Mon Jan 25 12:41:22 CET 2016
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Federspanner23216
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Kommentare (40)
| Stichworte:
E, Kadett, Opel
Die Straße des Lebens nutzen wir jeden Tag, sie bringt uns zur Arbeit, zu Terminen, zum Hobby, zum Sport. Doch sie bietet so viel mehr. Sie bietet Stunden der Entspannung, des Freiheitsgefühls, sie vermittelt Grenzenlosigkeit. Es wird über Stau gemeckert, über rote Ampeln, Geschwindigkeitsbegrenzungen, über schleichende Opis. Wenn ich in meinem roten, fast 30 Jahre alten Auto sitze, zählt all dies nicht, denn dann habe ich keine 150 oder mehr PS, kein 6 Gang Getriebe, kein ABS, kein ESP, nicht mal einen Drehzahlmesser. Ich entschleunige mit 60PS, einem 3 Gang Automatik Getriebe, dem originalen 30 Jahre alten Radio, dessen Antenne man erst einmal ausfahren muss, genieße das vibrierende Lenkrad, selbst die nicht vorhandene Servolenkung, gibt mir ein Gefühl der Ruhe. Es geht eben nicht mal schnell, mit dem kleinen Finger zu wenden. Meine Gedanken ordnen sich. An jeder Kreuzung schaue ich 3-mal nach links und nach rechts, überlege gut, ob ich raus fahre. Denn die alte Lady ist nicht mehr so schnell. Aber das macht gar nichts. Denn genauso mag ich es. An Überholen brauche ich gar nicht denken, mehr als 100km/h wird eh nicht gefahren, auf der Landstraße sogar eher 80 km/h. Das Schöne daran ist, sobald die Leute ein altes Auto vor sich haben, wird „normal“ überholt, nicht knapp, nicht an unmöglichen Stellen, nein es wird nicht mal hinter einem gehupt. Ich genieße das immer mehr. Oft fahren wir einfach so dahin, klar eine gewisse Richtung ist abgesteckt, aber meist nicht die genaue Route. So haben wir immer die Möglichkeit andere, neue Straßen zu entdecken. Hin und wieder halten wir, um ein kurzes Picknick zu machen, genießen die Natur und die Ruhe. Wenn dann doch einmal ein Auto vorbei fährt, schmunzeln die Menschen darin. Ja warum denn auch nicht, die Zeit genießen. Das Leben ist so voll von Stress und Ärger, von Sorgen und Gedanken, dass diese Augenblicke sehr wertvoll sind. Manchmal finden wir uns nach einer längeren Tour zum Sonntag auf einem Old&Youngtimer Treffen wieder. Stellen unser Auto dazu und laufen eine Runde um den Platz. Ein Sonntagnachmittag mit alten Autos, dem Duft alter Motoren, alter Innenräume und Abgase, ich kann mir nichts Besseres vorstellen. Autos die alle ihr eigenes Leben haben, eine eigene Geschichte, da bekomme ich Gänsehaut und fühle mich rund um wohl. Dass ist es, was ich mir unter Leidenschaft, unter Hobby vorstelle. Wenn man dann, gemütlich mit dem eigenen kleinen Schmuckstück wieder nach Hause fährt, vorbei an Landschaften, so schön, dass angehalten werden muss um ein Auto-Landschaft-Porträt zu fotografieren, dann sagt man sich am Ende des Tages: „Glück ist der Moment, an dem du alles vergessen kannst, keine Sorgen deine Seele belasten, du Frei bist, von allem negativen dieser Welt“. Am liebsten fahre ich in einen Feldweg, rechts und links neben mir der bereits gereifte Weizen, wiegt leicht im Wind. Ein Baum steht mitten im Feld, spendet Schatten. Ich fahre bis zu ihm hin, mache den Motor aus, setze mich auf die Bank, und genieße den Sonnenuntergang. Das ist der perfekte Moment, aus dem meine Träume sind! Dieses Gefühl, erlebt jeder für sich, in verschiedenen Momenten. Ich gewinne es, in den Ausfahrten mit meinem alten Auto. Es ist der Geruch den das 29 Jahre alte Auto verströmt, die Geschichte die es erlebt hat, die Erinnerung an seine Vorbesitzer. Die Musik die aus den alten Boxen klingt, der unruhige Lauf des Motors, das brabbeln und quietschen, ist für mich eine dermaßen schöne Melodie vergangener Tage, die ich nie mehr missen möchte. Das Zittern ihrer Karosse, das leicht verblasste Rot, die kleinen alten 13 Zöller, die grauen originalen Gummifußmatten in ihrem Inneren, die Lüftung die eigentlich nichts außer warmer Luft bringt, machen das Auto zu dem wertvollsten Stück in meinem Besitz. Sie gibt mir, egal wo ich bin, ein Stück Heimat, ein Stück Wärme im Herzen, gleich wohin der Weg, die Straße, uns führen mag. Wir alle haben eine Straße, die für uns das Leben bereithält, es liegt an uns, ob wir die Freiheiten die sie uns schenkt, nutzen oder verweigern. Ob wir die Tempolimits akzeptieren oder übertreten, ob wir den Stau umfahren und uns auf Neues einlassen, oder uns hineinstellen und auf bewährtes vertrauen. Manchmal sollte man den Opa vor sich nicht überholen, sondern hinter ihm bleiben, um etwas zu lernen. Welche wir auch nehmen, wie wir sie uns gestalten und wie sie beschaffen sein wird, diese Entscheidung, liegt ganz alleine bei uns. |
Sat Jan 30 21:46:43 CET 2016 |
mark29
Du, die Sitze kannst du mit etwas Gefummel abziehen und bei 30°C in der Maschine waschen... Du mußt von der Lehne her anfangen- die Drahtringe auf biegen, die Stäbe lösen und so den Bezug abziehen... Alle Drähte zum Waschen aus dem Stoff ziehen und dann ab in die Maschine... Zum drauf ziehen gibt es zwar Spezialwerkzeug um da wieder solche Drahtringe dran zu quetschen- Kabelbinder tuns aber auch- man muss nur aufpassen wie man die ausrichtet...
Falls die sie mal neu nähen willst, findest du im Netz auch Webereien, die neue Stoffe nach altem Muster fertigen- altes Zeug von damals ist meist sehr brüchig... darum kommt man gut mit neuem Stoff... beim Nähen würde ich dir helfen- hab ich bei meinem Commodore auch schon gemacht- schönes Wollvelours und Echtleder...
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