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MarioE200

Trends und Kuriositäten sind das Steckenpferd dieses Blogs; sowie Infos zu meinem Fuhrpark

26.08.2014 21:10    |    MarioE200    |    Kommentare (91)    |   Stichworte: Autos

mercedes-strichacht
Mercedes strichacht

Heute möchte ich euch mal eine nette Anekdote aus meinem Leben erzählen.

Es geht um Diesel-Fahrzeuge. Und ein Diesel ist immer billiger!

Nein, nicht ich bin darauf gekommen, sondern der Nachbar von meinen Großeltern.

Seitdem ich diese Leute kenne (also mein ganzes Leben) fuhren die eine Diesel.

Von dem Nachbar (nennen wir ihn Bernhard und sie Irmtraud) stammt dieser oben genannte Satz.

Wichtig zu wissen ist, dass ich aus dem Ruhrgebiet komme und mein Großvater, sowie der Nachbar Bernhard seinerzeit "unter Tage" malocht hatten und halt sehr früh "in Rente" gingen. Ausnahmslos alle Fahrzeuge von Bernhard hatten im Kühlergrill das Schlägel und Eisen Emblem (das muss Bernhard wohl im Großpack in den 70er Jahren gekauft haben.:)) und war neben dem Hufeisen und der DAS-Plakette ein beliebter Kühlerzierrat.

Bis zu meinen 16. Lebensjahr verbrachte ich einen Großteil meiner Ferien bei meinen Großeltern, welche logischerweise in einem Zechenhaus wohnten. Diese Zechenhäuser hatten zudem einen großen Garten, worin sich mein Großvater und auch der Nachbar Bernhard regelmäßig austobten und (für mich) interessante Gepräche "über den Zaun" führten. Es ging meistens um Autos oder wie schnell der Rasen wieder gewachsen ist.

 

Wichtig zu erwähnen wäre, dass Bernhard und Imtraud auf eine Jahreskilometerleistung mit ihren Fahrzeug auf etwa 8 tkm kommen und sich immer Neuwagen gekauft haben.

 

Erinnern kann ich mich an einen 200D /8 in weiß mit den geriffelten Rückleuchten und den Kopfstützen welche aussahen, wie Omas Sofakissen.

Darauf folgte im Jahr 1981 (das Jahr, in dem Bernhard in Rente gegangen ist) ein Jetta 1 in Grünmetallic mit den obligatorischen Schmutzfängern mit Wolfsburg-Emblem.

Darauf folgte (ich denke es war 1985) ein roter Nissan Sunny Stufenheck, ebenfalls als Diesel. Zu diesem Zeitpunkt war es Chic, einen Japaner zu fahren, da diese deutlich mehr Austattung mitbrachten als die deutsche Konkurrenz. Mein Großvater hatte da schon länger einen Datsun Cherry, welcher wie ein geschrumpfter Ford Mustang aussah.

Bernhards Nissan machte wohl größere Probleme. Ich kann mich noch gut an den großen bärtigen ADAC-Menschen erinnern, welcher so ungefahr aussah, wie Brutus von Popeye. Dieser kam im 3-türigen Kadett E Caravan vorgefahren und schimpfte immer über diese "Reisschüssel", weil die mal wieder nicht angesprungen ist. Folgerichtig wurde der Nissan Anfang 1989 durch einen noch nicht gefacelifteten, dunkelroten Opel Kadett E 1,6 Diesel Stufenheck ersetzt. Dieser hatte die LS Ausstattung mit nichts an Extras und hinterließ bei mir trotzdem einen bleibenden Eindruck. Als 1990 die Ostgrenze offen war, fuhren wir in der Osterzeit damit zu 5. nach Halberstadt. Kennt jemand noch die Kadett LS-Sitze, welche aus einer Art Sisal gefertigt worden sind? Man schwitze und es war unbequem.

Dennoch rumpelte der Kadett voll beladen mit über 180 km/h lt. Tacho über die Autobahn! Und das mit 55 PS. Wie gesagt, ich war tief beeindruckt.

Dem Kadett folgte 1992 ein dunkelgrauer Audi 80 B4 als 1,9 TD ohne I, bei dem auf dem Kofferraum nur 80 stand und nicht mehr Audi 80. Dieser Wagen hat mir sehr gut gefallen und gefällt auch heute noch. Der Audi wurde 1997 zugunsten eines Ford Mondeo Diesel in Zahlung gegeben. Es war die Zeit, als man bei Ford für ein und die selbe Summe sich irgeneine Karosserievariante aussuchen konnte. Was nimmt Bernhard? Klar, einen (sehr häßlichen) Stufenheck in der Farbe "liladunkelblau" oder so. Diese Form mit diesen Rückleuchten passt irgendwie nicht zum Mondeo (meiner Meinung nach).

Welches Auto Bernhard sich danach gekauft hatte, kann ich nicht sagen, da meine Großeltern 1998 (Oma) und 1999 (Opa) verstorben waren.

So ging die Zeit ins Land und ich traf Bernhard und Irmtraud 2011 beim Einkaufen wieder.

Nach längerem Smalltalk an der Kasse folgte ich ihnen noch zu ihrem Fahrzeug. Einem Opel Meriva A in silber als 1,3 CDTI.

Auf die Frage, ob sich denn ein Diesel für sie überhaupt lohnen würde, sagte Bernhard wie eh und jeh: "Mario, ein Diesel ist immer billiger!"

 

Wie komme ich jetzt auf diese Geschichte?

Wie ich von meiner Tante gehört habe, ist Bernhard vor kurzem verstorben und Imtraud in ein Altenheim gegangen. Als ich nun am Sonntag mit meinem Vater (welcher ja gerade einen Mercedes mit Automatik sucht) durch die Gebrauchtwagenhallen diverser Fahrzeughändler im Umkreis gegangen bin, entdeckte ich (ich bin mir ziemlich sicher) Bernhards silbernen Meriva mit Schlägel und Eisen im Kühlergrill als 1,3 CDTI Baujahr 2007 mit 26 tkm auf dem Tacho für 6900,-Euro.

Dieser muss auch bereits verkauft sein, denn er ist nicht im Netz zu finden.

 

Aber ich muss gerade wieder schmunzeln und stelle mir den Fahrzeughändler vor, wie er vergeblich versucht, dem sturen alten Westfale aufgrund der geringen Fahrleistung zu einem Benziner zu überreden.

 

Ich hoffe, euch hat meine kleine Geschichte gefallen.

 

Es grüßt

Mario

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01.09.2014 17:48    |    Provaider

01.09.2014 19:17    |    VolkerIZ

Überzeugte Diesel-Fahrer muss man so nehmen wie sie sind. Ich denke da z.B. an den ersten Chef meiner Mutter, einen nicht ganz unvermögenden Schlachtermeister, der sich in den 50ern 2x einen günstig gekauften Mercedes auf Diesel umbauen lassen hat, weil das der Sparsamkeit noch mal das Krönchen aufsetzte. Er fuhr natürlich auch als Rentner noch Diesel, in den 70ern war das aber auch noch kein Verlustgeschäft, auch wenn er wenig fuhr, aber die Heckflosse war bezahlt und steuerlich war das dasselbe.


01.09.2014 19:36    |    meehster

Zitat:

Original geschreibt von Wollschaaf

Meehster hängt sich immer sehr an den hohen Drehzahlen auf.

 

Sie dreht Motoren gern hoch und hat anscheinend Spaß am schreien der Motoren. Habe ich grundsätzlich auch, muss das aber im Alltagsauto nicht dauerhaft haben.

Jein. Ich möchte mit meinem Alltagsauto alles können. In meinen Youngtimer habe ich mir sogar ein längeres Getriebe einbauen lassen. Damit ist der 4. Gang etwa so wie vorher der 5. Effekt: Ich kann immer noch Vmax bei an die 7000/min fahren, aber ich habe dann noch einen Gang drüber.

 

Ich bin Fan von X+E-Abstimmungen: Vier oder fünf Gänge für wenn ich etwas heizen will oder für langsame Fahrt (30-Zone, Ampeln, ...) plus ein richtiger Spargang, bei dem es dann auch nichts mehr macht, wenn ich den erst ab Tempo 50 benutzen kann, der aber die Drehzahl entscheidend auf ein Entspannungsniveau senkt und nebenbei noch schön Sprit spart.

 

Zitat:

Original geschreibt von Wollschaaf

Wichtig ist, dass der Motor oben herum nicht zugeschnürt wirkt. Ob der Drehzahlmesser da dann 3000, 5000 oder 8000Touren anzeigt ist mir vollkommen egal. Wichtig ist wie gesagt das Gefühl, dass der Motor drehwillig ist. Und das kann ein Diesel-sofern es der passende ist-durchaus auch.

Bestätige. Der meines Nachbarn ist ein gutes Beispiel.

 

Wichtig ist nicht nur, daß der Motor willig ist, sondern auch, daß er von unten raus schon gut was bietet und spontan auf Befehle des rechten Fußes reagiert. Genau da schwächelt mein Volvo übrigens. Nach oben hinaus will er, ja. Aber bei weniger als 1/3 der Nenndrehzahl ist er noch sehr zäh und kraftlos. Und über den gesamten Drehzahlbereich ist er nicht gerade spontan dabei, wenn ich plötzlich Schub will.

 

Zitat:

Original geschreibt von Wollschaaf

Was das auffahren auf die Autobahn mit allem was geht angeht, bin ich nicht dabei. Man sollte definitiv zügig auffahren...ich kriege jedes Mal die Krise, wenn der vor mir das Gaspedal nicht findet oder gar bremst.

Genau das meine ich eigentlich. Plus dem, daß einige auf die Autobahn ziehen, ohne das Tempo vorher angepaßt zu haben und/oder ohne Rücksicht auf den nachfolgenden Verkehr. Ich mußte mal meinen damaligen Fiat Panda 1000 mit 45 PS um 90 km/h per Vollbremsung verlangsamen, weil jemand zu langsam auf die rechte Spur gezogen ist.

 

Zitat:

Original geschreibt von Wollschaaf

Aber voll durchbeschleunigen muss man nur mit schwach motorisierten Autos.

Kommt auf die einzelnen Umstände an. Mit schach motorisierten Autos muß man schon im 2. Gang Vollgas geben, mit stärkeren erst im 3. Gang.

 

Zitat:

Original geschreibt von Wollschaaf

Mein Auto ist nicht langsam, aber es gibt auch noch genug schnellere.

 

An langen Autobahnauffahrten bin ich nachts mit Kickdown schon mit 160km/h und mehr auf die Bahn aufgefahren. Wenn nichts los ist kein Thema. Tagsüber im dichten Verkehr macht sich das eher nicht so gut. Wie so oft-man muss da differenzieren.

Selbstverständlich muß man differenzieren. Ich habe das auf einer langen Auffahrt midde Mazda mal auf Tempo 190 auf einem Beschleunigungsstreifen gebracht. Klar, da war auch nix los.

 

Wenn was los ist, muß man sein Tempo dem des durchgehenden Verkehrs anpassen. Das bedeutet vor dem genauen Anpassen bei mir aber auch Vollgas. Auch mit dem Volvo. Oder ist ein Auto mit 200 PS für Dich schwach motorisiert?


01.09.2014 20:40    |    Wollschaaf

Nein natürlich nicht. Viel mehr habe ich ja auch nicht, dafür aber ein paar Kilos mehr zu schleppen.

Ich fahre die Auffahrten meist mit 60-70, das ist zügig ohne das die Reifen winseln. Meist rollt der Verkehr auf der rechten Spur mit 90-120.

Da reicht bei einer normal ausgelegten AB-Auffahrt locker halbgas und entspanntes schalten der Automatik zwischen 2000 und 2500Touren.

 

Ich käme mir komisch dabei vor am Ende der Kurve zur Auffahrt hin voll draufzulatschen, nach 3-5 Sekunden festzustellen das ich zu schnell bin und mich wieder in die rechte Spur der Autobahn einzubremsen. ;)


01.09.2014 20:56    |    meehster

Na ja, aber besser als wenn der Verkehr auf der rechten Spur doch so etwas wie mein Panda ist, der da mit guten 140 angerauscht kommt ;)

Klar: Wenn etwas weniger los, dann kann man sich auch hinter anderen einordnen.


01.09.2014 21:06    |    Wollschaaf

Wenn du da grad im Panda mit 140 entlangrauschst, ordne ich mich gern hinter dir ein. ;)


01.09.2014 23:44    |    Goify

Mit einem 200-PS-Volvo mit Vollgas auf die BAB? Hattest du einen 2-t-Anhänger am Haken?

Gottlob (ok, das eigentlich nicht), also günstigerweise sind die Beschleunigungsstreifen heutzutage so lang, dass selbst LKWs zügig und ohne Behinderung auf die BAB auffahren können, was bedeutet, Halbgas ist selbst bei lahmen PKW-Gurken völlig ausreichend, was bei mir etwa 2.500 bis 3.000 Umdrehungen Schaltdrehzahl bedeutet und ein Auffahren mit etwa 100 km/h.


03.10.2014 13:23    |    Chattengau

Habe einen Kollegen, der nur Diesel-Wagen kauft, weil dann sein Erlebnis Zapfsäule so positiv (gegü. Benzin) ausfällt. Mehrinvestition, Vers.argumente, Umwelt etc. zählen nicht bei ihm... na, dann !

Aber: Die Geschichte von Mario ist lustig zu lesen und wird sicherlich auch heute noch ihre Ahmer haben.


03.10.2014 14:22    |    meehster

@ Wollschaaf: Den betreffenden Panda habe ich seit 2009 nicht mehr ;)

 

Hier in der Ecke bin ich nicht unbedingt mit langen Beschleunigungsspuren gesegnet.

 

Mit dem Volvo kann ich im 2. Gang Vollgas eh vergessen, das verpufftfast alles in der Traktionskontrolle. Also nehme ich gleich den 3. und bin dann am Ende der Beschleunigungsspuren bei vielleicht 130 km/h. Ich achte da nicht so genau drauf, denn ich muß ja auch noch aufpassen, daß ich mich einfädle.

Mit dem Mazda 323F habe ich mal genau drauf geachtet: Wenn ich z.B. Westerstede Richtung Emden/Leer drauffahre, dann bin ich am Ende des Beschleunigungsstreifens wenn ich wirkliich alles aus der Kiste raushole, gerade fertig, vom 2. in den 3. Gang zu schalten. Also etwa Tempo 110. OK, ist auch fies: Beim Mazda muß jedes PS fast 9 kg schleppen, beim Volvo sind es nur gute 7 ;)


31.12.2014 06:34    |    Trackback

Kommentiert auf: Allgemeine Kaufberatung:

 

Auf der Suche nach nem sparsamen kleinen

 

[...] alles gesagt.

 

Ich kannte auch mal einen, der auch meinte, dass ein Diesel immer billiger ist.

 

Kann man HIER (KLICK) nachlesen.

 

Wenn es unbedingt so einer sein muss, so wäre meine Empfehlung in diesem Fall:

-GOLF 4 SDI [...]

 

Artikel lesen ...


22.03.2015 17:02    |    bthight

Wehe einer redet noch meinen Diesel schlecht.


19.04.2018 20:59    |    Trackback

Kommentiert auf: Allgemeine Kaufberatung:

 

Allgemeine Kaufberatung

 

[...] Diesel mal einen vieldiskutierten Blogartikel erfasst:

Ein Diesel ist immer billiger.

Bitte schön.

Eine Geschichte von Schlägel und Eisen

[...]

 

Artikel lesen ...


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