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05.06.2020 19:26    |    der_Derk    |    Kommentare (28)    |   Stichworte: BMW, E83, Reparatur, Wartung, X3

BMW X3 E83 2015
Bmw x3 e83 2015

Mit Blick auf's Datum wird es mal langsam wieder Zeit für einen Beitrag. Der heutige Anlass: Die Zeit rennt so schnell, dass ich meinen roten BMW X3 schon wieder 5 Jahre lang fahre. Verrückt. Zeit für einen kleinen Zwischenbericht...

 

Wobei der Titel schon bewusst leicht suggestiv ist: So ganz problemlos hat er sich nicht gehalten. Die Laufleistung ist jetzt bei 150000 km angekommen, und angesichts des Alters von 14 Jahren gab es doch das eine oder andere Verschleißteil, was gewechselt werden wollte. Manches davon vertretbar/erwartbar, Anderes hätte vielleicht nicht sein müssen. Schauen wir uns das mal im Detail an.

 

Januar 2017:

Die Bereifung war eh nicht mehr die Beste, und im Urlaub hatte eine Schraube den rechten Vorderreifen perforiert. Bis jetzt stand er auf der kleinstmöglichen Bereifung: 215/60R17 (das erste Bild in der Galerie). Hier in der Gegend stand gerade passend ein Satz neuer Winterräder mit 235/55R17 zum Verkauf, abzüglich des Verkaufserlöses meines Felgensatzes hatte ich den X3 damit für 200 Euro neu besohlt. Der Lipper freut sich ;).

 

März 2017:

Der Sechsender wird zum Fünfzylinder. Zum zweiten Mal darf ich den ADAC bemühen, der nach kurzer Zeit die defekte Zündspule auf Zylinder 1 ausfindig macht. Die örtlichen Vertragswerkstätten sind ganz offensichtlich nicht sonderlich auf Teilebeschaffung für alte Fahrzeuge ausgerichtet - die Antworten reichten von "müssen wir bestellen, dauert ca. 10 Tage" bis "unser Lagerist meldet sich bei Ihnen", ein Versprechen das bis heute nicht eingelöst wurde. Eine ortsansässige Teilebude, die mitsamt ihrem Besitzer in den 70er Jahren stehen geblieben ist, beschafft die Zündspule innerhalb von 24 Stunden für 33 Euro.

 

Oktober 2018:

Der Kühlmittelsensor vermeldet akuten Leerstand. Die Sichtprüfung ergibt das Gegenteil. Ein neuer Sensor für 40 Euro nimmt Platz unter der Haube.

 

Februar 2019:

Zusätzlich zur anstehenden Inspektion wäre ein Getriebeölwechsel inklusive Spülung durchaus angebracht. BMW spricht von "Lebensdauerfüllung" - was sicherlich zutrifft, denn bis zum Ableben kann es prinzipiell drin bleiben, ist aber im Zweifel daran dann auch nicht ganz unschuldig. GM verweist bei anderen Fahrzeugen mit derselben Automatik auf 90000er Intervalle. Ich merke bisher keine negativen Begleiterscheinungen, aber - sicher ist sicher, auch wenn man im Fahr- und Schaltverhalten hinterher keinen Unterschied merkt. Die Bremsbeläge hinten sind auch fällig. Die Rechnung für alles zusammen fällt mit 1040 Euro dann langsam "premium" aus, allerdings möchte ich nicht wissen, was die Vertragswerkstatt aufgerufen hätte.

 

Mai 2019:

Der X3 zieht die TÜV-Statistik seiner Modellreihe herunter: Der Stoßdämpfer vorne rechts dämpft nicht mehr, und die Handbremse bremst nicht mehr ausreichend. Der Stoßdämpferwechsel vorne erfolgt paarweise, hinten sind neue Scheiben und Handbremsbacken fällig. Das klingt nicht nur teuer - das ist es mit 1050 Euro auch. Zwei Wochen später meldet sich die Kühlwasserstandsanzeige erneut, aber der Sensor ist ja fast neu und behält diesmal Recht: Der Ausgleichsbehälter ist ziemlich leer. Dafür ist die Bodenverkleidung unter dem Motor ziemlich voll. 250 Euro später ersetzen eine neue Wasserpumpe und Thermostat die undichten Altteile.

 

Juni 2019:

Die Kühlwasserstandsanzeige hat mittlerweile 'ne Monatskarte. Abgesehen vom Kühler selbst bleibt nicht mehr viel, was noch nicht getauscht wurde, aber einen Klassiker gibt es für den E83-Fahrer noch: Den Riss im Ausgleichsbehälter. Dieses exklusive Formteil kostet inklusive Einbau 140 Euro.

 

März 2020:

Hatte ich mich bisher noch gefreut, dass der Ölverbrauch des M54 auch bei fast 150000 km unerwarteter Weise immer noch bei Null lag, zeigte die heutige Ölstandskontrolle beinahe Minimum. Ursache: Die Ventildeckeldichtung, die Werkstatt nimmt dafür 170 Euro.

 

Juni 2020:

150000 km sind geschafft, und die gute Nachricht ist: Das allseits beliebte Verteilergetriebe hat immer noch kein unliebsam ruckelndes Eigenleben entwickelt. Damit das so bleibt, darf eine neue Ölfüllung 'rein (und die Verschleißwerte der VTG-Kupplung müssen per Software zurückgesetzt werden). Die schlechte Nachricht: Pünktlich zum einsetzenden Sommer kühlt die Klimaanlage nicht mehr. Beide Arbeiten zusammen reduzieren den Kontostand um 220 Euro.

 

Das Zwischenfazit:

Es waren eigentlich wenig Katastrophen bisher dabei, vieles kann man als Verschleiß verbuchen. (Hand-)Bremsen sind halt irgendwann mal fällig, ebenso wie die Ölwechsel der diversen Getriebe. Das Durchreparieren durch den Kühlmittelkreislauf hätte bei dem Alter und der Laufleistung vielleicht noch nicht sein müssen, und auch die Ventildeckeldichtung hatte ich noch nicht erwartet. Unter'm Strich sind das in 5 Jahren jetzt ~3000 Euro Wartung und Reparaturen für 50000 km an einem 14 Jahre alten Fahrzeug - nicht wirklich wenig, in BMW-Kreisen vermutlich aber auch nicht absurd viel. Allerdings war hier auch keine Vertragswerkstatt beteiligt, sondern eine freie, die sich auf BMW spezialisiert hat. Die Möglichkeit zum Selbstschrauben habe ich in diesen Umfängen leider nicht.

 

"Zwischen"-Fazit, weil: Mal sehen, was noch so kommt - der X3 darf noch 'ne Weile bleiben ;).

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05.06.2020 19:40    |    Dynamix

Für nen 14 Jahre alten BMW gar nicht mal so viel. Da kenne ich deutlich schlimmere Horrorstories.


06.06.2020 00:28    |    Schlawiner98

Oh ja, so ein BMW ist mit 14 Jahren schon echt uralt. Zum Glück geht meiner erst auf die 13 zu :D

Ich wünsche dir noch viel Freude mit dem X3, der in einer wirklich coolen Farbe lackiert ist!


06.06.2020 16:06    |    ZiKla

Solche Autos rechnet man grob mit 1.000 Eur Service und Reparaturen pro Jahr. Also alles i.O.

Das hässliche Entlein gilt in der Tat als recht solide und eine solche Maschine in einem kleinen SUV gibt es heute nicht mehr. Nur noch mit M-Sport / AMG / RS - Quatsch.

 

Ich wüsste nicht, was man momentan als Ersatz für dieses Auto mit erst 150k Km empfehlen sollte.

 

Gruß,

ZK


06.06.2020 16:41    |    BMW-Senior

Auch wenn ich seit Jahrzehnten BMW fahre , muss ich über dieses Auto unserer Tochter leider nur Negatives berichten. Viele ärgerliche Kleinigkeiten .... , Dauerkunde beim ADAC und die Kosten des Sechszylinders haben uns die Freude am Fahrzeug vermiest. Ich kann nur empfehlen, dieses Fahrzeug spätestens bei 150000 km zu verkaufen , um diesem Ärger aus dem Weg zu gehen. Kein Vergleich zu meinen 5 -ern, die zuverlässig problemlos weit über 200 000 km laufen.


06.06.2020 17:44    |    omi_caravan

3.000 Euro in 5 Jahren, bei einem Alter von insgesamt 14 Jahren - ein sehr gutes Verhältnis aus meiner Sicht! Drück dir die Daumen, dass es weiter so gut läuft!


06.06.2020 17:55    |    Volvorin71

Ausgleichsbehälter 140 Euro und ich dachte schon Volvo ist teuer.Da bin ich mit meinen ca.50 Euro plus Deckel für 23 Euro noch gut bedient.Wo ist da der Wert,für das bisschen Plastebehälter?


06.06.2020 18:59    |    Lumpi3000

Der Ausgleichsbehälter von BMW ist mundgeblasen. :D


06.06.2020 19:05    |    Reinhard69

Spartanburg, das macht den Unterschied :-(


06.06.2020 19:49    |    der_Derk

Zitat:

Da kenne ich deutlich schlimmere Horrorstories.

Ich auch, deshalb ist er ja noch da ;).

 

Zitat:

Ich wünsche dir noch viel Freude mit dem X3, der in einer wirklich coolen Farbe lackiert ist!

Danke - ja, die Farbe war der damaligen Kaufentscheidung auch nicht gerade abträglich :).

 

Zitat:

Ich wüsste nicht, was man momentan als Ersatz für dieses Auto mit erst 150k Km empfehlen sollte.

Ich hätte zwar schon ein paar Kandidaten, aber - man kann halt nicht alles gleichzeitig fahren.

 

Zitat:

Ich kann nur empfehlen, dieses Fahrzeug spätestens bei 150000 km zu verkaufen , um diesem Ärger aus dem Weg zu gehen.

Zu spät :D.

Aber die Kleinigkeiten würden mich jetzt schon interessieren, immer gut zu wissen worauf man noch achten könnte?

 

Zitat:

Drück dir die Daumen, dass es weiter so gut läuft!

Merci!

 

Zitat:

Ausgleichsbehälter 140 Euro und ich dachte schon Volvo ist teuer.

Die oben genannten Preise verstehen sich inklusive Arbeitslohn. Der Behälter selber liegt um die 80 Euro, der Deckel bei ca. 15 Euro. Die BMW-Preise sind online recht transparent einsehbar (z.b. bei Leebmann).

 

Es gibt auch günstige Teile (die Waschwasserpumpe habe ich in obiger Aufstellung großzügig übergangen), ein noch aktueller Defekt ist allerdings der Lagerschaden der Sekundärluftpumpe. Ein Teil, dass ausschließlich eingebaut wurde, um in den ersten 30 Sekunden nach dem Kaltstart die Grenzwerte der Schadstoffnorm einzuhalten. Ganz hohe Ingenieurskunst, daher mit einem Ersatzteilpreis von fast 400 Euro auch so teuer, dass ich im Moment noch die morgendliche Lärmbelästigung vorziehe.

 

Zitat:

Spartanburg, das macht den Unterschied :-(

Wenn ich die VIN richtig interpretiere (11. Stelle ist "W"), kommt dieser hier aus Graz. Aber ursprünglich stammen die X3 aus Spartanburg, das stimmt * - daher auch die GM-Automatik.

 

* oder auch nur der alte X5? Sollte jedenfalls anhand der Fahrgestellnummer nachvollziehbar sein.


06.06.2020 19:49    |    the_WarLord

Man sagt den BMWs aus Spartanburg ja miese Verarbeitung nach. Irgendwie sind's aber dennoch zähe Kandidaten.

 

Warum bei den BMWs aber der Ausgleichsbehälter so anfällig ist, ist eine gute Frage. Es gibt ja nicht genügend andere Hersteller, die dieses Teil im Griff haben...


06.06.2020 21:10    |    Dynamix

@the_WarLord Weil es wieder irgendein Zulieferer für 5 Cent billiger gemacht hat was zulasten der Qualität ging. Da hat wieder jemand nachgerechnet das x cent weniger pro Teil gleich x€ mehr Gewinn für die Firma sind. Die Aktionäre wollen ja auch zufriedengestellt werden. Solche Beispiele gibt es ja überall. Bei den VW-Steuerketten Massaker waren es angeblich ausgefranste Maschinen beim Zulieferer der es sich nicht leisten konnte die Maschinen pünktlich zu warten. VW soll den Zulieferer wohl so hart gedrückt haben das die einfach Mist produziert haben um im Kosten- und Zeitrahmen zu bleiben. Lopez hat bei Opel, GM und VW die Preise so hart gedrückt das die Autos gerostet haben wie blöde. Und das betraf eben nicht nur die Rostopels sondern auch massiv die VW-Modelle aus der Zeit in denen Lopez noch da war. Es war schon auffällig das die ersten und letzten Golf III am wenigsten gerostet haben. Das war genau die Zeit wo Lopez noch nicht da war, bzw. schon wieder weg ;) Naja, wäre GM nicht so dämlich gewesen VW bzw. Lopez zu verklagen, Opel hätte wohl die Verkaufszahlen von VW. Da ging es ja auch erst so richtig bergab nachdem die Rostgeschichte mit Lopez kam. Das hat Jahrzehnte gedauert bis das verspielte Vertrauen einigermaßen wieder drin war.

 

Solche Beispiele gibt es woanders auch und nicht selten enden solche Geschichten eben dann damit das diese Punkte dann die "typischen Schwachstellen" der jeweiligen Baureihe sind.


07.06.2020 08:45    |    benprettig

Typische kleine Schwächen des M54. An deiner Stelle gönne dir einen neuen Ölmessstab, sonst zerbröselt dir das aufgesetzte Plastikteil am Ende. Eine oder zwei Zündspulen im Kofferraum sind auch nie verkehrt.

 

Ein Posten der kommt ist die Kurbelgehäuseentlüftung. Da versiffen dir die Schläuche.

 

Eine Investition in einen Infarottemperaturmesser (auch für die Küche gut) und mal die Bremsscheibentemperaturen vergleichen pro Achse. Ein geübter Blick erkennt auch am Mehr an Bremsstaub dass ein Sattel festgehen wird.

 

Ziehe die Scheinwerferwaschdüsen mal raus, vorsichtig und behutsam, und gönne der Gummidichtung Pflegemittel.

 

Rechne mit Fahrwerkskleinigkeiten wie Koppelstangen, Lager hier und da, achte auf gebrochene Federn.

 

Hast du die Heizdrähte der Heckscheibenheizung mit etwas Isolierband geschützt, wo die auf der Gummidichtung aufliegen? Scheuert sich sonst irgendwann kaputt.

 

Darauf achten dass die Türpappen hinter der Verkleidung dicht bleiben. Also immer mal schauen, ob der Teppich trocken ist.

 

Der Igel der Klima wird mal kommen, regelt dann wild hin und her, weil der Fühler defekt ist.

 

Am Vorratsbehälter Servoöl mal den Dichtring tauschen.

 

Den Riementrieb begutachten und rechtzeitig Riemen und Lager tauschen, sonst kann das ganz schnell zum Ausfall Wapu und Lima führen und abschleppen erfordern.

 

Kurbelwellensensor (springt nicht an) und Nockenwellsensor werden kommen.

 

Aber das sind alles Kleinigkeiten und der Wagen entschädigt mit dem Fahrgefühl.

Geniesse den schönen Wagen.

 

Ben


07.06.2020 13:39    |    the_WarLord

@Dynamix

 

"Weil es wieder irgendein Zulieferer für 5 Cent billiger gemacht hat was zulasten der Qualität ging. Da hat wieder jemand nachgerechnet das x cent weniger pro Teil gleich x€ mehr Gewinn für die Firma sind."

 

Schon möglich. Halten ja immerhin 10 Jahre, die Teile. Da ist bei anderen Herstellern teilweise schon ein Kühler durch. :D


07.06.2020 13:50    |    Dynamix

Bei unserem Cop Car waren Zündspule und Zündmodul von 1991 bzw. 1993, also noch die ersten bis Sie dann letztes Jahr kaputt gegangen sind.

 

So lange hält bei keinem Hersteller mehr ne Zündspule. Da muss man ja zum Teil schon dankbar sein wenn die Teile es mal 5 Jahre machen.


07.06.2020 19:48    |    the_WarLord

Bei mir verenden Zündspulen immer an den alten Autos. Die mittelalten (2006 und jünger) laufen bislang problemlos.


08.06.2020 08:54    |    pico24229

Sehr nette Farbe, finde ich angenehm :)

Der X3 an sich gefällt mir jetzt nicht sooo gut, der Nachfolger gefällt mir deutlich besser, der aktuelle wiederrum schlechter.

 

Das mit den Problemen am Kühlsystemen.... iwie typisch BMW :( -Wobei das zumindest keine soo teuren Reps dann sind, aber trotzdem sehr nervig.

Aber iCh denke auch dass die Probleme noch im Rahmen sind, weiterhin gute Fahrt!


08.06.2020 10:02    |    CarFan_77

Kühlsystemprobleme bleiben offenbar Tradition bei BMW.

 

Mein E30 von 1986 hatte sie, mein 88er E34 hatte sie, mein 92er E34 hatte sie. Und die "neueren" BMWs haben sie offenbar immer noch.


08.06.2020 10:52    |    astra33

"Mal sehen, was noch so kommt - der X3 darf noch 'ne Weile bleiben"

-

Mein Volvo ist 6-Jährig, besitze ihn nun 5 Jahre und das FZ wird im 2020 die 150'000km erreichen. Nun macht man sich da so Gedanken betreffend Nachfolger. Da hat es Volvo sich leicht gemacht und die V40II-Modellreihe ohne Nachfolger im 07/2019 eingestellt und so viele Kunden verärgert. Als SUV wurde vor 3 Jahren der XC40 vorgestellt, dieser ist inzwischen reichhaltig als junger GW am Markt. Nun muss mein V40 II zur Inspektion, erstmals seit ich Volvo fahre (2008) nun um einen Ersatzwagen angefragt welches der Händler in der Konfiguration 4 x XC40 T3 (3-Zyl.) hat, je mit 8-Gang Aut. und FWD. Werde nun demnächst erstmals dieses FZ. fahren können und mir einen Eindruck verschaffen ob es etwas für die Zukunft wäre.

 

Ob mein Fazit dann lautet: "der V40II darf noch eine Weile bleiben" ist möglich. Weil mein FZ bisher ohne Zwischenfälle funktioniert und ich bezüglich SUV nicht richtig überzeugt bin.


08.06.2020 11:40    |    bartender

Der E83 ist noch ein echter Ösi. ;) Erst seit dem F25 kommt der X3 aus Spartanburg. Ich finde die Kosten noch sehr moderat. Mein 15 Jahre alter E91 hat da mehr verschlungen.


08.06.2020 11:47    |    der_Derk

Zitat:

Geniesse den schönen Wagen.

Mache ich - und Danke für die Aufzählung der Dinge, auf die ich noch achten werde ;).

 

Zitat:

Bei mir verenden Zündspulen immer an den alten Autos.

Ironischer Weise hat mein alter Renault RX4 - berühmt für seinen Zündspulenverschleiß, und mit drei verschiedenen Herstellern unter der Haube zu mir gekommen - in den knapp vier Jahren und über 34000 km nicht eine weitere gebraucht. Vermutlich muss man nur den passende Zeitpunkt treffen.

 

Nachfolger - wüsste ich im Moment eh nicht. Ein paar Fahrzeuge finde ich aus verschiedenen Gründen interessant (Mini Paceman, Nissan Juke, BMW i3, Citroen C3 Aircross, Jeep Renegade), aber nicht so sehr, dass die Differenz von X3-Restwert und Kaufpreis mir das Wert wäre. Sicher ist nur, dass der Nachfolger nicht größer wird. Objektiv betrachtet brauche ich weder den Platz, noch die Motorleistung - und wenn ich mir die Winter der letzten Jahre so anschaue, nicht mal den Allradantrieb.

 

Da sich meine Jahresfahrleistung aktuell auf 2,5 Fahrzeuge (X3, Smart, Twizy) verteilt, wird es eh noch dauern bis mit 200000 km die nächste gedankliche Hürde erreicht ist.


08.06.2020 11:58    |    raphrav

...und da sind wir wieder bei der Abwägung alt gegen neu...

 

Prinzipiell finde ich wenige Argumente dagegen, einen Wagen so lange wie möglich zu fahren, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist. Wir leben seit 20 Jahren in einer Zeit, in der die Autos wirklich taugen, oder anders formuliert: Heutzutage fehlt dir nichts wesentliches, wenn du dich in einen 10-15 Jahre alten, gut erhaltenen Wagen setzt.

Was kann ein neuer besser? Im Wesentlichen sind sie (noch) etwas sicherer, das Infotainment ist umfassender bzw. auf Smartphones angepasst und die Motoren idR leistungsfähiger und (auf dem Papier) etwas sparsamer. Komfortausstattung war damals auch schon vollständig, die Karren waren auch schon sicher und bis man den Umweltvorteil durch Verschrotten und Neubau wieder drin hat, dauert es eine ganze Weile.

(Dies ist natürlich keinerlei Freibrief, nach wie vor dreckige Karren zu produzieren, im Gegenteil!)

 

Blicke ich auf meinen letzten Wagen zurück, macht mein jetziger Wagen, 11 Jahre jünger, auf der Autobahn nix besser, einfach weil der alte es auch schon zur vollsten Zufriedenheit konnte.

 

Und dann sind wir bei der Wahl des Neuen, und darauf gehe ich ein, weil ich schon wieder "Dreizylinder" höre. Zum Glück gibt's ja noch Anbieter, die eben nicht den ganzen Downsizing- und Rotstiftirrsinn mitmachen, man eine Wahl hat. Muss man halt ein bisschen mehr recherchieren als nur die Naviroute zum nächsten VW-Händler.

Und wenn ich beruflich mal einen neues Poolfahrzeug, meist eben aus dem Repertoire der üblichen Firmenwagenmarken, erwische, vergleiche ich unbewusst. Meinetwegen hat der 3Zylinder-Turbo-DI-Hybrid-Schlagmichtot mehr PS und weniger WLTP als der 2l-MPI-Sauger in meinem privaten, meinetwegen fährt der auch spritziger, aber halt auch lauter/rumpeliger und deutlich weniger entspannt und an der Tanke kommen beide nach der Autobahnetappe um die 8l/100km raus. Ist nicht zwangsläufig alles gut, was neu ist.

Und auch hier nicht falsch verstehen, ich verteufle keinen technischen Fortschritt - es ist gut und wichtig, dass wir mit Kat und Einspritzung fahren, dass wir Airbags, ESP und Gurte haben, und ich lernte auch LED-Licht zu schätzen. Aber wenn wir, um auf dem Papier ein Zehntel zu sparen, Motorentechnik so ausreizen, dass wir einen Rattenschwanz an Abgasreinigung hinter uns herziehen, die ohne das Ausreizen bei gleichem Ergebnis gar nicht verbaut werden muss, was in der Praxis nachher zu ähnlichem Verbrauch führt, läuft halt was falsch...

 

Der Spaß mit dem "alten" (wie gesagt, es fällt mir schwer, einen Wagen mit dem Stand von 2010 "alt" zu nennen) hört halt dann auf, wenn es sich einfach nicht mehr lohnt, weil dauernd irgendein Scheiß ansteht. Und das kann sich noch so lohnen, weil du keinen Wertverlust mehr hast, wenn du auf Langstrecken doch mit der Bahn liebäugelst, weil du keinen Bock auf das Pannenrisiko hast, dann ist die Zeit um für den Wagen...


08.06.2020 20:18    |    judyclt

Pannenrisiko? Da bin ich mir gar nicht so sicher, ob das wirklich deutlich ansteigt.

Ich hatte nur einen einzigen Liegenbleiber in meinem Leben und das war mit einem fast neuen Volvo V40 (allerdings damals mit 1,9l Renault TD). Vielleicht muss man sich das Pannenrisiko eintrichtern, damit man ein Argument für was Neues hat. Sonst spricht ja privat aus rationeller Sicht wenig für ein neues Auto.

 

Wenn ich so vergleiche:

Aktuell A6 45TDI vs. 20 Jahre alter Passat TDI. Da hat sich erschreckend wenig getan und sowas wie den A6 gibt es in den Massen auch nur dank Firmenwagen auf den deutschen Straßen. Klar, man nimmt den Vorteil selbst mit, aber richtig finde ich es trotzdem nicht.

 

Zum X3:

Hatte ich persönlich nie, aber die Reparaturen finde ich schon happig. Hatte ich so gehäuft noch nicht. Erst recht nicht bei so wenig Kilometern.


08.06.2020 20:33    |    V64Motion

Sehr schön geschrieben.


09.06.2020 11:22    |    raphrav

Ich gebe dir recht, mein alter Vectra hatte es immer irgendwie aus eigener Kraft nach Hause oder in die Werkstatt geschafft.

Aber halt: Morgens um fünf (wo ich eine freie Autobahn eingeplant hatte) 150km Notlauf mit 80.

Oder mit spontan sterbendem Thermostat im Juli den San Bernardino rauf, mit knapp 50, weil er sonst zu heiß lief.

Oder nach der Starthilfe, wenn die Elektronik wieder Streiche spielte.

Natürlich waren das alles keine komplette Liegenbleiber, aber sie kosteten jeder für sich (ordentlich) Zeit und Nerven.

 

Klar ist es immer eine Abwägung und selbst mit all den Reparaturen bekommst du den Wertverlust nicht wieder rein. Aber wenn ich mich halt nicht auf das Einsteigen-Losfahren-Ankommen verlassen kann, hat es bei einem Alltagsauto halt keinen Sinn mehr. Nebenbei egal, ob es 5 Jahre, 10 Jahre oder 50 Jahre alt ist.

 

Gegenbeispiel: Der gleich alte Dacia hatte bisher trotz saumäßiger Pflege einen einzigen Ausfall (Servopumpe, da hättest eh nix präventiv machen können), der darf bleiben. :-)


09.06.2020 11:22    |    paelzerbu

Als bester Verkaufszeitpunkt gilt ja der Schnittpunkt von Wertverlust mit den Reparaturkosten je Jahr. Andererseits sind da ja fast immer auch Verschleißreparaturen dabei, die dann für jahrelange Ruhe sorgen. Das wird aber von den Käufern fast nie honoriert.

Allerdings kann man bei einem Wertverlust von vielleicht 3000 € pro Jahr auch schon einige Reparaturen gut bezahlen. Meist denkt man aber nur an die teuren Reparaturen und hat den Wertverlust längst vergessen.


09.06.2020 11:26    |    the_WarLord

"Wenn ich so vergleiche:

 

Aktuell A6 45TDI vs. 20 Jahre alter Passat TDI. Da hat sich erschreckend wenig getan und sowas wie den A6 gibt es in den Massen auch nur dank Firmenwagen auf den deutschen Straßen. Klar, man nimmt den Vorteil selbst mit, aber richtig finde ich es trotzdem nicht."

 

Find ich schon: Der aktuelle A6 ist erschreckend klein und eng im Innenraum. Wenn du den 20 Jahre alten Passat dagegen nimmst ist der ein Transporter gegen...


09.06.2020 11:39    |    raphrav

Und Nachtrag, was ja auch immer bei der ganzen Repariererei vergessen wird, die Zeit. Lassen wir in der Überlegung mal die Kohle komplett außen vor und nehmen wir mal ein Beispiel an, es ist irgendwas kaputt:

Ich rufe in der Werkstatt an, mach nen Termin aus. Dann schmeiß ich das Radl in den Kofferraum. Viertelstunde ist rum.

Dann fahre ich 10min in die Werkstatt, lade das Radl aus, warte kurz auf den Meister, mache das Auftragsgespräch. Bin also wieder ne Viertelstunde beschäftigt. Dann Radle ich heim, diesmal 20min.

Bei Abholung das Prozedere wieder in rückwärts.

 

Ohne dass irgendwas am Auto passiert ist, sind zwei Stunden totgeschlagen, und dann habe ich noch keine Alternativen für den autofreien Alltag dazwischen organisiert.

 

Einmal im Jahr geht das schon, meinetwegen auch zwei Mal. Aber wenn ich das bei so einer Ruine einmal im Monat hab, nein danke.

 

PS: Und ja, ich könnte einen Leihwagen nehmen, dann spare ich vielleicht ne halbe Stunde, weil die Radladerei (*höhö*) wegfällt und ich etwas schneller daheim bin. Dafür dann wieder mehr Kosten...

Und ich könnte gleichzeitig auch das Pech haben, weiter von meiner Werkstatt entfernt zu leben...


09.06.2020 11:41    |    paelzerbu

Das ist teilweise auch den verschärften Crashnormen geschuldet. Da wird dann vorne immer mehr an Platz verschenkt, teilweise auch an den Seiten.

Außerdem strengen sich die Hersteller offensichtlich nicht mehr so an, die Platzverhältnisse zu optimieren. Das Nachfolgemodell wird eh größer. Da reicht es dann, wenn es innen zumindest den gleichen Platz bietet. Mit dem Gewicht ist es meist ähnlich, zumal niedrigeres Gewicht in der Regel auch mehr Geld kostet.


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