Der Beifahrer hängt die Beine zum Fenster raus?

Ford Focus Mk3

Hallo,

wie der Betreff anzureißen versucht, habe ich im Ford Focus speziell als Beifahrer bei 187 cm Körpergröße enorme Probleme, meine Beine zu verstauen. Ich muß ganz nach hinten rutschen, so daß der Hintermann nichtmal entfernt noch Platz hätte, es ist trotzdem noch eng, die Knie sind nur Millimeter vom Megahandschuhfach entfernt - kurz: Ich habe noch nie in einem katastrophaleren Auto bezüglich Beinfreiheit gesessen.

Nun zur Frage: Stell ich mich nur an? Kennt Ihr dieses Problem? Gibt es Abhilfe (beispielsweise Ausbau oder Verkleinerung des "Handschuh"-Faches)?

Neben der Unbequemlichkeit ist ja auch der Sicherheitsaspekt von Relevanz - wenn man schon so quasi anstößt, gibts beim Unfall wohl gleich ordentliche Probleme, wo in anderen Autos dann noch nichts passiert.

Versteht Ihr, was sich Ford bei dieser Innenraumaufteilung gedacht hat? Wie kommt man auf die Idee, den Platz für eine Person gegen eine Wuchtbrumme von Armaturenbrett plus Kofferfach zu tauschen? Hatte der Konstrukteur immer ne ganze Sammlung an Handschuhen und bekam die nicht unter und dann hatte er ne tolle Idee?

Ford ist da ja nicht die einzige Firma, die dieser verrückten Idee fröhnt - Seat ist auch ganz groß darin, aus dem Raum für den Beifahrer irgendwie eine Art "Bar" für den Fahrer zu zimmern, gleichwohl man in den Autos wenigstens trotzdem besser sitzt.

Zumindest wäre das bei uns ein K.O.-Kriterium für das Auto, wenn wir keine vernünftige Lösung dafür finden. Gibt es Baujahre oder Modellausführungen, wo das besser ist? Fakt ist, daß ich im Fiesta von 2002, den meine Freundin bisher fährt, keine Probleme habe - aber da hatte Ford auch noch Mitleid mit dem Beifahrer.

Ganz andere Frage noch: Ich las hier im Überflug was von "Steuerkette" - haben die Motoren dieser Baujahre Steuerketten? Und falls ja: ALLE oder nur manche? Und gibt es mit denen dieselben Probleme wie es sie bei VW gab?

Vielen Dank im voraus für Erfahrungen, Tipps, Ideen, Erklärungen.

72 Antworten

Für mich war der Focus MK3 Kombi zum Anschaffungszeitpunkt das Auto mit dem größten Kofferraum (verglichen mit allem was sonst so für mich in Frage kam). Dafür mit Abstrichen beim Platz im Innenraum. Da bei uns keine Sitzriesen mitfahren, aber der Kofferraum gerne randvoll ist, passt es so herum.

Zitat:

@der_ich schrieb am 9. Juni 2021 um 12:48:30 Uhr:


...

Ich weiß nicht was an Einhaltung der Wechselintervalle und der Benutzung des korrekten Öls so besonders ist.

Hast du schon recht, es sollte eigentlich nix Besonderes sein.
Aber wenn man das hier manchmal liest... 😁

Zunächst einmal herzlichen dank an alle, die hier ihre Gedanken noch eingebracht haben - das hilft. :-)

Ich habe inzwischen kapiert, daß sich Ford bei dem Auto bezüglich Kofferraum was gedacht hat. Das ist löblich für alle, die viel transportieren wollen. Aber wieso man vorne ein Megaarmaturenbrett braucht, erschließt sich mir trotzdem nicht recht und vor allem, warum das den Knien von Menschen im Wege sein darf. Daß Menschen über Knie verfügen, sollte selbst dem dümmsten Innenraumkonstrukteur irgendwann mal aufgefallen sein und wenn nicht, hätte es ihm sein Chef und spätestens der Endverbraucher dann vielleicht mal deutlich mitteilen sollen, daß er was für MENSCHEN konstruieren sollte, die nunmal gebaut sind wie sie es sind. Auto mit kleinen Armaturen und Handschuhfächern: GEHT. Menschen ohnen Knie: Geht NICHT. (Also nur mit Methode, die wir hier nicht diskutieren wollen, nehme ich an.)

Das leuchtet mir noch immer nicht ein. Die Frontscheibe wurde genannte. Aber was ist der NUTZEN dieser komischen Konstruktion? Ihren Schaden kann ich erkennen - Nutzen nichtmal ansatzweise. Vielleicht kann sich das irgendwer noch etwas mehr im Detail erklären, was die Konstrukteure eigentlich haben erreichen wollen? Bullshit-Bingo? Oder hat das auch irgendwelche objektiven Vorteile?

Bei richtiger Sitzeinstellung ist das Armaturenbrett nicht im Weg.
Ob dann dahinter noch jemand sitzen kann ist halt ne andere Frage 😉

Aber mal so gefragt: Was bringt dir jetzt jegliche Erklärung dazu? Ändert ja doch nix daran.
Für viele Leute scheint es zu passen (mich eingeschlossen, zu dritt mit Baby kein Problem, nur der Kindersitz muss halt hinter den Fahrersitz bei uns).
Für euch passt es halt nicht. Schade, aber es gibt ja genug Alternativen bei den Kompaktwagen.
Im Opel Astra K hatte ich zum Beispiel auf dem Beifahrersitz wesentlich mehr Platz.
Hyundai, Kia, Seat, usw. gibt es ja auch noch.

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Die Frage, was mir das bringt, kann ich prinzipiell nachvollziehen: Es gehört für mich halt zur ganzen Geschichte zu verstehen, WARUM die Dinge sind wie sie sind. Ich kann mich hinstellen und den Konstrukteur für per se völlig meschugge halten oder ich kann mir ansehen, ob er vielleicht wenigstens noch was gewollt haben könnte, was nen Sinn hat und dabei halt übersehen hat, daß er eine viel wichtigere Sache beeinträchtigt.

Letztlich gehts um die Frage: Haben die bei Ford per se den Verstand verloren oder steckt irgendwas dahinter, was sich mir nicht erschließt und wo zu hoffen ist, daß sich da was langfristig zusammenentwickelt. Vielleicht will ich mal wieder ein Auto kaufen und vielleicht steht dann wieder Ford auf der Liste...

Ja, die Frage ist auf der einen Seite sinnlos und auf der anderen rundet sie die Sache eben ab. :-)

Zitat:

@Darkling schrieb am 9. Juni 2021 um 15:31:20 Uhr:


Aber mal so gefragt: Was bringt dir jetzt jegliche Erklärung dazu? Ändert ja doch nix daran.

Ich denke das ist es auf den Punkt gebracht.

@ClassicForever, der MK3 passt nicht zu deinem Anforderungsprofil, fertig.
Warum und wieso andere da keine Probleme haben oder Warum Ford das damals so gebaut hat (die Entwicklung zum MK3 startete ja vor 15 Jahren oder so) ist doch letztlich egal, dir passt er nicht, fertig.

Glücklicherweise ist doch die Auswahl groß.

Die Motorräume werden ja immer voller. Vielleicht ist der bei FORD enger als bei der Konkurrenz. Da hat man womöglich etwas mehr hinter das Armaturenbrett gebaut. Ich denke, dass FORD auch nicht so auf D fixiiert ist, wie VW. In manchen Länders Europas sind die Menschen immer noch im Schnitt kleiner und nicht so korpulent wie in D.
Gruß
Agassizi

@ClassicForever
Du kannst gern versuchen zu verstehen, warum das alles so ist wie es nun mal ist.
Aber: falls du wider Erwarten am Ende DIE Antwort darauf finden solltest, passt du immer noch nicht in das Auto 😁
Im Lastenheft der Entwickler stand damals wahrscheinlich kein 1,87m großer Beifahrer mit (vermutlich) langen Beinen.
Und nur weil das jetzt bei dir nicht passt, würde ich die Konstrukteure nicht per se für bescheuert halten.
Es wurden schließlich genug Fahrzeuge vom MK3 verkauft, also scheinen sie nicht so schlecht gearbeitet zu haben 😉

Zitat:

@Darkling schrieb am 9. Juni 2021 um 16:26:30 Uhr:


Es wurden schließlich genug Fahrzeuge vom MK3 verkauft, also scheinen sie nicht so schlecht gearbeitet zu haben 😉

War der MK3 nicht zeitweise das weltweit meistverkaufte Auto?

@der_ich (geiler Nick übrigens):

agassizi beantwortet meine Frage in einer Weise, die mir einleuchtet und damit insgesamt zu mehr Verständnis von Autos überhaupt führt. Insofern ist meine Frage nun beantwortet von jemandem, der sie halt beantworten wollte und konnte und sich nicht damit abgegeben hat, mir zu erklären, wie blöde die Frage doch ist.

Zur Auswahl: Leider nein. Für mich selbst gibt es (daher mein Nick) exakt EIN Auto, nämlich einen Audi A6 C4 aus den 90ern. Alles, was danach kam, ist für mich kein Auto, sondern mehr oder minder ne Frechheit. Leider sieht das meine Freundin anders, die kommt sich im C4 verloren vor und er ist ihr zu groß überhaupt. Sonst hätte ich an sich das perfekte Auto für sie, bei dem fast nichts falschgemacht wurde, außer, daß es nicht mehr gebaut wird und es zunehmend schwieriger wird, es zu pflegen, weil sich Audi nur noch am Rande zuständig fühlt.

Es werden heute keine guten Autos mehr gebaut und JEDES neue ist aus einem anderen grunde ne Katastrophe. Meine Freundin will ein GUTES Auto und da schmilzt die Auswahl doch kraß zusammen.

@agassizi: Einfach nur meinen besten Dank für diesen guten Denkansatz - das erscheint plausibel, daß die sich mit dem Kunstgriff mehr Platz im Motorraum geschaffen haben und Deutschland nicht der große Zielmarkt war.

@darkling:

DIE Antwort wurde ja geliefert, zumindest ist das wahrlich ein guter Denkansatz - und 1,87-m-Menschen sind nun nicht die äußersten Ränder der Normalverteilungskurve und damit ist ein Hersteller schon ein wenig irre, der hier sooo früh beschneidet. Bezüglich der Urteilsfähigkeit der Masse bin ich jetzt nicht so überzeugt wie Du: Die lassen sich beispielsweise von Apple, Google und Facebook knebeln und verziehen noch nichtmal die Mine dabei - deren Urteil ist dann nur mäßig relevant. Vielleicht sind diese Menschen ganz allgemein möglichst eng in irgendwelche Systeme hineingequetscht und unwichtigster Teil von ihnen - das läge dann auf einer Linie. Ich bin Individuum und die Dinge haben sich um mich zu drehen und nicht ich mich um sie. (Ich redete von DINGEN. DA bin ich egoistisch bis zum Exzeß. Bei Menschen ordne ich mich gerne sinnvoll unter. Aber sicher niemals unter Dinge und Ding-Systeme.)

@all:

Für mich sind jetzt alle Fragen beantwortet. Ich werde mich mutmaßlich ziemlich bald hier ausklinken und nachdenken, was nun zu tun ist, mutmaßlich eben, nen A3 zu kaufen. Ich wünsche jedem, der mit seinem Focus zufrieden ist, weiterhin viel Spaß mit dem Auto und vielleicht kommt in Zukunft wieder ein Focus in die engere Wahl, wenn vielleicht mal wieder Platz ein echtes Verkaufsargument geworden ist. *träum* Den Nachfolger sehe ich mir spaßeshalber mal noch an, das ist auf jeden Fall auch ein Tipp.

Wirklich herzlichen Dank an alle, die mir helfend zur Seite gestanden haben.

Jetzt hab ich - bin 183 cm - mich extra mal mit Maßband bewaffnet in meinen Focus 3 auf den Beifahrersitz gesetzt, Sitz ganz nach hinten und es verbleiben mindestens 12 cm Platz vom linken Knie zum Armaturenbrett.

Wenn man Mutantenbeine hat, liegt die Sache wohl eher im Bereich des persönlichen Pechs 😁

Zitat:

@ClassicForever schrieb am 9. Juni 2021 um 17:08:27 Uhr:


Es werden heute keine guten Autos mehr gebaut und JEDES neue ist aus einem anderen grunde ne Katastrophe. Meine Freundin will ein GUTES Auto und da schmilzt die Auswahl doch kraß zusammen.

Das ist deine eingeschränkte Meinung und vielleicht solltest du die Mal außen vor lassen und deine Freundin entscheiden lassen was für sie ein gutes Auto wäre, wie wäre es damit?

Hi, spacechild,

wie ich irgendwo schonmal schrieb, kam es mir beim zweiten Mal hineinsetzen nicht so kraß vor wie beim ersten Mal. Wenn man seine Erwartungen runterschraubt, wird manches erträglicher: ABER: Ich saß eben so weit hinten, daß ein Erwachsener hinter mir nicht den Hauch einer Chance hätte, das gut zu finden und außerdem hätte ich mich mit der Rückenlehne statt meiner Freundin unterhalten müssen, was beides nicht okay ist.

Wie gesagt: Ich hab im Fiesta null Probleme, noch nie gehabt. Ich hab da jetzt nicht ewig Platz, aber nichtmal entfernt je was zu meckern gehabt, selbst hinter mir gehts einigermaßen gut und auch Gespräche mit dem kleineren Fahrer sind absolut kein Thema.

Ich bin wirklich beim ersten Mal nur kopfschüttelnd aus dem Auto ausgestiegen. Wir hätten den bezüglich aller anderen Merkmale sofort mitgenommen ohne jede weitere Überlegung. Aber das Thema war halt Obermüll. Und ich bin ja offenbar doch nicht der einzige, der das jetzt nicht ideal findet wie das im Focus gelöst ist.

Vielleicht ist das Auto gut für gleichgroße Menschen ohne Kinder - maybe (auch wenn hier wer sagte, es wäre kein Problem - Kinder wachsen meines Wissens unaufhörlich bis sie Erwachsene sind).

@backbone23:

Irgendwo schrieb ich, daß SIE in erster Linie damit glücklich werden muß. Mir ist das vom Prinzip scheißegal, weilches Auto meine Freundin fährt. Aber sobald es halt schwer wird, das Auto zusammen vernünftig zu nutzen, fangen halt die Probleme an.

Desweiteren hat meine Freundin ein Händchen dafür, Montagsgeräte zu erwischen, sowohl vom Typ des Gerätes her als auch vom konkreten Individuum her. Klingt nach "irre"? Dachte ich auch. Bis ich leider Zeuge ihrer Statistik werden mußte und mitteilen muß, daß sie stimmt. Wenn sie was kauft, gibts mehr Ärger, als wenn ich was kaufe. Im Schnitt natürlich.

Sie hat mich fast ANGEFLEHT, daß ich die Entscheidung treffe, weil sie sowieso wieder Quark raussucht. Und nun kommst Du mit Deiner Annahme, ich wäre der Macho, der seiner Freundin das Auto vorschreibt...

Und bezüglich Autos allgemein: Komplexitätsexplosion ohne Funktionsexplosion (ein Auto fährt einen noch immer nur von A nach B, oho) mit allen Folgen haben allen Herstellern ganz eigene Probleme gebracht. Ich hab grad zwei andere Threads laufen, wo es da tiefer im Detail drum geht, falls es wen interessiert. Zu dem Thema meint eh jeder was anderes und ich versuche nur, die Informationen zu bündeln.

Nen Hyundai hat meine Schwester gekauft zum Beispiel. War gut nach dem Kauf. Drei Jahre später war das Wertigkeitsgefühl irgendwie verschwunden, ohne daß ich genau erklären könnte, woran ich das festmache. Am Anfang hatte ich das Gefühl "Boah, geiles Auto!" - nicht zu lange danach war das nicht mehr da, irgendwie fühlte sich der Wagen deutlich schlechter an. Bei unserem Fiesta ist das nicht so. Und beim meinem C4 auch nicht.

Die Gemengelage ist komplex und darüber könnte man stundenlang reden, diskutieren oder gar streiten. Müssen wir ja aber nicht. Überheblichkeit ist nicht meine Triebfeder für dieses Urteil. Pure Faktenbezogenheit.

Wir hatten auch schon einen Renault. Tolles Auto. Bis zum planmäßigen Serienmotorschaden und der Klimaanlage, die einmal pro Jahr ne neue Füllung brauchte. So geht Qualität.

Bei Ford hat man sich sicher etwas dabei gedacht.

Für den Außendienstler als Hauptkunde und Solofahrer aber mit viel Platzbedürfnis im Kofferraum oder auch die junge Familie, Kinderwagen, kleine Kinder auf dem Rücksitz ist die Aufteilung doch optimal.
Da gab es schon Wagen in der oberen Mittelklasse mit weniger Platz auf den Rückbänken aus München oder Mittelklasse aus Stuttgart 😁

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