im Kosovo oder Bosnien erzählte und was er dort alles erlebt hatte. Als die vier Tage rum waren marschierten alle Mann zur Kaserne, die mindestens zweimal so groß wie der anliegende Ort war, leider mit der Gummifotze im Gesicht. Danach weiß man frische Luft echt zu schätzen.:(

Die Kaserne in Stetten stammt noch aus Wilhelmistischer Zeit und war fü eine Kaserne sogar recht ansehnlich, überall mit kleinen Vorgärten vor den Gebäuden.

Die Verbleibenen Tage nutzten wir um zu schießen was die Waffenkammer hergab.

Walther P1

Heckler & Koch G36

Rheinmetall MG3 (früher mal als MG42 bekannt)

Mit diesen Waffen wurden sämtliche Standartübungen und Wertungsübungen geschossen. Das MG3 wurde meine absolute Lieblingswaffe, während die Kameraden lieber das Plastik-Peng Peng bevorzugten.

Wir verlegten nach zwei Wochen ''Abenteuerurlaub'' zurück nach Bruchsal und dann war erstmal ein erholsames Wochende angesagt.

 

Das Gelöbnis und die Rekrutenbesichtigung

Jeder Soldat muss sich im Laufe der Mitgliedschaft bei ''Deutschlands größten Schützenverein'' zur freiheitlichen Grundordnung bekennen.

Das Gelöbnis fand auf dem Rathausplatz von Bruchsal mitten in einer Fußgängerzone statt. Keine Frage, wer will sich bei diesem Publikumsverkehr sich schon freiwillig zum Obst machen. Also Augen zu, Gehirn auf Konzentration eingestellt und los geht's.

Erst fand in der Schloßkirche zu Bruchsal der obligate Gottesdienst statt, nach einer guten Stunde wurde es dann Ernst für alle. Gekleidet im großen Dienstanzug und Stalingrad-Gedächtnismantel fuhren wir mit einem Bus zum Rathausplatz.

Nachdem alle aufgestellt waren marschierten im Gleichschritt unter den Klängen des Regimentsgrußes auf den Rathausplatz ein.

Es folgte eine Rede, das Abspielen des Großherzog von Baden-Marsch (unser Batallionsmarsch), noch eine sehr laaange rede vom Bruchsaler Bürgermeister. Dann wurde aus gelobt.

 

„Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“

 

Nun kam das Abspielen der Nationalhymne (Erleichterung machte sich Breit) und noch eine Rede, dann durften wir endlich erschöpft vom langen Stehen endlich ausmarschieren. Der Kompaniechef lobte unsere Diszipliniertheit und unsere fehlerfreie Vorstellung. *freu*

Zum Dank gab es ein verlängertes Wochenende.

 

Das einzige unerfreuliche Ereignis war eine Demo von Gelöbnisgegnern die sich mit Eltern von Kameraden in die Wolle gekriegt hatten. Eine Mutter riss einem Demonstranten ein Transparent mit der Aufschrift ''Soldaten sind Mörder'' aus der Hand und zerriss es. Die Feldjäger, die als Ordner anwesend waren, trennten die Streithähne. Aber wer will schon, daß er selbst oder ein naher Angehöriger grundlos als Mörder bezeichnet wird.

 

Das letzte Ereignis der Grundausbildung stellte ein 25 Km Marsch da, unterbrochen durch insgesamt acht Stationen an denen man sein Können demonstrieren durfte, die Rekrutenbesichtigung. jeder hatte sein G3, einen Rucksack mit 10 Kg Marschgepäck, ein EPA-Paket zur Verpflegung und die mittlerweile verhasste Gummifotze dabei. Morgens um 6 Uhr ging es los und Abends kurz vor 10 Uhr kamen wir wieder an. Marschiert wurde mal ohne mal mit Maske Bergauf und Bergab. Kurz vor dem Kasernengelände mussten wir noch ein Gefechtszenario über uns ergehen lassen und als das nicht noch genug wäre ging es dann noch über die Hindernisbahn. Völlig erschöpft und ausgelaugt ging es in das Unterkunftsgebäude. Waffenreinigen, Stuben -und Revierreinigen, dann vielen alle halb tot ins Bett.

 

Die letzten sechs Monate

Die übrigen Monate waren eher weniger interessant. Entsprechend meiner Berufsausbildung wurde ich als Instandsetzungssoldat verwedet und als Gefreiter in die 1. Kompanie des nun zum Regiment aufgewachsenen vorherigen ABC Abwehrbatallion 750 versetzt.

Die 1./750 ist die Stabs -und Versorgungskompanie und wahrlich die lockerste in der man dienen kann, vorher habe ich noch nie so viel herumgegammelt.:p

Ab und zu mal einen UVD machen, mal eine Wache und sonst war meistens abpimmeln in der Inst oder auf Stube angesagt. Selbst der Spindaufbau war passe, die Ausrüstung landete einfach im Spind. Stuben -Revierreinigen war nicht mehr zweimal täglich sondern höchstens einmal die Woche. In der gesamten Inststaffel war außerdem sowas wie der inoffizielle Informationsbeauftrage, denn ich war der erste der hier das DVB-T einführte. Von da an kam jeden Abend die halbe Kaserne zu uns auf Stube um Simpsons, Fußball oder was auch immer zu klotzen.

Nach drei Monaten wurde ich wie alle meine Kameraden aus der AGA zum Obergefreiten befördert. Mit diesem Dienstgrad sollte ich dann auch meine ''Karriere'' bei Vater Staat als Obergefreiter der Reserve (OG d. R.) beenden.

 

Es war eine interessante und ereignisreiche Zeit und möchte sie auf keinem Fall missen. Auch wenn man gelegentlich mal Streß mit übereifrigen Vorgesetzten hatte oder mal körperlich an seine Grenzen gebracht wurde und dann entsprechend fertig war. Meine Zeit bei der Bundeswehr hat mir Spaß gemacht und ich habe viele neue Leute kennengelernt.

 

Gruß Oli


02.01.2009 21:54    |    KKW 20    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: Bundeswehr, Persönliches, Wehrdienst

Hallo

 

Das neue Jahr hat begonnen und ich möchte euch nicht mehr länger warten lassen. Jetzt geht's in die zweite Runde.

 

Die Einkleidung

Nach drei Tagen marschieren, Waffen reinigen und jede Menge Dummfick ging es also endlich an die Einkleidung.

Zu diesem Zweck verlegte der I. Zug in die unten in der Stadt liegende Dragonerkaserne. Besagte Kaserne diente alledings schon seit 1994 nicht mehr als Kaserne sondern nur noch als STOV-Standort und beherbergte auch die Kleiderkammer. Also orderte die 6. Kompanie zwei Busse von Y-Tours - ''Wir buchen, sie fluchen'' um uns AGAnauten zur Kleiderkammer zu bringen. Nach abwechslungsreichen Stunden Warten (mal sitzen, dann wieder stehen) erhielt nun jeder Soldat zwei randvolle Taschen und einen ebenso randvollen Rucksack mit seiner Ausrüstung um damit wieder zurück in die Speidel-Kaserne zurück verlegen, aber nicht um den Spind mit dem Inhalt der drei Taschen zu füllen, erst sollten in der Materialgruppe (MatGrp) die ABC Schutzmasken empfangen werden. Wieder angekommen im Unterkunftsgebäude wurden wir unterwiesen wie ein Spind auszusehen hat und durften unseren dann entsprechend einräumen.

Einige Kameraden durften sich dann den Spruch anhören: ''Das soll ein Spindaufbau sein? Abstellen!''

 

Die Ausrüstung

Die Ausrüstung eines jeden Soldaten ist sehr unfangreich, für alle Gelegenheiten gibt es eine Anzugsart. Darunter der Stalingrad-Gedächtnisanzug (Großer Dienstanzug mit Mantel) oder der sogenannte Schlumpftarn (Sportanzug), der von der Qualität des Stoffes nach seinen Ursprung wohl in den 70ern hatte.

 

- 1x Jacke, hellgrau

- 1x Mantel, dunkelgrau (witterungsabhängig oder auf Befehl)

- 1x Hose, schwarz

- 1 paar Halbschuhe, schwarz

- 1x Barett, korallenrot mit Abzeichen ABC Abwehrtruppe

- 1x Gürtel, schwarz

- 2x Anzugshemd, hellblau, kurz und lang (je nach Witterung)

- 1x Socken, schwarz

- 1x Gürtel, oliv

- 2 paar Schnürstiefel, schwarz

- 3x Strümpfe, oliv

- 3x Feldbluse, flecktarn

- 2x Feldparka, flecktarn

- 3x Feldhose, flecktarn

- 2x Feldmütze, flecktarn

- 1x Hosenträger, oliv

- 1x Kälteschutz, oliv (bestehend aus zwei Teilen)

- 1x Nässeschutz, flecktarn (bestehend aus zwei Teilen)

- 1x Koppeltragegestell, oliv

- 2x Handtücher, oliv

- 1x Poncho, oliv

- 1x Gefechtshelm mit Überzug, flecktarn

- 1x ABC Schutzmaske und Tasche

- 1x Koppel (mit Adler und der Aufschrift Einigkeit und Recht und Freiheit)

- 1x Sporthose, dunkelblau

- 1x Sporthemd, hellblau

- 1x Sportjacke, dunkelblau-hellblau

- 1x Sportschuhe, weiß

- 1x Sportsocken, weiß

- 1 paar Badelatschen, blau

- 1x Essbesteck

- 1x Essgeschirr

- 1x Esbitkocher

- 1x Trinkflasche mit Tasche

- 2x Magazintaschen, flecktarn

- 1x Waffenreinigungsgerät

- 1x Klappsparten mit Tasche, flecktarn

- 1x Zeltplane mit Stangen und Heringen, flecktarn

- 1x Schlafsack, oliv

- 1x Isomatte, oliv

- 1x Schutzfolie oder Elefantenhaut, oliv

 

Zusätzlich konnte ein hellblauer Strampelanzug als Schlafanzug und die wohl noch aus Kaiser Willis Zeiten stammende volkseigene Unterwäsche dazu geordert werden. Beide lehnte ich aus nachvollziehbaren Gründen ab.;)

 

Viele Ausrüstungsgegenstände scheinen wohl ihre Vorbilder bei der Wehrmacht zu haben. Der Gefechtshelm sieht dem alten deutschen Stahlhelm und das Flecktarnmuster sieht dem Eichenlaubmuster der Waffen SS ziemlich ähnlich. Auch die Feldmütze hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der im zweiten Weltkrieg verwendeten Einheitsfeldmütze M43. Einige schon damals existente Ausrüstungsgegenstände auf dieser Seite dürften die Ex-Bundis bestimmt wiedererkennen.;)

 

Das erste Schießen und das erste Biwak

Kaum hatten wir unsere Ausrüstung, ging es erst richtig los. In der zweiten Woche marschierten wir das erste Mal auf die Schießbahn. Auf dem Plan, Schießübung mit der Walther P1 (früher P38). Lange Zeit die Standardpistole der Bundeswehr. Besonders gewöhnungsbdüftig war hier der ganz ordentliche Rückstoß der Taschenflak, aufgrund des Alters der verwendeten Waffen kam es leider immer wieder zu Ladehemmungen. Manche Pistolen mussten sogar ausgemustert werden, weil nicht mehr schußfähig.

Aber meine Schießergebnisse waren durchaus zufriedenstellend.:)

 

Das erste Biwak (Bundeswehr im Wald außer Kontrolle), ein Zeltlager für Erwachsene, stand vor der Tür. Ausgerüstet mit dem Gewehr G3 aus dem Hause Heckler & Koch, dem früheren Standardgewehr und zwei Magazinen gefüllt mit Platzpatronen zogen wir an einem schönen Herbstnachmittag auf den Standortübungsplatz. Unser Gruppenführer, Oberfeldwebel T. zeigte uns wie man sich richtig tarnt, Alarmstellungen aushebt, die Dackelgaragen (Zweimannzelte) aufstellt und einen Wassergraben um das Zelt herum aushebt.

Die Zelte inklusive Wassergraben waren fertig, die Alarmstellung war vorbereitet und der Verfügungsraum so weit eingerichtet und nach einem wie immer üblen Fraß (Je besser die Armee, desto schlechter das Essen) bereiteten wir uns auf eine möglichst angenehme Nacht vor. Jeder in der Gruppe sollte mit einem anderen Kameraden zusammen mindestens einmal einen Alarmposten und eine Feuerwache übernehmen.

Aus der angenehmen Nacht sollte nichts werden, was sich bereits durch dunkle Wolken am Horizont angekündigt hatte, ging nun munter los. Platzregen, Donner, Blitz und Sturm machten uns unser erstes Biwak zunichte. Schneller als man gucken konnte füllte sich die Alarmstellung mit Wasser und der zuvor üppig bewachsene Waldboden wure zur reinsten Schlammgrube. Es war kalt, es war nass und man sehnte sich geradezu in das warme Bett im Unterkunftsgebäude, zu allem Überfluss löschte noch der Regen das Feuer und damit die einzige Wärmequelle. Noch nie habe ich so den ersten Sonnenstrahl herbeigeseht wie in dieser Nacht in der leider an Schlaf nicht zu denken war. Am Morgen wurde erst das Frühstück ausgegeben, anschließend gefragt ob sich jemand Neukrank meldet. Etwa 3/4 des ganzen Zuges meldete sich Neukrank, unter denen auch ich war. Was tut man nicht alles für was trockenes zum Anziehen und eine heiße Dusche.;)

Während der eine Teil der Neukranken völlig unterkühlt war, ging es den anderen doch noch recht gut. Während am Ende nur ich und fünf weitere Kameraden nach dem Besuch im SanZentrum wieder raus auf dem Truppenübungsplatz verlegten, weil man ja so doof ist und die Wahrheit erzählen muss (Man wolle sich nur durchchecken lassen). Der Rest denkte sich zum Teil irgendwelche Räuberpistolen aus und wurden Promt MSG (Marsch-, Sport- und Geländebefreit) geschrieben. Am Abend kamen wir restlos erschöpft im Unterkunftsgebäude an, ein letztes Mal Waffenreinigen (dringend nötig), Waffenabgabe, Abendessen, Stuben -und Revierreinigen und dann durften wir endlich ins warme und gemütliche Bett.

 

Wie es weitergeht, erfahrt ihr im dritten Teil. Zu guter letzt habe ich diese interessante Seite gefunden. Besonders die Ausbildersprüche sind wärmstens zu empfehlen.:)

 

Gruß Oli


20.12.2008 01:12    |    KKW 20    |    Kommentare (8)    |   Stichworte: Bundeswehr, Persönliches, Wehrdienst

Hallo, Blogleser

 

Inspiriert durch diesen und diesen Blog-Artikel, möchte ich auch mal über meine Militärzeit schreiben.

 

Das Vorgeplänkel

Es begann im Frühjahr 2006 als ich eine Einladung zur Musterung vom zuständigen Kreiswehrersatzamt in Wiesbaden erhielt. Wer einmal bei der so einer Musterung war kennt die Prozedur.

 

-Viel herumsitzen

-Viel geplapper

-Ein paar ärztliche Unterschungen (inkl. Eier-Kontroll-Griff)

 

Zu guter letzt bekommt man dann das Ergebnis mitgeteilt. Zu meiner Freude und zum entsetzen meines Vaters wurde ich T2 gemustert. Kaum hatte ich mein Ergebnis, flatterte auch schon der nächste Schrieb ins Haus.

 

Der Wortlaut war in etwa so:

 

Sehr geehrter Herr *Familienname*

 

Melden sich dann und dann in der Sowieso Kaserne in Dingsbumshausen

 

Promt wurde erstmal ein Schreiben aufgesetzt um eine Rückstellung zu erreichen. Schließlich befand ich mich zu diesem Zeitpunkt noch in der Ausbildung und die Gesellenprüfung fand erst im Sommer statt.

 

Die Zeiten gingen ins Land, die Gesellenprüfung war bestanden und die Ausbildung war beendet kam bereits das nächste Schreiben.

 

Am 4.Oktober 2006 habe ich in Bruchsal beim ABC Abwehrbatallion 750 aufzuschlagen. Ich fand es absolut klasse und meine Eltern irgendwie auch, wohnt doch gerade die Oma genau in dem Ort, besser konnte es also nicht laufen. Vorallem die Oma hat sich gefreut, das sie endlich mal ihren Enkel öfter um sich hat.

 

Es geht los

An genau jenem Tag kam ich nun also in Bruchsal in der General Dr. Speidel Kaserne an, die genau oben auf dem Eichelberg, etwas außerhalb von Bruchsal liegt.

 

Ich kam in den I. Zug der 6. Kompanie, die zu dieser Zeit das Ausbildungsbatallion darstellte. Mit fünf anderen Kameraden durfte ich mir nun eine Stube teilen, wir waren ein richtig bunt gemischter Haufen: Ein Pfälzer, ein Badner, ein Rußland-Deutscher, ein Hesse und ein Frankfurter (also ich).

 

Der gesamte Zug bestand aus 65 Mann in 4 Gruppen aufgeteilt, jedem dieser Gruppe wurde ein Oberfeldwebel zu geteilt, unser Zugführer wiederum war ein Leutnant .

 

Die ersten drei Tage liefen wir noch in Zivilklamotten rum und kamen uns ein wenig wie der Volkssturm vor und ehrlich gesagt auch ziemlich blöde.

 

Die Einkleidung sollte aber, wie erwähnt, nicht lange auf sich warten lassen. Endlich konnte der Wehrdienst so richtig beginnen...mehr im Teil II.

 

Gruß Oli


Der GAU-Leiter

KKW 20 KKW 20

Holden-Fan


Ich heiße Oli und komme aus Frankfurt am Main und bin ursprünglich gelernter Kraftfahrzeugmechatroniker, habe aber mittlerweile die Fronten gewechselt und arbeite nun als Schienenfahrzeugmechaniker bei einem großen deutschen Transport- und Logistikkonzern.

Mein besonderes Interesse gilt der australischen GM-Tochter Holden, für US-Cars und einige andere Automarken (z.B. Lotus) kann ich mich ebenfalls begeistern. In der Freizeit beschäftige ich mich mit Autos, Musik, Luftfahrt oder unternehme was mit Freunden und der Familie.

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