Hilfe beim Gebrauchtwagenkauf Volvo XC60
Hallo liebe Community,
ich interessiere mich sehr für einen Volvo XC60 von 2012 mit D3 Motor (163 PS). Bisher klingt alles super, was der (Privat-)Verkäufer inseriert und persönlich zugeschickt hat und ich wollte mich auf eine Reise (>4h) am Wochenende machen, um den Wagen zu besichtigen. Ggf. würde ich ihn auch direkt kaufen. Jetzt kommen mir allerdings doch ein paar Sachen komisch vor:
1. Im Mai 2022 wurde bei Volvo der Zahnriemen bei 155.000 km gewechselt - vom Vor-Vorbesitzer. Kühlwasserstand wurde auch geprüft. Auf der Rechnung steht noch ein Befund: ,,Kühler undicht. KVA anbei. Beginnende Klappergeräusche Unterdruckpumpe" Allerdings wurden diese Arbeiten scheinbar dort nie gemacht und eben dieser KVA wurde mir auch nicht mitgeschickt.
2. Danach wurde im Herbst desselben Jahres auch HU/AU gemacht, mit Nachuntersuchung, da hinten die Bremsen gemacht werden mussten. Kein Wort vom Kühler.
3. Im darauffolgenden Herbst 23 war er nochmal bei Volvo, da am Turbolader ein Ventil und Regler getauscht wurden. Kein Wort vom Kühler. Stattdessen Befund: ,,Sporadische Fehlermeldung Glühkerze, Zylinder Nr. 4 und Vakuumpumpe - Klappergeräusche beachten."
4. Wir haben ein Bild mit verdächtigen Spritzern neben dem Kühlwasserausgleichsbehälter (s.Foto).
Lange Rede, kurzer Sinn: Verkäufer sagt, dass das Auto astrein ist und nichts gemacht werden muss. Er will sich jetzt nach 7 Monaten ein größeres Auto kaufen. Das Auto hat jetzt 182.000 km und er hat es mit 171.000 gekauft. Kann das insgesamt auf gravierende Mängel am Kühlsystem hindeuten? Woran erkenne ich einen Defekt am Kühler am besten. Kann ich mir die Reise sparen? 🙂
Vielen Dank für eure grobe Einschätzung
51 Antworten
Zitat:
@Mike_747 schrieb am 28. Juni 2024 um 07:39:14 Uhr:
Kann ich erkennen, ob da Kühlerdicht eingefüllt wurde?Wenn man die ,,Riemen des Todes" 🙂 auswechselt, zählt dann der große Zahnriemen auch dazu oder diesen dann wirklich nur alle 150.000 km?
Wie häufig sollte man den Ölwechsel bei diesem Motor machen? Mir wurde geraten, das 1x im Jahr oder alle 30.000 km zu machen. Letzteres wird wahrscheinlich etwas über meiner jährlichen Laufleistung liegen.
Ich habe als Fahranfänger mal Kühlerdicht in meinen ollen Jetta Diesel reingekippt. Man konnte auch im Ausgleichsbehälter nichts davon sehen. Ich denke man würde es nicht merken/sehen, wenn es verwendet wurde.
Der Nebenaggregateriemen ist alle 90.000 km fällig, der Zahnriemen alle 10 Jahre oder 180.000 km. Da der Nebenaggregateriemen einen gewissen Bauzeitraum lang anfällig war, bzw. auch der Spanner, wird im Forum zum Wechsel des Riemens, des Spanners und der Rollen alle 60.000 km geraten. Mache ich auch so und hatte nie Ärger damit. Und so teuer ist’s nicht. Einen Zahnriemenwechsel würde ich jedoch immer mit Wasserpumpe erledigen lassen, denn die haben wohl auch kein ewiges Leben und als Verbundarbeit ist der Aufpreis überschaubar.
Ölwechsel: Nach einem Jahr oder 30.000 km. Die 30.000 km sollte man nicht ausreizen, aber wenn deine Jahresfahrleistung darunter liegt, passt es ja.
Interessante Diskussion, aber das geht hier etwas in die Breite und betrachtet Nebenkriegsschauplätze. 😉
Wenn es die Spritzspuren am Kühlmittelbehälter gibt und das sieht so aus, dann war da schon Überdruck. Es könnte also ein Problem geben, das zum wirtschaftlichen Totalschaden führt und egal was ich tue, ich werde das nicht ausschließen können. Bei einer normalen Probefahrt wird das nicht sichtbar. Beim normalen Werkstattcheck wird man es nicht sehen. Erst nach Langstrecke mit schön Last kommen die ersten Symptome.
Der Verkäufer behauptet er weiß nichts und das Gegenteil wird man ihm im Nachhinein nie beweisen können, da garantiert auch die Werkstätten im Vorfeld keine genaue Diagnose gemacht haben, weil viel zu aufwendig. Da gab es Kühlmittelverlust und dann gab es die Aussage beobachten, evtl. Leck im Kühlsystem. Da muss keiner was reingeschüttet haben, da hat man wahrscheinlich gar nichts gemacht. Da kam dann der Tip, wenn nix zu sehen, dann lieber abstossen, solange es nicht offensichtlich ist und genau das wird jetzt gemacht. Kann gut gehen, muss aber nicht und dann ist das ein Totalschaden. Also gar nicht erst hinfahren.....das birgt einfach das Risiko eines "guten Gefühls" und man kauft dann trotz Bedenken...weil der Verkäufer doch seriös wirkte und noch mal Nachlass gewährt hat. 😉
Wenn der Motorraum so aussieht, hat da weder eine Werkstatt gründlich nen Fehler gesucht, noch hat der Verkäufer wirklich Interesse am Fahrzeug. Also ganz deutlich meine Empfehlung: Finger weg und nicht hinreisen!
KUM
Vielen Dank für die zahlreichen Tipps.
Ohne die, würde ich jetzt auf vieles nicht achten 🙂
Die Tickets hatten wir schon gebucht und zur Not machen wir etwas Sightseeing und fahren so nach Hause, wie wir gekommen sind. Mit Erfahrung 😁
Wir haben uns auf jeden Fall jetzt einen CO2-Lecktester (ZKD) ausgeliehen. Wir starten direkt damit und falls er den Test nicht besteht, gehen wir gar nicht erst auf Probefahrt.
Habt ihr Erfahrung mit diesen Geräten? (s.Bild)
Das meinte ich...das Gerät wird dir nicht helfen. Das schlägt erst an, wenn der Schaden schon deutlich ist.
Aber egal...viel Spaß beim Kurzurlaub, vielleicht hast Du ja auch Glück.
KUM
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Wenn die ZKD defekt ist dann hilft das auf jeden Fall.
Lass es bitte drauf und stelle den Motor ab - ich hatte einmal den Fall, das es erst dann ausgeschlagen hat - und den Motor hab ich dann gemacht, das war ganz eindeutig zu sehen, das der in das Wasser "geblasen" hat - aber wie gesagt, mit dem CO Tester erst, als der Motor abgestellt wurde - warum auch immer
Nur wegen der ZKD verkauft niemand das Auto....bei nem vermuteten Riß schon....und den bemerkst Du halt nicht... Ja, OK, bin hier mal der Miesepeter..😁
KUM
Dankeschön. Wir schauen uns das an und ich werde berichten. Ansonsten gehen wir nochmal weiter auf die Suche. Ein XC60 mit 5 Zylinder Diesel soll es auf jeden Fall werden.
Zum Thema Flecken/Spritzer in der Nähe vom Ausgleichsbehälter:
Ich hatte ja nun genau das Problem, was hier als Horrorzenario dargestellt wurde...
Obenraus, also am Deckel, spritzt da schon mal gar nichts, sondern das Sicherheitsventil lässt den Überdruck unter dem Behälter raus.
Es sieht eher so aus, als wenn jemand den Deckel geöffnet hat, als noch Druck drauf war. Dann könnten die Spritzer daher rühren.
Ansonsten kann ich so ungefähr das bestätigen, was hier geschrieben wurde. Ca. ein 3/4 Jahr/30000km nach Kauf bei recht mildem Fahrverhalten (meist so 130 Tempomat und 90% Langstrecke) ging der Spaß los. Weil der Händler die Wapu mit gewechselt hat und von der Unterdruckbefüllung nichts wusste. Heißt im Umkehrschluss: wenn die Wapu nicht gewechselt wurde und auch sonst nichts am Kühlsystem repariert wurde, kann man das vermutlich ausschließen.
Allgemein finde ich, daß der Motorraum relativ siffig aussieht, zumal der Wagen verkauft werden soll. Bei mir ist er auch nicht clean, aber zumindest einigermaßen sauber. 😉
Ich persönlich habe mit Privatkäufen bessere Erfahrungen gemacht als bei Händlern. Was natürlich daran liegt, daß solche alten Buden selten bei Volvo stehen, sondern eher beim Fähnchenhändler.
Von daher und weil ja die Bahnkarten schon auf dem Schrank liegen, würde ich den Wagen vor Ort in einer Werkstatt vorstellen, die auch Ahnung von den Elchen haben.
Falls es zum Kauf kommt, würde ICH alle Riemen, Spannrollen Wapu etc. nochmal frisch machen. Wenn Du eine Werkstatt hast, wo Du Markenmaterial! selbst mitbringen kannst, dann liegst Du zwischen 180 und 200€ fürs Material.
Also insgesamt überschaubar.
Der Rest ist Bauchgefühl. Es gibt Privatverkäufer (so wie ich 😉), da bekommst Du sämtliche Rechnungen mit dazu. Es kann zwar immer mal was sein, was man übersieht. Aber mir wäre unwohl, wenn ich ein Auto privat unrepariert verkaufen würde. Es sei denn, der Käufer will das so. Gibt's ja auch... 😁
@volvocarl Dank dir für die ausführliche Beschreibung. Wir haben nochmal mit dem Verkäufer gesprochen und er hat kein Problem damit, dass wir den in der Werkstatt durchchecken lassen. Schonmal ein gutes Zeichen. Das Bauchgefühl wird enorm wichtig morgen. Passt da was nicht zusammen, auch in der Historie, lassen wir die Finger davon. Sollten wir das Auto kaufen, werden wir nochmal eine ausgiebige Grundinspektion unternehmen und die Riemen, etc. wechseln lassen.
Moin zusammen,
Meiner Meinung nach kann der TE sich an den Beiträgen von KUMXC orientieren. Dort steht die Handlungsempfehlung klar drin, Diese deckt sich mit meiner Meinung. So ein Dreckloch als Motorraum zum Verkauf zu präsentieren, läßt Rückschlüsse auf die Fahrzeugbehandlung des
verkäufers zu. So sah mein Motorraum nach 14 Jahren Haltedauer zu keinem Zeitpunkt aus. Wohlgemerkt: ohne Motorwäsche!
Viel Glück beim Volvokauf
wünscht Peter
Der bloße Zustand des Motorraumes - hier verstaubt, ist nicht zwingend ein Indikator für seinen Zustand.
Wer viel in ländlichen Gegenden unterwegs, auch mal 'nen Feldweg fährt, wird ähnliches feststellen können.
Kann ein " Städter" natürlich nicht nachvollziehen.
Ist es staubig, ist es verdächtig, ist frisch geduscht, ist es auch verdächtig 🙂
Frei nach dem depressiven Kierkegaard:
Kauf es, und du wirst es bereuen.
Kauf es nicht, und du wirst es auch bereuen.
Kauf oder kauf es nicht, du wirst beides bereuen 😁
Ich habe früher mal an einer unbefestigten Straße gewohnt, da sah mein Auto auch so aus.
Edit
WODE123 war schneller
Ohne jetzt was sagen zu wollen...
Den Motorraum als nur "verstaubt" zu deklarieren, geht wohl an den tatsächlichen Istzustand leicht vorbei. Auch wenn ich beim Verkauf frischpolierte Motorräume ablehne - so muss das nicht unbedingt aussehen. Man kann zumindest mal grob "feucht durchwischen". 😁
Ein bisschen staubig ist ok und zeugt, was Ölspuren, Undichtigkeiten etc. angeht, von einem ehrlichen Auto. Aber so mistig?
Aber egal, dann sieht man evtl. Probleme noch eher.
Gut ist doch zumindest, daß der Verkäufer nichts gegen eine Überprüfung in der Werkstatt hat. Schon mal ein guter Anfang.
Moin Leute, meine Frau und ich sind zurück aus Norddeutschland. Es war ein sehr schöner Kurztrip. Wir haben auf jeden Fall ein leckeres Bier getrunken. Ihr könnt euch daher denken, dass wir mit der Bahn wieder zurück gefahren sind 😉
Was haben wir alles recherchiert, uns erkundigt und Vorbereitungen getroffen? Entscheidend war eigentlich schon der erste Eindruck. Verkäufer kam uns am Bahnhof abholen und wir sahen direkt, dass die Bilder seeehr vorteilhaft aufgenommen wurden. Eigentlich ist es krass, dass er sich beim Motorraum so gar keine Mühe gegeben hat. Aber er lebt auf einem Bauernhof. Und wollte den Siff damit erklären
Die Spritzer waren gar nicht allzusehr zu erkennen, aber auch gar nicht mehr das größte Problem. Rundherum war der Wagen schon arg gebraucht. Kratzer ohne Ende. Naja, vieles aufbereitbar, trotzdem schade. Wir sind dann zu einer Werkstatt, und haben einen Check machen lassen. Übrigens wollte der Verkäufer mich dann doch nicht so einfach probefahren lassen - komisch. Brauchte ich dann im Endeffekt aber auch nicht mehr.
Der Mechaniker war zwar an sich ganz angetan von dem Auto. Allerdings ging die ABS Meldung an bei ihm in der Prüfung. Verkäufer meinte dass das nur einmal kurz im Winter kam und man sah es auf der Fahrt vorher auch nicht. Linker Raddrehzahlsensor VR spuckte Fehlermeldung aus. Befund: könnte nur der Sensor sein, oder der Anfang von etwas Größerem.
Soweit so gut, gab die Werkstatt bei Sichtung aber auch kein klares Nein. Alles erstmal trocken und unauffällig. Aaaaber dann verlor sich der Verkäufer in Widersprüchen. Das Auto war gar nicht auf ihn angemeldet, sondern auf den Vater, der z.Zt. im Ausland. Aha. Er konnte es also gar nicht einfach verkaufen. Am Telefon hatten wir vorab genau das gefragt. Und dann: Er konnte auf einmal kein Checkheft finden, obwohl er es letztens noch gesehen hat. Und bei genauer Sichtung der (vorhandenen) Unterlagen kam raus: Er ist schon der 4. Halter, nicht, wie behauptet, der 3. Dazu gab es noch mysteriöse Rechnungen von einem Batteriewechsel in Polen und größeren Arbeiten bei Volvo direkt vor ein paar Jahren, wobei hinten Schlussleuchten ausgetauscht wurden.
Ganz zum Schluss kam aber noch ein K.O.-Kriterium hinzu: Wir hatten schon signalisiert dass das wohl nichts wird, schauen nochmal in den Motorraum und meiner Frau fällt auf, dass die Dämmung der Motorhaube riesige Flecken aufweist. Wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort: ,,Das ist vom Salz im Winter". Man sah jedoch, dass da etwas direkt von unten mit Druck draufgespritzt ist. Vor allem, wie soll so viel "Salzwasser" bis dahin gekommen sein, wenn da eine Verkleidung unter dem Motor hat? Der S60 von einem Bekannten hat null Flecken dort, keinen Unterfahrschutz und 100tkm mehr auf der Uhr.
Fazit: Wir haben dazugelernt. 😁 Wir werden ein wenig mehr in die Kriegskasse pumpen und in Ruhe nach unserem Traumauto suchen - Fokus auf seriöse Händler, einem XC60 mit plausibler Historie und in einem gepflegten Zustand
Und vielen, vielen Dank nochmal für eure Tipps. Das hat uns echt den A**** gerettet. Wir haben dadurch auf so viele Sachen geachtet und ich bin froh hier nachgefragt zu haben 🙂
Gute Nacht. War ein langer Tag heute 😉