Sammelthread: Rund um den VW Abgasskandal
VW Skandal - woran erkenne ich - ob mein Wagen betroffen ist? Sollte man etwas unternehmen?
Beste Antwort im Thema
Leute macht euch doch nicht so verrückt und andere gleich mit!
Meinst du bei anderen Marken wird nicht irgendwas verändert ( manipuliert) um auf gute Werte zukommen?
Was willst du unternehmen? Auto verkaufen? VW verklagen?
Fährt dein Auto seit dem du die Nachricht bekommen hast schlechter als sonst?
Ist dein VW aus den USA, oder weißt du ganz sicher das deins auch betroffen ist?
Das einzige was man tun kann, ist erstmal in ruhe abzuwarten und zusehen was noch passiert.
In der Zwischenzeit fährt dein Golf wie all die Jahre, dich auch noch überall hin 🙂
18869 Antworten
Porsche-Abgasaffäre: "Kunden bewusst hinters Licht geführt"
"Nach der SPIEGEL-Enthüllung zu drastisch erhöhten Stickoxid-Werten eines Porsche Cayenne fordern Verbraucherschützer und Umweltverbände Konsequenzen. Befeuert wird auch die Debatte über Diesel-Fahrverbote.
Ausgerechnet Stuttgart ist das Epizentrum des Umweltskandals um Stickoxid-Konzentrationen in deutschen Städten. Nirgends sind die Werte des gesundheitsgefährdenden Abgases höher, nirgends werden die Grenzwerte, auch beim Feinstaub, an so vielen Tagen des Jahres gerissen wie am Neckartor, dem Herzen der baden-württembergischen Landeshauptstadt.
Schon Anfang nächsten Jahres könnten hier Fahrverbote für Diesel kommen. Deshalb entbehren die Enthüllungen über zu hohe Abgaswerte eines Porsche Cayenne nicht einer gewissen Ironie: Die Ingenieure aus Stuttgart-Zuffenhausen können die Wirkung ihrer Tricks mit Abschalteinrichtungen vor der eigenen Haustür beobachten. Und die Mitarbeiter, die in Stuttgart wohnen, sind gesundheitlich direkt betroffen.
Seit den SPIEGEL-Enthüllungen ist klar, dass der Abgasskandal längst nicht vorbei ist - erst recht nicht für Porsche: Der TÜV Nord stellte bei einem Labortest eines Cayenne deutlich erhöhte Stickoxidwerte fest. Experten zufolge sind die Diesel-Modelle dieses Geländewagens mit einer Abschalteinrichtung ausgestattet, die offensichtlich dafür sorgt, dass der Geländewagen im Straßenverkehr weit mehr giftige Abgase ausstößt als zulässig (lesen Sie die ganze Geschichte hier bei SPIEGEL Plus).
Ein Porsche-Sprecher erklärte in einer ersten Reaktion, der beim TÜV Nord vorgenommene Test sei "für Porsche nicht plausibel nachvollziehbar", der Cayenne V6 TDI beinhalte "gemäß unseren vorliegenden Informationen keine unzulässigen Abschalt- oder Umschalteinrichtungen".
"Plausible Erklärung für hohe Stickoxid-Konzentrationen"
Bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hat der SPIEGEL-Bericht aufhorchen lassen: "Was dort beschrieben wird, ergibt eine weitere, sehr plausible Erklärung für die hohen Stickoxid-Konzentrationen in Stuttgart und anderswo", sagt Geschäftsführer Jürgen Resch.
Der Porsche Cayenne besitzt laut Experten einen als vermeintliches Aufwärmprogramm getarnten Modus, in dem er bei Typzulassungstests die geforderten Grenzwerte einhält. Doch wie Fahrtests zeigten, habe dieses Programm nichts mit dem Aufwärmen des Getriebes oder des Motors zu tun.
"Hier wird deutlich, dass der Wagen, sobald er auf der Straße fährt, das im Test verwendete Schaltprogramm verlässt und dann hohe Schadstoff-Emissionen produziert", analysiert Resch, dessen Organisation mit einer Klage die Diskussion um Fahrverbote in Stuttgart erst in Gang gebracht hatte. Das Verkehrsministerium müsse jetzt schnell eigene Untersuchungen einleiten.
Der Präsident des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Klaus Müller, sieht jetzt Konzern und Regierung in der Verantwortung: "Auch fast zwei Jahre nach Beginn der Abgasaffäre werden Kunden offenbar weiter bewusst hinters Licht geführt", sagte der oberste Verbraucherschützer des Landes dem SPIEGEL: "Mit Porsche ist nun das dritte Mitglied der Volkswagen-Markenfamilie von dem Skandal betroffen."
Müller geht hart mit dem Volkswagen-Konzern und dessen Vorstandschef Matthias Müller ins Gericht: "Offenbar hält der Volkswagen-Konzern es nicht für nötig, sein Verhalten grundlegend zu ändern, sondern macht in aller Ruhe weiter und spielt auf Zeit", sagte der Verbraucherschützer.
Sein Verband setzt sich seit Ausbruch der Diesel-Affäre im Jahre 2015 dafür ein, dass Kunden mit Autos, deren Abgassysteme nachweislich manipuliert worden sind, eine Entschädigung bekommen. "Zum Jahresende werden viele VW-Kunden ihre aus dem Abgasskandal resultierenden Ansprüche durch Verjährung verlieren. Es sei denn, sie erheben bis dahin Klage", erinnert Müller und fordert den VW-Konzern auf, diese Frist zu verlängern.
"Handlanger der Autobosse"
Auch aus der Politik flammt die Kritik am Verhalten von Behörden und Autokonzernen wieder auf. "Auch wenn CDU/CSU und SPD es gerne so hätten: Der Abgasskandal ist noch lange nicht beendet", sagte der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir dem SPIEGEL: "Das organisierte Staatsversagen geht in die nächste Runde."
Özdemir kritisiert deshalb vor allem Verkehrsminister Dobrindt, der nach seiner Ansicht die Hauptverantwortung dafür trage, dass "eine Reinwaschung" der Autokonzerne durch die von Dobrindt eingesetzte Untersuchungskommission Volkswagen erfolgt sei. "Eine funktionierende Überwachung von Herstellern durch die zuständigen Behörden war nie gewollt und hat nicht stattgefunden", sagte Özdemir. Die neuen Enthüllungen seien deshalb nicht weiter überraschend. Sein Fazit lautet: "CDU/CSU und SPD bleiben Handlager der Autobosse und der Verbraucher der Dumme."
Der Vize-Obmann des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Diesel-Affäre im Deutschen Bundestag, Oliver Krischer, erinnert an die im ganzen Bundesgebiet drohenden Fahrverbote für Diesel-Autos. "Durch das Wegschauen von CDU/CSU und SPD manövriert sich die deutsche Autoindustrie immer weiter in eine Sackgasse", sagte der Grüne dem SPIEGEL.
Krischer spielt dabei auf die bereits jetzt deutlich sinkenden Verkäufe von Diesel-Fahrzeugen und die bröckelnden Wiederverkaufswerte von Selbstzündern an. Besonders in der Region Stuttgart hat die Beliebtheit des Diesel schwer gelitten. Die baden-württembergische Landesregierung ist deshalb vergangenen Monat mit einer Initiative vorgeprescht, Diesel-Fahrzeuge der Euronorm 5 umzurüsten, damit sie auch weiterhin in die Innenstädte fahren dürfen und nicht unter das Fahrverbot fallen.
Deshalb sei der Fund bei einem Porsche mit der modernsten Euronorm 6 besonders alarmierend, so Krischer. Es ist nämlich zweifelhaft, ob eine Umrüstaktion für die älteren Dieselmodelle der Euronorm 5 überhaupt ausreichend ist, um das Stickoxid- und Feinstaubproblem in den Metropolen zu lösen."
Besonders am letzten Absatz erkennt man, wie stark der Ruf des Diesels per se beschädigt wird, denn in der Öffentlichkeit wird nicht genügend zwischen nachhaltiger und vorgetäuschter NOx-Reinigung differenziert.
Diese Erkenntnis ist bei VW allerdings noch nicht eingezogen. Auch in der Politik nicht, die ja selbst haushoch beim dem Thema in der Grütze sitzt. Aktuell ist man noch auf dem Trip die Kunden einfach zu vergewaltigen. Dies klappt ja auch bisher sehr gut, mit extremer Hilfe des Politik. Mich wundert es fast, dass der kritische ZDF Bericht überhaupt zugelassen wurde. Da sind ja keine wirklich neue Dinge drin, nur halt die Sichtweise dass die gesamte Vorgehensweise genügend Sprengstoff für einen "Staats-Skandal" bietet.
Staatsskandal - dass ich nicht lache. Wo bleibt denn der Aufschrei? Nicht mal Politiker aus der Opposition machen (hörbar) Wind. Keine Sau interessiert sich für die Interessen der Betrugsopfer - dabei wäre das doch ein tolles Thema für die anstehende Wahl.
Ganz im Gegenteil, wir werden noch weiter gef****, indem unsere Fahrzeuge nun auch noch aus einigen Städten verbannt werden. Toll, kurbelt die Wirtschaft weiter an und wenn alles gut läuft, sprudeln die Boni in Wolfsburg noch ergiebiger.
Diese ganze Gesichte lässt VW ganz locker hinter sich, die Zeche zahlen die deutschen Kunden.
Zitat:
Nicht mal Politiker aus der Opposition machen (hörbar) Wind.
Auch VW Mitarbeiter sind Wähler! Und davon gibt es mit der Zulieferbranche und den Werkstätten nicht zu knapp! Da hält man auch mal als Grüner die Schnauze!
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Leider ist VW Systemrelevant. Wenn die husten, sind die Zulieferer etc. schon fast am kotzen. Da hängt sehr viel dran. Deshalb das Schweigen im Walde.
Richtig ist das trotzdem nicht.
Das Problem mit der Umrüstung liegt eigentlich auf der Hand, die Leute behalten ihren "alten" Euro 5 und warten auf die Umrüstung bzw bezahlen diese dann, um auf Euro 6 zukommen!
ABER dann kauft ja kein Kunde, der einen Eu5 hat ein neues (gebrauchtes) Auto mit Eu6 und Schwupps schon wieder kein Gewinn...
Fazit: Bestimmt geht eine Umrüstung, aber warten wir mal ab was die Konzerne dazu sagen 😉
Eben die VOX Auto Sendung abgeguckt. Dort haben sie den Umrüstsatz von Twintec mit einem baugleichen Serienmodell (Passat B7 Euro 5) miteinander unter realen Fahrbedingungen verglichen.
Der Twintec stieß nur 49mg/km aus bei einem leichten Mehrverbrauch von 0,2 Litern/100km. Das liegt weit unter der Norm bei Euro 6 von 80mg/km auf dem Prüfstand. 168mg/km real erlaubt. Beim Serienmodell waren es hingegend 431mg/km. Das ist beachtlich. Wenn der Gesetzgeber grünes Licht für dieses System gibt, dann könnte es bei entsprechender Stückzahl unter 1000€ zu haben sein. Zuzüglich Einbau (denke ich mal).
Nach dem eklatanten Industrie - u. Staatsversagen, sollte eigentlich klar sein, wer die Zeche zu zahlen hat. Ich habe die Musik nicht bestellt..
Zitat:
@Alf3366 schrieb am 11. Juni 2017 um 18:17:45 Uhr:
Staatsskandal - dass ich nicht lache. Wo bleibt denn der Aufschrei? Nicht mal Politiker aus der Opposition machen (hörbar) Wind. Keine Sau interessiert sich für die Interessen der Betrugsopfer - dabei wäre das doch ein tolles Thema für die anstehende Wahl.
Ganz im Gegenteil, wir werden noch weiter gef****, indem unsere Fahrzeuge nun auch noch aus einigen Städten verbannt werden. Toll, kurbelt die Wirtschaft weiter an und wenn alles gut läuft, sprudeln die Boni in Wolfsburg noch ergiebiger.Diese ganze Gesichte lässt VW ganz locker hinter sich, die Zeche zahlen die deutschen Kunden.
Mit seinem Verhalten schädigt VW nicht nur die eigenen Kunden, sondern alle Dieselfahrer.
Zitat:
@QuirinusNE schrieb am 11. Juni 2017 um 23:16:07 Uhr:
Eben die VOX Auto Sendung abgeguckt. Dort haben sie den Umrüstsatz von Twintec mit einem baugleichen Serienmodell (Passat B7 Euro 5) miteinander unter realen Fahrbedingungen verglichen.
Der Twintec stieß nur 49mg/km aus bei einem leichten Mehrverbrauch von 0,2 Litern/100km. Das liegt weit unter der Norm bei Euro 6 von 80mg/km auf dem Prüfstand. 168mg/km real erlaubt. Beim Serienmodell waren es hingegend 431mg/km. Das ist beachtlich. Wenn der Gesetzgeber grünes Licht für dieses System gibt, dann könnte es bei entsprechender Stückzahl unter 1000€ zu haben sein. Zuzüglich Einbau (denke ich mal).
Nach dem eklatanten Industrie - u. Staatsversagen, sollte eigentlich klar sein, wer die Zeche zu zahlen hat. Ich habe die Musik nicht bestellt..
Da werden sehr gute Werte realisiert in der realen Fahrpraxis. Die Zeche wird womöglich zu Dritt beglichen. Hersteller, Staat, Käufer. Warten wir es ab. Ich traue den Behörden auch weiteren geistigen Dauerschlaf zu.
Der TwinTec-Hersteller soll sich um schnellstmögliche Genehmigung durch das KBA (...) kümmern, daß über diesen Bausatz eine Umschlüsselung von EURO 5 auf EURO 6 erfolgt.
Bisher handelt es sich um eine vorsätzlich kollusive Aktion des VW-Konzerns und der Politik zu Lasten der Kunden/Staatsbürger.
Bei einer nicht mehr vorsätzlich gegenläufig reagierenden Politik sollten parallel die Bedingungen "Blaue Plakette" erfolgen.
Klar muß für den Kunden sein, derart umgerüstete Fahrzeuge unterliegen ihr Fahrzeug"leben" lang keinen Fahrverboten. Sonst haben wir alsbald das erneute Theater mit "nur noch für Elektro-Autos".
Dann verkauft sich das System von selbst bzw. TwinTec kommt mit der Massenproduktion nicht mehr hinterher.
1.500,00-2.000,00 € inkl. Einbau und Umschlüsselung sind Peanuts im Vergleich zum Restwert und vor allem der Restnutzungsdauer der betroffenen Fahrzeuge.
Weiterhin handelt es sich um den Betrag, der hier gezahlt werden wird, um danach nie wieder ein Fahrzeug aus dem VW-Konzern zu erwerben, zu fahren bzw. auch nur mental in Erwägung zu ziehen.
Soviel ist uns hier der "subjektive Tod des VW-Konzerns" absolut wert.
Zitat:
6. Der Kläger schuldet der Beklagten für die Nutzung des mangelhaften Pkw ŠKODA Octavia Combi keinen Wertersatz.
Nach dem unbestrittenen Vortrag des Klägers handelte es sich bei dem Erwerb des streitgegenständlichen Fahrzeugs um einen Verbrauchsgüterkauf nach § 474 I BGB. Nach Art. 229 § 32 I EGBGB gilt für den im Jahr 2010 geschlossenen Kaufvertrag die Vorschrift des § 474 BGB in ihrer bis zum 12.06.2014 geltenden Fassung. Bei richtlinienkonformer Auslegung dieser Vorschrift ist § 439 IV BGB – auf den § 474 II BGB a.F. verweist – dahin gehend anzuwenden, dass bei einer Ersatzlieferung i. S. des § 439 I Fall 2 BGB ein Anspruch des Verkäufers auf Wertersatz für Nutzungen gegenüber dem Käufer nicht besteht (BGH, Urt. v. 26.11.2008 – VIII ZR 200/05, NJW 2009, 427 Rn. 13 ff.; LG Regensburg, Urt. v. 04.01.2017 – 7 O 967/16, juris).
@P990i:
Und was meinst Du dazu?
Gilt das nur bei Ersatzlieferung oder auch bei Rücktritt mit Kaufpreiserstattung?
Zitat:
@P990i schrieb am 12. Juni 2017 um 07:10:14 Uhr:
Der TwinTec-Hersteller soll sich um schnellstmögliche Genehmigung durch das KBA (...) kümmern, daß über diesen Bausatz eine Umschlüsselung von EURO 5 auf EURO 6 erfolgt.(...)
Dann verkauft sich das System von selbst bzw. TwinTec kommt mit der Massenproduktion nicht mehr hinterher. 1.500,00-2.000,00 € inkl. Einbau und Umschlüsselung sind Peanuts im Vergleich zum Restwert und vor allem der Restnutzungsdauer der betroffenen Fahrzeuge.
(...)
Sehr guter Beitrag, dafür ausdrücklich "Danke". 🙂
In dem gestern verlinkten Beitrag über Twintec-Testfahrten der ams stand unter anderem auch dieser Satz:
"Sollte sich ein Hersteller jedoch entschließen, das System zusammen mit Twintec für bestimmte Modelle anzubieten, könnten wesentlich günstigere Komponentenpreise veranschlagt werden."
Kann also sein, dass die Kosten noch sinken. Aber ich stimme dir darin zu, dass selbst bei 1k5 oder 2k € die Aufrüstung lohnt.
Es müsste halt möglichst schnell auf den Weg gebracht werden, aber leider ist ja jetzt Wahlkampf und unsere Volksvertreter sind primär mit sich selbst beschäftigt.
"Dieselgate: Welcher Klageweg verspricht Erfolg?"
Anbei der Link zur Sendung ZDF WISO heute (12.06.) ab 19:25 Uhr:
https://www.zdf.de/verbraucher/wiso/wiso-vom-12-juni-2017-100.html
Mir geht grad eine Frage durch den Kopf:
Wie es momentan ausieht soll das Zulassungsprozedere EU-weit geändert werden. Bei Abgasbetrug soll pro verkauftem Fahrzeug eine Geldstrafe bis zu 30.000 € drohen.
Wäre diese Strafe auch auf Fahrzeuge zu verhängen, die vor Inkrafttreten dieser neuen Bestimmungen mit unzureichend funktionierender Abgasreinigung unterwegs sind (ich meine damit nicht speziell die Fahrzeuge vom Konzern)? Quasi rückwirkend?