Mit dem Model S90D von Hamburg nach München
Da ich seit Juni diesen Jahres bereits mehrmals von München nach Hamburg und zurück gefahren bin, möchte ich einmal kurz schildern, wie so eine Fahrt im Tesla Model S 90D ungefähr ablaufen kann, in diesem Fall meine letzte Fahrt von Hamburg nach München. Start in Moorfleet im Südosten der Hansestadt mit voll geladenem Akku und 504 km angezeigter Reichweite. Da ich Staus hasse, fahre ich normalerweise eine „Geheimstrecke“, die zwar 15 km länger aber normalerweise wenig befahren ist. Sie führt über die A7 bis Seesen, dann über die als Autobahn ausgebaute B243 bis nach Nordhausen, dann über die A 38 bis Sangershausen, über die A71 nach Suhl, über die A73 nach Erlangen und schlussendlich über die A9 nach München. Die B243 hat einen nicht ausgebauten 20 km langen Teil, der einen etwas aufhält sowie eine Ortsdurchfahrt in Herzberg am Harz, die aber kaum Zeit kostet. Als Supercharger gibt es Bisbingen bei Hamburg (brauche ich nicht), Rhüden am Harz, Sangershausen, Suhl, Hilpoltstein und Schweitenkirchen (brauche ich auch nicht) kurz vor München, also mehr als genug. Normalerweise stoppe ich in Rhüden zum Kaffetrinken, in Suhl zum Einkaufen (großer Supermarkt beim SuC) und in Hilpoltstein (leckere Schokoladen bei „Schocolat“).
Da mein Model S bzw. sein Navigationssystem diese Strecke nicht kennt, muß ich tricksen und gebe als erstes Ziel Suhl im Thüringer Wald an. Mein Model S erkennt sehr richtig, dass ich in Rhüden Zwischenstation machen muss, und die Fahrt beginnt. Ich will diesmal das Experiment machen, zügiger zu fahren und dafür einen Stopp mehr (Sangershausen) einzubauen, um die volle Ladeleistung im unteren Bereich der Akkuladung auszunutzen. Bis nach Rhüden gibt es keine besonderen Vorkommnisse, sodass ich nach 20 Minuten weiterfahre im Wissen, dass ich in Sangershausen einen kurzen Ladestopp einlegen werde, den mein Model S natürlich nicht vorsieht. Deshalb bekomme ich auf halber Strecke nach Sangershausen die ersten Ermahnungen, unter 115 km/h zu fahren, die ich ignoriere. Die Möglichkeit, Sangershausen als Zwischenstopp einzubauen, geht leider über den Horizont des Navis hinaus, nicht zuletzt deshalb, weil es sich nach Suhl eine abenteuerliche Streck quer durch den Kyffhäuser ausgedacht hat. Dies liegt möglicherweise daran, dass mein Navi die seit einem Jahr ausgebaut A71 noch nicht kennt, obwohl sie in Google Maps längst zu sehen ist. Ich ignoriere also das Gejammere meines Autos und fahre zügig gen Sangerhausen. Etwa 10 km vor dem Supercharger bekommt mein Auto die geniale Erkenntnis, dort eine Zwischenstopp einzubauen und hört auf, an meinem zügigen Tempo rum zu meckern. Nach 15 Minuten am SuC mit fast 300 Ampere Ladestrom fahre ich weiter Richtung Suhl. Das neu ausgebaute Teilstück der A71 ist meinem Auto wie gesagt unbekannt, sodass es mich auffordert, die Autobahn an einer seit einem Jahr nicht mehr existierenden Ausfahrt zu verlassen und über die Landstraße weiter zu fahren. Als ich dieser Aufforderung nicht nachkomme, bleib der Kilometerstand zum Ziel Suhl einfach stehen, so als ob ich nicht mehr fahren würde. Folglich verbrauche ich in den Augen meines Model S Strom, ohne auch nur einen Kilometer weiter zu kommen. Dies wird sehr bald wieder mit der Aufforderung, langsam zu fahren, quittiert, die ich wieder ignoriere. Nach 20 Km habe ich das neue Teilstück hinter mir und mein Navi ist wieder glücklich. Jetzt kommt der Moment, mit der Wahrheit herauszurücken und mein eigentliches Ziel, München, einzugeben. Nach kurzem Überlegen bietet mir das Navi jetzt tatsächlich die gewünschte Strecke mit Zwischenstopps in Suhl und Hilpoltstein an. In Suhl am SuC lade ich wieder mit fast 300 Ampere und mache im Auto Brotzeit, obwohl ich dort oft auch zum nahe gelegenen Supermarkt einkaufen gehe. Nach dem Hinweis, ich hätte genug Strom zur Weiterfahrt, warte ich sicherheitshalber noch 5 Minuten, da ich nicht vorhabe, mit amerikanischen Schneckentempo, von dem mein Auto offensichtlich ausgeht, weiter zu fahren. Die Weiterfahrt wird allerdings eine schwere Prüfung für mein Navi. Die Fahrt durch den Thüringer Wald ist nämlich sehr bergig, sodass ich am Anfang viel bergauf fahre, was mein Navi so nicht berücksichtigt hat. Daher kommt nach 10 km die Aufforderung, nach Suhl zurück zu fahren und nachzuladen. Da ich weiß, das es gleich kilometerlang bergab gehen wird, fahre ich einfach weiter. Obwohl ich nun signifikant weniger Strom verbrauche, lässt mein Navi nicht locker. Irgendwann zwischen Coburg und Bamberg sagt mir mein Navi dann, das ich ohne Nachladen mein Ziel nicht mehr erreichen kann. Das ist der Moment, die Navigation abzubrechen und mein Ziel, München, neu ein zu geben. Und siehe da, die Rückfahrt nach Suhl ist jetzt kein Thema mehr, dafür soll ich aber einen idiotischen Umweg über die Landstraße nach Geiselwind zum SuC machen, was ich natürlich ebenfalls ignoriere. Das Spiel beginnt also von neuem. Während ich ungerührt weiter nach Hilpoltstein fahre, versuch das Navi mich über immer neue Varianten nach Geiselwind zu lotsen, selbst als ich schon an Nürnberg vorbei bin und die Strecke nach Hilpoltstein definitiv kürzer ist. So wird die Navigation wieder abgebrochen und neu gestartet. Diesmal klappt es und ich sehe, dass ich Hilpoltstein mit 7% Restladung erreichen werde. Na, warum denn nicht gleich so. In Hilpoltstein hat Tesla noch eine kleine Schikane für mich bereit, nämlich einen defekten Supercharger. Das sieht man ihm aber nicht an. Ich merke es erst, nachdem ich vom Burgerking nach 20 Minuten zurück bin und nur 10 km nachgeladen wurden. Nach ein paar nicht jugendfreien Bemerkungen wechsele ich den SuC. Aber hier das gleich Ergebnis. Die Amperzahl schwankt wild zwischen 20 und 0 Ampere hin und her. Ich rufe bei Tesla an, um sicher zu gehen, dass nicht mein Auto Schuld ist und erfahre dort, das der Defekt bereits gemeldet ist und nur der Stall 3B funktioniert. Na Gott sei Dank. Nach diesem unfreiwillig verlängerten Aufenthalt kann ich endlich ohne weitere Probleme nach Hause fahren. Fazit: Das Navigationssystem ist leider so lausig programmiert, dass der Softwareentwickler/in an die Wand gestellt gehört oder zumindest sofort gefeuert, was in USA ja kein Problem sein sollte. Schade, dass man auf dem System keine Fremdsoftware installieren kann, dann gäbe es sicher längst eine vernünftige Alternative von einem unabhängigen Entwickler, die auch wirklich auf Google Maps basiert. Dafür würde ich auch gerne Geld ausgeben. Aber was solls, ich weiß ja inzwischen, wie ich damit umgehen muss.....
Beste Antwort im Thema
Da ich seit Juni diesen Jahres bereits mehrmals von München nach Hamburg und zurück gefahren bin, möchte ich einmal kurz schildern, wie so eine Fahrt im Tesla Model S 90D ungefähr ablaufen kann, in diesem Fall meine letzte Fahrt von Hamburg nach München. Start in Moorfleet im Südosten der Hansestadt mit voll geladenem Akku und 504 km angezeigter Reichweite. Da ich Staus hasse, fahre ich normalerweise eine „Geheimstrecke“, die zwar 15 km länger aber normalerweise wenig befahren ist. Sie führt über die A7 bis Seesen, dann über die als Autobahn ausgebaute B243 bis nach Nordhausen, dann über die A 38 bis Sangershausen, über die A71 nach Suhl, über die A73 nach Erlangen und schlussendlich über die A9 nach München. Die B243 hat einen nicht ausgebauten 20 km langen Teil, der einen etwas aufhält sowie eine Ortsdurchfahrt in Herzberg am Harz, die aber kaum Zeit kostet. Als Supercharger gibt es Bisbingen bei Hamburg (brauche ich nicht), Rhüden am Harz, Sangershausen, Suhl, Hilpoltstein und Schweitenkirchen (brauche ich auch nicht) kurz vor München, also mehr als genug. Normalerweise stoppe ich in Rhüden zum Kaffetrinken, in Suhl zum Einkaufen (großer Supermarkt beim SuC) und in Hilpoltstein (leckere Schokoladen bei „Schocolat“).
Da mein Model S bzw. sein Navigationssystem diese Strecke nicht kennt, muß ich tricksen und gebe als erstes Ziel Suhl im Thüringer Wald an. Mein Model S erkennt sehr richtig, dass ich in Rhüden Zwischenstation machen muss, und die Fahrt beginnt. Ich will diesmal das Experiment machen, zügiger zu fahren und dafür einen Stopp mehr (Sangershausen) einzubauen, um die volle Ladeleistung im unteren Bereich der Akkuladung auszunutzen. Bis nach Rhüden gibt es keine besonderen Vorkommnisse, sodass ich nach 20 Minuten weiterfahre im Wissen, dass ich in Sangershausen einen kurzen Ladestopp einlegen werde, den mein Model S natürlich nicht vorsieht. Deshalb bekomme ich auf halber Strecke nach Sangershausen die ersten Ermahnungen, unter 115 km/h zu fahren, die ich ignoriere. Die Möglichkeit, Sangershausen als Zwischenstopp einzubauen, geht leider über den Horizont des Navis hinaus, nicht zuletzt deshalb, weil es sich nach Suhl eine abenteuerliche Streck quer durch den Kyffhäuser ausgedacht hat. Dies liegt möglicherweise daran, dass mein Navi die seit einem Jahr ausgebaut A71 noch nicht kennt, obwohl sie in Google Maps längst zu sehen ist. Ich ignoriere also das Gejammere meines Autos und fahre zügig gen Sangerhausen. Etwa 10 km vor dem Supercharger bekommt mein Auto die geniale Erkenntnis, dort eine Zwischenstopp einzubauen und hört auf, an meinem zügigen Tempo rum zu meckern. Nach 15 Minuten am SuC mit fast 300 Ampere Ladestrom fahre ich weiter Richtung Suhl. Das neu ausgebaute Teilstück der A71 ist meinem Auto wie gesagt unbekannt, sodass es mich auffordert, die Autobahn an einer seit einem Jahr nicht mehr existierenden Ausfahrt zu verlassen und über die Landstraße weiter zu fahren. Als ich dieser Aufforderung nicht nachkomme, bleib der Kilometerstand zum Ziel Suhl einfach stehen, so als ob ich nicht mehr fahren würde. Folglich verbrauche ich in den Augen meines Model S Strom, ohne auch nur einen Kilometer weiter zu kommen. Dies wird sehr bald wieder mit der Aufforderung, langsam zu fahren, quittiert, die ich wieder ignoriere. Nach 20 Km habe ich das neue Teilstück hinter mir und mein Navi ist wieder glücklich. Jetzt kommt der Moment, mit der Wahrheit herauszurücken und mein eigentliches Ziel, München, einzugeben. Nach kurzem Überlegen bietet mir das Navi jetzt tatsächlich die gewünschte Strecke mit Zwischenstopps in Suhl und Hilpoltstein an. In Suhl am SuC lade ich wieder mit fast 300 Ampere und mache im Auto Brotzeit, obwohl ich dort oft auch zum nahe gelegenen Supermarkt einkaufen gehe. Nach dem Hinweis, ich hätte genug Strom zur Weiterfahrt, warte ich sicherheitshalber noch 5 Minuten, da ich nicht vorhabe, mit amerikanischen Schneckentempo, von dem mein Auto offensichtlich ausgeht, weiter zu fahren. Die Weiterfahrt wird allerdings eine schwere Prüfung für mein Navi. Die Fahrt durch den Thüringer Wald ist nämlich sehr bergig, sodass ich am Anfang viel bergauf fahre, was mein Navi so nicht berücksichtigt hat. Daher kommt nach 10 km die Aufforderung, nach Suhl zurück zu fahren und nachzuladen. Da ich weiß, das es gleich kilometerlang bergab gehen wird, fahre ich einfach weiter. Obwohl ich nun signifikant weniger Strom verbrauche, lässt mein Navi nicht locker. Irgendwann zwischen Coburg und Bamberg sagt mir mein Navi dann, das ich ohne Nachladen mein Ziel nicht mehr erreichen kann. Das ist der Moment, die Navigation abzubrechen und mein Ziel, München, neu ein zu geben. Und siehe da, die Rückfahrt nach Suhl ist jetzt kein Thema mehr, dafür soll ich aber einen idiotischen Umweg über die Landstraße nach Geiselwind zum SuC machen, was ich natürlich ebenfalls ignoriere. Das Spiel beginnt also von neuem. Während ich ungerührt weiter nach Hilpoltstein fahre, versuch das Navi mich über immer neue Varianten nach Geiselwind zu lotsen, selbst als ich schon an Nürnberg vorbei bin und die Strecke nach Hilpoltstein definitiv kürzer ist. So wird die Navigation wieder abgebrochen und neu gestartet. Diesmal klappt es und ich sehe, dass ich Hilpoltstein mit 7% Restladung erreichen werde. Na, warum denn nicht gleich so. In Hilpoltstein hat Tesla noch eine kleine Schikane für mich bereit, nämlich einen defekten Supercharger. Das sieht man ihm aber nicht an. Ich merke es erst, nachdem ich vom Burgerking nach 20 Minuten zurück bin und nur 10 km nachgeladen wurden. Nach ein paar nicht jugendfreien Bemerkungen wechsele ich den SuC. Aber hier das gleich Ergebnis. Die Amperzahl schwankt wild zwischen 20 und 0 Ampere hin und her. Ich rufe bei Tesla an, um sicher zu gehen, dass nicht mein Auto Schuld ist und erfahre dort, das der Defekt bereits gemeldet ist und nur der Stall 3B funktioniert. Na Gott sei Dank. Nach diesem unfreiwillig verlängerten Aufenthalt kann ich endlich ohne weitere Probleme nach Hause fahren. Fazit: Das Navigationssystem ist leider so lausig programmiert, dass der Softwareentwickler/in an die Wand gestellt gehört oder zumindest sofort gefeuert, was in USA ja kein Problem sein sollte. Schade, dass man auf dem System keine Fremdsoftware installieren kann, dann gäbe es sicher längst eine vernünftige Alternative von einem unabhängigen Entwickler, die auch wirklich auf Google Maps basiert. Dafür würde ich auch gerne Geld ausgeben. Aber was solls, ich weiß ja inzwischen, wie ich damit umgehen muss.....
204 Antworten
Mit Reisetempo 200 km/h war nie die Durchschnittsgeschwindigkeit gemeint gewesen. Bei den vielen Baustellen und Tempolimits ist das auch fast unmöglich.
Ich wollte lediglich deutlich machen, dass ich persönlich noch nie auf unliniierten dreispurigen Autobahnen einen Tesla mit Tempo 200 oder mehr gesehen habe. Das ein Tesla-Fahrer mal aus Tempo 90 mit max. Beschleunigung davon fährt scheint ebenfalls äußerst selten zu sein. Wahrscheinlich nur wenn von hinten ein S6 drängelt.🙄
Auf unliniierten Autobahnen fahre ich immer langsam, weil die anderen immer so Schlangenlinien fahren. 😁
Zitat:
Ich wollte lediglich deutlich machen, dass ich persönlich noch nie auf unliniierten dreispurigen Autobahnen einen Tesla mit Tempo 200 oder mehr gesehen habe.
Offensichtlich sind wir uns also noch nie begegnet. Aber Spaß beiseite, man spart natürlich viel Strom, wenn man langsamer fährt, und wer keine Lust hat, den Akku nachz laden, der fährt halt langsamer. Bei drei Ladestopps zwischen M und HH, die man möglichste auch sinnvoll nutzen kann (einkaufen, Essen, Kaffe trinken), kann man ruhig mal ein bischen aufdrehen und Spaß haben. Schade ist nur, dass die Qualität des Essens auf den Autohöfen meist unterirdisch ist. Vielleicht sollte man mal einen Thread aufmachen mit Erfahrungsberichten, was die Restaurants oder Einkaufsmöglichkeiten auf Autohöfen mit Supercharger angeht.
Keine schlechte Idee. Pfaffenhofen vor München ist z.B. sehr gut.
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Zitat:
@peter_4G schrieb am 26. Oktober 2016 um 13:54:41 Uhr:
Ich fahre momentan einen A6(Diesel) und bin hier unterwegs, um zu sehen, mit welchen Problemen Tesla so zu kämpfen hat. Ich finde den Wagen sehr interessant. Und in absehbarer Zeit werde ich auf E-Auto umsteigen.
Ich bin vom 4G auf das MS umgestiegen und will sicher nicht mehr zurück😎
Zitat:
Reisegeschwindigkeit 200 kann ich mir auch nicht vorstellen. Bei mir steht der Tempomat (mit ACC = automatisches Abstandhalten) immer auf ca. 180. Und wenn die Strecke frei ist und es mal einer hinter mir wissen will, gehe ich auch gerne mal auf 220 hoch.
Bei dem Tempo wird die Reichweite des MS schon halbwegs nach unten gehen. Mit einem aktuellen 90D schätze ich 250 bis 300 km. Als Österreicher kann ich hier keine Erfahrungswerte vorweisen😉
Zitat:
Die Innenraumgeräusche werden hauptsächlich durch den Fahrtwind verursacht. Da sollte also kein großer Unterschied zum E-Auto festzustellen sein.
Auf der AB ist der Tesla tatsächlich nicht leiser als der A6, aber auch nicht lauter. Hs. sind es nach meinem Empfinden die Abrollgeräusche, die ab einer gewissen Geschwindigkeit in den Vordergrund rücken.
Zitat:
Das größte Problem momentan scheint zu sein, dass noch nicht genügend Stromsäulen rumstehen. Und die Probleme mit dem Navi sind finde ich persönlich ebenfall unbefriedigend.
Gerade in Deutschland sind doch massig Supercharger vorhanden. Das Problem sehe ich eigentlich gar nicht.
Zitat:
Ich persönlich würde vom HH nach M den Flieger nehmen (Weniger Risiko, schneller, entspannter ankommen). 8h (egal in welchem Auto) finde ich persönlich schon ziemlich anstrengend. Am Tag 500 km hin und zurück finde ich für mich mit einem PkW vertretbar, wenn zwischendurch noch was produktives erledigt werden soll.
Dafür wäre also der Tesla ganz gut geeignet.
Genau! Weil Du je nachdem wie sehr Du Dich zügeln kannst zwischen 300 und 400 km ohne Nachladen fährst. Und für den Rest auf 500 km brauchst Du zwischen 10 und 25 min beim Supercharger. Das ist ok, finde ich.
Zitat:
Und noch eine große Frage: Wie lange halten die Batterien? Und was kostet ein neuer Satz samt Entsorgung und Neueinbau? Erst mit diesem Kostenfaktor ließe sich ein Kosten-Nutzen-Vergleich überhaupt anstellen.
Tesla gibt ja 8 Jahre und unbegrenzt km Garantie auf Akku und E-Motor. Es gibt also wohl noch niemand der über die Kosten für einen Tausch Auskunft geben kann. Im Tff Forum hat ein User 350.000 km auf seinem MS, bei 55.000 km wurde der Akku getauscht, der aktuelle hat also jetzt knapp 300.000 km😰 Das ist schon was. Der Mann fährt nach über 9.000 km im Monat und es funktioniert offensichtlich. Ich mache mir da wenig Sorgen.
Danke für den Bericht, war sehr unterhaltsam, speziell für Nostalgiker.
Ähnlich dürfte sich ein Reisebericht lesen, der zur Zeit des Postkutschen-Verkehrs geschrieben wurde.
Man tausche einfach "warten während des Ladens" mit "warten während des Pferdewechsels", "Interpretation der Navi-Ansagen" mit "Nachfrage bei ortskundigen Eingeborenen" etc.
Tipp: die Energieberechnungen, die erforderlich sind um überhaupt das Ziel zu erreichen mit einem Abakus durchführen, das steigert das Erlebnisgefühl noch signifikant.
Wer Rentner ist und gerne auch Sternfahrten mit Oldtimern unternimmt, ist mit so einem Wagen sicher bestens bedient. Richtige Abenteuer auf seiner alten Tage - toll.
Bitte mehr davon, gut für lange Winterabende (bzw. Ladepausen).
Zitat:
@Mobi Dick schrieb am 26. Oktober 2016 um 14:41:07 Uhr:
Ich wollte lediglich deutlich machen, dass ich persönlich noch nie auf unliniierten dreispurigen Autobahnen einen Tesla mit Tempo 200 oder mehr gesehen habe.
An einem Mangel an Reichweite dürfte das in den meisten Fällen nicht liegen, da auch nicht alle Tesla-Fahrer jeden Tag Langstrecke fahren sondern wohl in der Regel nicht mehr als 100-150 km.
Ich fahre jedenfalls auf meiner täglichen Pendelstrecke auf der A9 selten mehr als 130 km/h, obwohl es die die 50 km Strecke auf der Autobahn doch immer wieder ermöglicht, und die Akkukapazität wegen täglicher Ladung Zuhause problemlos ausreichen würde.
Vielleicht haben die viele Tesla-Fahrer einfach erkannt dass die hohen Geschwindigkeiten kaum was in der Zeit bringen, und es eigentlich nur den Stresspegel erhöht mit hoher Differenzgeschwindigkeit auf der Überholspur unterwegs zu sein. Und trotz einer akzeptablen Geschwindigkeit auch noch energiesparend unterwegs zu sein kann auch Spaß machen.
Ich bin vor mehr als 10 Jahren auch gerne häufig mit Gaspedal auf Anschlag und am Tempobegrenzer gefahren. Dies hat sich mit wenigen Ausnahmen aber weitgehend gegeben, nachdem ich seit vielen Jahren auch mit dem 18 t Wohnmobil im LKW-Tempo ohne Tempobegrenzer, aber mit nicht mehr als 90 km/h unterwegs bin.
Und beweisen müssen die Tesla-Fahrer nichts, da die technischen Daten für sich sprechen. Obwohl, manchmal macht es bei der Einfahrt in die Autobahn schon Spaß mal kurz Gas zu geben und einzufädeln wo andere mit weniger Beschleunigsvermögen Probleme hätten. Aber manche Verbrennerfahrer meinen bei Sichtung eines Tesla was beweisen zu müssen, und meinen mit allen Mitteln an allen möglichen Stellen überholen zu müssen, obwohl ich die zulässige Höchstgeschwindigkeit fahre, und sie auf diesen Strecken wegen des starken Verkehrs sowieso kaum Zeit einsparen werden. 🙄
Ich denk mir dann immer: Wenn sie es nötig haben, lass sie einfach fahren.
Die Gelassenheit beim Fahren geht mittlerweile so weit, dass ich teilweise längere Strecken auf Bundesstraßen fahre, auch wenn die Fahrzeit etwas länger ist. Meine Frau meinte letzthin anlässlich einer Fahrt nach Salzburg über die Landstraße, das könnten wir doch öfter machen, auch wenn es etwas länger dauert. Da sieht man mehr von der Landschaft, hat selten Stau und man kommt sehr entspannt an. Und natürlich verlängert sich durch das langsamere Fahren auf der Landstraße auch die Reichweite und man kann dann den einen oder anderen Ladestop einsparen.
Die maximal erzielbare Durchschnittsgeschwindigkeit mit einem Tesla über sehr lange Strecken auf der Autobahn liegt irgendwo bei 90-100 km/h. Das ist zumindest am Wochenende wenn keine LKWs unterwegs sind auch nicht viel schneller als wenn man eine oft kürzere Strecke über die Bundesstraßen wählt.
Genau hier fehlt mir eine geeignete Unterstützung durch das Navi das Autobahnen weitgehend meidet, aber trotzdem die nötigen Ladestopps an SuCs mit einplant, auch wenn dazu ein kurzes Stück Autobahn zu fahren ist.
Also einfach mal tief durchatmen und runter vom Gas und dahingleiten und Gelassenheit zeigen. 😁
Zitat:
@egn schrieb am 27. Oktober 2016 um 14:38:25 Uhr:
Die maximal erzielbare Durchschnittsgeschwindigkeit mit einem Tesla über sehr lange Strecken auf der Autobahn liegt irgendwo bei 90-100 km/h.
Genau das ist der Punkt, völlig egal ob 70kWh Akku oder jetzt der 100kWh Akku. Auf Strecke ist der Schnitt zu gering, weil man nahezu auf das Niveau eines LKW oder Wohnmobil sinkt. Drum nutze ich den Tesla nur noch im Bereich bis max 300km und für den Rest nehme ich entweder den Verbrenner oder fahre gleich Zug bzw. buche einen Flug.
Das taugt noch nichts auf deutschen Autobahnen. Da ist der Verbrenner immer noch das Maß der Dinge.
Grüße
Rudi
Zitat:
@Goodwin schrieb am 27. Oktober 2016 um 13:31:55 Uhr:
Danke für den Bericht, war sehr unterhaltsam, speziell für Nostalgiker.
Ähnlich dürfte sich ein Reisebericht lesen, der zur Zeit des Postkutschen-Verkehrs geschrieben wurde.Man tausche einfach "warten während des Ladens" mit "warten während des Pferdewechsels", "Interpretation der Navi-Ansagen" mit "Nachfrage bei ortskundigen Eingeborenen" etc.
Tipp: die Energieberechnungen, die erforderlich sind um überhaupt das Ziel zu erreichen mit einem Abakus durchführen, das steigert das Erlebnisgefühl noch signifikant.Wer Rentner ist und gerne auch Sternfahrten mit Oldtimern unternimmt, ist mit so einem Wagen sicher bestens bedient. Richtige Abenteuer auf seiner alten Tage - toll.
Bitte mehr davon, gut für lange Winterabende (bzw. Ladepausen).
Treffende Beschreibung. Ich sehe den Model S auch als Spielzeug mit dem man sich gerne mal einläßt. Daher paßt auch der Vergleich mit einem Oldtimer, weil ein vergleichbares Freizeitverhalten damit gelebt wird.
Für ernsthafte zügige Fortbewegung taugen beide nicht.
Zitat:
Für ernsthafte zügige Fortbewegung taugen beide nicht.
Gilt wohl in erster Linie nur noch für Deutschland. Bei max. 110-130 km/h sieht das wohl etwas anders aus. Und die erlaubte Geschwindigkeit wird europaweit eher noch weiter sinken.
Zitat:
@P85D-RudiL schrieb am 29. Oktober 2016 um 14:16:26 Uhr:
Drum nutze ich den Tesla nur noch im Bereich bis max 300km und für den Rest nehme ich entweder den Verbrenner oder fahre gleich Zug bzw. buche einen Flug.
Ich habe früher statt dem Verbrenner auch gern die Bahn und das Flugzeug genommen, aber mich nerven beide mittlerweile zunehmend. Arbeiten kann ich ohne funktionierende Internetverbindung sowieso nicht, und es schaut dann bei den beengten Platzverhältnissen auch immer jemand über die Schulter. Dies verbunden mit dem zusätzlichen Aufwand für die Fahrt zum Bahnhof/Flughafen und vom Bahnhof/Flughafen zum eigentlichen Ziel haben dazu geführt dass ich meine geschäftlichen Langstreckenreisen komplett umgestellt habe.
Ich fahre mit dem Tesla je nach Strecke einfach 1-2 Stunden früher los, und nutze die Pausen am SuC um zu arbeiten. Da hatte ich bisher immer schnelles Internet und so kann ich nötige Dinge erledigen. Am letzten SuC vor dem Ziel verbringe ich dann Restzeit produktiv so dass ich dann punktlich zum Termin eintreffe. Am letzten SuC lade ich dann so viel wie es geht so dass ich auf jeden Fall wieder den SuC erreiche, wenn es am Ziel keine Lademöglichkeit gibt.
Zitat:
Das taugt noch nichts auf deutschen Autobahnen. Da ist der Verbrenner immer noch das Maß der Dinge.
Man muss nur die Zeit am SuC sinnvoll nutzen und hat keinerlei Nachteil. Ob man jetzt bei Nutzung eines Verbrenners mit dem man die Strecke im Schnitt mit 130 km/h fährt und durch die Zeit vorher/nacher nutzt, oder mit dem Tesla auf den Streckenabschnitten zwischen den SuCs auch mit 130 km/h fährt und an den SuCs die Pausen nutzt, macht prinzipiell keinen Unterschied.
Es ist letztlich nur eine Sache der Organisation. 🙄
So fahre ich 1-2 mal im Monat Strecken von 400-600 km mit einer Reisezeit von 4-6 h wie vorher schon mit dem Verbrenner jetzt mit dem Tesla und finde es ganz angenehm. Letztlich bringt es kaum noch einen zeitlichen Vorteil auf den wenigen unbeschränkten Strecken, soweit es die Verkehrsverhältnisse überhaupt zulassen, mit mehr als 200 km/h zu fahren. Im Gegenteil hat das sehr schnelle Fahren eher den Nachteil dass man einem erheblich größerem Risiko und Stress ausgesetzt ist. Dies vermeide ich mittlerweile so weit es geht zu meinem Vorteil und dem meiner Familie.
Natürlich gibt es einige Langstrecken wie zu Freunden nach Südfrankreich oder nach Cherbourgh zu Fähre nach Irland, die wir 1-2 mal im Jahr mit Fahrertausch in einem Tag fuhren, die wir jetzt mit dem Tesla nicht mehr in einem Tag schaffen. Da müssen wir dann wohl dann eine Übernachtung einlegen, oder vielleicht doch dann noch mit dem Verbrenner fahren. Wir freuen uns schon wenn es in Irland ein paar SuCs gibt.da müssen wir uns halt dann etwas umgewöhnen, aber wir werden es bestimmt überleben.
@Emil, so hatte ich das zu Anfang auch gemacht, damit ich trotz Ladestopps pünktlich bin.
Dann fingen mich diese häufigen und relativ langen Stopps an zu nerven.
Man muss sich diesem Auto anpassen. Meiner Meinung nach muss es umgekehrt sein.
Mit dem Verbrenner kann ich so langsam fahren wie mit dem Tesla, wenn es sein muss oder wenn ich es will aber auch schneller, ohne Probleme. Damit meine ich nichtmal >200km/h sondern 140-180km/h was nun nicht übertrieben ist.
Schön dass sie ihren Weg gefunden haben. Tesla Kurzstrecke, Verbrenner Langstrecke.
Darf ich fragen, was fahren sie denn noch für anderes Auto?
Ich gehe aber davon aus, dass egn es so meint, wie er schreibt, also gut damit klar kommt.
Es gibt ja persönliche Bedürfnisse und die sind nun mal unterschiedlich.
Schön das es beides gibt.
Was tut das zur Sache, welcher Verbrenner? Es ist ein bequemes und schnelles Auto, welches ich immer häufiger nutze weil weniger Umstände. Mit dem Tesla fahre ich nicht mehr viel, dieses Jahr waren es nur 18.000km. Im Jahr davor fast doppelt so viel.
Das Vergleich mit dem Oldtimer passt schon, man kann es als Spassauto nehmen, dafür sind beide auch wirklich ok.
Zitat:
@egn schrieb am 29. Oktober 2016 um 16:23:12 Uhr:
Ich habe früher statt dem Verbrenner auch gern die Bahn und das Flugzeug genommen, aber mich nerven beide mittlerweile zunehmend. Arbeiten kann ich ohne funktionierende Internetverbindung sowieso nicht, und es schaut dann bei den beengten Platzverhältnissen auch immer jemand über die Schulter.
Im Tesla den Autopiloten einschalten und während der Fahrt arbeiten. 😉