Radbolzen lose
Hi,
kann es sein, dass sich die Radbolzen von allein lösen???
Vor kurzem habe ich starkes Lenkradflackern festgestellt und dann zum Glück!!! mal die Radbolzen geprüft... Vorn waren alle nicht richtig fest! Ein Bolzen war schon mit der Hand zu drehen.
Ich habe schon an Sabotage gedacht, allerdings war der Schmutzdeckel auf der Diebstahlsicherung noch drauf.
Hat einer eine Erklärung warum sich Radbolzen von allein lösen????
Ich habe die Räder selbst montiert, die Bolzen mit einem Qualitätsdrehmomentschlüssel angezogen (aber nur einmal..;-) ) , die Bolzen habe ich nicht geölt oder gefettet.
Vorher wurden die selben Räder vom freundlichen montiert, aber viel zu fest. Habe die Bolzen nur mit einer Verlängerung und Beinkraft lösen können.
Kann es sein, dass da schon etwas beschädigt wurde?
31 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von Gölfellchen
Deshalb ziehe ich nach 100km und nach 200km noch mal nach, sicher ist sicher!
Ich kann es kaum glauben!
Natürlich wußte ich, dass man die Räder noch mal nachziehen sollte, steht ja auf jeder Rechnung vom Reifenhändler, hab´s aber nicht mehr gemacht, weil die Schrauben immer fest waren.
Naja, nun werd ich mal besser wieder machen.
Ich habe hier gelesen, dass die Schrauben bis zu 130NM festgezogen werden? 100NM steht doch nur im Handbuch oder?
Hi,
also das nachziehen würde ich auf jedenfall ernst nehmen! Selbst wenn das Rad nicht gleich abfällt, aber wenn es sich lockert und sich was freischlägt oder die Schrauben abreissen hat man bloß wieder unnötige Kosten.
Wegen dem Drehmoment, ich zieh immer mit 120NM fest. Ich kannte die Regel bisher so, 110NM für Alu- und 120NM für Stahlfelgen. Mache es aber trotzdem mit 120NM.
ich habe vor 2 wochen,von nem VW Bora beide querlenker erneuert...die räder dann mit 120 NM festgezogen,und 2x kontrolliert...
heute kam er wegen geräusche vorne links....
ab auf die hebebühne und geschaut...
es waren vom linken rad alle 5 schrauben locker..😰
das passiert mir nicht mehr.....nach 30 km werde ich die schrauben nachziehen....
Also ich kontrolliere immer nochmal. Wobei das zwischen 20 und 200 km passiert, je nach Möglichkeiten.
Wichtig ist auch das Reinigen der Anlageflächen (nicht fetten) und evtl. der Bolzen. Im Neuzustand haben die Bolzen auch meist einen dünnen Wachs- oder Ölüberzug. Das Problem ist, wenn die Schrauben richtig dreckig sind dann ist die Reibung im Gewinde höher und du bekommst die erforderliche Vorspannung nicht zustande. Das Drehmoment wird dann eher erreicht.
Falls mit Drehmomentschlüssel gearbeitet wird, was ich mal voraussetze, sollte man den auch langsam und gleichmäßig festschrauben und nicht ruckartig immer Stückweise.
Problem ist hier dass durch das Losbrechmoment (also das losreißen, bis sich die Schraube weiter bewegt) der Schlüssel zu früh auslöst.
Jan
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Habe am Mo meine neuen 19" probeweise montiert und danach wieder die Winterreifen drauf. Danach noch ein wenig durch die Stadt. Am nächsten Tag nach 10km Autobahn hör ich ein Schlagen von vorne links. Rastplatz und siehe da, alle Radschrauben locker. Seitdem wird kleinlichst kontrolliert!
Gruß
110Nm-130Nm, einfach auf 120Nm einstellen.
Ich kenne eh keinen privat bezahlbaren Momentenschlüssel, der genauer als +/-10% arbeitet, falls mal jemand nachmessen möchte... 😉
Viele Grüße, Timo
also wenn ich hier so lese wie leichtsinnig mit diesem Thema umgegangen wird, dann bin ich froh das nicht mehr passiert!
Ob die Schraube mit 110 oder 130 Nm angezogen wird ist ein sehr großer Unterschied!!!
Und bitte Leute eine Schraube ist nicht ein Bolzen mit Mutter oder so!
Nehmt mir das bitte nicht Übel das ich hier son bischen auf die Kacke haue aber Verbindungselemente für die Automobilbauer ist mein Job!
bzgl. des Hauptthemas: Eine Radschraube unterliegt axialen sowie vertikalen Kräften und wird auf Abscherung belastet. Wenn durch das Anziehdrehmoment nicht die benötigte Vorspannkraft aufgebracht wird, kann die Schraube sich setzen. Für einen Verlust der Vorspannkraft der Verbindung reicht ein Setzen der Gewindeflanken zueinander, d.h. der Gewindeflanken der Schraube zur Radnabe. Zusätzlich kann (wie bereits erwähnt) ein setzen der Felge auf der Radnabe eintreten.
Ich hoffe ich habe jetzt genug Verwirrung gestiftet 😉
Also immer schön nach Vorschrift die Radschrauben anziehen.
Allzeit gute Fahrt
Zitat:
Original geschrieben von MoKa
110Nm-130Nm, einfach auf 120Nm einstellen.
Ich kenne eh keinen privat bezahlbaren Momentenschlüssel, der genauer als +/-10% arbeitet, falls mal jemand nachmessen möchte... 😉
Viele Grüße, Timo
Der einzig bezahlbare ist der Rasol von Gedore (100euro)
Aber genauer geht der auch nicht wie 10 %
Aber am besten ist die Genauigkeit der Drehmomentschlüssel ausm Baumarkt oder ATU.... bei 35Nm eingestellt waren es dann 47Nm gemessen und bei 56Nm ganze 67Nm!!!
Bei 112 waren es dann 120Nm ...also für ne Alufelge reichts so eben...
Zitat:
Original geschrieben von monsoon72
[...]
bzgl. des Hauptthemas: Eine Radschraube unterliegt axialen sowie vertikalen Kräften und wird auf Abscherung belastet. [...]
Ich habe mal gelernt, dass Schrauben nicht auf Scherung beansprucht werden. Das geht eh' nur bei Passungen. Idealerweise möglichst viel Zugkraft und etwas Biegung...oder?
Jan
Edit: mein Drehmomentschlössel lag bei knapp 100€. Mit Prüfprotokoll, das war Bedingung. Hab's aber noch nicht geprüft 🙂
Zitat:
Original geschrieben von monsoon72
Ob die Schraube mit 110 oder 130 Nm angezogen wird ist ein sehr großer Unterschied!!
Nein, isses nicht. 🙄
Das sind selbst von 120Nm ausgehend nicht mal die eben erwähnten und von dir bestätigten +/-10%, die im übrigen ja bei JEDEM Messgerät vom Skalenmaximalwert zu sehen sind!
Und jetzt sag bitte nicht, dass man keinen Schlüssel unter 100.- verwenden darf...
Also gerade wenn das dein Job ist, hätte ich etwas mehr Praxisnähe erwartet. Oder der Job ist am Universitätsinstitut, dann verzeihe ich dir... 😉
Viele Grüße, Timo
PS @Jan: Hast Recht, Schrauben belastet kein Mensch auf Scherung. Darum gibt es ja einen Zentrierring an der Radaufnahme und Zentrierungen an Schrauben/Muttern. Das Schraubengewinde soll die Wand der Bohrung gar nirgends berühren.
Es gibt sog. Passschrauben, die können auf Scherung belastet werden, die haben an der Stelle wo die Scherung vorliegt aber kein Gewinde dafür aber eine hohe Oberflächengüte.
Ich denke die Diskussion 110 oder 120Nm ist relativ praxisfremd. Bei neuen Teilen mag das ja gehen, aber bei Schrauben die mehrfach verwendet werden, da ändert sich der Reibwert des Gewindes, dazu kommt Rost, Dreck, Öl, Fett...alles mögliche halt. Und das nicht nur im Gewinde sondern auch an den Anlageflächen der Schrauben.
Kleines Beispiel aus der Praxis:
Die Fertigung setzt 4-fach Schrauber ein und die waren (weils am Band ja schnell gehen muss) auf relativ hohe Drehzahl und das korrekte Moment eingestellt. Nach einigen Ausfällen wegen gebrochener Schrauben wurde nachgeprüft und bei fast allen viel zuviel Anzugsmoment festgestellt.
Grund war die Erwärmung der Schraube bei hoher Arbeitsgeschwindigkeit 🙂
jan
Zitat:
Original geschrieben von jpbiker
Grund war die Erwärmung der Schraube bei hoher Arbeitsgeschwindigkeit 🙂
Und beim Abkühlen zog sich die Geschichte zusammen... GEIL, da hätte ich auch nicht d'rangedach't (Gruß an AMGaida). 😉
Timo
Zitat:
Original geschrieben von MoKa
Nein, isses nicht. 🙄
Das sind von 120Nm ausgehend nicht mal die eben erwähnten und von dir bestätigten +/-10%, die im übrigen ja bei JEDEM Messgerät vom Skalenmaximalwert zu sehen sind!
Und jetzt sag bitte nicht, dass man keinen Schlüssel unter 100.- verwenden darf...
Also gerade wenn das dein Job ist, hätte ich etwas mehr Praxisnähe erwartet. Oder der Job ist am Universitätsinstitut, dann verzeihe ich dir... 😉
Viele Grüße, Timo
Ne so viel Klugscheißen will ich nicht 😉 Möchte hier niemanden belehren.
Ich selbst benutze einen ganz einfachen Drehmomentschlüssel der keine 100euro gekostet hat. Ich habe diesen mal überprüft und mich selber gewundert wie ungenau diese sind. Der Schlüssel hat einen ausgewiesenen Meßbereich von 28-200Nm. Festgestellt hab ich das das Ding ab 100 Nm relativ genau geht. Also es reicht um die 5 Schrauben gleichmäßig festzuziehen.
Der sehr große Unterschied war auf die Vorspannkraft bezogen. Vielleicht hätte ich das sehr auch weglassen sollen. 😉
Aber ich würde eher 130Nm einstellen wie 110 .
Zitat:
Original geschrieben von monsoon72
[...]
Festgestellt hab ich das das Ding ab 100 Nm relativ genau geht. [...]
Da bewahrheitet sich die Grundregel, möglichst im oberen Drittel der Skale zu messen 🙂
Jan