Empfindliche Crashsensoren in der E-Klasse - 4 Airbags offen nach leichten Aufprall
Hallo Zusammen,
ich wollte der Community mein erstes unliebsames Ereignis in einer E-Klasse nicht vorenthalten. Ich selbst fahre normalerweise keinen Mercedes, sondern hatte das Glück, bei der Autoanmietung von Mondeo auf eine neue E-Klasse upgegraded zu werden. Aus dem Glück wurde aber Riesenpech!
Beim Rangieren in einer Tiefgarage habe ich leider einen fixen Begrenzungspfosten übersehen. Das Tempo war überschaubar, es war lediglich D eingelegt und das Auto ist mit Standgas gerollt. Der Schuhkarton am Rücksitz hat sich beim Aufprall keinen cm nach vorne bewegt.
Das Ergebnis waren 4 aufgegangene Airbags. Meiner Meinung ein wenig Überreagiert. Die Redewendung "Mit Kanonen auf Spatzen schießen" ist hier noch mächtig übertrieben, aber seht selbst.
Kann es sein, dass die Sensoren nicht richtig eingestellt oder kalibriert waren? Wenn so eine normale Reaktion aussieht, dann hab ich jetzt echt Angst, wenn jemand bei meinem Auto anläuft!!!
Beste Antwort im Thema
Ist da ne Pulle Vodka in der Fahrertüre?
169 Antworten
Naja zum Glück habe ich diese Probleme mit meinem /8 nicht. Der hätte die Stange weggebügelt und ich hätte mich danach gefragt: "War was?"
:-)
Zitat:
@petaxl schrieb am 29. März 2018 um 13:36:01 Uhr:
Tatsache bleibt, dass bei diesem Blechschaden kein Airbag auslösen darf.
Den meisten hier ist es anscheinend immer noch nicht ganz klar was da passiert ist. Irgendwann und irgendwie müssen die Airbags auslösen. Dazu gibt es Sensoren. Diese sind bei Mercedes (hier Bilder von W211) links und rechts neben den Kühler angeordnet. Schaut euch bitte die Bilder genau an. Die rot markierten Teile sind Beschleunigungssensoren:
https://www.motor-talk.de/.../...beschleunigungssensor-i208740324.html
Wenn jemand bei einem rollenden Wagen diesen Sensor auch ohne Aufprall mit einem Hammer schlagen würde, dann würden die Airbags auslösen. Nicht das Auto im ganzen sondern nur diese Sensoren entscheiden, ob die Airbags auslösen oder nicht. Nimmt einfach einen Hammer und haut auf die Sensoren und schon macht es Peng. Der TE hat unglücklich genau diese Ecke getroffen und genau diesen Sensor zerschmettert. In dem Moment ist eine so große Beschleunigung im Sensor entstanden, dass der Sensor glaubt, dass der Wagen möglicherweise 100 km/h schnell gefahren ist. Nicht die Fahrzeuggeschwindigkeit entscheidet ob die Airbags auslösen, sonder nur diese Sensoren. Da ist keine Zeit zum Berechnen mit der Fahrzeugdeschwindigkeit oder sonst was. Sobald das Fahrzeug bewegt wird und einer der Sensoren einen Schlag registriert und die Sitzmatte belegt ist, Peng.
Direkt daneben befinden sich auch massive Träger und diese sind beim TE vermutlich ganz schön verbogen. Wenn ich die Wulst in der Haube sehe, dann hat das Ganz schön geknallt. Ich würde so gerne unter die Haube sehen. Da sind massive Teile komplett verbogen.
Schaut euch dieses Video genau an:
https://www.youtube.com/watch?v=LiDmr8MI0Po
Die Airbags explodieren BEVOR das Fahrzeug durch den Aufprall abgebremst wird (Sekunde 0:31). Auch in der Sekunde 0:39 sieht man es schön. Die Airbags sind draußen und die Karosse ist nicht ein Stück langsamer.
Also vom Airbag-Ablauf her:
1. Das Fahrzeug fährt gegen ein Hindernis
2. Das Fahrzeug berührt mit der Haube als erstes die Wand, ohne dass es langsamer wird, der Aufprall steht bevor
3. Die Sensoren melden als erstes einen Aufprall, das Fahrzeug rollt jedoch ungebremst weiter.
4. Die Airbags explodieren und kommen raus, das Fahrzeug ist weiterhin ungebremst
5. Erst wenn die Airbags draußen sind, übernimmt die Karosserie die Aufprallenergie auf, es kommt zum Abbremsen des Fahrzeuges (die Airbags sind schon längst draußen)
6. Erst jetzt wird die Bremsenergie auf die Insassen übertragen und die Insassen schlagen gegen die Airbags.
Fazit: die Airbags müssen noch vor dem Abbremsen der Karosserie explodieren und dafür müssen die Sensoren sehr weit vorne im Kühlerbereich liegen. Fahrzeugbeschleunigung spielt überhaupt keine Rolle. Wenn die Airbags explodieren würden, während die Karosserie durch einen Aufprall abgebremst wird, dann wäre es zu spät und die Airbags würden zu spät rauskommen. Die Airbags müssen also rausspringen, wenn die Sensoren den Aufprall melden und nicht wenn die Karosse abgebremst wird. Es geht nun mal nicht anders. Wenn man die Sensoren also unglücklich trifft und eine hohe punktuelle Energie an der richtigen Stelle aufgenommen wird, dann wird nicht lange berechnet ob das Fahrzeug nun langsam oder schnell ist.
Da ist noch was, der TE hat den Aufprall auch nicht mitbekommen. Aus seine Airbags waren eher draußen als der eigentliche Aufprall und durch die Airbag-Explosion, die nun mal sehr sehr laut und aufregend ist, hat er gar nicht mitbekommen, wie schnell er wirklich gewesen ist.
Zitat:
@Otako schrieb am 29. März 2018 um 14:27:55 Uhr:
Da ist noch was, der TE hat den Aufprall auch nicht mitbekommen. Aus seine Airbags waren eher draußen als der eigentliche Aufprall und durch die Airbag-Explosion, die nun mal sehr sehr laut und aufregend ist, hat er gar nicht mitbekommen, wie schnell er wirklich gewesen ist.
Danke dass du mir sagst was ich mitbekommen hab und was nicht! 🙄
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Erst hat es geknallt und dann hast du Sekunden später registriert was da überhaupt passiert ist.
Ich weiß wovon ich rede 😁 😁.
Jeder, der Airbagging gemacht hat, weiß wovon ich rede. Es ist laut, es knallt extrem laut, es ist heiß, es dampft, es stinkt. es ist nebelig von Talkum. Da passiert so viel, dass man für ne Halbe Minute mit sich selbst beschäftigt ist. Du hast doch Verbrennungen 2. Grades. Du hast den Poller übersehen und wenn du ehrlich bist, kannst du gerne zugeben, dass du von dem Aufprall selbst außer der stinkigen, heißen und nebeligen Knallerei nicht viel mitbekommen hast, geschweige die Aufprallgeschwindigkeit.
In einem Airbag ist mehr Sprengstoff als in einer Handgranate. In einer Handgranate sind ca 60 Gramm Sprengstoff und deine Airbags haben zusammen weit über 200 Gramm.
Dir knallen 3 Handgranaten um die Ohren und du guckst auf deinen Tacho und erzählst uns hier, dass du aufgerollt bist???
😁😁
Hallo, hier mal ein Video zur Airbag-Auslösung
an einem stehenden Auto.
Sehe ich immer wieder gerne.
Meinst aber nicht ernst, oder? Fake. Handtasche gegen Stoßstange. Wenn das für Airbagauslösung reichen soll lass ich die alle bei mir abschalten oder gehe zukünftig zu Fuß. (Seltsam, dass der Filmer offenbar schon vorher wusste, was hier gleich passiert)
Hallo ins Forum,
Zitat:
@Srdo13 schrieb am 29. März 2018 um 10:32:59 Uhr:
Genau das macht ein Airbag. Ein Airbag tut nicht den Gurt ersetzen und meines Wissens nach DARF er NICHT aufgehen wenn kein Gurt angelegt ist. Sitzerkennung hin oder her. Laut deiner Aussage also geht der Airbag auf wenn man unangeschnallt ist und eine geringe Geschwindigkeit (10km/h) fährt um bei einem Unfall den Gurt zu ersetzten. Aber was wenn man 10 km/h fährt und einer die frontal mit 80 Sachen drauf fährt? Hast also 90 km/h —> Airbags gehen auf und zertrümmern dir den Schädel weil weich sind diese nicht. Ich bin mir da ziemlich sicher das diese nicht aufgehen dürfen..
es gibt kein Verbot, dass ein Airbag nicht zünden darf, wenn der Gurt nicht angelegt ist. Früher war dies sogar üblich, da es keine Schlosssensoren gab. Dann ergaben sich die ersten Auffälligkeiten, dass der entfaltende Airbag bei nicht angeschnallten Personen mehr Schaden als Nutzen hatte (Airbag geht gegen den Körper auf und schlägt diesen zurück). Insoweit erfolgte dann eine Koppelung, dass der Airbag nur bei angeschnallten Personen aufgeht. Mit der verbesserten Sensorik und der schnelleren Signalverarbeitung wurde dann eine Differenzierung der Airbagauslöseschwellen eingeführt, um die Insassen in jeden Fall möglichst gut zu schützen.
Insoweit erfolgt bei nicht angeschallten Personen eine frühere Auslösung, um den Gurt zu ersetzen. Dafür bleibt er bei höheren Verzögerungen drin, damit die schädlichen Wirkungen nicht auftreten. Insoweit hast Du meine Aussage falsch verstanden. Es geht immer um die Gesamtverzögerung, die auf das Fahrzeug wirkt. Da der TE gegen ein festes Hindernis gefahren ist, ist da nur seine Geschwindigkeit entscheidend.
In Deinem Beispiel eines Frontalaufpralls müssen die Geschwindigkeiten addiert werden, um die vergleichbare Last gegen ein festes Hindernis zu ermitteln. Hier würden also 90 km/h zu Buche schlagen und der Airbag bliebe bei unangeschallten Personen daher drin. Es geht also keineswegs nur um die Geschwindigkeit des eigenen Fahrzeugs.
Beim TE haben die ca. 10 km/h bei unangeschalltem Fahrer ausgereicht, da er durch den punktförmigen Aufprall gegen den Posten zufällig zielsicher den linken Upfront-Sensor erwischt und vermutlich zerstört hat. Hierdurch ergab sich eine für unangeschallte Personen ausreichende Verzögerung für die Airbagauslösung.
Übrigens ist die Upfrontsensorik, die im Thema bereits bildlich gezeigt wurde, keinesfalls allein für die Airbagauslösung zuständig. Es gibt z.B. noch eine Überrollsensorik und den Hauptbeschleunigungs-/Gierratensensor. Das ganze System ist hochgradig komplex aufgebaut und daher aus gutem Grund nur etwas für Fachleute.
Viele Grüße
Peter
Hab' letztes Jahr mal einen S212er am Ende der Probefahrt (beim Einparken vor dem Autohaus) gegen einen hervorstehenden Pfosten gesetzt (rückwärts).
Keine Airbag-Auslösung, zum Glück.
Aber halt 1000€ Selbstbeteiligung.
Yeah.
Mir war das vor allem unglaublich peinlich.
Hier wird seitenweise über die Auslösestrategie der Airbags gesprochen und wie unausweichlich das Auslösen bei diesem "harten" Crash war.
Ganz ehrlich, dass ist Quatsch.
Der Airbag soll im Ernstfall Leben retten und nicht bei so einem Minicrash auslösen.
Der Fahrer wäre auch nicht angeschnallt nicht verletzt worden. Klar, ein leichter Blechschaden war das schon, aber nichts wildes.
Zitat:
@Saicis schrieb am 30. März 2018 um 00:00:23 Uhr:
Hier wird seitenweise über die Auslösestrategie der Airbags gesprochen und wie unausweichlich das Auslösen bei diesem "harten" Crash war.
Ganz ehrlich, dass ist Quatsch.
Der Airbag soll im Ernstfall Leben retten und nicht bei so einem Minicrash auslösen.
Der Fahrer wäre auch nicht angeschnallt nicht verletzt worden. Klar, ein leichter Blechschaden war das schon, aber nichts wildes.
Soso. Quatsch also....
Das Auto kann aber nicht wissen, dass das ein "harter Crash" wird, wenn gerade nur der Sensor unglücklich getroffen wurde. Genausogut hätte ein anderer Wagen frontal schneller draufzufahren können mit dem selben Effekt für die Sensoren, aber einem deutlich anderen Effekt für den TE.
Also schon logisch, was da passiert ist. Nur die Windowbags noch nicht. Hat da denn keiner eine Erklärung? Ich finde denn Faden sehr interessant. Danke an den Ersteller!
O.K. Quatsch war ein wenig platt ausgedrückt. Ich glaube nicht so wirklich an das "unglückliche" Treffen des Sensors. Es werden in der Autoindustrie sehr viele Tests gerade zum Auslösen der Sensoren durchgeführt, weil ein zu frühes Auslösen fatal ist und um allen Umständen vermieden werden sollte. Wie in diesem Fall zu sehen, hat das Auslösen keine Vorteile gebracht, sondern nur Nachteile (hohe Kosten, Verbrennungen).
Die kinetische Energie des Fahrzeugs war auch nicht sehr hoch, da sich die augenscheinlichen Schäden trotz Knick in der Haube und Kühlwasserverlust in Grenzen halten. Auf keinen Fall so hoch dass der Fahrer hätte ernsthaft verletzt werden können.
Vielleicht sehe ich das auch falsch, da lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Man lernt ja nie aus.....
Mal ne andere Frage an den TE: Was war denn hinter dem Pfosten, damit das mit so einem massiven Pfosten geschützt werden musste? Doch hoffentlich nicht nur zur Befestigung dieser Kette?
Hallo ins Forum,
Zitat:
@nicoahlmann schrieb am 30. März 2018 um 00:42:48 Uhr:
Also schon logisch, was da passiert ist. Nur die Windowbags noch nicht. Hat da denn keiner eine Erklärung?
aus den Bildern schwierig zu beurteilen, da der genaue Fahrweg vor dem Aufprall nicht bekannt ist, aber es dürfte auch hier wieder am unglücklichen Treffen des linken Upfront-Sensors gelegen haben. Das Fahrzeug wohl mehr oder weniger gerade in den Pfosten rein, der den Sensor zerlegt hat, so dass dieser eine massive Verzögerung gemeldet hat. Daher geht die Steuerung davon aus, dass die Massenträgheit das Auto in Vorwärtsfahrt durch die vorne links eingetretene Abbremsung nach rechts weg drehen lässt.
Da das Auto durch die vermutlich hohen Werte des linken Sensors gepaart mit der Nichtanschnallmeldung eine sehr frühe Auslöseschwelle gesteuert hat, wurde der rechte Windowbag angesteuert, um die Insassen vor dem möglichen Aufprall auf die Seitenscheiben und die Dachsäulen zu schützen. Wenn ich's auf den Bildern richtig gesehen habe, blieb der Seitenairbag vorne rechts drin, was dafür spricht, dass der Gierratensensor keine Werte hatte, die auf einen bevorstehenden harten Einschlag rechts schließen lassen, so dass es um den Schutz der nicht angeschnallten Insassen bei der Drehbewegung ging, die das Auto durch den harten Wert des Upfrontsensors erwartet hat, die aber durch die geringe Geschwindkeit sich nicht dargestellt hat.
Interessant wären insoweit Bilder vom Inneren des Motorraums, die der TE - da Mietwagen - wohl nicht hat. Hieraus könnte sich auch erschließen, wie stark der Einschlag tatsächlich war, da die äußere Schürze immer gern zurückspringt. Durch die herausgefallene Abdeckung der Abschleppösenschraube sind 10 km/h m.E. die absolut unterste Grenze der Geschwindigkeit.
@ Sacis: Aufgrund der fehlenden Bilderlage vom Inneren der Motorhaube kann man nur aus den Fakten schließen, dass der linke Upfront passgenau getroffen wurde (er ist nämlich genau da). Dieser Sensor meldet im Rahmen seiner Zerstörung eine ziemlich heftige Beschleunigung (ggf. auch nur durch den Abriss und das Herunterfallen beim angeschlossenen Kabel, so dass das Fahrzeug von einer deutlichen Verzögerung ausgeht. Gepaart mit der Nichtanschnallmeldung gibt dies herabgesetzte Airbagauslösung. Gerade dies wird auch getestet, da z.B. in den USA die Nichtanschnallquote deutlich höher ist, so dass für nach dort ausgelieferte Fahrzeuge sogar noch einmal andere Auslöseverfahren und auch andere Airbags (z.T. höheres Luftvolumen und langsamere Entlüftung) zum Einsatz kommen.
Im Übrigen bringt auch ein Aufprall mit 10 km/h heftige Kräfte, die normal über den Gurt abgefangen werden. Da der beim TE fehlte, muss eben der Airbag früher ran.
Viele Grüße
Peter
Sehe ich genau so. Windowbags haben ausgelöst, weil die Insassen nicht angeschnallt waren. Maximaler Schutz bei unklarer Sitzposition.
Alles richtig gemacht, Mercedes.
Safety first, dafür kauft man so ein Auto.