VW Golf 4 - Öldruck Warnleuchte nach Motorschaden : noch fahrtauglich?

VW Golf 4 (1J)

guten abend zusammen.

ich bin laienschrauber und habe mich schon zum thema belesen - aber noch keine wirklich passende antwort gefunden.

es handelt sich um einen VW GOLF 4, 1J5, 1.6, 75kw, Bj. 2000, motorcode AVU

das fahrzeug hatte einen ölwannenriß, vermutlich durch bodenkontakt, jedoch vom lenker unbemerkt.

trotz öldruckanzeige und warnton wurde das fahrzeug vom unwissenden lenker noch ca. 6 km gefahren und war am ende nur noch minimalst mit öl befüllt.

um zu testen, ob das fahrzeug noch fahrtauglich ist, habe ich eine neue ölwanne montiert und das fahrzeug neu befüllt und den ölstand am meßstab notiert.

danach start im leerlauf und leerlaufbetrieb für ca. 10 minuten - ohne besondere anzeichen. motor lief normal ruhig.

danach testfahrt. anfangs ohne probleme, jedoch nach ca. 2km aufleuchten der öldruckanzeige und warnton.

stop der testfahrt und check. kein ölverlust feststellbar. testfahrt fortgesetzt. nach rückkehr erneut ölstand gemessen und kein unterschied zum ölstand vor der testfahrt.

nach testfahrt vollständiger check - definitiv kein ölaustritt durch leck.

ich habe als potentielle ursachen bisher gelesen:

- ölpumpe arbeitet nicht zu 100%
- pleuellager beschädigt und dadurch öldruckverlust

meine frage wäre folgende:

(1) tritt bei aufleuchten der öldruckwarnleuchte ölverlust auf (evtl. durch verbrennung) oder ist lediglich der förderdruck hoch zu den hydrostösseln zu gering, wodurch diese nicht zu 100% geschmiert werden?

(2) ist das fahrzeug trotz evtl. verschleißschäden noch fahrtauglich, wenn der motor läuft und das fahrzeug auch unter vollast "normal" fährt?

(3) wäre der schaden am öldruck zu reparieren oder kann man den warnton ausschalten.

euch vielen dank für die beantwortung meiner fragen.

besten gruß

8 Antworten

Zitat:

Original geschrieben von golf4_handicap


...... habe ich eine neue ölwanne montiert

danach testfahrt. anfangs ohne probleme, jedoch nach ca. 2km aufleuchten der öldruckanzeige und warnton.

Du hast beim montieren der Ölwanne nicht zu viel Dichtmittel aufgetragen? Dieses würde den Sieb der Ölpumpe verstopfen.

Wurde der Öldruck schon mal geprüft?

vielen dank Tomy,

ich habe nach vorgabe nur 2-3 mm dichtmittel aufgetragen und selbiges sogar 12 stunden stehen lassen, bevor neues öl eingefüllt wurde.

das sieb der ölpumpe habe ich bei einbau der ölwanne ausgebaut und gereinigt.

der öldruck wurde noch nicht gemessen. ist das ein schneller werkstattvorgang?

Hi,

nach deine Beschreibung würde ich sagen der Motor hat einen beginnenden Lagerschaden.

Solange das Öl noch kalt und zähflüssig ist wird noch genug Druck aufgebaut.

nach den 2km hat das Öl etwas temperatur wird dadurch dünnflüssiger und dann wird eben nicht mehr genug druck aufgebaut weil das Öl wahrscheinlich zu schnell an einer Lagerstellen rausläuft.

Gruß tobias

Zitat:

Original geschrieben von golf4_handicap


...
ich bin laienschrauber ...

Nicht nur -schrauber - auch -schreiber (oder deine Shift-Taste ist defekt ... 😉)

Hinweis: Wenn sich jemand Mühe beim Fragen macht, ist man sehr viel schneller bereit, sich auch Mühe bei der Antwort zu machen!

Zitat:

Original geschrieben von golf4_handicap


...
ich habe als potentielle ursachen bisher gelesen:

- ölpumpe arbeitet nicht zu 100%
- pleuellager beschädigt und dadurch öldruckverlust

Seh' ich genau so!

Zitat:

Original geschrieben von golf4_handicap


meine frage wäre folgende:

(1) tritt bei aufleuchten der öldruckwarnleuchte ölverlust auf (evtl. durch verbrennung) oder ist lediglich der förderdruck hoch zu den hydrostösseln zu gering, wodurch diese nicht zu 100% geschmiert werden?

(2) ist das fahrzeug trotz evtl. verschleißschäden noch fahrtauglich, wenn der motor läuft und das fahrzeug auch unter vollast "normal" fährt?

(3) wäre der schaden am öldruck zu reparieren oder kann man den warnton ausschalten.
...

zu 1: Zweites trifft zu. Übrigens werden nicht nur die Hydrostößel mit Öl versorgt (sind also auf einen gescheiten Öldruck angewiesen) sondern erst recht die Gleitlager des Motors (Kurbelwellenlager, Pleuellager, Nockenwellenlager)!

zu 2: So lange der Öldruck nicht passt, steht die Gefahr des baldigen finalen Exitus' im Raumn wenn du einfach weiterfährst. Daher ->

zu 3: Den Warnton ausschalten bringt nichts - außer kurzfristiger Ruhe. Ansonsten schließe ich mich Turbotobis Diagnose an. Die Ursache muss herausgefunden und repariert werden. Oder du baust dir direkt einen AT-Motor (lohnt sich evtl. nicht mehr) oder einen gebrauchten Motor (günstig aber mit Risiko) ein.

Schönen Gruß

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danke für eure rückmeldungen und sorry für die kleinschreibung - ist bei mir seit jahren so, auch beruflich und ist keine bequemlichkeit.

da ich bei der ersten probefahrt den motor im stand warmlassen laufen hatte, wollte ich heute bei einer zweiten probefahrt kalt beginnen.

diesmal ging die fahrt ca. 5 km ohne öldrucklampe und warnton - dann war die warnlampe wieder dauerhaft aktiv.

nach ca. 15 km probefahrt habe ich den ölstand wieder gemessen und keinerlei veränderung feststellen können.

das ölpumpensieb habe ich beim wechsel der ölwanne gereinigt, dort waren auch kleine metallspäne (von der form her kreisrund, in bruchstücken)

sollte die ölpumpe nicht schon beim starten einen fehler erzeugen, wenn sie einen defekt hat?

bringt eine öldruckmessung mehr licht ins dunkel?

ist es bei dieser motorvariante möglich, die pleuellager von unten bei eingebautem motor zu tauschen?

vielen dank für eure unterstützung.

grüße

Wenn du so noch weitere " Testfahrten " unternimmst, brauchst du sowieso nen anderen Motor.
Kaltes Öl ist nun mal zähflüssiger als warmes Öl. Bei den momentanen Außentemperaturen braucht es halt auch länger, um auf Temperatur zu kommen. Dann geht der Öldruck verloren. Das "Wo" wurde hier doch schon beschrieben.

Zitat:

Original geschrieben von golf4_handicap


...
sollte die ölpumpe nicht schon beim starten einen fehler erzeugen, wenn sie einen defekt hat?

Nein, denn wenn sie einfach nur verschlissen ist (defekt heißt ja nicht automatisch gar nicht mehr funktionierend!) kann sie bei kaltem, also zähem Öl durchaus noch einen genügenden Öldruck erzeugen - der bei sich erwärmenden Motor dann aber eben immer geringer wird!

Zitat:

Original geschrieben von golf4_handicap


bringt eine öldruckmessung mehr licht ins dunkel?

Der Druck wird ja normalerweise bei warmen Öl (> 80 °C!) gemessen. Ich würde zwar auch jedes unnötige Laufenlassen mit zu gering angezeigtem Öldruck vermeiden, aber bei so einer Messung würde zumindest klar, ob nicht der Öldruckschalter auch zufällig defekt ist oder durch irgend einen herumvaganbundierenden Span beeinträchtigt wird.

Übel wäre natürlich der Fall, wenn so ein Fremdkörper in der Zulaufleitung/-bohrung zum Schalter sitzen würde. Ich habe zwar davon noch nicht gehört, halte ihn aber für möglich.

Siehe auch

-> hier

und

-> hier

.

Zitat:

Original geschrieben von golf4_handicap


ist es bei dieser motorvariante möglich, die pleuellager von unten bei eingebautem motor zu tauschen?
...

Das weiß ich nicht, sollte aber eigentlich bei jedem normalen Motor möglich sein. Diese Auskunft sollte dir aber jede VW-Werkstatt verlässlich geben können.

Schönen Gruß

vielen dank euch allen für die umfangreichen antworten.

ich werde morgen mal eine öldruckmessung veranlassen und dann wohl motorreinigermit ins öl kippen, die kisten nochmal warmlaufen lassen und dann raus mit dem öl, ölwanne nochmal abnehmen und pumpe + ölfilter tauschen.

danach lasse ich euch wissen, ob die symptomatik noch immer besteht - dann muss ich wohl oder übel an die lager ran um das fahrzeug noch zu retten.

danke und grüße

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