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Dorti's Bilderecke

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08.04.2013 23:20    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (19)

Citroen GS Pallas

 

Der Wagen im Schatten von DS und SM, jedoch die Lücke zwischen den Beiden und Ami 6, Ami 8, sowie der Ente schließend. Oder doch nur eine Notlösung? Citroen hat den Start der Mittelklaselimousine mit der Bezeichnung Projekt F platzen lassen, dies obwohl alle Werkzeuge bestellt waren. Ein Grund soll ein Patent von Renault, ein Schweißverfahren mit Klebesysthem für Chromleisten an den Verbindungsstellen, gewesen sein. Citroen hatte wohl ein ähnliches Verfahren einsetzen wollen. Unter der Hand munkelte man auch, dass der Wagen nicht gerade verwindungssteif gewesen sein sollte. Der GS, aus heißer Nadel gestrickt, wurde 1970 auf dem Pariser Salon der Öffentlichkeit vorgestellt. Über den GS gibt es die verschiedensten Meinungen und Aussagen. Das liegt wohl auch daran, dass er nach der Ente, der meist verkaufte Citroen ist. Grande Serie (GS) und Grande Serie athlète (GS/A) wurden insgesamt fast 2,5 Millionen mal verkauft. Wer macht am meisten Propaganda, ganz klar die, die etwas zu meckern haben und das haftet diesem Modell an. Gut, damalige Langzeittests zeigten immer wieder ein Häufung von Fehlern, die in der Verarbeitungsqualität lagen. Es waren aber nie große oder kapitale Fehler wie Motorschäden, sondern so Dinge wie schlechtes Anspringen, Defekt der Heckscheibenheizung und lose Türverkleidung. Die Rostvorsorge hätte besser ausfallen können, nur leider haben Anekdoten wie - Einmal im Regen schon durchgerostet oder In GB haben die GS einen Standplatten bei den Händlern, weil sie keiner will - den Ruf zu sehr geschadet. Sind wir mal ehrlich, die meisten Wagen Anfang der 70er hätten eine bessere Rostvorsorge gebraucht. Citroen besserte im laufe der Zeit natürlich nach und doch war dem GS dieser Nimbus nicht mehr vollends zu nehmen und der Erfolg sich einen Platz neben der DS zu sichern verwährt. In Oldtimerkreisen kaum beachtet und daher günstig zu haben, auf Grund dessen leider fast ausgestorben.

Wo punktet der GS? Ganz klar beim Fahrwerk, eine gelungene Abstimmung der Hydropneumatik,

bekannt aus der DS. Hier schlägt er jede Konkurenz seiner Klasse, die Straßenlage bleibt einfach unerreicht. Es ist gelinde gesagt ein Federungskomfort der Oberklasse, die diesen Wagen zu einem Langstreckenmeister macht. Der Motor hätte etwas größer sein können (auch hier wurde nachgebessert), denn er mühte sich doch ein wenig mit dem Gewicht des GS. Dieser zeigt seine Vorreiterstellung durch den Zahnriehmenantrieb der beiden obendliegenden Nockenwellen. Die Motorpalette umfasste schließlich 3 Maschinen von 1119. 1214 ünd 1290ccm mit Leistungen von 40, 43 und 48 kw. Der Motor ist ein Luftgekühlter Boxer mit Ölkühler. Im weiteren fällt der GS durch seinen Walzentachometer ( ab 1977 Rundinstrumente) und des Handbremsgriffes auf, der am Armaturenbrett sitzt. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der GS schon 4 Scheibenbremsen verfügt und somit seinen Mitbewerbern dort Maßstäbe setzt. Der Pallas ist die gehobene Ausstattung und hat etwas mehr/bessere Ausstattung. Bodenbelag aus Kurzhaarteppich, hintere Sitzbank mit Mittelarmlehne, Türverkleidung und Sitzbezüge aus Jersey mit Fischgrätmuster, Bronze veredeltes Armaturenbrett, Metalliclackierung, Schiebe- oder Vinyldach, verchromte Radkappen und Gummischutzleisten an de Karosserie. Gegen Aufpreis gab es die C-Matic, getönte Scheiben und Lautsprecher.

Nun zum Wagen auf den Bildern, dieser wurde im April 1977 zugelassen und bis 1996 gefahren, laut Beschreibung hat er gerade mal 24300 km runtergespult. Ab 1996 stand er aus sentimentalen Gründen nur noch in der Garage und wurde in Bremen für 10500 Euro angeboten.

Der GS wurde von 1970 bis 1981 1.897.560 mal gebaut.

Der GSA wurde von 1979 bis 1986 576.097 mal gebaut (zuzüglich 660 GSA Break Enterprise in Indonesien)

 

Geschichtliches und Triviales

 

Citroen verkaufte im GS einen Birotor von 1973 bis 1975, in einer Auflage von ca. 850 Stück. Während der Ölkrise wurde die Produktion des Zweikolbenwankels gestoppt und versucht die Fahrzeuge zurück zu kaufen.

Die letzten Modelle wurden in verschiedene Länder noch nach Produktionsende zusammengebaut. In Einzelteilen und in Kisten verpackt dort hin geschickt, dabei kam es zu Vermischungen der Modelle GS und GSA.

Die Entwicklungsphase stand im Zeichen der Studentenrevolte (1968). Um den Zeitplan halten zu können, sah sich der Chef der Karosserieentwicklung Jean Pierre Larouss dazu gezwungen, sich um die Organisation von Lebensmitteln und Benzin für die Beschäftigten zu kümmern.

 

 

Ich glaub hier wieder ein in Vergessenheit geratenes Exemplar der automobilen Geschicht gefunden zu haben. Über Kommentare und selbstgemachte Bilder der GS würde ich mich freuen.

 

Euer Dorti

 

Bild Nr., Kamera P Panasonic M Minolta, Blendenzahl, Belichtungszeit, ISO, Brennweite

 

01 P f/3,5 1/60 200 06mm

02 M f/4,0 1/30 100 18mm

03 M f/4,5 1/40 100 18mm

04 M f/4,0 1/40 160 24mm

05 P f/3,5 1/30 250 06mm

06 M f/4,0 1/40 200 24mm

07 M f/3,5 1/30 200 18mm

08 M f/3,5 1/30 125 18mm

09 M f/3,5 1/30 160 18mm

10 M f/3,5 1/30 200 18mm

11 M f/3,5 1/30 160 18mm

12 M f/4,0 1/50 500 26mm

13 P f/3,5 1/30 250 05mm

14 M f/4,0 1/30 800 26mm

15 P f/3,5 1/30 250 05mm

16 M f/3,5 1/40 200 20mm

17 M f/4,0 1/40 500 24mm

18 M f/3,5 1/30 320 18mm

19 P f/3,3 1/30 200 04mm


09.04.2013 00:53    |    motorina

Ein Arbeitskollege fuhr zwei dieser GS Modelle - nur die Schrauberei war manchmal nervig; aber das nahm er auf sich.

Gut, dass du den Versuch mit Wankelmotor erwähnt hat, @Dortmunder; viele wissen nichts von den Versuchen aus Frankreich mit dem Wankelmotor.

@andyrx hatte diesen Birotor mal ausführlicher beschrieben; ebenso wie auch den kleineren Ami 8, der als M35 in die Wankel-Geschichte eingeht.

 

Grüsse,   motorina.


09.04.2013 09:25    |    Brucklyn

Einen GS oder GSA hatte damals früher als ich klein war mein Vater und auch eine Bekannte meines Vaters. Kann mich noch daran erinnern, wie sie alle meinten, der Karren ginge als hätte er mindestens 90 PS. Mein Vater hat seinen irgendwie beim Aufbocken kaputtgemacht und ärgert sich heute noch darüber.


09.04.2013 09:30    |    Goify

Mein Opa fuhr den Nachfolger, einen roten GSA in der damaligen DDR, womit man sehr für Aufsehen sorgte. Faszinierend fand ich das Mäusekino und die extrem komfortable Federung.

 

Danke für den tollen Blogartikel. :)


09.04.2013 13:10    |    italeri1947

Zitat:

In Oldtimerkreisen kaum beachtet und daher günstig zu haben, auf Grund dessen leider fast ausgestorben.

Das kann man so in etwa stehen lassen. Auch als Gebrauchtwagen waren die Citroen der GS/GSA-Serie recht schwer zu verkaufen; das war eigentlich - wie damals auch der CX (wir reden von den 80er-/90er-Jahren) - eine Standuhr. Wer so einen hatte, konnte den meist nur noch beim Citroen-Händler abgeben, weil sonst niemand so ein Auto entgegen nahm. Manchmal noch nicht mal der - ich hatte im Sommer 1989 mal einen Kunden, daran erinnere ich mich gern, der einen braun-metallic lackierten, an sich gepflegten Citroen GSA besaß und bei mir einen der ersten Renault 19 bestellt hat. Nachdem das Angebot der Inzahlungnahme durch mich dem Kunden nicht genügte, rief ich für den Mann bei einem befreundeten Citroen-Händler an und fragte, ob er denn den Wagen - für mehr Geld - nehmen würde

(wir tauschten als Autos aus - hatte er einen Renault da, nahm ich den, wenn ich einen Citroen hatte, ging der oft an ihn). Er antwortete: "Oh, Hans, von der Sorte hab' ich schon drei dastehen - nicht noch ein GSA!" oder so. Jedenfalls sah auch er keine Verwendung für den Wagen.

 

Der Kunde hat mir den GSA dann doch dagelassen, und er stand dann einige Zeit da, konnte aber nach der Grenzöffnung in die neuen Bundesländer verkauft werden.

 

An den Birotor, für den Citroen seinerzeit eine Aufkaufaktion zum Verschrotten der Fahrzeuge durchgeführt hat, kann ich mich erinnern, auch an den Break erinnere ich mich.


09.04.2013 18:40    |    Dortmunder 65

Danke motorina für den Link zu andyrx und den Anderen für ihre Erzählungen.

Schade das der Wagen so ein Ende hat und auch die Aktion mit dem Wankel ist einfach irre.

Gruß dorti


09.04.2013 22:42    |    mr. mountain

War auch ein Modell, dass an meiner Schule in den 80ern von 2 Lehrern gefahren wurde.

Beide in rot, einer mehr ein orange- rot, war dies auch ein Wagen, der zeigen sollte, dass die Fahrer

avantgardistisch unterwegs waren und den Mainstream der Golf 1, Kadett C und D oder Ford Escort und Taunus nicht mitmachten. :)

Der eine Studienrat saß meist in Anzug und Krawatte sowie mit qualmender Pfeife hinter dem Steuer. :)


09.04.2013 22:47    |    motorina

Ich wusste von diesem interessanten Citroen-Versuch auch nichts, bis @andyrx diese Blogartikel erstellt hatte.

Manchmal glaubt man, relativ viel zu wissen - und dann stellt sich irgendwann später heraus, dass da irgendetwas an einem spurlos vorüber gegangen ist :rolleyes: (traurig, aber wahr!).

 

Edit:

Qualmende Pfeife in einem GS - kann ich mir gut vorstellen ... passt irgendwie ... die Gelassenheit in Person!


09.04.2013 22:53    |    Dortmunder 65

wollte heute eigentlich was neues anfangen bin aber zu kaputt, habe deshalb noch einiges über den Versuch gelesen. War Aktionismuss pur.


09.04.2013 22:55    |    motorina

Gut Ding braucht Weile, @Dorti! Uns läuft doch nichts davon! Dann geniessen wir deine "Präsentation" halt etwas später!

Bin gespannt, was du wieder "ausbuddelst" :rolleyes: .


10.04.2013 21:56    |    Anni 1964

Von vorn sieht er ja eigentlich ganz schick aus, aber nicht von hinten, ein Citroen halt!


11.04.2013 01:59    |    Reachstacker

Ich hatte einen ich war zufrieden und wuerde mir heute wieder einen kaufen. :)

 

@ Anni 1964

 

 

Ich fand ihn auch von hinten elegant. ;)


11.04.2013 21:00    |    Anni 1964

@Rechstacker,

wenn man drin sitzt, dann ist es doch egal wie es von hinten aussieht! :D


29.05.2013 14:59    |    gspannfahrer

In meiner Verwandtschaft fuhren mehrere GS neben anderen Citroen von Enten bis DS. Ein Onkel hatte einen GS, weil die Gargenzufahrt so steil abkippte, dass jedes "normale" Auto an der Stelle hängen geblieben wäre. Also Hydropneumatik auf hoch und der GS fuhr locker drüber. Aus der Garage raus ebenfalls Hydropneumatik auf Hoch und dann den drehmomentschwachen Motor auf Vollgas und mit schleifender Kupplung nach oben. Das Ding hat es lange mitgemacht. Zuerst gab die Kupplung auf.

 

Ein GS Break eines anderen Verwandten ist während der Fahrt in Flammen aufgegangen. Der allein im Auto sitzende Fahrer konnte anhalten und aussteigen, da brannte die Hütte lichterloh. Das einzige Teil das Heil blieb war die Heckscheibe. Nicht auszudenken, wenn da Kinder im Auto gewesen wären.

 

Mir ist der GS als schrullige, bequeme Sänfte mit hohem Nutzwert in Erinnerung. Sehr lustig aber praktisch war der Nothaltegriff der Handbremse. In den Backofenförmigen Kofferraum des Schrägheckmodells konnte man was reinpacken, der Break war für die Fahrzeuggröße ein Ladeweltmeister.


31.12.2013 15:05    |    Trackback

Kommentiert auf: italeri1947 - Hans’ Hitparade von Autos, die keiner wollte:

 

Gasthaus bei Hans - 24 Stunden ge?ffnet!

 

[...] Dann ein Vorgeschmack

[...]

 

Artikel lesen ...


06.01.2014 12:59    |    cl250 s

Nach einigen GS und GSA bis in die späten 90er Jahre hinein, hatte ich mich eigentlich schon von dieser Baureihe, auch mangels Verfügbarkeit, verabschiedet. Aber das GS-Virus scheint sehr lange haltbar zu sein und derzeit überlege ich mir, ob ich nicht wieder so ein geniales Gefährt, zumindest als Hobbyauto, kaufe. Da ist nämlich gerade was im Angebot, das interessant sein könnte....:)


06.01.2014 13:02    |    Dortmunder 65

Dann würde ich mich über Bilder hier freuen, besonders Innenraum und Motor.


06.01.2014 13:03    |    cl250 s

Wenn ich was Konkretes habe, stelle ich hier gern Bilder rein

 

Grüße

 

Jörg


21.02.2014 19:53    |    Trackback

Kommentiert auf: italeri1947 - Hans’ Hitparade von Autos, die keiner wollte:

 

Citroen GS und GSA (1970-1987).

 

[...] Wagen schreiben kann.

Noch ein paar Bilder und eventuell noch Infos gibt es in einem Blog von mir.

 

GS Pallas

[...]

 

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21.02.2014 20:08    |    Dortmunder 65

Hier ein weiterer schöner Blog zum GS/GSA

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Deine Antwort auf "Citroen GS Pallas Der Franzose im Schatten seiner Verwandten"

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