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Brainwriting..

..by dodo32

01.02.2015 00:10    |    dodo32    |    Kommentare (103)    |   Stichworte: 7 (AU/5G), 7 (AU), Golf, VW

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Hallo Zusammen

 

vor einiger Zeit bin ich bei youtube auf den Film „The day after“ aus dem Jahr 1983 gestoßen. Ein Film, der meine Kindheit nachhaltig geprägt hat. War ich doch erst 8 Jahre alt als ich den Streifen im Kino sah. Dennoch habe ich erst im Erwachsenenalter die gesamte Tragweite dessen erfassen können, was uns die Macher des Films klar machen wollten. Für mich war es als Kind zur Normalität geworden regelmäßig zu Übungszwecken aus dem Unterricht geholt zu werden um den Keller der Schule aufzusuchen. Der Grund: Raketenalarm! Dazu muss man wissen, dass meine Mutter mit einem GI liiert war und ich eine der zahlreichen amerikanischen Schulen in Deutschland für Militärangehörige besuchte.

 

Seltsamerweise stellte ich damals keine Analogie zwischen den *Abzeichen* am Ärmel der Uniform meines dad's und der latenten Gefahr eines Volltreffers her denn unweit meines heutigen Wohnorts, mitten im Wald, waren Kurzstreckenraketen vom Typ Pershing I und Mittelstreckenraketen vom Typ *Pershing II* stationiert. Sofern die Sowjets davon Kenntnis hatten, wäre wohl all das was ich heute an dieser schönen Gegend zu schätzen weiß, im Falle eines nuklearen Austausches in Rauch aufgegangen. Über so etwas machte ich mir damals keine Gedanken. Ab und an wurde der sogar der Schulbus von schwer bewaffneten MP's begleitet. 2 Soldaten mit der Maschinenpistole im Anschlag im Bus und 2 Soldaten im Jeep dahinter. Alltag für uns Kinder...

 

Nun bleibt natürlich die Frage, wie konnte es so weit kommen? Und warum wurde dieser Film gedreht? Dazu muss man erst einmal zurück ins Jahr 1945. Genauer gesagt, zum 9. August 1945. An diesem Tag, wurde die zweite jemals zu Kriegszwecken eingesetzte Atomwaffe über der japanischen Stadt Nagasaki gezündet. Die Bombe mit dem Namen „Fat Man“ musste zur damaligen Zeit per *Flugzeug* zum Bestimmungsort transportiert werden, da die Entwicklung ballistischer Raketen noch nicht so weit fortgeschritten war als dass es möglich gewesen wäre, ein Ziel derart präzise anzusteuern. Dem Abwurf und den damit einhergehenden katastrophalen Zerstörungen der Stadt, folgte am 2. September 1945 die bedingungslose Kapitulation des japanische Kaiserreichs. Der zweite Weltkrieg, der bis zu diesem Tag ca. 70 Millionen Opfer gefordert hatte, war vorbei.

 

Bereits auf der *Konferenz von Jalta* im Frühjahr 1945 war die Aufteilung Deutschlands in 4 Besatzungszonen beschlossen worden. Winston Churchill, Franklin D. Roosevelt und Josef Stalin legten damit den Grundstein zum kalten Krieg, der unser Land bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion 1991, stets der Gefahr einer von Gewalt geprägten Auseinandersetzung der Siegermächte des zweiten Weltkriegs aussetzte. Insbesondere die Panzerkonfrontation am Checkpoint Charlie 1961, sowie die Kuba Krise 1962, sind den meisten heute ein Begriff dafür, dass die Welt seinerzeit kurz vor einem Atomkrieg stand der nur durch das besonnene Handeln der damaligen Machthaber abgewendet werden konnte.

 

Wovon jedoch kaum einer spricht ist das Manöver *Able Archer im November 1983.* Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt um eine Übung durchzuführen, die einen Atomkrieg simulieren sollte. Dazu muss man wissen, dass die Sowjets nicht gerade begeistert waren über die geplante Stationierung der oben erwähnten Pershing II Raketen in Westeuropa. Zum damaligen Zeitpunkt rechnete jede Seite stets damit, dass die andere einen nuklearen Erstschlag plant und im Zweifel auch durchführen würde. Ronald Reagan war dafür bekannt, dass er die Möglichkeit eines begrenzten nuklearen Schlagabtauschs für möglich und durchführbar hielt. Man sagt, dass der Film „The day after“ Reagans Einstellung positiv beeinflusst haben soll. Der Streifen wurde im übrigen auch in der UDSSR gezeigt und es ist davon auszugehen, dass er auch dort Bevölkerung und Regierungsmitglieder endgültig wachrüttelte und die Botschaft ankam: es gibt keine Sieger bei einer solchen Auseinandersetzung. Nur Verlierer. Die Übung wurde im übrigen vorzeitig abgebrochen da man erkannte, dass man sich auf äußerst dünnem Eis bewegte und aus dem Spiel jederzeit hätte kurzfristig bitterer Ernst werden können.

 

Man muss auch bedenken, dass beide Seiten zusammen über rund 70.000 Sprengköpfe verfügten! Rund 7.000 Raketen wurden in Westeuropa bevorratet um im Ernstfall entweder aus Silos, oder über fahrbare Abschussrampen, die UDSSR angreifen zu können.

 

Mit letzterem haben wir einen guten Einstieg in den Film, der ab Minute 57:35 die erste Phase eines Angriffs zeigt. Eine Kernwaffe wird in großer Höhe gezündet und es entstehen keine Schäden durch Druckwelle, Hitze etc. aber es passiert etwas anderes: sämtliche elektrischen und elektronischen Geräte fallen aus! Das Phänomen nennt sich *elektromagnetischer Puls* und tritt unter anderem auf, wenn Kernwaffen gezündet werden. Aus Sicht der Angreifer erfolgte die Zündung jedoch zu spät, denn die amerikanischen Raketen hatten bereits ihre Silos verlassen. Mobile Truppen wären zu diesem Zeitpunkt manövrierunfähig gewesen, die Bevölkerung auch ohne Zerstörung der Infrastruktur in der Steinzeit angelangt.

 

Aber schön vor vorne. Es beginnt alles damit, dass sowjetischen Truppen an der Deutschen Grenze in Stellung gehen und darüber hinaus diverse Grenzübergänge sperren. Über die Gründe, gibt der Film keinen Aufschluss aber er liefert zumindest ab Minute 15:59 einen Hinweis: im Fernsehen wird über die bereits angesprochene Stationierung von Mittelstreckenraketen in Westdeutschland diskutiert.

Bei Minute 21:10 ist zu vernehmen, dass auch der Luftverkehr zwischen Berlin und dem Westen gekappt wurde. Berlin ist nun blockiert und die Lage spitzt sich dramatisch zu....

Bei Minute 33:04 wird gemeldet, dass 2 sowjetische Mig 25 in den Westdeutschen Luftraum eingedrungen sind und Munitionsdepots sowie ein Krankenhaus bei Würzburg unter Beschuss genommen haben.

 

Kurze Zeit später ist zu vernehmen, dass man damit begonnen hat, Moskau zu evakuieren. Die Sowjets rechnen offensichtlich mit einem dritten Weltkrieg der unter Zuhilfenahme von Atomwaffen ausgetragen werden soll. Dies verdeutlicht sich ab Minute 37:39 – die Streitkräfte des Warschauer Pakts sind endgültig in die Bundesrepublik eingedrungen! Man nimmt dadurch in Kauf, dass die Nato von ihrer Strategie der Verteidigung mit allen Mitteln, Gebrauch machen könnte. Dies schließt zum damaligen Zeitpunkt auch den Einsatz taktischer Nuklearwaffen ein. Wir erinnern uns: Able Archer...

 

Höchst interessant ist die Aussage der jungen Dame bei Minute 38:10 denn sie lässt den Rückschluss zu, dass sie nicht einmal im Ansatz verstanden hat, worum es geht. Ginge es um das Öl in Saudi-Arabien, würde sie es verstehen aber sie könne sich nicht vorstellen, warum man die Sowjets bombardieren sollte „nur“ um die Deutschen zu retten. Darum ging es den Amerikanern auch nicht sondern darum, dass eine sowjetische Invasion Westdeutschlands einen Angriff auf ein Gebiet des westlichen Verteidigungsbündnisses NATO und somit auch auf ihre freiheitlich Demokratische Grundordnung dargestellt hätte. Helmut Schmidt beschreibt in seinem Buch „Menschen und Mächte“ auch die expansionistische Veranlagung der UDSSR also ist die damalige (reale) Vorgehensweise der Amerikaner aus heutiger Sicht durchaus nachvollziehbar.

 

Die Szene beim Frisör ab 39:13 zeigt auch deutlich, dass sich offensichtlich viele Menschen überhaupt nicht darüber im klaren waren, was zum damaligen Zeitpunkt überhaupt Stand der Dinge war. „Wir sollten überhaupt nicht da drüben sein“, lässt der Frisör vernehmen.

Ich sage, wären die Amerikaner nicht in den zweiten Weltkrieg eingestiegen, hätten die Deutschen den Krieg mit hoher Wahrscheinlichkeit gewonnen und weite Teile Europas besetzt. Die rote Armee hätten sie wahrscheinlich nicht besiegt und hätten sich einem jahrzehntelangen Partisanenkrieg ausgesetzt gesehen und je nach dem wie die Geschichte gelaufen wäre, hätten sie sicher irgendwann einmal über die Technologie zum Bau solcher Raketen verfügt und spätestens dann wären die vereinigten Staaten mit im Boot gewesen. Die Japaner nahmen ihnen jedoch mit dem Angriff auf Pearl Harbor 1941 die Entscheidung ab und somit war auch das Schicksal des mit Japan verbündeten Nationalsozialistischen Regimes besiegelt.

 

Spätestens ab Minute 40:35 überschlagen sich die Ereignisse: Wiesbaden und Außenbezirke von Frankfurt werden durch Detonationen von Kernwaffen zerstört und man lässt die Bevölkerung nach wie vor im Glauben, es bestehe keine ernsthafte Gefahr für Kansas City..., ein Trugschluss, wie sich kurze Zeit später herausstellen wird.

 

Minute 44:19 – es ist soweit: die Amerikaner schlagen zurück. Ab jetzt geht alles sehr schnell und das ist das für mich eigentlich beängstigende und an Dramatik kaum zu überbietende an diesem Film. Drei Kernwaffen werden als Abwehrmaßnahme gegen angreifende sowjetische Truppen eingesetzt. Bomberbesatzungen eilen zu ihren Flugzeugen, erhalten per Funk ihre Abschusscodes und heben mit ihrer tödlichen Fracht ab. Mittlerweile trifft die Nachricht ein, dass das Nato Hauptquartier in Europa ebenfalls zerstört wurde.

Aufgrund der zeitlichen Abfolge bin ich mir nicht sicher, ob es sich bei der Rakete die bei 45:50 am Himmel zu sehen ist um die sowjetische handelt, die kurze Zeit später den EMP über Kansas City auslösen wird. Möglich wäre es wenngleich ich vermute, dass sie zu tief fliegt um das Phänomen auslösen zu können ohne Zerstörungen anzurichten. Vielleicht hat ja jemand hier eine Theorie ob es sich um eine amerikanische oder sowjetische handelt.

 

Drei (!) Minuten später erhalten die Kampfbesatzungen der Silos ihre Abschusscodes. Nun muss alles sehr schnell gehen: „use them or loose them“ lautet die Devise wie wir einige Minuten vorher im Frisörsalon gelernt hatten und die Interkontinentalraketen verlassen ihre Silos. 30 Minuten später, werden sie am Ziel sein und es gibt nichts, dass sich aufhalten könnte. Zumindest nicht wenn sie in derartiger Stückzahl abgefeuert werden. 55:50: ein amerikanisches Kommandoflugzeug erhält die Nachricht, dass über 300 ICBM's im Anflug sind. Spätestens ab jetzt ist klar: das Leben wie es Millionen Menschen kannten, ist vorbei. Auch unter dem Aspekt, dass eine Rakete mehrere Sprengköpfe beherbergen kann. Eine Zeitenwende ist kurz davor bittere Realität zu werden und es gibt kein zurück mehr.

 

Seit dem Angriff der Sowjets auf Wiesbaden sind gerade einmal 18 Minuten vergangen. Bei Minute 58:25 detoniert der erste von zahlreichen Sprengköpfen. Was die Folgen der simultanen Detonation zahlreicher Atomwaffen auf relativ engem Raum angeht, verharmlost der Film sogar. Es ist davon auszugehen, dass sich eine derart enorme Hitze entwickeln würde, dass alles in Bruchteilen von Sekunden verglüht und nichts außer feinem Schutt übrig bliebe. Im Abspann wird dies sogar angerissen: The catastrophic events you have just witnessed are, in all likelihood, less severe than the destruction that would actually occur in the event of a full nuclear strike against the United States. Damit möchte man vermutlich zum Ausdruck bringen, dass wäre es zu einem weitestgehend vollständigen Austausch gekommen, der *„nuklear overkill“* ein denkbares Szenario wäre. Es ist also denkbar, dass wenn das stattgefunden hätte, das Leben auf der Erde vielleicht vollständig ausgelöscht hätte werden können. Nicht nur durch die Explosionen, sondern auch durch deren Folgen, die man auf Anhieb nicht bedenkt.

 

Bei Stunde 1:03 ist das zerstörte Kansas City zu sehen und ich denke, dass der Himmel eine Anspielung auf einen weiteren Nebeneffekt der multiplen Zündung dieser Waffen darstellt: den nuklearen Winter! Ein solches Ereignis würde Unmengen an Staub aufwirbeln und das Sonnenlicht wahrscheinlich über Jahre verdunkeln. Man könnte keine Landwirtschaft betreiben, es gäbe somit nichts zu Essen und die Überlebenden würden zu Grunde gehen. Der Fallout (nuklearer Niederschlag) würde seinen Teil dazu beitragen. Ich bin kein Chemiker, aber man kann nachlesen dass die Halbwertszeit von Plutonium, dass zum Bau von Kernwaffen verwendet werden kann aber nicht muss, 24.000 Jahre beträgt! Das muss man sich mal vorstellen. Bei der Spaltung von Uran 235 entstehen Strontium und Cäsium. Hochgiftige Elemente die unsere Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen und Krebs erzeugen. Tiere nehmen diese nach dem Fallout über die Nahrung auf und wir als Nahrung die Tiere. Wen das Thema interessiert, der kann sich gerne einmal *hier* ein wenig einlesen.

 

Es ist meiner Meinung nach unter anderem Michail Gorbatschow zu verdanken, der durch seine Politik der *Glasnost* und *Perestroika* es überhaupt ermöglicht hat, dass die Sowjetunion zerfiel und somit auch den kalten Krieg beendete. Natürlich ist die Gefahr von damals nicht mehr omnipräsent..., aber dennoch werden nach wie vor Kriege geführt, es gibt reichlich Staaten die über Atomwaffen verfügen und es gibt sicher genügend Menschen die skrupellos genug wären, diese einzusetzen. Geschieht dies regional begrenzt, ist es tragisch, hat aber keine weitreichenden Folgen für die gesamte Menschheit.

 

Bleiben die machtpolitischen und wirtschaftlichen Verhältnisse weiterhin so stabil wie heute, müssen wir uns keine Gedanken im Sinne eines solch durchaus dramatischen Szenarios machen. Jedoch sollten wir uns immer vor Augen halten, dass der Frieden den wir hier heute genießen, an einem seidenen Faden hing und wir auch zukünftig alles daran setzen sollten, es nie wieder zu einem seidenen Faden kommen zu lassen....

 

Ich habe diesen Artikel geschrieben, weil mich das Thema seit meiner Kindheit immer wieder einmal bewegt. Spätestens dann, wenn die Sirenen im Dorf ab und an getestet werden um ihre Funktion sicherzustellen.

Der Film hat mich geprägt und einen Teil dazu beigetragen, dass ich zu dem geworden bin, der ich bin nämlich zu einem Pazifist und freiem Weltbürger! Ich habe das alles nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben und gebe zu bedenken, dass ich weder Historiker bin noch in irgendeiner Form einen akademischen Hintergrund habe. Man kann 70 Jahre nicht in einen Blogartikel packen und sämtliche Details berücksichtigen. Alleine über einzelne Personen die hier genannt wurden hat man ganze Bücher geschrieben. Von den chemischen Aspekten die mit einer Kernspaltung einhergehen mal ganz zu schweigen. Da möge sich bitte jeder selbst ein wenig einlesen.

 

Die Menschheit hat meiner Meinung nach durch die Kernspaltung Pandoras Büchse geöffnet und es lag und liegt in ihrer Hand, diese wieder zu schließen.

 

Beste Grüße

-dodo-

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01.02.2015 08:22    |    Elchtest2010

mmmh, ich habe den Film vor Urzeiten auch gesehen. Ich bezweifle jedoch stark, dass der Film einen Einfluss auf die Abrüstung hatte. Es ist eher einer der zahlreichen Hollywood Propagandastreifen, um das Aufrüsten zurechtfertigen. Nach dem Motto : "seht her - wenn wir die Russen nicht abschrecken, dann geht Amerika unter ..." siehe auch "die rote Flut" , Top Gun und ähnliche.

 

Der erste Rambo war zB ein sehr guter Anti Kriegsfilm, sehenswert. Alle Ramboteile danach waren nur noch pure Propaganda, gerade der Afghanistan Teil, der ja auch in den kalten Krieg fällt. Kriegspropaganda durch Hollywood ist ja nichts neues, siehe auch Walt Disney im 2. Weltkrieg.

 

Die primäre Absicht der Amerikaner war es, Russland durch gegenseitiges Wettrüsten in eine Kostenspirale zu treiben - was gut geklappt hat. Der Zerfall der UdssR wurde erst durch deren Bankrott möglich. Glasnost war möglich, weil man pleite war, und nicht weil Gorbi so human war. Eine andere Motivation war es auch, dass es einige wenige gibt, die natürlich an Rüstung extrem gut verdienen, damals genauso wie es heute zB Halliburton, Lockheed oder Boing machen.

 

Auch hat Amerika noch nie etwas aus humanitärten Gründen getan, sondern nur nach geopolitischen und strategischen Gründen - auch nicht in Sachen Abrüstung. Andere Staaten machen es ähnlich, gehen aber nicht so sehr mit dem Argument der Menschenrechte hausieren wie die USa es machen. Skrupel vor dem Einsatz der A Bombe gab es nicht. Da die UdssR irgendwann so pleite war, dass die Abwärtsspirale nicht mehr aufzuhalten war, war es den USA natürlich auch gerade Recht durch Abrüstung Geld zu sparen. Auch das Image war sehr stark ramponiert ( obwohl das idR niemand stört ), und konnte durch Abrüstung aufpoliert werden. Das folgende Mobilisieren der polnischen Opposition war da wesentlich billiger und der endgültige Sargnagel für die UdssR. Andere Staaten folgten dem polnischen Beispiel. Ich bezweifle, dass die USA Europa vor dem bösen Russen schützen wollten. Zum einen war / ist Europa ein großer Absatzmarkt für amerikanische Produkte zu jener Zeit. Zum anderen war es DIE Möglichkeit Deutschland zu besetzen und von da ab amerikanische Ideologie und Weltansichten in die Köpfe einer ganzen Generation und damit auch in die Politik zu pflanzen. Wir sind - leider - bis heute noch mit den Folgen davon beschäftigt. Deutschland wird immer noch von der Atlantikbrücke beeinflusst - und damit alle Medien, Politik und die allgemeine Meinung. Erst langsam löst man sich davon. Mit Merkel / Gauck jedoch macht man Rückschritte.

 

Ironischerweise steht die USA vor einem ähnlichen Schicksal. Hunderte Militärbasen weltweit, absurd hohe Militärausgaben bei hoher Arbeitslosigkeit, kaum anspringender Konjuktur und eine Verarmung der Mittelschicht bei stetigen Korrosion der Bildungswesens ( wegen Ausplünderung des Staates durch "Eliten" ) haben zur Folge, dass die USA inzwischen weit höhere Schulden haben als es die UdssR jemals hatte. Alleine der Dollar als Leitwährung und die noch hohe Militärmacht- und Präsenz helfen dabei, dass die USA nicht der UdssR folgt. De facto hat Amerika höhere Schulden als Griechenland - nur die Wirtschaftsleistung ist, genauso wie das Erpressungspotential gegenüber der Welt, höher als bei Griechenland. Aber ansonsten gehören die USA schon China. Die brauchen keine A Bombe - denen langt, einfach die eigenen Dollardevisen auf einen Schlag auf den Markt zu werfen ... das würden die USA wohl auch nicht so easy verkraften.

 

Ich hoffe du nimmst das was ich geschrieben habe es nicht persönlich ... aber ich bin immer etwas skeptisch, was Motive von Politik betrifft - und glaube da nicht immer so daran, dass Unterhaltungsmedien sich auf die "gute Seite" stellen, sie folgen nur aktuellen Meinungsströmungen - schließlich will man Geld verdienen. Es gibt einige gute Beispiele. Mag sein, dass "the day after" gar keine Propaganda war. Ich gehe nur nicht mit deiner Meinung, wenn es um die (Hinter)Gründe des Untergangs der UdssR geht. Gorbi, der Gute ist mir da zu wenig. Es war von langer Hand geplant. Und eine gute Strategie zu Destabilisierung war schon immer der Bankrott.

 

Zu den von dir erwähnten lokalen Kriege: Amerika hat seit dem 2. Weltkrieg KEINEN Tag erlebt, in dem es nicht in einen Krieg verwickelt war, ihn selbst vorbereitet oder eingeleitet bzw. geführt hat. Dazu zählen auch zahlreiche verdeckte Aktionen und Staatsputsche bei denen gewählte Präsidenten durch Despoten und Diktatoren ersetzt wurden. Kein Land der Erde führt so oft Krieg wie die USA. Sie tragen damit wesentlich mehr zu Destabilisierung der welt bei als jeder Saddam Hussein, Assad, Mubarak und Co.

 

Auch deine Einschätzung der stabilen Weltlage halte ich für grundsätzlich falsch. Finanzkrise, extreme Spannungen im nahen Osten, Eurokrise, durch die USA geschaffene Al Quaida / Isis .... all das ist kein Nährboden für eine stabile Lage.

 

Zitat:

Die Menschheit hat meiner Meinung nach durch die Kernspaltung Pandoras Büchse geöffnet und es lag und liegt in ihrer Hand, diese wieder zu schließen.

Ich glaube die Büchse die durch die Einführung des Giralgeldes geöffnet wurde, ist weit größer ! :-(

Seit dessen Nutzung ist der Exzess damit bis heute so weit getrieben worden, dass durch die Finanzwelt eine größere Bedrohung entstanden ist, als durch jeden Krieg.


01.02.2015 09:19    |    PIPD black

Puh.....schwere Kost so früh am Sonntagmorgen.....


01.02.2015 11:39    |    MrMinuteMan

Ausgezeichneter Blog!

 

Ich weiß jetzt nicht genau wo ich anfangen soll. Beschäftige mich seit ein paar Jahren selber mit dem Thema "Zivilverteidigung im kalten Krieg", hab sogar eine Arbeit über Notkrankenhäuser an der Uni geschrieben und könnte daher seitenweise zu dem Thema posten.

 

Kurz gesagt, mich überrascht es immer wieder das es nicht geknallt hat. Die Vorbereitungen dafür waren so umfassend und breit gestreut, teilweise so durchgeplant, dass man eigentlich sagen kann das jeder damit gerechnet hat das etwas passieren wird. Militärbasen, Quick Drain, Notkrankenhäuser, Brücken die zur Sprengung vorbereitet waren, allein die Anzahl an Bunkern in Bonn und sogar eine Notwährung hatte man auf Lager.

 

Die Verantwortlichen müssen wirklich mit dem Ernstfall gerechnet haben, auch wenn bei genauerem hinsehen ihre Vorbereitungen für maximal einen Monat nach dem Tag X reichten. Man wusste, dass man irgendetwas tun musste, aber ab einem bestimmten Punkt realisierte man wohl innerlich das es keine Vorbereitung für diesen Tag gibt und ließ die Sache einfach laufen.

 

Der Film "The day after" hab ich selber bereits 4 oder 5 mal geschaut und bekomm bei der Angriffssequenz immer wieder eine Gänsehaut. Schon allein weil der Film nicht übertreibt oder einen einfach in die Katastrophe hineinwirft, sondern einen langsam von einem normalen Tag in die Apokalypse führt, finde ich ihn so gut gemacht.

 

Wer sich jetzt noch weiter für das Thema empfiehlt, dem kann ich noch einen Film an die Hand geben. Das gleiche Thema, aber meiner Meinung nach noch brutaler und ungeschminkter als "The Day after". Nennt sich "Threads" und ist auf Vimeo zu finden:

 

http://vimeo.com/18781528

 

Der Film erschien 1984 in England und behandelt das gleiche Szenario. Anders aber als beim berühmten, amerikanischen Bruder sind hier Tod, Leid und Verstümmelung noch wesentlich drastischer dargestellt. Eventuell ist er daher relativ unbekannt, da er kein "Schonprogramm" fährt wie The Day after.

 

Und zum Schluss, eine Frage noch Dodo: Wenn dein Vater war, wo war er den stationiert?! Zur Not per PN, intressier mich sehr für das Thema :)

 

Edit: Link geändert, der Film ist nicht mehr auf Youtube, aber ich konnt ihn trotzdem finden.


01.02.2015 13:39    |    Elchtest2010

@MrMinuteMan: Klar hatte man sich vorbereitet, man wußte ja aus Japan wie so etwas aussieht. Das es an Skrupel nicht gefehlt hat, hat man dort ja auch sehen können. Zudem wußte man, dass es - sofern nicht jeder sein Arsenal komplett verballert - durchaus nicht global alle treffe muss. Japan ist ja nach der Bombe oder Fukushima auch nicht komplett verseucht. Tschernobyl hat auch nicht alles ausgelöscht.

 

Ich denke die Maßnahmen, die für die Öffentlichkeit bestimmt waren, sind allesamt eben nur PR gewesen. Hat man von Regierungsseite tatsächlich Interesse flächendeckend jeden zu retten / zu behandeln ? Sicher nicht, kostet ja alles. Aber ganz ohne Vorbereitungsmaßnahmen konnte man auch nicht - was soll die Öffentlichkeit sagen ? Die muss beruhigt werden.

 

Ein Kissinger, der im Notfall auch ganz Afrika verhungern lässt ( wir müssen die Kontrolle über die Lebensmittel erlangen ), hätte natürlich auch kein Problem damit wenn 1/3 der eigenen Bevölkerung hopps geht. Wenn solche Leute so etwas wie Anstand hätten, dann gäbe es nicht millionen Opfer in den letzten Jahrzehnten. Auf dem Schachbrett der strategischen Machtspielchen und Bereicherungen hat so etwas leider keinen Platz. Aber dafür ist man ja Friedensnobelpreisträger.

 

Ist wie kürzlich bei Ebola. Da wird groß posaunt, dass D weltweit die meisten Krankenhausplätze dafür hat, wir sind bestens gerüstet, dass tatsächlich aber im Ernstfall höchstens 15 entsprechend ausgestattete Betten vorhanden sind, das wird ungerne erwähnt.

 

Meinst du tatsächlich, dass Washington nur für 1 Monat Vorkehrungen getroffen hatte ?

 

Das ganze war in der Menge der Waffen eigentlich nur für ein paar Dinge gut:

 

1. Wir können mehr als ihr

2. Wir können von jedem Platz der Welt jede eurer Städte treffen, notfalls simultan

3. Bitte lieber Russe, rüste weiter auf, wir wollen dich pleite gehen sehen

4. da 1 Bombe für das totale Bedrohungsszenario nicht reicht, mussten es eben viele sein


01.02.2015 13:49    |    dodo32

Zitat:

Ich bezweifle jedoch stark, dass der Film einen Einfluss auf die Abrüstung hatte.

Nun, das sagt ja auch keiner. Die Abrüstung von Feindseligkeiten jedoch beginnt in den Köpfen der Menschen und da hat dieser Film sicher einen großen Beitrag geleistet. Dass der Film durchaus in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde, kann man unter anderem *hier* nachlesen.

 

Zitat:

Es ist eher einer der zahlreichen Hollywood Propagandastreifen, um das Aufrüsten zurechtfertigen. Nach dem Motto : "seht her - wenn wir die Russen nicht abschrecken, dann geht Amerika unter ..." siehe auch "die rote Flut" , Top Gun und ähnliche.

Das sehe ich anders. Bei diesem Film gibt es keine Gewinner und es findet auch nicht die sonst durchaus übliche Glorifizierung des Militärs statt - im Gegenteil. Dieser Film wurde nicht gedreht um den Menschen zu zeigen wie toll Waffen sind

 

Zitat:

Der erste Rambo war zB ein sehr guter Anti Kriegsfilm, sehenswert.

Absolut, ja.

 

Zitat:

Die primäre Absicht der Amerikaner war es, Russland durch gegenseitiges Wettrüsten in eine Kostenspirale zu treiben - was gut geklappt hat. Der Zerfall der UdssR wurde erst durch deren Bankrott möglich. Glasnost war möglich, weil man pleite war, und nicht weil Gorbi so human war.

Auch das ist richtig. Ich hatte überlegt das mit aufzunehmen jedoch setze ich voraus, dass das bekannt ist.

 

Zitat:

Ich hoffe du nimmst das was ich geschrieben habe es nicht persönlich

Um Gottes willen nein! Im Gegenteil! Ich habe mich sehr über Deinen Beitrag gefreut denn er ergänzt das geschriebene in einigen Punkten. Es ist eben ein Blogartikel und kein Buch. Ähnlich wie ein Filmemacher muss man sich überlegen was man beleuchtet ohne sich in den Details völlig zu verlieren. Ich denke das ist mir gelungen.

 

Zitat:

Ich gehe nur nicht mit deiner Meinung, wenn es um die (Hinter)Gründe des Untergangs der UdssR geht. Gorbi, der Gute ist mir da zu wenig. Es war von langer Hand geplant. Und eine gute Strategie zu Destabilisierung war schon immer der Bankrott.

Ist auch korrekt. Wie gesagt, ich hatte überlegt das mit aufzunehmen aber die, die auch nur im Ansatz mit dem Thema vertraut sind wissen das. Gorbi war halt der, der es verkündet hat. Am Ende sind es immer einzelne Menschen an die man sich erinnert. Ich ärgere ich auch immer wenn Helmut Kohl als Vater der Einheit usw. bezeichnet wird. Der hat im Gegensatz zu Gorbi überhaupt nichts bewegt.

 

Zitat:

Auch deine Einschätzung der stabilen Weltlage halte ich für grundsätzlich falsch. Finanzkrise, extreme Spannungen im nahen Osten, Eurokrise, durch die USA geschaffene Al Quaida / Isis .... all das ist kein Nährboden für eine stabile Lage.

Ich wusste dass dieser Einwand kommen würde. ;) Herunter gebrochen auf die Tatsache, dass die Menschheit mehrmals kurz davor stand Waffen einzusetzen, die ca. 80% der Weltbevölkerung in die Steinzeit zurückversetzt hätten, is die Lage durchaus als stabil anzusehen. Die heutigen Bedrohungen sehen anders aus, klar. Aber weil es andere sind, muss man sie auch anders angehen und betrachten. Im Artikel geht es schlicht darum dass die latente Gefahr eines atomaren Schlagabtauschs heute geringer ist als je zuvor. Im Umkehrschluss ist heute die Gefahr beim einsteigen in einen Bus in die Luft gesprengt zu werden höher. Aber diese Problematik zu beschreiben war nicht meine Intention. Vielleicht ein anderes mal in einem anderen Artikel. ;)

 

 

Zitat:

Ich glaube die Büchse die durch die Einführung des Giralgeldes geöffnet wurde, ist weit größer ! :-(

Seit dessen Nutzung ist der Exzess damit bis heute so weit getrieben worden, dass durch die Finanzwelt eine größere Bedrohung entstanden ist, als durch jeden Krieg.

Ich weiß schon, worauf Du hinaus möchtest. Nur ist ein Zusammenbruch unseres Finanzsystems nicht gleichzusetzen mit der Freisetzung enormer Mengen Radioaktivität und der Zerstörung der elektronischen Infrastruktur. Das ist nicht vergleichbar. ;)


01.02.2015 14:01    |    dodo32

Zitat:

Ausgezeichneter Blog!

Danke, war auch genug Arbeit. ;)

 

Zitat:

Und zum Schluss, eine Frage noch Dodo: Wenn dein Vater war, wo war er den stationiert?!

Wiley Barracks Neu-Ulm. Allerdings sind die Amerikaner vor rund 24 Jahren abgezogen worden. *Hier* ein lesenswerter Artikel dazu. Schön zu sehen das Haupttor und der Wasserturm


01.02.2015 14:33    |    Elchtest2010

Zitat:

Ich weiß schon, worauf Du hinaus möchtest. Nur ist ein Zusammenbruch unseres Finanzsystems nicht gleichzusetzen mit der Freisetzung enormer Mengen Radioaktivität und der Zerstörung der elektronischen Infrastruktur. Das ist nicht vergleichbar.

Nimm zum Beispiel Griechenland. Dort hungern viele Menschen, weil Goldman Sachs sich bereichert wie es will, wie auch in allen anderen Staaten, nur dass die noch leistungsstärker sind als Griechenland. Es gibt eine Menge Proteste, auch gewalttätige. Gäbe es keinen Schuldenschnitt oder Hilfsgelder, wäre es noch dramatischer. Die Leute wissen aber, dass die 700 milliarden euro nicht für sie waren, sondern für die Banken. Deswegen ist es Merkel JETZT auch egal ob sie im EUR bleiben oder nicht, die Banken hatten 1,5 Jahre Zeit ihr Geld zu retten bzw. zum Großteil die Schulden zu sozialisieren.

 

das könnte nur ein Mini Vorgeschmack sein, auf das was theoretisch passieren kann.

 

Jetzt nimm mal an, dass durch die ganze absurde Schuldgeldpolitik ( Banken "schaffen Geld" ohne Gegenleistung, bekommen Zinsen, ein kleiner Teil wird reicher, ein großer Teil immer ärmer, Staaten haben keine Spielräume mehr ) immer mehr Staaten pleite gehen, Infrastruktur zerfällt, Perspektiven fehlen, Bildung unbezahlbar wird, Gesundheitssystem wegfällt .... und dann platzt die große Bombe.

 

Es gibt durch das System tatsächlich weitaus größere Bedrohungen als die Finanzkrise 2008.

 

Was meinst du, wenn 50% weltweit arbeitslos sind ... dann sind auch milliarden Menschen bedroht. Da gibt es Verteilungskriege, Wasserkriege, Kriege um Lebensmittel etc.

 

das ist natürlich worst case, aber immerhin möglich. Deswegen habe ich es mit einem Atomkrieg verglichen


01.02.2015 14:37    |    dodo32

Passt ;). Man weiß nicht, was kommt. Es gilt dieses Szenario genau so zu vermeiden wie es damals darum ging, dass von mir geschilderte abzuwenden. Letzteres ist der Menschheit gelungen. In 20 Jahren wissen wir, ob uns das erneut gelungen ist...


01.02.2015 15:02    |    Elchtest2010

was mir dazu fehlt, ist die Bereitschaft sich mit Hintergründen auseinanderzusetzen. Es wird ja alles dafür getan, damit nicht zu viele Leute Dinge hinterfragen. Leider liegen zwischen den jüngeren Zusammenbrüchen immer größere Zeitspannen von 50-100 Jahren, sodass sich die nachkommenden Generationen nicht erinnern können. Früher waren große Reiche sogar weitaus langlebiger, aber die Abstände sind dank Technik immer kürzer. Ägypten und Rom hielten etliche Jahrhunderte - danach wurde es immer kürzer.

 

dummerweise haben diejenigen die jeweils dafür verantwortlich sind so viel Geld und Netzwerke, dass sie beim "Neustart" auch immer diejenigen bleiben, die an der Macht sind. Ob sich daran etwas ändert ?

 

ich finde nur, dass aktuell die Manipulation auf allen Ebenen eine wirklich neue Qualität erreicht hat. Früher konnte sich der einfache Bürger nicht informieren, er konnte ja nicht mal lesen. Das Erschreckende ist, dass heute extrem viele Informationen bereit stehen, die es früher nicht gab. trotzdem interessiert es fast keinen.


02.02.2015 00:14    |    Martin GT

Daumen hoch Dodo!!

 

Ob die Gefahr eines Atomkriegs heute so viel geringer ist sei mal so dahingestellt - Ich glaube es haben sich nur alle an die latente Bedrohung gewöhnt.

 

Sowohl USA als auch Russland modernisieren ständig ihre Raketen - und mit jeder einzelnen erhöht sich die Gefahr eines versehentlichen Abschusses - sei es durch technisches Versagen oder durchgedrehte Bedienmannschaften. Wobei das Risiko dafür bei den Amerikanern deutlich höher liegt, da sie Feststoffraketen besitzen die innerhalb weniger Minuten abschussbereit sind.

 

Zu Able Archer gibt es auch eine Fernsehdoku, die das Ganze recht anschaulich erklärt. Ich hab' hier auch noch ein sehr interessantes E-Book über "Operation Gladio", allerdings auf Englisch.

 

Das die internationalen Finanzmärkte noch lange stabil bleiben kann ich mir auch nicht vorstellen, dafür wird da viel zu viel Geld hin- und hergeschoben das mangels Gegenwert überhaupt nicht existiert. Und der Oberschlaumeier Draghi gießt noch Öl ins Feuer. Obwohl jeder, der sich mit der Materie auskennt weiß das viel billiges Geld keinen Nutzen für die Realwirtschaft hat.

 

Und wie oben bereits erwähnt, dient dieses System nur dazu, die Superreichen noch reicher zu machen - auf Kosten der Mittel- und Unterschicht. Dazu gibt's auf www.anonhq.com einen sehr anschaulichen Film.

 

Edit: Schön zu wissen, das ich nicht der Einzige bin der sieht was wirklich gespielt wird und wo das hinführt.


02.02.2015 01:55    |    dodo32

Zitat:

Zu Able Archer gibt es auch eine Fernsehdoku, die das Ganze recht anschaulich erklärt.

Danke für den Hinweis! :) Hätte ich auch selbst draufkommen können :rolleyes:. Ich habe eine auf youtube aufgespürt: https://www.youtube.com/watch?v=gQxO1zuP80A. Da Übungen dieser Art bereits vor dem erscheinen des Films durchgeführt wurden, ist dessen Authentizität kaum anzuzweifeln. Die Doku ist wirklich hervorragend denn sie beleuchtet auch Ronald Reagans Zögern..., und das war nach dem der Film erschien...


02.02.2015 07:36    |    Elchtest2010

Kein Wunder,

Draghi = Goldman Sachs

Monti = Goldman Sachs

Alle anderen = Goldman Sachs .... Etwas polemisiert

 

Aber tatsächlich sitzen die Goldmänner an JEDER Schaltstelle, sei es in Parlamenten, Parteien, Beratern, Zentralbanken .... Eine Ausbreitung wie Krebs.

 

Wahrscheinlich ist es bei Rüstungsfirmen ähnlich. Halliburton / Dick Cheney, diverseste Saubermänner in der Atlantikbrücke und andere der Rüstungsindustrie nahe stehende Thinktanks ( u.a. Wolfowitz )

 

Ich habe nichts gegen Lobbyismus, Gewerkschaften, Kleingärtner und Co versuchen auch Einfluss zu nehmen. Aber die beiden wichtigsten Stellen ( Finanzen und Medien ) sind so extrem beeinflusst und durchdrungen dass einem wirklich der Atem stocken kann.

 

Dabei sind es nicht nur die bekannten Namen, nein, viel bedrohlicher sind die, die man nicht kennt , die aber trotzdem ein und ausgehen können in Entscheidungskreisen, die sogar komplette Gesetze und Reden schreiben. Das sollte eigentlich die Politik selbst machen.

 

Vorschlag: bezahlt Politiker endlich richtig gut, verbietet ihnen dafür aber jede Mitarbeit während und 10 Jahre nach ihrer Amtszeit. Bei 10 Mios im Jahr, würden vielleicht auch ein paar Talente in die Politik gehen, und nicht irgendwelche Loser.


02.02.2015 09:05    |    enrgy

was hat das in einem autoforum zu suchen?:confused:

stell doch wenigstens noche in paar 83er autos mit dazu;)


02.02.2015 09:23    |    dodo32

Zitat:

was hat das in einem autoforum zu suchen?

Das hier ist ein *Blog* dessen Basis vom Betreiber der Seite zur Verfügung gestellt wird. So lange man nicht gegen die NUB verstößt kann man schreiben über was man will. ;) Und wer es nicht lesen möchte wird auch nicht gezwungen. ;)


02.02.2015 10:04    |    potasche

Hallo,

dodo32 hat schon recht, mit dem, was hier geschrieben wurde. ...und die anderen Kommentatoren irgendwie auch.


02.02.2015 10:54    |    Andi2011

Moin,

 

The Day After ist mir aus meiner Jugend natürlich ein Begriff und ich habe den Film insge. sicherlich ein Duzend Mal gesehen.

Auch auf dem Gymnasium auf das ich damals ging war der Film Pflicht und wurde so etwa alle zwei Jahre in irgendeinem Unterrichtsfach wie Geschichte oder Politik gezeigt...

 

Ich finde den Film bis heute gut, ebenso wie "When the wind blows" den ich teils noch eindringlicher finde!

 

Ich kann deine Gedanken und Empfindungen dazu gut nachvollziehen, ich erinnere mich gut, dass ich als Kind und Jugendlicher dieser Zeit eigentlich permanent in dem Glauben gelebt habe, das es irgendwann passieren wird - das Gefühl änderte sich bei mit erst mit dem Mauerfall, den ich nicht für möglich gehalten hatte - insbesondere auch in der Zeit danach, als Gorbatschow entmachtet wurde, wäre durchaus auch eine andere Wendung möglich gewesen.

 

Um beim Film zu bleiben: In "Am Tag als die Erde stillstand" gibt es einen sinngemäßen Satz - Erst wenn die Menschheit am Abgrund steht, ist sie in der Lage zu gravierenden Veränderungen" - da könnte imho was dran sein.

 

Grüße

Andi


02.02.2015 18:21    |    dodo32

Moin Andi,

 

stimmt..., "when the wind blows". An den erinnere ich mich jetzt auch wieder. Das war eindeutig eine andere Zeit und ich bin überrascht zu lesen, dass der Streifen an Deutschen Schulen gezeigt wurde. Als ich in der zehnten Klasse war, also ein Alter hatte in dem es Sinn gemacht hätte den Film zu zeigen, war der kalte Krieg schon vorbei. Zum Glück...


02.02.2015 18:49    |    Andi2011

Dodo,an wievielen Schulen er gezeigt wurde kann ich natürlich nicht sagen,bei mir an der Schule war das obligatorisch!

Wir "mussten" ich glaube es war in der fünften Klasse, damals auch Briefe an Miss Thatcher schreiben,sie möge bitte den Falklandkrieg beenden- ich meine das war 1982, da war ich Zwölf.

 

Für mich war diese pazifistische Haltung damals völlig normal,auch als Kind,da ich so erzogen wurde.

Meine Familie wurde zu einem sehr großen Teil im Nationalsozialismus ausgelöscht,anders kann man das leider nicht bezeichnen.Daraus resultierte besonders bei meinem Vater,eine (aus heutiger Sicht vielleicht unreflektierte und nur schwer verständliche) sehr pro amerikanische und gleichzeitig pazifistische Haltung und meine Elten unterstützten alles was vor den Schrecken eines Krieges warnen könnte,erst recht eines Nuklearen.


02.02.2015 19:01    |    dodo32

Zitat:

Für mich war diese pazifistische Haltung damals völlig normal,auch als Kind,da ich so erzogen wurde.

Guter Punkt. Bei uns wurde da eigentlich nicht großartig drüber gesprochen. Da der dad GI war: dauernd irgendwelche Antikriegsfilme gucken usw. Ich habe allerdings nie das Bedürfnis verspürt, Soldat zu werden. Meinen Grundwehrdienst hab ich halt abgerissen. Auch weil ich damals und auch heute noch der Meinung bin, dass das für einen jungen Menschen gut sein kann. Nicht weil er dort lernt zu ballern sondern weil er im Glied stehen muss und man spätestens ab dann nicht mehr nur weiß sondern auch spürt, dass ein Menschenleben in der Kriegsmaschinerie keinen Pfifferling wert ist.

 

Zitat:

Meine Familie wurde zu einem sehr großen Teil im Nationalsozialismus ausgelöscht,anders kann man das leider nicht bezeichnen.

Das tut mir aufrichtig leid. :( Ich hatte auch schon überlegt Dinge aus dieser Zeit in einem Blogartikel zu thematisieren aber Du kannst Dir ja bildlich vorstellen, wie das hier ausarten könnte. Da müsste man schon sehr bedächtig herangehen...


02.02.2015 20:00    |    MrMinuteMan

@ Dodo: Danke für die Infos! Bin daran interessiert, weil man Vater derzeit in einer alten Pershingkaserne dient und ich neulich in Kellinghusen das alte Nukleardepot einer fototechnisch erkundet habe.

 

@ Schule: Ich (Realschule von 99 bis 05) hab in der Schule keinerlei Film zum Thema Atomkrieg mehr sehen müssen. Was wir gelesen haben war "Die Wolke", aber dort geht es eher um ein explodiertes AKW. Das Thema Atomkrieg, kalter Krieg und nukleare Gefahr war bei uns auch nicht wirklich präsent. Das Wolkebuch hat keinen Interessiert, für meine Generation war jede Form von Atomgefahr weit weg, da wir alle erst in der zweiten Hälfte der 80er geboren wurden.

 

Weder Tschernobyl noch den kalten Krieg haben wir persönlich mitgemacht und da Geschichte auch nur bis 39 ging, dann schnell 45 Minuten der zweite Weltkrieg und dann schluss war (10. Klasse) sind wir mit dieser Zeit schultechnisch auch nie in Berührung gekommen. Was ich über den kalten Krieg weiß, weiß ich aus Büchern, Filmen etc. die ich mir selber durchgelesen und angeschaut habe.

 

Nebenher, kennt jemand noch den Song?!

 

https://www.youtube.com/watch?v=elx0kqgemQQ



02.02.2015 20:06    |    PIPD black

Eh du Sack:D

Da bist du in Kellinghusen um die Ecke und sagst nich Bescheid.:(


02.02.2015 20:09    |    MrMinuteMan

Ich kann mal wieder rumkommen, muss eh demnächst in die Ecke. Am Wochenende den Samstag 21.2 muss ich Richtung Wahlstedt, da kann ich vorher auch mal weiter fahren und mir die Stadt anschauen, die ich noch nie richtig aussprechen konnte. Aka Itzehoe. Sagt man nun ho oder hu?!


02.02.2015 20:15    |    Martin GT

Zitat:

"Erst wenn die Menschheit am Abgrund steht, ist sie in der Lage zu gravierenden Veränderungen"

ABSOLUT.

 

 

Das "rote Telefon" zwischen Moskau und Washington wurde nach der Kuba-Krise eingerichtet wenn mich nicht alles täuscht.

 

Und erst wenn sehr viele Menschen gestorben sind werden die Mächtigen dieser Welt feststellen das Atomwaffen unfassbar gefährlich, sinnlos und teuer sind und die Drecksdinger endlich verschrotten.


02.02.2015 20:20    |    MrMinuteMan

Mit der Bezeichnung Drecksdinger wär ich bei Atomwaffen immer etwas vorsichtig. Fakt ist, sie KÖNNTEN das Leben auf der Erde quasi komplett auslöschen. Auch wenn immer irgend etwas überlebt, die Natur findet einen Weg.

 

Auf der anderen Seite, bin ich mir aber nach vielen Stunden lesens sicher, dass gerade die Atomwaffen den dritten Weltkrieg verhindert haben. Man darf mal nicht vergessen, dass sich über Jahrzehnte zwei gigantisch hochgerüstete Blöcke direkt gegenüber standen. Ausgerüstet mit dem besten was die Waffenkammer zu bieten hatte und mit der perfekten Infrastruktur zum losschlagen in der Hinterhand.

 

Das trotzdem nie etwas passiert ist, lag wohl daran das man auf beiden Seiten wusste, dass ein offener und echter Konflikt unweigerlich zu einem nuklearen Schlagabtausch führen wird. Egal wie man es angeht, sobald man die andere Seite in die Defensive drängen würde, würde diese wie in The Day After mit begrenzten Nuklearschlägen antworten. Was einen selber dann wieder selber zum Nuklearschlag zwingt, um den Rückstand wieder aufzuholen. Bis irgendwann die ICBMs aufsteigen und alles in Asche versinkt.

 

Und egal wie machthungrig, irre und krank manche Herrscher auf beiden Seiten waren, tief im Kopf wussten die was passieren würde wenn sie losschlagen. Und über ein Reich aus Staub und Trümmern herrschen oder gar selber im nuklearen Inferno umkommen, dass wollte doch keiner. Die Männer am roten Knopf waren oft machthungrig, aber gerade deswegen haben sie ihn nicht gedrückt. Weils das dann gewesen wär mit der Macht.

 

Die Theorie der "Gegenseitig zugesicherten, totalen Vernichtung" ist zwar krank, hat aber funktioniert. Sonst hätte es mit Sicherheit geknallt.


02.02.2015 20:24    |    Martin GT

Andererseits wäre es ohne Atomwaffen wohl nie zum Wettrüsten gekommen. Und die allermeisten Staaten dieser Welt leben auch ohne die Dinger in Frieden.


02.02.2015 20:24    |    dodo32

Zitat:

....da wir alle erst in der zweiten Hälfte der 80er geboren wurden.

Was ich über den kalten Krieg weiß, weiß ich aus Büchern, Filmen etc. die ich mir selber durchgelesen und angeschaut habe.

Ich finde es löblich und bemerkenswert dass sich die jüngere Generation mit Dingen auseinandersetzt, von denen sie nur indirekt betroffen waren. :cool: Denn nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen


02.02.2015 20:31    |    MrMinuteMan

Martin, die meisten Atomwaffenstaaten (Russland, China, Frankreich, Großbritannien, GB, Israel) gehören zu einem der großen Blöcke und sind entsprechend an der Leine. Indien/Pakistan können beide derzeit keinen großen Krieg gebrauchen und Nordkorea hat wohl nur etwas "Tischfeuerwerk" und weiß genau das beim geringsten Fummeln an der Lunte der amerikanische Adler Pjöngjang porentief umgraben wird.

 

Die größten Sorgen in Sachen Nuklearwaffen mach ich mir wegen Pakistan und den dortigen Talibangelumpe. Das Militär und der Staat sind dort nicht so stark und wenn einer von den Pennern so einen Knallkörper in die Hand bekommt kann das mächtig in Sack gehen. Ein offener Nuklearkrieg ist heute eigentlich undenkbar, schon allein weil die ehemaligen Großmächte USA und Russland heute nicht mal mehr den Ansatz von Schlagkraft in ihren Streitkräften haben wie zu Zeit des kalten Krieges.

 

@ dodo: Damit bin ich aber auch ziemlich allein. Leider. Andere Bunkerkriecher in meinem Alter hab ich noch nicht kennen gelernt. Für meine Generation ist das alles weit weg und nicht mehr interessant. Auch wenn die Spuren teilweise direkt vor der Haustür liegen. Wenn ich jetzt ins Auto steig, brauch ich nur 15 Minuten bis zu einer Brücke, wo heute noch die Schächte für die kontrollierte Sprengung im Ernstfall zu erkennen sind (Lübeck). In die andere Richtung bin ich in 15 Minuten an der innerdeutschen Grenze, wo man sogar noch einen Wachturm finden kann.

 

Nur was willst du machen? Die Zeit wird in den Medien meistens auf RAF (West) und Stasi (Ost) zusammengedampft. Über die wirklich umfassenden Ausmaße des kalten Krieges, die immense Bedrohung und was alles hier und da vorbereitet wurde erfährt man doch nie. Unter meine Realschule war z.B. ein Bunker, vermutlich ein teilverbunkertes Notkrankenhaus. Glaubst du irgendwer hat mit uns im Unterricht, z.B. Geschichte, mal darüber gesprochen?

 

Wir wussten alle das er da ist, aber warum, wozu und wieso wurde uns nie erklärt. Geschichte zum anfassen, aber wir bleiben bei 15 Jahre alten Büchern.


02.02.2015 20:33    |    dodo32

Zitat:

Andererseits wäre es ohne Atomwaffen wohl nie zum Wettrüsten gekommen. Und die allermeisten Staaten dieser Welt leben auch ohne die Dinger in Frieden

Leider sind diese Waffen eine zwangsläufig Konsequenz des letzten Weltkriegs gewesen, der technologisch gesehen, zum damaligen Zeitpunkt der fortschrittlichste war, der je geführt wurde. Dass die Menschheit seit ihre Anfängen (meist) nichts besseres zu tun hat als sich gegenseitig auf die Mütze zu hauen ist ja auch keine grundlegend neue Erkenntnis also war es imho nur eine Frage der Zeit, bis eine solche Waffe entwickelt werden würde. Die Grundlagen dazu lieferte die Wissenschaft und nicht etwa kriegswütige Feldherren. ;) Alles zwangsläufig so geschehen und imho ein aus heutiger Sicht eine nicht abwendbare Entwicklung in der Menschheitsgeschichte


02.02.2015 20:41    |    Elchtest2010

Mmmh, weder als Kind noch als Jugendlicher habe ich die Aufrüstung als Bedrohung gesehen. Als Kind war schlicht kein Sinn für so etwas vorhanden. Auch die Kubakrise war vor meiner Zeit. Als ich ins denkfähige Alter kam, standen die Zeichen schon auf Abrüstung.

 

@Martin GT: ich glaube den Mächtigen ist es einfach komplett egal ob, und wie viele Menschen draufgehen. Das zeigt die Geschichte. Was sind schon 100.000 Tote, wenn ich mich persönlich mit 100 Millionen Kursgewinnen an der Börse bereichern kann ? Machtmenschen tragen immer psychopathische Züge, die einen mehr, die anderen noch mehr. Hieran hat sich seit jeher nichts geändert, da muss man realistisch bleiben. Bestraft werden sie nie.

 

Es geht nie um Empathie, Gerechtigkeit oder Menschenrechte. ISIS ist böse, Saudi Arabien ist ok. Achmadinichad ist böse, Saddam war ok. Hugo Chavez ist böse, Mubarak war ok.... Als Diktator kann man immer gut mit dem Westen leben, wenn man aber den westlichen Interessen in die Quere kommt ist man schnell seinen Job los.

 

Wenn man zynisch ist, dann könnte man sagen dass die Russen und Chinesen ehrlicher sind. Sie sagen klar wenn es um eigene Interessen geht und mischen sich idR nicht in die Belange anderer Länder. Sie brüsten sich nicht mit Menschenrechten. Tschechenien und mit Abstrichen auch die Krim sind innerrussische Angelegenheiten. Was bleibt ist Afghanistan. Ansonsten haben die Russen seit WK2 die Füße still gehalten, und da wurden sie angegriffen. Auch der teuflische Iran hat niemals jemand angegriffen. Die Unterstützung von Hisbollah kann man kritisch sehen, die israelische Besatzung aber auch. Es ist eben immer eine Frage der Sichtweise. Für Serbien war damals die UCK terroristisch. Serbien hat sich damals auch nicht so verhalten wie sich zB die Öllobby und andere im Westen es gerne gesehen hätte auf dem Balkan, Stichwort Pipelines und geopolitische Lage. Joschka Fischer konnte aber damals super mit dem Terroristenführer der UCK. Für die Albaner war es widerum kein Terror sondern Aufstand und Befreiung. Bei anderer Konstellation

Wäre vermutlich nicht Milosovich der Böse gewesen, sondern Hashim Thaci.....

 

Ist immer schwierig hier ein Urteil zu fällen, es gibt immer viel Propaganda, immer 2 Seiten , aber es ist immer verlogen.

 

Damals waren in den Augen vieler die US Pershings die guten, die russischen A Bomben aber die Bösen, obwohl beide gleichermaßen für den Arsch sind. Was mir noch mehr auf den Nerv geht als Krieg, sind die verlogenen Motivationen und manipulierten Gründe der Rechtfertigung.

 

Das sich die Presse dabei so billig vor den Propagandakarren spannen lässt ist widerlich. Die Presse könnte viel für Frieden und das Verständnis miteinander tun, ist aber oft nur Kriegstreiber derer, die sie bezahlen !

 

Was mich extrem stört ist, dass D hierbei seit 20 Jahren mehr und mehr mitmischt ! Balkan, Afghanistan ....

 

Die Zeiten als Verteidigungsarmee scheinen vorbei zu sein, leider ...


02.02.2015 20:42    |    dodo32

Zitat:

Unter meine Realschule war z.B. ein Bunker, vermutlich ein teilverbunkertes Notkrankenhaus. Glaubst du irgendwer hat mit uns im Unterricht, z.B. Geschichte, mal darüber gesprochen?

Bei uns war es tatsächlich ein Atombunker. Gesprochen hat man mit uns allerdings auch nicht darüber. Im Geschichtsunterricht war es wichtiger dass man bestimmte Daten bis auf die Minute heruntergebrochen nennen konnte :rolleyes::rolleyes::rolleyes:


02.02.2015 20:49    |    MrMinuteMan

Elchtest, wär am längeren Hebel sitzt. Und China/Russland haben auch ihre Tricks, wenn auch die oft nicht so offensichtlich und spektakulär wie Flugzeugträger sind ;)

 

@ Dodo: Tja, dass ist eben das Problem. Gerade im Rhein-Sieg-Gebiet gab und gibt es genug Geschichte zum anfassen. Wir haben eines der ersten deutschen Autobahnrasthäuser in Siegburg und das steht noch. Bonn war mal Hauptstadt und ist keine halbe Stunde von meiner Real entfernt. Dort gibt es unterirdische Zivilschutzbunker, dass alte Parlament, die Telekom, dass Haus der Geschichte.

 

Weiter oben Köln mit der großen Luftwaffenbasis, weiter hinten das rheinische Braunkohlerevier und wieder zurück die Fordwerke Köln und der Chempark Leverkusen. Glaubst du aus all diesen wunderbaren Optionen wurde auch nur mal ein Ausflug gestrickt? Statt dessen durften wir etwas über den Wattwurm lernen oder irgendwelche Fische. Und Geschichte war eh nur das was der Lehrer mochte. Was wir alles übersprungen haben passt in keinen Beitrag.

 

Kurzum: Hätte ich mich nur auf die Schule verlassen und hätten meine Eltern mich nicht unterstützt, wär ich doof wie 5 M Feldweg. Das einzige was ich noch aus der Real weiß und brauch ist Englisch. Der Rest war vertane Zeit und hätte mir selbst meine Mutter in 1 Jahr alleine beibringen können.


02.02.2015 20:52    |    Andi2011

Zitat:

Das tut mir aufrichtig leid. :( Ich hatte auch schon überlegt Dinge aus dieser Zeit in einem Blogartikel zu thematisieren aber Du kannst Dir ja bildlich vorstellen, wie das hier ausarten könnte. Da müsste man schon sehr bedächtig herangehen...

Ja das ist sehr schwierig und ich denke im Internet (und auf MT) in meinen Augen so kaum möglich - ja, ich kann mir ausmalen was hier los wäre, leider.

Ich will das hier nicht ausweiten, nur zum Verständnis:

Mein Vater hat als Kind daneben stehen müssen, als die Nazis mitten in der Nacht ins Haus kamen, seinen Vater auf die Strasse zerrten und vor seinen Augen mit einem Genickschuss hinrichteten, während seine Mutter und seine Schwester im Haus vergewaltigt wurden - sie galten als Judensympathisanten. Mein Vater, seine Mutter und Schwester wurden ins KZ Duisburg-Ratingsee verschleppt.Mein Vater entkam dort durch einen dummen Zufall und versteckte sich in Hiesfeld bei einem früheren Schulfreund und dessen Eltern.

Seine Schwester und Mutter wurden später nach Sachsenhausen gebracht wo seine Schwester verhungerte. Seine Mutter kam als, wie er immer sagte, "zerbrochener Mensch" nach der Befreiung nach Hause, gezeichnet von Folter und Hunger. Die Geschichte ist insges. sehr lang und hat unheimlich viele extrem spannende aber auch traurige und schreckliche Fazetten, was ich eigentlich damit nur verständlich machen wollte:

Durch die Geschichte meiner Familie und die Tatsache das sie uns Kindern sehr lebensnah erzählt wurden, interessierte ich mich früh dafür und forschte auch lange nach Details - letztlich prägte es aber meine Haltung zu vielen Dingen nachhaltig!

 

Zitat:

(...) Nicht weil er dort lernt zu ballern sondern weil er im Glied stehen muss und man spätestens ab dann nicht mehr nur weiß sondern auch spürt, dass ein Menschenleben in der Kriegsmaschinerie keinen Pfifferling wert ist.

Das finde ich interessant, glaubst du, auch aus deiner Erfahrung dort, dass es junge Männer gab und gibt, die dadurch den Wert von Leben und Unsinn von Krieg besser verstanden haben? Ich habe immer nur welche kennengelernt, die entweder aus Überzeugung oder weil es der Vater wollte oder weil sie keinen Bock auf Zivildienst hatten zum Bund gingen.


02.02.2015 21:07    |    Elchtest2010

@Andi: das ist harter Tobak, das wünscht man niemand. Da sieht man, was Krieg aus Menschen macht. Der Grad zwischen Mensch und Tier ist schmaler als man denkt. Das Gefühl der Macht und Überlegenheit kann das ekelhafteste hervorbringen.

 

Wirkliche Größe ist es dann, wenn Betroffene und deren Nachkommen danach nicht blind alle Deutschen, alle Russen, alle XYZ mit Kollektivschuld belegen und hassen. Das stelle ich mir aber verdammt schwer vor.

 

Wobei ich die kollektiven Schuldzuweisung der Opfer leichter nachvollziehen kann bzw. Verständnis haben könnte, als barbarisches Verhalten im Herdenverhalten der Täter. Da habe ich kein Verständnis.


02.02.2015 21:13    |    Elchtest2010

Militärdienst:

 

Das sehe ich ähnlich wie Andi. Seit dem Recht auf Zivildienst gab es nur 2 Gründe:

 

a) man wollte zum Bund ( tendentiell eher stark konservativ oder rechtslastig )

b) Militär war kürzer als Zivildienst

 

Ich persönlich habe immer gedacht, dass ich nicht will, dass mir jemand der im Notfall stumpf und ohne nachzudenken Befehle ausführt, Befehle erteilt.

 

Inzwischen gibt es ja ein neues Bundeswehrattraktivitätssteigerungsgesetz ... LOL. ... Ist doch klar, wenn ich Gefahr laufe in Afghanistan zerfetzt zu werden, steigert das nicht den Willen zum Bund zu gehen. Pappnasen.


02.02.2015 21:16    |    Martin GT

Zitat:

Was mich extrem stört ist, dass D hierbei seit 20 Jahren mehr und mehr mitmischt ! Balkan, Afghanistan ....

Ich stehe voll hinter beiden Einsätzen, da es darum geht zwei von Krieg und Elend geschundene Länder zu stabilisieren und den Menschen dort ein möglichst normales Leben zu ermöglichen.

 

Mit den Eroberungsfeldzügen des 2. Weltkriegs hat das absolut nichts zu tun.


02.02.2015 21:25    |    MrMinuteMan

Mit dem Militär seh ich das so: Hätten die Amerikaner nicht im 2. Weltkrieg ihre Jungs samt Material nach Europa geschickt, würde Berlin heute wohl Germania heißen. Krieg ist nicht schön und macht keinen Spaß, aber manchmal ist es wichtig das eine "höhere Macht" eingreift um schlimmeres zu verhindern. Oder auch einfach nur eine gut gerüstete Truppe bereit steht, jedem Feind von vornherein klar zu machen, dass ein Angriff blanker Selbstmord ist.


02.02.2015 21:45    |    dodo32

Zitat:

Das finde ich interessant, glaubst du, auch aus deiner Erfahrung dort, dass es junge Männer gab und gibt, die dadurch den Wert von Leben und Unsinn von Krieg besser verstanden haben? Ich habe immer nur welche kennengelernt, die entweder aus Überzeugung oder weil es der Vater wollte oder weil sie keinen Bock auf Zivildienst hatten zum Bund gingen.

Ja, das denke ich. Es gab einige die das so sahen wie ich. Die einen früher, die anderen später. Wenn man mal bei minus 20 Grad (ohne Parka) vorne in der Reihe steht morgens beim antreten, oder nachts im Graben liegt bei minus 20 Grad, dann geht einem doch so einiges durch den Kopf. Ich hab auch so gut es ging rebelliert. Das Gewehr hat mich einen alten Scheiß interessiert und das hat mir auch den einen oder anderen Ärger eingebracht. Private Joker halt :D. Es gab auch noch viele andere Kleinigkeiten die einem vor Augen führten was das für ein Verein ist und dass man alles daran setzen sollte, diesen nie zu benötigen bzw. länger als nötig dort zu verbringen. Unter dem Strich wurde uns auch eingebläut dass wir eine Verteidigungs- und keine Angriffsarmee sind. Das hat man schon deutlich gemerkt. Ich war bei der Luftwaffe da gab es bis auf eine Ausnahme keinen, der die "Kampfsau" raushängen lies.

 

Guter Dialog, im übrigen!


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