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PLog

Dies und das über den Golf 2 16V mit PL-Motor

22.08.2010 21:56    |    wellental    |    Kommentare (18)    |   Stichworte: 16V, aufweiten, Einlass, Kanal, polieren, Zylinderkopf

So, und weiter geht's. Wie bereits angekündigt, habe ich heute mal einen Kanal exemplarisch grob vorbearbeitet, um kommende Woche mal Rücksprache mit meinem Motoreninstandsetzer halten zu können, damit er mir noch den ein oder anderen kleinen Tip geben kann.

 

Bevor ich das gemacht hab, hab ich mir aber erstmal die Übergänge vom Saugrohr-Unterteil zum Kopf nochmal genauer angeschaut. Sprich: Unterteil gestiftelt und festgeschraubt und anschliessend meinen Teleskopspiegel reingehalten und geschaut, ob auch wirklich alles passt. Da das ganze sehr sehr gut aussah - bis auf ein klein wenig fehlende Feinarbeit mit dem Fächerschleifer waren die Übergänge nahezu perfekt, also quasi unsichtbar - ging's los. Fräser eingespannt und ab die Post. Leider ging meinem Handy zwischenzeitlich der Saft aus, deshalb gibt's heute nicht ganz so viele Bilder, wie sonst immer. Diese werden aber noch nachgereicht - versprochen :D

 

Zum Einsatz kam diesmal einer von den guten Fräsern. Wieder mit Walzenhalbrund-Profil, aber eben mit einem langen (ca. 12cm) Schaft, damit man beim Arbeiten im Kanal auch noch was sieht. Nach den eigentlichen Fräsarbeiten bin ich dann zunächst mit einem 80er Fächerschleifer am Dremel noch mal durch, um die gröbsten Wellen zu glätten. Anschliessend dann nochmal mit 'nem 120er, wobei mir der das ganze schon fast wieder zu glatt macht. Hier noch ein kleiner Hinweis: Einlasskanäle sollten auf keinen Fall poliert werden. Glattschleifen mit 100er Körnung reicht vollkommen. Bei den Auslasskanälen siehts anders aus. Diese sollten so glatt, wie nur irgendwie möglich sein, damit die Hitze besser reflektiert und somit aus dem Zylinderkopf abgeleitet wird.

 

Die Einlasskanäle sollte man deshalb nicht polieren, weil dies einem verbesserten Fluss an den Wänden eher im Wege steht, als dass es was bringt. Ich weiss, bei dem Thema scheiden sich die Gemüter, jedoch hab ich mich mittlerweile mit so vielen erfahrenen Leuten unterhalten, die mir dies bestätigten, dass ich das einfach mal glaube.

 

So, nun aber die Bilder, die ich noch machen konnte, bevor der Akku leer war. Diese modernen Smartphones brauchen doch mehr Strom, als ich dachte...GRMPF...

 

Zunächst ein Einlass-Kanal vor der Bearbeitung, so wie ich ihn nach der letzten Aktion ( Reflux - Teil 3 ) hinterlassen hatte

 

 

Und nochmal von der Brennraumseite aus

 

 

Und hier nach meiner heutigen Bearbeitung

 

 

Und auch hier von der Brennraumseite aus

 

 

Leider ist mein Telephon so schlau, bei mangelnder Akkuleistung den Blitz zu deaktivieren, daher sieht man auf manchen Bildern nicht so viel, wie ich eigentlich gern zeigen möchte. Aber, wie gesagt, das wird nachgereicht.

 

Die Gussnasen für die Ventilführungen bleiben, wie bereits erwähnt, drin, werden aber, nachdem die Führungen wieder eingepresst sind, noch strömungsgünstig bearbeitet, so wie die Führungen selber auch. Tropfenform wäre wünschenswert, mal schauen, wie nah ich dem mit meinen begrenzten Mitteln komme :D

 

Um die beiden Kanaläste gleich groß zu kriegen, habe ich mir beim letzten mal ja eine 27mm Lehre angefertigt. Hier sieht man, wie's beim letzten mal war...No way, dass das Ding da reinpasst.

 

 

Naja, was soll ich sagen: Heute war's dann irgendwann soweit: Es passt

 

 

Sobald ich diese Woche mit meinem Bekannten gesprochen habe, werde ich diesen Kanal dann entgültig fertig machen und das Programm bei den verbleibenden drei durchziehen. Es ist so langsam ein schwaches Licht am Ende des Familiendiesel-Tunnels erkennbar ! Juhu !


22.08.2010 23:42    |    S1 Pikes Peak

Eine Frage,

 

fals ich es überlesen habe sorry aber wieviel pferde holst da zusätzlich raus ?


23.08.2010 09:42    |    wellental

Keine Ahnung...Das wird mir dann der Prüfstand schon sagen :D


23.08.2010 10:21    |    Reiner Husten

Nach interessanter wären Fließbankergebnisse. Ich hasse diese Fräser mit dem langen Schaft, die tänzeln immer so auf der Oberfläche. Aber da führt wohl kein Weg dran vorbei.

 

@Thema Einlasskanäle und getreilte Meinungen

 

Es gibt auf der Fließbank keinen Unterschied zwischen polierten Ansaugkanälen oder angeschliffenen. Das Polieren sollte man unterlassen da die Wandfilmbildung ein Eigenleben entwickelt.


23.08.2010 11:42    |    wellental

Ja, da hast Du wohl recht mit dem Tänzeln...Aber es geht echt nicht anders. Es sei denn man fräst gern im Blindflug :D Das mag für erfahrene Leute eine Option sein, für mich aber eher nicht...

 

Das ist übrigens eine sehr interessante These wegen den polierten Kanälen ! So hab ich das noch gar nicht betrachtet. Sprich, wenn ich die Kanäle poliere, kondensiert der Sprit an der Wand eher aus dem Gemisch und bildet einen Film. Oder hab ich das falsch verstanden ?

 

Ich hätte ja auch gern Fliessbankergebnisse, aber ich kann hier bei mir in der Gegend beim besten Willen keinen finden, der mir das mal kurz durchmisst. Nicht mal unsere lokale FH/Technikerschule hat 'ne FB da...wie schwach...


23.08.2010 15:40    |    Kinixys

Tach Max,

 

die Ventilsitze selbst lässt du unberührt?

 

Grüße

 

Mo


23.08.2010 15:49    |    wellental

Servus Mo !

Ja, die lasse ich erstmal unberührt. Klar, werden die neu nachgeschnitten, sobald die Führungen wieder drin sind, aber das mit dem Sitz nach aussenlegen war mir erstmal zu riskant. Heisst aber nicht, dass ich das in einem eventuellen Folgeprojekt mal probiere. Das soll ja nun erstmal eine Machbarkeitsstudie mit praktischem Ergebnis sein. Sprich, ich will erstmal rausfinden, ob ich das überhaupt draufhabe :D


23.08.2010 16:34    |    Kinixys

Alright, hatte mich ja vor ziemlich genau fünf Jahren damit beschäftigt und einen Thread dazu gestartet. Damals gab ich den Zylinderkopf einem Bekannten mit, der die Sitze bis zum Maximum auffräste. Die Sitze sind ja bei der ganzen Geschichte quasi die engste Stelle...

 

Grüße!


23.08.2010 17:55    |    wellental

Da hast Du natürlich recht ! Vielleicht sollt ich die doch noch aufmachen lassen...

Wieviel Ventilsitz ist bei Dir dann noch übriggeblieben ? Also, sprich: Was ist maximum ? Was hattest Du Innendurchmesser ?


23.08.2010 19:00    |    Kinixys

Mein Bekannter hatte die Dinger dermaßen aufgefräst, dass Leinad und ein paar andere bezweifelt haben, dass der Motor überhaupt läuft... :D


23.08.2010 19:59    |    wellental

Grob...Wenn sogar der Leinad das sagt, war das wohl wirklich extrem...:D

Kannste mir da mal Bilder von zukommen lassen ? Wie lang hat der Kopf gehalten ? War ja wohl auch 'n 027er, oder ?


23.08.2010 22:01    |    Reiner Husten

Da geht schon ne Menge. Hast du 30° odder 45° am Sitz. Und wie breit ist der Sitz jetzt bei dir?


23.08.2010 22:17    |    wellental

Ich hab die obligatorischen 45° bei 2,5mm am Sitz, die der Kopf serienmässig hat. Weniger als 1,5mm sollte man nicht haben, was ich so mitgekriegt hab, wenn der Motor alltagstauglich und somit auch haltbar sein soll.

 

Gibt's auch Sitze mit 30° ? Hab ich echt noch nie gesehen...man lernt nie aus. Welche 30° meinst Du ? Vom Ventilschaft aus gemessen, oder vom Teller ? Weill wenn's vom Teller aus wär, dann "prallen" die Ventile ganz schön auf den Sitz, was ich mir nicht unbedingt gesund für die Ventile vorstelle...


24.08.2010 00:39    |    Reiner Husten

Ja 30 ist auch gängig. Vielleicht bei etwas ältern Motoren. 1.5 mm geht auf jeden Fall. Wie schnell die ventile in den sitz fallen ist abhängig von der Nockenwelle. Der Winkel ist zu vernachlässigen. Die Nockenwelle muss einfach entsprechend dafür ausgelegt werden damit die Aufsetzgeschwindigkeit bei ca 1 m/s liegt.

 

http://www.kfz-tech.de/Ventilsitz.htm

 

 

Da kannst du sehen wie gemessen wird. Bei Rennmotoren hast du oft sehr krumme Winkel da einfach das Maximum raus geholt wird und daventil dann angepasst wird.

 

Wen du dir die arbeit machen willst würd ich wie folgt vorgehen. Bau einen Sitzring aus. Dann kannst du dir Attrappen aus Alu anfertigen und an diesen rumprobieren. Klarf ist arbeit macht aber auch Spaß. Du redest ja oft von einem befreundeten Motoreninstandsetzer. Der sollte dann auch die entsprechende maschine haben um die "echten" sitzringe nach deinem Muster herzustellen.


25.08.2010 15:00    |    wellental

Servus !

Ok, das mit der Nockenwelle war mir schon klar, nur war ich bisher der Meinung, dass der Winkel da auch nicht unterschätzt werden darf. Also rein physikalisch könnte ich mir vorstellen, dass, je spitzer der Winkel ist, umso stärker die Kraft ist, die senkrecht auf den Ventilteller wirkt. Je stumpfer der Winkel, umso stärker die Kraft, die radial zum Ventilteller wirkt. Da der Ventilteller ja mehr breit als hoch ist, war ich der Meinung, das würde das Ventil eher schädigen, wenn man einen spitzeren Winkel verwendet. Der Winkel jeweils vom Ventilteller aus gemessen versteht sich, nicht vom Schaft aus. Aber das mag durchaus sein, dass das zu vernachlässigen ist.

 

Das mit meinem Motoreninstandsetzer hatte ich eh vor. Hab nur leider momentan ziemlich viel um die Ohren, so dass ich selten Zeit finde zu ihm rauszufahren. Aber krieg ma schonnoch :D

 

Danke fürn Tip auf jeden Fall !

 

Btw.: Wie baut man denn einen Sitzring selber aus ? Ist der Nicht irgendwie eingeschrumpft, oder so ?


25.08.2010 18:36    |    Reiner Husten

Servus,

 

so hab ich das noch garnicht betrachtet. sreht das so in deinem Buch? Des Ventil darf auf keinen Fall messbar prellen. Sitzringe ausbauen durch ausspindeln oder abkühlen. Beides nicht ganz einfach. Aber da wird dir dein Kollege noch was zu sagen. Du müsstest auch Post haben. Zumindest in 10 Minuten.


25.08.2010 21:28    |    wellental

Nein, das hab ich nicht aus dem Buch, aber ich hab's mir halt so rein kräftemässig überlegt...lieg ich da falsch ?

Danke für's mail übrigens ! Werd ich mir gleich mal reinziehen !


25.08.2010 21:42    |    Reiner Husten

Mit den kräften hast du schon recht. Sinus/cosinus und der hokuspokus.

 

Das prellen entsteht aber weil beide Teile also ventil und Sitz gepanzert bzw serh hart sind. Es wird also keine energie abgebaut. Das ventil springt dann wieder auf. kann aber sein das es bei 30° schlimmer ist, hab mir da noch keine gedanken zu gemacht.


14.08.2012 10:51    |    Trackback

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Neuaufbau eines leistungsgesteigerten PL-Motors

 

[...] Einspritzung, etc.)

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Reboot

Revisiting Hardware

Reflux (Teil 1)

Reflux (Teil 2)

Reflux (Teil 3)

Reflux (Teil 4)

Restliche Bilder (Reflux - Teil 4)

Reflux (Endspurt)

Remanufacture (Teil 1) [...]

 

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