Teil 1 Umbau der HA Bremse beim 2,7T mit Frontantrieb
Teil 1 Umbau der HA Bremse beim 2,7T Frontantrieb.
Wie der Titel schon sagt werde ich nach Monatelanger Vorbereitung und vielen Tests meine Bremsanlage an der Frontie HA umbauen - wird eine 269x20er Anlage mit 43mm Alusätteln.
Jetzt werden sich einige Fragen warum nur 269x20 mit 43er Sätteln. Die Lösung des Rätsels ist relativ einfach – mit einer noch größeren ( ich habe hier 330x22mm Scheiben mit Adaptern liegen ) überbremst der Wagen hinten gewaltig – das ABS greift viel zu früh ( für die VA Bremsleistung ) an der Hinterachse ein. Mit gezogener ABS Sicherung ist das Auto unfahrbar wenn es Nass ist. Ich habe einige Versuche auch mit 38er Alusätteln gemacht, die trotz gut 28% weniger Kraft die HA recht früh zum Blockieren brachte – man stelle sich vor, man muss bei über 200 kräftig bremsen und das ABS steigt aus irgendeinem dummen Grund aus – eine blockierende HA bei 200 – nein Danke und nur aus optischen Gründen eine 330er Scheibe hinten ? Da ich wegen der doch recht speziellen Verlegung der Handbremsseile beim Frontie bei diesen Tests tagelang ohne „Feststellbremse“ unterwegs war, sei nur am Rande erwähnt. Mit ABS war die Bremse echt überragend, aber leider nicht zur Gewichtsverteilung des Fronties passend.
Dann habe ich mit ein paar ollen 269er Scheiben ( aus dem C4 und den 38er sowie 43er Sätteln und Unterlegscheiben zwischen Bremssattelhalten und Radträger über eine Woche getestet. Die 38er Sättel sind ja gleich der Serie und einen Unterschied zu den 245er Scheiben konnte ich nicht richtig erkennen. Einen Vorteil hatte der Sattel aber schon mal – Blockieren der Hinterräder waren auch ohne ABS kaum zu provozieren. Also eine Nummer größer : 43er Sättel. Die Dinger bringen bei gleicher Pedalkraft gute 28% mehr Druck auf die Beläge und das merkt man auch. Auf nasser Straße ohne ABS blockieren die Hinterräder fast gleichzeitig mit der VA und auf trockener Bahn ergibt sich identisches Bild. Wenn man in einer Kurve voll in die Eisen geht, blockiert zwar das Kurveninnere Rad und der Arsch drängt ein bissel nach Außen, aber das ist gut kontrollierbar und kommt auch nicht überraschend. Mit ABS ergibt sich eine vollkommen ( für die Achslasten des Fronties ) gleichmäßige Bremskraftverteilung ohne ständigen Regelzwang des ABS wie beiden 330mm Scheiben. ESP und ABS funktionieren mit dieser Kombination wie mit den serienmäßigen Bremsanlagen vorher auch. Schnell bewegen kann man den Dicken eh nur mit ausgeschaltetem ESP 😉
Nach dem die in diesen Fahrversuchen ( auf öffentlichen Straßen und Parkplätzen zu extrem verkehrsarmen Zeiten - man möge es mir verzeihen ) wohl für den Frontkratzer richtige Scheiben/Sattel Kombination gefunden war, ging es nun mehr darum die Teile auch richtig sauber zu verbauen. Unterlegscheiben oder irgendwelche Adapter müssen nicht sein also müssen für den Frontie 269x20er Scheiben mit einer Gesamthöhe von 64mm her. Ein blödes Mass, aber sowas wurde ja schon mal von Audi verbaut - im C4 V8 an der Hinterachse TN 4A0615601B – Bingo. Die Sattelhalter vom gleichen Modell passen dann Plug&Play an die Hinterachse des Fronties und Scheibe sitzt ohne U-Scheiben und sonstiges Zeug was man nicht haben will, genau mittig.
Die 43er Lukas Alusättel passen auch – allerdings muss man den kurzen ( verpressten ) Bremsschlauch durch eine Stahlflex Sonderanfertigung ersetzen da die 43er Sättel einen um 45° versetzten und mit M12x1 statt M10x1 größeren Bremsleitungsanschluß haben.
Zum Deckblech – es gibt ja zahlreiche Tipps das Teil an der Hinterachse einfach wegzulassen um da auch eine bessere Luftzufuhr zu haben – so weit so gut, an einem sonnigen, trockenen Tag auf dem „Ring“ macht das ja noch Sinn, aber in der Praxis regnet es es ja auch mal und genau dann macht das Blechteil wieder Sinn. Bei meinen „Tests“ bin ohne dieses Blechle rumgefahren und immer noch fahre : bei Regen tut sich hinten beim Bremsen erst mal garnix und man glaubt es kaum, dass merkt man deutlich.
Zudem hält das Ding ja auch Schmutz und Streusalz von den Bremsteilen ab – ergo mußte da dann auch ein Deckblech an die 269er Bremsanlage. Da es im Hause VAG absolut nichts passendes gibt was ohne größeren Aufwand umgebohrt werden könnte, habe ich mich entschieden ein paar Deckbleche vom S6 mit den Frontie Blechen zu verschmelzen . Die einzelnen Schritte der Deckblech „Fusion“ seht ihr auf den Bildern unten ( WIG Schweißer könnten das auch ganz sauber verschweißen, aber so was steht mir leider nicht zur Verfügung )
Es fehlen noch die Stahlflex Leitungen die wohl Anfang nächster Woche beim mir eintrudeln werden und dann kommt es zum finalen, sauberen Einbau der Bremsanlage welchen ich dann auch noch mit einigen Fotos dokumentieren werde 😉
Ach ja - die Radnaben sind neue, nichts spezielles, nach fast 200.000km und wenn ich da hinten schon mal zu Gange bin, mach ich gleich alles neu.
Genug der Worte für heute – und eines Vorab : der fertige Umbau sieht fast so aus, als hätte der Dicke das Werk mit dieser Bremse verlassen.
Teil 2 folgt 😉
Beste Antwort im Thema
Teil 1 Umbau der HA Bremse beim 2,7T Frontantrieb.
Wie der Titel schon sagt werde ich nach Monatelanger Vorbereitung und vielen Tests meine Bremsanlage an der Frontie HA umbauen - wird eine 269x20er Anlage mit 43mm Alusätteln.
Jetzt werden sich einige Fragen warum nur 269x20 mit 43er Sätteln. Die Lösung des Rätsels ist relativ einfach – mit einer noch größeren ( ich habe hier 330x22mm Scheiben mit Adaptern liegen ) überbremst der Wagen hinten gewaltig – das ABS greift viel zu früh ( für die VA Bremsleistung ) an der Hinterachse ein. Mit gezogener ABS Sicherung ist das Auto unfahrbar wenn es Nass ist. Ich habe einige Versuche auch mit 38er Alusätteln gemacht, die trotz gut 28% weniger Kraft die HA recht früh zum Blockieren brachte – man stelle sich vor, man muss bei über 200 kräftig bremsen und das ABS steigt aus irgendeinem dummen Grund aus – eine blockierende HA bei 200 – nein Danke und nur aus optischen Gründen eine 330er Scheibe hinten ? Da ich wegen der doch recht speziellen Verlegung der Handbremsseile beim Frontie bei diesen Tests tagelang ohne „Feststellbremse“ unterwegs war, sei nur am Rande erwähnt. Mit ABS war die Bremse echt überragend, aber leider nicht zur Gewichtsverteilung des Fronties passend.
Dann habe ich mit ein paar ollen 269er Scheiben ( aus dem C4 und den 38er sowie 43er Sätteln und Unterlegscheiben zwischen Bremssattelhalten und Radträger über eine Woche getestet. Die 38er Sättel sind ja gleich der Serie und einen Unterschied zu den 245er Scheiben konnte ich nicht richtig erkennen. Einen Vorteil hatte der Sattel aber schon mal – Blockieren der Hinterräder waren auch ohne ABS kaum zu provozieren. Also eine Nummer größer : 43er Sättel. Die Dinger bringen bei gleicher Pedalkraft gute 28% mehr Druck auf die Beläge und das merkt man auch. Auf nasser Straße ohne ABS blockieren die Hinterräder fast gleichzeitig mit der VA und auf trockener Bahn ergibt sich identisches Bild. Wenn man in einer Kurve voll in die Eisen geht, blockiert zwar das Kurveninnere Rad und der Arsch drängt ein bissel nach Außen, aber das ist gut kontrollierbar und kommt auch nicht überraschend. Mit ABS ergibt sich eine vollkommen ( für die Achslasten des Fronties ) gleichmäßige Bremskraftverteilung ohne ständigen Regelzwang des ABS wie beiden 330mm Scheiben. ESP und ABS funktionieren mit dieser Kombination wie mit den serienmäßigen Bremsanlagen vorher auch. Schnell bewegen kann man den Dicken eh nur mit ausgeschaltetem ESP 😉
Nach dem die in diesen Fahrversuchen ( auf öffentlichen Straßen und Parkplätzen zu extrem verkehrsarmen Zeiten - man möge es mir verzeihen ) wohl für den Frontkratzer richtige Scheiben/Sattel Kombination gefunden war, ging es nun mehr darum die Teile auch richtig sauber zu verbauen. Unterlegscheiben oder irgendwelche Adapter müssen nicht sein also müssen für den Frontie 269x20er Scheiben mit einer Gesamthöhe von 64mm her. Ein blödes Mass, aber sowas wurde ja schon mal von Audi verbaut - im C4 V8 an der Hinterachse TN 4A0615601B – Bingo. Die Sattelhalter vom gleichen Modell passen dann Plug&Play an die Hinterachse des Fronties und Scheibe sitzt ohne U-Scheiben und sonstiges Zeug was man nicht haben will, genau mittig.
Die 43er Lukas Alusättel passen auch – allerdings muss man den kurzen ( verpressten ) Bremsschlauch durch eine Stahlflex Sonderanfertigung ersetzen da die 43er Sättel einen um 45° versetzten und mit M12x1 statt M10x1 größeren Bremsleitungsanschluß haben.
Zum Deckblech – es gibt ja zahlreiche Tipps das Teil an der Hinterachse einfach wegzulassen um da auch eine bessere Luftzufuhr zu haben – so weit so gut, an einem sonnigen, trockenen Tag auf dem „Ring“ macht das ja noch Sinn, aber in der Praxis regnet es es ja auch mal und genau dann macht das Blechteil wieder Sinn. Bei meinen „Tests“ bin ohne dieses Blechle rumgefahren und immer noch fahre : bei Regen tut sich hinten beim Bremsen erst mal garnix und man glaubt es kaum, dass merkt man deutlich.
Zudem hält das Ding ja auch Schmutz und Streusalz von den Bremsteilen ab – ergo mußte da dann auch ein Deckblech an die 269er Bremsanlage. Da es im Hause VAG absolut nichts passendes gibt was ohne größeren Aufwand umgebohrt werden könnte, habe ich mich entschieden ein paar Deckbleche vom S6 mit den Frontie Blechen zu verschmelzen . Die einzelnen Schritte der Deckblech „Fusion“ seht ihr auf den Bildern unten ( WIG Schweißer könnten das auch ganz sauber verschweißen, aber so was steht mir leider nicht zur Verfügung )
Es fehlen noch die Stahlflex Leitungen die wohl Anfang nächster Woche beim mir eintrudeln werden und dann kommt es zum finalen, sauberen Einbau der Bremsanlage welchen ich dann auch noch mit einigen Fotos dokumentieren werde 😉
Ach ja - die Radnaben sind neue, nichts spezielles, nach fast 200.000km und wenn ich da hinten schon mal zu Gange bin, mach ich gleich alles neu.
Genug der Worte für heute – und eines Vorab : der fertige Umbau sieht fast so aus, als hätte der Dicke das Werk mit dieser Bremse verlassen.
Teil 2 folgt 😉
34 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von A6-4,2-V8
So habe mal deine Variante im Sammelwerk vermerkt ;-)
🙂 ist ja "fast" eine Plug&Play Bremse.
Ich habe jetzt gut 600km runter mit den Bremsen und man kann sagen sie sind gut eingefahren.
Gestern "durfte" ich auf der AB von 220-230 auf gut 100 runterbremsen weil wieder mal einer ohne Rückspiegel unterwegs war. Bislang war mir diese Erfahrung nur mit den Werksbremsen gegönnt und da hatte man immer ein bissel Panik ob das "mal gut geht". Mit der Kombination 345/4K und 269/43mm hat der Dicke jetzt eine richtig gute Bremse. Ich war erstaunt wie locker die gut 130km/h Überschuss abgebaut wurden - vor allem haut sie richtig rein wenn sie auf Temperatur kommt. Vorher war das genau anders herum - heiße Bremse = schlecht. Zudem ist die Festsattel Bremse an der VA trotz der gelochten Scheiben deutlich leiser als mit der HP2, die immer ein "Rauschen oder Surren" beim kräftigen Bremsen erzeugte. Schön ist auch das sich das Bremsnicken oder auch Eintauchen sehr deutlich reduziert hat. Ich kann diese Kombination auf dem Frontie nur empfehlen - sicher geht es noch größer hinten, dann sollte aber an VA die 365 oder 380mm Varianten einbauen oder den 38mm hinten Sattel verwenden.
Moin,
bei Deiner "Wahl" ergibt sich die gleiche Momentverteilung wie bei der 330x22mm Scheibe + 38mm Sattel.
Das Problem sehe ich jedoch in der fehlenden Referenz für 345mm + 269mm. Momentan ist mir kein Fahrzeug bekannt, wo so eine Kombination verwendet wird.
Durch Deine Tests hat sich meine Momentverteilung für die Fronttrielber bestätigt, beim Golf liegt die Verteilung bei 276x25mm + 279x10,5mm zwischen 76% bis 78% (ohne ABS - mit fest eigestelltem Relger), beim A6 Fronttriebler sind es ca. 75/25%.
MfG
Zitat:
Original geschrieben von Pink-Power
Moin,bei Deiner "Wahl" ergibt sich die gleiche Momentverteilung wie bei der 330x22mm Scheibe + 38mm Sattel.
Das Problem sehe ich jedoch in der fehlenden Referenz für 345mm + 269mm. Momentan ist mir kein Fahrzeug bekannt, wo so eine Kombination verwendet wird.
Durch Deine Tests hat sich meine Momentverteilung für die Fronttrielber bestätigt, beim Golf liegt die Verteilung bei 276x25mm + 279x10,5mm zwischen 76% bis 78% (ohne ABS - mit fest eigestelltem Relger), beim A6 Fronttriebler sind es ca. 75/25%.
MfG
Hi,
das mit der Momentverteilung habe ich mir auf Grund der Bremswirkung schon fast gedacht. So wie die Bremse jetzt ist, fühlt man sich echt wohl wenn mal wirklich mehr Geschwindigkeit abgebaut werden muss.
Das ESP und ABS arbeitet absolut normal auf schlüpfriger/nasser Straße und auf trockener Bahn muss man schon einen Blick auf die Hintermänner werfen bevor man den Anker wirft. Genau das habe ich bei dem Wagen vorher vermisst.
Das es die Bremse so in Serie wohl nicht gibt, ist wirklich ein Problem obwohl Ultimot diese Kombination auch für den S6 hat - also vorne 345 Nachgerüstet und hinten 269 Serie.
Ich hatte bislang keine Zeit mal beim TÜV anzufragen, sehe da aber auch schon schwarz, wenn keine Berechnung vorliegt 😉
Ich meine im S8 D2 wurde an der VA eine 345mm mit Brembo 4k Sattel und an der HA waren 269 oder 280mm verbaut. Das wäre die einzigste Vergleichmöglichkeit aus dem HAuse AUdi