Mit dem Model S90D von Hamburg nach München
Da ich seit Juni diesen Jahres bereits mehrmals von München nach Hamburg und zurück gefahren bin, möchte ich einmal kurz schildern, wie so eine Fahrt im Tesla Model S 90D ungefähr ablaufen kann, in diesem Fall meine letzte Fahrt von Hamburg nach München. Start in Moorfleet im Südosten der Hansestadt mit voll geladenem Akku und 504 km angezeigter Reichweite. Da ich Staus hasse, fahre ich normalerweise eine „Geheimstrecke“, die zwar 15 km länger aber normalerweise wenig befahren ist. Sie führt über die A7 bis Seesen, dann über die als Autobahn ausgebaute B243 bis nach Nordhausen, dann über die A 38 bis Sangershausen, über die A71 nach Suhl, über die A73 nach Erlangen und schlussendlich über die A9 nach München. Die B243 hat einen nicht ausgebauten 20 km langen Teil, der einen etwas aufhält sowie eine Ortsdurchfahrt in Herzberg am Harz, die aber kaum Zeit kostet. Als Supercharger gibt es Bisbingen bei Hamburg (brauche ich nicht), Rhüden am Harz, Sangershausen, Suhl, Hilpoltstein und Schweitenkirchen (brauche ich auch nicht) kurz vor München, also mehr als genug. Normalerweise stoppe ich in Rhüden zum Kaffetrinken, in Suhl zum Einkaufen (großer Supermarkt beim SuC) und in Hilpoltstein (leckere Schokoladen bei „Schocolat“).
Da mein Model S bzw. sein Navigationssystem diese Strecke nicht kennt, muß ich tricksen und gebe als erstes Ziel Suhl im Thüringer Wald an. Mein Model S erkennt sehr richtig, dass ich in Rhüden Zwischenstation machen muss, und die Fahrt beginnt. Ich will diesmal das Experiment machen, zügiger zu fahren und dafür einen Stopp mehr (Sangershausen) einzubauen, um die volle Ladeleistung im unteren Bereich der Akkuladung auszunutzen. Bis nach Rhüden gibt es keine besonderen Vorkommnisse, sodass ich nach 20 Minuten weiterfahre im Wissen, dass ich in Sangershausen einen kurzen Ladestopp einlegen werde, den mein Model S natürlich nicht vorsieht. Deshalb bekomme ich auf halber Strecke nach Sangershausen die ersten Ermahnungen, unter 115 km/h zu fahren, die ich ignoriere. Die Möglichkeit, Sangershausen als Zwischenstopp einzubauen, geht leider über den Horizont des Navis hinaus, nicht zuletzt deshalb, weil es sich nach Suhl eine abenteuerliche Streck quer durch den Kyffhäuser ausgedacht hat. Dies liegt möglicherweise daran, dass mein Navi die seit einem Jahr ausgebaut A71 noch nicht kennt, obwohl sie in Google Maps längst zu sehen ist. Ich ignoriere also das Gejammere meines Autos und fahre zügig gen Sangerhausen. Etwa 10 km vor dem Supercharger bekommt mein Auto die geniale Erkenntnis, dort eine Zwischenstopp einzubauen und hört auf, an meinem zügigen Tempo rum zu meckern. Nach 15 Minuten am SuC mit fast 300 Ampere Ladestrom fahre ich weiter Richtung Suhl. Das neu ausgebaute Teilstück der A71 ist meinem Auto wie gesagt unbekannt, sodass es mich auffordert, die Autobahn an einer seit einem Jahr nicht mehr existierenden Ausfahrt zu verlassen und über die Landstraße weiter zu fahren. Als ich dieser Aufforderung nicht nachkomme, bleib der Kilometerstand zum Ziel Suhl einfach stehen, so als ob ich nicht mehr fahren würde. Folglich verbrauche ich in den Augen meines Model S Strom, ohne auch nur einen Kilometer weiter zu kommen. Dies wird sehr bald wieder mit der Aufforderung, langsam zu fahren, quittiert, die ich wieder ignoriere. Nach 20 Km habe ich das neue Teilstück hinter mir und mein Navi ist wieder glücklich. Jetzt kommt der Moment, mit der Wahrheit herauszurücken und mein eigentliches Ziel, München, einzugeben. Nach kurzem Überlegen bietet mir das Navi jetzt tatsächlich die gewünschte Strecke mit Zwischenstopps in Suhl und Hilpoltstein an. In Suhl am SuC lade ich wieder mit fast 300 Ampere und mache im Auto Brotzeit, obwohl ich dort oft auch zum nahe gelegenen Supermarkt einkaufen gehe. Nach dem Hinweis, ich hätte genug Strom zur Weiterfahrt, warte ich sicherheitshalber noch 5 Minuten, da ich nicht vorhabe, mit amerikanischen Schneckentempo, von dem mein Auto offensichtlich ausgeht, weiter zu fahren. Die Weiterfahrt wird allerdings eine schwere Prüfung für mein Navi. Die Fahrt durch den Thüringer Wald ist nämlich sehr bergig, sodass ich am Anfang viel bergauf fahre, was mein Navi so nicht berücksichtigt hat. Daher kommt nach 10 km die Aufforderung, nach Suhl zurück zu fahren und nachzuladen. Da ich weiß, das es gleich kilometerlang bergab gehen wird, fahre ich einfach weiter. Obwohl ich nun signifikant weniger Strom verbrauche, lässt mein Navi nicht locker. Irgendwann zwischen Coburg und Bamberg sagt mir mein Navi dann, das ich ohne Nachladen mein Ziel nicht mehr erreichen kann. Das ist der Moment, die Navigation abzubrechen und mein Ziel, München, neu ein zu geben. Und siehe da, die Rückfahrt nach Suhl ist jetzt kein Thema mehr, dafür soll ich aber einen idiotischen Umweg über die Landstraße nach Geiselwind zum SuC machen, was ich natürlich ebenfalls ignoriere. Das Spiel beginnt also von neuem. Während ich ungerührt weiter nach Hilpoltstein fahre, versuch das Navi mich über immer neue Varianten nach Geiselwind zu lotsen, selbst als ich schon an Nürnberg vorbei bin und die Strecke nach Hilpoltstein definitiv kürzer ist. So wird die Navigation wieder abgebrochen und neu gestartet. Diesmal klappt es und ich sehe, dass ich Hilpoltstein mit 7% Restladung erreichen werde. Na, warum denn nicht gleich so. In Hilpoltstein hat Tesla noch eine kleine Schikane für mich bereit, nämlich einen defekten Supercharger. Das sieht man ihm aber nicht an. Ich merke es erst, nachdem ich vom Burgerking nach 20 Minuten zurück bin und nur 10 km nachgeladen wurden. Nach ein paar nicht jugendfreien Bemerkungen wechsele ich den SuC. Aber hier das gleich Ergebnis. Die Amperzahl schwankt wild zwischen 20 und 0 Ampere hin und her. Ich rufe bei Tesla an, um sicher zu gehen, dass nicht mein Auto Schuld ist und erfahre dort, das der Defekt bereits gemeldet ist und nur der Stall 3B funktioniert. Na Gott sei Dank. Nach diesem unfreiwillig verlängerten Aufenthalt kann ich endlich ohne weitere Probleme nach Hause fahren. Fazit: Das Navigationssystem ist leider so lausig programmiert, dass der Softwareentwickler/in an die Wand gestellt gehört oder zumindest sofort gefeuert, was in USA ja kein Problem sein sollte. Schade, dass man auf dem System keine Fremdsoftware installieren kann, dann gäbe es sicher längst eine vernünftige Alternative von einem unabhängigen Entwickler, die auch wirklich auf Google Maps basiert. Dafür würde ich auch gerne Geld ausgeben. Aber was solls, ich weiß ja inzwischen, wie ich damit umgehen muss.....
Beste Antwort im Thema
Da ich seit Juni diesen Jahres bereits mehrmals von München nach Hamburg und zurück gefahren bin, möchte ich einmal kurz schildern, wie so eine Fahrt im Tesla Model S 90D ungefähr ablaufen kann, in diesem Fall meine letzte Fahrt von Hamburg nach München. Start in Moorfleet im Südosten der Hansestadt mit voll geladenem Akku und 504 km angezeigter Reichweite. Da ich Staus hasse, fahre ich normalerweise eine „Geheimstrecke“, die zwar 15 km länger aber normalerweise wenig befahren ist. Sie führt über die A7 bis Seesen, dann über die als Autobahn ausgebaute B243 bis nach Nordhausen, dann über die A 38 bis Sangershausen, über die A71 nach Suhl, über die A73 nach Erlangen und schlussendlich über die A9 nach München. Die B243 hat einen nicht ausgebauten 20 km langen Teil, der einen etwas aufhält sowie eine Ortsdurchfahrt in Herzberg am Harz, die aber kaum Zeit kostet. Als Supercharger gibt es Bisbingen bei Hamburg (brauche ich nicht), Rhüden am Harz, Sangershausen, Suhl, Hilpoltstein und Schweitenkirchen (brauche ich auch nicht) kurz vor München, also mehr als genug. Normalerweise stoppe ich in Rhüden zum Kaffetrinken, in Suhl zum Einkaufen (großer Supermarkt beim SuC) und in Hilpoltstein (leckere Schokoladen bei „Schocolat“).
Da mein Model S bzw. sein Navigationssystem diese Strecke nicht kennt, muß ich tricksen und gebe als erstes Ziel Suhl im Thüringer Wald an. Mein Model S erkennt sehr richtig, dass ich in Rhüden Zwischenstation machen muss, und die Fahrt beginnt. Ich will diesmal das Experiment machen, zügiger zu fahren und dafür einen Stopp mehr (Sangershausen) einzubauen, um die volle Ladeleistung im unteren Bereich der Akkuladung auszunutzen. Bis nach Rhüden gibt es keine besonderen Vorkommnisse, sodass ich nach 20 Minuten weiterfahre im Wissen, dass ich in Sangershausen einen kurzen Ladestopp einlegen werde, den mein Model S natürlich nicht vorsieht. Deshalb bekomme ich auf halber Strecke nach Sangershausen die ersten Ermahnungen, unter 115 km/h zu fahren, die ich ignoriere. Die Möglichkeit, Sangershausen als Zwischenstopp einzubauen, geht leider über den Horizont des Navis hinaus, nicht zuletzt deshalb, weil es sich nach Suhl eine abenteuerliche Streck quer durch den Kyffhäuser ausgedacht hat. Dies liegt möglicherweise daran, dass mein Navi die seit einem Jahr ausgebaut A71 noch nicht kennt, obwohl sie in Google Maps längst zu sehen ist. Ich ignoriere also das Gejammere meines Autos und fahre zügig gen Sangerhausen. Etwa 10 km vor dem Supercharger bekommt mein Auto die geniale Erkenntnis, dort eine Zwischenstopp einzubauen und hört auf, an meinem zügigen Tempo rum zu meckern. Nach 15 Minuten am SuC mit fast 300 Ampere Ladestrom fahre ich weiter Richtung Suhl. Das neu ausgebaute Teilstück der A71 ist meinem Auto wie gesagt unbekannt, sodass es mich auffordert, die Autobahn an einer seit einem Jahr nicht mehr existierenden Ausfahrt zu verlassen und über die Landstraße weiter zu fahren. Als ich dieser Aufforderung nicht nachkomme, bleib der Kilometerstand zum Ziel Suhl einfach stehen, so als ob ich nicht mehr fahren würde. Folglich verbrauche ich in den Augen meines Model S Strom, ohne auch nur einen Kilometer weiter zu kommen. Dies wird sehr bald wieder mit der Aufforderung, langsam zu fahren, quittiert, die ich wieder ignoriere. Nach 20 Km habe ich das neue Teilstück hinter mir und mein Navi ist wieder glücklich. Jetzt kommt der Moment, mit der Wahrheit herauszurücken und mein eigentliches Ziel, München, einzugeben. Nach kurzem Überlegen bietet mir das Navi jetzt tatsächlich die gewünschte Strecke mit Zwischenstopps in Suhl und Hilpoltstein an. In Suhl am SuC lade ich wieder mit fast 300 Ampere und mache im Auto Brotzeit, obwohl ich dort oft auch zum nahe gelegenen Supermarkt einkaufen gehe. Nach dem Hinweis, ich hätte genug Strom zur Weiterfahrt, warte ich sicherheitshalber noch 5 Minuten, da ich nicht vorhabe, mit amerikanischen Schneckentempo, von dem mein Auto offensichtlich ausgeht, weiter zu fahren. Die Weiterfahrt wird allerdings eine schwere Prüfung für mein Navi. Die Fahrt durch den Thüringer Wald ist nämlich sehr bergig, sodass ich am Anfang viel bergauf fahre, was mein Navi so nicht berücksichtigt hat. Daher kommt nach 10 km die Aufforderung, nach Suhl zurück zu fahren und nachzuladen. Da ich weiß, das es gleich kilometerlang bergab gehen wird, fahre ich einfach weiter. Obwohl ich nun signifikant weniger Strom verbrauche, lässt mein Navi nicht locker. Irgendwann zwischen Coburg und Bamberg sagt mir mein Navi dann, das ich ohne Nachladen mein Ziel nicht mehr erreichen kann. Das ist der Moment, die Navigation abzubrechen und mein Ziel, München, neu ein zu geben. Und siehe da, die Rückfahrt nach Suhl ist jetzt kein Thema mehr, dafür soll ich aber einen idiotischen Umweg über die Landstraße nach Geiselwind zum SuC machen, was ich natürlich ebenfalls ignoriere. Das Spiel beginnt also von neuem. Während ich ungerührt weiter nach Hilpoltstein fahre, versuch das Navi mich über immer neue Varianten nach Geiselwind zu lotsen, selbst als ich schon an Nürnberg vorbei bin und die Strecke nach Hilpoltstein definitiv kürzer ist. So wird die Navigation wieder abgebrochen und neu gestartet. Diesmal klappt es und ich sehe, dass ich Hilpoltstein mit 7% Restladung erreichen werde. Na, warum denn nicht gleich so. In Hilpoltstein hat Tesla noch eine kleine Schikane für mich bereit, nämlich einen defekten Supercharger. Das sieht man ihm aber nicht an. Ich merke es erst, nachdem ich vom Burgerking nach 20 Minuten zurück bin und nur 10 km nachgeladen wurden. Nach ein paar nicht jugendfreien Bemerkungen wechsele ich den SuC. Aber hier das gleich Ergebnis. Die Amperzahl schwankt wild zwischen 20 und 0 Ampere hin und her. Ich rufe bei Tesla an, um sicher zu gehen, dass nicht mein Auto Schuld ist und erfahre dort, das der Defekt bereits gemeldet ist und nur der Stall 3B funktioniert. Na Gott sei Dank. Nach diesem unfreiwillig verlängerten Aufenthalt kann ich endlich ohne weitere Probleme nach Hause fahren. Fazit: Das Navigationssystem ist leider so lausig programmiert, dass der Softwareentwickler/in an die Wand gestellt gehört oder zumindest sofort gefeuert, was in USA ja kein Problem sein sollte. Schade, dass man auf dem System keine Fremdsoftware installieren kann, dann gäbe es sicher längst eine vernünftige Alternative von einem unabhängigen Entwickler, die auch wirklich auf Google Maps basiert. Dafür würde ich auch gerne Geld ausgeben. Aber was solls, ich weiß ja inzwischen, wie ich damit umgehen muss.....
204 Antworten
Genau wegen diesen Idioten sind schwere Unfälle passiert und die Nutzung des Assistenzsystems wurde restriktiver eingestellt. Wenn es ein Scherz war dann ein schlechter.
Das tut mir Leid, dass sie mit dem Tesla nicht glücklich sind.
18.000km alleine mit dem Tesla?
Sie wissen schon, das der deutsche im Schnitt keine 15.000km fährt?
Und Dr. Shiwago hat ganz klar einen Smiley hinter seinem Beitrag, wie offensichtlich soll er einen Scherz noch machen? 😉
Was heißt nicht glücklich? Ich hatte nie erwartet , dass der Wagen einen Verbrenner ersetzen soll. Das kann er auch noch nicht.
Er ist in erster Linie ein Spielzeug, so sehe ich ihn von Anfang an.
Zitat:
@P85D-RudiL schrieb am 29. Oktober 2016 um 19:16:01 Uhr:
Was heißt nicht glücklich? Ich hatte nie erwartet , dass der Wagen einen Verbrenner ersetzen soll. Das kann er auch noch nicht.Er ist in erster Linie ein Spielzeug, so sehe ich ihn von Anfang an.
Dann scheint Geld bei Ihnen nicht wirklich das Problem zu sein.
Ein 100.000€ Spielzeug haben nicht viele.
Allerdings sehe ich sie daher eher als Ausnahme der Regel.
Denn bei den meisten ersetzt das Model S den Verbrenner.
Und da kann er es auch.
Wenn es bei Ihnen nicht passt, dann ist es so.
Wie gesagt jedem das seine.
Aber ihr Alltag ist nicht der eines Durchschnittsbürgers.
Und ja, ich halte trotz 100.000€ die normalen Käufer für Durchschnittsbürger.
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Wenn man sich das Auto schönredet und andere die nicht der selben Auffassung sind als nicht repräsentativ abstempelt mag das stimmen.
Es zeigt aber die Hilflosigkeit dieser Leute, sie haben sich das falsche Auto gekauft
und können es natürlich nicht zugeben. Da müssen dann alle möglichen Argumente für herhalten. Tatsächlich weis ich aus eigener Erfahrung dass Elektromobilität noch nicht ausreichend funktioniert um den Durchbruch zu schaffen.
Das zeigen auch die langen Lieferzeiten für bestimmte Verbrenner und die Zulassungszahlen in Europa
Und weil sie das falsche Auto gekauft haben, kaufen es sich auch wieder?
Im TFF gibt es etliche, die bereits ihren 2, 3 oder sogar 4 Tesla. Und das ohne den Roadster!
Hier weiß ich auf jeden Fall das Kaju74 bereits seinen zweiten hat.
Das darfst du mit jetzt aber mal erklären. Oder besser nicht.
Lass uns einfach aufhören.
Man kann sich das immer schönreden. Der Wagen hat Schwächen, die seine Verbreitung hemmen. Die Zulassungszahlen in Europa untermauern das und es gibt auch keinen Run aufElektroautos. Selbst die Vormerkungen für das Model 3 sind wenig im Vergleich zum Gesamtausstoß an PKW. Das E-Auto ist ein Spielzeug für Technikfreaks, Weltverbesserer oder sonst was. Ein sog. Durchschnittsbürger wird zum Verbrenner greifen weil es dafür handfeste Gründe gibt.
Der Verbrenner wird uns noch eine lange Zeit erhalten bleiben und das Elektroauto wird allmählich aus der Nische herauskommen. Zoe und vergleichbare Autos haben es doch jetzt erst gerade aus Witzecke rausgeschafft, was die Reichweite betrifft. Zu einem Preis für einen gut ausgestatteten Passat.
Aber dies mit Ideologen zu diskutieren hat noch wie was gebracht. Daher können wir es auch lassen.
@P85D-RudiL
Danke, das ist sehr aufschlussreich. Kannst du vielleicht auch noch etwas zu deinen Erfahrungen auf dieser Strecke (Hamburg München) oder Vergleichstrecke sagen? Z.B. benötigte Zeit, Anzahl Stopps, Durchschnittsgeschwindigkeit etc.?
Zitat:
@P85D-RudiL schrieb am 29. Oktober 2016 um 20:11:18 Uhr:
Wenn man sich das Auto schönredet und andere die nicht der selben Auffassung sind als nicht repräsentativ abstempelt mag das stimmen.
Das gilt in der anderen Richtung allerdings genau so.
Es wäre schön, wenn wir nun von der generellen Diskussion bzgl. häufiger Langstreckentauglichkeit wieder auf den Ursprungs-Erfahrungsbericht als Grundlage des Threads zurückkommen würden.
Zitat:
@P85D-RudiL schrieb am 29. Oktober 2016 um 20:11:18 Uhr:
Es zeigt aber die Hilflosigkeit dieser Leute, sie haben sich das falsche Auto gekauft
und können es natürlich nicht zugeben.
Wenn ich mich nicht verzählt habe, habe ich den Tesla am kommenden Montag seit 4 Wochen. Ich habe einen gewaltigen Fehler gemacht und möchte zugeben, dass ich das falsche Auto in der Garage habe. Ich dachte, dass ich ohne 530d nicht auskommen werde. Das war falsch. Ich bin seit dem keinen einzigen Meter mit dem BMW gefahren. 😉
Ich war aber auf einigen Dienstreisen und mehreren längeren Spaßfahrten, inkl. Kurzurlaub in Tirol. Kein einziges Mal war es mit dem Strom irgendwie knapp und jede Ladepause war ohne Zeitverlust wegen Whopper beim Burger King am Chiemsee oder Hirschgulasch im Kaiserhof in Salzburg.
Nur der Supercharger in St. Valentin ist irgendwie im Outback neben einer Tankstelle, die kulinarisch kein Highlight ist. Aber das waren nur ein paar Minuten inkl. Pinkelpause, um die paar kWh für die Fahrt nach Wien aufzufüllen.
Und das beste war, dass ich kein einziges Mal wegen Rücksicht auf den Akku auf Vollgas verzichtet habe, wenn mir danach war und auch meine Reisegeschwindigkeit war immer auf dem Niveau wie früher im Dieselkombi. Da kommt mir natürlich zugute, dass ich damit auch nie im Begrenzer über die Autobahn geflogen bin.
Man muss auch beim Tesla nicht auf Vollgas verzichten wenn man möchte. Man muss halt dann etwas länger laden, oder mehr Stopps an SuCs einlegen. Und auf Kurzstrecken ist es mit Destination Charging die Reichweite nie ein Problem.
Und wie schon vorher von mir geschrieben, so viele Strecken wo man schnell fahren kann, und es gleichzeitig auch die Verkehrssituation erlaubt, gibt es nicht, außer man fährt nur nachts. Und auf einer Strecke von 600 km nur wegen einer um 1 h früheren Ankunft ständig auf der ljnken Spur zu fahren lohnt sich für mich jedenfalls nicht.
Das Laden kann man auch dadurch minimieren dass man auf Langstrecke mit einem 100 % aufgeladenen Fahrzeug los fährt. Damit kann man je nach Akkugröße schon 250-400 km überwinden. Und dann fährt man immer am unteren Ende der Kapazität mit Restkapazität von 10-20% und kann 150-250 km mit 20-40 Minuten Laden überbrücken. Damit erreicht man auch die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit. Und wenn es gut mit der Restkapazität läuft dann kann man auch zum Schluss auch mal schneller fahren so dass man mit 10 % oder weniger am nächsten SuC oder am Ziel mit Destination Charger ankommt.
Man darf sich halt auch nicht auf die Trip-Planung des Navis verlassen, sondern muss wie am Anfang schon erwähnt, die Planung von SuC zu Suc und zum Ziel selbst in die Hand nehmen.
Für alle die damit nicht zurecht kommen und den Tesla dann trotzdem behalten, ist er halt dann ein Spielzeug. Das ist auch nicht weiter schlimm. Für mich ist er jedenfalls keines und ersetzt den bisherigen BMW 330d seit gestern vollständig. Wir haben als Zweitwagen jetzt nur noch einen BMW 218i Active Tourer, der sonst nur noch für Kurzstrecken verwendet wird. Ein kleines Elektroauto wäre hier auch eine Alternative gewesen, aber meiner Frau hat keines gefallen. 😁
Zitat:
@P85D-RudiL schrieb am 29. Oktober 2016 um 20:11:18 Uhr:
Wenn man sich das Auto schönredet und andere die nicht der selben Auffassung sind als nicht repräsentativ abstempelt mag das stimmen.Es zeigt aber die Hilflosigkeit dieser Leute, sie haben sich das falsche Auto gekauft
und können es natürlich nicht zugeben. Da müssen dann alle möglichen Argumente für herhalten. Tatsächlich weis ich aus eigener Erfahrung dass Elektromobilität noch nicht ausreichend funktioniert um den Durchbruch zu schaffen.Das zeigen auch die langen Lieferzeiten für bestimmte Verbrenner und die Zulassungszahlen in Europa
Mein Model S ist mein Arbeitstier, Spaß- und Freizeitauto sowie Lastesel. Ich lege mit ihm zwischen 4.000 und 6.000 km monatlich zurück. Verbrenner habe ich keinen mehr. Ich erlebe weder Zeitverlust noch praktische Einschränkungen gegenüber meinen Verbrennerzeiten mit dem A6. Durchschnittlich 4 mal monatlich brauche ich einen Supercharger, meist nur für 15 bis 30 Minuten um die fehlenden km zur Heimfahrt zu laden. Im Gegenzug spare ich mir 5 bis 8 Tankstops monatlich. Das ist ein guter Deal, wie ich meine. Ich verstehe daher die Aussage nicht. Im Gegenteil: Ich behaupte sogar, dass locker 90 % der Bevölkerung mit einem Tesla (sofern sie zu Hause aufladen können) einen praktischen Vorteil durch den kompletten Wegfall der Tankstops hätten, weil sie ohnehin nie mehr als 300 km am Tag fahren.
Würde morgen ein Meteorit auf meinem Model S aufschlagen und ich müsste ein neues Auto kaufen, wäre es wieder ein Model S😉
Zitat:
@chrisschorsch schrieb am 29. Oktober 2016 um 20:55:29 Uhr:
Danke, das ist sehr aufschlussreich. Kannst du vielleicht auch noch etwas zu deinen Erfahrungen auf dieser Strecke (Hamburg München) oder Vergleichstrecke sagen? Z.B. benötigte Zeit, Anzahl Stopps, Durchschnittsgeschwindigkeit etc.?
Mach Dir lieber mit dem EVTripPlaner für Deine Referenzstrecke selbst ein Bild.
Aber auch hier kann man die Strecken noch optimieren. Ich gehe normalerweise folgendermaßen vor:
- Start und Ziel eingeben
- Parameter setzen, insbesondere auch den Speed Multiplier, Initial Charge und Buffer Charge (z.B. 1.2, 100, 20)
- Route entlang der SuC generieren
- unter Steps prüfen ob die Ladestopps im Bereich von 20-40 min liegen
- Wenn nein, unnötige Stopps entfernen und zusätzliche Stopps einfügen.
- Nach manueller Änderung nur noch "Route Direkt" verwenden sonst gehen die Änderungen verloren
- Falls am Ziel keine Lademöglichkeit vorhanden ist dann auch noch gleich den Rückweg anfügen
Damit plane ich die Route grob vor. Wenn der Tripplaner was völlig anderes vorschlägt navigiere ich von SuC zu SuC.
Zitat:
@P85D-RudiL schrieb am 29. Oktober 2016 um 20:45:18 Uhr:
Der Wagen hat Schwächen, die seine Verbreitung hemmen.
Stimmt hat er und zwar den Preis.
Biete jemanden deinen Tesla an, für 20.000€ unter der Voraussetzung, dass er ihn nicht verkaufen darf und als Hauptwagen einsetzen muss.
Was meinst du, wie viele würden das Angebot ablehnen?